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Diskutiere im Thema Überfordert durch ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    Überfordert durch ADHS?

    ... steht es in Verbindung zum ADHS?


    Hallo ihr Lieben,

    ich bin gerade ziemlich traurig und alles fühlt sich grau an, wie so oft... ich weiß, dass ich da wieder herauskomme, aber meistens nur für ein paar Stunden. Ein ewiges Auf und ab, oft mehrmals am Tag.

    Und jetzt gerade denke ich wieder darüber nach, wie sehr ich mich doch anstelle! Ich hab schon in meiner Vorstellung und einem Thread zu MPH geschrieben, dass mein Leben eigentlich ein Traum ist, besser könnte es zum jetzigen Zeitpunkt wirklich kaum sein. Ich habe einen wundervollen Freund, studiere, wovon ich immer geträumt habe, hab tolle Freunde und einen Hund, der für mich da ist, egal wie ich drauf bin.
    Aber... ich fühle mich so schrecklich überfordert, immer wieder. Mit den kleinsten Kleinigkeiten, die einfach zum Leben gehören. Die ganze Organisation, vom Einkaufen, essen, schlafen bis zur Regelung meiner Studienangelegenheiten und Versicherungsmanagement etc. Ich hab das Gefühl, dass ich tausend Sachen machen muss, damit mein Leben mich nicht überholt und ich plötzlich aus allen Wolken falle. Es grenzt an Existenzangst, als würde die Welt untergehen und ich auf einmal unter der Brücke lande und nichts mehr hab. Ständig Panik, im einen Moment gehts mir gut, im nächsten denk ich an eine Kleinigkeit, die erledigt werden muss... das zieht dann tausend andere Gedanken an Dinge, die getan werden müssen, nach sich... deshalb bin ich eigentlich immer in Hektik, um alles zu schaffen, alles muss gleichzeitig gehen, in der Hoffnung, dass die "Liste" endlich mal kürzer wird. "Ich muss, ich muss, ich muss..." geht es ständig in meinem Kopf. Jede Minute am Tag muss höchteffizient genutzt werden, ich kann nicht stillhalten oder mal etwas schönes, vielleicht sinnloses tun (zB Buch lesen, zeichnen), weil es doch immer Dinge gibt, die so viel wichtiger sind. DANACH kann ich durchatmen, denke ich mir. Aber es gibt kein danach, es geht immer immer weiter.

    Aber es sind wirklich keine außergewönlichen Dinge, sondern einfach alles, was zum Leben dazu gehört. Natürlich hab ich auch gröbere Probleme, aber allein diese Selbstverständlichkeiten überfordern mich. Aber ich muss doch in der Lage sein, selbstständig zu leben, oder?

    Dann kommt noch der ganz normale Lauf des Lebens dazu, für den niemand etwas kann und der wirklich nicht bedrohlich sein sollte, es für mich aber ist. Allein das Licht der Straßenlaternen, die jetzt immer früher leuchten, legt sich immer gan z schwer auf meine Stimmung. Wenn die Blätter im Herbst von den Bäumen fallen wirds noch schlimmer, jedes Jahr wieder. Und dagegen kann ich nichtmal was machen, egal mit wieviel Hektik.

    Was ich dagegen tun soll, weiß ich beim besten Willen nicht. Ich bin schon so lange in Therapie und versuche umzudenken - aber es hilft kein bisschen. Ich habe langsam das Gefühl, dass ich einfach allein nicht lebensfähig bin, weil irgendwas nicht stimmt mit mir .

    Kennt das vielleicht noch jemand? Mit MPH gibt sich das ganze übrigens und ich werde zuversichtlicher und friedlicher. Nur kann ich mir nicht genug MPH leisten, um es wirklich regelmäßig nehmen zu können Das belastet mich auch sehr...

    Ich wäre euch dankbar für ein paar Meinungen dazu.
    Liebe Grüße und guter Nacht!

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.160

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    bin leider schon viel zu müde.
    Den meisten hier im Forum geht es ähnlich wie dir.
    Medikinet Adult wird jetzt von den Krankenkassen bezahlt.
    Du mußt dich um eine ADHS- VT und Coaching bemühen. Das wird dir helfen.

