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Diskutiere im Thema Ich brauche Hilfe. im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 138

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Elend schreibt:
    Ich habe mein erstes Studium schon abgebrochen. Dann habe ich meinen Bachelor an einer FH so gerade eben geschafft und nun mache ich eben den Master. Habe nur noch 4 Prüfungen vor mir in diesem Semester und im anschließenden die Abschlussarbeit, die mir aber um ein vielfaches leichter fällt. Insgesamt studiere ich jetzt schon bald 10 Jahre, 10 Jahre die ich nahezu komplett bereue, die nicht gerade leicht waren. Soviel ist schief gelaufen, ich kann nichts mehr daran ändern, die Zeit ist aber trotzdem weg. Und die verlorene Zeit ist dabei für mich das Schlimmste.

    Wenn ich zurückblicke, dann sehe ich keine schönen oder glücklichen Momente, abgesehen von der Zeit mit meiner letzten Freundin. Aber gerade das ist zur Zeit auch sehr schmerzlich und ich werde das immer damit verbinden, dass ich das zerstört habe. Was mich ebenso traurig stimmt ist, dass es mit ihr an meiner Seite das erste mal wirklich gut in allem lief. Hinzu kommt, dass ich seit Jahren komplett sozial isoliert lebe und auch nicht wirklich sonderlich viel unternehme. Ich sehne mich danach mich irgendwo anlehnen zu können und geliebt zu werden.

    Vielleicht gehe ich morgen mal zum Uni-Psychologen oder dergleichen, wenn ich da etwas finde. Empfinde ich als weniger radikal, aber vielleicht ist das schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Irgendwas muss ich sicherlich unternehmen.
    hallo Elend,

    dazu ein paar Fragen (ich hoffe, du findest sie nicht zu vermessen)

    1. Wenn du deinen Bachelor gerade so geschafft hast, wie konntest du dich dann noch motivieren, den Master anzugehen? oder war der sozusagen das eigentliche Ziel deines Studiums und der Bachelor der mühselige Weg, den du bis dorthin nehmen musstest?

    2. Die vier ausstehenden Prüfungen sind für dich sozusagen die letzte Hürde um den Master zu machen? (du schreibst ja, dass dir die Abschlussarbeit deutlich leichter fallen wird und du dem in gewissem Maße positiv? gegenüber stehtst). Ich will da jetzt keine Werbung betreiben, aber in deinem Zustand kannst du dich auch krank schreiben lassen um erstmal etwas Luft zum Atmen zu bekommen - sicher, die Zeit ist dann weg, aber vielleicht besser etwas Zeit, als den ganzen Master zu gefährden. Deine Hochschule sollte in jedem Fall Ansprechpartner für psychologische Beratung/Betreuung haben - deinen Plan würde ich in jedem Fall umsetzten - dafür sind die da - und du bist garantiert nicht der erste mit solchen Problemen (da spreche ich aus Erfahrung).

    Keine Frage, eher eine Anmerkung: Bereuen ja, der ewige Kampf gegen sich sebst, der Blick zurück, oftmals die Wahrnehmung als Trümmerhaufen, der negative Geschmack der haften bleibt und den des positiven, des selbst errungenen erdrückt. In den Zeiten in denen es uns besonders schlecht geht kommen all diese Empfindungen besonders schwer zum tragen. Desto wichtiger ist der Wille und das Wissen, dass es eigentlich nur besser werden kann. Sicher hat die hier und da schon jemand gesagt das du auch einiges geschafft hast. Einen Bachelor macht man nicht einfach nebenbei - ich lese in diesen Dingen immer von gestörter Selbstwahrnehmung (und würde für mich persönlich auch zustimmen "wollen").

    3. Das Klammern an der Vergangenheit - ich komme von ihr auch nicht los - hoffe, dass ich mit der Zeit einen gesunden Abstand finden kann. Was ist denn zwischen euch vorgefallen, dass du dir die Schuld an eurer Trennung gibst? (wenn zu schmerzlich, bitte ignoriere diese Frage)

    4. Was meinst du mit "komplett isoliert" leben? Für mich klingt es so, als ob du dich in deiner Wohnung verschanzt, niemanden besuchst oder hereinlässt und auch nur in der größten Notwendigkeit nach draußen gehst (hab ich eine Zeitlang während des Studiums so gemacht - ich könnte "das da draußen" nicht länger ertragen - deine Beweggründe könnten ja etwas anders liegen.

