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Diskutiere im Thema warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer??? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 21

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo,

    ich möchte Veterinärmedizin studieren. Dies ist seit meinem 3. Lebensjahr mein Wunsch und ich bin sehr stur was das anbelangt.
    In all den Jahren habe ich eine Lebenseinstellung gegenüber Tieren entwickelt, die kaum jemand teilen kann.
    Ich bin zudem Vegetarier.

    Nun habe ich große bedenken, was das Studium angeht. Nicht das ich es nicht schaffe (da mache ich mir eigentlich keine Sorgen),
    sondern vielmehr, dass ich die Einstellungen anderer nicht akzeptieren kann und unter diesen evtl. kaputt gehe. Verstehst du ein wenig was ich meine?
    Für mich sind solche Situationen sehr schwer, da mich negative Gefühle regelrecht innerlich zerreißen.
    Zudem habe ich Angst, dass ich oft emotional aufbrausend reagiere und mit anderen Studierenden oder Professoren aneinandergerate
    (besonders im Schlachthof-Praktikum, vor dem ich eh Panik habe).


    Liebe Grüße
    Sille

  2. #12
    rockkillagal

    Gast

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo,

    ich würde gerne meinen Senf dazu geben..

    sille schreibt:

    immer und immer wieder stelle ich mir die Frage, warum ich mich kaum anpassen kann, Dinge / Begebenheiten schlecht akzeptieren kann
    und ständig querdenke (was genau versteht ihr unter querdenken?)
    Ich kenne das zu gut. Ich kann schlecht mit Autorität umgehen. Im Gegenteil, ich lehne mich regelrecht gegen sie auf. Ich muss immer den Rebel und MEINE Meinung durchbringen. Selbst im Beruf. Ich gehe zwar jetzt nicht mehr arbeiten da wir ein Baby haben aber davor muss ich sagen, habe ich selbst meine letze Arbeitsstelle gekündigt, als mich mit der neuen Geschäftleitung abzugeben. Aber ist eine längere Story.

    Meine Mutter hatte das selbe Theater mit mir. Und in der Schule sowieso.

    Was meinst du aber mit quer denken?
    Ich denke nicht das ich quer denke, vieleicht eher mich über andere stellen wollen weil ich weiß das ich große Defizite hab dank ADHS. Dazu gehören aber auch Aggressionen, launenhaftigkeit und und und.


    sille schreibt:


    Oft werde ich aggressiv, wenn etwas von mir erwartet wird, was ich nicht so hinnehmen möchte. Und das kommt ziemlich häufig vor.
    ABER WARUM IST DAS SO BEI UNS???

    werde.
    WIe schon erwähnt, ich werde schnell aggressiv und launisch und gehe dabei auch oft unter die Gürtellinie. Ich bin genau in DIESEN MOMENT so mega in rasche das wenn ich es nicht verbal un feinster aggression auslasse, ich das Gefühl habe mich nicht zu entladen.
    Und ich denke dass das nicht jeder von uns hat. Ich denke das hat auch was mit der Vorgeschichte im Leben zu tun. Frustration, Erziehung ect ect.


    sille schreibt:


    Durch diese Eigenart gerate ich immer wieder mit meiner Umwelt in Konflikte und fühle mich als Außenseiter (oft ziehe ich mich dann zurück, da ich
    die Situationen nicht aushalten kann, denn egal wie sehr ich versuche mich zu erklären, es bringt nichts).

    Mittlerweile habe ich sogar Angst einen Studienplatz zu bekommen, da ich jetzt schon weiß, dass ich viele Dinge und Einstellungen der anderen Studenten und Professoren nicht akzeptieren werde.

    yap yap kenne ich. Meine Umwelt kennt mich schon als Rebel. Weiß teilweiße mit mir umzugehen. Aber Fremden gegenüber, die nicht wissen das ich ADHS habe denken wohl ich wei meschugge oder asi Aber da kenne ich nichts. Ich sage mir immer, wems nicht passt kann gehen. Ich würde mich nie und nimmer für andere verstellen. Aber alleind as denken ist wieder falsch. But i cant help

  3. #13
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 112

    Rotes Gesicht AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo zusammen.Ich habe Dieses Thema gerade versucht zu vervolge,was nicht gerade leicht war für mich,denn obwohl ich sicher nicht Dumm bin ,hatte ich doch Probleme mit den vielen Fachausdrücken und Fremdwörtern,mit denen Ihr euch gegenseitig kritisiert habt. vielleicht ist es ja auch eine Verständigungs Barriere aber eine Antwort darauf, warum Menschen mit ADS so oft Aussenseiter sind habe ich nicht wirklich bekommen.Lustig fand ich allerdings das es sich auch in der Komunikation Hier, Untereinander zeigt, WIE Eigen.!.. Menschen mit ADHS sein können. Und ich denke dass ist mit,auch ein grund warum wir uns schwer in Gruppen Integrieren können.
    ich für meinen teil kann nur sagen, das ich mich in Gruppen IMMER als Außenseiter fühle,zum einen weil meine Aufmerksamkeit meist Ganz wo anders liegt als die,der andern
    Abrer auch habe ich das Gefühl einfach alles anders wahr zu nehmen und immer hinterfrage ich alle und jedes.
    Ich habe den Eindruck das selbst wenn ich versuche mich so NORMALwie möglich zu geben und nicht auf zu fallen, Die Anderen mich als sonderbar erleben ...

    ich sehe es an den Blicken und da ich dazu sehr Hellfühlig bin merke ich es eigentlich bevor es der Andere wirklich zeigt was er von Mir hält.

    OK !! Aber WAS GENAU kann man tun um von Anderen Menschen nicht als Sonderbar abgestempelt zu werden???

    Giebt es Gruppenterapien in denen man die Komunikation (die richtige) mit einer gruppe üben kann???

    und Ps. ich denke auch wir solten die " Normalen " Menschen nicht als Anders oder Besser oder schlechter sehen.

    Egal ob ADS ADHS ADD oder einfach nur Mensch.. Wir sind alle gleich mit oder ohne Diagnose. Wir unterscheiden uns alle und jeder hat seine Macken.
    bei dem einen sieht man sie Deutlich beim Andren vielleicht nicht so sehr.

    Wenn wir uns anfangen als SOOOO anders zu sehen,werden wir BESTIMMT auch als solches warhr genommen...
    Liebe grüße an ALLE Phönixe

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    low_budget schreibt:
    die Dichotomisierung in normal/adhs.
    Ich habe das nie negativ aufgefasst. Irgendwie muss man ja unterscheiden in Menschen, die ADHS haben und damit anders ticken und in die Menschen, die kein ADHS haben. Da hat sich eben die Unterteilung in ADHSler und "Normale" eingebürgert.


