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Diskutiere im Thema warum lernt man nicht aus seinen Fehlern im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Es gibt da ein Thema, das mich seit längerem beschäftigt, was ich gerne mit euch diskutieren möchte.
    Es ist mir an mir selbst schon früher aufgefallen und als ich mich ins Thema ADHS eingelesen habe, stolperte ich auch immer wieder drüber.

    Warum lernt man als Betroffener nicht aus seinen Fehlern? Woran liegt das? Kann man das physisch oder psychisch logisch erklären? Hängt es in direktem Zusammenhang mit dem Symptom, dass man sich selbst nicht richtig einschätzen kann?

    Ich meine damit z.B. so banale Sachen wie sie mir immer und immer wieder passieren:


    Ich gehe ins Bad, dreh den Wasserhahn auf und wundere mich, warum mein Oberkörper plöztlich nass wird.
    Mein Gehirn registriert: "AHA! Den Wasserhahn mit voller Wucht aufzudrehen bedeutet viel Wasser was rumspritzt, weil so viel Druck in der Leitung ist!"
    Eine Stunde später. Ratet wer wieder nass ist...

    Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber ich denke, ihr wisst was ich meine.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Ich denke, das hängt mit der Impulsivität zusammen.
    Wir wissen ja, welche Fehler wir gemacht haben und wir wollen diese Fehler ja nicht immer und immer wieder machen.
    Aber wenn wir wieder in der gleichen Situation sind, dann schickt unser Gehirn zuerst den Befehl "Wasserhahn voll aufdrehen" raus und erst kurz darauf, haben wir Zugriff auf unsere Erinnerungen.
    Wir haben in der Situation keinen bzw. zu spät Zugriff auf die Vergangenheitszentrale des Gehirns.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Ist das dann auch in Zwischenmenschlichen Dingen so einfach zu erklären, wenn ich etwas sage, was ich eine Sekunde später schon bereue?

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 393

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Hallo Xirtam,
    vielleicht unterscheiden sich bei diesem Thema auch die Hyperaktiven von den Hypoaktiven.

    Als der inzwischen mehr hypoaktive Typ habe ich schon in meiner frühen Kindheit intuitiv bemerkt, dass jeder Fehler, jeder Umweg im Leben viel Kraft kostet und frühzeitig gelernt, sowenig Fehler und Umwege zu machen, wie es eben nur geht.

    Vielleich ist es auch hilfreich, in manchen Situationen erst einmal kräftig durchzuatmen und erst dann zu agieren, reagieren oder zu antworten.


    Viele Grüße
    Elektron

  5. #5
    Ida


    ♥ ♥ ♥

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 401

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Hallo,

    ich finde, das ist eine gute Frage.

    Wo bei anderen schon die Vernunft einsetzt und sowas wie Schlüssel verlieren erst überhaupt nie eintrifft, weil sie schon immer einen Ordnungssinn hatten, braucht es bei mir Jahre bis ich den Schlüssel auf seinen Platz lege. (Ich habe zufällig gemerkt, dass es zwei Jahre gedauert hat bis ich da eine Regelung fand) Aber selbst heute noch lege ich ihn in Stresssituationen auf den falschen Platz.

    Und, wenn das erwiesen ist, dass ein ADHSler nicht aus seinen Fehlern lernt, was ergibt sich dann aus dem Umgang mit den ADS Kindern?


    Wenn man weiß, warum was so ist, kann man daran arbeiten.

    LG
    Ida

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Ich sag euch, was das betrifft hat mein Partner schon die Hosen voll und ich merke wie er das Thema heiraten und Familie gründen aufschiebt. Zumal ich ja gerade noch versuche einen Burnout und damit verbundene Depressionen in den Griff zu kriegen. Er meint, das könnte nicht gut gehen, ich als Mutter vor allem wenn das Kind womöglich auch ADS hat.

    Mein größtes Problem liegt aber auch am Schreibtisch. Ich bin seit zwei Tagen dabei das "Spiegelbild meines verworrenen Hirns" (wie ich den Schreibtisch immer nenne), aufzuräumen.
    Mein Schatz hat mir im Sommer extra einen größeren Schreibtisch genau nach meinen Vorstellungen gebaut, wo meine beiden Bildschirme und das Grafikboard (brauch ich für die Fotobearbeitung) genügend Platz finden. Außerdem noch über dem Schreibtisch ein Regal mit 8 Fächern, wo ich Kram unterbringen kann. Unter dem Schreibtisch 2 Rollcontainer mit Schubläden, und neben dem Schreibtisch noch ein Regal mit Türen. Sau viel Stauraum. Das funktioniert auch ne Zeitlang. Ungefähr so 3 Wochen... Dann wird es sichtbar, dass ich trotz der vielen Möglichkeiten die ich jetzt habe, immer noch kein System habe. Wieder alles einfach AUF den Schreibtisch lege, bis ich die Tastatur nicht mehr finde...
    Und das obwohl ich mir nach jedem Aufräumen immer ganz fest vornehme: "Ich benutze für den ganzen Papierkram die Ablagekörbe die ich so ordentlich beschriftet habe, ja ich benutze sie, ich benutze sie."


