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Diskutiere im Thema Anderssein und der achtsame Weg im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    Anderssein und der achtsame Weg

    Andersseins und der achtsame Weg.....


    ADHS ist für mich keine Krankheit, Störung oder Syndrom,
    sondern ein nicht nur anderer, sondern besonderer Wahrnehmungsstil.

    Ich möchte mir dieses Wahrnehmungsstils bewusster werden,
    nicht nur um zu verstehen, warum ich bin, wie ich bin,
    sondern überhaupt zu verstehen, wer ich bin.
    Nur daduch kann ich mein Leben so leben, wie ich es möchte.

    Ich habe viel Literatur über ADHS gelesen und meistens geht es darin, wie auch
    in den Therapien, sei es nun kognitive Verhaltenstherapie mit und ohne Medikamente
    oder Coachingprogramme,
    nur darum, wie wir uns anpassen an diese Gesellschaft,
    wie wir zum Funktionieren gebracht werden können.
    Es geht um das Überleben des Jägers im Land der Farmer.

    Mit der ADHS Diagnose und meiner Auseinandersetzung damit wusste ich endlich warum.....
    verstand .....meinen Anteil an der jahrzehntelangen Sozialisation des Sich-zurückgewiesen-fühlens und des Zurückgewiesenwerdens, vor allem was meinen Wahrnehmungsstil betrifft.

    Als Kind wünschte ich mir ein Junge zu sein, weil mir so oft gesagt worden war,
    dass ich mich wie einer verhielte, dass ich glaubte, wenn ich ein Junge wäre,
    würde ich akzeptiert werden, letztlich geliebt werden wie ich bin.

    Denselben Traum träumte ich 40 Jahre später wieder:
    Begonnen habe ich meine Therapie aus diesem mir aber nicht bewussten Grund:
    Ich hatte die Chance, endlich aufhören zu können, wie ich bin.
    Der Traum schien Wirklichkeit werden zu können:
    Mit Therapie und Medikamenten könnte ich endlich anders sein, damit ich liebenswert würde/wäre.

    Seit ich dem achtsamen Weg folge, habe ich angefangen, mit dem Herzen zu verstehen.
    Es ist ein großer Unterschied, ob ich Fakten akzeptiere oder
    ob ich mit meinem Herzen mein Einverständnis dazu gebe.

    Nur wenn ich mit meinem Herzen verstehe, Ein-Verständnis entwickele,
    kann ich Veränderungen bewirken....nicht was mein Sein,
    sondern was meine Beziehung zu meinem Sein, zu mir selbst und meine Beziehung zu der Welt.... angeht, die immer mehr zu einer Welt der Farmer wird.
    Für uns Jäger gibt es immer weniger Nischen....

    Der achtsame Weg ist für mich der WEG,
    um mich kennenzulernen,
    mich besser verstehen zu lernen,
    mich mit mir zu versöhnen,
    mit mir einverstanden zu sein,
    letztlich mich lieben zu lernen.

    Dies ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben.

    Ich würde mich freuen, wenn zu diesem Thema ein reger Austausch zustande käme.

    Mögen wir alle aus der Unachtsamkeit erwachen
    und Ängste und Sorgen überwinden.

    Michi

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Anderssein und der achtsame Weg

    Hallo Michi,

    ich verstehe dein (meiner Meinung nach) doch komplexes "Thema" und greife die Dinge heraus, die mich betreffen. Wenn es ok ist

    Da ich erkannt habe, dass mir "die Gesellschaft" in ihrer Komplexität keine Anreize bieten kann, mich auf "normale", teilnehmende, ja einfach steuerzahlendenweise mit ihr auseinander zu setzen, bin ich als 25 Jähriger auf der Suche nach Anhaltspunkten, die mir einen mich zufriedenstellenden Weg zeigen können. Ich fühle mich unwohl in dieser Welt, in der ein ständiges Gegeneinander herrscht. Ich beziehe mich hier nicht auf mein näheres Umfeld, denn hier liegt mein Glück. Nein, es ist eher so, dass ich mich in einer Welt zurecht finden muss, die "Andere" nach ihren Maßstäben geschaffen haben. Ohne jetzt in tiefgründige Gesellschafts- und Konsumkritik abdriften zu wollen, muss ich (für mich) fest stellen, dass ich ständig mit Leuten an einander stoße, die offenbar niemals ihr grundsätzliches Dasein in Frage gestellt haben. Die sich niemals gefragt

    Uhh muss weg, da kommt noch mehr

    hoff ich

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Anderssein und der achtsame Weg

    Ich denke es ist eine Gratwanderung.
    Völlig anpassen werden wir uns eh nicht können, kaum einer von uns wird sein Gehirn völlig "umorganisieren" können.

