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Diskutiere im Thema Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    Leider geht es mir derzeit nicht so gut, obwohl ich in Sachen Zeitmanagement an mir arbeite und meine selbst aufgestellten Tagespläne größtenteils abarbeite. Die letzten Jahre war mein Leben sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht fast ausschließlich von Misserfolgen geprägt, und irgendwie ändert sich nichts, obwohl ich mir große Mühe gebe. Inzwischen bin ich mir sicher, dass es an meinem Auftreten liegt. Anders kann ich es mir nicht erklären.

    Ich bin Fremdsprachensekretärin und habe nach 7 Jahren Zeitarbeit im April 2008 endlich meine erste Festanstellung gefunden. Leider erwies sich der Traumjob bald als absoluter Albtraum. Schikane und emotionale Erpressung waren an der Tagesordnung, außerdem war das Gehalt kaum höher als bei der Zeitarbeit. Als ich nach nur 11 Monaten über Vitamin B ein anderes Angebot zwecks Festanstellung bekam, kündigte ich und unterschrieb einen befristeten 1-Jahresvertrag. Schon nach 4 Wochen wurde mir mit Kündigung gedroht, weil die Leute total unzufrieden mit meiner Leistung waren und ich ihnen nichts Recht machen konnte. Ich hatte Glück dass ich den Vertrag wenigstens zu Ende erfüllen konnte und nicht vorzeitig entlassen wurde, an eine Verlängerung war nicht zu denken. Nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit erhielt ich eine Stelle in einem Großkonzern, allerdings über Zeitarbeit. In diesem Unternehmen habe ich jetzt insgesamt 4 Jahre Erfahrung als Zeitarbeiterin und komme einfach nicht unter. Momentan habe ich meinen 4. Einsatz seit September 2010 und werde wieder nicht übernommen. Die beiden schönsten Einsätze waren zeitlich befristet, weil es sich einerseits um eine Krankheits-/Urlaubsvertretung und einmal um eine Übergangsstelle handelte. Einer der Einsätze war extrem stressig, ich war jede Woche um die 50 Stunden im Büro, täglich 3 Stunden in den Öffentlichen unterwegs und stand kurz vor dem Burn-Out. Meinen jetzigen Einsatz mag ich ganz gerne, aber der Chef hat mir schon im Sommer gesagt dass er mit meiner Art ein Problem hat und mich nicht übernehmen will. Irgendwann meinte er, dass er eine erfahrene Sekretärin der Geschäftsleitung gefunden hätte, welche ich ab Januar 2 Monate lang einlernen soll.

    Heute war diese Frau zwecks Kennenlernen bei mir, und ich war echt geschockt. Sie ist sehr viel jünger als ich und hat weder Erfahrung in diesem Unternehmen noch sonstwie auf Geschäftsführungsebene. Eigentlich ist sie Krankenschwester und hat die letzten Jahre in einer anderen Firma einen Bürojob gehabt. Mich macht das echt fertig, denn ich habe große finanzielle Probleme. Wenn ich eine Festanstellung in dieser Firma bekommen würde, wäre ich konzentrierter und würde mich sicher weniger unter Druck setzen. So bin ich auf einen Nebenjob angewiesen, muss täglich nach Feierabend im Büro noch 3-5 Stunden arbeiten und habe kaum Freizeit. Der Druck hinsichtlich der Finanzen ist unheimlich groß.

    Auch privat läuft es alles andere als rosig, denn ich bin schon seit über 5 1/2 Jahren Dauersingle. In jüngeren Jahren habe ich mich auf Männer eingelassen, die nicht gut für mich waren... Alkoholabhängige, Dauerkiffer, Leute, die schon Probleme mit der Polizei hatten. Nach meiner letzten Trennung beschloss ich, solchen Männern in Zukunft komplett aus dem Weg zu gehen. Daran halte ich mich bis heute sehr konsequent, aber es hat mir nichts gebracht... bei "normalen" Männern komme ich einfach nicht an, warum auch immer.

    Oft heißt es, wir ADHS-ler seien total sprunghaft und würden uns schnell langweilen. Mir geht es nicht so, ich kann sehr wohl längere Zeit in einer Abteilung arbeiten und bin auch in der Liebe absolut kein sprunghafter Mensch. Nur möchten sich Menschen nicht auf die Dauer an mich binden, und das macht mich sehr traurig. Leider ist meine Therapiestunde heute ausgefallen, sonst hätte ich die Leute aus meiner Gruppe um Rat gefragt. Es gibt so viele Leute mit ADHS, die trotzdem einen tollen Job haben und eine schöne Beziehung führen. Warum ist mir das nicht vergönnt und was kann ich machen um an meinem Auftreten zu arbeiten? Bitte keinen Vorschlag á la "Personal Coach", denn ich habe wie gesagt finanzielle Probleme und spare in erster Linie auf meinen nächsten Umzug, da voraussichtlich alle derzeitigen Bewohner dieses Haus 2012 verlassen müssen.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    Hallo weiße rose,

    sicherlich ist das mit dem Auftreten bei ADHS-lern so eine Sache(auch bei mir).

    Aber nicht alles. Und das versuchen viele Leute Dir einzureden. Das mit dem Auftreten kann auch damit zu tun haben, daß Du enorm unter Druck stehst.

    Unter Druck machen viele Menschen Fehler, besonders ADHS-ler. Du bist oft über Zeitarbeitsfirmen in ein Unternehmen gekommen. Das kann auch schon ein Fehler sein. Denn die Zeitarbeiter müssen die gleiche Arbeit leisten, nur zu weniger Geld.

    Das kann durchaus der Grund für Mobbing sein (indem man die betreffende Person für alles und jedes kritisiert). Denn Zeitarbeiter sind nicht besonders gerne in Unternehmen gesehen.

    Weiß eigentlich Dein aktueller Chef davon, daß Du ADHS hast? Wenn nicht, dann sprich doch mal mit ihm darüber. Vielleicht bringt er ja Verständnis für Dich auf.

    Ansonsten geh doch mal zum Arbeitsamt hin und spreche mit dem für Dich zuständigen Berater. Vielleicht findet sich ja eine Lösung.

    Gruß


    Astrofred

  3. #3
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    @Astros
    Ich glaube nicht dass der Chef Verständnis hat und wenn auch ja, Rose wird trotzdem nicht eingestellt. Der Arbeitgeber will Leistung und kein Risiko und wir wollen uns nicht belügen, wir sind immer ein Risiko. wenn uns etwas nicht passt, dann arbeiten wir schlechter. Zusätzlich habe ich gerade in einem der Threads eine Empfehlung von einem Betriebsrat mitarbeiter gelesen Ads nicht preiszugeben, denn Arbeitgeber kommunizieren und wer weiß,wie der neue Chef drauf ist.
    Rose ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg!!!
    Geändert von vetoleg (19.12.2011 um 22:14 Uhr)

  4. #4
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    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    @astrofred: Ich fühle mich nicht als Mobbing-Opfer, denn die Stimmung bei uns im Büro ist wirklich gut. Nur mit dem Chef kommen die meisten Leute nicht klar, er ist ein ganz eigener Typ Mensch. Aber im Vergleich zu den Leuten in meinen beiden festen Jobs in den Kleinfirmen ist er der angenehmste Mensch der Welt. Ich fühle mich nur total ausgenutzt. Vor meinen Festanstellungen lebte ich noch bei meiner Mutter und hatte nicht mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Inzwischen sorge ich für mich selbst und muss natürlich auch sämtliche Kosten tragen, die so anfallen. In diesem Großkonzern, in dem ich seit 15 Monaten arbeite, wurde schon viele Zeitarbeiter übernommen - ich kenne so einige von ihnen persönlich. Auch in meiner jetzigen Abteilung wird im Februar einer übernommen.
    Nein, mein Chef weiß nicht dass ich ADHS habe. Ich bekam die Diagnose während meines letzten festen Jobs vor 2 Jahren und habe es meinem damaligen Chef gesagt. Von diesem Tag an war er zwar verständnisvoller und brüllte nicht den ganzen Tag nur durch die Gegend, aber meinen Vertrag hat er trotzdem nicht verlängert. Aber was soll ich beim Arbeitsamt? Die helfen sicher keiner Person, die gerade einer Beschäftigung nachgeht... das macht denen doch nur zusätzliche Arbeit.

