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Diskutiere im Thema ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #31
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hi Camisinho,

    Da die Differenzen eh nur gering sind: Such dir deine Vorzugsverwandtschaft einfach selbst aus!



    Danke für den Hinweis Helfersyndromthread. Ich hab etwas darin gestöbert. Ich glaub, dass all jene, die solch ähnliche Eigenschaften an sich erkennen, ja schon quasi, auf dem richtigen Weg sind.
    Problematisch wird es dann, wenn jemand nicht merkt, dass er die Tendenz zum Helfersyndrom hat. Es kann dann zu Situationen wie gut gemeint ist das Gegenteil von gut, kommen, oder der Helfende Hilft, wo er nicht müsste und erwartet dann ein Danke ??? oder es kommt zum Crash der Helfenen Person. Alles in allem ziemlich ungesunde Situationen.

    Ehrlich gesagt, als Ignostiker, der ich mich mal - aus Verlegenheit - selbst bezeichne, vermiss ich's schon manchmal...
    So muss ich ständig mein eigenes Gewissen befragen: Was ist gut, was ist richtig? Wie weit darf ich gehen, wie weit nicht? Ist da kein höheres Wesen, das mir in Zeiten völliger Planlosigkeit einen Fingerzeig gibt?
    Schwierige Situation. Ich halte mich vorallem daran
    - dass uns Gott zwar immer wieder vor Herausforderunge stellt, er aber von jemandem nicht mehr verlangt, als dieser Betreffende kann und das heisst auch, dass ich mich abgrenzen darf, wenn mir etwas zu viel wird
    - dass das Unrecht auf der Erde eigentlich von uns Menschen und nicht von Gott herbeigeführt wurde
    - dass wir Menschen von Grund auf fehlerhaft sind (wären wir das nicht, wären wir selbst wie Gott)
    - dass jeder für das was er tut, schlussendlich selber verantwortlich ist
    - dass Gott eigentlich ein liebender und nicht ein bestrafender Gott ist
    - dass für Gott, unser "Herz zählt" und nicht das, was wir nach aussen hin zur Schau stellen
    -.....

    Was mir auch hilft, dass ich mir von niemandem ein Schlechtes Gewissen einreden lassen muss, weder von der Kirche, noch von den Eltern, noch von irgendwem, wenn ich mir sicher bin, dass ich richtig gehandelt habe.

    Auch tu' ich mich echt schwer damit, meine Feinde zu lieben.
    Das hat ne Tücke in sich, dass man Vergeben erst im Nachhinein kann, nämlich dann, wenn die emtotionale Distanz schon wieder etwas hergestellt ist.
    Manchmal ist es auch besser nachzugeben, als sich in irgendeine endlose Sache zu verbeissen.
    Und es schützt einem auch davor, ein Leben lang verbittert zu bleiben, nur weil einem einmal Unrecht geschehn ist.
    Schlussendlich ist die Aussage: Liebe deine Feinde, nichts anderes als reine Psychohygiene .
    Wie schon gesagt, man darf die Aussagen der Bibel nicht wortwörtlich nehmen, das ist fatal.
    Dann besser gar nicht, als sich an irgendwelche Falschauslegungen zu halten.

    Also, kommt's dir doch etwas Spanisch vor?
    Besitos y un Abrazo cordial,
    Elso ein bisschen Phantasie hab ich schon, und dann gibts ja zum Glück noch ein paar Uebersetzungsprogramme, wobei die eben wortwörtlich übersetzen.
    Und mit der wörtlichen Uebersetzung ist es so ne Sache, wenn man die Sprache nicht kennt.

