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Diskutiere im Thema Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #301
    Zotti

    Gast

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Ja, ich helfe gerade einem Freund meines Sohnes der in Schwierigkeiten geraten ist, da er zu einer Maßnahme nicht gegangen ist,
    und dann Räumungsklage weil das Amt alles gestrichen hat usw.

    Er wohnt jetzt gerade bei uns, ich helfe ihm jetzt die Sachen zu klären und ärgere mich sehr über diese Sozialarbeiter (Streetworkerin)
    und auch die Stelle wo wir uns haben beraten lassen und die für wohnungslose Jugendliche und junge Erwachsene zuständig sind.

    Ich habe ein paar Unterlagen hier und schon einiges abklären können. Auch verstehe ich nicht, warum sich seine Wohngruppe - wo er früher
    gelebt hat - noch nicht gemeldet hat. Er lebte mit seinen Brüdern seit Kleinkindalter in einer Wohngruppe weil die Eltern ihn oder die drei
    mißhandelt haben.

    Ich frage mich was ein Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge eigentlich lernt. Dann rufe ich hier und dort an, z.B. gestern bei der Stelle, wo die
    Post hinsoll und damit er eine Meldeadresse hat. Da habe ich nur mal nachgefragt ob das schon was angekommen ist, den warum soll man
    weit fahren, wenn keine Post da ist, zumal die Fahrkarte auch Geld kostet. Da wurde ich beschimpft, in etwas so, warum liegt der mit seinem
    Arsch noch im Bett und warum ruft der nicht selber an. Hallo, sagte ich, ich habe einfach von mir aus mal eben angerufen, also es wurde immer
    schlimmer und ich mußte den Hörer auflegen. Dann habe ich nachher nochmal angerufen und somit mir den Namen aufgeschrieben. Ich habe
    nochmal versucht in Ruhe mit dem Mitarbeiter am Telefon zu reden, doch er wurde dann wieder wütend und schimpfte. Ich frage, kennen sie den
    den Herrn G. nein, er kennt ihn gar nicht. Ich fragte sind sie Sozialarbeiter und er bejahte das, obwohl ich mir das nicht vorstellen kann.

    Na ja, ich könnte noch so einige schreiben, egal, ich habe schon ein paar Termine organisiert, z.B. Arzt und eine gute Sozialberatung und warum
    soll ich dem jetzt nicht helfen. Soll ich ihn rauswerfen. Ich sage mir ich mache ein Positivliste (hab ich ja mal irgendwo gelernt). Also 1. er hört auf mich,
    2. er geht überall mit hin zu den Beratungsstellen, er geht auch alleine hin und ruft an, doch ich muß ihn schon daran erinnern.
    Dann trinkt er nicht und nimmt keine Drogen und jetzt geht er sogar zum Fußballtraining wieder.

    Mein Sohn ist da viel gemütlicher. Dann immer wieder diese Sprüche egal von welchem Helfershelfer, der muß wollen, der muß dahin und dahin und
    die Anträge stellen, der muß Willen zeigen blablabla.

    Ehrlich gesagt, wenn ich schon Probleme habe hier und da was zu durchblicken und vieles nicht weiß, woher soll er das dann plötzlich können mit 20 Jahren.

    Kein Wunder, das soviele auf der Straße leben, ich vermute, die Hälfte von denen würden viel schaffen wenn sie die richtige Hilfe und Verständnis bekämen.

    So jetzt muß ich schlafen, Gruß Zotti

  2. #302
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.425

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Schön Zotti, gibt es Menschen wie dich!

    lg

  3. #303
    Zotti

    Gast

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Danke für den Satz. Ja dann will ich weiterschreiben. Heute war ich mit dem jungen Mann dann in seiner alten Wohnung.
    Also eine ADS-Freundin kam mit dem Auto und wir sind dorthin gefahren. Dann kam die Sachbearbeiterin von der Wohnungsgesellschaft
    und die ist total nett, das hat man ja auch selten. Weil der Freund meines Sohnes, (junger Mann) die Schlüssel in die Wohnung gelegt hatte
    und die Wohnungsbausgesellschaft auch keinen Drittschlüssel, kam auch ein Schlüsseldienst.
    Irgendwie war das dann sogar lustig, es war auch ein junger Mann und ich sagte noch zu ihm, guck an, sie haben wenigstens einen Job.