    @vetoleg: Danke. Ich vermute, dass du Recht hast. Nicht jeder kann mit ADHS umgehen. Selbst meine frühere beste Freundin hat sich nach 12 Jahren Freundschaft von mir abgewandt, als ich ihr am Telefon von meiner Diagnose erzählt hatte.

    Es ist wirklich ein mehr als mieses Gefühl, wenn man glaubt dass man nirgends so wirklich erwünscht ist. Man kommt sich vor wie ein sozialer Krüppel. Menschen wollen sowohl beruflich als auch privat nur wenig Nähe zu mir und sind froh, wenn sie mich schnell wieder los sind. Das ist ganz, ganz übel...
    Geändert von WeißeRose (19.12.2011 um 22:43 Uhr)

  5. #5
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    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    WeißeRose schreibt:
    Es ist wirklich ein mehr als mieses Gefühl, wenn man glaubt dass man nirgends so wirklich erwünscht ist. Man kommt sich vor wie ein sozialer Krüppel. Menschen wollen sowohl beruflich als auch privat nur wenig Nähe zu mir und sind froh, wenn sie mich schnell wieder los sind. Das ist ganz, ganz übel...
    Ja es ist nicht einfach, da fühle ich mit dir. Aber du kannst es auch von einer anderen Seite anschauen. Es ist eine Art Auswahlprinzip, Menschen um uns herum werden getestet, manchmal intensiv wie mit ADS manchmal nicht. Aber wenn es deine Freunde sind, willst du doch gute Freunde haben. Und so verliert man nciht viel Zeit mit einem Menschen, der kein Freund von einem ADSler sein kann.
    Mein bester Freund ist schwerhörig und es ist eine Geduldsprobe mit ihm am Telefon zu reden oder wenn mehrere Leute da sind. Aber so ist das Leben und wer Mitgefühl und Verständnis hat, zeigt sich sofort.
    Für die meisten sind wir sowieso Asis oder psychisch Kranke. Das macht uns nicht kleiner, nur härter während wir es überwinden.

  6. #6
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    Ja, man gibt mir in der Tat das Gefühl als ob ich nicht ganz dicht sei. Dabei haben mir die Medis wirklich viel geholfen. Ich werde gar nicht mehr in der Öffentlichkeit laut, kann mich beherrschen, zicke nicht mehr rum und raste nicht mehr aus. Ich fühle mich wie eine Person, der man generell ein Versagen in sämtlichen Lebenslagen unterstellt - obwohl ich mich gar nicht so fühle.

  7. #7
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    Forum-Beiträge: 214

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    Hallo Rose,

    Dein Text hat mich sehr berührt. Ich habe keine Ahnung, wie dein Auftreten ist, in welchem Umfeld du bist (ich habe die Erfahrung gemacht, dass Großstädter zb. meist sehr viel toleranter sind), und auch sonst kenn ich dich nicht. Ich weiß auch nicht wie du mit dir selbst umgehst.
    Sei stolz auf das, was du geleistet hast, trotz ADS. Denn du meinst ja, dein Verhalten und alles hat sich schon super gebessert. Das ist doch hammer! Trage dieses Selbstbewusstsein mehr nach außen und die Leute werden es zu schätzen wissen.
    Versuche dich selbst zu lieben auch wenn das manchmal die schwerste Aufgabe ist.
    Manchmal spüren auch Menschen, wenn man sich selbst ablehnt, und lehnen einen dann ab.

