Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 12

Diskutiere im Thema Integration in Gruppen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    Integration in Gruppen

    Ich bin mal wieder sauer ohne Ende. Nächstes Wochenende findet am Freitag und Samstag ein kleines Hallenfestival statt, und ich werde wie immer anwesend sein. In diesem Ort gibt es eine relativ große Jugendherberge, in welcher die Mehrheit der Besucher übernachtet. Weil diesmal sehr viele Gäste erwartet werden, wollte ich mich schon im Frühjahr darum kümmern und ein 10-er-Zimmer für meinen besten Freund, seine Freunde und mich buchen. Mein bester Freund und seine Freunde wohnen in einem anderen Teil Deutschlands, und ich hatte bis vor einigen Monaten hier in der Gegend keine gleichgesinnten Mitstreiter und musste immer alleine zu den Events fahren. Und weil er auch viel für mich tut, mache ich eben auch viel für ihn... und beziehe dann auch seine Freunde ein, mit denen ich mich zwar sehr gut verstehe, die mich aber außerhalb der Veranstaltungen so gut wie nie kontaktieren. Ich wohne eben über 500 km von ihnen entfernt, so nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Deshalb planen die mich auch nie ein, wenn sie irgendwelche Zimmer und Ferienwohnungen reservieren. Wir mögen uns zwar, aber eine Freundschaft werde ich mit ihnen nie führen können... wer sich aufgrund der Distanz nicht bemüht, der hat mich nicht verdient.

    Bis auf meinen besten Freund sind diese Leute sehr spontan und ändern ihre Meinungen schneller, als man bis 3 zählen kann. Mir war gleich klar, dass ich sie im Frühjahr nicht wegen Übernachtung einplanen konnte. Sie entscheiden immer sehr kurzfristig ob sie kommen, wer von ihnen kommt und wer wie viele Nächte bleibt. Deshalb haben sie mir damals gesagt, ich solle mal lieber nichts für sie machen. Ich habe dann nur ein Bett im 10-er Zimmer für mich gebucht. Weil die Gefahr sehr groß war, dass ich am Ende ohne Bett bleiben würde und keine Kraft habe um 2 Nächte in der Kälte durchzumachen. Und jetzt chatte ich mit meinem besten Freund und erfahre, dass einige Bekannte von ihm noch paar freie Betten im Zimmer hatten und er und seine Freunde dort schlafen. Toll. Wieder 10 Leute in einer lustigen Gruppe, und ich ganz allein... komme wohl mit Fremden ins Zimmer und weiß nicht wie die Leute sein werden.

    Inzwischen hat einer meiner neuen Bekannten aus meiner Gegend beschlossen, dass er auch hinfährt. Leider war für ihn kein Bett mehr in der Herberge frei, und er muss in einem teuren Hotel übernachten. Wenigstens teilen wir uns das Bahnticket. Ich finde es einfach traurig, dass man in die Gruppenaktivitäten nie so richtig einbezogen wird, wenn man nicht in unmittelbarer Nähe dieser Leute wohnt. Die teilen sich eh alle das Spritgeld und die Bahntickets, machen so vieles zusammen... und sie wissen, dass ich zumindest während der Veranstaltungen gerne mit ihnen die Unterkunft teilen möchte. Und zwar nicht nur wegen der Kosten. Ich lasse z. B. meine Wertsachen ungern in der Herberge, wenn ich mit Fremden im Zimmer schlafe. Deshalb habe ich vor Monaten schon gesagt, dass ich lieber bei ihnen sein möchte.

    Und das ist nicht das erste Vorkommnis dieser Art. Es ist immer wieder dasselbe. Wenn ich mit diesen Leuten die Unterkunft teile, dann nur wenn mein bester Freund für die Reservierung verantwortlich ist oder wenn ich es selbst in die Hand nehme. Diesmal wollte ich es machen, aber Monate vor dem Event können die sich nicht entscheiden. Nehmen wir mal an, ich hätte im Mai kein Bett für mich selbst gebucht... dann hätten die jetzt alle einen Schlafplatz, und ich müsste kucken wo ich bleibe. Egal wie ich es mache und was ich mache, ich fühle mich immer benachteiligt. Selbst Leute, die erst vor wenigen Monaten in diesen Ort gezogen sind und die anderen noch nicht so lange kennen, werden bevorzugt behandelt - weil sie aufgrund der geringen Entfernung schneller verfügbar sind.

    Ist es überhaupt möglich, sich bei so einer Entfernung in eine Gruppe zu integrieren oder macht das generell keinen Sinn? Ich kann mit Sicherheit für mich selbst planen und habe kein Problem damit, aber ich fände es einfach schöner mit den anderen Leuten mehr zu teilen... wo ich hier doch eh nur wenige Kontakte habe.

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Integration in Gruppen

    Hallo WeißeRose,

    hast du deine Gefühle gegenüber den Verantwortlichen schon mal so ausgedrückt wie du es hier getan hast? Vielleicht ist ihnen gar nicht so wirklich bewusst, wie ihr Verhalten auf dich wirkt und wie du dich dabei fühlst.

    Ich finde es positiv Selbstbewusst, dass du sagst, dass sich, wer sich aufgrund der Distanz nicht bemüht, dich nicht verdient hat. Schön!!!

    Denn ich finde, dass du dir das genau das bewahren solltest. Vielleicht macht es Sinn einmal sehr deutlich auf deine Wahrnehmung und Gefühlssituation aufmerksam zu machen. Danach wirst du wissen was Sache ist und wie du von den Anderen gesehen wirst. Das bringt dir dann hoffentlich Klarheit um eine Entscheidung über ein weiteres Engagement treffen zu können.

    Ja, mit anderen Leuten zu teilen finde ich auch schöner aber diese wollen nicht immer teilen oder wissen, dass das eben noch ein Mensch auf Teilhabe wartet. Ich wurde oft ausgeschlossen oder subtil ausgegrenzt. Heute bin ich da Konsequent und meide dann den Kontakt. Hat ja so keinen Sinn, finde ich.

    Lass dich nicht unterkriegen!

    Liebe Grüße

    M.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Integration in Gruppen

    Oh ja, ich habe schon mehrmals gesagt was mich bedrückt. Damit habe ich kein Problem, ich mache nämlich meine Sachen fast nie mit mir selbst aus. Mein bester Freund meinte gestern, ich würde das alles viel zu ernst nehmen. Wir seien doch eh die meiste Zeit alles zusammen draußen unterwegs, und meine Wertsachen könne ich auch bei den anderen ins Zimmer legen, falls ich Bedenken wegen eines Diebstahls hätte. Ich würde aber trotzdem lieber bei den anderen schlafen. Die Tatsache, dass ich womöglich mit Fremden das Zimmer teile, ist für mich ein Zeichen dass ich nirgends richtig dazugehöre. Alle teilen sich ihr Zimmer mit einer Gruppe von Freunden/Bekannten, nur ich nicht. Und ich habe absolut keinen Bock auf diese Außenseiter-Rolle.

