Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 15

Diskutiere im Thema Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 52

    Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    Hallo, ich schildere euch mal ein kleines Problem und frag einfach mal in die Runde ob ihr das auch kennt.
    Würde mich mal interessieren ob es anderen ADHSlern genauso geht und wie sie damit umgehen.

    Es geht um die Unfähigkeit die eigenen Gefühle zu erkennen und auch auszuleben, ich brauche sehr lange um zu verstehen was in mir vorgeht.
    Beispiel: etwa der Tod nahestehender Menschen: Ich brauche oft Jahre um zu realisieren dass dieser Mensch nie weider zurückkommt. Hat zur Folge dass ich im Familien-/ Freundeskreis sehr gerne als "kalt" abgestempelt werde.
    Oder die Gefühle für einen anderen Menschen: Ich hab mich bisher bloß einmal wirklich in jemanden verliebt, ich brauchte Wochen um zu verstehen was in mir vorgeht. Wobei: verstanden kann man nicht wirklich sagen: ich musste erst mal mit zwei Freunden darüber reden. Ich hatte sowas noch nie erlebt, von daher war es Neuland für mich. Und ich musste lernen es zuzulassen.
    Problem ist: wirklich vertrauen konnnte ich meinen eigenen Gefühlen zunächst nicht, ich brauchte erstmal etwas Hilfe von dritten. (Ich hab in solchen Situationen Angst mal wieder was zu hyperfokussieren)

    Meine Bedenken war bzw. ist nich immer folgende: Sind meine Gefühle echt oder ist das etwa mal wieder nur ein Hirngespinst dass mir mein ADHS sugeriert?
    In diesem Fall: Liebe ich ihn wirklich oder ist es nur Phantasie?

    Aus dieser Unsicherheit resultiert auch immer wieder die Angst die eigenen Gefühle zu zeigen bzw. Emotionen zuzulassen:
    Ich habe mit der Zeit angefangen meine Gefühle FÜR MICH zuzulassen, sie zu akzeptieren und zu genießen.
    Allerdings: Im konkreten Fall weiss ich nicht wie der andere darüber denkt, ich glaube sehr oft zwar ihm geht es ähnlich - aber genau hier setzt wieder das Gefühlschaos ein: Bilde ich mir nur ein das er mich sehr gern hat, auf mich zugeht usw. oder ist es mein Wunschdenken? Deute ich Dinge falsch weil mein Kopf es so will? Oder ist es real?

    Da ich dem ganzen Gefühlswirrwarr nicht wirklich vertrauen kann hab ich echt Probleme damit anderen zu zeigen was in mir vorgeht.
    MEINE eigenen Gefühle habe ich mittlerweile gelernt zu sortieren, aber ich habe Angst das Verhalten anderer mir gegenüber falsch einzuschätzen.
    (Was sehr seltsam ist: man sagt mir eine sehr gute Menschenkenntnis nach, dass ich sehe was in anderen vorgeht, ich Dinge "kommen sehe" etc. Nur wenn es um mich selbst oder das verhalten anderer mir gegenüber betrifft... dann misstraue ich meiner Menschenlenntnis irgendwie )

    Das klingt jetzt vielleicht alles etwas dämlich... aber ich habe echt ein Riesenproblem damit:
    Ich blockiere mich quasi selber, weil ich mich davor Fürchte meine eigenen Gefühle oder Emotionen auszuleben. Aus Angst, sie könnten das Produkt meiner ADHS sein, die ich nicht unter Kontrolle hab. Und ich könnte andere damit verletzen. Ich schäme mich regelrecht davor, jemand könnte merken was in mir vorgeht.
    Aber es könnte ja auch alles echt sein...
    Und schon ist sie da, die Angst Dinge im Leben zu verpassen... weil ich einfach zu feige bin zu zeigen wie es in mir aussieht.

    Kommt das jemanden bekannt vor? Wie geht ihr damit um? Kann man lernen vertrauen in die eigene Gefühlswelt aufzubauen?
    Kann es überhaupt sein dass ADHS deinen Wahrnehmungsstil so verändert dass du Liebe, Trauer etc spürst wo keine ist? Ich denke nein, aber sicher bin ich mir nicht. Gerade was den Punkt mit der Zuneigung betrifft: kann ich erkennen ob sowas echt ist oder mir mein Kopf was vorspielt?

