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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    Sammelwut

    Ich bin auch so ein schreckliches Eichhörnchen, ein Sammler.

    Hab gerade einen Berg (konkret: Ein normaler runder Papierkorb 3/4 voll) alter Kassenzettel weggeworfen, so Sackdreck, Kassenzettel vom Supermarkt und so Zeug das sich immer im Geldbeutel sammelt. Ein paar Wochen sollte man so Belege ja Aufheben aber die stammten teilweise aus dem Jahr 2005 ...

    Wenn ich ganz ehrlich bin und tief in mich gehe dann kommt diese Sammelwut unbedeutender Dinge eigentlich nur daher, dass ich irgendwie meine, ich bräuchte diese Dinge um meine Erinnerung nicht zu verlieren. Denn jedes Zettelchen könnte ja eine Erinnerung freilegen, die verschüttet ist und diese Erinnerungsmöglichkeit will ich eben festhalten. Irgendwie hab ich Angst ich sei ohne solche Hilfen erinnerungs- und geschichtslos und damit nicht "ich".

    Ist natürlich rational Unsinn. Aber das ist glaub ich ganz tief in mir das Motiv.

    Geht euch das auch so?


  2. #2
    Procrastiqueen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.336

    AW: Sammelwut

    Ja
    Ist ganz schlimm mit manchen Sachen... nicht nur, dass ichs brauchen könnte, ich schmeiße auch nix weg, was mir irgendwie mal was bedeutet hat, was ich noch anziehen klnnte, was ich nochmal lesen will vielleicht irgendwann, was ich vielleicht mal wem schenken will...

    Des halb ist mein Zimmer eine Schatzkammer für andere, vollgestopft mit allem möglichen Zeug...

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Sammelwut

    Wildfang schreibt:
    Wenn ich ganz ehrlich bin und tief in mich gehe dann kommt diese Sammelwut unbedeutender Dinge eigentlich nur daher, dass ich irgendwie meine, ich bräuchte diese Dinge um meine Erinnerung nicht zu verlieren. Denn jedes Zettelchen könnte ja eine Erinnerung freilegen, die verschüttet ist und diese Erinnerungsmöglichkeit will ich eben festhalten. Irgendwie hab ich Angst ich sei ohne solche Hilfen erinnerungs- und geschichtslos und damit nicht "ich".
    Also zumindest für mich trifft das die Sache auf den Punkt. Ich bin momentan dabei, unsere Wohnung auszumisten und neu zu ordnen, und da habe ich eben auch das Problem, dass zu beinahe jeden Gegenstand, den ich in der Hand halte, unzählige Erinnerungen, Gefühle, etc. hochkommen. Ich muss auch mit MPH die Arbeit in kürzere Phasen einteilen und mich immer wieder daran erinnern, was ich eigentlich machen wollte. Und es fällt auch schwer, Sachen wegzuwerfen, die Erinnerungen an schöne Erlebnisse hervorrufen. Es ist aber auch so, dass ich mich davor drücke, meine Unterlagen, Arbeitsblätter, etc. aus meinem Referendariat zu sortieren, weil diese eben neben den schönen Erinnerungen auch immer wieder die Niederlagen und den unvermeidlichen Abbruch vor der Nase halten.

    Im krassen Widerspruch dazu mag ich Räume lieber, die übersichtlich sind, und eben nicht mit Kleinkram vollgestellt. Das verstärkt nur die innere Unruhe. Ich muss also irgendwie dahingehend an mir arbeiten, dass ich ein System finde, zumindest einige Erinnerungsstücke zu behalten und so verstauen, dass sie aus Sichtweite sind, ich aber immer wieder Zugriff haben kann. Und ich muss einfach Stück für Stück lernen, unnötiges rigoros wegzuwerfen.

    Ich neige sonst auch dazu, Sachen nicht in Schränken aufzubewahren, sondern nach und nach rauszuholen, und nicht mehr einräumen. Ich meine in dem Buch von Sari Solden darüber gelesen zu haben (Women with Attention Deficit Disorder), demnach hätte das auch was mit der Angst, Sachen zu vergessen zu tun. D.h. man hat das Gefühl, wenn die Sachen in den Schränken und Schubladen sind, sind sie "weg", wie in einem schwarzen Loch, und es ist beruhigender alles auf einem Blick zu sehen, damit man eben nicht vergessen kann, was man alles hat. Aber da kommt es dann irgendwann zu der Reizüberflutung, weil sich die Sachen dann stapelt und alles immer chaotischer wird. Da weiß ich auch noch keine richtige Patentlösung, wie man das am besten löst, da muss wohl jeder auch das für sich selbst passende finden.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 160

    AW: Sammelwut

    Hi alle,

    mit Dinge sammeln wegen der möglichen Erinnerungen habe ich vor ein paar Jahren radikal Schluss gemacht. Das war ein wichtiger Schritt ins Leben für mich.