    Aber dass ADHSler die einzigen Menschen wären, die sich Gedanken um die Welt machen, kann ich jetzt so nicht sagen. Ich kenne ADHSler, die sind völlig verbohrt in ihrer eigene Welt, ihrer eigenen Wahrnehmung und denken, nur sie alleine hätten die Wahrheit gepachtet (sind übrigens nicht diagnostiziert, da sie ja niieemals auf die Idee kommen, mit ihnen wäre was "nicht in Ordnung").
    Andererseits kenne ich auch Leute, die meiner Meinung nach kein ADHS (oder andere gravierende Auffälligkeiten) haben aber ihren ganz eigenen und nicht-normativen Weg gehen.

    Ich selbst werde mich wohl auch niemlas völlig anpassen, nach 34 Jahren "sich durchwursteln" werde ich bestimmt nie ein braver Steuerzahler.
    Aber Medikamente und Therapie können mir helfen, mit mir selbst glücklicher zu werden. Eigenheiten, die mir an mir selbst nicht gefallen (Depressionen, Wutausbrüche, Sprunghaftigkeit...) kann ich so vermeiden oder kontrollieren.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113
    Hi Michi,
    ich habe ADS und praktiziere seit einigen Jahren "Zazen" (Zen-Meditation) und sehe das folgendermaßen. Egal wo Du hinschaust - da ist absolut nichts um Dich herum was getrennt von DIR sein kann. Warum? Weil Du immer durch DEINE Augen schaust und mit DEINEN Maßstäben misst. Also, egal DU stehst und gehst triffst DU immer nur DICH selbst. Aus diesem Dilemma zu erwachen heisst ein BUDDHA zu werden. Der historische Buddha hat nie etwas anderes gelehrt als ACHTSAMKEIT. Also von daher bist Du mit der Achtsamkeit auf dem richtigen Weg :-)

    Liebe Grüsse

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Anderssein und der achtsame Weg

    Hallo Michi,

    Dein Beitrag war der Grund, daß ich mich auch hier angemeldet habe. Du hast mir in vielen Punkten so aus der Seele gesprochen. Ich habe zwar keine ärztliche Diagnose, aber ich habe durch die Beschäftigung mit ADS die einzig nachvollziehbare Erklärung für mich und meine Umwelt gefunden. Seitdem versuche ich, mich immer besser kennenzulernen und mich so zu verändern, daß ich mich besser fühle (klingt egoistisch, aber wer sich selbst nicht lieben kann, kann auch andere nicht lieben.) und zufriedener sein kann.

    Anpassung an die allgemeine Norm werde ich nie erreichen und will ich auch nicht, aber ich kann die Akzeptanz der Umwelt mir gegenüber verbessern. Mehr brauche ich nicht. Ich habe viele gute Freunde, die mich so akzeptieren, wie ich bin, und inzwischen kann ich auf sogenannte Freunde verzichten, die an mir rumbasteln wollen. Was mir an mir nicht gefällt, verändere ich selbst und in dem Tempo, das ich kann und will. Langsam und mit Ziel ist allemal besser als mit Druck und Hauruck. Da geht nur mehr kaputt als daß es hilft.

    Ich wünsche allen eine ruhige und glückliche Nacht!

    mwieapfel

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Anderssein und der achtsame Weg

    Ihr Lieben,

    danke für eure Beiträge. Wurde erst heute darauf hingewiesen. Werde euch bald antworten.
    Es ist Zeit fürs Bett. Eine meiner Abmachungen mit mir selbst lautet: um Mitternacht ins Bett zu gehen,
    um ausgeschlafener zu sein.