    Also dann auch Gute Nacht-Besos

    VlG Nicci
    Geändert von Nicci ( 2.08.2011 um 23:51 Uhr)

  2. #32
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hi Nicci,

    Nicci schreibt:
    Danke für den Hinweis Helfersyndromthread. Ich hab etwas darin gestöbert. Ich glaub, dass all jene, die solch ähnliche Eigenschaften an sich erkennen, ja schon quasi, auf dem richtigen Weg sind.
    Bleibt zu überlegen, inwiefern das Helfersyndrom in dem Sinne eine Kompensation ist, sich ständig beweisen zu müssen ein "guter Mensch" zu sein, da man als AD(H)Sler so häufig negativ abgeurteilt wird ... also das ramponiertes Selbstwertgefühl als Ursache.
    Nicci schreibt:
    Problematisch wird es dann, wenn jemand nicht merkt, dass er die Tendenz zum Helfersyndrom hat. Es kann dann zu Situationen wie gut gemeint ist das Gegenteil von gut, kommen, oder der Helfende Hilft, wo er nicht müsste und erwartet dann ein Danke ???
    Was meinen persönlichen Konflikt mit vielen Christen-Menschen auf den Punkt bringt. Mehrmals bin ich Opfer hilfswütiger Menschen geworden. Habe mir dann vorgestellt, die wollten nun mit aller Gewalt an mir beim lieben Gott Punkte sammeln ... sehr unangenehm.
    Kenne da eine Geschichte von einer weißen Christenfamilie aus den USA, die eine Afroamerikanische Familie unaufhörlich mit aussortierten Klamotten beschenkt, obwohl diese gut situiert ist - Welch fürchterliche, gutgemeinte Diskriminierung!
    Nicci schreibt:
    oder es kommt zum Crash der Helfenen Person. Alles in allem ziemlich ungesunde Situationen.
    Habe schon "Gutmenschen" erlebt, bei denen hatte ich das Gefühl, die würden sich von ganzem Herzen wünschen, dass das Engagement, das sie anderen entgegenbringen, ihnen irgendwann einmal selbst entgegengebracht würde ... Das ist ein Glaube an eine höhere Gerechtigkeit, die sich in der Realität leider nicht bestätigt.

    Nicci schreibt:
    Ich halte mich vorallem daran
    - dass uns Gott zwar immer wieder vor Herausforderunge stellt, er aber von jemandem nicht mehr verlangt, als dieser Betreffende kann und das heisst auch, dass ich mich abgrenzen darf, wenn mir etwas zu viel wird
    - dass das Unrecht auf der Erde eigentlich von uns Menschen und nicht von Gott herbeigeführt wurde
    - dass wir Menschen von Grund auf fehlerhaft sind (wären wir das nicht, wären wir selbst wie Gott)
    - dass jeder für das was er tut, schlussendlich selber verantwortlich ist
    - dass Gott eigentlich ein liebender und nicht ein bestrafender Gott ist
    - dass für Gott, unser "Herz zählt" und nicht das, was wir nach aussen hin zur Schau stellen
    -.....
    Sofern ich mir als Verlegenheits-Ignostiker diesen Vorschlag erlauben darf: Was hältst du von dem Glauben oder von der Idee, Gott habe dich mit ADHS "beschenkt", weil er ein starkes Vertrauen in dich setzt und dir durchaus zutraut, damit positiv umzugehen und es vorteilhaft zu nutzen? Zum Beispiel in Bezug auf andere Betroffene, die es damit noch deutlich schwerer haben. Darf man nicht wenigstens ein klein bißchen Sendungsbewußtsein entwickeln? Ähnlich wie Ex-Alkoholiker oder Ex-Raucher, die nach ihrer Therapie für andere einsetzen.

    Nicci schreibt:
    Was mir auch hilft, dass ich mir von niemandem ein Schlechtes Gewissen einreden lassen muss, weder von der Kirche, noch von den Eltern, noch von irgendwem, wenn ich mir sicher bin, dass ich richtig gehandelt habe.
    Eben das Zugeständnis an sich selbst, bei allen guten Vorsätzen doch "nur" ein Mensch zu sein, der oft genug falsch oder sehr eigennützig handelt. Aber solange negative Konsequenzen nicht so gravierend sind, sich z.B. per Entschuldigung oder durch Taten wieder gut machen lassen - wieso denn ein schlechtes Gewissen?

    Nicci schreibt:
    Schlussendlich ist die Aussage: Liebe deine Feinde, nichts anderes als reine Psychohygiene .
    Ja, man muß aufgestaute innere Wut überwinden zu können. Manchmal ist es dazu gut, kräftig auszuteilen (und zwar an die Adresse, wo es hingehört), wenn man zuvor viel eingesteckt hat. Aber dann sollte mit Feindschaft Schluß sein, denn man belastet nur sich selbst damit.

