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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 162

    Was fällt EUCH zu diesem Artikel ein?

    Das beunruhigend und chaotisch Unverständliche bekommt einen angstvermindernden Namen: ADHS

    Das befreit darüber hinaus bisweilen von Gefühlen der Ohnmacht, auch der ohnmächtigen Wut und insgesamt von elterlichen Schuldgefühlen, bei der Erziehung des eigenen Kindes nicht genügend gut gewesen zu sein.http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/adhs.html

    ....
    bin sehr gespannt.
    was löst der Artikel in euch für Gefühle aus? Kommen Erinnerungen hoch? Wie steht ihr zu dieser psychoanalytischen Sichtweise?

    .. achso, wenn es zuviel scheint: bitte erstmal bis zu dem Artikel mit der Überschrift "Elvira.." runterscrollen. Und offen auf den Artikel einlassen, .. das wär super.

    baut Häuser, die sie absichtlich zum Einsturz bringt. Ich sage ihr schließlich, daß es leichter zu ertragen ist, etwas selbst zusammenbrechen zu lassen, als hilflos mit ansehen zu müssen, wie etwas zusammenbricht.
    Indem Elvira immer aktiv ist und die Stunden bestimmt, geht sie der Gefahr aus dem Wege, in eine abhängige Beziehung zu geraten und dann selbst verlassen zu werden.
    Warum hat Elvira eine solch panische Angst davor, sich ihren Wünschen nach Geborgenheit und Halt zu nähern? Im Laufe unseres Beziehungsprozesses gelingt es Elvira besser, ihre Gefühle in Worte zu fassen. Sie gibt selbst Hinweise darauf, warum sie immer in Bewegung sein muß und nicht stillstehen darf, keinen Moment des Innehaltens zulassen darf.
    .. mal kurz mein Leben zusammengefasst.

    Ihrer Angst vor dem Alleinsein entkommt sie durch radikale Flucht in die Außenwelt. Sie stimuliert sich permanent, läßt keine Ruhe aufkommen, ist immer in Bewegung, immer mit der Produktion neuer Reize beschäftigt. In den Stunden mit mir ist sie bestrebt, die Kontrolle über mich und den Rahmen zu behalten. So kommt sie häufig zu spät zu den Stunden, weigert sich am Ende wiederum, pünktlich zu gehen, so daß die Stunden regelmäßig erheblich überzogen werden. Zwischendurch läßt sie auch abrupt Stunden ausfallen.
    Geändert von Frl.v.Linz (13.12.2011 um 20:12 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 162

    AW: Was fällt EUCH dazu ein?

    Psychodynamik von ADHS:
    1. DieHyperaktivität eines Kindes basiert immer auf einer frühen und oft persistierenden Beziehungsstörung mit den primären Bezugspersonen, die sich als Verhaltensstörung zeigt.
    2. Überproportional häufig sind traumatische Trennungserlebnisse des betroffenen Kindes selbst oder transgenerationale Traumata der Mutter festzustellen, die sie unverstanden in die frühe Beziehung mit ihrem Kind einbringt.

    hier die Punkte..
    Geändert von Sunshine (13.12.2011 um 22:34 Uhr) Grund: Zitat gekürzt, da es komplett von einer anderen Website hier reinkopiert wurde

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Was fällt EUCH dazu ein?

    Puh, ehrlich gesagt, fällt mir dazu gar nichts ein.
    Ich kann nur den Kopf schütteln.

    Wenn die Ursache von ADHS eine Beziehungsstörung ist, warum bricht ADHS bei einigen erst im Erwachsenenalter richtig aus?

    Und warum haben dann nicht alle Scheidungskinder ADHS?

    Punkt 6 halte ich für falsch. Ein richtig hyperaktives Kind, das kaum zur Ruhe kommen kann, ist alles andere als ein Antidepressivum. Es kann die Eltern ziemlich fertig machen, wenn nie Ruhe ist. Und das führt dann erst zur Trennung der Eltern.
    Ich kann mich zumindest noch an meine weinende Mutter erinnern, wenn sie mit uns Kindern nicht klar gekommen ist.

    EDIT: Du hattest nach den Gefühlen gefragt, die der Artikel auslöst: Wut und Ohnmacht.

    Noch ein Edit:
    Während sie bei all ihren schnellen Bewegungen und Handlungen fröhlich wirkt, fühle ich mich total überfordert von ihrer Hektik und bleibe nach den Stunden ernsthaft verwirrt zurück.
    Zitat aus der oben angebenen Seite

    Er scheint Elvira auch nicht gerade als Antidepressivum zu empfinden. Überforderung und Verwirrung.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 162

    AW: Was fällt EUCH dazu ein?

    Wenn die Ursache von ADHS eine Beziehungsstörung ist, warum bricht ADHS bei einigen erst im Erwachsenenalter richtig aus?
    so ist das bei vielen Traumapatienten.. traumatischen Erfahrungen.

    Und warum haben dann nicht alle Scheidungskinder ADHS?
    Kommt bestimmt auch auf die genetische Veranlagung von Sensiblität usw. an.. Und alle betroffenen Eltern gehen anders mit den Kindern um -- nach den Auswirkungen einer Scheidung

    Ein richtig hyperaktives Kind, das kaum zur Ruhe kommen kann, ist alles andere als ein Antidepressivum
    Die Eltern könnten sich zumindest sagen, dass sie nicht der "Fehler" sind. Es lenkt wunderbar von den eigenen Schwächen ab. Und lässt sich prima als Sündenbock für jegliche Frustration verwenden. (ob mit oder ohne Scheidung)

    Man kann sich im Vergleich sogar herrlich perfekt vorkommen und alle ungewünschten Eigenschaften an einem selbst auf das Kind projezieren. Was da entstehen kann ist vorzüglich.

    Und hattest du damals bis heute schlimme Schuldgefühle, dass sie weint? Was hattest du zum Beispiel gemacht?

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Was fällt EUCH dazu ein?

    Frl.v.Linz schreibt:
    Die Eltern könnten sich zumindest sagen, dass sie nicht der "Fehler" sind. Es lenkt wunderbar von den eigenen Schwächen ab. Und lässt sich prima als Sündenbock für jegliche Frustration verwenden. (ob mit oder ohne Scheidung)

    Man kann sich im Vergleich sogar herrlich perfekt vorkommen und alle ungewünschten Eigenschaften an einem selbst auf das Kind projezieren. Was da entstehen kann ist vorzüglich.
    Das ist aber erst nach der ADHS Diagnose so. Viele Eltern halten sich vor der Diagnose für absolut unfähig und sehen das hyperaktive Verhalten ihres Kindes als Resultat ihrer (angeblich) schlechten Erziehung.
    Die meisten Eltern sehen sich selber als Sündenbock für das Verhalten des Kindes und fühlen sich als Versager, Rabeneltern etc.
    Wenn Kinder dann noch Selbstmordgedanken haben und diese äußern bzw. ausführen, dann ist das für die Eltern sehr heftig.
    Den Fehler suchen sie bei sich.
    Das sind meine Erfahrungen, die ich im Austausch mit Eltern gemacht habe, die ein ADHS-Kind haben. Einige sind selber von ADHS betroffen, andere nicht.
    Die Schuldgefühle haben sie alle. Perfekt kommt sich keiner dieser Eltern vor, auch nicht nach der Diagnose.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Was fällt EUCH dazu ein?

    zwölfdreissi schreibt:
    mir fällt dazu nur eins nach einem kurzen Überblick des Textes ein: internet an ... googlen und finden
    Danke für den Tip.

    Bei Web4health wird unter Anderem auch auf diesen Artikel eingegangen. Die Argumentation bei web4health finde ich sehr aufschlussreich.


    Wann begreifen manche Menschen einfach, dass es ADHS gibt und es rein gar nichts mit falscher Erziehung oder Bindung zu tun hat. Warum unterstützen diese "Gelehrten" nicht mal die Eltern, indem sie sie stärken anstatt sie zu schelten ...
    Ich hab nur eine Erklärung dafür: irgendwie "muss man ja im Gespräch bleiben" ...
    Lustigerweise hatte Freud selber das schon begriffen und auch beschrieben: „Es gibt Menschen, die man als allgemein vergeßlich bezeichnet und darum in ähnlicher Weise als entschuldigt gelten läßt wie etwa den Kurzsichtigen, wenn er auf der Straße nicht grüßt. Diese Personen vergessen alle kleine Versprechungen, die sie gegeben, lassen alle Aufträge unausgeführt, die sie empfangen haben, erweisen sich also in kleinen Dingen als unverläßlich und erheben dabei die Forderung, daß man ihnen diese kleineren Verstöße nicht übel nehmen, d. h. nicht durch ihren Charakter erklären, sondern auf organische Eigentümlichkeit zurückführen solle.“
    Freud, S.: Gesammelte Werke, Band IV. Zur Psychopathologie des Alltagslebens. S. Fischer, 7. Aufl. 1978, S.173


    Hier
    kann man einen Auszug aus "ADHS im Erwachsenenalter" von Johanna und Klaus-Henning Krause nachlesen. Dort wird ab Seite 62 auch auf Freud, die Psychoanalyse und ADHS eingegangen.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Was fällt EUCH dazu ein?

    Gefühle: Freude, hab mich lange nicht mehr beim Lesen eines "wissenschaftlichen" Artikels so amüsiert.