    Kompliziert, ich weiss. Daher schreib ichs ja hier rein.
    Grüße

  2. #2
    besenreiterin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 2.591

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    hmmm also ich finde das du es sehr schön beschrieben hast ... und ich kenne das sehr gut ...^^

    grade das mit dem vertrauen in die eigene wahrnehmung ..
    wie man das lösen kann ????????? gute frage ..
    sich die situationen zu hinterfragen und zu reflektieren zb von anderen freunden ist denke ich keine falsche idee
    sie sehen das unbeteidigter als man selber und so kann man sich nicht so schnell selber belügen .. im zweifel nachfragen ... das ist schwer und erfordert eine offenlegung und das bedeutet das man oft eben auch ablehnung bekommt unter umständen ....

    wenn du eine lösung kennst sage es mir ich bin für vorschläge offen hihhihihi
    ich handel anders als du ^^ ob das besser ist??? ich verpasse eher nichts sondern gehe dem reizen nach oft
    dadurch kann man allerdings sich dinge auch ruinieren...


    ansonsten ist es bei mir so das ich es besser im griff habe mit medis da ist das nicht ganz soo schlimm .

    mir hat mien doc gesagt ich soll mal lass mich doch verlass mich nicht lesen deswegen ..
    vieleicht hilft es dir auch ???


    also ich bin extrem in allem eben adhs und sagen wir einfach mal soo begeisterung von mir kann sich schon mal eben so wie dankbarkeit wie verliebtheit äussern .. und anfühlen aber das gibt sich schnell wieder das relativiert sich im nu wenn ich es eine weile sortiere für mich aber ich mache auf andere schnell den eindruck .
    bei trauer und schmerz hmmm es gibt sogenante sekundär und primär gefühle .. bedeutet das man ein anderes gefühl als schutz vorschiebt unbewust oft um es erträglicher zu machen oft ist es bei trauer oder verletzheit wut zb.
    gibt da sicher texte im netz die das besser erklären können als ich sorry .

    mehr geht grade nicht sorry .aber das zumindest geht du bist nicht alleine
    hexe

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    Hallo !
    Ich kann dich wirklich gut . Ich bin früher von einem Gefühlschaos ins nächste gestolpert aber ohne es nach außen zu zeigen ... Das war denke ich das schlechteste was man machen konnte aber ich habe mich dazu auch noch dafür geschämt . Nunja irgendwie habe ich mich damit arrangiert . Ich wünschte ich könnte manchmal meine Gefühle so hinterfragen wie du denn ich bin ein extrem gefühlagesteuerter Mensch und das nagt sehr an einem weil der ganze Tag ein dauernder Wechsel zwischen Euphorie und tottraurig ist. Naja um zu deiner frage zurückzukommen : ich weiß das jeder Tipp den man hier geben kann sich schnell tippt aber es ist für uns umso schwerer das wirklich dauerhaft umzusetzen aber ich denke es wäre sich hilfreich Situationen in denen du seinem Kopf nicht traust , die Sache mal nüchtern zu analysieren und die die Fakten aufzählen. So versuche ich mit meinen Panikattacken umzugehen und in ca der Hälfte aller Fälle klappt es auch ganz gut. Ob es bei die hilft weiß ich nicht das kannst du nur für dich selbst probieren.
    Lg shini

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    Hmm, bei mir ist es ganz anders.
    Ich denke sofort immer "Das ist die große Liebe". Dann kann ich an nix anderes mehr denken und habe den ganzen Tag Schmetterlinge im Bauch.
    Kurze Zeit später kommt die Ernüchterung, destruktive Gedanken wie "Der ist es auch nicht", "Ich kann mich nicht verlieben", "Ich bin beziehungsunfähig".
    Falls es mal der Fall ist, daß ich ein paar Monate mit jemandem zusammen bin, und ich glaube "Das ist es", mache ich alles kaputt, weil ich Angst habe, er könne meine Gefühle nicht erwidern, ist genervt von mir, verarscht mich nur. Schon fange ich an zu sticheln, suche Gründe zum streiten, usw.

