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Diskutiere im Thema warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer??? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo,

    immer und immer wieder stelle ich mir die Frage, warum ich mich kaum anpassen kann, Dinge / Begebenheiten schlecht akzeptieren kann
    und ständig querdenke (was genau versteht ihr unter querdenken?)

    Oft werde ich aggressiv, wenn etwas von mir erwartet wird, was ich nicht so hinnehmen möchte. Und das kommt ziemlich häufig vor.
    ABER WARUM IST DAS SO BEI UNS???

    Durch diese Eigenart gerate ich immer wieder mit meiner Umwelt in Konflikte und fühle mich als Außenseiter (oft ziehe ich mich dann zurück, da ich
    die Situationen nicht aushalten kann, denn egal wie sehr ich versuche mich zu erklären, es bringt nichts).

    Mittlerweile habe ich sogar Angst einen Studienplatz zu bekommen, da ich jetzt schon weiß, dass ich viele Dinge und Einstellungen der anderen Studenten und Professoren nicht akzeptieren werde.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 27

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    sille schreibt:
    Hallo,

    immer und immer wieder stelle ich mir die Frage, warum ich mich kaum anpassen kann, Dinge / Begebenheiten schlecht akzeptieren kann
    und ständig querdenke (was genau versteht ihr unter querdenken?)
    So eine ähnliche Frage habe ich mir auch gestellt, da ich auf der Arbeit immer wieder die gleichen Fehler gemacht habe und ernste Probleme dadurch hatte (bei Interesse kannst du unter Beruf und Studium meinen Thread dazu anschauen: zwischenmenschliche Probleme am Arbeitsplatz). Auf Youtube bin ich zufällig auf den Vortrag eines amerikanischen Wissenschaftlers gestossen, der ADD wirklich bis ins kleinste Detail erklärt hat... warum wir nicht organgisieren können, warum wir so impulsiv sind, warum viele von uns nur so wenig Motivation haben etc.

    Laut ihm, ist das mit der Anpassung, bzw. dem angepassten Verhalten eine "Fehlfunktion des Gehirns", die es zu überlisten gilt: der Teil des Gehirns, der bei ADSlern die Emotionen steuert ist dominanter als die Funktionalität des Limbischen Systems. Dieses sorgt bei "normalen Menschen" dafür, dass eine Gegebenheit erstmal reflektiert wird ("ärgerlich, wie reagiere ich jetzt am Besten?"), bevor man dann letztendlich reagiert. Bei ADSlern fehlt diese Reflektion! Ich denke, dass es viele normale Leute gibt, die mit uns einer Meinung sind... sei es, wenn es um den doofen Chef geht, die unpraktikable Neuregelung etc. ABER dieser Schritt der Reflektion lässt sie zumindest angemessen reagieren: Man "schleimt", lobt oder ist einfach nur unheimlich diplomatisch! Das sind ADSler in ihrer Impulsivität nicht und schon wird man zum Querulanten, der immer gegen etwas ist.

    Was hilft dagegen? Hmmm... also ich habe sehr viel Zeit damit verbracht mein Verhalten zu analysieren und auch wenn es gegen meine Natur ist, versuche ich einfach mal "mit dem Strom zu schwimmen". Lächeln und sich ********* denken. Ja und Amen sagen und dann lieber daheim gegen den Sandsack schlagen.

    Querdenken heisst für mich im Übrigen, dass ich mich nicht immer automatisch der Mehrheit anpasse... dass ich hinter meiner Meinung stehe, auch wenn sie vielleicht "krass" oder "ungewöhnlich" ist. Querdenken heisst für mich auch, dass ich meine ehrliche Meinung in aller Direktheit äussere. Wenn der Chef mich z.B. fragt, wie ich seine Idee finde, dann gibt's von mir auch mal Kritik - während viele "Normale" einfach den "geringsten Weg des Widerstandes" gehen, nämlich stattdessen einfach nur den Hintern kraulen. Geht aber leider nur bei ganz wenigen Chefs.

    Für alle, den die Vorträge des amerikanischen Wissenschaftlers auf Youtube interessieren: einfach dr russell barkley als Stichwort eingeben.

  3. #3
    infected me !

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    hallo sille,
    ich fühle mich genauso wie du, ... habe immer probleme mich in gruppen zu integrieren/anzupasen.... willst du dich denn wirklich in gruppen integrieren,ich habe meistens das gefühl dass mir die leute,die normal sind,einfach zu blöd sind oder viel zu normal
    .meistens sehe ich es garnicht ein,mich dort anzupassen,weil ich nicht so sein will wie die und es einfach auch nicht bin... wenn mir schon jemand eingebildet entgegen tritt ,mach ich sofort zu und will garnix mit denen zutun haben...

    regeln und sowas kann ich und konnte ich auch in meiner kindheit schlecht akzeptieren . hab mich immer heimlich allen regeln irgendwie wiedersetzt ( schhreibt man das so?) und hatte dann immer das gefühl von wegen ,ha ha ,mann bin ich gut, niemand kriegt es raus,hehe und ich hab es doch so gemacht wie es mir passte ... gerade das war für mich ansporn und ist es sogar bis heute noch... ich hasse regeln..

    warum es so ist,kann ich dir nicht sagen,,,,,vielleicht weil wir rebellen sind

    wir müssen doch auch nicht alles akzeptieren ,was andere akzeptiern,,,,,wir sind halt die schwarzen schafe der schafherde.... wir laufen gegen den strom, hinterfragen alles doppelt und dreifach,wollen es ganz genau wissen.. ich finde ,viel mehr leute sollten das system in dem wir leben mal genauer hinterfragen.....

    wie heisst es so schön bei der sesamstrasse-------wer nicht fragt bleibt dumm

    du musst niemanden was erklären, wenn dich jemand nicht mag,dann dreh dich einfach um und geh...

    zum glück habe ich eine arbeit gefunden ,wo man mich so akzeptiert wie ich bin....am anfang musste ich aber noch um mein recht kämpfen....

    jetzt akzeptiert der chef zum glück dass ich anders bin..und seitdemgeh ich total auf in dersituation...vorher hatte ich nie lust zum arbeiten usw....

    bei deinem studium geht es doch um dich und um keinen sonst....egal was die anderen machen...geh deinen weg... du wirst dann sicher freunde finden !!!!

    mfg der käfer

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Einerseits vermisse ich die guten alten Zeiten, als ich noch eine feste Clique hatte. Andererseits bin ich inzwischen der Meinung, dass ich eher kein Gruppenmensch bin. Ich fühle mich unter Leuten sehr wohl und habe meiner alten Clique lange nachgetrauert. Aber durch den Umgang mit der Clique meines besten Freundes und anderen Leuten habe ich festgestellt, dass es in Gruppen meistens 1-2 Personen gibt, die immer das Sagen haben wollen und erwarten dass der Rest einfach mitzieht. Ich hasse dominante Menschen wie die Pest und verweigere mich umso stärker, je mehr jemand versucht mir etwas vorzuschreiben.

    Auf der Arbeit hatte ich mal große Probleme, als ich in einer ganz kleinen Firma angestellt wurde. Eine eigene Meinung zu vertreten ging dort gar nicht. Es wurde jederzeit 100%-ige Anpassung erwartet, man hatte zu gehorchen. Furchtbar. Nach knapp 1 Jahr war ich psychisch total fertig und habe mir einen anderen Job gesucht.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 376

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo sille

    Ich kann mich gut in diese Situation hineinfühlen, auch ich sehe alles viel kritischer aber trotzdem drängt es mich oft in eine Art Außenseiterposition.
    Leider habe ich das Problem dass ich mir meine Meinung oft nicht sagen traue vor anderen sondernn sie lieber für mich behalte.
    Jedoch merke ich eben dass auch Minderheiten häufig recht haben aber die Mehrheit trotzdem immer auf ihren Ansichten beharrt, es ist echt zum Mäuse melken.

    Ich habe die Angewohnheit dass ich mir immer komplizierte Floskeln durchdenke und in Gedanken kann ich Leute gut von meiner Meinung überzeugen, real aber eher weniger und so behalte ich viel für mich oder tausche mich nur mit besten Freunden oder mit Gleichgesinnten im Internet aus.

    Aggressiv und wütend/traurig werde ich oft bei Meinungsverschiedenheiten mit meinen Eltern, aber immer dann wenn sie meine Meinung total ins Lächerliche ziehen oder mich extrem stressen wegen Zukunft und so.
    Ansonsten steck ich sowas aber ganz gut weg, wenn es nur kurze Gespräche sind und man respektvoll mit mir redet.

    Wenn es mir zuviel ist geh ich sowieso immer auf mein Zimmer, mach den Mp3 Player an und reagier mich mit dem Kissen ab.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 16

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo,

    was möchstest Du denn studieren?
    In meinem Studiengang (Soziale Arbeit) zählt es eher zu erwünschten Eigenschaften eigene Ideen und Vorstellungen zu haben und selber zu denken anstatt nur nachzuplappern.

    Gewiss muss auch hier ein gewisses Maß an Respekt gegenüber Proffs und Mitstudierenden gewährleistet sein.
    Aber es wird zumindest bei uns gerne gesehen, wenn Diskussionen entstehen, bei denen neue Ansätze und Ideen vermittelt werden.

    Liebe Grüße,

    Jonina, die sich auch nicht als Anpassungsvorbild sieht. Zum Glück.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Vorweg: ich möcht' niemand vor den Kopf stoßen.
    Ich bin hier zwar neu aber irgend wie komme ich gegen eine Wahrnehmung nicht an:
    die Dichotomisierung in normal/adhs.
    Nur weil jmd. diese Krankheit nicht hat ist er doch kein schlechterer Mensch. Ich mein umgekehrt muss man gegen Vorurteile kämpfen. Aber auch das wird zum Glück immer seltener.

    Nur warum passiert es hier so herum?

