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Diskutiere im Thema ADHS + Cannabis + Psychosen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    ADHS + Cannabis + Psychosen

    Hi,

    bis vor kurzem habe ich regelmäßig gekifft, bis dann bei mir eher zufällig ADHS diagnostiziert wurde und ich den Cannabiskonsum eingestellt habe.

    Das Thema Cannabis und Psychosen hat mich schon vorher sehr interessiert, weil es einfach das größte Anti-Cannabis Argument ist.

    Wo ich jetzt in einem anderen Thread hier im Forum gelesen habe, dass angeblich durch MPH eine Psychose ausgelöst wurde, hat das Thema jetzt erneut meinen Hyperfokus aktiviert.

    Dann habe ich von Dr. Winkler einen Forumsbeitrag gelesen, wo er sich (wohl als Ausnahme in seiner Berufssparte) zu dem Thema ADHS + Psychosen + Cannabis äußert:

    Text gelöscht (Urheberrecht)
    Bei mir war es so, dass ich unter dem Einfluss von Cannabis sogar sehr viel klarer und auch (geistig) motivierter wurde. Ich konnte mich auch wesentlich besser konzentrieren und so tatsächlich für lange Zeit z.B ein Buch lesen. Für mich war das eine ganz neue Erfahrung. Durch den Cannabiskonsum wurde mir bewusst, dass ich etwas an meinem Leben ändern musste. Irgendwann während dem Konsum habe ich mich dann dazu entschlossen meine Ernährung umzustellen und lebe seitdem viel gesünder. Auch habe ich durch den Cannabiskonsum überhaupt zum ersten mal in meinem Leben so richtig realisiert, das ich meine ganzen Probleme bisher verdrängt hatte. Durch das Cannabis bin ich erst zum Neurologen gegangen (ursprünglich wegen der Angststörung und Depressionen), der dann glücklicherweise ADHS festgestellt hat. Ich muss dazu sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt erst seit rund 6 Monaten Cannabis konsumiert hatte. Vorher nie.

    Ich habe mich auch immer gewundert, warum ich nicht wie alle anderen Leute vom Cannabis Lachflashs bekommen habe oder sonst "fröhlicher" bzw. high wurde. Durch den Cannabiskonsum wurde ich einfach nur "normaler". Ein Bekannter von mir ist Cannabiskonsument und hat (meiner Meinung nach) ebenfalls ADHS und er sagt auch, dass er mit Cannabis sehr viel konzentrierter ist und z.B. früher mit Cannabis seine Hausaufgaben besser machen konnte.

    Es gibt auch viele Tourette Patienten, die Cannabis einsetzen um sich Linderung zu verschaffen. Es soll bei vielen besser wirken, als "normale" Medikamente. Aktueller Stand ist, dass Tourette, ebenso wie ADHS und Psychosen einen gestörten Dopamin-Haushalt zugrunde liegen haben.

    Nun ist es so, dass Cannabis bei mir nicht ADHS ausgelöst hat, sondern dass ich ADHS mit Cannabis behandelt habe.

    Ebenso gibt es ja die Diskussion, ob Cannabis bei schizophrenen Personen Psychosen auslöst, oder ob Cannabis nur ein Versuch der Selbstmedikation darstellt.

    Wikipedia schreibt zur Dopamin-Hypothese bei Psychosen:

    Text gelöscht (Urheberrecht, Quellverweis fehlt)
    Also nicht zwingend eine Überaktivität von Dopamin, sondern womöglich eine verminderte Dopaminaktivität. Wir mit ADHS haben ja auch eher zu wenig, anstatt zu viel Dopamin im Gehirn.

    Meine These wäre daher, dass...

    1) ... der Grund, warum festgestellt wurde, dass Cannabiskosumenten ebenso wie ADHSler "Löcher" in Spect-Scans hatten, der ist, dass die Cannabiskosumenten einfach nur undiagnostizierte ADHSler waren.

    2) ... Cannabis ebenso wie MPH, den Dopaminhaushalt positiv reguliert bzw. manipuliert.

    3) ... eben Cannabis keine Psychosen auslöst, sondern Schizophrene sich unbewusst selbst behandeln.

    Eigentlich müsste es zudem meine These stützen, dass der Schizophrenie-Experte Belak zu dem Ergebnis kam, dass "ein großer Teil der Patienten positiv auf die Stimulatien reagierten und die Psychose weniger wurde" (!).

    Viellieicht ist das da oben auch alles nur Blödsinn, aber mich hat es vorhin einfach nur unglaublich fasziniert.