    Entschuldige die Neugierde - ich habe einiges an deinem Verhalten auf mich projizieren können.

    In jedem Fall, geh der Sache mit dem Psychologen nach - wenn er/sie gut ist, wird dir geholfen - wenn nicht, dann gibt es auch noch andere - es ist, wie du schon schreibst ein Schritt in die Richtige Richtung.

    MfG
    Chaoticus

  2. #32
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Das ist eine gute Idee, Elend.
    Die verlorene Zeit ist so ein Thema. Immer wieder.
    Aber ist die vergangene Zeit denn nicht stets "verloren" in dem Sinn, daß sie einfach vergangen ist?
    Du lebst doch im Heute und hast noch die Zukunft.
    All die Gefühle die du gerade hast und empfindest sind natürlich real.
    Die kann man nicht so einfach ausradieren. Das wäre vielleicht auch nicht der Sinn der Sache.
    Sich nach Geborgenheit sehnen. Das ist ein sehr starkes Gefühl.
    Ich hoffe, der UNI-Psychologe kann dir ein bisschen helfen.
    Und daß du ein wenig die Kraft findest, dir zu helfen.

    LG --hirnbeiß--

  3. #33
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Warum spielt die verlorene Zeit so eine große Rolle ?

    Konntest Du einen Test machen, der Deine Begabungen zeigt !?

    Dann siehst Du, was Du einfach so machen kannst,

    was nicht so schrecklich anstrengend ist, sondern leicht fällt-

    herzlich gruß aus dem taunus

    gerard

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Chaoticus schreibt:
    1. Wenn du deinen Bachelor gerade so geschafft hast, wie konntest du dich dann noch motivieren, den Master anzugehen? oder war der sozusagen das eigentliche Ziel deines Studiums und der Bachelor der mühselige Weg, den du bis dorthin nehmen musstest?
    Hat sich mehr oder weniger so ergeben, allerdings ist es auch so, dass in meinem recht spezialisierten Ingenieurstudiengang ein Bachelor im Grunde nicht ausreichend ist. Selbst ein Master ist da nicht viel wert und der angestrebte Abschluss ist die Promotion. Da ich allerdings in der Arbeit sehr gut zurecht komme und mir das wissenschaftliche Arbeiten liegt, sollte das nicht zwingend ein Problem darstellen.

    Die Probleme im Bachelor waren, dass ich eine Prüfung eigentlich endgültig nicht bestanden habe, mir dann aber noch glücklicherweise ein weiterer Versuch eingeräumt wurde. Eine weitere Prüfung lief ebenso eher schlecht. Insgesamt hat sich dadurch aber auch die Studienzeit verlängert. Im Master lief es bisher eigentlich recht unkompliziert. Das schlimme ist die Prüfungsvorbereitung, nicht einmal die Prüfung selbst. Damit komme ich überhaupt nicht mehr zurecht. Ich bin derzeit sofort überfordert und blockiere vollkommen. Diesmal noch schlimmer als früher, weil mir auch der Rückhalt durch meine Freundin fehlt.

    Chaoticus schreibt:
    2. Die vier ausstehenden Prüfungen sind für dich sozusagen die letzte Hürde um den Master zu machen? (du schreibst ja, dass dir die Abschlussarbeit deutlich leichter fallen wird und du dem in gewissem Maße positiv? gegenüber stehtst). Ich will da jetzt keine Werbung betreiben, aber in deinem Zustand kannst du dich auch krank schreiben lassen um erstmal etwas Luft zum Atmen zu bekommen - sicher, die Zeit ist dann weg, aber vielleicht besser etwas Zeit, als den ganzen Master zu gefährden. Deine Hochschule sollte in jedem Fall Ansprechpartner für psychologische Beratung/Betreuung haben - deinen Plan würde ich in jedem Fall umsetzten - dafür sind die da - und du bist garantiert nicht der erste mit solchen Problemen (da spreche ich aus Erfahrung).
    Genau, die letzten vier Prüfungen sind die letzte Hürde. Wobei wie oben beschrieben nicht einmal die Prüfungen an sich sind, sondern eher die Vorbereitungsphase die mich vollkommen überfordert. Ich denke, dass das an meinen schlechten Erfahrungen durch die Prüfungen insgesamt kommt. Hinzu kommt, dass die Erwartungen die ich an die Ergebnisse meiner Prüfungen stelle selten erfüllt werden. Dabei stehe ich wohl mit einem Schnitt von insgesamt 2.3 nicht so schlecht da, ist aber deutlich hinter meinen viel zu hohen Erwartungen. Mit meinem Ritalin bin ich auch eigentlich ganz ordentlich eingestellt, mal sind die Nebenwirkungen stärker, mal schwächer, abgesehen davon passt das von der Wirkung ganz gut.

    Chaoticus schreibt:
    3. Das Klammern an der Vergangenheit - ich komme von ihr auch nicht los - hoffe, dass ich mit der Zeit einen gesunden Abstand finden kann. Was ist denn zwischen euch vorgefallen, dass du dir die Schuld an eurer Trennung gibst? (wenn zu schmerzlich, bitte ignoriere diese Frage)
    Ich habe halt die Trennung ausgesprochen. Der Grund dafür war, dass ich mich vernachlässigt, immer weniger geliebt gefühlt habe und mich da immer weiter reingesteigert habe. Obwohl das wohl eigentlich gar nicht so gravierend war und die Phase wäre auch vorübergegangen. Aber nun hat sie seit kurzer Zeit jemand neuen an ihrer Seite. Hatte eigentlich die stille Hoffnung das es noch etwas mit uns werden würde und dafür hatte ich noch an etwas gearbeitet.

    Ohne große soziale Kontakte und da ich Frauen aus einer Vielzahl an Gründen auch eher schüchtern gegenüber eingestellt bin, fällt es mir auch entsprechend schwer jemand neuen zu finden. Zwischen meinen letzten Beziehungen langen immer größere Zeitspannen. Das macht es zusätzlich schwer über diese Trennung hinwegzukommen.

    Chaoticus schreibt:
    4. Was meinst du mit "komplett isoliert" leben? Für mich klingt es so, als ob du dich in deiner Wohnung verschanzt, niemanden besuchst oder hereinlässt und auch nur in der größten Notwendigkeit nach draußen gehst (hab ich eine Zeitlang während des Studiums so gemacht - ich könnte "das da draußen" nicht länger ertragen - deine Beweggründe könnten ja etwas anders liegen.
    So sieht es so ziemlich aus. Außer 5 Vorlesungen/Übungen á 90 Minuten die Woche, gehe ich für gewöhnlich noch einmal einkaufen. Ansonsten mache ich nicht wirklich etwas. Die letzten Tage war ich hier und da mal noch draußen, etwas frische Luft schnappen, aber natürlich ohne zwischenmenschliche Kontakte. Gründe dafür kann ich eigentlich nicht einmal nennen.

    Mit meinen Kommilitonen komme ich nicht klar, sind auch nur eine handvoll. Sind einfach nicht mein Fall. Ich habe aber auch einfach kein großes Interesse mehr an "Socializing". Alleine irgendwohin zu gehen und vielleicht irgendwo jemanden kennen zu lernen ist auch nicht so mein Fall. Abgesehen von Videospielen habe ich keine Hobbies, wodurch sich auch keine Kontakte ergeben., da man dies ja nun auch eher im stillen Kämmerlein macht. Habe auch nicht das Interesse mich irgendwo zu engagieren, sportlich, universitär oder dergleichen.

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Ich brauche Hilfe.

    gerardtaunus schreibt:
    Warum spielt die verlorene Zeit so eine große Rolle ?
    Warum die verlorene Zeit für mich so eine übergeordnete Rolle spielt kann ich gar nicht einmal wirklich in Worte fassen. Mag damit zusammenhängen, dass ich dieses Jahr 30 werde. Damit haben ja schon manche "normalen" Menschen ihre Probleme. Mag aber auch daran liegen, dass ich einfach nicht mit dem was bisher in meinem Leben passiert ist zufrieden bin. Ich bin auch mit dem aktuellen Zustand nicht zufrieden und was die Zukunft bringt ist immer ungewiss. Bisher ist noch nichts wirklich nach einem großen Plan verlaufen und wenn, dann ist er nicht aufgegangen. Von daher lasse ich mich immer wieder "gerne" von dem was kommt überraschen.

    gerardtaunus schreibt:
    Konntest Du einen Test machen, der Deine Begabungen zeigt !?
    Nach meinem ersten Studium habe ich mich mit einer privaten Berufsberaterin zu mehreren Sitzungen getroffen. Da habe ich dann verschiedene Tests gemacht und es kam etwas dabei raus. War alles eigentlich nicht wirklich meines und alles irgendwie forschungsorientiert. Letztendlich bin ich aber doch eher in der Forschung gelandet. Mag Zufall sein, ich weiß es nicht. War jedoch nicht so wirklich geplant.

    IQ-Tests und dergleichen habe ich auch ein paar über mich ergehen lassen müssen. Habe mit Ausnahme von einem allerdings kein Ergebnis zu Gesicht bekommen und dieser war eher eine Spielerei. Frage mich eigentlich bis heute wieso. Allerdings scheint alles eher auf einen überdurchschnittlichen IQ hinzuweisen. Bin jedoch nahezu unfähig Dinge einfach auswendig zu lernen, Zusammenhänge oder auf Wissen zu lernen liegt mir erheblich besser. Meist muss ich aber eine Antwort sofort "sehen". Ich kann nicht wirklich über ein Problem "direkt" nachdenken, entweder kommt eine Idee unkoordiniert zu einem späteren Zeitpunkt, gar nicht oder ich weiß irgendwie einfach die Lösung beziehungsweise den Lösungsweg. Das alles kann aber oftmals auch in Sackgassen enden, weil mir mein Kopf einen Streich spielt.

  6. #36
    Ani


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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Hey Elend,

    Ich möchte gerade mal anmerken wie klasse ich es finde, dass du dich hier / uns öffnest. Ich glaube auch, dass sich hier einige sehr stark mit dir und deinen Gefühlen identifizieren können. Das ist ein wichtiger Beitrag für (hoffentlich) dich und alle anderen (mich mit eingeschlossen). Danke für deinen Mut!


    Auch ich habe noch eine Frage zu der Isolation, wenn ich darf:


    War das schon immer so mit der Isolation? Oder wirklich erst seit deinem Studium?


    LG Ani

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Ani schreibt:
    Ich möchte gerade mal anmerken wie klasse ich es finde, dass du dich hier / uns öffnest. Ich glaube auch, dass sich hier einige sehr stark mit dir und deinen Gefühlen identifizieren können. Das ist ein wichtiger Beitrag für (hoffentlich) dich und alle anderen (mich mit eingeschlossen). Danke für deinen Mut!
    Vielen Dank. Ich hoffe auch, dass es mir hilft, das bleibt allerdings noch abzuwarten. Es ist aber auf jeden Fall schon einmal etwas anderes hier etwas zu schreiben als dies gedanklich mit sich selbst auszumachen. Ich habe die (traurige) Angewohnheit mit mir selbst in Gedanken Gespräche zu führen. Dabei stelle ich mir irgendwelche Situationen mit unterschiedlichen, nicht festen aber passenden Gesprächspartnern vor, führe dann aber eher Monologe.

    Ani schreibt:
    War das schon immer so mit der Isolation? Oder wirklich erst seit deinem Studium?
    Schwierige Frage. Eigentlich nicht, nein. Tendenziell vielleicht schon. Ich habe mich aber immer mehr zurückgezogen in den vergangenen Jahren. Sicherlich dadurch geprägt was mir so widerfahren ist. Ich hatte eigentlich immer irgendwelche Menschen um mich herum, habe mich aber unbewusst immer weiter von allen distanziert.

