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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Habt ihr auch solche Familienverhältnisse?

    Hallo zusammen,

    gott sei dank hatte ich solche Verhältnisse nicht. Meine Eltern waren immer lieb zu mir, auch wenn sie mal streng waren. Dies geschah dann aber auch zu Recht.

    Ich habe 5 Jahre lang in einer heiltherapeutischen Einrichtung wegen meiner ADHS gelebt. Der Leiter war sehr manchmal zu dominant (Übervater). Vor ihm hatte ich zumindest Respekt. (durchaus auch Angst, sehr oft begründet, sehr oft aber auch unbegründet). Widerspruch hat er leider nicht geduldet.

    Dies hat sich in meinem weiteren Lebensweg durchaus ausgewirkt. Obwohl ich schon sehr am Boden lag und auch ein absolut geringes Selbstvertrauen hatte, wurde ich dadurch zusätzlich verunsichert und ängstlich.
    Mit mir konnte jeder machen, was er wollte, ich hatte nicht zurückgeschlagen. Das waren die Folgen, die mein weiteres Leben prägen sollten.


    Dieses hat die gesamten 5 Jahre in dem Institut und darüber hinaus gewirkt. Erst in der heutigen Zeit werde ich mir langsam aber sicher dieser Dimension bewußt.

    In vielen Dingen hat es mir aber auch geholfen

    So war das bei mir.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Habt ihr auch solche Familienverhältnisse?

    Der Leiter war sehr manchmal zu dominant (Übervater). Vor ihm hatte ich zumindest Respekt. (durchaus auch Angst, sehr oft begründet, sehr oft aber auch unbegründet). Widerspruch hat er leider nicht geduldet.
    Mein Vater war genauso, wenn er sich mal eingemischt hat ...denn meistens war er Arbeiten oder wollte nix mit der Erziehung zutun haben und kam eigentlich nur dazu wenn die kacke mal wieder richtig am dampfen war.
    Meinem Vater war das zu doof da meine Mutter sich eh nicht reinreden lassen hat.

    Ich wurde erst nach der Pupertät so zurückhaltend, verunsichert und ängstlich und hatte seitdem wortfindungsschwierigkeiten und durchfall auf stress, freude und trauer. und als ich dann die meine ausbildung abgebrochen hatte war das der höhepunkt meiner sozialer Phobie.
    davor war ich quicklebendig und tanzte alle auf der nase herum, vor allem meiner Mutter !

    lg

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Habt ihr auch solche Familienverhältnisse?

    Hallo Soti,

    Schonmal im vorraus: Ich will nicht den Moralapostel spielen, schreib nur auf was mir gerade durch den Kopf geht (das sind wahrscheinlich die Gefühle, die ich gerade als Mutter eines 6 Monate alten Sohnes habe).

    Eine Frage: Wie hast Du das seelisch überlebt?.

    Und Fliegerlein: ADHS ist keine Ausrede für so etwas. Meine Mutter ist auch jähzornig, aber das Äusserste was sie je geschafft hat, war eine Ohrfeige, einmal in meinem Leben.

    Und an Soti, den Urheber dieses Blogs: Auch ich hatte chaotische Familienverhältnisse, wenn auch nicht durch Gewalt geprägt.
    Meine Mutter hat mich gleich bei meiner Oma abgeliefert, weil sie wusste, dass sie mir keine Mutter sein kann. Jetzt im Nachhinein hat sie mich gelobt und gesagt, wie gut sie es findet, wie ich mit meinem Sohn umgehe. Sie selbst kennt z.B keine Muttergefühle im klassischen Sinne wie: Bemuttern, umsorgen, kuscheln oder sowas. Dachte aber mit impulsiven 18 Jahren, daß sie jetzt ein Baby möchte. Den Samenspender hat sie gleich nach meiner Geburt "entsorgt", also sich von ihm getrennt, seitdem will er mit mir nichts zu tun haben, was ich sehr bedauerlich finde, denn ich würde ihn gern mal kennenlernen.

    Auch wenn es provokativ klingt: ADHS ist keine Ausrede für Gewalt!. Ich finde das wirklich schlimm. Sicher ist ein ADHS`ler impulsiv und kann jähzornig sein. Aber wer andere grün und blau schlägt, der überschreitet da eine Grenze und muss sich dessen bewusst sein, was er da tut. Eine sog. "Affekthandlung" wie eine kurze Ohrfeige oder "Toben", kann schon mal vorkommen. Doch da hört`s für mich wirklich auf. In diesem Fällen fehlt es an Einfühlungsvermögen, meiner Meinung nach.

    Also mir tut das Herz wirklich weh bei sowas. Dennoch finde ich es gut, wenn ihr es verzeihen könnt, das ist wirklich groß. Sorry Leute, ich habe in den letzten Monaten doch Mutterliebe entwickelt, was ich bisher nur für ein überflüssiges Klischee gehalten habe. Ich glaube nicht, daß ich alles richtig machen werde, doch Gewalt ist für mich ein Tabu. Das weiß ich so sicher, wie ich schon immer gewusst habe, daß ich niemals rauchen werde (hat funktioniert).

    Gruß, schnüff, Lisl

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Habt ihr auch solche Familienverhältnisse?

    Hallo Lisl,


    [QUOTE=Elischloss;194521
    Und Fliegerlein: ADHS ist keine Ausrede für so etwas. Meine Mutter ist auch jähzornig, aber das Äusserste was sie je geschafft hat, war eine Ohrfeige, einmal in meinem Leben.
    [/QUOTE]

    Nein ist es nicht und das würde ich auch niemals so sehen oder etwas damit rechtfertigen.
    Aber wenn man die emotionale Seite weglässt, so schwer das in solchen Dingen auch sein mag, dann ist es eine "Erklärung".

    Das bedeutet weder Ausrede, noch Rechtfertigung, noch Entschuldigung, aber mitunter hilft es zu verstehen und hoffentlich dem ein oder anderen auch davor bewahrt zu werden.

    Ich versuche so etwas nach Möglichkeit neutral zu betrachten, so objektiv und emotionsfrei und sachlich wie möglich, auch wenn ich weiß, dass viele mir dann sagen, ich sei nichts weiter als eine "eiskalte Denkmaschine".
    Aber ich vergleiche das mit den Untersuchern von Flugunfällen:
    Die versuchen nach einem Unfall immer nur den Hergang zu erklären, niemals eine Schuld zu verteilen oder etwas zu rechtfertigen.
    Da wird einfach nur klar analysiert, wie es zu dem Unfall gekommen ist, damit man aus den Erkenntnissen für die Zukunft Maßnahmen ergreifen und Lehren ziehen kann, damit es nie wieder vorkommt.
    Über Schuld etc. richten andere,

    Es ist niemals zu rechtfertigen oder zu entschuldigen, wenn ein Mensch die Hand gegen einen anderen erhebt und schon gar nicht, wenn ein Erwachsener dies gegen ein Kind tut, noch dazu der, der eigentlich eine der wichtigsten Bezugspersonen im Leben ist.

    Liebe Grüße
    Marcus

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Habt ihr auch solche Familienverhältnisse?

    für mich ist das ein sehr heikles thema, erst recht in den letzten jahren, seit mir bewusst wurde, dass adhs nicht nur ein thema unserer kinder in der familie ist. irgendwann fing ich auch an die lebensläufe der erwachsenen in unserer familie anders zu betrachten... kann mich hier schlecht ausdrücken, da ist einfach so viel und es ist wahnsinnig emotional, aber zu thema:

    irgendwie gabs früher bei uns öfter mal nen kochlöffel von meiner mutter, aber viiiel, viiel mehr liebe. will damit sagen, es entstand keine kälte dadurch und desshalb kein ungleichgewicht, was in den meisten fällen wohl anders ist. meine mutter war einfach nur stellenweise mit unserem benehmen überfordert glaub ich. habe mich zu hause nie mishandelt gefühlt. auch bei anderen gleichaltrigen, oder in der nachbarschaft war das nicht selten, aber wahrscheinlich oft unterschiedlich. aber grausamkeit sollte niemandem widerfahren.

    wünsche dir alles gute soti, drück dir die daumen und hoffe dass du einen weg findest wie es dir besser geht.

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Habt ihr auch solche Familienverhältnisse?

    Liebe Sotti
    Es sieht so aus, dass wir von unseren Eltern verunstaltet werden, jeder auf seine individuelle Art und Weise - das ist fast bei allen so, bei manchen besser, bei manchen schlimmer. Bei meiner Mutter war so, dass sie ihren Frust an mir ausließ, dabei jeden Tag wurde mir wiederholt : ich werde ein Alkoholiker, wie mein Vater, und dazu alles im Leben diktiert. Meinen ersten Haarschnitt, wie ich es wollte, bekam ich mit 18.Und hin und wieder rutschte die Hand heftig aus.
    Aber es ist wie es ist, doch man braucht bei so was Hilfe und ich hätte ein paar Ratschläge für dich, ob sie dir passen, entscheide selber:

    1. Nimm dir eine begrenzte Zeit, in der du deine familiäre Beziehungen intensiv durchdenkst, wenn die Zeit vorüber ist, setze einen Punkt unter im Gest geklärten Sachen. Die Folgen sind mit dir, die Beziehungen sind gleich geblieben, aber du weißt warum das und das geschieht, du brauchst nicht mehr leiden unter klaren Problemen, mindestens in dir selber. Wichtig aber eine klare Zeit sich setzen==>einhalten und danach es loslassen und wenn die Gedanken und Errinerungen wiederkommen, vertreibe sie. Danach werden sie viel seltener kommen.

    2. Du kannst nicht ausziehen, auch nicht in eine WG?! Wenn´s gar nicht geht, dann verbringe viel Zeit unterwegs. Finde ein gutes Cafe oder Bücherei oder eine Ruhige Ecke irgendwo in deinem Leben und mache da deine Hausaufgaben, Lies deine Sachen, Guck einen Film am Laptop. Triff dich mit Freunden, treibe Sport usw. Wir sind überall zu Hause, wo es uns gut geht!

    3. Lass dich von keinem Schlagen, wenn´s auch dein Vater ist. Wenn du nicht stärker als er bist, dann finde einen Weg, eventuell mit der Polizei ihm klar zu zeigen - du bist kein Kind mehr und wirst nicht mehr dich zu einem Opfer machen lassen.

    4. Und wahrscheinlich das Wichtigste: Behalte im Kopf, du verdienst nur das Beste, auch in den Beziehungen. Nicht weil du super schlau oder ein Superstar, oder was besonderes bist(das ist keiner von uns) , sondern weil deine Existenz nur für dich das Wichtigste ist, somit deine Schmerzen und deine Innenwelt. Es ist trurig, aber jeder von uns ist allein für sich und gegen sich. Und man verdient in diesem Leben keine Punkte fürs Glück, es wir halbblind vergeben und daher gibt es 0 Gründe für dich unglücklich zu sein, das Beste - das Glück ist dein Grundrecht als Wesen, dass existiert und denkt. Glück ist deins - nimm es!

    Oh Mann das wurde ein langer Beitrag, ich hasse lange Beiträge. ich würde mich freuen, wenn es dir besser geht. Ciao

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