    @ Ida

    das ich Schlüsselkästen hässlich finde, haben wir neben unserer Wohnungstür zwei Handtuchhaken befestigt. Einen für seinen Schlüssel und einen für meinen. Das funktioniert nicht immer so gut, denn ich bin es gewohnt, den Schlüssel in der Tür stecken zu lassen. Wenn mein Schatz meinen Schlüssel dann an den Haken hängt und ich ihn suche, kann ich schon mal in Panik geraten, weil ich ihn dann überall in der Wohnung suche... statt nur meinen Kopf etwas zu heben und an dem Haken zu schauen.....

  7. #7
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    @ Xirtam: Ja, ich denke, das ist im Zwischenmenschlichen auch so.

    @ Elektron: Das ist ein interessanter Gedanke. Ich bin eher der Mischtyp mit einer Tendenz eher in Richtung Hyper. Also mir machen meine typischen Hyper-Eigenschaften im Alltag die größeren Problemen als meine Hypo-Eigenschaften.

    Wie ist das bei dir in Gesprächen? Bekommst du es da hin, erst zu denken und dann zu reden? Oder ist es bei einem Hypo dann eher so, dass man aus dem Denken nicht mehr raus kommt und erstmal ganz lange gar nichts sagt?

    @ Ida: Meines Wissens ist es nicht erwiesen, dass ein ADHSler nicht aus seinen Fehlern lernt. Ein ADHSler kann sehr wohl aus seinen Fehlern lernen. Bei mir selber weiß ich, wie ich mich in einigen SItuationen dazu bekomme, erst zu denken und dann zu handeln.

    Allerdings stimme ich dir zu, was den Umgang mit ADHS-Kindern angeht. Wenn die Betreuungspersonen keine Ahnung haben, welche Probleme ein ADHSler bei der Umsetzung von Dingen haben, dann kann das nix werden.
    Und auch was du mit deinem Schlüssel beschreibst, kenne ich von mir. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ADHSler viel mehr Wiederholungen brauchen bis etwas sitzt wie ein "normaler" Mensch. Blöd ist es allerdings, dass diese Wiederholungen einem ADHSler schnell langweilig werden. Insbesondere in der Schule ist das natürlich extrem hinderlich. Entsprechende Lehrkräfte und Betreuungspersonen müssen also also zu Lernende für das ADHS-Kind entsprechend aufbereiten.

  8. #8
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    @ Xirtam: Hey, du hast immerhin deine Kästen schon beschriftet. Ich habe mir für meine Ordner extra solche Klebestreifen besorgt, auf die ich seit vier Monaten "gleich morgen" draufschreiben möchte, was in dem entsprechenden Ordner drin ist bzw. reinsoll.
    Und dann ordne ich auch meinen Papierberg in die Ordner. Morgen, ja gleich morgen...

    Das mit dem Aufräumen und der Ordnung habe ich größtenteils durch Routinen hinbekommen bzw. durch die Benutzung eines Timers. Mir hilft es ungemein, wenn ich mir am Handy oder am Herd oder wo auch immer die Zeit auf fünf Minuten stelle und in den fünf Minuten dann das mache, was ich machen möchte. Also z.B. meinen Schreibtisch aufräumen.
    Der Vorteil dabei ist, dass ich mich nur fünf Minuten auf diese Sache konzentrieren muss.
    Anfangs dachte ich, dass ich in fünf Minuten ja nix schaffe. Ich habs dann einfach mal ausprobiert und ich war echt erstaunt, wieviel ich in fünf Minuten tatsächlich schaffe.
    Vielleicht hilft dir das ja auch.

  9. #9
    Ida


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    Forum-Beiträge: 401

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Xirtam schreibt:
    @ Ida

    das ich Schlüsselkästen hässlich finde, haben wir neben unserer Wohnungstür zwei Handtuchhaken befestigt. Einen für seinen Schlüssel und einen für meinen. Das funktioniert nicht immer so gut, denn ich bin es gewohnt, den Schlüssel in der Tür stecken zu lassen. Wenn mein Schatz meinen Schlüssel dann an den Haken hängt und ich ihn suche, kann ich schon mal in Panik geraten, weil ich ihn dann überall in der Wohnung suche... statt nur meinen Kopf etwas zu heben und an dem Haken zu schauen.....
    Woher kenn ich sowas bloß?????????????


    Und auch das mit dem Schreibtisch kenne ich nur zu gut. Ich habe keine Ahnung wie man das Lösen könnte. Mittlerweile nehme ich regelmäßig eine Schuhkiste, werfe alles rein und stelle sie in den Schrank mit der Hoffnung, dass ich irgendwann zum Sortieren komme.

    Aber aus den Augen, aus dem Sinn....

    WENN ich dann mal sortiere haben mir Ordner geholfen, wo ich die Sachen nach einem bestimmten System einsortiere. (Müßte ich gaaaaanz dringend wieder machen)

    Und ich zwinge mich Sachen wegzuschmeißen. .



    Es wird besser mit dem Alter. Sagt man...

  10. #10
    Ida


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    Forum-Beiträge: 401

    AW: warum lernt man nicht aus seinen Fehlern

    Fliegenpilz schreibt:
    @ Ida: Meines Wissens ist es nicht erwiesen, dass ein ADHSler nicht aus seinen Fehlern lernt. Ein ADHSler kann sehr wohl aus seinen Fehlern lernen. Bei mir selber weiß ich, wie ich mich in einigen SItuationen dazu bekomme, erst zu denken und dann zu handeln.
    Mist, schon wieder hab ich mich falsch ausgedrückt. .

    Natürlich ist es nicht erwiesen.

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