    Dann ging er zur Wohnungstür und wie man sich das doch sonst vorstellt, holen die solche Geräte heraus und öffenen dann die Türe.
    Aber er hatte so ein dickes Plastikstück und hat es dann in den Türrahmen geschoben und runtergezogen und schwubiwupp war die Türe offnen.
    Ich hoffe das die Rechnung dann nicht so hoch ausfällt.

    Tja, die Wohnung von dem jungen Mann ist eine Souterrainwohnung und ich fand dies alles sehr bedrückend, Räume unten im Keller, keine Wunder,
    das er sich da nicht wohl gefühlt hat. Ansonsten war die Wohnung in TipTop-Zustand, braucht nix renoviert zu werden und es liegt Laminat.

    Allerdings ist noch eine Küche drin, eine Waschmaschine und eine Couch und noch ein altes Bett. Die Sachbearbeiterin hat sich dann unterschreiben
    lassen, das er die Wohnung nun kündigt, den bei einer Räumungsklage muß man auch einwilligen, sonst dürfen sie die Wohnung nicht weitervermieten.
    Wenn ich jetzt nicht gewesen wäre, hätten sich immer mehr Mietschulden angesammelt. Ich frage mich immer noch, warum die Streetworkerin und der
    vom der Intiative für junge Wohnungslose das nicht wissen oder darauf hingewiesen haben. Allerdings auch nicht mein Rechtsanwalt.

    Jetzt haben wir auch wieder einen Wohnungsschlüssel und ich überlege schon, ob ich die Küche übernehme, den ich will schon seit Jahren meine uralte
    Einbauküche die ich noch nie mochte rausschmeissen. Tja, nur dafür brauche ich wieder Leute die ab- und aufbauen, Sperrmüll ist kein Problem.

    So das war es erstmal,

    dann noch was, ungerecht finde ich auch, jetzt ist wieder ein Meerschweinchen krank, gestern war ich noch beim Tierarzt mit meiner Freundin (sie hat eine gute
    Praxis und fährt mich mit dem Auto hin), also ja das Schweinchen hat ein dickes Eitergeschwür und heute schon wurde es operiert. Allerdings war ich ja mit der
    Wohnung bezüglich des Freundes meines Sohnes unterwegs. Meine andere ADS-Freundin hat aber das Schwein abgeholt und weggebracht und heute abend
    müssen wir es wieder abholen. Also ich wollte schreiben, das kostet wenn ich Glück habe nur 80 Euro. Was macht aber jemand, der ein Tierchen hat und Hartz IV
    erhält, der kann sein Tier nicht operieren lassen. Dürfen arme Leute keine Tier haben? Denn gerade bei Asperger oder ADS-Kindern können Tier Wunder bewirken,
    und so ein kleines Schweinchen ist ansonsten nicht teuer. Tja, das interessiert auch keinen. Auch für alte arme Menschen sind Hund oder Katze manchmal die
    wichtigsten Bezugspartner, das finde ich z.B. auch ungerecht, wenn die jahrelang ein Tier haben und es wird krank oder sonstwas passiert und sie müssen es dann
    sogar weggeben.

    Ich habe aber das Glück, viele nette Menschen um mich zu haben, andere haben das nicht. Mein Freund zahlt was zu den 80 Euro und mein Geburstagsgeld kommt
    eben noch hinzu.

