Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 15

Diskutiere im Thema Erhöhte Risikobereitschaft im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 28

    Erhöhte Risikobereitschaft

    Wie ihr meinem Vorstellungsthread entnehmen konntet, arbeite ich als Diensthundeführerin. Nun ist es so, dass an meinem Arbeitsort immer zwischen 300-400 Insassen aus allen Ländern sind. Da soviele Nationalitäten und Kulturen auf engem Raum zusammentreffen, kommt es regelmässig zu Gewaltausbrüchen und mein Job ist es unter anderem, mit oder ohne Hund für "Ruhe zu sorgen".Natürlich steht an erster Stelle der Eigenschutz und wir sind auch mit Schutzweste, Pfefferspray etc. ausgerüstet.
    Mein Problem ist aber, dass wenn eine Schlägerei/Messerstecherei/Massenschlägerei etc. losgeht, ich zwar sofort die Lage überblicke aber dann ohne Rücksicht auf Verluste dazwischen gehe und zwar mit oder ohne Hund. Bisher hatte ich immer Glück und kam ohne grössere Verletzungen raus aber ich weiss, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis mir mal was passiert. Trotz diesem Wissen, handle ich weiterhin so und toppe das Ganze sogar noch, indem ich ohne Schutzweste da drin rumspaziere

    Wie gesagt, ich bin mir sehr wohl der Gefahr bewusst und trotzdem tu ich es immer wieder!
    Mein Freund ärgert sich jedes Mal und nennt mich dumm... und er hat ja recht. Er will, dass ich den Job wechsel aber das kann und will ich nicht. Ich brauche die Action und diese Ungewissheit was mich im Laufe des Tages erwarten wird. Er kann das leider überhaupt nicht verstehen und so habe ich als Kompromiss mein Pensum auf 60% reduziert und arbeite nu zwei Tage die Woche bei Ikea.. und sterbe dort vor Langeweile und hab das Gefühl ich verblöde.

    Ist es möglich, dass es mit ADS zusammenhängt oder ist das einfach ein (dummer) Teil meiner Persönlichkeit?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    Wenn ich mir das so überlege, war das schon als Kind so. Immer auf die höchsten Bäume geklettert, die wildesten Pferde geritten die sonst keiner wollte, mitm Bike die steilsten Abhänge runter etc. Hatte andauernd irgendwelche Verstauchungen, Prellungen, Brüche etc. was mir aber ziemlich egal war, da hohe Schmerzgrenze.
    Bin ich denn die Einzige die ein Faible für Kamikaze-Aktionen hat? Dann hat das wohl keinen Zusammenhang mit ADHS?

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.251

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    Das klingt für mich wie autoaggression oder suizidale Tendenzen, na sowas kenne ich zumindest auch.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    Ich denke mal, das ist für einen Großteil der ADSler schon eher normal. Ich kenne das nur zu gut, den Nervenkitzel, das Adrenalin, die Herausforderung dieser teilweise unüberlegten und völlig kopflosen Handlungen. Manchmal hat man einfach einen Reflex etwas machen zu müssen, ohne sich der Risken vorher bewusst zu werden.

    Ich bin von Natur aus ein absolut gewaltverabscheuender Mensch, würde mich niemals in eine Massenschlägerei einmischen, es sei denn, ich sehe eine absolute Ungerechtigkeit, jemanden der Frauen, Kinder, Alte oder Kranke schlägt, dann würde meine Hilfsbereitschaft und Courage über alle Vernunft oder Angst siegen. Zum Glück habe ich aber auch mit fast 2 Metern eine eher respekteinflössende Statur und sicheres Auftreten, selbst wenn is innerlich oftmals andersrum ist.

    Aber allgemein der Kick, immer noch mehr zu erreichen, eins drauf zu setzen und verrückte Dinge tun zu müssen, ist schon enorm. Ich bin ein absoluter Speedjunkie also Geschwindigkeit gibt mir ein inneres Glücksgefühl. Vor allem wenn es in meiner eigenen Macht steht, ich also selbst am Gas häng, ob im Auto, GoKart oder Motorrad. Dieser Leichtsinn hat mich leider auch schon oft in äusserst gefährliche Situationen gebracht... zum Glück ist mir, aber vor allen Dingen Anderen, noch nichts Ernstes dadurch zugestoßen. Es endete meist nur in Materialschäden und mit leichteren Blessuren.

    Die erhöhte Risikobereitschaft besteht bei mir aber oftmals auch in meiner Art und Weise wie ich Dingen und Situationen entgegentrete. Ob finanziell oder im täglichen Umgang mit Gefahren, z.B. mit Elektrizität, mit Feuer, beim Werken, Autoschrauben oder aber auch im Umgang mit gesellschaftlich übergeordneten Menschen.

    Manchmal muß man seine Grenzen austesten. Für manche ist das Mut, für andere Leichtsinn, aber für mich ...irgendwie ganz normal. Bei uns hält halt einfach auch ein Kick nicht so lang an und wir brauchen einfach noch ne Extraportion mehr Adrenalin um ein ähnliches Glücks- oder Erfolgs-Gefühl hervorzurufen als unsere im Grunde doch nur bedingt aufnahmefähigen Mitmenschen.

    Sieh das Ganze einfach positiv, würde es weinger oder gar keine Menschen geben wie dich, die für Andere selbstlos ihren Kopf und Kragen riskieren, würde auf dieser Welt noch viel mehr Unrecht und Unheil geschehen. Ich habe den allergrößten Respekt vor allen Feuerwehrleuten, Rettungsdienstlern oder Polizisten die Tag für Tag einen großen Job für meist kleinen Lohn machen.



  5. #5
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    Hallo zusammen,

    gisbert schreibt:
    Das klingt für mich wie autoaggression oder suizidale Tendenzen, na sowas kenne ich zumindest auch.
    das sehe ich anders!
    Ich war auch ein sehr unfallträchtiges Kind (nicht nur aus Ungeschick)...naja eigentlich ging das bis ins junge Erwachsenenalter... weil ich das Risiko einfach nicht als solches Wahrgenommen habe! Ich glaube man ist sich der Tatsache gar nicht bewusst, dass so manche Aktion mit dem Tode oder zumindest schweren Verletzungen enden könnte.

    Dass es bei sowas um Leben und Tod geht, wurde mir zum ersten Mal nach einem Motorradunfall klar... und seither ging es mit der Risikobereitschaft stetig bergab...und nu' sitz ich da, mit meiner Angststörung und sehe alle Gefahren schon im Voraus.... kriege also schon die Panik, noch bevor ich überhaupt in Aktion trete...


    Ich glaube nicht, dass die Riskobereitschaft mit einer Gleichgültigkeit gegenüber den möglichen Konsequenzen einher geht, sondern mehr mit einem Nicht-wahrnehmen derer.

    Also man weiß, was passieren kann, reagiert aber offenbar nicht darauf... keine Ahnung, wie man das nennen soll. Und selbst wenn dann etwas passiert, lernt man nur sehr langsam vorsichtiger zu sein.... vllt. weil der Lohn im Erfolgsfall so befriedigend ist. Meist sind es ja schwierige Unternehmungen, die sich nicht jeder (zu)traut...sowas zu meistern ist dann von Lob von Aussen gar nicht mehr abhängig, weil man auch so stolz auf sich sein kann... Ist ja sonst eher selten im Leben des gemeinen ADHSlers (gemein übrigens im Sinne von ALLgemein und nicht von fies )

    Das ist rückblickend mein Eindruck.


    L.G.
    happypill

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    Danke erstmal für eure Antworten
    Bei mir ist es so, dass ich sehr wohl das Risiko und die Gefahr sehe bzw erkenne aber es ist mir in dem Moment einfach egal. Danach.. ja danach bekomm ich ab und zu Herzklopfen und denk mir dann "uiuiui da haste nochmals Glück gehabt". Ändert aber nix daran, dass ich bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit mich wieder in sone Kamikaze-Aktion stürze *sigh*
    Das Einzige was nicht mehr so ausgeprägt ist, ist mein Hang zum sehr schnell fahren.. wobei das aber nicht mit den erlebten Autounfällen oder Motorradstürzen zusammenhängt, sondern damit, dass ich mittlerweile einfach gerne auch die Landschaft angucke ^^
    Bei den Vorfällen auf Arbeit ist es übrigens nicht so, dass ich da kräftig bei einer Schlägerei mitmische, sondern ich geh dazwischen um diese zu beenden. Natürlich wehr ich mich wenn ich dann muss aber ich bin nicht gewaltgeil oder so (für den Fall, dass das falsch rüberkam)

    Interessanterweise wirft mir mein Vater auch immer vor, dass ich suizidale Tendenzen hab bzw, dass ich auf einem langen Weg der Selbstzerstörung sei hm und wenn ich es mir recht überlege, haben mir das schon einige gesagt. Manchmal frage ich mich, ob sie recht haben und ich es einfach nicht wahrhaben will oder ob sie einfach nicht verstehen, dass ich die Herausforderung und den Kick brauche.

  7. #7
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    Schmue schreibt:
    Wenn ich mir das so überlege, war das schon als Kind so. Immer auf die höchsten Bäume geklettert, die wildesten Pferde geritten die sonst keiner wollte, mitm Bike die steilsten Abhänge runter etc. Hatte andauernd irgendwelche Verstauchungen, Prellungen, Brüche etc. was mir aber ziemlich egal war, da hohe Schmerzgrenze.
    Bin ich denn die Einzige die ein Faible für Kamikaze-Aktionen hat? Dann hat das wohl keinen Zusammenhang mit ADHS?
    Das hat sehr oft mit ADHS zu tun und ist ja auch ein Diagnosekriterium.
    Meine Verletzungen im Zusammenhang mit Grenzgängen jeglicher Art
    kann ich schon gar nicht mehr zählen.
    Hier in kleiner Auszug:
    Mit sechs Jahren hat mich die Bergwacht von einer Steilwand geholt,
    weil Schlechtwetter ein Weiterkommen unmöglich gemacht hat.
    Mit 12 Jahren habe ich im Winter den Kochelsee überquert.
    Gerade so geschafft. Danach Notoperation am Blinddarm.
    Danach im Winter lediglich mit der Badehose bekleidet auf den Herzogstand geklettert.
    Mit 9 Jahren Notaufnahme wegen Einnahme von E605..(fragt nicht weiter!)
    ..und das hat sich eigentlich nie verändert.
    Gleitschirm, Tauchen, Motorrad, Wüste, Fallschirm...ect/pp
    Biathlon und wat weiß ich...
    und wirklich stets gefährliche Berufe.

    auf einem Bahnsteig kann ich fast nur an der Kante zum Gleis entlang laufen..

    Du siehst, du bist nicht allein..

    LG --hirnbeiß--

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    Ok, ganz so extrem ist es bei mir nicht aber ich bin erleichtert, dass es nicht nur mir so geht
    Grundsätzlich ist es bei mir so, hab ich zumindest das Gefühl, dass ich im normalen Leben etwas weniger leichtsinnig geworden bin. Ich werd wohl alt

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    hirnbeiß schreibt:
    Hier in kleiner Auszug:
    Mit sechs Jahren hat mich die Bergwacht von einer Steilwand geholt,
    weil Schlechtwetter ein Weiterkommen unmöglich gemacht hat.
    Mit 12 Jahren habe ich im Winter den Kochelsee überquert.
    Gerade so geschafft. Danach Notoperation am Blinddarm.
    Danach im Winter lediglich mit der Badehose bekleidet auf den Herzogstand geklettert.
    Mit 9 Jahren Notaufnahme wegen Einnahme von E605..(fragt nicht weiter!)
    ..und das hat sich eigentlich nie verändert.
    Gleitschirm, Tauchen, Motorrad, Wüste, Fallschirm...ect/pp
    Biathlon und wat weiß ich...
    und wirklich stets gefährliche Berufe.

    auf einem Bahnsteig kann ich fast nur an der Kante zum Gleis entlang laufen..

    Du siehst, du bist nicht allein..

    LG --hirnbeiß--
    okay, DAS kann ich nicht toppen

    ich hatte auch immer ein faibel für gefährliche hobbys wie zb schwertkampf

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Erhöhte Risikobereitschaft

    ich mag risikoreiche sachen auch, aber es ist nie so, dass ich das risiko suche.
    das wäre mir zu blöd.
    da bleib ich lieber im bett liegen.
    aber wenn das risiko bei einer sache dazugehört, dann ist mir das eigentlich völlig egal.
    bei meinen fahrstunden für den führerschein konnte ich mich häufig nach einer halben stunde gar nicht mehr konzentrieren.
    da habe ich einfach aufgehört auf die straße zu kucken.
    es war ja noch der fahrlehrer da.
    als ich auf dem bau gearbeitet habe, war es auch so, dass ich nie auf meine sicherheit geachtet habe.
    wäre mir zu anstrengend gewesen.
    einmal bin ich in einem heruntergekommenen club zu ein paar rockern/nazis/irgendwas gegangen und habe sie gefragt, ob sie schwul sind.
    aber da ging es mir vor allem um den spaß.
    mir ist auch noch nie wirklich etwas passiert
    in der kindheit bin ich auch sehr häufig herumgeklettert.
    bäume, berge, häuser und so.

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Methylphenidat und erhöhte Leberwerte?
    Von Tommy im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 4.04.2012, 06:10
Thema: Erhöhte Risikobereitschaft im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum