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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 59

    zu hohe Erwartungen??

    Seit Oktober hab ich's jetzt also schriftlich, dass ich an einer stark ausgegrägten AD/HS Mischtyp mit komorbier ängstlich-depressiven Entwicklung leide.

    Nehme also jetzt seit 4 Monaten Medikinet und zusätzlich Citralopram. irgendwie hab ich das Gefühl, dass es mit seit Beginn der Medikamenteneinnahme schlechter geht als vorher. Die Antriebslosigkeit war noch noch niemals so extrem wie in den letzen Wochen. Auch habe ich in keinster Weise das Gefühl, ruhiger, gelassener oder friedlicher zu werden.

    Als ich die Diagnose gestellt bekam, war ich froh, endlich Gewissheit zu haben. Hatte die Hoffnung, mithilfe der Meds ganz, ganz langsam über den steilen Berg rüber schauen zu können. Doch leider steh ich nach wie vor am gleichen Fleck und komm nicht weg.

    Oftmals liest man hier Geduld zu haben. Wie lange muss man Geduld haben? Mein Neurologe hat keine Ahnung von ADS und Medikinet. Mein Hausarzt distanziert sich und verschreibt gar nichts. Stehe irgendwie total hilf- und ratlos da und hab keinen Plan, wie es weitergehen soll....

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 42

    AW: zu hohe Erwartungen??

    Hi,

    bei mir ist diese Antriebslosigkeit im Winter immer schlimm. Es sollen Winterdepris sein.
    Vielleicht wirkt bei dir auch das Medikament nicht wirklich? Ich habe das mit Adult gehabt und bin jetzt wieder auf Concerta umgestiegen.
    Allerdings kann es auch sein, dass sich was geändert hat, aber du nix merkst, weil du dich vorher nie wirklich selbst beobachtet hast? So ging es mir bei der ersten Medikamenteneinnahme vor ca 10 Jahren. Und die Medikamente allein "ändern" dich nicht. Sie würden dich nur dabei unterstützen, dir ein anderes Verhalten anzutrainieren.
    Hast du einen Partner, den du befragen könntest, ob du dich verändert hast? Einen guten Freund, der dich oft sieht?

    Ich habe damals auch erst nach Absetzten der Medis gemerkt, dass sie doch einiges verändert haben. Ich konnte nachts schlafen und bin nicht wegen Unsinnigkeiten aufgewacht. Bis dahin wußte ich gar nicht, dass ich die erholsamen Tiefschlafphasen kaum hatte. Mein Gehirn hat einfach weiter gewuselt. Wo ich vorher nach 8-10 Stunden "Schlaf" noch gerädert war, reichten plötzlich 7 Stunden.
    Im Büro konnte ich plötzlich 1-2 Stunden am Stück arbeiten und musste nicht mehr aller 30 Minuten rauchen gehen. Daher hab ich die Medis dann doch weiter genommen und begann mich selbst zu beobachten.

    Falls wirklich keine Änderung eingetreten ist, würde ich eventuell ein anderes Medikament probieren. Vielleicht hilft dir das?

    Grüße Bromi

  3. #3
    cam


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 255

    AW: zu hohe Erwartungen??

    Mir gehts gerade ähnlihc. Bin jetzt seit ca 2 Monaten auf Medis. Bei der Erhöhung von 5 auf 10 mg retard hatte ich für 2 Tage einen super Effekt, dann lies der innerhalb von 2 Tagen auf 0 nach (laut meinem Arzt ganz normal). Also auf 15 mg erhöht und nichts gemerkt, dann auf 20, innerhalb von 2 Tagen hatte ich so böse Schwindelanfälle, dass ich einen Abend fast den Notarzt gerufen hätte. Also erst mal ein paar Tage nichts genommen, dann wieder auf 10, nach einigen Tagen auf 15 hoch, die 15 ziemlich lange genommen, dann auf 20 hoch (alles immer retard). Schwindel gibt es diesmal nicht mehr (der entsprechende Rezeptor desensibilisiert sich ja recht schnell). Aber einen positiven Effekt merke ich gar nicht. Nur alles mögliche negative: die depressiven Schübe, die ich früher nur dank PMS, wenn überhaupt, also max 1 mal im Monat hatte, kommen jetzt fast wöchentlich vorbei, Schlafen kann ich gar nicht mehr (also einschlafen geht, aber durchschlafen gar nicht), ich hab immer schon mehr als 8 Stunden gebraucht, jetzt bin ich nach 10 noch erschöpft. ICh mag nichts mehr essen, auch schon immer ein Problem, dass ich oft Hunger hab aber nichts essen mag, aber in letzter Zeit ist es wirklich extrem geworden. Und ich hab den Eindruck, die Dinger ziehen mir auch noch das letzte bisschen Energie aus dem Körper. Aufraffen kann ich mich auf jeden Fall mittlerweile zu gar nichts mehr, selbst kleinigkeiten, die all die Jahre kein Problem waren, kosten jetzt irre Kraft. Und wenn ich gerade nicht in meinem depressiven tiefen, schwarzen Loch sitze, hab ich eine Wut im Bauch, ich könnte die ganze Zeit nur auf Dinge draufschlagen. Kenn ich von mir sonst gar nicht.