    Bis dann, Gruß Zotti

  4. #304
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 11.417

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Hallo Zotti,

    So was staunt mich nicht, aber... Ich finde auch nicht faire! Ich denke wirklich dass sozialarbeitern, die oft stinos sind, die ausmass manche einschränkungen (ADS oder AS) sich nicht wirklich vorstellen können und daher der unterschied zwischen wollen und können nicht unterscheiden können.

    Zu deine geschichte, kommt mich eine im sinn, etwas dass in ein dorf in der CH passiert ist: Jagdszenen in den Niederungen - Hälfte / Moitié

    lg

  5. #305
    Zotti

    Gast

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Hallo, mein Computer war in Reparatur, die Festplatte war zu voll, na ja ein Glück ist er nicht kaputt.
    Zu dem Freund meines Sohnes, habe eine Termin bei einer Sozialberatung in der Stadt gemacht hier neben Bochum, wo er jetzt auch hinziehen soll.
    Da haben wir schonmal Anträge ausgedruckt bekommen. Dann müssen wir da bei der Diakonie anmelden bei der Wohnungslosenhilfe und der Mann
    wird auch so weiterhelfen.
    Am Freitag habe ich dann ein Attest von meinem Hausarzt bekommen für ihn, da hatte ich einen Termin gemacht und diese Attest ist sehr gut.
    Damit können wir die gestrichenen Leistungen zurückbekommen für die letzten drei Monate, dadurch hat er ja auch seine Wohnung verloren.

    Allerdings muß ich sagen, er hatte einen Betreuer nach der Wohngruppe, der hat mit ihm diese Wohnung wohl gesucht, und ehrlich gesagt, als ich
    letztes Mal mit ihm einen von mir organisiertes Treffen mit der Sachbearbeiterin der Wohnungsgesellschaft dort hatte, da dachte ich, so eine Wohnung
    in der Gegend (nur Reihenhäuser, keine Geschäfte usw., also sehr abseits vom Leben) und dann eine Souterainwohnung, also praktisch Kellerwohnung
    die würde ich nie für einen jungen Erwachsenen der das erste mal alleine wohnt aussuchen.

    Als ich die Treppe runtertging, habe ich schon das Gefühl bekommen, das man in der Wohnung Depressionen bekommt, auch wenn man keine hat. Kein
    Wunder das er da irgendwo nicht wohnen wollte oder konnte, dann sah es alles kahl und unbenutzt aus und ich glaube er war nie zu Hause. Er wohnte
    auch nur 5 Monate da, was er selber gar nicht wußte.

    Na ja, jetzt bin ich erstmal dabei ihm ein WG-Zimmer zu organisieren, er hat ja auch gar keine Möbel. Sehr traurig finde ich, das die früher Wohngruppe, wo
    er 11 Jahre gelebt hat, sich bisher noch nicht bei mir zurückgemeldet hat. Wenn man keine Eltern hat, dann ist doch so eine Wohngruppe eine Art Elternersatz
    und dann wenn man von denen nicht mehr betreut wird, dann kümmern sie sich überhaupt nicht mehr um die Menschen. Das verstehe ich nicht. Zumindest
    möchte ich ein Gespräch um noch Hintergründe zu erfahren oder auch, damit sie vielleicht noch die Waschmaschine und die Couch die in der Wohnung stehen,
    zu mir transportieren.

    Also bis dann, ich berichte auch weiter wie ich vorankomme als Laiensozialarbeiterin. Gruß Zotti

  6. #306
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.131

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Hallo Zotti,

    ich finde es bewunderswert, was du machst.

    Ich möchte hier nicht drüber schreiben, aber ich habe auch schon viel Erfahrungen als "Laiensozialarbeiterin".

    Unser Sozialstaat ist immer noch sehr gut, verglichen mit anderen Ländern, niemand muss obachlos sein oder
    verhungern, wird immer so schön gesagt. Dass die Schwachen oft gar nicht in der Lage sind, die Hilfe zu
    bekommen, dass jemand hinter ihnen stehen muss, zur Not auch mal 24 Stunden am Tag, das ist was
    anderes und kann von den "Profis" nicht geleistet werden.

    Ich wünsche dir viel Kraft!

    Liebe Grüße
    Gretchen

  7. #307
    Zotti

    Gast

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Hallo liebes Gretchen,


    Ja, ich wundere mich auch, das keiner bemerkt, das manche die jetzt ganz ängstlich und schüchtern sind, gar nicht alleine zu den Ämtern gehen können aus Angst.
    Ich hatte früher auch Angst, mußte aber wegen meiner Kinder, doch ich kann gut verstehen, wenn man egal welches Schicksal oder welche Notlage dahintersteckt,
    meistens sehr unfreundlich behandelt wird. Ich finde das ist doch eine Diskriminierung gegenüber Hartz V - Empfängern, die es jetzt nicht jahrelang sind, doch durch
    besondere Umstände mal Hilfe beantragen müssen.

    Eigentlich müßte es bei solchen Ämtern sowas wie Mediatoren oder ähnliches geben. Es kann jeder in eine Notlage geraten, gerade wenn er überhaupt keine 'Familie
    oder Freunde hat auf die er zurückgreifen kann. Die auf dies sie sauer sind, ja die gibt es auch, die keinen Unterhalt zahlen und schwarz arbeiten gehen und so weiter.
    Mir sind die auch egal, doch wie kann man auf junge Menschen die noch keinen Lebenserfahrung haben oder Alleinerziehende die keinen Unterhalt bekommen usw.
    sauer sein und sagen die tuen nichts.


    Jedes Schicksal ist individuell und wenn man Menschen bei den Ämtern schlecht behandelt, kann es dazu führen, das sie sich noch schlechter fühlen und depremiert werden
    usw. Es müßte da individuellere Hilfen geben und nicht gleich Androhungen mit Sanktionen davon wird man verschreckt.

    Damals als meine Söhne 15 Jahre wurden, da mußten wir zur Rehaberaterin zum Jobcenter und die hat dann meinen Asperger-Sohn aufgeklärt (obwohl er noch zur Schule ging), das er wenn er mal die Schule beendet hat und dann nichts macht, kein Geld mehr bekommt vom Amt und im schlimmsten Fall Essensmarken. Es war sogar noch die Familienhelferin vom Jugendamt dabei. Die hat nichts gesagt.
    Ich war doch froh, das die Diagnose mit 14 Jahren festgestellt wurde und alles soweit gut lief mit meinem Asperger, außerdem habe ich meinen Sohn doch nie gesagt, das sie Sozialhilfeempfänger sind und jetzt ab 15 Jahren Hartz V beantragen müssen und jetzt besonders überwacht werden, ob sie auch zur Schule gehen usw. Mein Sohn wußte gar nicht wovon sie redet und ich fand das sehr schlimm, gegenüber einem Asperger so etwa anzudrohen.

    Ich wurde sehr wütend und bin aufgesprungen und hätte fast den Schreibtisch umgeworfen, ich habe mich so aufgeregt und sie beschimpft, habe sogar gesagt, sind hier wir hier wie früher bei den Nazis......, tja, ich finde ich habe richtig reagiert, sie hat sich erschrocken..

    Die vom Jugendamt hat sich dann entschuldigt und gesagt, ach ja die Frau K. die hat eine ADS-Störung und da kommen alle Informationen aufeinmal in ihr Gehirn und da kann es schonmal passieren, das sie sich so aufregt. Tja, eigentlich hätte sie der Frau sagen müssen, das sie meinen Sohn bitte in Ruhe läßt und nicht solche Drohungen macht, zumal er noch 3 Jahre zur Schule geht und froh sein sollte, das alles so gut läuft.

    Ich höre immer Diskriminierung gegenüber Ausländern, keiner spricht je davon, das auch viele benachteiligte Deutsche diskriminiert werden, vielleicht kommt daher auch manchmal der Ärger auf Ausländer. Das kann ich sogar dann verstehen, denn ich möchte bitte schön auch mehr unterstützt werden wenn ich ADS habe, einen Asperger-Sohn und einen ADSler und dazu noch Alleinerziehend und eine schwere Kindheit worunter ich heute noch teilweise leide. Na ja, darüber darf man aber nie reden, dann soll man den Mund halten und zufrieden sein.


    Bezüglich das Leute nichts zu Essen haben, da könnte ich auch noch eine schöne Geschichte zu der Tafel (hier in Bochum-Langendreer) schreiben. Das ist ein Thema für sich, doch wenn ihr es wissen wollt, wie ich bei der Tafel (wie gesagt hier in Langendreer behandelt wurde oder auch andere MitbürgerInnen (die natürlich wieder den Mund halten aus Angst)) dann schreibe ich euch das beim nächsten Mal.

    So jetzt muß ich mal die Wohnung aufräumen usw.

    allen ein schönes Wochenende, ich komme erst am Montag wieder ins Forum, weil ach ja, jetzt nehme ich morgen auch noch zwei Notfallkaninchen vorübergehend auf (hoffentlich vorübergehend), aber ehe sie da wo sie jetzt sind schlecht behandelt werden oder sogar noch weglaufen, da nehme ich sie mal, darum muß ich jetzt schon vorbereiten und den Stall zurechtmachen und habe viel zu tun....

    bis dann Gruß Zotti :peace:
    Geändert von Atze ( 4.11.2014 um 23:20 Uhr) Grund: Nachname gekürzt

  8. #308
    WbD


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Das ist ein Thema für sich, doch wenn ihr es wissen wollt, wie ich bei der Tafel (wie gesagt hier in Langendreer behandelt wurde oder auch andere MitbürgerInnen (die natürlich wieder den Mund halten aus Angst)) dann schreibe ich euch das beim nächsten Mal.
    Doch, interessiert mich.

    Was die Ämter angeht, habe ich ein wenig ein ambivalentes Bild, und kann deren Handeln zumindest an manchen Stellen nachvollziehen. Ich habe dort schon renitente und aufsässige Amtsgänger in einer Art und Weise erlebt, die jedweder Beschreibung spottet. Ich meine, dass dort letztlich auch bloß Menschen sitzen, und dass ich mir ziemlich gut vorstellen kann, was das mit einem bewirkt, wenn man es täglich mit zwei oder drei solcher Aspiranten zu tun bekommt. Logisch, dass das nicht pauschal auf alle anderen Kunden übertragen werden darf, und dass keine Zweiten und Dritten darunter zu leiden haben sollten. Ich stelle mir das aber eben auch ziemlich schwer vor, das in der tagtäglichen Praxis immer so umzusetzen, wie es eigentlich richtig und angemessen wäre.

    Ich persönlich kann über meinen Kontakt mit Jobcentern eigentlich nicht klagen. Ich bin immer ehrlich geblieben, habe probiert, mich so gut es geht zu erklären, wenn ich mal nicht in der Lage war, bestimmte Anforderungen zu erfüllen, da ich auch immer mit Depris und soziophobischen Tendenzen zu kämpfen hatte, und bin im Großen und Ganzen eigentlich immer auf wohlwollendes Entgegenkommen gestoßen. Ich kenne die in mehreren Städten, muss aber eben auch sagen, dass es sich bei mir immer nur um kurze Episoden handelte, bzw. eben auch fallweise die für Selbstständige zuständigen Abteilungen, welche teilweise tatsächlich in anderen Stadtteilen zu finden waren, als die üblichen Jobcenter.
    Ganz ehrlich: die unangenehmsten Episoden haben sich dort bei mir eigentlich nur mit anderen Wartenden ergeben.
    Und auch sonst kann ich mich eigentlich über den Amtsschimmel nicht wirklich beklagen, ob das nun das Finanzamt ist, bei dem ich mich bisweilen manchmal über die enorme Geduld wundere, mit der man dort meinen Kapriolen begegnet, oder meine Krankenkasse, die mir irgendwie jeden Plunderich zu bewilligen scheint.
    Ich scheine da mit den Zuständigen immer ganz schön Glück zu haben.

    Manchmal bin ich ziemlich fassungs- und sprachlos, wenn mir da die Schilderungen Anderer unterkommen. :/

  9. #309
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 11.417

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    Hallo alle,

    @ Zotti: so wie ich lese, hast du viel durchgemacht... Dabei, wenn ich daran denke, wie wenig die leute von ADS wussten und wie wenig sie mich dabei helfen konnten, kann ich mich vorstellen dass sie mit asperger auch ihre mühe haben... Ich bin überzeugt, die meistens menschen an die ämter wollen eine gute job machen (vor allem ihre job nicht verlieren!) aber sie haben halt ihre grenzen... Mit mehr aufklärung kann es besser werden... Es ist eine lange arbeit...

    So viel wie du habe ich sicher nicht erlebt und in der CH mehrheitlich auf hilfbereiten menschen gestossen. ich finde übrigens schweizer sehr hilfbereit und zuverlässig! Aber eben, ADS ist wenig bekannt und lange habe ich irgendetwas vermisst die ich nicht mal fassen konnte was es ist... ich war zwar immer wieder geholfen um immer wieder in selbe mist zu landen... Bis ich der diagnose bekam und daher etwa zielgerichtet hilfe suchen konnte.
    Mit der zeit bin ich auch wählerisch geworden wer mich wie helfen darf...

    @ WbD; reninanten kenne ich persönlich keiner. Ich sehe vor allem menschen die wirklich unten ihre problemen leiden und hart kämpfen! Sicher gibt es einige sozialschmarozer, aber ich schätze dass es eine kleine minderheit ist dass unsere ländern sehr gut vertragen können...
    Es gibt auch menschen (darunter können eine häufchen undiagnostisierte ADSler sein) die so viel negatives erlebt dass sie einfach nicht mehr mögen, an nichts mehr glauben und dann nichts mehr probieren wollen, ausser genug geld jeden monat zu bekommen um zu überleben.
    Auf der erste blick ist schwierig eine richtige schmarozer zu unterscheiden von ein mensch der einfach innerlich aufgegeben hatte.
    Es ist mich auch bekannt (wahrscheinlich dich auch!) dass ADSler leider oft von umfeld als faul gesehen werden... Es ist schwierig zu sehen ob jemand nicht kann oder nicht will... Ich habe der eindruck der unterschied kann in der emotionale reaktion sich zeigen (nur vermutung!): wer will aber nicht kann, leidet darunter und reagiert auch stark auf misserfolg oder kritik (ausser er hat verdrängt, weil es zu schmerzhaft ist). Wer nicht will aber kann, sollte ihm doch egal sein und bleibt dann sicher gelassen... Aber es gibt auch sicher wer annehmen kann dass er nicht kann und damit gelassen umgeht...

    lg

  10. #310
    WbD


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Sensibel für gesellschaftliche Missstände - wollt ihr was ändern?

    @mj71
    Mir ging es keines Falls um "Sozialschmarotzer" oder Dergleichen. Da steht es mir nicht zu, über irgendwen zu urteilen. Mir ging es reinweg um den persönlichen Kontakt mit den Leuten auf dem Amt. Klar ist das eine bescheidene Situation, da Monat für Monat hin zu dackeln, und irgendwelche - teils sinnentleerten - Vorgaben erfüllen zu müssen. Das rechtfertigt aber noch lange nicht die Art und Weise, wie einige "Kunden" mit den Mitarbeitern dort umgehen und reden. Was ich dort schon für Schreihälse erlebt habe, spottet jeder Beschreibung.
    Ich wollte damit nur sagen, dass ich es mir ungeheuer schwer vorstelle, dort als Mitarbeiter insgesamt immer angemessen zu reagieren.

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