    Seit 5-6 Jahren habe ich nun keine Beziehung. Öffentlich töne ich herum, glücklich damit zu sein, dabei hätte ich gerne jemanden, der zu mir hält, mich versteht und mich so nimmt, wie ich bin: kompliziert, aber herzig und treu wie ein Hund.

  5. #5
    besenreiterin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 2.591

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    hmmm das meinte ich damitz das es bei mir anders ist ich lasse niemanden mehr an mich ran naja habe niemanden mehr an mich rangelassen nur spielzeug immer mal wieder und dann kamm das lichtlein und hier durchlebe ich die hölle die ungeheuer uund fenris beschreiben ..

    ich gehe einfach dagegen an okay ich versuche es ...
    mit medis sind diese kreisel gedanken weniger ohne extremer die unsicherheit ..

    ich nenne es immer mein echo im kopf ^^denn in einer situation wo ich unsicher bin werde gehen aus irgendeinem trigger alarme los ... und dann fängt es an alles was irgendwann mal irgendwer gesagt gemacht hat wird dann wie in einem analytischen programm abgespielt im gehirn und es ist wie ein streit im kopf .
    in der klinik haben sie gesagt das es adhs ist was das so extrem macht und meine erfahrungen schmerzen die ich durchlebt habe .
    und ich muss darüber reden den schmerz die angst zulassen . wobei ich nicht angst habe alleine nicht was zu schaffen sondern ja vor der enttäuschung den schmerz der verletzung das mir jemand je irgendwann soo wieder weh tun kann . und das es ja irgendwie klar ist

    bedenken davor mich selber zu belügen etwas zu positiv zu sehehn zu viel zu entschuldigen liegt bei mir aber extrem eben an meinen persönlichen erfahrungen .

    ich rede mit meinen freund auch wenn es schwer fällt oft brauche ich eine ganze weile .. weil man sich dann ja auch wieder noch mehr verletzbar macht ....und ich habe angefangen mir dinge zu merken wie zb. der macht mir essen weil er mich mag er macht sich diese mühe sich mit mir auseinander zu setzten eben weil er mich mag .. so eine art positiv liste gegen das echo das hochkommt und wiederspricht das ist anstrengend wirklich aber der doc in der klinik meinte ich muss neu lernen ...
    und es ertragen ich muss lernen unsicherheiten zuzulassen schmerz verletztheit den auch wenn man nett zueinander ist verletzt man sich gegenseitig ohne böses und man muss nicht immer alles gleich negativ werten ...hmmmm

    ich habe das in der thera mir vorgenommen zum thema zu machen weiter dann .
    wichtig ist das ich dafür sorge das es mir so gut wie möglich geht bedeutet je besser ich mich fühlöe umso unangreiflicher bin ich also versuche ich dafür zu sorgen das es mir in anderen bereichen gut geht und ich versuche einige dinge vorweg zu nehmen zb.

    das ich nur gut bin weil er grade jemanden braucht der für ihn putzt ... auch wenn ich das denke dann gehe ich aktiv dagegen an und wir machen das gemeinsam dann hier .
    weis grade nicht wie ich das erklären soll und kann ..

    hmm um die unsicherheit aus dem weg zu räumen ihm auf der tasche zu liegen haben wir getrennte konten und das bleibt auch so ^^.
    und ich sorge für mich selber alles andere ist eben eine art geschenk . wie in einer wg teilen wir uns hier kosten so wie es geht recht lasch und frei aber eben doch irgendwie getrennt ein wenig bis ich soweit bin das zuzulassen
    mir geht es besser damit erstmal .

    inzwischen werden die abstände grösser in den ich weglaufen will ... und mein held der hilft mir dabei sehr .
    also kann man etwas dagegen machen das ist nicht leicht und anstrengend aber wenn man es will geht es .
    ob das nun bei jedem so geht ??? weis ich nicht und es ist auch bei mir so das ich gute zeiten habe und weniger gute zeiten hihihihi

    aber ich versuche es wenigstens das erstemal weil es mir ehrlich gesagt auch das erstemal es wert ist nach all den jahren .

  6. #6
    Sunshine

    Gast

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    Puh Fenris, das ist auch derzeit mein Thema. Ich habe genau dieses Gefühlschaos und traue meinen eigenen Gefühlen oft nicht und ich kann schon gar nicht anderen zeigen oder sagen was ich fühle. Genauso kann ich nicht so recht damit umgehen, wenn mir jemand Komplimente macht, dass kann ich nicht so annehmen, ja manchmal ist es mir sogar peinlich.

    Das sind Sachen, die noch ein meiner Kindheit und Jugend stammen, weil ich da immer angeeckt bin, was meinem Selbstwertgefühl natürlich nicht gerade gut getan hat. Ich habe jahrelang immer meine Gefühle verdrängt, also sie nicht zugelassen, aus Angst verletzt zu werden. Das ich mir damit aber nur selbst im Weg stehe und es mich unglücklich macht, dass weiß ich erst seit kurzem.

    Bei meinen Freunden ist es gerade noch so in Ordnung, da kann ich ab und an mich mal ein wenig "fallen lassen" und schaffe es dann auch zu sagen, wie ich mich fühle, aber bei allem was mit Liebe etc. zu tun hat, funktioniert es noch nicht. Da bin ich aber gerade dabei, genau diese Problematik in einer Therapie zu "bearbeiten" vielleicht ist das ja auch eine Option für dich?

    Ich hatte jetzt dreimal ein Gespräch mit einem Analytiker und allein bei diesen drei Terminen ist mir einiges klar geworden, nämlich das wenn ich so weiter mache, ich mir nicht nur selbst im Weg stehe, sondern etwas verpasse, was eigentlich etwas schönes ist.

    Ungeheuer schreibt:
    Kurze Zeit später kommt die Ernüchterung, destruktive Gedanken wie "Der ist es auch nicht", "Ich kann mich nicht verlieben", "Ich bin beziehungsunfähig".
    Ja, genau so sind dann auch meine Gedanken, wenn mir jemand sagt, das er in mich verliebt ist und ich gehe sogar noch ein ganzes Stück weiter, denn ich tu dann alles, damit er mich nicht mehr mag, weil sich dann nämlich genau diese Gedanken bestätigen und ich mich nicht mehr mit meinen Gefühlen auseinandersetzen muss, weil zulassen könnte ja wehtun.

    hexe schreibt:
    ich rede mit meinen freund auch wenn es schwer fällt oft brauche ich eine ganze weile .. weil man sich dann ja auch wieder noch mehr verletzbar macht ....und ich habe angefangen mir dinge zu merken wie zb. der macht mir essen weil er mich mag er macht sich diese mühe sich mit mir auseinander zu setzten eben weil er mich mag .. so eine art positiv liste gegen das echo das hochkommt und wiederspricht das ist anstrengend wirklich aber der doc in der klinik meinte ich muss neu lernen ...
    und es ertragen ich muss lernen unsicherheiten zuzulassen schmerz verletztheit den auch wenn man nett zueinander ist verletzt man sich gegenseitig ohne böses und man muss nicht immer alles gleich negativ werten ...hmmmm
    Das hast Du ganz toll beschrieben Hexlein, das ist es, was ich auch erst neu lernen muss. Ich weiß auch, dass die Thera anstrengend sein wird (hat der Doc mir auch schon gesagt) aber ich bin jetzt bereit dafür, gerade weil ich letztens wieder in das gleiche alte Muster gefallen bin und jetzt aber merke, dass es ein riesiger Fehler ist und ich so nicht mehr weitermachen darf.




    Liebe Grüße
    Sunshine

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    Das Problem kenne ich auch nur zu gut. Ich habe immer wieder meine Gefühle verdrängt bis zur Emotionslosigkeit. Immer wenn ich mich auf irgendetwas eingelassen habe wurde ich wieder verletzt. Nur in meiner letzten Beziehung konnte ich sein wie ich eben bin, ich habe mich so glücklich und wohl gefühlt. Dann habe ich mich aber wie so oft selbst sabotiert.

    Gerade ist es aber noch schlimmer, ich lasse Gefühle und Emotionen zu und komme damit überhaupt nicht klar. Ich möchte aber nicht wieder zurück zu dem was ich vorher war. Selbstvorwürfe, Trauer, Liebe und Hoffnungslosigkeit sind keine gute Kombination. Aber alles ist besser als emotionslos durch das Leben zu wandeln...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    Ja, genau so sind dann auch meine Gedanken, wenn mir jemand sagt, das er in mich verliebt ist und ich gehe sogar noch ein ganzes Stück weiter, denn ich tu dann alles, damit er mich nicht mehr mag, weil sich dann nämlich genau diese Gedanken bestätigen und ich mich nicht mehr mit meinen Gefühlen auseinandersetzen muss, weil zulassen könnte ja wehtun.
    Es ist ja nicht das zulassen der Gefühle, was weh tut, sondern das Horrorszenario im Kopfkino, welches man dann hat: Gewiß verläßt er mich ohnehin. Mal prüfen, ob er es ernst meint.
    Selbstvorwürfe, Trauer, Liebe und Hoffnungslosigkeit
    Auch diese Emotionen gehören (leider) dazu.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    @ all
    Danke... so viele Antworten
    Wenn ich mir so eure Antworten durchlese fallen mir folgende Punkte besonders auf:
    - entweder folgt man dem einem oder anderem Extrem: total blockiert (so wie ich ) oder extrem gefühlsgesteuert
    - sehr viele kennen auch diese Schamgefühle
    - die große Angst davor, verletzt oder zurückgewiesen zu werden
    - Gefühle zu offenbaren wird empfunden als zeigen von wunden Punkten ,sich verletzbar machen

    Ich bin also nicht alleine. Irgendwie beruhigend. Aber auch traurig.

    @ hexe
    "lass mich..." kenn ich war das erste Buch dass ich über ADHS gelesen hab. Ich weiss noch wie ich mich dabei gefühlt hab... der wiedererkennungseffekt war sowas von... unheimlich. Es war irgendwie erleichternd, aber tat auch weh. Mein Gott, da las ich sachen die ich wortwörtlich genauso gesagt hab... *lol*
    Wo wir grade bei dem Buch sind: was Beziehungen anbelangt beschreibt sie meinen Typ (der etwas länger braucht) auch kurz. Kommt anscheinend nicht so oft vor, hat aber seine Gründe.

    Was mir ganz gut hilft mit Kritik oder Zweifeln in Freundschaften umzugehen ist folgendes:
    - Nimm Kritik als Geschenk an. Ein Mensch der dich nicht kritisiert, der zu allem ja und amen sagt, interessiert sich nicht für dich. Kritik gibt dir die Möglichkeit zu wachsen.
    - Versuch den menschen an sich zu betrachten. Wenn ich jemanden mag, er mir wichtig ist, kann ich mich auch mit ihm streiten. Und derjenige kann mir auch offen sagen was er denkt, genauso wie umgekehrt. Um mich weiter zu entwickeln brauch ich Leute mit denen ich mich reibe... Ich sag immer "wenn der Kern stimmt ist alles okay". Und dann nimmt man auch nicht mehr soviel übel. Vielleicht in der jeweiligen Situation, ja. Aber einmal durchschnaufen, kurz drüber nachdenken, sich vor Augen führen was man an ihr/ihm hat und gut ist. Mach ich also etwa so wie du es beschrieben hast. Mir hilft es sehr damit umzugehen, mich nicht so verletzt zu fühlen. Eben die Dinge nicht so persönlich bzw. als angiff zu sehen.

    @ shin*

    Das mit dem analysieren ist ein guter Tipp. Nur funktioniert das bei mir dummerweise erst Stunden später. Ich hab mir daher angewohnt sachen aufzuschreiben. Alles schwarz auf weiss, am besten in Listenform zu sehen hilft ein bissel. Aber leider nicht in der konkreten Situation. Da hilft oft nur die Flucht aus der Menschenmenge. Allein sein um einen klaren Kopf zu bekommen.