    Nicci schreibt:
    Wie schon gesagt, man darf die Aussagen der Bibel nicht wortwörtlich nehmen, das ist fatal. Dann besser gar nicht, als sich an irgendwelche Falschauslegungen zu halten.
    Auch die Bibel enthält Sätze wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Ähnlich ist es auch im Koran. Aber daraus die Rechtfertigung für Kreuzzüge oder für die Scharia abzuleiten?
    Das geht m.E. garnicht!!!!!

    Saludos
    Camisinho

  3. #33
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hi Camisinho,

    Bleibt zu überlegen, inwiefern das Helfersyndrom in dem Sinne eine Kompensation ist, sich ständig beweisen zu müssen ein "guter Mensch" zu sein, da man als AD(H)Sler so häufig negativ abgeurteilt wird ... also das ramponiertes Selbstwertgefühl als Ursache.
    Ich glaub, ein Stück weit kann sich jeder darin wiederfinden, oder man tut genau das Gegenteil.
    Da man sowieso negativ beurteilt wird, kann man sich nun auch so verhalten, so nach dem Motto: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert"
    Kennst du das?

    Was meinen persönlichen Konflikt mit vielen Christen-Menschen auf den Punkt bringt. Mehrmals bin ich Opfer hilfswütiger Menschen geworden. Habe mir dann vorgestellt, die wollten nun mit aller Gewalt an mir beim lieben Gott Punkte sammeln ... sehr unangenehm.
    Kenne da eine Geschichte von einer weißen Christenfamilie aus den USA, die eine Afroamerikanische Familie unaufhörlich mit aussortierten Klamotten beschenkt, obwohl diese gut situiert ist - Welch fürchterliche, gutgemeinte Diskriminierung!
    Das kenne ich auch.
    Es gibt sogar Christen, die mich quasi bekehren wollen. Ich frage mich, zu was???
    Ich bin es doch schon längst.
    Nur habe ich mit vielen Christen gebrochen, und lasse mich deshalb nur äusserst selten in ner Kirche sehen.
    Die müssten sich eigentlich selber wieder soweit bekehren, dass psychisch Beeinträchtigte Menschen wieder einen vollwertigen Platz in ihrer Mitte einnehmen können.
    Bis das soweit ist, lebe ich meinen Glauben eben alleine

    Was hältst du von dem Glauben oder von der Idee, Gott habe dich mit ADHS "beschenkt", weil er ein starkes Vertrauen in dich setzt und dir durchaus zutraut, damit positiv umzugehen und es vorteilhaft zu nutzen? Zum Beispiel in Bezug auf andere Betroffene, die es damit noch deutlich schwerer haben. Darf man nicht wenigstens ein klein bißchen Sendungsbewußtsein entwickeln? Ähnlich wie Ex-Alkoholiker oder Ex-Raucher, die nach ihrer Therapie für andere einsetzen.
    Sicher hat das Sendungsbewusstsein bis zu dir rübergeschwappt, denn ich weiss auch, dass mein Weg mal in diese Richtung gehen wird. Aber zuerst muss ich eben meine eigenen Knöpfe lösen, und die sind ganz festgefahren. Nerf, nerf, nerf.

    Ja, man muß aufgestaute innere Wut überwinden zu können. Manchmal ist es dazu gut, kräftig auszuteilen (und zwar an die Adresse, wo es hingehört), wenn man zuvor viel eingesteckt hat. Aber dann sollte mit Feindschaft Schluß sein, denn man belastet nur sich selbst damit.
    Sofern man sich wehren kann, bin ich auch der Meinung. Raus damit.
    Aber es gibt auch Situationen, in denen das gar nicht geht. Dann muss man irgendwie ne Zwischenlösung wie man die Vergangenheit abschliessen kann, ohne ein Leben lang einen Schaden davon zu tragen.

    wieso denn ein schlechtes Gewissen?
    Eben dann, wenn man sich nicht Gesellschaftskonform verhalten hat oder man mal der Grossmutter mal wieder den Tarif durchgegeben hat, was hi und da nötig ist.
    Im Nachhinein haben mich da hie und da schon die Teufelchen gezwickt.

    Auge um Auge, Zahn um Zahn"
    Ich verstehe diese Aussage auch nicht wirklich, ausser, dass sie aus dem alten Testament stammt, und damals haben selbst die gottesfürchtigen Männer, das Wort Vergebung noch nicht gekannt. Vergebung ist eigentlich auch in der Bibel erst seit der grässlichen Kreuzigung des Menschensohns ein Begriff.
    Echt brutale Welt.
    Fast verständlich, wenn sich deshalb jemand von Gott abwendet, weil er damit nicht umgehen kann.

    Also, bis dann

    VLG Nicci

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hi Nicci,

    Nicci schreibt:
    Ich glaub, ein Stück weit kann sich jeder darin wiederfinden, oder man tut genau das Gegenteil.
    Da man sowieso negativ beurteilt wird, kann man sich nun auch so verhalten, so nach dem Motto: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert"
    Kennst du das?
    Was denkst Du von mir? Klar habe ich ein fein entwickeltes Gespür darin, jedes einzelne Fettnäpfchen ausfindig zu machen, da mit Freude reinzuplanschen und noch einen oben drauf zu setzen. Sollte ich mich dafür etwa schämen?

    Nicci schreibt:
    Das kenne ich auch. Es gibt sogar Christen, die mich quasi bekehren wollen. Ich frage mich, zu was???
    Ich bin es doch schon längst. Nur habe ich mit vielen Christen gebrochen, und lasse mich deshalb nur äusserst selten in ner Kirche sehen.
    Ich habe da mir sehr vielem gebrochen. Für kurze Zeit dachte ich mal, ich könne mich selbst in eine politisch linke oder alternative Szene einordnen. Pustekuchen!!!! Leute, die ich dort kennenlernte waren oft noch wesentlich intoleranter und vorurteilsbeladener als die sogenannten Spießer, von denen sie sich abgrenzen wollen. Wenn ich für soziale Gerechtigkeit, gegen Faschismus und Diskriminierung, gegen soziale und ökologische Ausbeutung bin, bin ich dann politisch links??? Nein! Ich glaube, jeder normale Mensch, der halbwegs vernünftig denkt, ist das auch. Im übrigen hat auch jeder Mensch (falsche) Vorurteile, nur muß man sich das selbst einmal zugestehen, um damit umgehen zu können. Leuten die eh "vorurteilsfrei" sind und alle Moral auf ihrer Seite haben, trau ich garnicht erst über den Weg!

    Nicci schreibt:
    Die müssten sich eigentlich selber wieder soweit bekehren, dass psychisch Beeinträchtigte Menschen wieder einen vollwertigen Platz in ihrer Mitte einnehmen können.Bis das soweit ist, lebe ich meinen Glauben eben alleine
    Wie ich erwähnt hatte: Wegen der MCD-Diagnose wurde ich als Kind für behindert gehalten - so war ich besonders leichte Beute für Helfersmenschen und Sozialmafia.

    Nicci schreibt:
    Sicher hat das Sendungsbewusstsein bis zu dir rübergeschwappt, denn ich weiss auch, dass mein Weg mal in diese Richtung gehen wird. Aber zuerst muss ich eben meine eigenen Knöpfe lösen, und die sind ganz festgefahren. Nerf, nerf, nerf.
    Jeder, der in unserer Gesellschaft mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen hat, sollte das haben! Meiner Meinung nach erfüllen auch Bettler, Landstreicher oder sogenannte Asoziale eine wichtige Funktion: Wo es viele von ihnen gibt, ist das Umfeld deutlich toleranter.

    Nicci schreibt:
    Sofern man sich wehren kann, bin ich auch der Meinung. Raus damit. Aber es gibt auch Situationen, in denen das gar nicht geht.
    Die Angst, etwas zu verlieren, könnte einen daran hindern. In Anbetracht persönlicher Ziele kann es durchaus vernünftig sein, "die Faust in der Tasche zu machen". Das sollte aber nur vorübergehend sein, zu viel in sich hineinzufressen ist ungesund!

    Nicci schreibt:
    Dann muss man irgendwie ne Zwischenlösung wie man die Vergangenheit abschliessen kann, ohne ein Leben lang einen Schaden davon zu tragen.
    Bevor ich etwas Negatives abschließe, hole ich die Faust grundsätzlich aus der Tasche und schlag mit voller Wucht auf den Tisch! Soll den Betroffenen wenigstens klar werden, warum ich mich dazu entschieden habe, etwas abzuschließen. Danach kann man wenigstens sagen: "Wir trennten uns im gegenseitigen Einvernehmen."

    Nicci schreibt:
    Im Nachhinein haben mich da hie und da schon die Teufelchen gezwickt.
    Wenn mich mein eigenes Gewissen zu sehr plagt, überwinde ich mich meistens, auf den Betreffenden zuzugehen und ein offenes Gespräch zu suchen. Habe ich jemanden durch Unachtsamkeit oder Eigensinnigkeit verletzt, entschuldige ich mich dafür. Jedoch aufrichtig, ohne dabei auf die Knie zu fallen. Aber das gelingt mir auch nicht immer.

    Nicci schreibt:
    Ich verstehe diese Aussage auch nicht wirklich, ausser, dass sie aus dem alten Testament stammt, und damals haben selbst die gottesfürchtigen Männer, das Wort Vergebung noch nicht gekannt. Vergebung ist eigentlich auch in der Bibel erst seit der grässlichen Kreuzigung des Menschensohns ein Begriff. Echt brutale Welt.
    Ich verstehe das schon (oder glaube zumindest). Das alte Testament spart nicht aus, von Kriegen und drakonischen Strafen durch Gottes Hand zu berichten. Das entspricht sozusagen der Welt, wie sie tatsächlich ist. Die Geschichten um die Jesu Christi hingegen zeichnen ein Ideal, wie man sich wünschen würde dass alle Menschen so wären.

    Nicci schreibt:
    Fast verständlich, wenn sich deshalb jemand von Gott abwendet, weil er damit nicht umgehen kann.
    Vielleicht ist es ein Unterschied, sich von Gott oder von der Kirche abzuwenden?

    Suenios dulces para ti,
    Camisinho

  5. #35
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 248

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hallo Camisinho,

    es wird wohl noch ein bisschen dauern bis Glaube an Esoterik ( und dazu rechne ich auch hömipöti) als gestörte Hirnchemie und Abweichung der "Kategorie" gesund seinen Weg in den ICD-12 oder Dsm-7 finden. Die Anhänger haben halt eine gute Lobby mit viel Engagement(Manie) und gute Beziehungen. Die unterwandern gerade viele renommiert wissenschaftliche Einrichtungen und erzeugen somit den Pseudoeindruck von wissenschaftlichkeit und gesundem Menschenverstand. Also nach meiner Einschätzung werden die nächsten 30 Jahre von Miraculix und seinen Mistelteetherapeuten bestimmt werden.
    Hier was lustiges. ich hoffe links sind erlaubt.
    ‪That Mitchell and Webb Look: Homeopathic A&E‬‏ - YouTube

  6. #36
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hi Attamatajosa,

    es wird wohl noch ein bisschen dauern bis Glaube an Esoterik ( und dazu rechne ich auch hömipöti) als gestörte Hirnchemie und Abweichung der "Kategorie" gesund seinen Weg in den ICD-12 oder Dsm-7 finden
    Interessante Idee.....

    LG Nicci

  7. #37
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hi Camisinho,

    Vielleicht ist es ein Unterschied, sich von Gott oder von der Kirche abzuwenden?
    Sowieso. Das sage ich schon lange.

    Viele Menschen suchen aber gerade in der Kirche die soziale Eingebundenheit in eine Gemeinschaft.
    Dafür nehmen sie dann eigentlich auch vieles zur Kenntniss oder wie sagt man so schön, mir fällt grad das Wort nicht ein, nur um eben diese Eingebundenheit zu bekommen.
    Manchmal frage ich mich, ist es dann Gott, an den Sie glauben, oder ist es vielmehr die Soziale Eingebundenheit, die Sie suchen?

    Die Geschichten um die Jesu Christi hingegen zeichnen ein Ideal, wie man sich wünschen würde dass alle Menschen so wären.
    So ist es. Aber warum wurde denn das alte Testament geschrieben.
    Wäre irgendwie viel einfacher und würde auch einige Missverständnisse ausschliessen, ohne dieses furchtbare alte Testament.
    Es ist ja auch so, dass die Juden immer noch nach dem alten Testament leben, weil sie immer noch auf den Messiass warten...

    Bevor ich etwas Negatives abschließe, hole ich die Faust grundsätzlich aus der Tasche und schlag mit voller Wucht auf den Tisch! Soll den Betroffenen wenigstens klar werden, warum ich mich dazu entschieden habe, etwas abzuschließen. Danach kann man wenigstens sagen: "Wir trennten uns im gegenseitigen Einvernehmen."
    Da hast du schon recht. Das wär eigentlich, so wie es laufen sollte.
    Als ich meine Stelle verloren habe, habe ich auch nochmal das Gespräch mit der Leitung gesucht, und meinen Standpunkt fachlich und ruhig dargestellt, und mich auch für mich eingesetzt. Das hat mir extrem geholfen, die ganze Sache abzuschliessen, auch wenn es dumm gelaufen ist.
    Schlussendlich hat sich der Pflegedienstleiter sogar bei mir entschuldigt, und erwähnt, dass er aus den Fehlern lernen möchte

    Ich denke hierbei aber noch an was anderes, an ein dunkles Kapitel aus meiner Geschichte. Dafür konnte ich nichts. Und die Person, die es betrifft, ist sowas von gestört, dass ich gegen sie nicht ankomme.
    Irgendwie muss ich da immer wieder einen Weg finden, mit der Vergangenheit abzuschliessen, ohne mich daran aufzuhängen.

    Sozialmafia
    coole Bezeichnung, dazu muss man nicht mehr viel sagen.

    Was denkst Du von mir? Klar habe ich ein fein entwickeltes Gespür darin, jedes einzelne Fettnäpfchen ausfindig zu machen, da mit Freude reinzuplanschen und noch einen oben drauf zu setzen. Sollte ich mich dafür etwa schämen?
    Nein, musst du nicht, das ist eben Camisinho oder manchmal auch Nicci live.
    Das göhort einfach zu unserem Temparament.

    Und ein bisschen liebe ich es auch, dass ich nicht gezwungen bin, mich der Masse anzupassen. Dass ich gut meinen eigenen Weg gehen kann.
    Wenn mir die Mode gefällt, mach ich mit, wenn nicht, kleide ich mir, wies mir passt. So ist das bei ganz vielem.
    Das ist es ja auch, was ein Persönlichkeit ausmacht.

    Also, bis dann
    Machs guet

    Nicci

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hallo zusammen!

    Attamatajosa schreibt:
    Die unterwandern gerade viele renommiert wissenschaftliche Einrichtungen und erzeugen somit den Pseudoeindruck von wissenschaftlichkeit und gesundem Menschenverstand
    O.k. sind wir nun doch wieder beim eigentlichen Thema ....
    Was soll ich sagen? Auch Wissenschaftler und Führungskräfte sind gegenüber Schabernack zuweilen sehr anfällig.
    Es gibt sooo viele Beispiele:

    Der Neurophysiologe John C. Lilly wollte seinen Delfinen Englisch beibringen und glaubte, sich irgendwann mit ihnen "normal" unterhalten zu können. LSD-Selbstversuche halfen ihm dabei, seine Theorien wenigstens subjektiv zu bestätigen.

    Auch Sigmund Freud war bekanntlich nicht ohne. Wieso der bloß immer das Sexuelle in allem sah? Mal abgesehen von gewissen Übergriffen auf weibliche Patienten - auch mit dem Koksen war er ganz gut dabei!

    Der Psychoanalytiker Wilhem Reich kam - auch ohne sich den Kopf mit Drogen zuzudröhnen - stets auf abenteuerliche Ideen. Habe mal sein Buch "Sexualität und Angst" gelesen, inklusive der darin beschriebenen Experimente in denen elektrische Potentiale gemessen wurden, während die Probanden sexuelle Handlungen vornehmen mußten - zum wegschreien!!! Komisch, dass es ihm nicht gelang, Albert Einstein von der Idee des Orgon-Akkumulators zu überzeugen ... Orgon

    Während meines Grundstudiums Biologie hatte ich selbst einen esoterisch angehauchten Dozenten. Da er mit seinen Vorlesungen stets nicht rechtzeitig zum Ende kam, schlug ich ihm vor, jemanden zu engagieren, dessen Augen - mit Atropin fixiert - stets auf die Uhr gerichtet sind, um diese mittels Beobachter-Effekt die Zeiger anzuhalten ... Schön war auch das Experiment, Honigbienen mittels elektromagnetischer Strahlung anzulocken. Wer kam? - Die Polizei, deren Funkverkehr dadurch gestört wurde...

    Nunja. Man sieht, gerade denjenigen Leuten, denen man aufgrund des Dr.-Titels eigentlich trauen sollte, die sind vor dem ganzen Quatsch auch nicht gefeiht. Bleibt noch zu erwähnen, dass der Science Fiction Autor L. Ron Hubbard irgendwann seinen eigenen Geschichten erlegen war und *********** gründete.

    LG
    Camisinho
    Geändert von Camisinho ( 7.08.2011 um 15:16 Uhr)

  9. #39
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 36

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Ich finde es schade, dass gleich zu Beginn auf die Wissenschaftler eingegangen wird, als wären es Menschen, die alles Kategorisieren wollen und die Existenz jeglicher Dinge, die nicht ins Raster passen, leugnen. Dem ist definitiv nicht so. Das, was hier falsch verstanden wurde ist die Abgrenzung von "Wissenschaftlern als Person" und "Wissenschaft als Arbeit". Letzteres hat sich (etwas pathetisch ausgedrückt) zur Aufgabe gemacht, die Welt zu erklären. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür gibt es Vorgehensweisen, die sich als überaus brauchbar erwiesen haben, genau dies zu tun. Dieses Vorgehen geht davon aus, dass das, dessen Existenz man behauptet, auch bewiesen werden muss. Das heißt nicht, dass man im Umkehrschluss davon ausgeht, dass Dinge, für die bisher kein Beweis erbracht wurde NICHT existieren. Es heißt nur, dass man damit nicht arbeiten kann bis irgendwann der Beweis steht, weshalb man es außen vor lässt.

    Und an genau diesem Beweis scheitert quasi alles aus der Esoterik, was oft als unumstößliche Wahrheit betrachtet wird. Für bestimmte Dinge ist das kein Problem - wenn jemand zB an Engel glaubt, ist das perfectly fine und niemand regt sich auf. Es wird erst dann kriminell, wenn jemand sagt "Also, Metatron hat mir gechannelt dass dieses Wässerchen hier (für günstige 500€ je Flakon) gegen Krebs/ADHS/Potenzschwäche hilft". DANN wäre es nämlich nötig, mit diesem Wässerchen eine Testreihe durchzuführen, die den wissenschaftlichen Kriterien genügt. Das heißt, es muss sich eine Wirksamkeit ergeben, die über den Placeboeffekt hinaus reicht. Dazu sind Doppelblindstudien nötig - das heißt, es gibt eine Gruppe, die das Wässerchen bekommt und eine, die dagegen zB Leitungswasser erhält. Dabei darf niemand wissen, welches Wässerchen er verabreicht bekommt und diejenigen, die das Wasser verteilen und später nach Befindlichkeiten fragen und diese dokumentieren, wissen es auch nicht. Dabei wurde vorher per Zufall aufgeteilt, wer was bekommt und dies dokumentiert - die dafür zuständigen Personen haben nichts weiter mit der Testung zu tun, da bereits das Wissen den Umgang mit den Testern/Getesteten beeinflussen kann.

    So. Wenn sich jetzt herausstellt, dass das Metatronwasser tatsächlich hilft, dann ist das eine wissenschaftliche Sensation. Dann folgen erstmal Studien, die den Effekt ebenfalls herzustellen versuchen. Dann können die Nobelpreise abgeholt werden. Dann ist aber immer noch nicht klar, warum das Wasser wirkt. Aber man kann sich sicher sein, dass eine Menge von Forscherteams versuchen würden, das herauszufinden. Fest steht dann nur "das Wasser wirkt". Wiederum nicht mehr und nicht weniger. Es ist einfach nicht sinnvoll, Annahmen unbewiesen stehen zu lassen und als Fakt zu behandeln. Als Hypothese, als persönliche Meinung - das gerne.

    So - wer jetzt noch "böse Wissenschaft" ruft (überspitzt gesagt), hat das Prinzip nicht verstanden - es geht ja gerade darum, das Weltbild zu erweitern! Nur, muss eben derjenige, der etwas behauptet, das beweisen. Wer dies nicht tut, darf nicht behaupten, dass etwas wirkt. Er mag daran glauben (und dieser glaube wird ihm ja auch gelassen). Aber ein "Nachweis" ist etwas anderes und es hat einen guten Grund, dass man vermeintliche Wirkung an sich, anderen und dem Hund der Nachbarin nicht als Gütekriterium sehen kann. Denn das, was beobachtet wird kann Zufall, Placeboeffekt (und ja, den gibt es auch bei Tieren und Babies!) oder sonstwas sein, muss aber nicht aufs Mittel zurückgeführt werden.

    Alles andere - Glaube an Gott, an Engel, an Mächte und Karma - das steht außerhalb der Wissenschaft. Die Wissenschaft macht einfach keine Aussage über Dinge, die sich der Prüfung entziehen, das ist alles. Das heißt nicht, dass sie diese Dinge ablehnt (es gibt Massen an christlichen Wissenschaftlern zB). Es heißt nur "Jo, wir können nicht sagen ob es Gott gibt oder nicht, daher sagen wir dazu nichts". Also bitte keine Verurteilungen der "bösen" oder "unkreativen" Wissenschaft.

    Das geht sogar so weit, dass zB Esotheorien über Indigokinder etcpp nicht prinzipiell der Wissenschaft widersprechen. Die Wissenschaft kann nur sagen "wie" etwas falsch läuft und - auf Kausalebene - auch "warum". ZB bei ADHS eben besagte Kriterien des Störungsbildes, die veränderten neurologischen Charakteristika, Dopaminmangel etcpp. Man kann sagen "durch den Mangel an Transmitter xyz kann Konzentration nicht lange aufrecht erhalten werden". Vielleicht wird irgendwann mal das ADHS-Gen gefunden, dann kann man sagen "aufgrund dieses DNA-Abschnittes wird das Hirn etwas anders ausgebildet".

    Aber Aussagen auf "Sinnebene" werden dadurch nicht getroffen - Wissenschaft beschreibt (das ist mit erklären gemeint), aber trifft keine Moralannahmen, wertet nicht. Das steht Esos, Religiösen Personen frei. Insofern kann man oben genanntes weiterhin mit "und diese Veränderungen finden statt, weil ein Zeitenwechsel ansteht etc pp" oder "Gott will mehr kreative Kinder" etc begründen. Es ist kein Widerspruch - die Wissenschaft lässt diese Dinge nur unangetastet; jeder kann interpretieren, was er will.

    Zum Eso als Flucht Thema - meine (wissenschaftlichen, uhoh ) Kenntnisse legen diese Annahme durchaus nahe. Das betrifft aber nicht nur ADHS sondern alles, was nicht mehr zu begreifen ist. Ich persönlich habe kein Bedürfnis, Sinn in schrecklichen Ereignissen oder persönlichen Bürden zu sehen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es viele Menschen (ich glaube sogar, es sind die meisten) gibt, die ein ganz starkes Bedürfnis danach haben. Das auszuleben würde ich nie jemandem verbieten wollen, solange er nicht sich selbst und andere gefährdet. Ich sehe es insofern als ok an, wenn jemand sein persönliches Leiden als Aufgabe betrachtet oder esoterisch erklärt. Solche Erklärungen können eine sehr große Stütze sein und sinnstiftend wirken. Nur, wie gesagt, sofern durch sowas auf Behandlung verzichtet wird, ist es kritisch.

    Viele Grüße,
    chaoskatze

  10. #40
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    Forum-Beiträge: 116

    AW: ADS / ADHS und Esoterik als Ausrede?

    Hi Chaoskatze,

    also was du da schreibst ..... Super Beitrag!

    LG
    Camisinho

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