    Tschuldigung, kann nicht mehr klar denken, bin totmüde jetzt. gute nacht

    LG Anni

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    Hallo,

    das ist witzig, du beschreibst ein Thema, das bei mir gerade sehr aktuell ist, hab selbst heute darüber geschrieben. Es ist so, als wenn man die ganze Zeit versucht, sein Leben aufzuräumen, damit man endlich mal nicht von Dingen umgeben ist, die man erledigen muss und wenn man Sache A erledigt hat, kommt Sache B und Sache C usw....und man wird NIE fertig! Es sind auch bei mir gerade die Kleinigkeiten, die mich überfordern, aber irgendwie ist es auch logisch, dass sie jemanden mit ADS überfordern. Viele Details, die man alle überblicken muss und weiß, dass man sie überblicken muss, weil man sonst "abrutscht", weil das Leben einem sonst aus der Hand gleitet. Wir sind aber gar nicht für so etwas gemacht...wir können uns besser in eine einzige Sache hineinsteigern und alles andere ausblenden - und die vielen lästigen Kleinigkeiten, die man erledigen muss, sind ja eher zerstreut als konzentriert, das passt nicht. Wir sind ablenkbar, es sind auch die Kleinigkeiten, die uns im Gespräch ablenken, das Uhrenticken oder das Schmatzen des Gegenüber.

    Wenn wir nun viele kleine Aufgaben bekommen, wie sie in dieser Gesellschaft ja normal sind, "normale" Aufgaben, dann sehen wir einen Riesenberg vor uns und fühlen gleichzeitig den Druck, ihn wie alle anderen locker-flockig zu erledigen - es sind ja nur "Kleinigkeiten". Und genauso werden sie auch von allen anderen behandelt. Wie soll man sich auch anders als sch...e fühlen, wenn man gerade das, was überall als Kleinigkeit gilt, nicht gebacken bekommt?!

    Und jetzt gerade denke ich wieder darüber nach, wie sehr ich mich doch anstelle!
    Ich würde sagen, dass du dich nicht anstellst, im Gegenteil: es ist wirklich ein Problem für dich und auch wenn es für die anderen nie eins sein würde, für DICH ist es eins. Klar denkt man, dass das, was man fühlt (Überforderung durch alltägliche Kleinigkeiten) nicht stimmen kann, wenn sonst niemand solche Probleme hat und auch noch das alles im Normalfall mal eben nebenbei und selbstverständlich tagtäglich tut.

    Was ich dagegen tun soll, weiß ich beim besten Willen nicht. Ich bin schon so lange in Therapie und versuche umzudenken - aber es hilft kein bisschen. Ich habe langsam das Gefühl, dass ich einfach allein nicht lebensfähig bin, weil irgendwas nicht stimmt mit mir
    Umdenken...hm. Ich hab ja keine Ahnung von deinem Therapeuten und wie ihr miteinander redet, aber ich höre oft von allen Enden und Ecken, dass Therapeuten oft nur versuchen, dich "gesellschaftstauglicher" zu machen und nicht, dich auf einem Weg zu begleiten, wie du mit dir selbst gut zurechtkommst, mit dir und deinen Eigenarten - sie lassen dich also nicht dich sein, sondern fordern, dass du "angenehmer" wirst, angepasster, unkomplizierter. Ich glaube, da gibt es in den Köpfen der Allgemeinheit das Bild des problemlosen, "gesunden" Menschen, dessen Leben nur so vor sich hinflutscht, so glatt läuft es. Und wenn du nicht so bist, dann kommt dir die Vermutung "mit mir stimmt etwas nicht". Ja, es ist wahr, etwas stimmt nicht, stimmt nicht überein, etwas passt nicht, aber das heißt nicht, dass DU falsch bist. Du passt nur nicht in das Bild, in das andere ohne Probleme hineinpassen.