    @ sunshine

    Therapie? würde gerne, wenn ich einen Platz finde

    ____

    nochmal kurz zu mir:
    Ich nehm auch Medis. Manches erscheint mir einfacher seither, insbesondere dass meine Agressivität gesunken ist erlebe ich als unglaublich erleiternd. Gefühle... nun ja, ich habe begonnen Dinge wahrzunhemen die ich vorher noch nicht so erlebt hab. Irgendwie bin ich relaxter, das Chaos nimmt zwar Konturen an. Aber in wichtigen, mich selbst betreffenden Sachen ist es nach wie vor vorhanden.
    Eben wie bei dieser Sache mit der Zuneigung:
    Das seltsame ist, das diese Gefühle begannen kurz bevor ich mit den Medikamenten anfing, dann immer stärker wurden. Ich hatte anfangs Angst es käme von den Medis. Mittlerweile bin ich aber - zumindets was mich betrifft - sicher dass es echt ist.
    Ich hab nur irgendwie Angst dass ich doch so ein sprunghafter Typ bin. Und dann irgendwann nichts mehr empfinde. Ich stelle mir vor wie es wäre mit ihm zusammen zu sein und ihn eines Tages fallen zu lassen. Wegen meiner ADHS. Ich mag ihn nicht verletzen. Und genau das tut einfach nur weh.
    Wobei... sprunghaft kann irgendwie nicht sein: bin seit mehreren Jahren single. Eben weil ich sehr lange brauche um vertrauen zu schöpfen.
    Wie gesagt, es ist das erste mal dass ich SO empfinde. Früher war es mehr zweckdienlich... oh, da ist jemand, der ähnliche Interessen hat, man ist nicht allein und gilt in der Gesellschaft als normal *lol*. Ich dachte immer das ist Liebe. Ich wunderte mich warum ich nie sowas wie echte Zuneigung empfand. Loslassen können, sich selbst sein können, vertrauen... Heute kenne ich den unterschied. Obs mir weiterhilft, ist fraglich. Aber es ist eben so.
    Und das seit etwa einem halben Jahr. Wie es in ihm aussieht? Hier setzt wieder mein Chaos ein: Sehe ich die Dinge nur so wie ich sie sehen will und es geht ihm ähnlich - oder bild ich mir es ein. Keine Ahnung. Ich versuche es rauszufinden. Mein Herz sagt mir: ja. Mein Verstand sagt: Kannst du deinen Gefühlen trauen?
    Und ich hab einerseits Angst ihn zu verletzen. Anderereseits das beste zu verpassen.

    LG

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen

    Brainstorm zum Thema:

    meine Gefühle sind unstetig, unberechenbar wechselhaft, unzuverlässig -
    ich hasse sie dafür <- ein Gefühl, oder liebe sie dafür -> ein gegensätzliches Gefühl

    Gefühle widersprechen sich ständig;
    selbst die Gefühle für die Gefühle (=Gefühle^2?)

    für sich allein ist jedes einzelne Gefühl ultimativ und eindeutig
    zusammen betrachtet sind sie zwiespältig und verschwommen

    meine Gefühle sind wie die verdammte Heisenberg´sche Katze in ihrer dämlichen Kiste:
    bleiben uneindeutig verschwommen, solange die Kiste zu ist
    erst wenn der Deckel geöffnet wird, kollabieren sie in eindeutigen Zustand

    aber man kann nie EXAKT voraussagen, welcher Zustand das sein wird
    nur die Wahrscheinlichkeit läßt sich vorher bestimmen

    Wie fühle ich mich jetzt?

    Eigentlich fühle ich mich immer verschwommen; uneindeutig verschmiert über die Bandbreite aller möglichen Gefühle.
    Erst in dem Moment, wo ich mich frage, wie ich mich fühle entsteht EIN BESTIMMTES GEFÜHL

    Ein Schnappschuss, eine Momentaufnahme, ein augenblickliches Messergebnis
    Die Art und Weise, WIE ich mich frage, beeinflußt dabei das Ergebnis

    Die Frage lautet vielleicht: Was IST überhaupt ein GEFÜHL?

    Ich meine, bezeichnen Gefühle nur die "Grundschwingung" wie Freude, Wut, Angst, Trauer; (Lust)
    analog der Geschmäcker süß, sauer, salzig, bitter (umami ) oder auch die Kombination mit der Vielzahl von "Düften"?