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 138

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Elend schreibt:
    Hat sich mehr oder weniger so ergeben, allerdings ist es auch so, dass in meinem recht spezialisierten Ingenieurstudiengang ein Bachelor im Grunde nicht ausreichend ist. Selbst ein Master ist da nicht viel wert und der angestrebte Abschluss ist die Promotion. Da ich allerdings in der Arbeit sehr gut zurecht komme und mir das wissenschaftliche Arbeiten liegt, sollte das nicht zwingend ein Problem darstellen.

    Die Probleme im Bachelor waren, dass ich eine Prüfung eigentlich endgültig nicht bestanden habe, mir dann aber noch glücklicherweise ein weiterer Versuch eingeräumt wurde. Eine weitere Prüfung lief ebenso eher schlecht. Insgesamt hat sich dadurch aber auch die Studienzeit verlängert. Im Master lief es bisher eigentlich recht unkompliziert. Das schlimme ist die Prüfungsvorbereitung, nicht einmal die Prüfung selbst. Damit komme ich überhaupt nicht mehr zurecht. Ich bin derzeit sofort überfordert und blockiere vollkommen. Diesmal noch schlimmer als früher, weil mir auch der Rückhalt durch meine Freundin fehlt.

    Genau, die letzten vier Prüfungen sind die letzte Hürde. Wobei wie oben beschrieben nicht einmal die Prüfungen an sich sind, sondern eher die Vorbereitungsphase die mich vollkommen überfordert. Ich denke, dass das an meinen schlechten Erfahrungen durch die Prüfungen insgesamt kommt. Hinzu kommt, dass die Erwartungen die ich an die Ergebnisse meiner Prüfungen stelle selten erfüllt werden. Dabei stehe ich wohl mit einem Schnitt von insgesamt 2.3 nicht so schlecht da, ist aber deutlich hinter meinen viel zu hohen Erwartungen. Mit meinem Ritalin bin ich auch eigentlich ganz ordentlich eingestellt, mal sind die Nebenwirkungen stärker, mal schwächer, abgesehen davon passt das von der Wirkung ganz gut.
    Die Anforderungen, die du damit an dich stellst sind natürlich nicht ohne. Du hast das bisher trotz aller Widrigkeiten durchgehalten, das zeigt auch wie wichtig dir dein Anschluss ist, wie sehr du darum kämpfst - jetzt auch diese letzte, sicher verdammt hohe Hürde zu nehmen.
    Das die deine Freundin als Rückhalt (und auch so) fehlt ist natürlich traurig und ein Rückschlag. Ebenso der Rückzug in die Isolation - das entfernt dich wieder von deinem Ziel.

    Ich war vor einer Weile (zumindest was die Isolation betrifft) auch in dieser Situation - vor den Prüfungen ging nichts mehr - ich konnte einfach nicht mehr. Doch ich musste auch etwas tun - ich hätte mich so unendlich geärgert wenn ich es mir aus "Selbstverschulden" verbockt hätte. Ich habe mich also (nach ewig vorkommenden Zweifeleien) hingesetzt und stur alles durchgelesen, und zwar laut und dabei in mein Mikro gesprochen. Ich habe mir alles aufgezeichnet und das mehrfach wiederholt und immer wenn ich unterwegs war, wenn ich Zeit hatte, beim abspülen oder selbst als ich am PC saß habe ich mir immer wieder alles angehört und mich selbst dabei korrigiert. Ich weiß heute nichts mehr von diesem Inhalt, aber die Prüfungen habe ich bestanden. Das funktionierte aber auch nur, weil der Stoff stur auswendig lernbar war (kein Mathe, Physik etc.). Ich muss dazu sagen, dass mir das Auswendiglernen auch nicht sonderlich liegt.

    Gibt es niemanden in deinem Umfeld der zumindest Zeit hat anwesend zu sein und wenigstens so tun kann als ob er dir zuhört wenn du den Prüfungsstoff durchgehst? Zum Thema Ritalin und lernen kann ich nichts sagen - warte noch auf einen entsprechenden Termin. Die Depressionen als Komorbität müssen dringend behandelt werden.