    I
    low_budget schreibt:
    Ich les' hier so oft, dass die "Normalen" (wer kommt schon darauf, andere so zu nennen?) sich ständig einschleimen, keine Kritik äußern können, langsamer denken (!) als adhs'ler und nicht kreativ sind. Ich für meinen Teil hab das auch anders kennengelernt. Klar haben ADHS'ler mehr Probleme damit, sich diplomatisch zu verhalten. Aber das ist keine Qualität oder geschieht aus bewusster Entscheidung, sondern ergibt sich aus der eigenen Anlage. Ich verstehe nicht, warum das hier so oft als Stärke verkauft wird. Außerdem gibt es genauso kluge und dumme ADHS'ler wie andere Menschen. Und Ar***lö**er gibt es unter den ADHS'lern auch genügend. Jedenfalls hab ich genug kennen gelernt.
    Nunja, das ist schwierig zu verstehen, wenn man es nicht selber erlebt hat. Wenn du dein Leben lang immer wieder aufgrund deines Verhaltens und deiner Art zu denken, aneckst, dann hinterlässt das Spuren. Da sitzt bei Einigen der Hass auf die "Normalen", die einem teilweise das Leben zur Hölle machen/gemacht haben, sehr tief. Da kann es sein, dass Einige eben diese Dinge, aufgrund derer sie ständig Kritik erfahren, als besser ansehen. Ungefiltert Kritik zu äußern, wie das bei ADHSlern häufig vorkommt, bringt viele in Schwierigkeiten. Freshnut hat ja schon auf die Arbeit von Russell Barkely hingewiesen. Da wird das sehr gut beschrieben.
    Wenn ich also als undiagnostizierte ADHSlerin permanent diese ungefilterte Kritik äußere, dann bekomme ich immer wieder dieselben Vorwürfe der "Normalen" zu hören, die diese Kritik, die ich herausplatze, nicht äußern, sondern für sich behalten. Da ich keinen Weg kenne, wie ich mich beherrschen kann, wächst meine Frustration bzw. meine Wut. Da ist die Wut auf mich selber und dann die Wut bzw. auch der Neid auf die "Normalen". Damit ich selber noch letzte Reste von Selbstbewusstsein aufrecht erhalten kann, rede ich mir ein, dass die Anderen einfach nicht mutig genug sind, Kritik zu äußern. Aber ich bin es. Ich mache aus dieser Schwäche eine Stärke. In Wahrheit bin ich nicht mutiger als die Anderen. Die Anderen denken nur vorher nach bevor sie handeln. Ich kann das nicht.
    Ich denke, dass das bei Vielen dahinter steckt. Bei mir auch. Und da sich hier viele undiagnostizierte und frisch diagnostizierte ADHSler tummeln, die eben noch nicht gelernt haben, wie sie mit dieser Schwäche umgehen können, liest man hier sehr oft davon.
    Die Wut, von der ich gesprochen habe, richtet sich in diesem Fall nach außen. Gegen die Anderen. Eine der Auffälligkeiten, die man bei ADHSlern findet, ist die Tatsache, dass sie die Schuld selten bei sich, sondern eher bei anderen suchen. Die Wut kann sich aber auch nach innen richten. Gegen einen selber. Das Resultat davon kann dann eine Depression sein.


    low_budget schreibt:
    Punkt Nummer zwei: Regelmäßig berichtet hier jmd. er könne keine Autoritäten akzeptieren / sich nicht unterordnen. Auch da denke ich mir, dass es ganz an einem selbst liegt, ob man das möchte. Und sich kategorisch nicht unterzuordnen grenzt meiner Meinung nach an Arroganz. Natürlich muss man zum Schluss seinen eigenen Werten trauen. Aber ob man es sich leisten will, dafür Job oder ähnliches zu riskieren ist jedem selbst überlassen. Und wer sich dafür entscheidet sollte nachher nicht jammern, dass er dauernd raus fliegt. Und als Chef muss nicht unbedingt jmd. arbeiten, der besser als man selbst ist oder eine beeindruckende Persönlichkeit. Eigtl. spielt es auch keine Rolle, wie er ist. Er ist Chef und nicht man selbst. Hinnehmen oder gehen heißt oft die Devise. Und "gehen" muss da nicht immer die moralisch bessere Wahl sein.
    Auch dazu gilt das, was ich oben geschrieben habe.
    Ich selber habe sehr große Probleme mit Autoritätspersonen. Und ich möchte mich sehr gerne unterordnen. Nur meine Art des Vorschnellen Handelns macht mir da einen Strich durch die Rechnung. Durch die Medikamente fällt es mir leichter, erst zu denken, dann zu handeln. Aber es ist sehr harte Arbeit, sich das selber anzutrainieren. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ein ADHSler ja normalerweise nicht nur eine Baustelle in seinem Leben hat, sondern mehrere.

    Ja, mein Leben wäre einfacher, wenn ich tatsächlich entscheiden könnte, was ich mache. Und ich wünschte mir, ich könnte diese Kontrolle über mich haben. Aber ich habe sie nicht. Ich kann teilweise lernen, damit umzugehen. Aber es gibt Bereiche, wo das nur sehr schwer möglich ist. Und einer dieser Bereiche ist eben der Umgang mit Autoritätspersonen.

    Du scheinst Wege gefunden zu haben, wie du mit Autoritätspersonen klarkommst. Es wäre für mich eine große Hilfe, wenn du beschreiben könntest, wie du das gemacht hast. Wie bringst du dich selber dazu, zuerst zu denken und dann zu handeln bzw. die Klappe zu halten?

    Eine Bitte habe ich: Könntest du diese allgemein gehaltenen Äußerungen wie: "Auch da denke ich mir, dass es ganz an einem selbst liegt, ob man das möchte" eventuell unterlassen? Ich weiß, dass ich es dir nicht verbieten kann. Aber ich habe mir solche Sprüche mein ganzes Leben lang anhören müssen. Ich habe hart gekämpft um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Und trotzdem scheitere ich immer wieder. Und ein Großteil meiner Bemühungen war völlig für die Katz.
    Solche Äußerungen tun mir daher sehr weh.
    Hier ist ein Raum, ein Ort, wo man mich versteht und wo ich solchen "Anfeindungen" nicht ausgesetzt bin. Hier gibt es Menschen, die Ähnliches durchgemacht haben und die mir mit ihren Erfahrungen weiter helfen können.
    Geändert von Fliegenpilz ( 5.09.2011 um 17:40 Uhr)

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    low_budget schreibt:
    die Dichotomisierung in normal/adhs.
    Nur weil jmd. diese Krankheit nicht hat ist er doch kein schlechterer Mensch. Ich mein umgekehrt muss man gegen Vorurteile kämpfen. Aber auch das wird zum Glück immer seltener.
    Ist mehr eine Art der Unterscheidung.
    Will ja keiner "Kranke und Gesunde" sagen oder sonstwas.
    Letztlich ist es auch formell nicht falsch, weil Diejenigen ohne ADS nun mal als normal gelten, während wir eine Stoffechselstörung haben und dadurch bedingt von der Norm abweichen.

    Es wäre einfach zu mühselig immer zu schreiben "Diejenigen ohne ADS", da hat sich "Normalos" halt einfach eingebürgert ohne dass es einen negativen hintergund hätte.

    Auch da denke ich mir, dass es ganz an einem selbst liegt, ob man das möchte. Und sich kategorisch nicht unterzuordnen grenzt meiner Meinung nach an Arroganz.
    Tja, .... und genau DAS hören ADS'ler ihr ganzes Leben immer und immer wieder ...

    "Der ist nur faul", "Der muss sich nur etwas anstrengen", ...
    Meine "Lieblingssprüche" waren "Der kann wenn er will" und "Gedächtnis kann man trainieren" von diversen anderen mal ganz abgesehen.

    Ein Kollege hat mir mal von seiner sehr zerstreuten Freundin erzählt, die immer was liegenlässt, vergisst und allsowas.
    Er hat dafür kein Verständnis, hält sie für faul und möglicherweise dumm oder sonstwas.
    Und vor allem wirft er ihr regelmäßig vor, dass sie das nicht ändert. "Das kann doch nicht so schwer sein" ist dann einer seiner Lieblingssprüche.

    Nun, ... ich fragte ihn dann, wie sie denn damit umgeht, ob es ihr egal ist und sie einfach sagt "Pöh, ich bin halt so, mir doch egal" oder ob es sie belastet, sie selber nervt und sie sogar darunter leidet.
    Denn im letzteren Fall ist es mitnichten Absicht und es ist mitnichten Dummheit oder gar Arroganz, ... was der Rest der Welt nicht versteht und was für ebendiese von Dir wahrgenommene Dichotomie sorgt, ist das Unverständnis dafür, dass diese Menschen das nicht freiwillig tun.
    Die wollen das nicht. Und sie können es eben nicht ändern.
    Es gäbe diese Scheißkrankheit nicht, wenn man das mal eben so ändern kann.

    Ich weiß gar nicht, wie oft ich als arrogant hingestellt wurde und werde, nur weil ich zurückhaltend bin, zwanghaft und sehr vorsichtig.
    Ich kann nicht anders und glaub mir, ich wollt ich könnte es.
    Gerade diese Diskrepanz hat mich und viele andere an den rand des Selbstmordes gebracht, eben weil wir nicht ertragen können, nicht so sein zu können, wie andere das gerne hätten.
    Wir machen das nicht freiwillig.

    Mein Leben lang habe ich versucht, so zu sein wie die anderen und es all denen recht zu machen, um dazu zu gehören, anerkannt zu werden.
    Das kostet Kraft und Anstrengung und am Ende das eigene Selbst.

    Mein Problem war und ist nun nicht unbedingt, das sich nicht unterordnen und Autoritäten anerkennen können, sondern eher das genaue Gegenteil.

    Der Versuch genau das zu können, diese Vergesslichkeit und Zerstreutheit und viele andere, sehr typische ADS-Merkmale zu kompensieren hat mich in eine zwangahfte Persönlichkeitsstörung und eine schwere Depression und Burnout getrieben.
    Ganz ehrlich; da krieg ich leicht das wenn ich dann was von Arroganz lese.

    Allerdings komme ich auch nicht umhin zuzugeben, dass es sicherlich sehr schwer ist, das eine vom anderen zu unterscheiden.
    Wo hört Arroganz und Dickköpfigkeit, Rücksichtslosigkeit und Anpassungsunwille auf und wo fängt eine Leidensgeschichte des Nichtkönnens an?

    Gerade Impulsivität und Affektlabilität sind Dinge, die nicht bewusst gesteuert werden, man wird von ihnen gesteuert.
    Und das Wissen um so etwas, bedeutet nicht, dass man es deshalb mal eben ändern kann.

    Wenn ich weiß, dass ich einen Traktor fahre, kann ich deswegen trotzdem keinen Rennwagen daraus machen, ich muss vielmehr nach der richtigen Umgebung suchen, in der ich damit am besten zu recht komme und das ist dann nun mal ein Acker und keine Rennbahn.

    Wie sagte Dr. Eckart von Hirschhausen doch so schön "Wenn Du als Pinguin geboren bist, machen auch 7 Jahre Psychotherapie aus Dir in diesem Leben keine Giraffe"

    Es mag Ausnahmen geben und es mag sein, dass Änderungen in gewissem Rahmen möglich sind.
    Aber warum ist man arrogant, nur weil man etwas nicht kann, was von anderen erwartet wird?
    Genau diese Aussage bringt doch viele genau da hin, dass die Normalos schlecht weg kommen ...

    LG
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 5.09.2011 um 19:47 Uhr)

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Grundsätzlich: ich wollte niemand beleidigen oder persönlich ansprechen.
    Ich hab mich nur über meinen Eindruck gewundert und das mitgeteilt.

    Tja, .... und genau DAS hören ADS'ler ihr ganzes Leben immer und immer wieder ...
    "Der ist nur faul", "Der muss sich nur etwas anstrengen", ...
    Meine "Lieblingssprüche" waren "Der kann wenn er will" und "Gedächtnis kann man trainieren" von diversen anderen mal ganz abgesehen.
    Ok, das war sehr schlecht ausgedrückt. Die Vorwürfe kenn ich auch alle und sie kotzen mich so an, wie euch. Das Gedächtnis hab ich ja eh nicht genannt. Zu den beiden anderen kommt es für mich darauf an, wie man mit der eigenen Anlage umgeht. Um das obige Bsp. aufzugreifen: Auch mit nem Traktor kann man auf Straßen fahren oder daneben oder eben über andere Verkehrsteilnehmer drüber. Und im letztgenannten Fall zu sagen: "Ich hab halt nen Traktor. Nehmt mich, wie ich bin" is einfach kein guter Weg. Fliegenpilz hat da sehr viel Gutes geschrieben. ich denke gerade mit der Wut nach außen trifft er es ins Schwarze.

    Allgemeine Äußerungen werd ich keine mehr machen, is kein Problem.

    Anfeindungen nehm ich nicht an, das hab ich mir in der Forenerfahrung angeeignet.
    Aber ich beschreibe gern, wie ich mir meinen Weg zur Akzeptanz der Hierarchie geebnet hab:
    Nach häufigem Scheitern an meiner Ablehnung von Autoritäten (mit den hier auch genannten Gründen: ist persönlich nicht mein Fall, scheint mir inhaltlich nihct besser als ich, bla)hab ich mir (im Grunde) angewöhnt erstmal ALLES hinzunehmen. Egal, was da kommt, ich reagiere nicht; einfach gar nicht. Erst, wenn ich aus der konkreten Situation raus bin lass ich all meine Gedanken und Emotionen zu und schreib sie bestenfalls gleich auf, um sie zu ordnen. Dann kann ich mir alles überlegen. Auch, wie und ob ich Kritik mitteile.
    Als das grundsätzlich die Klappe halten (was wahnsinnig Energie kostet; ist im Grunde wie Luft anhalten) nach und nach geklappt hat, hab ich angefangen mir gewisse Floskeln anzueignen, um, je nach Ersteinschätzung der Lage, gleich reagieren zu können. Bei Kritik zB: Ja, ist gut. ich arbeite dran (wenn ich es im ersten Moment für nicht indiskutabel halte) oder eben: Ja, ist gut. Ich denke darüber nach (wenn ich im ersten Moment platzen und mich rechtfertigen will).
    Es haben sich meine Impulse nicht verändert. Nach wie vor denk ich im ersten Moment "So eine Scheiße, ich mach das wie ich es will" oder ähnliches. Aber ich hab gelernt, diese Gedanken (die sich bei mir sehr ähneln) zu erkennen und dann entsprechend erstmal eine Floskel vorzuschieben, um später alles loszuwerden, was ich möchte und was auch Sinn macht.

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    low_budget schreibt:
    Um das obige Bsp. aufzugreifen: Auch mit nem Traktor kann man auf Straßen fahren oder daneben oder eben über andere Verkehrsteilnehmer drüber. Und im letztgenannten Fall zu sagen: "Ich hab halt nen Traktor. Nehmt mich, wie ich bin" is einfach kein guter Weg.
    Jetzt versuchst Du's ja schon wieder .

    Wie ich ja bereits sagte:
    Die Meisten wollen das nicht.
    Sie machen es weder bewusst noch mit Absicht.
    Sie sind sich darüber im Klaren, dass es so ist und dass sie es machen, aber in dem Moment, in dem es passiert, merken sie es nicht, weil sie es nicht merken können.
    Da laufen ganz andere Schaltungen im Gehirn ab, als in anderen Situationen.

    Wie Du bereits von Dir geschrieben hast, vermutest Du bei Dir ein ADS in leichter Form.
    Aber was ist mit schwerer Betroffenen?
    Das kannst Du nicht von Dir auf andere adaptieren.

    Bei uns im Wohnzimmer lag heute ein Sonnenschirm aufgespannt auf einem Wäscheständer, weil er nach dem Regen trocknen sollte.
    Ich bin dreimal gegen die Stange gerannt und es hat dreimal sauweh getan.
    Trotzdem ist es dreimal passiert, denn jedesmal wenn ich da längs gegangen bin, hatte ich wieder die Gedanken woanders und habe ihn nicht wahrgenommen.
    Das mag banal im Vergleich zu den anderen Dingen erscheinen, spiegelt aber das gleiche Problem wieder:
    In genau dem Moment, in dem es drauf ankommt, ist die Wahrnehmung wieder futsch.

    Wenn ich merke, dass ich immer und immer wieder die gleichen Probleme habe, ist es besser, ihnen aus dem Weg zu gehen, statt zu versuchen, an etwas rumzudoktern, was ich schon mein Leben lang mache und mir dabei nur meine eigene Unfähigkeit beweise, weil ich es gar nicht ändern kann.

    Ich kann mit meinen 1,76m Lebensgröße auch niemals einen 100m Weltrekord aufstellen und wenn ich noch so trainiere.
    Nur: wenn ich das tue, werde ich immer wieder nur Frust ernten und mich immer schlechter und schlechter fühlen, weil ich nie ein Erfolgserlebnis haben werde.

    Wichtiger wäre es, den Traktorfahrer nicht nur dort hinzubekommen, wo er keinen Schaden anrichtet, sondern wo er seine Stärken nutzen kann und man ihm vielleicht, wenn er schon auf die Straße muss, eine entsprechende Hilfe an die Seite stellt, die ihm rechtzeitig hilft und ihm bescheid sagt, sozusagen seine Wahrnehmung übernimmt.
    Denn es ist besser, Stärken zu stärken und zu nutzen und bei Schwächen anderweitig zu helfen.

    Und das soll man erstmal finden in unserer egoistischen Hochleistungsgesellschaft.
    Klar, dass man sich dann ausgegrenzt und ungewollt fühlen kann und keine gute Meinung von Normalos hat oder?

    Glaub mir, wenn Du nach 46 Jahren auf ner Brücke stehst oder die Tabletten auf dem Tisch liegen hast, weil Du Dein Leben lang versuchst hast, das hinzubekommen und Dich am Ende nur wie der letzte Dreck unterm Fingernagel fühlst, der es nicht wert ist zu leben, dann wirst Du verstehen, warum viele Betroffene damit so ihre Probleme haben.

    Um bei dem Traktorbeispiel zu bleiben:
    Vielen wäre vielleicht viel mehr geholfen, wenn neben ihnen ein Fahrlehrer sitzt, der etwas auf sie aufpasst und in kritischen Momenten etwas auf die Bremse tritt und ihnen zur Seite steht.
    Damit wird ihnen nicht die Verantwortung genommen und sie müssen immer noch selber fahren und aufpassen, aber sie haben die Hilfe, die sie brauchen und mit der sie in dieser Gesellschaft ein wenig Anerkennung und Teilhabe bekommen, die ihnen sonst verwehrt wird, weil Menschen oberflächlich sind und leicht und vorschnell urteilen.
    Aber das ist unbequem und anstrengend für andere, und das passt nicht in unsere, bis auf die Sekunde ausgetaktete Gesellschaft.
    Geändert von Fliegerlein ( 5.09.2011 um 22:16 Uhr) Grund: 1 Satz ergänzt

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 28

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Ich bin neu hier im Forum und habe das alles mal überflogen.

    Zum durchlesen fehlt mir leider noch das Durchhaltevermögen...
    Sorry...

    Aber ich kenne das alles nur zu gut.

    Ich hatte auch schon immer Probleme mit Autorität... Komischer weiße aber nicht, wenn ich sie mir
    "unter den Nagel gerissen" habe...

    Arbeite seit 2003 in einer Abteilung in der ich keinen guten Start hatte, und damit meine ich wirklich keinen guten Start...
    und versuche seit dem irgendwie durch den Tag zu kommen.
    Dabei werde ich immer mehr und immer schneller aggresiv und launisch und auch richtig böse...

    Egal zu wem, aber meist sind es (leider) alles Vorgesetzte...
    Das ich mir damit meine Zukunft verbaut habe, musste ich jetzt leider feststellen, denn ich werde wohl den Arbeitgeber wechseln müssen um neu anzufangen,
    wenn das was bringt.

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 16

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    Hallo Sille,

    Veterinärmedizin als Vegetarieren ist sicher nicht einfach.Ich bin auch Vegetarierin ehemals Veganerin und könnte sicher auch oft meine Klappe nicht halten.

    Weißt Du denn, was auf Dich zukommen würde und wo Du vielleicht Schwierigkeiten hättest?

    Vielleicht kannst Du durch Vorabanalyse schon überlegen, wie Du reagieren könntest wenn die Punkte eintreffen.

    Liebe Grüße,

    Jonina

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: warum können wir uns schlecht anpassen und denken quer???

    @ Fliegerlein: ich versteh anhand deines letzten Beitrags, woher dein Ärger kommt. Wen man selbst deinen Weg gegangen ist, kommt einem meine Kritik natürlich wie der blanke Hohn vor. Zumindest, wenn ich deine Geschichte halbwegs richtig einschätze. Du bist vermutlich sehr verwundert, wenn ich jetzt schreibe, dass ich einen ähnlichen Weg eingeschlagen habe. Ich hab nur wesentlich früher eine Abzweigung gefunden, die schließlich zu einer 180° Kurve aus der depressiven Richtung wurde. Das ist auch noch nicht lange her und vernmutlich vielen günstigen Umständen zu verdanken.
    Möglicher Weise bin ich unter anderem weil ich mir den Weg selbst raus gekämpft hab empfindlich gegen Hilferufe, die das eigene Engagement nicht deutlich zeigen.

    Fliegerlein schreibt:
    Um bei dem Traktorbeispiel zu bleiben:
    Vielen wäre vielleicht viel mehr geholfen, wenn neben ihnen ein Fahrlehrer sitzt, der etwas auf sie aufpasst und in kritischen Momenten etwas auf die Bremse tritt und ihnen zur Seite steht.
    Damit wird ihnen nicht die Verantwortung genommen und sie müssen immer noch selber fahren und aufpassen, aber sie haben die Hilfe, die sie brauchen und mit der sie in dieser Gesellschaft ein wenig Anerkennung und Teilhabe bekommen, die ihnen sonst verwehrt wird, weil Menschen oberflächlich sind und leicht und vorschnell urteilen.
    Mir ist vollkommen klar, dass das niemand mit Absicht macht. Geht mir ja genauso. Und das Traktorbsp. bleibt hervorragend geeignet: ist ja kein Problem einen Fahrlehrer neben sich zu brauchen, im Gegenteil. Wenn das jeder selbst sieht und sich einen "besorgt" ist die Welt beinah perfekt. Aber ohne weiter fahren und wenn man mal wieder über was drüber brettert jammern, dass sie einem den Führerschein nehmen wollen (also zB der Job gekündigt wird, man Außenweiter wird, etc pp) ist immernoch keine gute Einstellung.
    Klar ist es auf die Dauer schwierig, ohne Fahrlehrer nicht zu unterwürfig zu werden und sich von vorn herein schon klein zu machen. Aber sich, wie oben beschrieben einfach darauf zurückziehen "dass das nunmal so ist" zeugt nie, egal um welches Problem es geht, vom Wille, etwas zu bewegen.

    Ich drück es mal anders aus:
    wenn wir alle querschnittsgelähmt wären würde auch keiner jammern, dass uns nicht jeder Kollege die Treppe zum Büro rauf trägt. Ich sage nur: such Dir einen Weg, die Treppe rauf zu kommen. Robben, klettern, ganz egal. Und bleib nicht unten stehen und jammere, dass du nicht an deinen Arbeitsplatz kommst und dir keiner hilft. Meine Erfahrung ist, wie gesagt, dass viel mehr Menschen den, der sich die halbe Treppe schon hinauf gerobbt hat den Rest des Weges tragen, als den, der schon unten am jammern ist.

    Oder um bei deinem Wäscheständer zu bleiben: Die Situation kenn ich auch gut. Und ich frag dich: willst du jetzt dem Wäscheständer vorwerfen, dass er auch beim dritten Mal keine Rücksicht auf dich genommen hat? Vermutlich nicht. Natürlich tut es weh. Und es ist auch nicht leicht, es zu vermeiden. Aber egal, ob man es hinnimmt oder den Wäscheständer aus dem Weg stellt oder sich als Erinnerung einen roten Zettel in Augenhöhe ins Wohnzimmer hängt (=meine Lösung für ähnliche Situationen). Alles besser, als dem Wäscheständer einen Vorwurf zu machen.
    Geändert von low_budget ( 6.09.2011 um 11:07 Uhr)

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