    Es ist gemein irgendwie, aber als ADSler muss man mehr Kompensationsstrategien und Anpassungsstrategien entwickeln als andere, wenn man in dieser Gesellschaft mit ihren Voraussetzungen und Regeln bleiben will. Man muss vieles, was andere einfach so können, sich auf eine eigene Art aneignen, man muss sich viele Tricks überlegen, um normal einkaufen zu gehen, Wäsche zu waschen, den Bürokratiekram und die Uni erledigen zu können. Es funktioniert ja anscheinend nicht, es "einfach so" zu machen, das ist es ja, was nicht funktioniert. Wir machen etwas, WEIL...und nicht "einfach so". Zumindest vieles nicht.

    Es grenzt an Existenzangst, als würde die Welt untergehen und ich auf einmal unter der Brücke lande und nichts mehr hab.
    Versteh ich voll gut, ich bin innerlich auch immer leicht panisch ....es ist halt dieses "Zuviel", was mich ganz kirre mache und da ist es egal, ob es zuviele Geräusche sind oder zuviele Eerldigungen. Es macht mich nervös, unsicher, ängstlich, ich hab das Gefühl, nie loslassen zu dürfen, weil mir mein Leben dann entgleitet. Deswegen hab ich schon einige zwanghafte Züge entwickelt, wohl eine Kompensation zu dem Chaos in meinem Kopf. Ich liebe es zu schlafen, weil ich dann endlich mal loslassen darf, ich liebe es, mich abzulenken mit Dingen, in die ich mich hineinsteigern kann und alles andere zu vergessen...ich lenke mich oft ab, weil ich weiß, dass es nie enden wird, Dinge erledigen zu müssen und ich deswegen auch nicht mehr so hinter ihnen herhecheln muss. Aber das Gefühl, gleich gehe die Welt unter, weil ich irgendetwas vergessen habe, das lässt mich auch nicht los.

    Ich wüsste auch gerne, was man dagegen tut, aber außer Ablenkung und einer Pinnwand, auf die ich die Dinge hefte (wenn ich es nicht vergesse), die ich noch erledigen muss, fällt mir nicht viel ein. Es ist quasi mit der Pinnwand so, als würde ich das, was mich im Kopf ganz kirre macht, auslagern und damit die Aufdringlichkeit dieser Dinge verringern. Ich muss mich nicht mehr ständig selbst daran erinnern, was ich noch tun muss, ich träume nicht mehr davon, es nervt mich nicht mehr so, ist nicht mehr so penetrant. Leider kann es dann passieren, dass ich wochenlang voll gestresst bin, weil ich nichts an die Pinnwand heften kann, weil ich die Nadeln dafür nicht finde...sehr bescheuert. Sowas hält mich dann davon ab, obwohl ich mir neue Nadeln kaufen könnte oder mal mehr als 2 Min. danach suchen.

    Methylphenidat hilft mir auch, ruhiger zu werden und nicht mehr so viel Angst zu haben, auch, leichter Dinge "einfach so" anzufangen, es läuft insgesamt glatter, aber die Wirkung beschränkt sich auf das Innere und ein Medikament kann mir nicht Dinge an - oder abgewöhnen, die ich eigentlich bräuchte, um einen "geregelten Alltag" zu haben. Es macht es nur leichter, mit diesen vielen Kleinigkeiten umzugehen und vor allen Dingen mit mir selbst und meinem sich ständig wandelnden Innenleben. Ob ich es mir leisten kann, weiß ich noch nicht, hab gerade heute die Nachricht von meiner KK bekommen, dass sie es mir nicht bezahlen, weil es nur für Kinder zugelassen ist. Und wegen Medikinet Adult haben sie gesagt, dass ich das mit meinem Arzt besprechen soll...also eigentlich gar keine Antwort gegeben. Funktioniert auch mal wieder nicht. Ist man ja gewohnt, so als ADSler
    Alleine das mit dem MPH besorgen (dem Ärztehopping, Krankenkassen anbetteln usw.) macht einen doch schon so krank, dass man gleich die doppelte Dosis bräuchte.
    Naja, noch hab ich ne Menge. Noch ist es mir das wert, das selbst zu bezahlen, weil es mir hilft...und so wie du würde ich das nicht machen, weil dieses Wechseln von MPH nehmen und wieder nicht nehmen doch genau wieder die Inkonsistenz im Leben erzeugt, die ich mit MPH in den Griff bekommen will...!

    Sorry, dass ich so viel geschrieben habe, aber ich komm immer in den Flow, wenn ich schreibe...

    lg Chamaeleon
    Geändert von Chamaeleon (20.09.2011 um 02:21 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    Hey Sayuri und Chamaeleon,

    habe gerade eure Beiträge gelesen und ihr schreibt mir beide aus der Seele...

    Habe auch immer das Gefühl, dass der tägliche Papierkram und andere Kleinigkeiten, die anfallen, mich total erdrücken. Ich denk mir dann auch immer: "Wenn du das alles erledigt hast, dann haste da auf jeden Fall Ruhe und kannst endlich mal abschalten und dich hier entspannen." Aber ich habe nie alles erledigt. Selbst, wenn ich gerade mal kurz davor sein sollte, kommt die nächste "Aufgabe" reingesegelt. Ich seh da auch keine Struktur, sondern nur 1000 verschiedene Aufgaben, die mich kirre machen.

    Von außen höre ich auch immer: "Das ist doch nicht so schwer, das kann man doch eben machen." Aber das kann ich auch einfach nicht. Wenn ich weiß, dass ich z.B. in der nächsten Woche noch einen Handwerker anrufen muss, der auch noch kommen muss, dann noch eine Rechnung bezahlen, einen bösen Brief an XY schreiben, dem die und die Bescheinigung übermitteln muss etc., macht mich das total fertig. Das ganze Wochenende lang graut es mir vor der Woche und ich bin die zwei Tage vorher auch schon super gestresst und gehe auf dem Zahnfleisch. :-/

    Ich wünschte, ich könnte, wie andere Leute, diese Kleinigkeiten auch so nebenher laufen und mich nicht von ihnen beeindrucken lassen. Aber für mich machen die alles "kaputt". Ich kann nicht auf dem Sofa entspannen, wenn die Dinger mir im Kopf rumgeistern. Und sie sind einfach immer da und hängen einem nach. Das wirft einen Schatten über alle anderen Aktivitäten. Ich hab auch einfach das Gefühl, diesen Berg an Sachen, bzw. eher das Gebirge, nie zu schaffen. Leicht panisch macht mich das manchmal auch.

    Und doch, obwohl das alles so ist, schaffe ich es vl.,pro Tag eine dieser Zu-erledigenden-Sachen zu schaffen. :-(

    Listen sind auch eine Hilfe für mich. Habe auch das Gefühl, dass die Sache zumindest schonmal deutlich geschrumpft ist im Kopf, sobald ich sie auf Papier gebracht habe. Das nimmt einem schon ein Stück weit den Stress.

    Liebe Grüße.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    Hi Sayuri,

    du bist nicht die einzige , der es so geht.

    Im Moment versuche ich einfach mal zu Überleben ...

    Am schlimmsten sind die "Bummerang-Aufgaben" ....

    Da denkt man sich (gestern) , huh ... meinen Teil der Aufgabe erledigt ..... Aufgabe weitergegeben zum fertigstellen ....eine Aufgabe weniger ... wieder etwas Luft zum (nach-)denken
    Heute Morgen ... ein Mail auf mein Smartphone .... System ausgefallen ... Zweiter Teil der Aufgabe nicht fertiggestellt .... muss aber heute fertig sein ... aber heute andere Aufgaben geplannt ... die dann wieder liegen bleiben werden müssen ....

    Ich bin ein Morgenmuffel ....
    Wenn ich dann sehe, dass ich für eine Aufgabe, die ich gestern fertiggestellt "glaubte", mich heute wieder mit einer Stunde mit Abklärungen beschäftigen wird .... dann möchte ich mir am liebsten die Decke über den Kopf ziehen .... und nicht aus dem Bett steigen .... krank melden.

    Und die Aufgabe ist eigenlich nichts besonderes .... aber man fühlt sich verantwortlich diese fertig zu stellen ... der innere Druck mach einen fertig
    *Seufz*

    ---------------------------------------------------------------------------------------
    Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt (um mich herum) wird immer verückter.

    Ich bin es gewohnt, alles mit einer gewissen Präzision (vozugsweise mit Vorgaben) zu machen ... auch wenn es etwas länger dauert als bei andern

    Ich vermute aber, dass in meinem Umfeld immer mehr eine schnelles , oberflächliches Arbeiten überwiegt .... es scheint egal zu sein ... wie genau und präzise man die Aufgabe erledigt ...Hauptsache sie wird termingerecht abgegeben und sie erscheint plausibel. Das die Aufgaben nachgebessert werden müssen ... wird in Kauf genohmen ...

    ..... Sisyphus

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    Hallo Sayuri,

    los fühl dich mal gedrückt...

    Ich kann dich gut verstehen... aber genau das meinte ich damit, dass Du am Besten eine auf ADHS ausgerichtete Verhaltenstherapie oder ein Coaching machen solltest.

    Glaub mir, dass kann so unheimlich helfen! Gerade bei Alltagsdingen, habe ich soviele tolle Tipps bekommen. Und zwar wirklich nur welche die mir in meiner Situation helfen. Und wenn es nicht klappt, schaut man warum nicht und ändert es solange bis es für mich passt.
    Das geht natürlich auch nicht von heut auf morgen...aber es ist schonmal ein Lichtblick.

    Und los jetzt!!!! Klemm dich an´s Telefon und ruf deine Krankenkasse an!!! Keine langen Erklärungen.."Ich habe ADHS und mein Arzt möchte die Bestätigung haben, dass sie Medikinet adult übernehmen."
    Nicht mehr und nicht weniger...

    Sorry, aber ich muss dich jetzt einfach mal rütteln, damit Du mir nicht weiter in Trübsal versinkst.
    Kopf hoch!!! Du hast schon soviel geschafft... mach nicht auf halber Strecke schlapp!

    Alles Liebe
    loekoe

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    Ich schaff es einfach nicht allzu lange Texte durchzulesen…

    Was bei mir hängen geblieben ist, ist letztlich eine Spiegelung meines eigenen Daseins. Und ich versuche, in Ermangelung an kompetenter Therapie, mir selbst sehr mühevoll Krücken zu bauen. Das ist aus der Not raus geboren, weil ich mich gerade in einer völlig neuen Lebenssituation befinde.

    Ich versuche eine Datei anzuhängen. Eine Art Selbsthilfe-Liste, die auf mich persönlich zugeschnitten (deshalb fängt die Woche auch am Donnerstag an…) ist und mir helfen soll, mein Leben zu managen. Sie ist für mich Gedächtnisstütze dafür, WIE ich an etwas herangehen kann.

    Und ich kontrolliere mich selbst, indem ich ausfülle, wie gut (0-5) ich die einzelnen "Krücken" (Punkte) anwenden konnte. Gegebenenfalls noch, wie lange (a-e) diese Krücke wirksam war.

    Das, was EIGENTLICH zu erledigen ist (alltägliche Aufgaben, Arbeit, Projekte), das erfolgt auf "Schmierzetteln".

    Vielleicht kann ja der ein oder andere hier im Forum was für sich aus dieser Liste ziehen. Anregungen und Rückmeldungen sind willkommen . Das Ding ist nämlich noch nicht der Weisheit letzter Schluss und auch das Outfit der Liste wird irgendwann noch ansprechender von mir gestaltet.

    Anhang 4089

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    Sayuri, ich kann sich wirklich gut verstehen. Mir geht es nicht anders, obwohl ich seit fast 2 Jahren MPH nehme. Es hat sich schon einiges gebessert, und ich bin nicht mehr so dauermüde wie früher. Aber die ständigen Verpflichtungen rauben mir echt die Kraft. Am liebsten würde ich mir eine Woche gönnen, in der ich nach der Arbeit einfach nur meine Bücher lese, Musik höre, Freunde treffe und am Rechner sitze... also nur Sachen fürs Vergnügen mache und keinerlei Verpflichtungen nachgehe. Aber das geht natürlich nicht. Und das macht mich manchmal echt fertig.