    Elend schreibt:
    Ich habe halt die Trennung ausgesprochen. Der Grund dafür war, dass ich mich vernachlässigt, immer weniger geliebt gefühlt habe und mich da immer weiter reingesteigert habe. Obwohl das wohl eigentlich gar nicht so gravierend war und die Phase wäre auch vorübergegangen. Aber nun hat sie seit kurzer Zeit jemand neuen an ihrer Seite. Hatte eigentlich die stille Hoffnung das es noch etwas mit uns werden würde und dafür hatte ich noch an etwas gearbeitet.

    Ohne große soziale Kontakte und da ich Frauen aus einer Vielzahl an Gründen auch eher schüchtern gegenüber eingestellt bin, fällt es mir auch entsprechend schwer jemand neuen zu finden. Zwischen meinen letzten Beziehungen langen immer größere Zeitspannen. Das macht es zusätzlich schwer über diese Trennung hinwegzukommen.
    Die Einsamkeit ist manchmal schwer zu ertragen, manchmal war sie auch mein bester Freund. Soziale Kontakte haben mich stets angestrengt, ich konnte sie auf Dauer nicht ertragen und tue mich auch noch heute sehr schwer damit. Vor meiner jetzigen Freundin hatte ich eine "Pause" von fast 10 Jahren, keinerlei Beziehung, keine Nähe, kein Austausch. Menschen in direktem Kontakt sind für mich anstrengend, selbst in einer Beziehung in der ich mich endlich "zumeist" wohl fühle.

    Elend schreibt:
    So sieht es so ziemlich aus. Außer 5 Vorlesungen/Übungen á 90 Minuten die Woche, gehe ich für gewöhnlich noch einmal einkaufen. Ansonsten mache ich nicht wirklich etwas. Die letzten Tage war ich hier und da mal noch draußen, etwas frische Luft schnappen, aber natürlich ohne zwischenmenschliche Kontakte. Gründe dafür kann ich eigentlich nicht einmal nennen.

    Mit meinen Kommilitonen komme ich nicht klar, sind auch nur eine handvoll. Sind einfach nicht mein Fall. Ich habe aber auch einfach kein großes Interesse mehr an "Socializing". Alleine irgendwohin zu gehen und vielleicht irgendwo jemanden kennen zu lernen ist auch nicht so mein Fall. Abgesehen von Videospielen habe ich keine Hobbies, wodurch sich auch keine Kontakte ergeben., da man dies ja nun auch eher im stillen Kämmerlein macht. Habe auch nicht das Interesse mich irgendwo zu engagieren, sportlich, universitär oder dergleichen.
    Da du schon die Spiele ansprichst, ein Trost, eine Ablenkung, eine Stimulation... Du spielst nicht zufällig (auch) MMOPRGs? Ich habe sehr viele Lebenszeit damit verbracht diese Spiele (größtenteils alleine) zu spielen. Flucht, Trost und Fluch zugleich. Zeitfresser aber auch beruhigend.

    Desto schneller du das Gespräch mit dem Psychologen suchst, desto besser - lieber nicht auf die lange Bank schieben. Schon alleine die Initiative und der Kontakt können ein bisschen Befreiung sein.

    MfG
    Chaoticus

  9. #39
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Chaoticus schreibt:
    Die Anforderungen, die du damit an dich stellst sind natürlich nicht ohne. Du hast das bisher trotz aller Widrigkeiten durchgehalten, das zeigt auch wie wichtig dir dein Anschluss ist, wie sehr du darum kämpfst - jetzt auch diese letzte, sicher verdammt hohe Hürde zu nehmen.
    Das die deine Freundin als Rückhalt (und auch so) fehlt ist natürlich traurig und ein Rückschlag. Ebenso der Rückzug in die Isolation - das entfernt dich wieder von deinem Ziel.
    Eigentlich ist mir der Abschluss ziemlich egal. Ich habe oft überlegt, ob es mir nicht besser gehen würde, wenn ich etwas einfaches gelernt hätte oder machen würde. Aber wie sagt man so schön, mit gehangen mit gefangen. Das "Selbstverschulden" ist dabei aber ein gutes Stichwort. Aber sicherlich auch durch den Leistungsdruck durch meine Eltern.

    Chaoticus schreibt:
    Gibt es niemanden in deinem Umfeld der zumindest Zeit hat anwesend zu sein und wenigstens so tun kann als ob er dir zuhört wenn du den Prüfungsstoff durchgehst?
    Weder was Prüfungen angeht, noch sonst. Bin mit jedem Studiengang umgezogen und bin zu weit weg von der Heimat, wo ich zumindest noch Freunde (derweil eher flüchtige Bekannte) hätte.

    Chaoticus schreibt:
    Die Einsamkeit ist manchmal schwer zu ertragen, manchmal war sie auch mein bester Freund.
    Alleine zu sein macht mir vergleichsweise wenig aus, auch über längere Phasen. Aber die Einsamkeit macht mich fertig. Insbesondere jetzt in Verbindung mit Liebeskummer.

    Chaoticus schreibt:
    Da du schon die Spiele ansprichst, ein Trost, eine Ablenkung, eine Stimulation... Du spielst nicht zufällig (auch) MMOPRGs? Ich habe sehr viele Lebenszeit damit verbracht diese Spiele (größtenteils alleine) zu spielen. Flucht, Trost und Fluch zugleich. Zeitfresser aber auch beruhigend.
    Ja, hab ich auch gespielt. World of Warcraft sicherlich am Intensivsten mit geschätzt 300 Tagen im Spiel innerhalb von drei Jahren. Habe ich aber mit aufgehört, nachdem meine vorherige Freundin, die ich in dem Spiel kennengelernt habe, verunglückt ist. Derweil spiele ich nur noch Offline-Spiele.

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Ich brauche Hilfe.

    Mir ist heute endlich etwas bewusst geworden, eigentlich etwas triviales, etwas das man laufend gesagt bekommt, aber erst wenn man dies selbst wirklich für sich erkennt, dann weiß man was dies eigentlich bedeutet. Mir ist heute klar geworden, dass ich die Schuld für alles Mögliche immer nur bei anderen suche und ich mich nur hinter meinem ADS verstecke. Es war mir unmöglich die Schuld in meinem eigenen Handeln zu sehen. Entweder habe ich jemand anderen dafür verantwortlich gemacht oder gesagt, dass dieses oder jenes so passiert ist, weil ich ADS habe. Das ist ein wundervolles Gefühl und in gewisser Weise eine richtige Befreiung.

    Ich habe mir selbst teilweise vollkommen abstruse, aber für mich glaubhafte, Gedankenkonstrukte zusammengeschustert, nur um mir selbst nicht die Schuld an irgendetwas einzugestehen. Wenn diese Konstrukte zu bröckeln begannen, ging es mir schlecht und ich habe gegebenenfalls meinen Frust an anderen ausgelassen, bis ich meinen Schutzwall wieder errichtet habe. Wenn meine Welt so wie letzte Woche vollkommen erschüttert wurde, bin ich absolut und gar nicht mehr klar gekommen, vermutlich, weil ich in diesen Momenten mit der Realität konfrontiert wurde. Dies ist aber relativ selten passiert und hat nun mit dieser Erkenntnis hoffentlich auch ein Ende.

    Durch wahlloses lesen hier in diesem Forum habe ich gelernt, dass man aktiv etwas dagegen machen kann und dies auch machen muss! Im Gegensatz zu vielen anderen, die hier beschreiben, dass sie sich in den Symptomen wieder erkennen, dass sie sich nach der Diagnose befreit gefühlt haben oder dergleichen, habe ich mir von Anfang an nur eingeredet, dass alles so gelaufen ist, weil ich ADS habe. Aber mehr als Methylphenidat habe ich nicht genommen, ich habe es nicht einmal in Erwägung gezogen eine begleitende Therapie zu machen. Sicherlich könnte man dem Arzt der die Diagnose gestellt hat oder meiner Mutter, die beruflich mit AD(H)S Patienten zu tun hat, einen Vorwurf machen, dass ich falsch betreut wurde, aber davon möchte ich an dieser Stelle Abstand nehmen. Einerseits möchte ich nicht direkt in alte Muster verfallen, andererseits hätte ich die (nötige) Hilfe zu diesem Zeitpunkt vielleicht auch gar nicht angenommen/annehmen können.

