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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    Jeder Tag ein Kampf

    Hallo ihr lieben

    Ich bin neu hier, 30 Jahre alt und habe Ads und nehme alle 3 Std 20 mg MPH. Ich bin auf dem besten Wege, vieles was mir wichtig ist zu zerstören Mein ganzes Leben war ein Kampf, ist es. Ich kann nicht locker bleiben.Mit Mph kann ich ein halbwegs normales Leben führen und auch arbeiten gehen was ohne gar nicht möglich war. Meine Familie leidet drunter dass bei mir alles sofort und jetzt geschehen muss. Renovieren langsam angehen lassen? Nogo...lieber schufte ich zwei Wochen Tag und Nacht durch bis zum absoluten körperlichen Limit hauptsache ich fühle mich wohl. Dinge in der Wohnung müssen an ihrem Platz sein Es kann sein , dass mich auf einmal ein Bild stört das meinem Mann wichtig ist, das aber schon Jahre an der Wand hängt. Dies belastet mich dann enorm und es muss weg. Keine hässlichen Dinge. Ich kaufe ständig neue schöne Dinge oder Wohlfühlsachen dann geht es mir besser.

    Ich bin extrem Tierlieb und auch sehr engagiert und als es so kalt war weinte ich jeden Tag um die armen Tiere die frieren müssen und musste immer wieder drüber reden. Es kann nichts normal sein. Über alles zerbreche ich mir den Kopf. Mein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn brachte mich schon mehrmals in Gefahr.

    Ich wünschte so sehr ich könnte ausgelassen leben, mir nicht um alles Gedanken machen müssen. Ich bin nicht depressiv falls es so klingt, sondern geschwätzig und auch lebensfroh..aber da ist immer der Beigeschmack, ich kenne es nicht anders, anders zu sein. Wo man einfach weiss, es macht mich aus. Ich kann mich nicht damit anfreunden

    Ohne Mph schaffte ichs nie Treffen einzuhalten, ich versetzte Freundinnen, Termine standen vor mir wie ein Berg...ich grübelte nach, ständig. Alles war eine Last. Als ich mein Kind bekam lies ich mich auf Medikamente einstellen und Treffen und Kind kutschieren usw ist alles kein Thema mehr. Ich muss von mir sagen, ich bin eine Verantwortungsvolle Mama geworden, habe einen tollen Job. Keiner hätte das gedacht....Vieles wurde gut durch MpH...aber meine Gedanken kreisen trotzdem. Ich halse mir so viele Aufgaben ein...ich muss die Welt retten..dabei sollte ich bei mir anfangen.

    Ich hab oft Zoff mit meinem Mann.Ich ertrage es nicht, wenn er die kleine über Nacht zu seinen Eltern mitnehmen will. Tagsüber geht alles..sie ist immer bei Freundinnen, unterwegs usw.Kein Thema.Nachts ohne mein Kind nogo.Immer wenn er mit diesem Vorschlag kommt, kommt Panik in mir hoch, ich raste aus. Egal ob mit MpH oder ohne. Mein Kind will auch nicht ohne mich übernachten (ist vielleicht normal bei einer fünfjährigen dass sie ohne Mama noch nicht weg will). Urlaub geht nicht...mir gehts da seelisch so schlecht dass ich krank werde. Das war schon als Kind so.

    Ich wünschte so ich könnte gelassener sein...und es klappt einfach nicht. Manchmal macht mir das Leben Angst...weil trotz allem jeder Tag mehr oder weniger ein Kampf ist.

    Kennt ihr das?

    Liebe Grüsse

    Leila

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    Hallo Leila,

    erstmal herzlich willkommen hier im Forum!!!

    Ein Hoch auf die Impulsivität (ich erkenn mich da in vielen Sachen doch sehr wieder... ) Wenn dann jetzt, sofort, gleich...

    Eine Frage hätte ich aber doch: warum bekommst Du solche Panik wenn deine Kleine woanders übernachten soll? Was ist dein Problem damit? (nicht falsch verstehen, ist lieb gemeint)

    Bei uns haben wir recht früh damit angefangen, die Kinder auch mal bei Oma oder Tante übernachten zu lassen. Hintergrund bei mir war aber eher, dass ich mich einfach besser fühle, wenn ich weiß das im Notfall die Kinder problemlos woanders schlafen (ich muss mal ins Krankenhaus o.ä.).