    Gruß,
    Xilef
    Geändert von Alex (10.02.2012 um 18:58 Uhr) Grund: s. Edit

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Man könnte sich jetzt noch fragen, warum ich überhaupt zum Neurologen gegangen bin, wenn es mir mit Cannabis doch so viel besser ging...

    Mir war schon bewusst, dass es auch die Möglichkeit gäbe, sich von morgens bis abends zu bekiffen... aber das wollte ich nicht. Ich habe gedacht, dass das Kiffen einfach nur meine Probleme betäubt. Nun war ich aber beim Neurologen und erhalte sozusagen Cannabis in verbesserter Form (Methylphenidat), denn die Effekte sind eigentlich zum Teil noch angenehmer.

  3. #3
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Ich finde diese Theorie hochinteressant und wuerde ihr auch zustimmen. Habe selber keine erfahrung mit drogen aber ich kenn faelle wo leute auf drogen nicht reagiert haben wie normale.und bei denen wuerde ich im rueckblick ads sehr fuer moeglich halten. Auch alkohol wird.ja zur selbstmedikation gern genommen. Und es gibt ja immer wieder faelle wo leute auffliegen die seit jahren kokain nehmen und zwar mehr oder weniger dauernd und keiner haette es gedacht weil die leute super erfolgreich sind. Das waeren meiner ansicht nach ganz heisse kandidaten fuer einen ads test. Also zusammenfassend wuerde ich dir recht geben dass de zusammenhang wahrscheinlich oft ist die leute habe ads oder tourette oder psychosen und nehmen drogen als eine form der selbstmediktion und nicht so sehr das die leute das haben weil sie drogen genommen haben.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Eigentlich wäre das auch ein weiterer Grund, der für eine Entkriminalisierung von Drogen sprechen würde.

    In Portugal z.B. werden Drogensüchtige nicht wie Kriminelle behandelt, sondern wie kranke Menschen. Wenn in Portugal jemand bei einer Ordnungswirdigkeit mit Rauschmitteln (dort ist es keine Straftat) "erwischt" wird, so wird er nicht dem Haftrichter vorgeführt, sondern einem Gremium bestehend aus einem Rechtsexperten, einem Sozialarbeiter und einem Arzt.

    Ich kann mir vorstellen, dass vielen Menschen sehr viel besser geholfen wäre, wenn man Sie behandeln würde, anstatt sie wegzusperren.

  5. #5
    Mistvieh

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 575

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Bei Kokain würde ich Dir ja zustimmen, mit THC hingegen hab ich nur eine enorme Verschlechterung der Symtome wahrnemen können.

    Tatsächlich löst THC wohl ADS Symtome bis hin zu schwersten Depressionen aus. Kokain hingegen könnte man im entfernten Sinne auch als Stimulanzien bezeichnen, wäre es nicht eindeutig als Droge deklariert.

    Nun sollte an dieser Stelle vielleicht noch angemerkt werden, daß ich von reinen Kokainhydrochlorid rede, KEINESWEGS von "Koks" oder ähnlichen Kokainmischungen.


    Viele Grüße

    Lumpi

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Darf ich auch mal?…

    Wie die meisten Menschen, kann ich hier auch nur aus eigener Erfahrung sprechen. THC habe ich natürlich in meiner Jugend probiert. Es war nie meins. Entweder war ich völlig nach außen gewendet als wäre meine Haut eine Wendejacke, also extrem unangenehm extravertiert und der Umwelt ausgeliefert. Oder ich war stoned und unfähig, irgend etwas zu machen. Lärm im Kopf, alles noch schlimmer als sonst gleichzeitig mitbekommen. Der Filter stand nicht nur offen, er hatte auch den Resonanz-Poti bis zur Selbstoszillation aufgedreht. (Synthesizer, anyone?) Blödes Grinsen wider Willen kam noch dazu - tatsächlich oder gefühlt, weiß ich nicht.

    Manchmal haben "sich" absurde Gedichte geschrieben, aber erstens viel zu selten und zweitens waren sie eher vom Unterhaltungswert und keine poetischen Werke.

    Also Kreativität in beiden Fällen gleich Null. Dabei wollte ich genau aus Gründen der Kreativität kiffen… Baudelaire, Poe, Beat Generation und so… Nix da. Ein absoluter Killer.

    Nach dem Hasch war das einzig Gute der Kater am Tag danach, da war ich relaxed, ein wenig wie auf Diazepam. Dafür war der Kiff-Rausch aber, wie gesagt, ziemlich unerträglich.

    Damals wusste ich nicht, warum das dem so ist. Jetzt habe ich da so eine Vorahnung

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 31

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Dalek schreibt:
    Nach dem Hasch war das einzig Gute der Kater am Tag danach, da war ich relaxed, ein wenig wie auf Diazepam. Dafür war der Kiff-Rausch aber, wie gesagt, ziemlich unerträglich.

    Damals wusste ich nicht, warum das dem so ist. Jetzt habe ich da so eine Vorahnung
    Mh. Vielleicht war die Dosis beim Kiffen einfach zu hoch und am Tag danach war die THC Konzentration im Blut auf ein "angenehmes Level" gesunken? Ich persönlich habe zu meiner Kifferzeit nur sehr wenig gebraucht für einen Effekt. Ungefähr 0,1g und ich war gut bedient. Ich glaube die meisten Leute packen sich 0,5g oder mehr in den Joint.

    Bevor das einer missversteht: Ich möchte den Cannabiskonsum nicht verherrlichen. Zumindest bin ich der Meinung, dass es auch körperlich zum Teil abhängig macht und diese Tatsache auf kifferfreundlichen Internetseiten gerne mal verschwiegen wird. Wenn man über Monate jeden Tag öfters als 1x kifft und dann aufhören will, hat man in der Regel ziemlich krasse Schlafprobleme und auch die Stimmungschwankungen können extrem sein. Aber natürlich ist das alles ein Witz im Vergleich zum Alkoholentzug...

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    xilef schreibt:
    Mh. Vielleicht war die Dosis beim Kiffen einfach zu hoch und am Tag danach war die THC Konzentration im Blut auf ein "angenehmes Level" gesunken?
    Also noch viel weniger als einen Zug (ins Detail möchte ich hier besser nicht gehen) geht rein technosch wohl kaum

    Deine Idee ist interessant, aber ich habe alles Mgliche vom Kiffzeug getestet, auch ganz schwaches Gras, von dem man wmehr Kopfweh bekam als high wurde, und zwischen diesem und reinem Öl die ganze Palette. Nichts für mich dabei gewesen.

    Ich weiß, dass die meisten Leute auf das Zeug anders reagieren. Für mich mit das Unangenehmste, was ich kenne. Da ändern auch positive Erfahrungen der Anderen nix dran

  9. #9
    Mistvieh

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 575

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Dalek schreibt:
    . Da ändern auch positive Erfahrungen der Anderen nix dran
    positive Erfahrungen der "Anderen" ist gut - Drogenabhängige sehen ihr Zeugs immer durch die "rosarote Brille" - verklicker doch mal einen Kiffer daß er so was von neben der Spur läuft, er wird es verneinen und behaupten er habe die Dinge noch nie so klar gesehen


    Viele Grüße

    Lumpi

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 157

    AW: ADHS + Cannabis + Psychosen

    Hallo!
    Also, ich habe während ich 18/19 Jahre alt war fast jeden Tag gekifft. Ich konnte dann klarer denken, wurde dadurch aber auf keinen Fall träge oder irgendwie schläfrig, wie die meisten in meinem Umfeld die auch gekifft haben,. Ich habe damit dann irgendwann aufgehört, weil ich kein Bock hatte, wie die meisten Kiffer um mich herum zu enden... Auch habe ich nur Joint geraucht und nicht durch ne Bong. Jetzt ist es so (bin mittlerweile 25) dass ich ganz egrne zwischen durch kiffe, vor allem bei Festivals, aber dazu auch trinke (was ich damals auch gemacht habe) und dann aber ganz normal. Ich habe mich immer sehr fdarüber aufgeregt, wnen die Leute nach dem kiffen zu platt waren um dann noch irgendwas zu machen oder feiern zu gehen...
    Mhhh.. ich schweife ab...
    Ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich irgendwann Angst bekommen habe, ich könnte noch "verrückter" werden, wenn ich weiterhin kiffe, ich arbeite im sozialen Bereich und habe einige Leute in Pychiatrien betreut die Psychosen hatte und regelmäßig THC konsumiert haben... aber, ob es da einen Zusammenhang mit Adhs gibt, fänd ich spannend zu erfahren.,.,.
    Und nochmal zum Kiffen: Mein Psychiater hat mir gesagt, das kiffen bei Adhs nicht das schlechteste ist.... (ich habe vielleicht geguckt!!!), wohingegen meine Therapeutin meinte das Adhsler generell möglichst auf Drogen/ Rauschmittel verzichten sollten...
    Mit Grüßen!

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