    Zum ersten Punkt: Ich habe eine extrem gute Beziehung zu meiner Mutter, allerdings keine zu meinem Vater ( Jene habe ich aufgelöst, da ich zunehmend von ihm gelangweilt war ). Allerdings war die Beziehung zu ihm auch immer sehr schwach ausgeprägt ( Ich war zum Beispiel eher an seinen Hunden als an ihm interessiert )
    Zum zweiten Punkt: Die haben sich getrennt da war laufen noch in weiter Entfernung
    Zum dritten Punkt: Abwesend ja benötigt nein, da meine Mutter erstens in Pädagogik sowohl als auch Psychologie belehrt ist ( sprich studiert) und meine Großeltern mir auch immer großen Rückhalt bei jedem Problem gegeben haben wenn benötigt.
    Zum vierten Punkt: Ich präge jegwede Beziehungen die ich eingehe sehr stark aus, allerdings habe ich dafür auch nicht so viele Bekannte (sprich Pseudo-Freunde, auf jene kann ich aber auch verzichten )
    Zum fünftem Punkt: Ich wüste nicht, dass ich nach vorne fliehe
    Zum sechsten Punkt: Mein Stimulationsdrang war als ich ein kleines Kind war alles andere als ein Anti-Depressivum hab Ärger gemacht ohne Ende, hat aber auch dementsprechend Spaß gemacht

    Also ist dieser Artikel zu mindest im Bezug auf mich/ mein AD/H/S als total falsch einzuschätzen

  8. #8
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Was fällt EUCH zu diesem Artikel ein?

    Psychodynamik von ADHS:
    1. Die Hyperaktivität eines Kindes basiert immer auf einer frühen Erfahrung und oft nicht der Möglichkeit entsprechend, eine Tüte Gummibärchen zu öffnen.
    2. Überproportional häufig sind traumatische Trennungserlebnisse des betroffenen Kindes selbst oder transgenerationale Traumata der Mutter festzustellen, die diese Tüte unverstanden in der Hand hält.
    3. Der Vater ist als emotional haltender und verstehender Dritter der Tüte entweder abwesend oder er steht außerhalb der Möglichkeit diese zu öffnen.
    4. Der impulsive Bewegungsdrang des Kindes dient der Flucht vor dieser Tüte und der emotionalen Nähe zu ihrer Beziehung.
    5. Die aktive Flucht nach Vorne hat die Funktion, die Angst vor Verpackungen dieser Art und früherer Ohnmachtserfahrungen im Zaum zu halten.
    6. Der Stimulationsdrang des Kindes hat eine psychisch stabilisierende Funktion für die Mutter. Oft dient die Hyperaktivität des Kindes der Mutter als Antidepressivum. In diesen Fällen hält die Stimulation durch das Kind die Mutter psychisch lebendig.
    7. Der Papi hält immer noch die Tüte

    Das ist der Wahrheit,

    Dr. Haribo
    Geändert von hirnbeiß (15.12.2011 um 10:42 Uhr)

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Was fällt EUCH zu diesem Artikel ein?

    rofl

    Danke Dr.Haribo. Der Vorstand von Ferrero sieht das anders. Wir werden uns da jetzt drum streiten müssen.

    Nur zwei Anmerkungen zum Text... es wird dgeschrieben "wir Psychoanalytiker". Gottseidank. Psychoanalytiker sind keine Ärzte.

    Und vermutlich ist es wirklich so das der Anteil an zerrüteten Familien oder Scheidungskindern in ADS Familien höher ist als im Durchscnitt. Immerhin ist das eine vererbbare Krankheit, also trägt mindestens einer das Problem mit sich rum. Stritereien, Scheidungen, schlechte Konfliktbewältigungsstrategie n die bei den Eltern beobachtet werden übertragen sich auf das Kind und machen das VORHANDENE ADS evtl. noch schlmmer.

    Und natürlich kann auch ein ADSler einen ausgeprägten Ödipuskomplex haben oder am Verlust vom Vater durch Scheidung leiden. Aber das analytisch zu behandeln reicht einfach nicht wenn ein Patient nicht auf eine emotionale Baseline gebracht wird vorher (medikamentös)...

    Toll find ich auch die historische Aufzählung.der Symdrombezeichnungen. Seit Anbeginn der Geschichte des Homo sapiens gibt es vermutlich alle auch heute bekannten Arten von psychischen Störungen. Letztlich ist es doch egal ob ein Doktor den Syndrom den Namen gibt, eine schicke Abkürzung gefunden wird oder das ganze einfach namenlos durch die Literatr läuft. Hauptsache es wird behandelt, und zwar wirksam. Was hilft hat Recht...

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