    Ich les' hier so oft, dass die "Normalen" (wer kommt schon darauf, andere so zu nennen?) sich ständig einschleimen, keine Kritik äußern können, langsamer denken (!) als adhs'ler und nicht kreativ sind. Ich für meinen Teil hab das auch anders kennengelernt. Klar haben ADHS'ler mehr Probleme damit, sich diplomatisch zu verhalten. Aber das ist keine Qualität oder geschieht aus bewusster Entscheidung, sondern ergibt sich aus der eigenen Anlage. Ich verstehe nicht, warum das hier so oft als Stärke verkauft wird. Außerdem gibt es genauso kluge und dumme ADHS'ler wie andere Menschen. Und Ar***lö**er gibt es unter den ADHS'lern auch genügend. Jedenfalls hab ich genug kennen gelernt.

    Punkt Nummer zwei: Regelmäßig berichtet hier jmd. er könne keine Autoritäten akzeptieren / sich nicht unterordnen. Auch da denke ich mir, dass es ganz an einem selbst liegt, ob man das möchte. Und sich kategorisch nicht unterzuordnen grenzt meiner Meinung nach an Arroganz. Natürlich muss man zum Schluss seinen eigenen Werten trauen. Aber ob man es sich leisten will, dafür Job oder ähnliches zu riskieren ist jedem selbst überlassen. Und wer sich dafür entscheidet sollte nachher nicht jammern, dass er dauernd raus fliegt. Und als Chef muss nicht unbedingt jmd. arbeiten, der besser als man selbst ist oder eine beeindruckende Persönlichkeit. Eigtl. spielt es auch keine Rolle, wie er ist. Er ist Chef und nicht man selbst. Hinnehmen oder gehen heißt oft die Devise. Und "gehen" muss da nicht immer die moralisch bessere Wahl sein.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 376

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo low budget

    Da hast du natürlich recht und ich bin ja selbst oft so dass ich mich manchmal selber ein wenig stigmatisiere wegen der Familiengeschichte, weil meine Eltern eben nirgendwo "verhaltensauffällig" sind und der Bruder auch alles auf die Kette kriegt. Nur ich eben nicht. Bei gleicher Erziehung in Kindheit und Jugend.
    Und alle anderen Betroffenen scheinen auch "ADHS-verdächtige Eltern" zu haben außer mir.
    Ich schäme mich dann natürlich doppelt, weil einerseits bin ich ja froh dass ich eine schöne Kindheit hatte und damals mein Handicap nicht so stark "aufgefallen" ist,mit der schulischen Leistung vereinbar war und ich mich leicht lernte, folglich also auch kein Druck auf mich ausgeübt wurde.
    Das kam erst später als junge Erwachsene weil eben nicht alles so klappt bei mir.
    Und dann sind da auch noch meine anderen Dinge die nur ich in der Familie habe und wegen derer ich mir manchmal auch ein wenig "minderwertig" vorkomme, obwohl da keiner so wirklich was sagt von meiner Familie.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Der Druck im jungen Erwachsenenalter kann echt Gift sein. Den kenn ich auch gut, da auch bei mir bis dahin schulisch immer alles "auch so" geklappt hat. Also ich trotz Vergesslichkeit und Ablenkbarkeit gute Noten hatte.

    Ich versteh auch gut, wenn jmd. sich im Übereifer wegen seiner Benachteiligung oder seinem Frust über den Umgang mit sich selbst im Ton vergreift. Ich wollte auch niemand direkt ansprechen.

    Die Frequenz der oben genannten Sichtweisen ist es, die mich so irritiert, aus den genannten Gründen.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo,

    leider kann ich deiner "Wahrnehmung" nur begrenzt Recht geben. Ich weiß nicht wie das andere in dem Forum sehen, aber ich benutze die Begrifflichkeiten "Normale und
    ADHSler" nicht im Sinne einer Dichotomie, sondern vielmehr als Vereinfachung der Verständigung.
    In meinen Augen führt der Terminus "normal" keine degradierenden Aspekte mit sich. Vielleicht liegt deine negative Wahrnehmung daran, dass du "normal" anders interpretierst.
    Demnach hat das Normale nichts damit zu tun, dass ich Menschen als besser oder schlechter einstufe, oder ich Vorurteile gegenüber Nicht-ADHSlern hege.

    Zudem zweifel ich sehr an deiner Wahrnehmung, was die sogenannten "Stärken" anbelangt. Meiner Ansicht nach wird die Problematik hier nicht ausschließlich positiv bewertet, sondern
    vielmehr als eine Eigenschaft (übrigends ist diese durch wissenschaftliche Studien im Bereich des ZNS belegt), die einen Leidensdruck bei den Betroffenen auslöst. Deine Bezeichnung
    der "Arroganz" ist hier folglich mehr als unverschämt und zeugt von mangelndem Mitgefühl (nicht zu verwechseln mit Mitleid!).

    Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber vll. solltest du über deine Eigendiagnose nachdenken...

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