    Nach dem Ausmisten fühlte ich mich auch seelisch und körperlich seltsamer Weise ca. 5 Kilo leichter, beschwingter.

    Erinnerungen können auch Ballast sein. Mir graut inzwischen vor diesem Belastungsgefühl. Der alte Kram hält mich in längst Gewesenem fest und raubt mir Energie für die Dinge, die ich eigentlich künftig tun will.

    Es gibt eine Menge Bücher zum Thema Ausmisten, mir hat unter anderem das Buch "Simplify your life" überraschen gut geholfen, auch wenn ich die Marketingmasche von dem Verein ein bisschen abtörnend finde.

    Manche Dinge habe ich fotografiert und die Fotos davon auf meinem Rechner gespeichert, bevor ich sie entsorgt hatte.

    Schöne Grüße!
    Hijo

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 564

    AW: Sammelwut

    Ich kann mich dem voll und ganz anschliessen.
    Ich bin auch jemand der Sachen aus dem Schrank holt und sie nicht wieder an den eigentlichen Platz zu bringen. So kann ich in Minutentakt meine Wohnung in ein totales Chaos verwandeln.
    Da sind es die Kreativzeitschriften, weil ich gerade die Idee einer Wohnungsverschönerung habe,logisch das ich dann alle 20 bis 30 Stück durchblätter auf dem Fußboden ...und dann so voll davon im Kopf bin, das ich nichts davon umsetzen kann oder hol ich mal eben den Nagellack aus dem Bad, schwups Zeitschriften vergessen ...
    Meine Oma hat immer gesagt, Wie siehts denn hier aus? Hat hier eine Bombe eingeschlagen ?

    Das Patentrezept, welches mir erleichtert Ordnung zu halten, den ganzen vielen Krimskrams weg zu packen, aber nicht aus dem Kopf verlieren, ist für mich leider noch nicht gefunden.
    Ich bewahre auch immer viel zu viele Bons auf ....die Idee war mal vor Monaten (!) ein Haushaltsbuch zu führen Das hatte so eine schöne Blume drauf, in so schönen Farben. Also das Buch sieht immernoch schön aus, aber drinn steht nichts .

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Sammelwut

    Das kenne ich nur zu gut.
    Alte Kassenzettel, oder Lottozettel (weil ich die nochmal überprüfen will;-), Fahrkarten, Zeitschriften etc..

    Denke ich dürfte es noch nicht wegschmeißen, weil ich noch mal was überprüfen oder durchsehen will,
    was ich dann im endeffekt doch nie mache...

    Ist demzufolge ein "Messie" und ein ADHSler ein wenig artverwandt;-)?

    Anscheinend gibt es bei vielen psych. Krankheiten viele Schnittmengen..

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Sammelwut

    Hallo wildfang,

    z.t. geht es mir auch so. Ich sammele auch viel, und kann mich dann nicht trennen.
    Früher war das mal sehr ausgeprägt. Ich habe z.b. Kopierpapier mit aus der Schule genommen, um Geld zu sparen. Nach einiger Zeit hatte ich mehr als einen Schrank davon voll, und mußte mich von einigen Sachen trennen. Immer wieder hat sich dann viel Altpapier angesammelt.

    Mittlerweile habe ich das aber weitgehend in den Griff bekommen. Denn ich zwinge mich immer wieder hin und wieder einmal auszumisten. So erspare ich mir viel Müll.

    Sammeln tue ich aber dennoch gerne.

    In meiner Freizeit löse ich gerne Kreuzworträtsel und bringe mir gerne auch mal ein Heft mit. Das habe ich aber übertrieben. Letztes Jahr habe ich jeden Tag ein Heft geholt. Nach kanpp einem Jahr hatte ich mehr als 200 Hefte . Genug für ein ganzes Leben

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