    Zählen Zustände wie "sehnsüchtig", "albern", "trotzig", "verwirrt", "erschüttert", oder "hinterlistig" überhaupt zu den Gefühlen?
    Kann man sich "verpixelt" fühlen??

    Und wenn ich Einfluß darauf nehme; indem mich z.B. bewußt entscheide, ein Gefühl zu fördern,

    ihm Raum zu wachsen gewähre, es füttere, hege und pflege - oder umgekehrt,
    einem Gefühl den Boden entziehe, um es verhungern und absterben zu lassen

    -sind das dann noch "echte" Gefühle, oder ist das Selbstbetrug?

    Sind "große Gefühle", die sich überwältigend unkontrollierbar entfalten, von höherer Qualität?

    Oder sind gerade die "kleinen Gefühle", die sich langsam und häppchenweise aneinanderreihen lassen, bedeutsamer?
    Oder ist beides gleichwertig, oder bedingt einander sogar?

    Eins steht fest: Gefühle sind SPANNEND! Manchmal quälend spannend. Aber meistens anregend.

    Das unangenehmste Gefühl, das ich kenne (falls man es als Gefühl bezeichnen kann) ist Gefühllosigkeit.
    Also bin ich grundlegend schonmal froh, solange ich irgendwelche Gefühle spüren kann. Ist `ne feine Sache

    Der AUSDRUCK von Gefühlen gestaltet sich schwierig. Man sagt mir nach, ich könne mich gut ausdrücken.
    Diese Ansicht hängt wahrscheinlich davon ab, was man bezwecken will.

    Einem unklaren Bedürfnis folgend, hab ich ne Menge verschiedener Techniken erlernt, sich auszudrücken;
    mit Worten zu spielen, Bilder zu malen, Musik zu machen, u.sw.

    Mit weitgehend unbefriedigenden Ergebnissen.

    Dachte immer, das läge daran, daß es mir nicht gelingt, mich klar und deutlich genug auszudrücken.
    Daß meine Technik unzureichend sei, das Vokabular nicht genügt, mein Ausdruck nicht exakt genug beschreibt, was ich fühle.

    Inzwischen denke ich eher, daß es ziemlich einfältig war, etwas nicht-exaktes exakt beschreiben zu wollen.
    Und vor Allem am eigentlichen Ziel vollkommen vorbei geht, sich sogar immer weiter davon entfernt.

    Ich erlebe immer mehr, daß es mich umso mehr befriedigt, je unmittelbarer ich meine Gefühle in Wechselwirkung mit anderen mitteile.
    Weitgehend unabhängig davon, wie eindeutig verständlich ich mich dabei ausdrücke.

    Ironischer Weise fühle ich mich sogar oft umso besser verstanden, je ungenauer ich mich ausdrücke.
    Und daraus entwickelt sich viel mehr Austausch, Nähe und Verständnis füreinander,
    als aus dem Versuch, von Vorneherein alle Unklarheiten auszuschließen.

    Mir scheint, es spielt viel weniger eine Rolle, ob man Gefühle versteht, als daß man sie (im Zweifel auch unverstanden) gemeinsam erlebbar macht.

    So. Das war mein Wort zum Sonntag. Wat´n Monolog...
    Das ist, was mir zu diesem Thema so über die Hirnrinde flackert.

    Schätze also, ich kann Selbstunsicherheit/Mißtrauen bzgl. eigener Gefühle nachvollziehn.

    DANKE für die Anregung, darüber zu schreiben.
    JETZT fühl ich mich irgendwie erleichtert und beschwingt!

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Keine Tränen / Gefühle zeigen bei ADHS
    Von Tommy im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 52
    Letzter Beitrag: 3.01.2013, 15:49
  2. Gefühle zeigen.....
    Von xaira im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 22.09.2011, 17:04
  3. Gefühle zeigen, zulassen, wahrnehmen?
    Von Leo im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 14.09.2010, 18:58
  4. Angst davor Schwäche zu zeigen
    Von Ehem. Mitglied 15 im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 9.09.2009, 22:01

Stichworte

Thema: Unfähigkeit den eigenen Gefühlen zu trauen und Angst Gefühle zu zeigen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum