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Diskutiere im Thema Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    Hallo ihr Lieben,

    diagnostiziert, angemeldet und vorgestellt bin ich hier schon seit Dezember 2010, aber erst in jüngster Zeit häufen sich die Erkenntnisse zum Thema ADHS.
    Ich bin in Verhaltenstherapie, nehme Medikinet, bin alleinerziehend mit 2 Kleinkindern und berufstätig.

    Kürzlich gab es einen riesigen Knall mit meiner Mutter, und langsam dämmert mir, dass sie mich absolut nicht versteht.

    Sie bezeichnet meine Hochbegabung und mein ADHS als "sicherlich irgendwo hinderlich" in meinem Leben und sagt, die meisten Probleme in meinem Leben hätte ich mir selber eingebrockt.
    Faktisch ist das wohl richtig, aber ich habe 30 Jahre lang gekämpft, gelitten und gegrübelt und konnte mich nicht ändern. Ich habe mich gehasst und den kontinuierlichen Kampf mit meiner Mutter (alleinerziehend, vermutlich ADS, will davon aber nichts wissen, mein Vater starb, als ich 2 war).

    Meine Familie hätte mir so viel gegeben (Möglichkeiten, Geld, Zuwendung) und ich hätte das nur mit Abwesenheit bei runden Geburtstagen, Terror, Aufmüpfigkeit, Verstoß gegen Regeln und Undankbarkeit quittiert. 80% ihres Lebens mit mir seien ein reiner Kampf gewesen.

    Nun bin ich aber weder bescheuert noch bösartig und habe mein Leben lang extrem unter meinem eigenen Verhalten gelitten. Ich habe emotionale Abspaltungen (Dissoziation) und kann mich an große Teile meiner Kindheit nicht erinnern. Nur daran, dass ich immer Außenseiter war, zu Ferienzeltlager (2 Wochen nur geheult und alleine irgendwo rumgesessen!!) und Leichtatlethik gezwungen wurde und meine Familie mit mir nicht weiter wusste. Sonst erinnere ich mich an groooße Langweile, aber auch an viele Möglichkeiten wie Mal- und Musikschule, Reitunterricht und solche Dinge. Meine Mutter ist bis heute aber viel für meine Kinder und mich da, sie kauft Sachen für die Kinder und betreut sie 1x die Woche. Dafür bedanke ich mich regelmäßig, wenn auch nicht unbedingt mit erhöhter Aufmerksamkeit oder mit Geschenken.

    Ich bin in einem totalen Dilemma, denn ich bin auf ihre Hilfe angewiesen, aber ich kann so nicht mehr, dieser missbilligende bis mitleidige Ausdruck im Gesicht, die kontinuierliche Invalidierung meiner Gefühle ("Tja, da musst Du jetzt durch, Du hast es doch so gewollt" oder "Du müsstest Dich doch eigentlich gut fühlen, Du hast doch ein neues Hobby!" oder "Ich hatte Krebs und hab auch nicht gejammert"). Dazu das Genörgele darüber, dass ich "mal wieder schlechte Laune" habe und ich müsste mich ja "für die Kinder mal etwas zusammenreißen".

    MANN! Mein Leben BESTEHT aus Zusammenreißen! Arbeiten in einem Job, der totale Überwindung kostet. 2 Kleinkinder, 1 davon wahrscheinlich ADHS. Alleinerziehend, große Probleme in vielen Bereichen. Wenig Freizeit. Dass ich noch LEBE ist ein Wunder!! Und da soll ich nach der Arbeit auch noch auf BELANGLOSEN SMALLTALK eingehen und dabei möglichst gute Laune haben, da ich ja "ein neues Hobby habe" und "keinen Grund", mich schlechtzufühlen?

    Bei alldem finde ich am Schlimmsten, dass sie sich absolut nicht beteiligt sieht am Konflikt. Sie hat getan, was sie konnte (ja, klar, ich aber auch!) und ICH muss an mir arbeiten. ICH bin nicht kritikfähig (bin ich schon, aber ich differenziere sehr genau!). ICH verletze sie. Dass diese Dinge auf sie genauso zutreffen, sieht sie nicht, ihre Kollegen und andere Menschen würden sie ja schließlich alle mögen. Sie will absolut nicht verstehen, dass meine Gefühle so sind, wie sie sind, ob sie nun angemessen sind oder nicht. Sie ist auch nicht beleidigt, sondern hat selbstverständlich rationale Gründe für ihre Laune.

    ADS am laufenden Meter! Ehrlich! Und sie ignoriert es, alles. Auf keine meiner Fragen hat sie direkt geantwortet, sie hat nur allgemein zurückgeschlagen und mir vorgeworfen, immer alles auf andere zu schieben (das ist fast schon lustig). Sie ist uninformiert, glaube ich, und hält ADS für ein bisschel Zappeligkeit und leichte Konzentrationsprobleme. So scheint es zumindest.

    Ich erinnere mich an meine Jugend, am Computer, abschalten. Schritte auf der Treppe, Adrenalin, gleich kommt meine Mutter und fragt mich wieder irgendwas Sinnloses. Ist heute noch so. Trotz allem, was sie für mich getan hat.