    LG
    loekoe

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    Hallo

    Vielen Dank!!!:-)
    Bei meiner Mutter wärs nichtmal das Thema.Meine Schwiegereltern wohnen ca 4 Std Autofahrt von uns weg. Das ist das Problem..;/ Meine kleine Maus..4 Std weg von mir...Horror!!
    Mein Mann ist auch etwas unzuverlässig. Mir sind genaue Absprachen, melden usw wichtig. Das klappt bei uns trotz ewigen Diskussionen nicht. Tausendmal durch....
    Er machte vor 2 Wochen mit der kleinen nen Ausflug ins Kino. Wollte um 19 Uhr daheim sein und um 21:30 kam er heim. Keine Sms, ging nicht ans Handy..nichts. Ich bin schier gestorben, bekam Panik, schlecht Luft ich weinte und schrie. Er verstand das nicht. Er meinte nur ich spinne mal wieder. Wie gesagt das Thema haben wir tausend Mal durch...es bringt nix. Aber die Maus 4 Std von mir..nogo. Horrorszenarien.

    Ganz liebe Grüsse

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    Hallo Leila

    Ich weiß was du meinst und alle anderen mit sicherheit auch.
    Bei mir ist es so das ich mich selbst zerstöre, der druck auf der Arbeit ist echt manchmal sehr hoch ich bin in der Ausbildung und will mir einfach nichts sagen lassen.
    Habe sie jetzt abgebrochen den mit 39 kilo gewicht beo 1,58cm ist das echt zu wenig ich vergesse das essen und das Medikinet tut sein rest ich bin seelisch echt am ende aus vielen Gründen die sich über die jahre angesammelt haben. Ich benötige aber die Medikamente um überhaupt klar denken zu können und die Menschen zu ertragen es als wenn jemand den knopf zum leise machen vergessen hat. Meine Familie leidet sehr darunter sie werden einfach nicht fertig mit mir.
    Habe eine kleine Tochter und für sie reiße ich mich echt zusammen nicht aufzugeben. Meine Ärzte möchten gern das ich in eine klinik gehe aber ohne meine Tochter gehe ich nirgends hin.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    Liebe Sunny

    Auch ich hab damals zwei Ausbildungen abgebrochen. Körperlich und Seelisch am Ende und keiner verstand mich. Ich wollte nimmer.Ich wurde richtig depressiv.
    Ich fühle mich auch heute noch oft unverstanden da ich einfach ne ganz andere Sichtweise von Dingen habe. Ich hatte auch schon Therapien (ambulant) die aber nichts brachten. Ich habe keine konkreten Probleme die nicht zu bewältigen sind oder über die ich mit keinem reden kann. Im Gegenteil..ich kann mit jedem reden. Das Problem ist einfach ICH, die Krankheit, mein Leben. Das was mich ausmacht. Das schlimme ist auch, man kann mir da nicht gut zureden oder mich überzeugen. Vielleicht weisst du was ich meine....
    Meine Tochter ist auch mein ein und alles.Sie ist so toll, unkomplizert, so lebensfroh da bin ich sehr stolz darauf. Aber ohne sie mache ich auch keinen Schritt...

    Falls du wirkliche Probleme hast, die sich nicht lösen lassen wäre evtl ne ambulate Therapie ganz gut oder? Einfach um mit jemandem sprechen zu können? Wie gesagt, ich brach auch zwei Ausbildungen ab und habe heute einen tollen Job. Es geht immer irgendwie weiter. Wichtig ist halt dass dir der Job Spass macht. Das mit dem Spass ist bei mir aber auch so ne Sache.Ich hab kein Hobby...ich verliere bei allem sehr schnell die Lust.

    Grüssle

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    Hallo Leila,

    danke für deine Antwort. OK, das erklärt einiges. Unzuverlässigkeit im Umgang mit dem Kind geht gar nicht. Das man sich da Gedanken macht, was passiert sein könnte ist doch wohl klar und völlig normal.

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    Hallo Leila.

    Was nimmst du den für medikamente wenn ich fragen darf ?

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    @sunny

    Klar darfst du fragen!:-) Ich nehme Mph von Hexal und zwar alle 3 Std 20 mg. Manchmal komme ich auch mit 15 mg hin. Alles was drunter ist bringt nichts.Einfach gar nichts.
    Medikinet wirkt bei mir nicht, bzw hält nicht lang an. Hatte nur schlimmen Rebound. Rebound ist allgemein schlimm bei mir aber mit Medikinet noch mehr. Früher bekam ich immer Antidepressiva die mir aber nicht wirklich halfen sondern mich wegdrifteten.

    Ohne Mph komme ich nicht in die Gänge, ich trank zig Kaffees am Tag, Koffeintabletten, mein Magen rebellierte. Ich stand meist stundenlang da und versank in Träumen und Gedanken. Realisierte oft nicht mal dass man was von mir wollte. Es drang nicht durch. Ich vergaß alles innerhalb kürzester Zeit. So wars auch damals auf Arbeit. Der Chef sagte mir was ich zu tun habe, ich verstand es, falls was unklar war fragte ich nach und bis ich wieder am Platz war war alles vergessen und vor lauter Angst machte ich erst recht alles falsch.Ich bettelte so um Anerkennung, kroch jedem in A***. Mein Selbstwertgefühl war nichts mehr. Ich existierte nur noch und sah mich als etwas kleines unschuldiges Wesen dem die böse Welt da draussen was will. Klar war ich nie so unschuldig wie ich mir vormachte aber ich fühlte mich von allem und jedem angegriffen.

    Irgendwann kippte es und es brach aus mir raus und ich beschimpfte die Menschen die böse zu mir waren, mir unrecht taten und auch anderen. Es war mir egal wer es war. Ob es der Arzt oder Chef war...egal. All das was ich immer in mich reinfraß und zuhause an meiner Familie (damals lebte ich noch bei meinen Eltern) auslies kam nun nach oben. Ich war trotz allem immer respektvoll, direkt aber ich versuchte mich zu beherrschen. Menschen die mich nicht gut kannten merkten nicht viel ausser dass ich nonstop redete und unzuverlässig war.In der Schule war ich trotz schwänzen und stören immer gut.Ich musste nie lernen. Ohne Druck reichte kurz durchlesen vor einer Prüfung.Ich war immer ein wandelndes Lexikon und saugte alles auf. Doch erwartete man (fremde Menschen) was von mir, dann ging nichts mehr..
    In mir staute sich so ein Druck an,ich hatte Angst vor jedem Tag.

    Mit Mph bin ich motiviert und mache die Dinge gut. Hört es auf zu wirken fange ich wieder an abzudriften und alles wird mir egal. Ich muss mich dann richtig zwingen, rede selbst zu mir dass ich das jetzt unbedingt tun muss. Einfach strange.
    Ich erklärte den Müttern in der Gruppe, im Kindergarten und auch auf Arbeit ganz offen was ich habe. Warum ich oftmals unzuverlässig war und allgemein nicht so belastbar bin (backe keine Torten fürs Kindergartenfest wie jede andere). Dass ich das nicht tu, weil ich keine Lust habe, sondern weil ich es einfach nicht kann und es mir auch schwer fällt. Ich sagte ihnen sogar dass ich oftmals geschwindelt hatte wenn ich nicht zu Treffen kam.

    Es war ein schwerer Schritt aber sie gehen alle toll mit um und für mich war es das beste dazu zu stehen, offen drüber zu reden. Früher war ich "einsam", ich hatte durch meine extreme Offenheit schon viele gute Bekannte aber es war eben alles oberflächig. Heute kann ich sagen, ich pack das nicht..sorry und mir gehts so viel besser damit die Leute nicht anlügen zu müssen, Ausreden zu erfinden. Es war teilweise echt ein Lügennetz. Ich hatte auch Bedenken, dass sie denken werden..Ohje wasn das für eine Mutter. Aber dem war nicht so, sie informierten sich und bewundern mich wie ich das mit dem Kind alles manage usw. Klar man kanns nicht jedem Recht machen aber raus aus den Lügen und Ausreden das war ein Schritt nach vorn.

    Sorry dass ich hier so viel schreibe..es tut so gut von der Seele zu schreiben und verstanden zu werden.Danke!!
    Ich kann mir mein Leben ohne Mph nicht mehr vorstellen. Klar bin ich froh , dass es mir hilft aber anderseits macht es mich auch traurig darauf angewiesen zu sein, nur damit ich etwas normaler Leben kann und am Leben teilhaben kann. Oft habe ich Angst vor der Zukunft...

    Sunny noch was...hast du mal was anderes ausser Medikinet versucht? bzw bist du zufrieden? Nimmst du sonst noch etwas?

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Jeder Tag ein Kampf

    Hallo Leila,

    Hut ab vor deiner Entscheidung so offen mit deiner Diagnose umzugehen. Find ich super. Und auch die positiven Reaktionen die du darauf bekommen hast.

    Deine "Ängste" und Trauer, weil Du nur mit Medis "funktionierst" kann ich gut verstehen. Weißt Du, was mir da am Besten hilft? Das ich mir schon als Ziel gesetzt habe irgendwann ohne Medis klarzukommen, aber nicht das es z.B. unbedingt in zwei Jahren soweit sein muss. Ich nehme die Medis jetzt, um mir Strukturen aufzubauen und alles andere kommt von allein.

    Mit Medikinet hatte ich übrigens die gleichen Probleme wie Du. Extrem heftige Rebounds, Depris und eine zu kurze und schwankende Wirkung.
    Kurzwirksames MPH fand ich auch nicht so toll, weil ich a) ständig auf die Zeit achten musste und b) trotzdem andauernd in "Mini-Rebounds" gefallen bin. Das war mega anstrengend.
    Concerta fiel leider wegen einer Allergie raus. Jetzt sind wir bei Amphetaminsaft gelandet. Für mich, bis jetzt die beste Lösung.

    Alles Gute
    loekoe

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