    So, jetzt hab ich mich einmal ausgekotzt (sorry ;-), jetzt warte ich mal ab, was mein Arzt beim nächsten Termin sagt...

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 59

    AW: zu hohe Erwartungen??

    Hab es nicht mehr ausgehalten und mussten einen Coaching-Termin einschieben. Ich hab 2 Stunden nur geheult! Es kam raus, dass durch das Medikinet meinte Depris massiv vergrössert sind. Daher die Antriebslosigkeit, das schwarzsehen, das Loch, das von tag zu Tag größer wird....... Jetzt erst mal Step for Step. Jetzt wird erst mal das medikinet abgesetzt, das Citalopram durch ein anderes Mittel ersetzt, welches wirksam gegen die Depressionen ist. Meine Coaching-Lehrerin wird Kontakt mit meinem Hausarzt aufnehmen, um mit ihm gemeinsam die richtige Dosierung zu finden. Gleichzeitig versucht sie einen zeitnahen Termin bei einem Psychologen mit Kenntnissen in ADHS zu finden...... vielleicht ist das ja ein kleiner Lichtblick für mich. Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch für mich eines Tages nicht alles mehr soooo schwarz ist. Wird ein steiler und steiniger Weg werden....

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 11

    AW: zu hohe Erwartungen??

    Mein Neffe bekommt Medikinet und von meiner Freundin die Tochter Concerta. Beides Kinder mit ADHS und beide sind nach der Medikamentierung deutlich ruhiger,entspannter,geduldiger und konzentrierter,als vorher. Meine Tochter bekommt Equsym Retard 30 mg am Morgen. Immer vor dem frühstück. Ihr geht es gut damit und sie schreibt nun auch gute Noten,da sie sich besser konzentrieren kann.Bei mir gab es leider noch nicht mal einen Termin beim Arzt. Ich wollte zu einem Spezialisten. Doch der hat einen Vorlauf von 2 Jahren und vergibt keine Termine mehr. Zumindest nicht in Nächster Zeit. Mein Mann hat schon gedroht,dass,wenn ich mich nicht behandeln lasse,er sich trennt. Und so stehe ich noch mehr unter Druck. Er kam sogar schon auf die sagenhaft dämlichste Idee,die ich je gehört habe. Ich solle doch eine Tablette von meiner Tochter nehmen.

    Was bitte ist das für eine Idee? Und was die Hausärzte angeht,die nichts verschreiben. Ich hab Glück. Meine Hausärztin verschreibt mir immer die Medis meiner Maus. Ich ruf da an,bestelle es und dann wird es mir in die Apotheke gefaxt. Die holen sich dann das Original.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 37

    AW: zu hohe Erwartungen??

    Man sollte immer aufpassen, was akuter ist. Eine depressive Phase nimmt einen die Lust auf vieles (teilweise sogar auf das Leben an sich).
    ADHS mag ein grundsätzliches Problem sein, vielleicht auch Ursache der Depression. Aber es hilft nicht ADHS zu bekämpfen wenn die Depression eh einen normalen Alltag verhindert.

    @ zappy

    Was bekommst Du denn für Antidepressiva?


    der Effekt von Citalopram überschätzt man als Patient vermutlich. Zum einen dauert es lange die richtige Dosis zu finden (ich bin jetzt auf 50mg) und bis es wirkt, zum andere pusht es den Antrieb nicht übermäßig. es bringt Dich also eher auf ein "normales" Level zurück, aber nicht mehr als das.

    medikamente sind zudem nur ein Teil der Lösung, wichtig ist selbst aktiv zu werden. Besonders bei positiven Aktivitäten, das ist meist das erste was man bei Depressionen einstellt.

    Kenne Deine Lebenumstände zu wenig. grundsätzlich zu empfehlen ist das Buch : "Wenn das Leben zur Last" von Rolf Merkle.
    War wohl auch mit Grundlage der Depressionsbewältigungsgruppe bei meinem Tagesklinkaufenthalt.

    wichtig ist, das all diese Lustlosigkeit, die fehlende Freude alles NORMAL ist, das geht allen Betroffenen so.
    und auch wenn viele es gut meinen, mit "Denk positiv", "Du schaffst das" oder "so schlimm ist es nicht" ist es bei einer Depression nicht getan. es ist schlimm, man denkt negativ und alleine schafft man es nur sehr selten, daher bewirkt so ein Zureden eher negative Reaktionen.

    Mir geht es inzwischen wieder gut, aber meine wirklich schwere Depression ist auch 8 Monate her.

    nimm Dir Zeit für Dich und setzt Dich nicht zu sehr unter Druck. es wird irgendwann gut, aber nicht von heute auf morgen.

    Tröstende Grüße
    marcel

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