    Zen-Mediation oder Achtsamkeitsmeditation unterscheiden sich nur minimal.

    Ohne Medikamente wäre Meditation für mich kaum möglich gewesen.
    Methylphenidat hat mir geholfen, mich besser konzentrieren zu können
    ohne zu fokussieren.
    Meine innere Beobachterin ist erwacht und seit damals wächst sie....

    und hilft mir innezuhalten und mich zu erinnern.
    JETZT !

    Bis dann und
    Gute Nacht

    Michaela

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Anderssein und der achtsame Weg

    Hallo Michi,

    vielen dank für deinen beitrag.
    Ich frage mich schon seit längerem ob es viele ADSler gibt die den "Weg der Achtsamkeit" kennen.
    5 minuten bevor ich deinen beitrag gelesen habe, habe ich ein geburtstagsgeschenk eingepackt;
    ein buch von Thich Nhat Hanh mit dem Titel: "Schritte der Achtsamkeit."

    Ich würde mich sehr freuen wenn es zu diesem "Thema" einen regen Austausch im Forum geben würde.


    In Achtsamkeit

    Gotama

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113
    Hallo,
    bei mir ist es auch so. Ohne Amphetamin funktioniert das mit dem Meditieren nicht wirklich gut.

    Gruß Udo

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Anderssein und der achtsame Weg

    Ein wichtiger Faktor in meiner Selbstverständnis der ADS-Konfiguration war vor allem die Erkenntnis, dass vieles bei weitem nicht
    so schlimm ist wie man immer annimmt. Andere Leute kommen auch schwer aus dem Bett, andere Leute sind vielleicht schüchtern
    und können deswegen nur schlecht mit Menschen reden etc.

    Achtsamkeit, Selbsterkenntnis, Reflektion - alles gute Wege um auch schiefe Gedanken und komische Verhalten immer wieder
    in einem Kontext zu setzen, verstehen lassen, verstehen zu lernen. Nicht alles kommt vom ADS, nicht alles ist verfahren oder
    kritisch. Gerade die Tendenzen, in gewissen Zeiten eine übermäßige Selbstbeschäftigung zu betreiben, hat mich erkennen lassen
    dass das Leben viel mehr ist als eine innere Reise. Es gibt auch eine äußere Reise, manchmal gibt es einfach auch nur das
    erleben an sich, dass keinerlei Analyse, inneren Kommentar oder Positionierung benötigt.

    Die Masse an Menschen hat ihren Alltag. Vieles wird auf die Goldwaage gelegt, wo es aber nichts zu suchen hat. Im großen Bild der
    Dinge sind gewisse übertriebene Aufreger; "da hätte ich besser reagieren sollen"-'Frustkommunkation' mit sich selbst und ähnliche
    Themen häufig nur ein weiteres Symptom der potentiellen Selbstüberschätzung.

    Manchmal vergesse ich eben den Zucker im Kaffe. Manchmal vergesse ich, dass mein Zynismus in Teammeetings gelegentlich
    falsch ankommt. Manchmal gehe ich mit den Gedanken bewusst auf eine 'falsche Reise' - und kann dann eben die ganze Nacht
    nicht schlafen. Ich weiß das. Jedenfalls war das früher so. Jetzt nehme ich an solchen Tagen eine Schlaftablette - und gut ist.

    Man muss nicht ständig Rom neu erbauen, dann darin rum zulaufen und es dann aus Langeweile wieder anzünden.
    Gerade als ADSler musste ich lernen, dass ich genauso albern, doof, träge, langweilig etc. bin wie fast jeder andere auch.

    Anders sein heißt nicht besser sein.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Anderssein und der achtsame Weg

    basalt schreibt:
    Gerade als ADSler musste ich lernen, dass ich genauso albern, doof, träge, langweilig etc. bin wie fast jeder andere auch.

    Anders sein heißt nicht besser sein.
    Das muss ich mal besonders unterschreiben!!
    Das gilt übrigens in alle Richtungen. Jeder Mensch ist ja irgendwie anders.(Das ist übrigens ein gutes Buch "Irgendwie anders" )

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