    Dennoch muss ich sagen, dass mir nur die Medikamente geholfen oder mich zumindest unterstützt haben. Ich bin deutlich strukturierter und organisierter, so kann ich beispielsweise meinen Haushalt selbstständig führen und für mich sorgen. Es ist eigentlich immer ordentlich bei mir. Ich benutze einen Terminplaner in meinem Smartphone um mich zu organisieren. Ich erledige wichtige Behördengänge oder ähnliches. Und vieles mehr. Vielleicht nicht in hundertprozentiger Konsequenz und nicht alles sofort, aber dies sind Dinge, die ich vorher überhaupt nicht konnte. Und dies sogar ohne mein Ritalin eingenommen zu haben! Aber dies sind auch Sachen die ich mir auch selbst erarbeiten musste.

    Unter anderem war es das, was mir diese Erkenntnis beschert hat. So wie ich gegen diese Probleme vorgegangen bin und sie überwunden habe, so kann ich auch etwas gegen die anderen Probleme unternehmen. Ich darf mich nicht länger verstecken und ich darf nicht länger die Schuld bei anderen suchen. Dieses mal möchte ich es aber nicht alleine versuchen, sondern ich werde mir mindestens Hilfe in Form einer Psychotherapie suchen. Es ist mir bewusst, dass dies kein leichter Weg wird und ich nichts von heute auf morgen erzwingen kann. Vollständig realisiert habe ich das aber sicherlich noch nicht und es werden auch erneute Rückschläge auf mich warten. Gerade bin ich aber voller Zuversicht, und das war ich weiß Gott schon lange nicht mehr, dass ich diese auch überstehen werde.

    Meine nahezu überschwängliche Euphorie, die dadurch hervorgerufen wird, hat allerdings auch den einen oder anderen Haken. Einerseits hoffe ich, dass ich die Motivation und die Konsequenz dafür aufrecht erhalten kann und dies nicht wieder nur das Leben zwischen den Extremen ist. Aber ich habe noch ein anderes Problem, vielleicht eher ein ethisches, und dabei hadere ich mit mir und würde euch gerne um Rat bitten - auch wenn dies nichts mit AD(H)S zu hat.

    Es geht, wie könnte es anders sein, um meine Ex-Freundin. Ich möchte sie zurückgewinnen. Im Zuge der Erkenntnis sind mir heute noch ein paar andere Dinge bewusst geworden, nämlich was ich eigentlich will. Sicherlich wollte ich sie auch schon vorher zurück haben, konnte dies aber nicht äußern und ich denke, dass dies daran lag, weil ich die falschen Beweggründe dafür hatte. Ich habe ihr nun einen vier Seiten langen handschriftlichen Brief geschrieben, der gerade vor mir liegt. Zusammengefasst beschreibe ich darin was mir heute bewusst geworden ist, was ich in nächster Zeit vorhabe und ich mir wünschen würde, dass wir es noch einmal zusammen versuchen und auch weswegen.

    Das große Problem dabei ist, dass unsere Trennung nun schon ungefähr drei Monate zurück liegt und sie wohl seit etwa 14 Tagen eine neue Beziehung eingegangen ist. Mein Plan wäre es mich schnellstmöglich, zum Beispiel an diesem Wochenende, mit ihr zu treffen, mit ihr zu reden und ihr den Brief zu überreichen. Aber ich frage mich, ist das wirklich in Ordnung? Muss ich in den sauren Apfel beißen, die Konsequenzen tragen und sie gehen lassen? Darf ich das Risiko überhaupt eingehen?

    Ich persönliche würde dies gerne machen, lieber jetzt als gleich, vielleicht kann ich jetzt noch etwas retten, ansonsten werde ich das sicherlich später bereuen...

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