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Diskutiere im Thema ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 134

    Frage ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Ich habe große Probleme mit der Gesellschaft der Normalos.

    Ich stoße ständig auf Abwehr, werde nicht für Voll genommen und oftmals belächelt.

    Ich diskutiere mit Lehrern und habe das Gefühl, gegen die Wand zu reden.

    inzwischen ist es so schlimm geworden, daß ich fast nur noch zu Hause hocke und mich total von der Außenwelt isoliert habe, obwohl ich eigentlich kein Stubenhocker bin.

    Mich würde mal interessieren, wie andere ADHS-ler die Gesellschaft erleben und was Ihr tut, um akzeptiert zu werden.



    LG Franca

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 264

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Mmhh, schwierige Frage. Ich denke jeder ist da wieder anders und geht da anders mit um, wenn die Umgebung in der Art und Weise reagiert wie du es beschreibst. Gibt es Möglichkeiten das du dir Leute suchst die dir ähnlich sind, so dass du aus dem Kontakt heraus Selbstbewusstsein ziehen und es in deinen beschriebenen Situationen anwenden kannst?? Und die Diskussionen mit deinen Lehreren - in welchen Situationen ergibt sich das Diskutieren?? Achte mal darauf und versuch dich von denen nicht "ärgern" zu lassen, indem du dich auf einen Schlagabtausch einlässt.

  3. #3
    hirnbeiß

    Gast

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Na Franca. Das klingt ja nicht so gut.
    Wie ich mein ADHS-Dasein empfinde? Am ehesten würde ich mich selbst als den größten Stolperstein bezeichnen.
    Unfähig die notwendigsten Dinge an seinen Ort zu stellen und dort zu belassen.
    Da wo ich bin, da ist das Chaos perfekt. Ich bringe es fertig mit einer unkontrollierten Handbewegung den Mond
    vom Himmel fallen zu lassen. Daß dies noch nicht wirklich passiert ist das habe ich meinen schnellen Reaktionen zu vedanken.
    "Was hast du gerade gesagt?"..hundert mal am Tag die gleiche Frage von mir an meine Mitmenschen.
    Und wenn ich dann Brot backe, dann habe ich echt Glück, daß der Automat weiß was er zu tun hat.
    Wie andere mich erleben? Kennst du den Spruch an den Bunkertüren, die mit Dynamit gefüllt sind?
    Wenn ich gute Ideen habe und andere mitnehmen will, um diese Umzusetzen, dann...*zzzischhhh...*
    HALLO!...wech isser..
    Ich habe den Ruf eines Metheoriten, der die Erde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht verfehlen wird.
    Zu Hause, alleine. Da fühle ich mich wohl. Da hat einzig die Zeit Angst und verdrückt sich vorsichtshalber.
    Was ich tue um akzeptiert zu werden?
    Nichts besonderes.
    Ich nehme die Menschen wie sie sind. Ich glaube, das spüren sie und so mancher nimmt seinen Stock weg
    und berührt mich tatsächlich vorsichtig mit der Hand...
    ..ein erster Schritt..und wir lächeln..

    LG --hirnbeiß--

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 134

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    hallo Cassie und Hirnbeiß,
    leider wohne ich in einem Dorf, indem das Glück wohnt.
    Zumindest wird hier so getan.
    In der Grundschule werden Kinder mit ADHS und Asperger (es gibt zwei) geheim gehalten. Das Tema existiert nicht, wird einfach wegignoriert, da es das Ansehen des Dorfes stören könnte.
    Die Mutter vom Asperger Kind spielt das Spiel mit.
    Ich habe leider den fehler gemacht, es offen auszusprechen, da meine kleine viele Probleme mit Hänseleien hat. Auch den lehrern habe ich versucht, die Problematik zu erklären.
    Das war ein gaaaanz großer fehler. Sie fühlen sich jetzt bevormundet oder so, keine Ahnung.
    Auch ich nehme jeden so an, wie er ist, nur sie nehmen mich nicht so, wie ich bin. Jeder will mich verändern..Ich weiß nicht mehr, was richtig ist.
    Soll ich offen zum ADHS stehen oder es lieber verbergen, dann fühle ich mich aber nicht wohl.

