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Diskutiere im Thema Kennt ihr das? Fragen zu Frustrationstoleranz; Impulsivität und anderes im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    Idee Kennt ihr das? Fragen zu Frustrationstoleranz; Impulsivität und anderes

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und platziere meine Frage hier in dem Sub-Bereich, da ich noch nicht im Depressionabteil schreiben kann, weil ich nicht vorgestellt bin. In den Tipps für Beginner stand jedoch, dass man sich nicht mit Fragen vorstellen soll und zudem erstmal etwas schreiben sollte. Daher schreibe ich erstmal hier.

    Kurz zu meiner Person: ich bin 23 Jahre alt, Student, Asperger-Autist und habe seit geraumer Zeit von mehreren Ärzten den Verdacht geäußert bekommen, dass ich ebenfalls ADHS haben könnte. Eine Testung sollte eigentlich schon lange durchgeführt worden sein, jedoch maßte sich damals ein Neuropsychologe(!) an, alleine durch Anschauen zu entscheiden, dass eine Testung sinnfrei sei (obwohl ihn die Ärztin quasi damit beauftragt hat). Danach war ich sehr enttäuscht und habe es schleifen lassen.

    Ich schreibe hier primär, um von euch als Betroffene eine Einschätzung zu erhalten, ob ihr einige Phänomene, von denen ich berichten will, auch bei euch wiedererkennen könnt - mehr nicht (also keine Diagnose und ähnliche sinnfreie Wünsche).

    Habt ihr Fortschritte in bezug auf eure Frustrationstoleranz machen können (gibt es gute Trainings z.B.)? Helfen Medikamente auch hierbei? Kann es sein, dass eine niedrige Frustrationstoleranz Auslöser für Depressionen sein kann? Hat jemand das vielleicht bei sich feststellen können? Ich habe leider momentan Depressionen.

    Wie kann ich mich mehr Überwinden ohne (Zeit-)Druck zu arbeiten bzw. überhaupt irgendwas zu machen? Ich stehe jeden Morgen 1,5 Stunden, bevor ich los muss auf und ziehe es dann so weit heraus, dass ich mich im Treppenhaus und zum Teil auf der Straße noch zu ende anziehen muss.. im Laufen... Kennt das jemand? Oder nicht Einschlafenkönnen gerade dann, wenn man es eigentlich müsste? Mitten in der Nacht plötzlich starke Aufregung wie vor einer Prüfung? Richtig zur Ruhe komme ich jedoch nie. Aber manchmal ist es eben extrem. Und dann glücklich sein, weil man schlafen kann? (Schlafen kann ich nicht aus Vernunft, sondern nur wenn ich wirklich, wirklich müde bin.)

    Ich habe zwei Arten Impulsivität, einmal, wenn man meine Ordnung stört, das würde klar dem Asperger zuordnen. Die zweite Art zeigt sich primär, wenn ich ungerecht behandelt werde (oder Leute, die mir was bedeuten/nahestehen) und mich etwas frustriert / enttäuscht / beleidigt. Diese unterscheiden sich sehr stark qualitativ. Asperger ist mehr panische Wut und diese andere Impulsivität eher blanker Zorn.

    Ich habe gelesen, dass ADHS-Betroffene meist eine schreckliche Schrift haben, ich gehe davon aus, dass damit die Leserlichkeit gemeint ist. Bei mir ist es in der Grundschule jedoch ganz anders gewesen. Ich hatte die schönste Schrift, jedoch bei der schrecklichsten Heftführung. Ich hatte praktisch keine. Alles nur Chaos. Hatte das evlt. auch jemand?

    War die Schulzeit für euch auch so eine schlimme Zeit? Ich kam alleine schon mit dem Druck der Hausaufgaben nicht zurecht und habe auch nie welche gemacht. Durch die Schule bin ich nur durchgekommen, weil ich die Fragen intuitiv beantworten konnte und sehr viel mit Logik. Sonntags erinnerte man sich dann, dass morgen wieder Schule ist und dann bekam man dieses beklemmende Gefühl, weil man ja rein garnichts am Wochenende an Hausaufgaben z. B. getan hatte. Aber die Zeit vergeht und man legt sich ins Bett zum Schlafen und kann dann nicht einschlafen, weil man nichts getan hat. Dann fragt man sich, wieso man sie nicht einfach macht - aber wie denn? Man hatte ja nicht aufgeschrieben, was man aufhatte, weil man nicht mal zugehört hat. Kommt euch das bekannt vor?

    Sprecht ihr auch für andere die Sätze zu ende, wenn sie stammeln, weil es euch nicht schnell genug gehen kann? Mir geht eigentlich nichts schnell genug. Mich langweilt fast alles. Ich kann selten ein Lied zu ende hören. Eigentlich nur dann, wenn ich abgelenkt bin Aber bewusstes Zuhören ist nicht drinne.

    Schlechte Aufmerksamkeit und Konzentration wurden schon mal nebenbei "gemessen", bei einem standadmäßigen IQ-Test. Ist auch protokolliert bzw. da aufgefallen. Kennt ihr das, dass man irgendwie, auf deutsch gesagt, keinen Bock drauf hat (der innere Schweinehund zu viel zu stark ist), wenn man sich gezwungenermaßen konzentrieren muss? Z.B. bei einem IQ-Test?
    Aber eine richtige Diagnose strebe ich jetzt in einer Klinik an, meine Ärztin rät mir dazu.

    Na gut, sorry für den wall of text (hab aber noch sehr viel mehr Fragen). Wollte aber auch keine privaten Auskünfte verlangen, ohne auch etwas von mir Preis zu geben.

    Bin auf eure Antworten gespannt. Achja, wenn es geht wenig Ironie bei den Antworten benutzen, da ich diese sehr schlecht verstehe und eigentlich immer raten muss, ob es Ironie ist (Asperger). Danke!!!

    Viele Grüße
    Meta

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Kennt ihr das?

    Hallo

    Zur Frage von Fortschritte in Bezug auf Frustrationstoleranz. Durch die medikamentöse Therapie, achte ich besser auf mein Inneres (war/bin auch sehr Kritikunfähig)
    (subjektives Gefühl !) Jedoch hat die medikamentöse Therapie (Präparat/Stoff Methylphenidat), bei mir auch die Verstimmung verschlechtert, bzw. ich nehme sie besser wahr.

    Als Auslöser einer Depression, spielen noch andere Faktoren (als Frustrationsversminderung) eine Rolle wie (Erbgut, Abläufe in Gehirn, Zwischenmenschliche, soziale Lage usw.) und auch oft in Bereiche wie Familie/Freunde, Beruf, Schule usw.

    Ohne Zeitdruck arbeiten: Aufstellen von einer Struktur und ich denke bei ADHS ist wichtig, dass man das macht einem auch Gefällt (wg. Motivation, Verstimmungen usw.)

    Und das mit Sätze zu Ende führen, liegt vermutlich an den Drang den man verspürt, sich zu äussern, kann man jedoch durch bewusst werden, kontrollieren.

    Die Schulzeit war für mich sehr belassend, war eher ein Aussenseiter und ein völliger Chaot, (schlimm). Hausaufgaben wurden auch nie gemacht und haben mich immer von schwierigen Sachen/Aufgaben gedruckt etc.

    Die Gedanken wo du beschreibst ähnelt mir wie eine Art „Grübeln“ (Keine Lösung finden), oft hilft sich diese Gedanke aufzuschreiben.

    Ja das mit der Konzentration ist mir auch bekannt, ADHS-ler haben jedoch den Vorteil der Hyperfixation auf ein Thema wo einem interessiert (oft hilft es mir bei der Motivation ist jedoch nicht immer leicht).


    Gruss


    PADS

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Kennt ihr das?

    Hallo Meta,

    erst mal Willkommen im Club!

    die geringe Frustrationstoleranz bzw. die fehlende Möglichkeit, Negatives so zu verarbeiten kann Auslöser für Depressionen sein. Ich persönlich brauche oft recht lange, um Enttäuschungen zu verarbeiten und bin dann immer wieder sinnlos am Grübeln. Andererseits können Depressionen auch die Frustrationstoleranz verringern und als AD(H)Sler ist man sowieso reizoffener.

    Chronische Aufschieberitis, die oft schon morgens beim aus-dem-Bett-kommen anfängt kann ich nur bestätigen. Der innere Schweinehund ist riesig. Aber sobald die Zeit knapp wird, geht´s auf einmal wie geschmiert (Hyperfokus). Hatte ich v. a. mit Klausurvorbereitungen. Als Ausweg kann man nur einen festen Tagesablauf planen, aber das gelingt auch nicht immer.
    Ja, und auf der anderen Seite dann wieder die Ungeduld, alles kann nicht schnell genug gehen. Während andere noch in der Grundsatzdebatte sind, ist man längst drei Schritte weiter ...

    Eine besonders schöne Handschrift ist für AD(H)Sler eher untypisch, aber sicher auch kein Ausschlusskriterium. Im übrigen gibt es zwischen Asperger und ADHS auch einige Gemeinsamkeiten, bzw. sehr feine Unterschiede, das mach die Differentialdiagnose schwieriger. Aber die Kombination Asperger/ADHS ist überdurchschnittlich häufig. Ausgeprägte Spezialinteressen, Gerechtigkeitssinn, Schlafstörungen sind z.B. für beide typisch.

    LG Camisinho

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Kennt ihr das?

    Hallo Meta,

    auch von mir ein herzliches Willkommen bei den Chaoten!

    Frustrationstoleranz: ja, bei mir helfen die Medis weil ich mich selbst einfach besser wahrnehme und damit eher die Reißleine ziehen kann, wenn etwas schief läuft. Das Bewusstmachen ebendieser Grenze habe ich aber erst in meiner Kur gelernt.

    Unter anderem deswegen, sollte eine medikamentöse Einstellung immer mit einer begleitenden Therapie gemacht werden.

    Wie PADS schon sagte, spielen bei einer Depression mehrere Faktoren eine Rolle. Ein unerkanntes ADHS kann aber definitiv mit ein Auslöser sein. Bei mir hat sich die Depression aber trotz Diagnose und Medikamente erst gegeben, als ich eben begleitend Therapien gemacht habe. Denn das hat mir dabei geholfen, die Auslöser für den Stress zu minimieren und mich dafür zu sensibilisieren. Ich neige nämlich dazu viel zu viel zu machen und die Warnsignale des Körpers einfach nicht wahrzunehmen.

    Durch die Schule hab ich mich auch eher durchgemogelt. Hausaufgaben, wenn ich sie gemacht habe, immer auf dem letzten Drücker. So kurz vor der Stunde auf dem Klo usw. Mir ging es da ähnlich wie dir. Im Unterricht hab ich meist geträumt oder Comics gemalt. Dabei hab ich aber zumindest mit einem halben Ohr mitbekommen was läuft, sodass ich dann bei Fragen an mich, meistens richtig antworten konnte.

    Ungeduldig bin ich auch heute noch: wenn Leute zu langsam reden, zu lange brauchen um für mich völlig offensichtliche Sachen zu kapieren, Leute die mit ihrem Auto schleichen, sodass ich schon drauf und dran bin sie zu fragen, ob sie ihr Auto um die Kurve schieben wollen....
    Mit den Medis bin ich da tatsächlich gelassener. Ich schimpfe dann immer noch, aber definitiv nicht mehr so heftig wie früher und ich kann mich mittlerweile auch einfach mal zurückhalten.

    LG
    loekoe

  5. #5
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 902

    AW: Kennt ihr das? Fragen zu Frustrationstoleranz; Impulsivität und anderes

    Du schreibst:Wie kann ich mich mehr Überwinden ohne (Zeit-)Druck zu arbeiten bzw. überhaupt irgendwas zu machen? Ich stehe jeden Morgen 1,5 Stunden, bevor ich los muss auf und ziehe es dann so weit heraus, dass ich mich im Treppenhaus und zum Teil auf der Straße noch zu ende anziehen muss..
    Kann es sein,weil Du soo viel Zeit hast umso mehr trödelst ..zB noch faul auf der Coach sitzt ...hast ja noch Zeit ? So zumindest ist es bei meinen Sohn . Und dann plötzlich reicht die Zeit nimma .
    Wie wärs mit : Abend zuvor die Sachen herrichten und das Du in der früh 20 oder 30 Minuten nur hast ...oder probiers mit 15 Minuten .Dann hast Du von Anfang an den Zeitdruck--keine Zeit zum Trödeln,läufst somit gleich auf Hochtouren . Also das heißt Du darfst keine Zeit zum hinsetzten finden .


    Ja wenn ich weiß ich muß früh raus ,umso schlechter kann ich einschlafen

    Schrift ,Heftordung und so : Meine Schrift ist eher schön ,die meines Sohnes oft kaum leserlich ,seine Heftordnung auch Chaos und schreibt ständig über den Rand (was ich heute auch mache ,als Schülerin weiß ich das nicht mehr ).
    Meine Schrift ist aber auch unterschiedlich ,mal schreib ich kleiner,mal größer,mal nach links,mal nach rechts ....in Eile oder bei Wut schreib ich ganz anders (Sauklaue und groß)

    Leute die oft nicht zum Punkt kommen ,wie am Dienstag ...ach glaub nein am Donnerstag blablabla bringt mich auf 180 ...es ist ja scheiß egal wann ,sag doch endlich was war denn da ...
    oder
    einfach weil sie von hausaus langsam reden .....

    sorry Bubi wieder hellwach...

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Kennt ihr das? Fragen zu Frustrationstoleranz; Impulsivität und anderes

    Hallo Meta,

    herzlich willkommen auch von mir im Forum.

    Vieles von dem was Du schreibst, kommt mir bekannt vor. In der Schule hatte ich eine schreckliche Schrift und eine chaotische Heftführung.


    Ich stehe morgens auch immer erst auf den letzten Drücker auf, komme aber noch rechtzeitig.

    Trotz viele Niederschläge bin ich im Leben immer wieder aufgestanden, dadurch hat sich dann meine Toleranzgrenze auch erhöht.

    Früher war ich sehr aggressiv, dies hat sich bei mir mittlerweile aber abgebaut. Dennoch passieren mir immer wieder komische Sachen. Sachen, wo ich denke, daß die nicht sein müssen.

    Alle lachen dann, und mir ist es peinlich. Aber auch das wird weniger

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