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Diskutiere im Thema Ist ADS / ADHS eine Krankheit? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Diese Frage beschäftigt mich seit Langem, da ich hier im Forum (in anderen Themenbereichen) immer wieder sehr unterschiedliche Sichtweisen gelesen habe und ich denke, dass man sie mit „Ja“ und „Nein“ beantworten könnte, je nachdem, wie sich beispielsweise die Auswirkungen der genetischen Disposition, der bisherigen Erlebnisse bzw. der Lebensumstände äußern.
    Auf die Gefahr hin, dass ich mit meiner Sichtweise bei einigen in ein Fettnäpfchen trete, und mich aufgrund meines ADS vielleicht missverständlich oder falsch ausdrücken könnte, möchte ich hier einmal meine Meinung darüber schreiben, die in dieser Form in den letzten zwanzig Jahren durch Beobachtung des AD(H)S bei anderen und meines eigenen ADS entstanden ist.

    Ich nehme an, dass wir aufgrund des AD(H)S zunächst einmal nur etwas anders sind, weil wir unsere Aufmerksamkeit schlechter steuern können und meist etwas extremer reagieren, als die Mehrheit unserer Mitmenschen. Allein deshalb sind wir aber noch nicht krank.

    Unsere Eigenschaften sind individuell sehr verschieden, wie bei allen anderen auch, jedoch oft in extremerer Form vorhanden. Wir können extrem aufmerksam und leider auch extrem unaufmerksam , extrem freundlich, aber manchmal auch extrem aggressiv, extrem ruhig und verträumt oder extrem unruhig, extrem sensibel oder extrem hart im Nehmen, extrem ängstlich oder extrem wagemutig, extrem hilfsbereit oder extrem gleichgültig, extrem gerechtigkeitsliebend und extrem ungerecht sein…………..
    Diese Aufzählung kann sehr lange so fortgeführt werden.
    Oft können sogar gegensätzliche Extreme bei uns vorkommen. Das lässt uns manchmal unglaubwürdig und widersprüchlich erscheinen.
    Besonders oft zweifelt unsere Umgebung (besonders Lehrer und später Kolleginnen und Kollegen) an unserem AD(H)S, wenn wir uns gerade überdurchschnittlich gut auf etwas konzentriert (hyperfokussiert) haben und ein anderes Mal sagen, dass wir aufgrund des AD(H)S gerade unkonzentriert sind.

    Je nachdem, welche Eigenschaften überwiegen und welche Bedingungen vorliegen, können manche eher Vorteile und andere eher Nachteile beim AD(H)S sehen.
    Einige leiden unter der durch das AD(H)S bedingten Andersartigkeit und den damit verbundenen Defiziten und ich vermute, dass dies für die Meisten hier im Forum zutrifft, da man sich ohne Leidensdruck hier eher seltener anmelden wird.

    Die Weltbevölkerung soll zu 3 bis 10 Prozent (manche meinen sogar bis zu 20 Prozent) aus ADS bzw. ADHS betroffenen Kindern und Erwachsenen bestehen. Sollen diese wirklich alle als krank angesehen werden? Das kann ich mir nicht vorstellen. Nein, es müsste bei jedem Einzelnen festgestellt werden, welche Beeinträchtigungen vorhanden sind, um festzustellen, ob es sich schon um eine Krankheit handelt.

    Da bei uns auch die positiven Eigenschaften meist in extremerer Form als bei anderen vorkommen können, möchten viele (wie auch ich) auf ihr AD(H)S nicht verzichten, obwohl sie trotzdem gelegentlich oder öfter unter den Nachteilen leiden.
    Ob eine Eigenschaft als positiv oder negativ angesehen werden kann, hängt außerdem von der Situation ab, in der sie benötigt wird.

    Bei Krankheiten findet man im Allgemeinen keine oder nicht so viele Vorteile, wie beim AD(H)S (da kann ich mich auch irren, denn mit Krankheiten lebt man bewusster. Das wäre aber eher ein Vorteil für einen selbst und nicht für die Allgemeinheit – wie das bei einigen Eigenschaften eines AD(H)S der Fall sein kann).
    Ich genieße es zum Beispiel sehr, dass ich mich in fantastische Welten hineinträumen kann. Dabei bin ich dann oft so glücklich, dass vermutlich keine Droge auf der Welt schönere Gefühle hervorrufen könnte.

    Unter anderen Lebensbedingungen könnten diejenigen ohne ein AD(H)S sogar im Nachteil sein.
    Nomaden mit einer speziellen Genvariante (Gens DRD4), die das Entstehen von ADHS begünstigt, sollen besser dazu geeignet sein, Nahrung und Wasser zu finden und haben dadurch die besseren Überlebenschancen.
    Wenn unsere Zivilisation aus irgendeinem Grund zusammenbrechen würde, könnte ich mir vorstellen, dass viele von uns bessere Überlebensqualitäten hätten als die nicht von AD(H)S Betroffenen.
    Auch beim Umgang mit dem Computer scheinen viele mit einem AD(H)S im Vorteil zu sein.
    Über die Vorteile von AD(H)S wurde hier im Forum vieles in anderen Threads geschrieben.

    In Wikipedia habe ich folgenden Satz gefunden: „Ob ADS als Krankheit, Störung oder als Gabe angesehen werden muss, hängt hauptsächlich von den individuellen Defiziten, der sozialen Situation und der Intensität des Leidensdruckes ab.“

    Obwohl ich mein ADS meist als Gabe und fast nie als Krankheit empfunden habe, ist mir sehr bewusst, dass ich bisher viel Glück hatte. Meine Defizite spielten in meinem Leben nicht so eine große Rolle (obwohl sie reichlich vorhanden sind), weil ich nicht oft Tätigkeiten verrichten musste, in denen diese ständig aufgefallen wären. Außerdem habe ich Tricks gefunden, um einige Nachteile auszugleichen. Das funktioniert allerdings nicht immer.

    In vielen Bereichen meines Lebens konnte ich verstärkt meine Begabungen nutzen und die Vorteile überwogen. Aufgrund eines oft lieben und verständnisvollen Umfelds und der Gabe, über vieles Lachen sowie in den meisten Situationen das Positive sehen zu können, hat sich meine „Andersartigkeit“ nicht zu einer dauerhaften Krankheit entwickelt und ich hoffe, dass dies auch in Zukunft nicht der Fall sein wird.
    Es gab allerdings auch in meinem Leben Zeiten, in denen ich mich durch das ADS für eine begrenzte Zeit krank gefühlt hatte. Das hätte unter weiteren ungünstigen Bedingungen auch bei mir zu einer schweren Erkrankung führen können.
    Ich sehe mein ADS nicht als Krankheit an, weil mir fast immer der Leidensdruck fehlt und ich viele Möglichkeiten der Kompensation gefunden habe. Trotzdem wurde bei mir kein leichtes ADS diagnostiziert und ich möchte, dass meine Defizite und meine Andersartigkeit von meiner Umgebung (an)erkannt und toleriert werden.
    Vermutlich hängt es nicht allein davon ab, ob man ein leichtes oder schweres AD(H)S hat, sondern welche weiteren Eigenschaften und genetischen Besonderheiten bei einem vorhanden sind, die das AD(H)S in einer Form kompensieren könnten, damit man sich nicht krank fühlt.

    Einige mit einem AD(H)S, die weniger Glück als ich hatten, werden ganz klar sagen, dass das AD(H)S eine Krankheit ist.
    Bei manchen bleibt der Leidensdruck auch unter optimalen Bedingungen bestehen. Es ist außerdem individuell sehr verschieden, was als optimal angesehen werden kann.
    Darüber hinaus kann sich das AD(H)S nicht nur durch ungünstige Bedingungen allein, sondern auch durch Komorbiditäten irgendwann zu einer Krankheit entwickeln.

    Selbst, wenn ich der Meinung bin, dass AD(H)S nicht unbedingt eine Krankheit sein muss, finde ich es wichtig, dass es bei Schwierigkeiten die Möglichkeit der Behandlung mit Medikamenten gibt und die Kosten dafür auch für Erwachsene von den Krankenkassen übernommen werden.
    Es ist schade, dass die in einigen oder vielen Fällen doch sehr hilfreiche medikamentöse Behandlung in den Medien und von selbst ernannten „Fachleuten“ in Verruf geraten ist. Vielleicht werden die Medikamente tatsächlich von einigen unkundigen Ärzten dem falschen Personenkreis verordnet, aber beim Vorliegen von AD(H)S können sie ein wichtiger Bestandteil sein, um eine Krankheit zu verhindern oder zu behandeln.

    Leider sind die Bedingungen in unserer Gesellschaft (weder in der Schule noch bei den meisten Arbeitsstellen) beim Vorliegen eines AD(H)S nicht optimal. Einige haben keine anderen Möglichkeiten, um Defizite oder einen bei ihnen vorliegenden Leidensdruck anders als mit Medikamenten zu mindern.

    Ich fände es wichtig, dass diejenigen, die von einem AD(H)S nicht betroffen sind, besser verstehen würden, wie sich die Schwierigkeiten äußern (das sollte übrigens nicht nur für das AD(H)S gelten, sondern für alle Defizite und Krankheiten, die man nicht sofort sehen kann. Mit einem gebrochenen Bein muss man der Umgebung weniger erklären).
    Unglücklicherweise haben viele Leute sich schon eine Meinung gebildet, obwohl sie überhaupt kein Hintergrundwissen haben.

    Schon im Elternhaus, im Kindergarten oder der Schule können die Weichen falsch gestellt werden und jemand, der vielleicht sogar eine große Karriere machen könnte, landet zum Schluss möglicherweise als Arbeitsloser im Jobcenter (wird vielleicht in eine Tätigkeit vermittelt, die ihm nicht liegt) oder schlimmstenfalls (vielleicht noch mit einer falschen Diagnose) in einer psychiatrischen Klinik oder in einem Gefängnis.

    Es wäre für jeden wünschenswert, dass er eine Tätigkeit seinen Begabungen entsprechend ausüben könnte und eine verständnisvolle Umgebung hätte. Für jemanden mit einem AD(H)S ist es aber eine Grundvoraussetzung, um nicht krank zu werden.
    Da diese oft nicht vorhanden ist, sind einige von uns nicht ohne Grund an einer Depression erkrankt und haben schlimmstenfalls noch suizidale Absichten.

    Vermutlich benötigen viele von uns die Medikamente hauptsächlich, weil wir oft nicht AD(H)S-gerecht leben können. Falls es vorkommen sollte, dass jemand auch unter günstigen Bedingungen einen Leidensdruck hat und von Natur aus (mit nur wenig Kompensationsmöglichkeiten) sehr schwer betroffen sein sollte, dann würde ich in diesem Fall auch sagen, dass es sich bei einem solchen Schweregrad um eine Krankheit handelt. Ich vermute, dass dies allerdings die Ausnahme ist.

    Behandelt uns unsere Umgebung falsch oder überträgt uns Aufgaben, die wir nur schwer mit den vorgegebenen Methoden oder in der vorgegebenen Zeit bewältigen können (manche benötigen aber auch den Zeitdruck), werden wir unglücklich oder sogar krank. Häufig sind wir dann zusätzlich aufgrund der Belastungen noch von einem Burn-out betroffen.

    Sind es nicht hauptsächlich die Folgen des falschen Umgangs mit AD(H)S, die einige von uns zum Beispiel zu Alkoholikern, Drogenabhängigen, Kriminellen, Essgestörten oder sonstigen psychisch Erkrankten gemacht haben?
    Es ist nicht zu leugnen, dass unter uns auch ein gewisser Prozentsatz eine ungünstige genetische Veranlagung hat, die dissoziales Verhalten begünstigt, möglicherweise noch gepaart mit Impulsivität und Aggression. In diesen Fällen hat das AD(H)S dann doch wohl einen Krankheitswert bekommen. Aber auch die in dieser Form Betroffenen, könnten unter optimalen Bedingungen und vielleicht fachmännischer Hilfe sowie einer Behandlung ihre Eigenschaften zum Positiven verändern, zumal niemand ausschließlich negative oder ausschließlich positive Eigenschaften hat.

    Mit unseren Vorteilen könnten sicher viele von uns in irgendeinem Bereich überdurchschnittliche Leistungen erbringen, zumal unsere Intelligenzstruktur oft auch Extreme aufweist. Wir sind in Teilbereichen häufiger überdurchschnittlich intelligent und in anderen Bereichen können Teilleistungsstörungen vorkommen. Insgesamt ist unser Intelligenzquotient dann vielleicht trotzdem im Durchschnitt. Manche konnten sich bei einem Intelligenztest möglicherweise gerade nicht richtig konzentrieren oder waren zu langsam. Dann glauben sie vermutlich aufgrund des Ergebnisses, dass sie auch noch dumm seien.
    Einige oder viele von uns sind sich ihrer Fähigkeiten vielleicht ohnehin nicht mehr bewusst, weil diese durch die äußeren Bedingungen verschüttet oder nicht bemerkt bzw. anerkannt wurden.
    Starker Leistungsdruck wäre bei AD(H)S meist weniger hilfreich, denn unsere Natur bestimmt vorwiegend den Zeitpunkt unserer Leistungsfähigkeit.

    Unglücklicherweise gibt es noch zu wenige kompetente Fachleute, die über AD(H)S richtig aufklären.
    Leider gibt es auch nicht genügend Fachärzte, um die (inzwischen) geschädigten AD(H)S-Betroffenen richtig zu behandeln.
    Dies ist ohnehin sehr schwer, weil was für den einen richtig ist, kann für den anderen vollkommen falsch sein.
    In der Vergangenheit habe ich erfahren, dass sogar Ärzte, Beratungsstellen und Kliniken, die sich „angeblich“ auf AD(H)S spezialisiert hatten, eine falsche Diagnose stellten und an einem vorhandenen AD(H)S zweifelten, obwohl sich deutliche Symptome davon gezeigt hatten. In diesen Fällen wurde das AD(H)S dann später von „richtigen“ Fachleuten diagnostiziert. Durch diese ganze Prozedur war bei den Betroffenen noch zusätzliches Leid entstanden, was dann tatsächlich zu einer (vorübergehenden) Krankheit geführt hatte.

    Schulkinder müssten sicherlich seltener mit Medikamenten behandelt werden und würden nicht so oft auffällig werden, wenn das Schulsystem sich stärker an ihren individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen orientieren würde, was allen anderen Kindern ebenfalls zugutekäme, zumal sich Kinder unterschiedlich schnell entwickeln. In unserem Schulsystem müssen aber alle Kinder zur gleichen Zeit die gleichen Aufgaben lösen. Der Entwicklungsstand wird dabei nicht berücksichtigt. Ob sie mit den Aufgaben über- oder unterfordert sind, wird ebenfalls nur selten beachtet. Dadurch werden einige Kinder und deren Eltern erheblich gestresst, wodurch der Ausbruch von Krankheiten begünstigt werden kann.

    In den Medien verbreiten noch viel zu oft weniger fachkundige Personen ihre falschen Thesen. Da sich darunter sogar Ärzte und Psychiater befinden, schenkt die Öffentlichkeit diesen ihre Aufmerksamkeit und dadurch werden allzu oft falsche Meinungen verbreitet.
    Gelegentlich verdrehen auch einige Journalisten die Tatsachen, weil sie Fakten aus dem Zusammenhang reißen oder diese falsch wiedergeben.

    Aus diesen Gründen muss das Vorhandensein von AD(H)S unbedingt gesellschaftlich besser erkannt und über die Auswirkungen und unsere Eigenschaften intensiver, kompetenter und seriöser aufgeklärt werden, damit aus der Andersartigkeit keine Krankheit wird oder aus der Krankheit eine für die Gesellschaft bereichernde Andersartigkeit werden kann.

    Schön, dass es dieses Forum gibt, welches erheblich zur Aufklärung beiträgt und aufgrund der verschiedenen Beiträge die Vielfalt dieses „Syndroms“ deutlich macht.

    Jetzt bin ich auf die Diskussion gespannt, die ich mit meiner Ansicht und meinen Beobachtungen vermutlich ausgelöst habe.
    Ich entschuldige mich für den langen Text, aber meine Gedanken waren - AD(H)S-typisch - gerade nicht zu bremsen.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Ist AD(H)S eine Krankheit?

    Hallo Celine,

    es passiert wirklich selten, dass ich so einen langen Text bis zum Ende konzentriert lese und ich nur ein paar wenige Zeilenspringer dabei hatte.

    Viel dazu zu sagen habe ich nicht, weil du mir in einigen Bereichen voll und ganz aus der Seele gesprochen hast und in anderen Bereichen gute Denkanstöße gegeben hast, die erst noch reifen müssen.

    Danke für deinen Beitrag

    Liebe Grüße
    Lucy

  3. #3
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Ist AD(H)S eine Krankheit?

    Tja. Im Großen und Ganzen sind diese Dinge ja zur Genüge propagiert worden.
    Jeder Einzelne hat da seine persönlichen Erfahrungen gemacht. Da wir ja auch ein Teil der Gesellschaft sind und die Gesellschaft mitbilden
    haben wir es in der Hand einen Teil des Aspektes "AD(H)S" mit zu implementieren.

    Der Trend geht ja deutlich zur Aufklärung. Man sieht das ja an der Freigabe von Medikamenten für Erwachsene.
    Wollen wir hoffen, daß´es so bleibt und weitere Forschungen ein positiveres Abbild und erweiterte Integration im Berufsleben
    (wie besondere Arbeitsplätze für Asperger z.B.) ihren Weg in die Gesellschaft finden.

  4. #4
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Ist AD(H)S eine Krankheit?

    In Wikipedia habe ich folgenden Satz gefunden: „Ob ADS als Krankheit, Störung oder als Gabe angesehen werden muss, hängt hauptsächlich von den individuellen Defiziten, der sozialen Situation und der Intensität des Leidensdruckes ab.“

    Hallo Celine, das ist für mich ein entscheidender und ausschlaggebender Kernsatz. Das Besondere an ADHS ist, dass man es auch ohne Krankheitswert haben kann und dass es unterschiedlich starke Ausprägungen gibt.

    LG Maggy

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 355

    AW: Ist AD(H)S eine Krankheit?

    guten moregn,

    hm ich denke adhs/ads für sich alleine gesehen würde ich nicht als krankheit betrachten.

    alleridngs kommt adhs meistens nicht alleine und durch die begleiterscheinungen wie zum beispiel depressionen/ angstzustände / süchte usw. wird man schon sehr sehr stark beeinträchtigt und wird man natürlich auch krank.

    ich möchte damit sagen dass es meiner meinung nach auch zu einem großen anteil an den begleiterscheinungen der adhs liegt und wie man sie oder auch wie meine umwelt diese verabeiten kann ob ich nun krank werde oder eben nicht.

    adhs + meine eprsönliche situation (soziales umfeld, arbeit, wie ich mich selber fühle) entscheiden für mich oftmals ob ich mich gut oder krank fühle.

    so jetzt hör ich auf zu schreiben, weis gerade nicht wie ich es rüberbringen soll.

    hups jetzt merke ich erst das es maggy schon voll auf den punkt gebracht hat, na da hätte ich mir auch mein gesabbel sparen können.

    lg
    chaoskater

  6. #6
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Ist AD(H)S eine Krankheit?

    Hallo zusammen,

    ich hab darüber auch viel nachgedacht, seit der Umfrage, ob man es abgeben würde (oder so ähnlich...)

    Ich , für mich, sehe es als Beeinträchtigung. Sie kann sich sehr unterschiedlich äußern.. in manchen Bereichen förderlich und gut...in anderen unangenehm und störend.

    Die Komorbiditäten, die entstehen können, die würde ich als echte Krankheit bezeichnen, weil sie nicht nur das Leben schwer machen, sondern auch am leben hindern! Das ist mehr, als nur Beeinträchtigung, das ist für mich (mit meiner Angststörung) krank!!
    ... und ich hoffe immer noch, diese Krankheit los zu werden, ohne meine Beeinträchtigung (mit ihren Vorteilen und Prägungswirkungen) zu verlieren... dann hätte ich angst, mich selbst zu verlieren... irgendwie so, würde ich sagen...

    L.G.
    happypill

  7. #7
    ...ist dusselig

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 391

    AW: Ist AD(H)S eine Krankheit?

    happypill schreibt:
    Hallo zusammen,

    ich hab darüber auch viel nachgedacht, seit der Umfrage, ob man es abgeben würde (oder so ähnlich...)

    Ich , für mich, sehe es als Beeinträchtigung. Sie kann sich sehr unterschiedlich äußern.. in manchen Bereichen förderlich und gut...in anderen unangenehm und störend.

    Die Komorbiditäten, die entstehen können, die würde ich als echte Krankheit bezeichnen, weil sie nicht nur das Leben schwer machen, sondern auch am leben hindern! Das ist mehr, als nur Beeinträchtigung, das ist für mich (mit meiner Angststörung) krank!!
    ... und ich hoffe immer noch, diese Krankheit los zu werden, ohne meine Beeinträchtigung (mit ihren Vorteilen und Prägungswirkungen) zu verlieren... dann hätte ich angst, mich selbst zu verlieren... irgendwie so, würde ich sagen...

    L.G.
    happypill


    Huhu!
    Ich denke das trifft es sehr gut,auch für mich,mit dem einzigen unterschied das ich ich anstatt (grobe)angststörungen "nur" leichte sozialphobie süchte und depressionen als Komorbiditäten hatte/habe.
    Mfg
    Dusselköpfchen


    Ps: hab noch den vergessen das super wiki zitat von maggy zu erwähnen,das trifft es echt ziemlich genau,finde ich

  8. #8
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Huhu Dusselkopp,

    also, das muss jetzt noch raus...

    "NUR" is' gut.... das sind allesamt schlimme Sachen! Ich glaube..klingt jetzt blöd... aber wenn ich mich zwischen einer mittelgradigen Angststörung und einer mittelgradigen Depression entscheiden müsste (jetzt mal sehr hypothetisch..), ich würde die Angst nehmen...

    Viel Erfolg beim Kampf gegen die "Giganten"..Köppche!

    L.G.
    happy

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Von Natur aus ist kein ADHS Betroffener krank sondern er wird durch die Behandlung und die Erwartungen seines Umfelds krank gemacht.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Danke für eure Beiträge,

    da das Meiste hier schon einmal im Forum geschrieben wurde, war mein Text auch für diejenigen gedacht, die sich noch nicht so viel mit diesem Thema beschäftigt haben.

    Da einige von einer schlimmen Krankheit, andere von einer Begabung in Bezug auf AD(H)S ausgehen und viele beides für möglich halten, fand ich den Satz in Wikipedia auch sehr gut. Dieser hat mich angeregt über dieses Thema noch einmal im Forum zu schreiben, zumal ich damit auch eine Menge meines alten Frusts aufgrund des häufig falschen Umgangs mit AD(H)S losgeworden bin.

    @ hirnbeiß,
    vielen Dank, ich hatte noch nicht mitbekommen, dass ein Medikament jetzt auch Erwachsenen nicht mehr nur "off-label" verordnet und die Kosten offenbar (?) von den Kassen übernommen werden können (da ich keine Medikamente aufgrund des AD(H)S einnehme).
    Die Kommentare über folgenden Link fand ich teilweise wieder nicht so toll. Wieder kommentieren einige vermutlich ohne jegliches Hintergrundwissen.

    http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=4551


    APOTHEKE ADHOC -- Medikinet für Erwachsene zugelassen

















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