    Es nervt mich tierisch an, dass es wirklich immer mich trifft. Und das nur, weil die meisten Leute nicht in meiner Nähe wohnen. Ich hatte jahrelang meine feste Gruppe hier in meinem Umkreis und bin mit den Leuten zu solchen Veranstaltungen gefahren. Leider ist diese Freundschaft vor 5 Jahren zerbrochen, und es gibt definitiv kein Zurück mehr. Seitdem habe ich öfters versucht, mich in andere Gruppen zu integrieren. Aber niemand lässt mich so richtig dabei sein, denn die anderen Gruppen wohnen alle in anderen Bundesländern. Und wer nicht spontan greifbar ist, wird halt vergessen. Ein Kumpel meines besten Freundes meinte mal auf meine Frage warum er sich nie bei mir meldet folgendes: "Na ja, ich weiß doch dass du regelmäßigen Kontakt mit deinem besten Freund hast. Wenn ich wissen möchte wie es dir geht und was du so machst, dann frage ich ihn einfach, wenn ich mich mit ihm in der Kneipe treffe." Toll. Ich habe versucht, hier eine neue Gruppe aufzubauen. Mittlerweile gibt es einen jungen Mann in meinem Bundesland, der wegen Studium hierhergezogen ist (uns trennen aber trotzdem ca. 230 km, von daher geht nix mit spontanen Treffen... aber wir teilen uns das Geld für die Fahrten zu den Veranstaltungen). Ein anderer junger Mann wohnt nur 30-40 km entfernt von hier, meldet sich aber so gut wie gar nicht mehr seit er eine Freundin hat.

    Ich habe zwar hier auch ein paar wenige Freunde und Bekannte, aber die haben 1.) wenig Zeit und sind 2.) nicht meine höchste Priorität. Bei mir haben die Leute aus der Szene grundsätzlich Vorrang, denn alle anderen Menschen langweilen mich nach einer gewissen Zeit und werden uninteressant. Vor einigen Jahren bin ich manchmal am Wochenende auf Parties gefahren oder habe einfach so Leute aus der Szene besucht, um mit ihnen mehr Zeit zu verbringen. Verständlicherweise habe ich erwartet, dass sie im Gegenzug auch mal dasselbe für mich tun. Bahnfahrten kosten schließlich Zeit und Geld, und ich sehe nicht ein dass immer nur ich fahren soll. Aber leider waren die Leute anderer Meinung... weil ich hier keine Gleichgesinnten habe, müsse immer ich fahren um sie zu sehen. Irgendwann habe ich das nicht mehr eingesehen und es bleiben lassen. Nur weil ich hier keine Gleichgesinnten habe, kann es nicht sein dass immer nur ich geben muss und die anderen sich schön zurücklehnen und nach Belieben nehmen können. Ich habe mich schon häufig überlegt ob ich nicht in eine Gegend ziehe, in der mehr Leute aus der Szene wohnen. Mein bester Freund warnt mich allerdings davor, denn man weiß nie ob die Leute auch wirklich mehr Kontakt suchen wenn man in der Nähe wohnt.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Integration in Gruppen

    Hallo WeißeRose,

    scheint ja eine komische Szene zu sein. Da bemühst du dich ohne Ende um den Kontakt zurück kommen tut kaum was. Du bist am Ende doch immer für dich allein.

    Du fährst ewig lange Strecken um Kontakt zu halten und niemand kommt zu dir. Du bist alleine und einsam. Ja, du leidest sogar darunter und fühlst dich ausgeschlossen.

    Warum suchst du Kontakt zu Menschen, die so wenig Interesse am Kontakt mit dir haben? Was ist das eigentlich für eine Szene?

    Liebe Grüße

    M.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Integration in Gruppen

    Räumliche Distanz ist ein großes Problem. Mal ehrlich: Würdest du denn häufigen Kontakt zu jemandem suchen, der 100, 200 km oder noch weiter von dir entfernt wohnt, wenn du genügend Freunde bei dir in der Nähe hast? Menschen, mit denen du dich ganz spontan treffen kannst und bei denen du nicht jedes Treffen vorher durchplanen musst? Die meisten Bekannten haben gleichgesinnte Freunde in der Nähe. Für sie ist es bequemer, mal kurz donnerstags jemanden zu kontaktieren und zu fragen ob diese Person spontan am Freitag Zeit hat. Bei mir geht das nicht so einfach. Ich muss planen, welchen Zug ich nehme, ob ich eine Mitfahrgelegenheit suchen soll usw. Viele meinen, ihnen sei schon eine Fahrt von 30 Minuten in eine Richtung zu lang. Ich fahre täglich 1 Stunde zur Arbeit - und zwar in eine Richtung. Ich hatte auch noch längere Arbeitswege in der Vergangenheit. Deshalb kann ich es nicht verstehen, wenn mich jemand nicht treffen will, weil ihm 30-60 Minuten Fahrzeit zu viel des Guten sind.

    Hier in meiner Gegend kann ich mit den meisten Leuten nichts anfangen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich Menschen aus anderen Regionen des Landes kennengelernt habe, die mir weitaus sympathischer sind. Ich kann ja noch verstehen, wenn jemand nicht extra samstags 500 km fahren möchte nur um mich zu sehen und am Sonntag wieder auf die Heimreise geht. Aber was ist schon eine Fahrzeit von 1-2 Stunden? Für mich nicht sonderlich viel...

    Ich fahre schon seit ca. 2-3 Jahren keine weiten Strecken mehr, nur um irgendwelche Leute zu sehen. Schließlich brauche ich meine Wochenenden auch zur Erholung, außerdem studiere ich noch neben der Arbeit. Und Geld kostet das Ganze auch, da können andere ruhig auch mal was investieren und nicht immer nur ich. Weite Fahrten nehmen ich nur noch für gewisse Veranstaltungen in Kauf, und für eine Fernbeziehung würde ich natürlich auch fahren (aber nur, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht und nicht meistens nur ich fahren muss, wie in meinen letzten beiden Beziehungen damals).

    In der Szene bin ich beliebt und geschätzt. Wenn ich irgendwo anwesend bin, scharen sich viele Leute um mich. Ich bin nie alleine und werde ständig angesprochen, wenn ich unterwegs bin. Aber außerhalb der Veranstaltungen halten sich die Kontakte in Grenzen. Und wenn die Leute etwas planen zwecks Teilen der Unterkunft und so, dann werde ich selten gefragt. Ich muss eh öfters alleine fahren und schon deshalb mehr für die Fahrt bezahlen als die ganzen Gruppen. Dann ist es doch logisch, dass mir ein Einzelzimmer auf die Dauer zu teuer ist. Aber die Leute, die gemeinsam anreisen, die planen halt auch meistens gemeinsam zu übernachten - und als Einzelperson hast du meistens die A-Karte gezogen. Was auch sehr auffällig ist: Solange eine Gruppe noch relativ klein und überschaubar ist, wird man noch irgendwie einbezogen. Sobald aber mehr Leute aus der Stadt dieser Gruppe hinzukommen und sich die Gruppe um ein Vielfaches vergrößert, werden die Außenstehenden immer mehr vergessen.

    Mir ist aufgefallen, dass viele dieser "Freundschaften" hauptsächlich auf geographischer Nähe basieren. Ich wette, dass viele dieser Leute gar nichts miteinander zu tun hätten, wenn die räumliche Entfernung zwischen ihnen größer wäre. Mir sind Menschen lieber, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin... dafür nehme ich lieber eine gewisse Entfernung in Kauf als mich mit Leuten abzugeben, die zwar bei mir in der Nähe wohnen, aber freundschaftlich nicht zu mir passen. Schade, dass viele das anders sehen.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Integration in Gruppen

    Ich hatte nie Freunde in meiner näheren Umgebung. Also war ich drauf angewiesen oft mehrere hundert Kilometer zurück zu legen. Schon lange will ich hier weg und es könnte bald soweit sein aber sicher ist das nicht. Also fahre ich Auto und Zug oder nehme das Flugzeug. Eine andere Wahl habe ich nicht.

    Ja. Natürlich können auch andere sich auf den Weg machen aber tun sie es nicht. Offensichtlich fehlt ihnen das Bewusstsein dafür, was für einen Aufwand du betreiben musst um sie zu sehen. Beruht wohl nicht auf Gegenseitigkeit das Ganze und das wäre für mich ein Grund sich zu distanzieren. Es wäre mir zu einseitig aber wenn es die einzigen Kontakte sind die irgendwie passend sind kann sich das natürlich auch wieder anders darstellen, besser etwas als gar nichts, auch wenn der Kontakt asymmetrisch ist. Es ist dann aber wieder nichts wahres sondern einer muss immer viel mehr Aufwand betreiben als der andere.

    Das verstehe ich jetzt nicht. Wer beliebt und geschätzt ist, warum wird der dann nicht gefragt? Gerade wenn es um ein Treffen geht sollte doch ein großes Interesse bestehen, solche beliebten und geschätzten Personen einzuladen. Du bist dann diejenige, die wieder alleine fahren muss, alleine im Zimmer schlafen soll und du machst es mit, damit du Kontakte hast. Mit dir kann man es ja machen. Du kommst ja sowieso immer. Dieser Szene scheint es wohl egal zu sein, wie du dich dabei fühlst.

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Integration in Gruppen

    Hallo ihr zusammen..

    Ich muss auch gleich mal vorab sagen solche Menschen sind keine freunde und wissen auch nicht wie man mit freunden umgeht.
    Ich selbst muss sagen das ich es hasse in eine schon bestehende Gruppe zu kommen und von allen seiten begafft zu werden oder ausgefragt zu werden.
    Ich fühle mich dabei sehr unwohl... ich mag es nicht im Mittelpunkt zu stehen ,..was ja eigendlich untypisch ist für ein Adhsler...

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Integration in Gruppen

    @Maverick: Auf meinen besten Freund kann ich trotz der räumlichen Entfernung zählen, er ist immer für mich da. Dabei hat er wirklich nicht viel Zeit. Für ihn bin ich nicht nur eine flüchtige Bekanntschaft, sondern eine echt gute Freundin. Das spüre ich. Die anderen Leute, bei denen ich diese Einsatzbereitschaft nicht spüre, kontaktiere ich längst nicht mehr "einfach so". Alle kommen eben mit ihren Freunden aus der näheren Umgebung. Ich hatte auch mal eine Clique und bin mit den Leuten jahrelang auf solche Veranstaltungen gefahren. Leider ist meine Freundschaft zu ihnen vor über 5 Jahren zerbrochen, und seitdem geht es mir so wie jetzt. Zwar hatte ich zwischendurch andere Leute aus anderen Regionen Deutschlands, die mich gute Freundin nannten, sich öfters per Telefon, SMS, Mail oder ICQ meldeten und sich mit mir auf den Events das Zimmer teilten. Doch je mehr Freunde diese Menschen in ihrer Heimat fanden, umso weniger bemühten sie sich um den Kontakt zu mir... und irgendwann sind diese Freundschaften zu oberflächlichen Bekanntschaften verflacht.

    Am Samstag hatte ich ein Chatgespräch mit einem flüchtigen Bekannten. Er meinte, ihm wäre es manchmal schon zu stressig, eine halbe Stunde irgendwohin zu fahren. Wer schon aus beruflichen Gründen täglich solche Strecken zurücklegt wie ich, kann solche Leute nicht verstehen.

    @Sunny1985: In eine bestehende Gruppe zu kommen ist meiner Meinung nach extrem schwer. Meine frühere Clique hat sich ganz langsam entwickelt. Ich habe mich erst mit einem jungen Mann angefreundet, und wir haben vieles zu zweit gemacht (rein platonisch). Irgendwann habe ich zwei andere nette Leute kennengelernt und sie mit meinem damaligen besten Freund bekannt gemacht. So ist eine tolle Viererkonstellation daraus entstanden, die aber nach einigen Jahren leider zur Dreierkonstellation wurde.

    Die meisten Gruppen bei uns bestehen übrigens ausschließlich aus Männern. Wenn Frauen dabei sind, dann sind das die Partnerinnen dieser Männer. Viele Männer wollen auch bewusst keine platonischen Freundschaften zu Frauen, und ich persönlich kenne kaum Frauen, mit denen ich meine Freizeit verbringen möchte (1. zu wenig gemeinsame Interessen, 2. zu viele schlechte Erfahrungen gemacht und dementsprechend vorsichtig geworden).

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: Integration in Gruppen

    Hallo Weiße Rose,

    bist du immer noch sauer wegen dieser Gruppengeschichte? Hat sich denn für dich nun etwas verändert? Letztendlich bleibt dir nur übrig, deine Bedürfnisse bei diesen Menschen klar und verständlich auszudrücken und dann eine Entscheidung zu treffen.

    Entweder du nimmst es so hin wie es ist oder du ziehst dich zurück. Eine andere Option sehe ich nicht.

    Liebe Grüße

    M.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Integration in Gruppen

    Hallo Maverick,

    ich kontaktiere die Leute aus den anderen Bundesländern, von denen nichts zurückkommt, schon längst nicht mehr.

    Mittlerweile habe ich wie bereits gesagt zwei junge Männer aus meinem Bundesland kennengelernt. Einer von ihnen ist Ende 20, wohnt ca. 30 km entfernt von mir, ist Student und seit einigen Monaten vergeben. Der andere wohnt über 200 km weg, ist erst Anfang 20 und ebenfalls Student. Mir sind beide Männer sympathisch, und bei dem Jüngeren kann ich verstehen dass er nur sehr begrenzt Geld zur Verfügung hat (keinen Nebenjob) und Treffen wegen der Entfernung nicht so häufig möglich sind. Der Ältere von Beiden hat seit einigen Monaten eine Freundin und kann sie aus Zeitmangel auch nicht so oft sehen, wie er es gerne hätte. Aber selbst als er noch Single war, hatten wir außerhalb der Veranstaltungen so gut wie keinen Kontakt. Wenn dann was geplant war, dann rief er an und wir redeten stundenlang, schrieben uns häufig etc. Vor wenigen Tagen hat er sich das erste Mal seit 4 Monaten wieder bei mir gemeldet.

    Und jetzt am WE war wieder ´ne Veranstaltung, wo ich den Großteil meiner Bekannten getroffen habe. Was mich jetzt traurig macht ist die Tatsache, dass der ältere der beiden Männer aus meinem Bundesland jetzt trotz der Entfernung verstärkt Kontakt zu dem jüngeren Mann sucht, aber zu mir nicht. Wir verstehen uns zwar sehr gut, aber irgendwie habe ich das Gefühl dass vielen Männern freundschaftliche Kontakte zu anderen Männern viel wichtiger sind als platonische Freundschaften mit Frauen. Ich kann nämlich mit Frauen-Freundschaften wenig bis null anfangen, die meisten Geschlechtsgenossinnen langweilen mich total (v. a. diese ******, die sich in erster Linie für Mode interessieren.... schrecklich). Und ich sehe das absolut nicht ein, den Großteil meiner Freizeit mit Frauen zu verbringen.

    Meine alte Clique bestand ausschließlich aus Männern. Irgendwann nervte sie meine Dauer-Anwesenheit, und sie sagten mir ich sei keine richtige Frau usw. Aber ich fand es mit ihnen halt viel interessanter als unter Frauen, was soll daran so schlimm sein? Eine neue Clique, in der ich wieder die einzige Frau wäre, das wäre echt ein Traum...

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Gruppen in MV?
    Von Chrislwl im Forum ADHS ADS Erwachsene: Selbsthilfegruppen
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 12.11.2011, 12:34
  2. Gruppen in Lübeck ,Umgebung ?
    Von Silram42 im Forum ADHS ADS Erwachsene: Selbsthilfegruppen
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 16.10.2010, 23:07

Stichworte

Thema: Integration in Gruppen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum