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Diskutiere im Thema Skepsis wegen ADHS im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Skepsis wegen ADHS

    Hi, vielen Dank für eure tollen Antworten!!

    Im Moment lebe ich leider mit ziemlich viel Ungewissheit, die mich noch auffrisst... Bei mir geht jetzt schon seit längerer Zeit gar nichts mehr, weder im Berufs-/Studium noch im Privatleben, und ich beschäftige mich nur noch mit dem "Warum?".
    Wie schon gesagt, mit dem Verdacht auf ADS ergibt sich für mich inzwischen ein schön schlüssiges Gesamtbild, in dem alles zusammen passt. Das hat mich in den letzten Wochen phasenweise aus der schlimmen Depression rausgeholt, mit einem euphorischen "endlich hab ich's" Gefühl. Wie hier schon jemand geschrieben hat, will ich jetzt nur noch alle Zusammenhänge, die mir im Kopf rumschwirren, zu Papier bringen, und gut ist! Bzw. habe ich eigentlich alles schon irgendwo mal notiert, nur muss ich das noch zusammensuchen und in eine Ordnung bringen. Seit ein paar Wochen nehme ich mir das jeden Tag vor.^^
    Wenigstens habe ich es jetzt geschafft mir eine Frist zu setzen, weil ich diese Woche alles mit dem Arzt aus der Klinik, in der ich vor ein paar Monaten war besprechen will.

    Während der Therapie habe ich nichts von meinem Verdacht bez. ADS erwähnt, weil ich mir dachte, das sind alles Profis, lass die mal machen. Habe eben versucht das ganze symptombezogen anzugehen. Und ehrlich gesagt hätte ich das auch gar nicht begründen und erklären können. Wenn ich mir nicht vorher in Ruhe überlege was ich sagen will und das am besten aufschreibe, kommt am Ende nichts dabei raus.
    Außerdem war ich dermaßen überfordert mit der ganzen Situation dort und den vielen Eindrücken, dass ich gar nicht mehr gewusst habe wo oben und unten ist. Ich konnte denen auch nicht richtig erkären, was ich denn will und wo meine Probleme liegen, so dass sowohl ich, als auch die Therapeuten ziemlich frustriert waren.
    Dass ich am Ende der Therapie nicht mehr einen ganz so verwirrten Eindruck gemacht habe und man besser verstehen konnte worauf ich hinaus will, haben die dann gleich als Beweis für ihre gute Arbeit angesehen.^^
    Ansosnten war es aber während der Therapie das gleiche Lied, wie ich es auch sonst kenne...
    Alle hatten irgendwelche Probleme oder traumatische Erlebnisse, und deswegen psychische Probleme. Nur bei mir versteht keiner wieso ich solche Probleme habe.
    Eine Ärztin meinte sogar zu mir, aus irgendwelchen Gründen würde ich ja gar nicht gesund werden wollen.
    Auch von den Mitpatienten wurde mir gesagt ich hätte ja alle Voraussetzungen, müsste nur mal in die Pötte kommen.
    Das war sicher alles gut gemeint, und es ist ja auch schön, wenn mir gesagt wird, dass es schön wäre wenn ich mal mehr aus dem Zimmer, und aus mir rauskomme und mehr den Kontakt mit den anderen suche. Aber ich habe eigentlich schon mein bestes gegeben. Nur sieht das nie einer.
    Während die anderen abends noch beisammen saßen, oder aus gingen, war ich so ko von den Therapien, dass ich froh war das Zimmer mal für mich alleine zu haben, und etwas Zeit alles zu verarbeiten. Ich habe halt schon immer ganz viel Zeit für mich gebraucht, und die Rückzugsmöglichkeit hat mir dort gefehlt.
    Außerdem versteht keiner, dass es für mich sehr anstrengend ist in einer Gruppe mit vielen Leuten zu sein...
    Als ich darum gebeten habe mein Programm etwas zu reduzieren, hat man mir natürlich gleich Vermeidungsverhalten vorgeworfen.

    Jedenfalls hat man mir dort Depression, Soziale Phobie, und eine Essstörung attestiert. Die beiden letzteren aber relativ auf der Kippe, weil nur Phasenweise, stimmungsabhängig, usw....
    Außerdem habe ich meine Soz. Phobie inzwischen eigentlich überwunden, und bin manchmal eher das Gegenteil, also viel zu offen und direkt.
    Eine Aggressionshemmung hätte ich auch noch, wohingegen mein ambulanter Psychiater mal gesagt hat ich wäre zu aggressiv.
    Wenn ich dann erkläre, dass ich mich schon provoziert fühle, wenn jemand zu dicht an mir vorbei geht, oder sich räuspert, ich aber weiß, dass das übertrieben ist (kenne das von meinem Vater, der ist auch von 0 auf 100 in 2s^^) und deswegen meine Aggression nicht zeige, weil ich es eben nicht regulieren kann, versteht das auch keiner.

    Um den Text jetzt nicht noch länger zu machen...
    Es ist bei mir halt im Moment viel Unsicherheit da, und ich weiß nicht wie es weiter geht. Im Moment komme ich werder vor noch zurück, und das nervt gewaltig. Bin ja ungeduldig.^^
    Ich soll schön weiter fleißig ambulante Psychoanalyse machen. Nur habe ich nicht das Gefühl, dass mir das was nutzt. Bin auch schon voll durchanalysiert...

    Deswegen will ich jetzt erst mal dem ADS auf den Grund gehen, mir fehlt leider noch die Anlaufstelle, da mein ambulanter Psych das nicht ernst nimmt.
    Und dann kommt halt immer wieder die Skepsis... Einmal, ob es das wirklich bei mir ist. Könnte ja auch sein, dass ich mir jetzt nur eine Ausrede suche um mir nicht mehr die Schuld geben zu müssen. Und dann natürlich die Angst, was ist wenn es das doch nicht ist, dann muss ich wieder von vorne anfangen, und weiß eigentlich nicht wo.
    Im Prinzip ist es mir auch egal WAS es denn jetzt ist, hauptsache es wird endlich effektiv behandelt. Werde nämlich auch nicht jünger, und ich will endlich mal was von meinem Leben haben.

    Das ist dann auch wieder was, wo bei mir Skepsis aufkommt, wenn ich lese, dass ADS keine Krankheit sein soll, sondern nur eine andere Art, und 10% der Bev. betroffen...
    Ich kann nämlich wegen dem was immer ich auch habe weder eine Beziehung führen, weil ich ja schon über mein eigenes Leben keinen Überblick habe, obwohl ich es mir sehr überschaubar halte, noch kann ich einfach mal einen Spaziergang genießen, weil ich sobald ich draußen bin total angestrengt bin und je nach Verfassung ein mehr oder weniger starkes Unwirklichkeitsgefühl kriege.

    LG

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Skepsis wegen ADHS

    Mann, ich kann Dich vollkommen verstehen.

    Ich habe auch in den letzten fünf Jahren alle Argumente, die jetzt für ADS sprechen, vor mir und anderen mich nie getraut zu formulieren. Lieber geschwiegen denn sie klingen ALLE wie schlechte Ausreden für meine Faulheit oder Disfunktion im Leben. Erst als ich ein nach ein paar Tagen der Recherche ein Telefongespräch mit der ADS Spezialistin meiner Krankenkasse geführt habe und alle InternetForenLaber und Schönfärber-Argumente von ihr wissenschaftlich untermauert oder verworfen worden sind konnte ich diese Zweifel und Skepsis überwinden. Ich bin ein Nerd und schaufel mir solches Spezialwissen welches mich reizt voll rein. Dann geht nichts anderes mehr. Daher hat diese Ärztin, die mit mir locker ne Stunde telefoniert hat (sie hat bestimmt selber ADS, wo sollte sie sonst die Zeit her haben?), mir zum Schluß atestiert, das ich mit einer Woche guter und KRITISCHER Internetrecherche zum Thema mehr Fachwissen über ADS gesammelt hatte als die 90 Prozent aller Allgemeinmediziner und Fachärzte.

    In Deinem anderen Thread zum Thema Prolaktin und Dopamin hast Du stark darüber geklagt, dass wir alle Infos selber sammeln müssen. Stimmt genau. Ich habe auch Monate nach Fachleuten in meiner Region gesucht und Monate dort auf Termine gewartet. Das lohnt sich aber. Es gibt wenige, die alle Deine Argumente verstehen können. Suche Sie und Du wirst belohnt. Hier im Forum gibt es die Möglichkeit. Oder bei ADHS Deutschland, Tokol, ADS bei Erwachsenen, wie die ganzen Internet Seiten zur Selbsthilfe auch heißen mögen. Suche Dir auch eine Selbsthilfegruppe in Deiner Region. Ruf den Vorsitzenden an und quatsch mit dem. Die kennen die LAge in deiner Gegend und können die Ärzte einschätzen.

    Wo kommst Du her?

    Gruß A.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Skepsis wegen ADHS

    Hehe, Danke, endlich jemand, der mich versteht

    Wenn ich ein starkes Interesse an einem Thema habe, dann kann ich auch in kurzer Zeit zum Experten werden, und ich habe auch das Gefühl, dass ich inzwischen weit mehr über das Thema ADS weiß als der Durchschnittspsychiater. Das Problem ist nur, dass mir einmal der Mut fehlt, das Thema anzusprechen, und zweitens ich zur Zeit in so schlechter Verfassung bin, dass ich gar nichts auf die Reihe kriege. Wenn ich es schaffe aufzustehen, duschen, einkaufen und vielleicht noch einen Forenbeitrag schreibe, war das ein erfolgreicher Tag.^^
    Ich komme aus dem Raum Köln/Bonn. Hatte sogar schon ein paar Adressen rausgesucht. Aber bei mir geht ja leider alles zäh wie Kaugummi...
    Wenigstens habe ich diese Woche noch mal einen Termin bei dem Klinikarzt. Dafür muss ich mich auch noch vorbereiten. oO
    Es ist ja auch so, dass ADS und Depression sich gegenseitig verstärken, und im Moment bin ich so lahmgelegt, dass es nicht "nur" ADS sein kann. Obwohl ich viel zu oft gut gelaunt bin für einen Depressiven - meiner Meinung nach. Naja, die Selbstanalyse hebe ich mir besser für die Foren-Vorstellung auf.

    Meinen ambulanten PsychoDoc habe ich ja schon auf ADS angesprochen. Doch der wollte darauf gar nicht eingehen. Das hat mich erst mal wieder 2 Wochen zurück geworfen...

    LG

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Skepsis wegen ADHS

    Hallo Evermind,

    diese Skepsis, die du hast, hatte ich auch zu Beginn und wollte mir keine Diagnose eindichten aber die Probleme lagen auf der Hand, bei einem biografischen Rückschau passte alles besser zusammen und auch Familienmitglieder waren ebenfalls betroffen, so dass ich mittlerweile 1000% weiss, das es so ist und keine EInbildung oder sonst etwas.
    Was ich unbedingt sageb wollte ist aber, dass ADHS nicht nur anders denken bedeutet (im Sinne von viele Assoziationen zusammenbringen und dadurch neue Wege und Lösungen entdecken oder empfindlicher sein auf bestimmte Reize), sondern dass da eine klare neurobiologische Grundlage ist: nämlich weniger Dopamin im Frontalen Hirnbereich ist, der für vieles verantwortlich ist. bsp. Entscheidungen treffen, Handlungsabfolgen überwachen /durchführen, Konzentration, Gedächtnis, Zeitgefühl...) von daher hat es schon eine biologisch determinierte Grundlage aber krank würde ich es nicht nennen, sondern eher beeinträchtigend wenn es auch seine POSITIVEN Seiten hat! Welche KRankheit hat schon was positives? Ich denke keine.

    Außerdem sind die Menschen mit ADHS durchschnittlich bis überdurchschnittlich intelligent! Nur könne sie es aufgrund der Schwierigkeiten der mangelnden Ausdauer, der Impulsivität sowie stressende äußere Faktoren nicht wirklich zeigen...

    Hast du auch die positiven Seiten eines ADHS bei Dir beobachtet?? Charme, rhetorisches Geschick, Spontanität, Hilfsbereitschaft, Kreativität...usw. Kannst du besser riechen als andere?? Hast du irgendwelche Allergien oder Unverträglichkeiten ?? alles weitere Hinweise auf ein ADHS...

    Mach Dich nicht fertig, wir ADHSler sind eh schnell zu stressen.. von daher... take it easy und es wird wieder.... (typischer Optimismus und Steh-auf-Männchen Haltung )

    Alles Liebe,

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Skepsis wegen ADHS

    Hi Laalezar

    klar gibts bei mir auch positive Sachen, die man als Hinweis auf ADS deuten könnte (Wobei das ja immer so eine Sache ist mit der Selbst- und Fremdeinschätzung)...
    Wenn ich gut drauf bin kann ich durchaus charmant sein. Kann mich auch sehr gut in andere hineinversetzen und habe für alles und jeden Verständnis.
    Hilfsbereit bin ich meistens auch, weil es mir viel mehr Spaß macht wenn ich was für andere mache, als wenn ich es nur für mich tue. Das kann allerdings auch schnell ausgenutzt werden...
    Die meisten schätzen mich auch als intelligent ein, kann zu fast jedem Thema was sagen, kann auch lustig und kreativ sein...
    Nur weiß ich nicht ob das unbedingt ein Vorteil ist, weil ich erstens diese positiven Eigenschaften nicht steuern kann, d.h. unkonstant bin. Und zweitens deswegen schon oft solche Sachen wie: ".... du kannst doch wenn du willst." und "ich verstehe nicht wieso du da solche Probleme hast..." zu hören bekommen habe, und schlimmer noch, mir selbst Vorwürfe mache, wieso ich aus guten Voraussetzungen nichts machen kann.

    Das mit dem gut riechen können ist übrigens echt witzig... Für so was und andere Empfindlichkeiten bin ich nämlich echt schon bekannt Auch wenn ich sowas wohl keinem Arzt erzählen würde... Mir fallen da viele Situationen ein, die - vor allem bei anderen, aber nicht nur - für Erheiterung gesorgt haben.
    Allerdings ist das mit der Empfindlichkeit auch wieder so ein zweischneidiges Schwert... Bin einerseits schon manchmal stolz wenn ich was als erster oder einziger merke, aber ich wünsche mir auch oft eine dickere Haut zu haben. Und das nicht nur im übertragenen Sinne^^ Gerade meine Haut ist leider total empfindlich, muss immer alle Schilder raustrennen (Nein, nicht die Preisschilder, sondern die mit den Wäschehinweisen^^) usw.
    Hab auch meine Eltern als Kind in den Wahnsinn getrieben, wenn bei der Kleidung immer irgendwas gedrückt und gekratzt hat. Und ganz sicher auch so einige Schuhverkäufer zum Nervenzusammenbruch gebracht
    Und es nervt auch, wenn ich teilweise Statusleuchten am Monitor abkleben muss, weil mich das sonst blendet, bzw. ablenkt. Habe auch ewig gebraucht einen Monitor zu finden, der nicht pfeift. Das halte ich nämlich auch nicht aus...

    Naja, das sind aber auch alles wieder solche Storys und Eigenheiten, die ja eigentlich keinen richtigen Krankheitswert haben...

    Jedenfalls danke, eure Beiträge haben meine Skepsis zumindest mal wieder für den Moment verdrängt.
    LG

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