  5. #5
    hirnbeiß

    Gast

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Steh zu den Dingen, die du für richtig hältst. Alles andere macht auf Dauer krank.

    LG --hirnbeiß--

  6. #6
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Hallo Franca,

    ich verstehe Dein Problem. Auch wenn ich jetzt klugscheiß und einfach sage, nicht wir sind das Problem, sondern die Gesellschaft macht ein Problem, wo keins ist.

    Etwas, das außer der Norm läuft, oder jemand der sich anders verhält wird nur bedingt akzeptiert und anerkannt. Manchmal hab ich den Eindruck, dass man es bewusst demjenigen schwer macht. Wie wenn man eine Prüfung durchlaufen müsse, um der Gesellschaft irgendwann entsprechen zu können.

    Aufgrund mangelnder Kenntnisse unserer Gesellschaft zur ADHS und ungleichmäßig im Verhältnis stehenden Vorurteilen halte ich mich auch sehr bedeckt, was das Outing betrifft.. Es ist schon ein Unding, wenn man zum Psychiater geht. Psychiater bedeutet bei vielen Arzt für Bekloppte. In einem kleinen Ort - in so einem wohne ich auch - wird sich dann gern das Maul drüber zerrissen. Wahrscheinlich, weil man von seinen eigenen Belangen ablenken will,um nicht selbst im Rampenlicht zu stehen oder weil der Horizont arg beschränkt ist und nicht übers Ortsausgangsschild hinaus reicht.

    Hast Du ne Möglichkeit umzuziehen? Andere Schule? Größere Stadt? Bzw... hast Du die Kraft dazu??? Mir hat das damals geholfen - war ich noch ohne Kind. Ich war in dem kleinen Kaff -neu zugezogener Ossi im katholischen Dorf, die hauptsächlich mit Männern arbeitet im Außendienst - als Boxenluder verschrien, die es mit jedem treibt, keine Miete zahlt und eine Hexe sei.. Weil ich rote Haare hatte.. Meine Mietzahlungen konnte ich mit Belegen nachweisen und ich zog dort knall auf Fall weg, arbeitete aber weiter in diesem Kaff.. ich bekam aber nicht mit, was man sagte und wenn, dann wusste ich, die brauchens, weil sie anders nicht können. ABER!!! Mein Lebensmittelpunkt hat sich verlagert.. Ich nahm das Gerede nicht mit nach Hause.. dadurch ging es mir schnell besser... Vielleicht wäre das für Dich eine Option..

    LG Schnubbel

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 85

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Die Gesellschaft war für mich Jahrelang ein riesen Problem!

    Nicht nur das ich öfter anders Wahr genommen wurde und ich die anderen selber anders wahr nahm war es so, das die Gesellschaft bei allem was aus dem Rahmen fällt
    sprich: "Fische die nicht mit dem Strom Schwimmen" mich so sahen... Wie eine Ausserirdische
    Automatisch fällt man dann auch auf, so auch ich.
    Da mich das eines Tages nicht nur richtig Angewidert hatte, das ich Ausgegrenzt und oder Abgestempelt wurde, sondern die Tatsache das ich mich Hilflos gefühlt hatte anders zu sein und nichts dafür zu können.
    Ich habe das nicht gewollt und mich hat auch keiner gefragt ob ich ADHS haben will.

    Der Teufelskreis war schrecklich für mich.

    Ständig wusste ich bei bestimmten Personen vom Verhalten her, das sie mich nicht verstehen würden und selbst wenn ich nicht Vorverurteilten wollte und mir die Mühe machte und Chancen verteilte, kam ich wieder auf das Hauptproblem zurück.
    Denn meistens hatte ich recht und die waren wie ich es schon erlebt hatte.

    So Akzeptiert zu werden wie man als Mensch ist, egal ob Hübsch oder Hässlich, Reich oder Arm.

    Einem Behinderten dem 1 Bein fehlt wird es angesehen das er eine Einschränkung hat aber mit ADHS steht Dir das nicht auf der Stirn geschrieben was mit einem los ist.
    Manche sind sowas von überdreht Dank dem Hyperaktiven, das es selbst für mich schwer wird damit umgehen zu können.
    Auch wenns welche oder keine Extreme sind, wo ist das Problem das man aus dem Rahmen fällt?
    NUR weil man anders ist, gehört man zur Minderheit als hätte man die Pest.

    Arbeitgeber, sogar Hausärzte, vermeintliche Freunde, ARGE, Bekannte usw. die ganze Bandbreite der Gesellschaft gehört dazu.

    Eines Tages hatte ich die Nase richtig voll!
    Ich war es regelrecht Leid gewesen mir andauernd Weh tun zu lassen, ob die Leute das Bewusst oder Unbewusst taten spielte für mich keine Rolle, irgendwann ist jedes Maß voll.

    Habe dann Quasi es mir Reingehämmert in mein Hirn, das solche Leute mich Kreuzweise am Popo Küssen dürfen!
    Denn ändern kann und will ich es alleine nicht, dafür ist mir meine Energie zu wichtig.
    Und manche Oberflächlichen "Ich bin eine Tunnel-Person" die immer nur sich und ihr Sichtfeld sehen und nicht sehen und fühlen was um sie herum geschieht (Neben dem Tellerrand) solche Leute lasse ich Links liegen.
    Habe etliche Freundschaften dafür hingeworfen, denn echte Freunde hätten mir beigestanden, von daher wars nicht so schlimm dann den Abschuss zu tätigen.

    Und seit dem geht es mir sehr gut!


    Was Interessiert mich das Problem einer sog. Freundin wenn ihre Frisur nicht richtig sitzt.
    Oder was Interessiert es mich wenn eine Person am Jammern ist, weils Essen nicht schmeckt.

    Dessen Sorgen möcht ich echt gern mal haben und Tausche auch gerne mit meinen.
    Geändert von Grüne-Blume (15.01.2012 um 21:07 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 134

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    uau, besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
    ich lese Deinen bericht und sehe mich im Spiegel.
    ich nehme immer das Beispiel eines Behinderten, der im Rollstuhl sitzt. jeder würde ihm helfen und niemand würde sagen: stell Dich nicht so an und laufe".
    Aber ADHS......Jeder sagt, er weiß was es ist.....ADHS= Hyperaktiv.

    Aber was ist mit den ganzen Wahrnehmungsstörungen, mit denen man gesegnet ist?
    Aber....die sieht man nicht. Ich habe noch keinen Normalo kennengelernt, der sich das tatsächlich vorstellen kann, was das überhaupt bedeutet und wie man damit gehändicapt ist.

    Sie tun alle so, als hätten sie Verständnis, aber dann wird man ihnen doch zu anstrengend.
    Alles

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 134

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Ans Umziehen habe ich schon oft gedacht.
    Aber da ich ein Eigenheim habe, ist das leider nicht so einfach.
    An einen Schulwechsel habe ich auch gedacht und mich schon um andere Grundschulen bemüht.
    Die Kinderpsychologin will sich nochmal mit unseren Lehrern unterhalten und ihnen erklären, daß die Kleine tatsächlich große Probleme hat und
    ich keine Hysterische Mutter bin, wie ich momentan angesehen werde.
    Sollte das Gespräch nicht fruchten, wird sie mir beim Schulwechsel helfen.
    Naja, auf Medis wird sie gerade eingestellt. Vielleicht wirds dann auch schon besser. Meinem Sohn haben sie sehr gut geholfen, allerdings auch bei ihm erst nach einem Schulwechsel.

    Was lernt man als ADHS-ler? Durchhalten und weiterkämpfen

  10. #10
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: ADHS und die Gesellschaft. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

    Oh ja, ich glaub ich hab da momentan ne Flaute, aber im Prinzip trifft Dein letzter Satz den Nagel auf den Kopf.

    Weißt, ich finde es arm, dass Lehrer so Scheuklappen aufsetzen.. aber wahrscheinlich sind Vorurteile einfacher zu treffen, als raus zu finden, was dahinter steckt.

    Was Deine Psychi machen möchte, ist stark.. und ich drück Euch die Däumchen, dass ihre Akton auf fruchtbarem Boden landet..

    LG Schnubb

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