    Wie geht es euch da, ist eure Familie eure Rückendeckung?
    Danke und Grüße.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    hallo siple thinks

    ich hatte schon mehrere diskussionen mit meiner mutter - irgendwie hatte ich immer das
    gefühl es IHR recht machen zu müssen.... im moment ist es so, dass ich ganz gut abgrenzen kann
    sie ist sie und ich bin ich und wir verstehen uns.

    a propos, habe mal in einem buch gelesen.... die gleichen schwächen, die man selbst hat, nerven einen bei anderen am meisten.
    häufig bei - beziehungen zwischen verwanden.... im wahrheitsspiegel, wo keine stärke und keine schwäche versteckt werden kann - kann nicht
    jeder gleich hineinschauen.

    gruss

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    Ich habe sowas in der Art mit meinem Alten (meinem Papa). Lebe noch zu Hause, bin nämlich Schüler und kann mir immer durchgehendanhören: Vorwürfe, Beleidungen und Lebenstipps wie: Schmeiß die Schule und such dir eine Arbeit damit du schneller ausziehen kannst. Mit meiner Mutter verstehe ich mich aber sehr gut und meinen Alten verarsche ich immer als nervigen alten Mann. Insgesamt kenne ich aber keine Unterstützung. Kann mir nicht wirklich vorstellen was mit Unterstützung gemeint ist immerhin Lebe ich auf ihre Kosten. Das ist ja auch Unterstützung.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    Du hast doch nichts Schlimmes, deine Mutter ist doch viel schlimmer dran als du................
    mir kommen diese Worte bekannt vor.
    Kann das sein, dass deine Mutter eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung hat?
    Narzisstische Mütter können ihre Kinder gut Schuldgefühle auquatschen.
    Und seelische Störungen darf mein Kind nicht haben, was sollen denn die anderen Leute denken.

    Lies mal hier mal meine Geschichte über meine Mutter, vielleicht kommt dir da etwas bekannt vor:

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...issbrauch.html

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    Erstmal Danke für Eure Antworten.
    Ich werde das in Ruhe lesen und auch über die Worte nachdenken, ich melde mich nochmal...

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    Hab grad das gleiche mit meinen Eltern. Es ist sauschwer... die Schuldgefühle... ich gesteh mir keine eigene Meinung zu, denke, sie haben immer recht...sie würden mir nie glauben, wenn ich mit ADS ankomme, das passt nicht in ihr Weltbild. Und alles, was nicht passt, wird gekonnt ignoriert..das ist jetzt nur EIN Beispiel..

    ich schreib nochmal länger, wenn ich kann.

  7. #7
    bin zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 262

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    Hallo,
    ich kann sagen meine Eltern haben sich nicht mit ADHS auseinandergesetzt, beziehungsweise sind Sie der Meinung dies hätte ich früher nicht gehabt. Dennoch stärken Sie mir meinen Rücken und unterstützen mich in vielen Bereichen, so auch erst letzt wo Sie nach dem ich mich von meiner Frau getrennt habe fantastisch unterstützten. Und mich aufgebaut haben und nicht bemitleidet oder niedergemacht.

    Somit kann ich sagen ich bin glücklich solche Eltern zu haben und dadurch geht es mir mit meinem ADHS erheblich besser.

    Kopf hoch, findet Euer Selbstbewustsein und Euch selbst.

    LG

    Rolf

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    @Simple things
    Also in unserer Familie ist ADHS Thema, seid dem die Diagnose bei meinem kleinen Halbbruder gestellt wurde (ca. seit 15Jahren).
    Anfangs gab es innerhalb der Familie schon Probleme (man muss sich ja erstmal damit auseinandersetzen)

    Letztendlich hat es uns zusammengeschweißt. Mittlerweile weiß ich, dass auch ich, ein weiterer Halbbruder und mein Vater ADHS haben.
    Bezüglich meines Vaters ist es, wie bei Deiner Mutter, kein Thema und ich würde ihn niemals direkt darauf ansprechen.
    Ich nehme ihn so wie er ist.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Bruch mit meiner Mutter, Unverständnis, Schuldzuweisungen

    Hallo SimpleThings,

    vielleicht will sich Deine Mutter mit Dir nicht auseinandersetzen, weil sie sich dann mit sich selber auseinandersetzen müßte. Und diese Auseinandersetzung scheut sie. Denn dann könnte ihr bewußt werden, daß sie selber mit diesen Problemen zu kämpfen hat, es aber nicht wahr haben will.

    Bei meinen Eltern ist das anders. Ich rede nie bzw. nur selten mit ihnen über mein ADHS. Warscheinlich, weil ich das gefühl habe, daß sie sich damit nicht auseinander setzen wollen. Ich sehe meine Eltern allerdings die Woche über kaum.


    Versuche doch noch einmal das Gespräch mit ihr und lege ihr Deinen Standpunkt klar, so wie Du die Dinge siehst. Vielleicht geht sie ja auf Dich ein.

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