    Aber auch wenn man sich selbst liebt, ist man vor Pech in der Liebe und im beruf nicht gefeit. Das habe ich jetzt auch gelernt. Manchmal ist das einfach so. Manchmal ist das eine Phase, auch wenn sie noch so lang dauert.
    Ich lese jetzt von immer mehr tollen, schönen Frauen, die mit dem Leben relativ zufrieden sind, und die jahrelang Single sind. Das scheint es einfach zu geben. Ich versuche das jetzt einfach so zu akzeptieren. Es ist irgendwann zuende, das Alleinsein, aber wann, kann man nicht mit dem Allerschönsten Ratgeberbuch oder Positiv-denk-coach beeinflussen. Das ist eine Laune unserer Zeit, der Natur, des Lebens, whatever. Ich habe jetzt beschlossen, einfach nur noch für mich zu sorgen Und für meine Fam und Freunde.
    Ich wünsche dir jedenfalls sehr, dass du bald deine Arbeitsstelle findest zu der du passt.
    Und ja, wie Astrofred schon meinte, vielleicht setzt du dich ja auch zu sehr unter Druck (was mehr als verständlich ist, aber vielleicht gibt es dennoch eine andere Art, damit umzugehen?) Das mach ich auch immer falsch

    Vielleicht hilft es ja auch noch, mal zu überlegen, ob du noch etwas anderes gerne machst, und ob du damit Geld verdienen kannst. Oft sind wir in den Dingen, die wir leben, am besten. Es kostet manchmal Mut, das zu verwirklichen, aber es lohnt sich.

  8. #8
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    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    Hallo chaprincess,

    ich lebe zwar in einer Kleinstadt, arbeite aber in einer Großstadt und nehme dafür bewusst eine etwas längere Zugfahrt in Kauf. Meine beiden Festanstellungen hatte ich nämlich in den Industriegebieten von Kuhkäffern hier in der Nähe. Der Unterschied war echt gewaltig. Die Menschen in der Großstadt haben sehr gute Manieren und sind gebildet. In der ländlichen Umgebung wirken die Leute total primitiv, labern selbst Kunden mit extremen Dialekt voll, lassen den großen Chef heraushängen (vor allem wenn sie mit Ach und Krach die Hauptschule geschafft haben und deshalb Minderwertigkeitskomplexe haben), sind laut und cholerisch, haben wenig Interesse an Bildung usw. Da liegen echt Welten dazwischen. Ich für meinen Teil bewerbe mich nur noch in der Großstadt, weil ich keinen Bock mehr habe auf primitive Leute, die mir in fast jedem Satz aggressiv zu verstehen geben ich müsse ihnen aufgrund der längeren Firmenzugehörigkeit gehorchen.

    Und ja, ich bin stolz auf meine Fortschritte. Ich kann gut zuhören und falle nicht mehr ständig irgendwelchen Leuten ins Wort. Ich bin viel ruhiger geworden und raste nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit aus, das ist schon eine Menge Wert. Dass irgendwann der Satz komme ich solle mich selbst lieben, war mir klar. Wenn ein Mensch von seinen Misserfolgen berichtet, sagen alle dass er wenig Selbstwertgefühl hat. Was glaubst du, wie viele Bücher ich zu diesem Thema verschlungen habe? Ich bin eine intelligent und vielseitig interessierte junge Frau, die ihre Meinung offen nach außen vertritt und gerne auf Menschen zugeht. Ich liebe es, unter Leuten zu sein - aber wenn ich merke jemand will mich ausnutzen, dann setze ich Grenzen.

    Es gibt einen Punkt an mir, den ich nicht mag - aber mag denn wirklich jeder Mensch mit Selbstwertgefühl absolut alles an sich? Ich kann es mir nicht vorstellen, denn mit irgendwas unzufrieden ist doch jeder Mensch. Glaubst du nicht?

    Auf mir lastet ein unheimlich großer Druck. Schließlich bin ich in einem Alter, in dem die meisten Frauen schon ein Kind haben oder gerade ihr erstes Kind zur Welt bringen. Vielleicht hätte ich auch eine Familie gegründet, wenn der passende Mann vorhanden gewesen wäre. Die meisten Männer wollen Kinder, und wer lässt sich schon auf mich ein wenn ich dafür zu alt bin? Ich jedenfalls habe keinen Bock auf einen geschiedenen Mann, der womöglich noch Kinder mit in die Ehe bringt. Patchwork geht für mich absolut nicht, lieber bleibe ich alleine bevor ich für fremde Kinder die Stiefmutter spiele *schüttel*. Und auf der Arbeit ist es eben das Geld. Meine Nachfolgerin wird ungefähr doppelt so viel verdienen wie ich. Eine gelernte Krankenschwester mit null Sekretariatserfahrung. Meinen Nebenjob mache ich übrigens sehr gerne, aber ich habe einfach keine Lust mehr, jeden Tag noch mehrere Stunden nach Feierabend zu arbeiten. Schließlich muss ich auch noch Studium und Haushalt bewältigen. Ich bin völlig kaputt, weil ich oft keine Zeit habe um mir den Schlaf zu gönnen, den mein Körper braucht.

    Mich kotzt das alles so an...

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    @WeißeRose - vor unserem Umzug vor 4 Jahren ging es mir ähnlich (außer das ich Single in meiner Ehe war). Nach unserem Umzug (der auch der Ehe sehr gut tat) wollte mein Man nunbedingt soziale Kontakte aufbauen. Ich hatte dafür aber keine Kraft mehr. Ich habe ihm nur gesagt, hier bin ich neu, ist mir egal was die Leute von mir denken. Ich will ein guter Mensch sein und niemandem wehtun, aber ich werde mich nicht mehr verbiegen.

    Das Erste was ich nach meiner Diagnose in der Psychotherapie lernen "musste" waren und sind immer noch teil meines Alltags.

    1. Abends aufschreiben was man erreicht hat. Was ging früher gar nicht und geht jetzt schon? Und SICH SELBST LOBEN.

    2. Wer sich Rechtfertigt wird nicht Respektiert. (Hab eine Weile gebraucht um das umzusetzten. Eine Weile = 5 Jahre)

    3. Wenn ich mich negativ in was verrenne, versuche ich aktiv meine Gedanken und meine Beschäftigungen auf etwas positives zu lenken.

    4. Ich musste meine Ziele formulieren. Ich glaub das war das Schwerste. Man weiß was man will, aber nur für mich, was ich mir wünsche aufschreiben und laut aussprechen, das war schwer aber unheimlich nützlich und motivierend.

    Also Weiße Rose - welches sind deine beruflichen Ziele die du 2012 anstreben möchtest? "Personal Coaches kann man unter umständen über das persönliche Budget bezahlen."

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Wie kann ich an meinem Auftreten arbeiten?

    Hallo Artgerecht,

    vielen Dank für deine Tipps, das freut mich sehr . Einiges davon habe ich bereits umgesetzt bzw. arbeite daran:

    1. Ich schreibe öfters auf, was ich alles erreicht habe. Meine Tagesliste tut mir gut, es ist ein schönes Gefühl wenn man alles durchgestrichen hat. Und Selbstlob tut mir auch gut.

    2. Das mit den Rechtfertigungen war jahrelang ein großes Problem von mir. Ich musste mich nämlich zu Hause bei meiner Mutter für alles rechtfertigen und über jede Sekunde meines Lebens Rechenschaft ablegen. Andere Leute hingegen waren genervt von dieser Eigenschaft. Das konnte ich nicht verstehen. Einerseits wurde es von mir verlangt, andererseits war es lästig. Es ist schwer ständig umzuschwenken. Heute rechtfertige ich mich nicht einmal mehr vor meiner Mutter, die sich im Sommer 2010 wie durch ein Wunder zum Positiven verändert hat. Seitdem haben wir ein tolles Verhältnis, was ich 34 Jahre lang für völlig unmöglich hielt.

    3. Das ist ganz schwer, obwohl ich schon zahlreiche Bücher zu diesem Thema gelesen und mir viele Notizen dazu gemacht habe.

    4. Mein berufliches Ziel für 2012 ist selbstverständlich eine Festanstellung in dem Unternehmen, in dem ich jetzt eingesetzt werde - und natürlich das Überstehen der Probezeit ohne Schwierigkeiten. Einen Personal Coach will ich übrigens nicht bezahlen, wenn ich ehrlich sein soll. Wie gesagt, ich möchte unbedingt in eine andere Wohnung ziehen, muss das Studium finanzieren und mir auch mal in der Freizeit etwas gönnen, was eh so selten möglich ist.

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