    Ich habe das Erwachsensein und die Selbständigkeit ganz schön unterschätzt. Bin erst mit 31 von zu Hause ausgezogen (jetzt bin ich 35) und finde, dass der Haushalt noch ganz gut zu meistern ist. Aber der Papierkram erschlägt mich regelrecht (siehe mein Thread, den ich vorher erstellt habe). Die Briefe von meinen Versicherungen habe ich alle im Ordner abgeheftet, aber ich habe größtenteils keine Ahnung was drin steht... weil ich keinen Nerv habe, mich mit Behördenkram zu befassen. Natürlich gehört das zum Leben dazu, das ist klar.

    Ich versuche so gut es geht damit zu leben und mich nicht zu sehr stressen zu lassen. Wenn etwas schief geht, sage ich mir dass ich auch nur ein Mensch bin und niemand perfekt ist. Schließlich gibt es so viel Schönes im Leben, und das lasse ich mir von den ganzen Pflichten nicht kaputt machen.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    Vielen Dank euch allen, ich antworte morgen ausführlich, es gibt nämlich Neuigkeiten, ich bin nur schon so müüüüde und muss ins Bett. Aber mir gehts besser, soviel verrat ich XD.

    loekoe, ich MUSS Dir aber kurz schreiben, wie dankbar ich für den Tritt bin, den Du mir (freundlich) verpasst hast! In Folge dessen habe ich tatsächlich meine Krankenkasse angerufen udn bin ein gutes Stück weitergekommen. Die Kosten sollen übernommen werden, bei Bedarf bekomme ich das auch schriftlich. Es geht wirklich aufwärts, in meinem MPH-thread hab ich das schon genauer beschrieben. Danke danke danke Dir!! =)

    Und euch allen eine gute Nacht, bis morgen!

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Kann ich denn mit einfach nur leben so überfordert sein? Und wenn ja...

    showdown schreibt:
    Was bei mir hängen geblieben ist, ist letztlich eine Spiegelung meines eigenen Daseins. Und ich versuche, in Ermangelung an kompetenter Therapie, mir selbst sehr mühevoll Krücken zu bauen. Das ist aus der Not raus geboren, weil ich mich gerade in einer völlig neuen Lebenssituation befinde.

    Ich versuche eine Datei anzuhängen. Eine Art Selbsthilfe-Liste, die auf mich persönlich zugeschnitten (deshalb fängt die Woche auch am Donnerstag an…) ist und mir helfen soll, mein Leben zu managen. Sie ist für mich Gedächtnisstütze dafür, WIE ich an etwas herangehen kann.
    Ich bin da fast in der gleichen Situation wie du: Ich habe jetzt jede Menge Wissen, aber leider keine dauerhafte "Betreuung" - Ich bin also weitgehend darauf angewiesen, mein eigener Therapeut zu sein.
    Und so gehe ich derzeit auch einen ähnlichen Weg: Checklisten, Ablaufpläne und To Do Listen, um mir selbst zu ermöglichen, den ganz normalen Alltag zu bewältigen, in dem es mir all zu oft so ging wie Sayuri. Ich habe mich viel zu oft von den Dingen überwältigen lassen. Mein Mangel an eigener Struktur führte ständig dazu, statt zumindest wenige Dinge richtig zu tun, letztlich gar nichts zu machen. Am Ende stand die Depression.

    Frühere Versuche in der selben Richtung sind übrigens immer daran gescheitert, weil sie zu sehr strikten Stundenplänen ähnelten, also nicht aufgabenorientiert waren, was letztlich das Träumen und Trödeln nur förderte - ganz wie in der Schule .
    Zudem hatte ich mich immer viel zu sehr an "normale" Menschen orientiert, bzw an dem, was ich (und andere) für "selbstverständlich" hielten. Da können die meisten von uns nur dran scheitern.

    Jetzt bin ich also dabei, mir meine eigenen Krücken zu schnitzen. Und deine Liste gab mir wieder neue Anregungen

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