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Diskutiere im Thema Anti-Motivation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 141

    Anti-Motivation

    Hallo ihr lieben Chaos-Köppe,

    Fange gerade erst an, mich ins Thema ADHS zu vertiefen.
    Natürlich schon bissl eingelesen, auch davon, daß so Prokrastinations-Geschichten keine Seltenheit, und typisch sind.

    Darüber, was mich besonders belastet, habe ich bisher aber nichts Konkretes gehört.
    (Ich tippe aber mal drauf, daß es bekannter sein wird, als mir vorstelle)

    Wüßte gerne, ob von euch jemand aus eigener Erfahrung kennt, was hier beschreibe. Und falls ja, wie ihr damit umgeht.

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    Begegne bei mir immer wieder einem Phänomen, das ich aus Mangel eines passenderen Ausdrucks mal Anti-Motivation nennen will
    :

    Also eine Art Gegenteil von Motivation, aber eigentlich nicht Demotivation; quasi ein drittes Gegenteil.
    Es äußert sich nicht in Lust-/Antriebslosigkeit oder Trägheit, fühle mich dabei auch nicht bedrückt oder gar depressiv.
    Tritt im Gegenteil eher dann auf, wenn mich besonders fit, ausgeglichen und leistungsfähig fühle.

    Aber es hält mich hartnäckig und gezielt davon ab, die Dinge zu tun, die ich eigentlich tun will, und die mir besonders viel bedeuten.

    Meist geht´s so, daß mich voller Energie fühle, und das nutzen will, um was von den Dingen zu realisieren, die mir vorgenommen hab.
    Aber dann ist es mir praktisch unmöglich. Laufe wie gegen eine geistige Barrierre, an der ich abpralle.
    Aus mir unerfindlichen Gründen kann ich dann einfach nicht tun, was ich will! Bin da wie gesperrt.

    Als hätte irgendeine beknackte Instanz in meinen Hirnen beschlossen, es zu einem Naturgesetz zu machen, daß es unmöglich ist
    jetzt einfach damit anzufangen.
    Da ist noch nichtmal eine besondere Aversion spürbar. Es drängt mich total, endlich anzufangen, das, was ich tun will bedeutet mir viel,
    und ist auch nicht besonders schwer oder lästig. Aber ich kann mich nicht überwinden.
    Wie so `ne Art umgekehrte Zwangs-Handlung, bzw. Nicht-Handlung.
    Jeder weitere Versuch, diese Hemmung zu überwinden, wirkt zunehmend so aussichtsreich, wie einem Nashorn das Fliegen beizubringen.
    ...

    Nach mehr oder weniger häufigen Anläufen gebe ich dann meistens auf, und "verschleudere" meine Kraft
    auf irgendwas Anderes, das mir vergleichsweise bedeutungslos ist. Und warte auf die nächste Gelegenheit...
    Danach fang ich allerdings oft an, mich unfähig zu fühlen, und komm darüber in depri-stimmung.



    Was so quälend dabei ist, daß halt ausgerechnet und speziell die Dinge von dieser Blockade betroffen sind, die mir am meisten am Herzen liegen! Sieht echt aus, als würd ich mich selbst gezielt boykottieren wollen, versteh das nicht.



    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Geändert von wirrɟdoʞ ( 1.10.2011 um 16:24 Uhr) Grund: formatierungs-korrektur

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Anti-Motivation

    also du beschreibst das ganz genauso, wie es IMMER in mir zugeht! nur bin ich nicht in der lage so treffende worte dafür zu finden ...

    also: ich kenne dieses phänomen nur ZU gut, kann es mir aber auch nicht erklären! wenn es eine hilfreiche methode gäbe, dagegen anzugehen, würde ich viel dafür geben, diese kennen zu lernen!!!

    sich für etwas zu interessieren und sich dafür zu interessieren (in dem sinne, dass man es dann auch tut) scheint oft nicht das gleiche zu sein, leider. übrigens denke ich, dass schon auch und vor allem die uninteressanten dinge davon betroffen sind, nur merkst du es dann nicht so, weil dir ja eben nichts daran liegt

    lg
    L

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Anti-Motivation

    Ja, das mag sein (das´s mir nicht so auffällt, wenn mir nix dran liegt) Aber tut schonmal gut, zu hören, daß man nicht allein mit so komischen Problemen konfrontiert ist. Komm mir deswegen nämlich nicht selten vor wie´n Volltrottel. Und meistens treff ich auf blankes Unverständniss, wenn jemand dies Problem schildere. Da heißt´s dann immer nur, man muß sich halt auch mal aufraffen, und so. Aber hat ja garnichts mit Bequemlichkeit zu tun... bequem ist echt anders!
    Tja, also falls in naher Zukunft was hilfreiches entdecken sollte, werd ich sicherlich hier drüber berichten.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Anti-Motivation

    ich denke, das hat vielleicht etwas mit dem hyperfokus zu tun, der sich ja eben nicht steuern lässt. wir wollen zwar etwas unbedingt tun, aber das blöde ding lässt sich einfach nicht einschalten, und ohne geht gar nichts ...

    p.s.: und wie ein volltrottel musst du dir deswegen sicher nicht vorkommen

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Anti-Motivation

    ... ich kenn das auch ...

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Anti-Motivation

    Wahrscheinlich hast Recht, das´s mit Hyperfokus zusammenhängt. Obwohl´s immer noch schlicht INAKZEPTABEL! finde, daß das nicht kontrollierbar anzusteuern sein soll

    Trotzdem hab ich den Eindruck, als würden mir wichtige Dinge selektiv, besonders schlecht umsetzbar sein. Durchaus denkbar aber, daß die einzig gezielte Selektion dabei meine anschließende Bewertung ist. Die bei Dingen, die mir viel bedeuten, natürlich heftiger ausfällt, als bei Nebensächlichkeiten... Interessanter Denkanstoß!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Anti-Motivation

    ja, inakzeptabel finde ich es allerdings auch! ist auch kein trost darin zu finden, dass wir dafür mit hyperfokus in der lage sind, aussergewöhnliches zu leisten ...

    mir ist es z.b. in der musik so ergangen, ganz schlimm! ich habe da wohl, familiär bedingt, ein grosses talent, zumindest hat man mir das immer gesagt. so war ich also dumm genug, das zu studieren. dachte halt irgendwann, dass ich im leben nichts anderes gut kann (schule war katastrophal ... ).

    ich wollte das UNBEDINGT. dachte, dass musik mir das wichtigste im leben sei und, dass ich ohne sie nicht leben könnte ... und dann ist es genau so heraus gekommen wie oben beschrieben:

    es ging super, aber nur dann wenn das äussere umfeld stimmte. die musik musste mir intuitiv passen, von der komposition her, und die mitspieler mussten - naja, die mussten halt irgendwie "mitreissen". wenn dem nicht so war, gestaltete sich alles zu einem wahnsinnigen kampf mit mir selber. ich zwang mich zum üben, was natürlich nicht klappt, wenn man sich nicht konzentrieren kann, litt somit 8 stunden täglich mit mir selber durch, ohne auch nur im geringsten vorwärts zu kommen.

    das ganze musikerleben hat sich so zu einer einzigen schwankenden, unverständlichen katastrophe entwickelt! mal war ich super gut, höchst professionelle leistung lineli, etc pp. beim nächsten konzert das pure gegenteil - zusammenschiss vom direktor ... bis ich schliesslich kaum mehr spielen konnte.

    na gut, das war jetzt ein bisschen abschweifend

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 141

    AW: Anti-Motivation

    Nö garnich ausschweifend - is echt interessant für mich, und definitiv ne Bereicherung, danke dafür. Grad das mit der Musik berührt mich ziemlich. War grad im Augenblick am Ukulele üben...

    Hm, also bin nie so der über-musiker gewesen - aber bin einigermaßen talentiert. Als Kind bissl Geige und Klavier. Naja, so das übliche Schema: Große Begeisterung, bis zu dem Punkt, wo die Lernkurve anfängt zu stagnieren, und man merkliche Fortschritte nur noch durch KONTINUIERLICHE Arbeit erzielen würde... da bin dann immer abgeknickt, und hab´s aufgegeben.

    Aber aktuell ist das Thema Musik machen für mich emotional ziemlich geladen. Freundin von der vor Kurzem getrennt hat umwerfende Begabung zum Singen, und spielt Gitarre.
    Hatte aber ähnliche Probleme, es blieb irgendwie immer unberechenbar, wann´s funzt und wann nicht. Weiß nicht mit Gewißheit, ob sie auch von ADhS betroffen, aber vermute es stark. War zumindest noch größere Chaotin, als ich - von uns beiden war ich das Organisationstalent - schätze das will schon was heißen, naja. Jedenfalls hat sie sich auch total verbissen abgequält, mit täglichem, stundenlangen Üben, selbst wenn´s ihr völlig unfruchtbar und sinnlos vorkam. Musikstudium hat sie vorläufig an den Nagel gehängt, weils organisatorisch nicht hingehauen hat, und dann BaFög abgelaufen war... Langer Rede, kurzer Sinn:

    Hab mich in letzten Jahren dan gewöhnt, das immer jemand singt und spielt!! Ich ertrags nicht mehr, wenn das fehlt - also muss ich jetzt selber spielen, und bring mir Ukulele bei.
    Hab die alte, billige Kinder-Ukulele ausgepackt, und bin (noch) begeistert. Das Instrument liegt mir, kommt meinen kleinen Fingerchen entgegen -und 4 Saiten sind auch überschaubarer... singen tut auch gut...

    So. Das war ausschweifend!

    p.s. hoffe sehr, das dir nicht endgültig Freude an Musik verlorengangen. Glaub ja, besonders wer musikalisch begabt ist, und irgendein Instrument auch nur einigermaßen beherrscht, vergißt leicht, was für unvergleichliche Freude und Staunen man damit verbreitet!
    Das ist SOO SCHÖN! Ob jemand seine Musik jederzeit professionell runterleiern kann, find ich im Vergleich dazu echt nebensächlich.
    Geändert von wirrɟdoʞ ( 1.10.2011 um 19:20 Uhr) Grund: p.s.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Anti-Motivation

    schau dir mal diesen thread an:
    http://adhs-chaoten.net/images/icons/icon8.png AUFHÖREN MIT RAUCHEN,nur negative gedanken

    passt genau dazu!

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Anti-Motivation

    hmm... bei genauerem bedenken passt es dann doch wieder nicht. es gibt aber eben auch leute, die verstehen mich einfach immer falsch! egal was ich sage ...

    aber um deine frage zu beantworten: ja, gelegentlich spiele ich schon noch, habe aber das instrument gewechselt, bzw. bringe mir selber neue instrumente bei das ist dann nicht so belastet. die erfolge dabei halten sich zwar in grenzen, aber durch das studium fällt es mir zumindest etwas leichter, einen gewissen grad an können zu erreichen. spass daran habe ich vor allem, wenn ich dadurch auch wieder mal z.b. mit meiner mutter zusammenspielen kann, der ich auf "meinem" instrument immer zu gut war

    das mit dem nicht wissen, wann es funzt und wann nicht, habe ich übrigens immer als "lotto spielen" bezeichnet ...

    ich weiss nicht, ob es anders/besser gelaufen wäre, hätte ich damals schon von dem adhs gewusst. vermutlich hätte ich mit mph schon besser üben können, weil die konzentration gestimmt hätte. aber den hyperfokus, um bei konzerten zu höchstleistungen fähig zu sein, den hätte ich bestimmt nicht hingebracht. vermutlich wäre aus mir also eine durchschnittliche, mässig erfolgreiche und zufriedene ... musikschullehrerin oder sowas geworden. auch nicht so das was ich mir erhofft habe

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