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Diskutiere im Thema Ist ADS / ADHS eine Krankheit? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #71
    Mumford

    Gast

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Wow, das hat ja richtig gescheppert im Karton. Aber das war ja auch meine Absicht. Viele interessante Antworten.

    Ich beschäftige mich erst seit Kurzem mit ADHS und was da so alles mit zusammenhängt. Eigentlich kam ich durch puren Zufall auf diesen Begriff.
    Ein guter Freund von mir hatte den Begriff mal genannt, als wir über unsere Schulzeit gesprochen haben. Er meinte, das könnte auf mich zutreffen.
    Mein Vater (der plötzlich dazu kam) bestätigte meine Aussagen, dass ich ein ziemlich Rabauke war.

    Das brachte mich dazu, mal einen Blick in meine Zeugnisse zu werfen. Glücklicherweise habe ich die alle noch. Da wurde ich stutzig.
    Dann habe ich den Begriff ADHS mal gegoogelt und nebenbei noch festgestellt, dass meine Lieblingsschauspielerin Zooey Deschanel diagnostizierte ADHSlerin ist.

    Irgendwann hatte ich dann diverse ADHS-Tests vor mir. Ich dachte mir, das kannste ja mal ausprobieren. Und 'nen Intelligenztest wollte ich sowieso immer mal machen.
    Während der Tests habe ich dann festgestellt, dass ich ernsthafte Probleme mit meiner Konzentration habe. Ist mir nie so richtig aufgefallen, jedenfalls nicht mehr seit der Schule.

    Ich bemerkte auch, dass ich ziemlich unruhig auf meinem Stuhl hin-und herrutschte. Ich musste meine Füße hinter die Stuhlbeine renken, damit ich stillsitzen konnte. Ich musste mich zwingen, diese Tests durchzuziehen!

    Ich kam mir plötzlich vor, wie ein dummes, ungeduldiges Kind.

    Die ADHS-Tests sind dann auch prompt immer positiv ausgefallen. Ey, was geht?

    Der eigentliche Schock waren dann aber Foren, wie DIESES hier!!!

    Ich konnte gar nicht so recht glauben, dass es Leute gibt, die offensichtlich so ähnlich ticken wie ich. Die gleichen komischen Probleme, die gleichen komischen Schwächen.
    Ich erinnere mich, dass ich mal auf Hyperaktivität untersucht wurde, wegen meiner Schulprobleme. Jetzt habe ich vor Kurzem erfahren, dass man mir Ritalin, evtl. auch Atosil geben wollte!
    Und dann diese Zeugnisse. Ich war schon am überlegen die mal zu posten, da ich mir sicher bin, dass dort viele interessante Hinweise zu finden sind.
    Genauer gesagt: Es stehen eigentlich NUR Hinweise drin und sie sind zudem ziemlich ausfürlich!


    Das macht mich im Moment alles ziemlich wuschig. Es stellt mein Gedankenkarussell ganz schön auf den Kopf. Aber mir wird jetzt auch vieles klarer als vorher.
    Jedenfalls wäre ich vorher nicht unbedingt darauf gekommen, dass ich eine Krankheit habe. Wie krass... das muss man sich doch erstmal reinziehen! Aber das kennen ja sicher die meisten hier.

    Der Link, den ich gepostet habe, hat mich natürlich auch sehr beschäftigt (-obwohl... ich habe mir nur einen Teil angeschaut, aber das genügte mir schon).
    Meines Erachtens eine ziemlich unsensible, vereinfachende Behandlung eines sehr sensiblen, komplexen Themas. Mehr fällt mir dazu im Moment nicht ein.


    Ich betrachte ADHS als Krankheit, weil es mich an vielen Sachen hindert, die ich tun möchte und die ich auch tun könnte, wenn ich diese Einschränkung nicht hätte.

    Aber es ist schwer "normalen" Menschen zu erklären, dass ich mich nur schwer konzentrieren kann. Vor allem, wenn ich etwas als langweilig oder uninteressant empfinde. Es ist eine gottverdammte Belastung!

    Und da heißt es dann: "Du bist faul!" oder "Du gibst dir keine Mühe!".

    Fakt ist: Es bereitet mir sehr viel Mühe mich zu konzentrieren, da in meinem Kopf so viele Gedanken herumschwirren.

    Es hindert mich aber oft auch daran, meine eigenen kreativen Ideen umzusetzen. Mittlerweile habe ich gelernt zu filtern, mich auf die Sachen zu konzentrieren, die ich auch umsetzen kann. Besser zu fokussieren. Das fokussieren ist ein Problem. Manchmal ist es auch zuviel des Guten.

    Es bereitet mir vor allem Schwierigkeiten zu schreiben. Ich habe sehr viele Ideen, die für mindestens ein Dutzend Filme, bzw. Bücher reichen würden. Ich hasse das Schreiben!
    Dabei bin ich nicht einmal schlecht darin. Ein Bekannter von mir sagte mal:

    "Du hast doch tolle Ideen. Die sind sogar ausgereift. Warum setzt du dich nicht einfach hin und schreibst? Wo ist das Problem?"

    Das Problem ist, dass ich nach einigen Zeilen aufstehe und erstmal was anderes anfange. Es fällt mir schwer bei der Stange zu bleiben. Währenddessen entwickle ich meine Ideen weiter.

    Da fällt mir übrigens ein schönes Zitat von Zooey Deschanel ein:

    "For me, writing is 75 percent procrastinating and 25 percent actually sitting down and working."

    Könnte glatt vor mir stammen. Allerdings schafft sie es wenigstens noch sich hinzusetzen!


    Im Moment mache ich Kurzfilme, zusammen mit einem Gleichgesinnten, den ich mittlerweile als guten Freund schätzen gelernt habe.
    Er schreibt die Geschichten, führt Regie und ich kümmere mich quasi um den Rest (Schnitt, Musik, Effekte, z. T. auch Kamera).
    So bin ich eigentlich immer gut beschäftigt, mit dem was mir am meisten Spaß macht und das brauche ich auch!

    Es bringt mir zwar -finanziell gesehen- NÜSCHT, aber darum geht es auch gar nicht. Es geht mir darum einen Platz in dieser seltsamen Gesellschaft zu haben, an dem ich mich wohlfühle.
    Die meiste Zeit hatte ich eher nicht das Gefühl, irgendwo so richtig hinzugehören.

    Ich habe immer die "normalen" Menschen bewundert, die einer geregelten Arbeit nachgehen, eine Familie haben und sich auch noch Zeit für ihr Hobby nehmen können.
    Für mich irgendwie undenkbar. Ich bin ein Chaot!

    Und ja, es hat nicht nur schlechte Seiten. Manchmal bin ich ausgesprochen glücklich darüber.

    So treffe ich immer wieder auf Menschen, die mich interessant und sympathisch finden. Eben weil ich wohl so schrullig bin und oft unkonventionelle Lösungswege für manche Probleme finde.
    Es hat mir viele schöne "magische" Momente bereitet, die ich mit anderen Menschen teilen konnte. Das empfinde ich wiederum als sehr positiv. Es hat eine Weile gedauert, mir darüber im Klaren zu werden.

    Jetzt im Moment würde ich sagen: ADHS ist eine Krankheit, mit gewissen Vorzügen. Ich würde lieber von ihr profitieren wollen, als sie loszuwerden.
    ADHS birgt auch gewisse Stärken und Möglichkeiten.

    Very strange, isn't it?
    Geändert von Mumford ( 1.10.2012 um 23:26 Uhr) Grund: schraipfehler

  2. #72
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Mumford schreibt:
    Jetzt im Moment würde ich sagen: ADHS ist eine Krankheit, mit gewissen Vorzügen. Ich würde lieber von ihr profitieren wollen, als sie loszuwerden.
    ADHS birgt auch gewisse Stärken und Möglichkeiten.
    Die Vorzüge und Stärken besitzt Du nicht dank deiner ADS, sondern trotz der ADS, es sind DEINE Stärken und Vorzüge die Du auch hättest, wenn es die ADS nicht gäbe.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn die positiven Dinge hast Du Dir zu verdanken und nicht der ADS.

    LG
    Fliegerlein

  3. #73
    Mumford

    Gast

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Fliegerlein schreibt:
    Die Vorzüge und Stärken besitzt Du nicht dank deiner ADS, sondern trotz der ADS, es sind DEINE Stärken und Vorzüge die Du auch hättest, wenn es die ADS nicht gäbe.

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn die positiven Dinge hast Du Dir zu verdanken und nicht der ADS.

    LG
    Fliegerlein
    Klingt sehr gut und leuchtet auch ein.

  4. #74
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Fliegerlein schreibt:
    Das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn die positiven Dinge hast Du Dir zu verdanken und nicht der ADS.
    Trifft auf mich nicht zu. Ich habe zwar auch überwiegend negative Dinge die perfekt mit dem übereinstimmen was ich über Adhs bislang gelesen habe, aber ein kleiner Teil der positiven Dinge bei mir fällt genauso perfekt in diese Beschreibungen. Habe ich bislang in der Ausprägung wie bei mir vorhanden auch nur bei anderen Adhslern vorgefunden. Was ich aber keinesfalls für allgemeingültig halte. Vielleicht einfach glücklicher Zufall, dass bei mir nicht nur die Symptome eingetreten sind, die für sich mich selbst oder durch entsprechende Reaktionen meines Umfeldes eben negativ auswirken.

    Keine Ahnung ob das nun eher selten ist oder nicht. Doch so lange die gleichen Infos für beides "zu Adhs gehörend" führen, mag ich da nicht unterschiedlich werten bzw. eine Seite weniger dazugehörig sehen wollen. Kann sich natürlich ändern, wenn Infos dazukommen, die entsprechend anders lauten und das genauso schlüssig rüberbringen, wie es bei meinen bisherigen Infos der Fall gewesen ist!

  5. #75
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Leider habe ich gerade wenig Zeit und hier nicht alles gelesen, zumal ich im Forum längere Zeit nicht mehr aktiv war. Trotzdem möchte ich schnell etwas zu einigen der letzten Beiträge schreiben:

    Dieser Text von WbD hat mir sehr gefallen:

    Ich finde den Begriff der Spektrum-Störung eigentlich ziemlich sympathisch. Einerseits weil hierdurch Einzelfälle berücksichtigt werden, bei denen ADHS-Verhalten schlichtweg als Normvariante angesehen werden kann, aber auch Einzelfälle erfasst werden, bei denen man guten Gewissens von einer chronischen Behinderung sprechen kann. Andererseits kommt das meinem Wunsch entgegen, ganz individuell betrachtet und therapiert zu werden, und nicht nach Schema F, welches mal eben aus der ADHS-Schublade hervorgezaubert wird.

    …….und zu diesem Satz von Fliegerlein


    Für mich ist und bleibt klar, ADS ist eine Krankheit, sonst müsste man sie nicht diagnostizieren, das wäre unlogisch…..

    ….möchte ich noch einmal auf meinen Beitrag vom 5.5.2012 verweisen (der bei den vielen Beiträgen sicher untergegangen ist), in dem ich meinen ersten Beitrag etwas korrigiert hatte und unter anderem Folgendes schrieb:



    Die Dauerhaftigkeit unterscheidet eine Behinderung von einer Krankheit.
    Darum kann AD(H)S keine Krankheit, sondern allenfalls bei einer starken Ausprägung eine Behinderung sein, da es seit unserer Geburt dauerhaft ein Teil von uns ist, selbst wenn es aufgrund von Behandlungen in seinen Symptomen zeitweilig verändert werden kann.


    Aber nach dem deutschen Sozialrecht gehört zum Begriff Behinderung auch noch, dass die
    Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist, was nicht bei jedem mit einem AD(H)Syndrom der Fall sein muss, auch wenn dieses in bestimmten Situationen, im Vergleich zu denen ohne ein AD(H)S, in unterschiedlich starkem Ausmaß beeinträchtigt.

    Sobald zu dem reinen Vorliegen der Disposition des AD(H)S allerdings noch Komorbiditäten wie Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Abhängigkeiten/Süchte, und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen aufgrund des AD(H)S) hinzukommen, was nicht zwingend der Fall sein muss, dann handelt es sich um Krankheiten. Diese könnten dann aber erfolgreich behandelt und wieder geheilt werden, also müssen nicht von Dauer sein.
    Es gibt sicherlich auch sehr viele mit einem (leichten) AD(H)S, die deshalb noch nie zu einem Arzt gegangen sind, weil sie nur wenig oder selten darunter leiden. Manchmal sind es sogar nur bestimmte Lebensumstände, in denen sich das AD(H)S als sehr störend auswirkt.



    Dem folgendem Satz ....
    Die Vorzüge und Stärken besitzt Du nicht dank deiner ADS, sondern trotz der ADS, es sind DEINE Stärken und Vorzüge die Du auch hättest, wenn es die ADS nicht gäbe.
    ....kann ich nur bedingt zustimmen, denn AD(H)S kann manchmal auch bestimmte Vorteile haben, aber nicht alle Vorteile die man hat, sind immer auf das AD(H)S zurückzuführen.


    Das ist allerdings ein anderes Thema und ich habe im Moment leider nicht viel Zeit zum Schreiben.

  6. #76
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Für mich ist etwas dann eine Krankheit, wenn es dazu führt, dass ich in meiner Lebensweise eingeschränk werde. Wenn es etwas ist was rein durch äußere Einflüsse hervorgerufen wird wäre es ein reine Behinderung. Da dies aber nicht der fall ist, ist AD(H)S für mich eine Erkrankung.

    Der Unterschied zu vielen anderen Erkrankungen ist aber, dass sie unterschiedlich ausgeprägt ist. Bei leichten formen die nicht wirklich zu einer Beinträchtigung führen kann man zwar noch betreiten dass es sich um eine Krankheit handelt. Aber wenn es derart ausgeprägt ist, dass sie sogar andere Krankheiten fördert und eventuel nicht nur begünstig sondern auslöst, dann ist für mich der Fall klar.

    Da die Forschung noch! nicht so weit ist, werden halt nur die Symptome behandelt. Aber Symptome werden von etwas ausgelöst.

    Bei mir ist dieses "Syndrom" so weit ausgeprägt, dass ich in meinem Leben eingeschränkt werde. Diese Krankheit führte dazu dass ich noch weiter Krankheiten entwickelte. zB. Suchterkrankung. Und gerade bei Suchterkrankungen weis man, dass sie änedrungen im Gehirn hervorrufen die irrreparabel sind.

    Ich war mir selbst eine Weile unsicher ob die Diagnose für mich richtig gestellt wurde. Fakt ist aber, dass die Summe der Symptome einfach den Schluss verdammt nahe bringen. Und Wenn eine theorie am wahrscheinlichten ist sollte man sie als war betrachten bis es eine neuere plausiblere Theorie gibt bzw die bisherige zweifelsfrei ngiert werden kann.

    Demzufolge:
    AD(H)S ist eine Krankheit
    Beinträchtigen bringen meist Begleiterkrankungen
    AD(H)S ist therapier fähig aber nicht heilbar.
    AD(H)S erkrank sind die, die dadurch in ihrer Lebensweise erheblich bzw. spürbar eingeschränkt werden.

    Abschließend möchte ich bemerken, dass es bestimmt auch Fehldiagnosen und gerade bei dieser Art Medikamente Mißbräuche gibt, welche nicht zuletzt das Thema immer wieder dioskussionsfähig halten. Dies sollte aber durchaus auch positiv betrachtet werden. Es geht hier schließlich um eine Erkrankung die nur schwer diagnostizierbar ist und gerade bei Kindern, welche Ihre Situation oft nicht selber klar definieren können zu Mißbräuchen an den schutzbefohlenen führen kann. Eine Diagnose bedarf immer einer langen und intensiven Beobachtungszeit und sollte auch nur in zwingenden Fällen bei Behandlungsbeginn medikamentös begonnen werden.

    Gruß Denny

    PS: Dieser Beitrag darf selbstverständlich zitiert werden, spiegelt aber "nur" meine persönliche erfahrung und die daraus resultierende Meinung wieder.

  7. #77
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    ADHS zu haben ist wie in einer Welt in der Alle Menschen Schwarz/Weiß sehen wir in Farbe sehen können. Eigentlich ist das kein Problem ... nur die Schwarz Weiß Seher können uns nicht verstehen.

    Ich habe kein Problem mit Schwarz/Weiß Sehern, da sie aber manchmal Probleme mit uns haben wird des manchmal zwangsleufig zu unserem Problem!

    Fin80

  8. #78
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 180

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Hi,
    ich schreib jetzt mal einfach meine meinung und beziehe mich dabei auf nichts weil ich nicht die zeit hatte mir alles in ruhe durch zu lesen :-)

    also ich würde sagen man kann es unter umständen als Krankheit bezeichnen,( die begleit erscheinungen , angststörungen, depression usw. ) müssen dabei berücksichtig werden weil diese dinge ohne das vorhandenen ADS/ ADHS vielleicht nie entstanden wären! somit ist das ADS/ ADHS der auslöser!

    aber da ADS/ADHS bei jedem menschen anders ist, sollte man es nicht verallgemeinern und personen bedingt, in eine Kategorie einordnen !

    Mir wurde mal gesagt:
    " Wenn dich ADS/ADHS soweit einschränkt, das du nicht mehr in der lage bist deinen altag vernünftig zu meistern, kann man es als Krankheit deffinieren"

    und da wäre es wieder es kommt auf die ausprägung des ADS/ADHS an und in wie weit es dich daran hindert dein leben zu führen!

    Ich glaube das es für mich persönlich wohl keine rolle spielt wie es eingestuft wird!! ich hasse es manchmal aus tiefsten herzen das ich das habe (wenn es wieder mehr negative aspekte aufweist) und wenn es anders rum ist finde ich es einfach nur super!

    Naja, also dann

    Lieben gruß Damon

  9. #79
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Damon 1987 schreibt:
    Mir wurde mal gesagt:
    " Wenn dich ADS/ADHS soweit einschränkt, das du nicht mehr in der lage bist deinen altag vernünftig zu meistern, kann man es als Krankheit deffinieren"
    Kann ich nur voll und ganz unterschreiben!!

    Folgt man nun der Logik, dass eine Diagnosestellung eben solche Einschränkungen bedingt, dann kann man ADS bei denen, die eine Diagnose haben nur als Krankheit betrachten, denn wenn es sie nicht einschränkt, dann gäbe es keine Rechtfertigung für eine Diagnose.

    Wer nun meint, dass er aufgrund der ADS keine Einschränkungen hat, wohl aber durch die Komorbiditäten, denkt ebenfalls unlogisch, da es genau so ist, wie Du schreibst, nämlich dass die Komorbiditäten durch das ADS ausgelöst wurden und damit ist die Einschränkung und eine Diagnoserechtfertigung gegeben.

    Man wird nicht depressiv, weil man ADS hat, sondern weil man durch die ADS immer und immer wieder hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und gegen immer die selben Wände rennt.
    Irgendwann verzweifelt man, weil das alles nicht zu verstehen ist.
    Die folge ist die Depression, aber die Einschränkung, die dazu geführt hat, ist die ADS.
    Dat kann man sich schönreden wie man will, das ist eine logische Schlussfolgerung.

    Dito bei zwanghaften ADS'lern.
    Die zwanghafte Persönlichkeitsstörung mag als die primäre Erkrankung, oder als überhaupt die einzige "Erkrankung" angesehen werden, aber man wird nicht "einfach so" zwanghaft, sondern weil man sich regelrecht dazu zwingen muss, irgendwie Struktur ins Leben zu bekommen, gegen die durch die ADS verursachte Zerstreutheit und Unstrukturiertheit.
    Aber genau das ist die Beeinträchtigung, die zu einer solch schweren Erkrankung geführt hat und das ist schon eine massive Beeinträchtigung.

    Ich wäre nicht zwanghaft, hätte ich keine ADS.
    (Den Aspergerverdacht außen vor gelassen )

    Diese Erkrankungen entstehen aus dem Versuch der Kompensation der eigentlichen Grunderkrankung heraus.

    Wer permanent in einer Schutzhaltung steht, weil er z. B. eine Knochenveränderung etc. und dadurch Schmerzen hat, der wird über kurz oder lang, weitere Schmerzen und Erkrankungen mitbekommen, weil die Schutzhaltung auf Dauer zu Haltungsschäden führt.
    Das ist eine zusätzliche und nicht die eigentliche Krankheit.

    Wer sich durch Kompensationsstrategien weitere Erkrankungen zuzieht, hat bereits eine schwerwiegende Erkrankung, die ihn merklich beeinträchtigt.

    Wer also durch seine ADS tatsächlich nicht beeinträchtigt ist, der wird logischerweise auch keine Diagnose bekommen, allenfalls wird man sagen können, dass er Züge von ADS hat.

    Wer eine Diagnose erhält, bei dem sind die Kriterien einer Erkrankung erfüllt (jedenfalls sollte das der Fall sein).

    Selbst wenn es "nur" ein leichtes ADS ist, so ist es offensichtlich, dass jemand Hilfe sucht, da er Beeinträchtungen hat.
    Die mögen nicht so schwerwiegend und dementsprechend leichter zu behandeln sein, aber dennoch sind es Beeinträchtigungen.

  10. #80
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Fliegerlein schreibt:
    Wer permanent in einer Schutzhaltung steht, weil er z. B. eine Knochenveränderung etc. und dadurch Schmerzen hat, der wird über kurz oder lang, weitere Schmerzen und Erkrankungen mitbekommen, weil die Schutzhaltung auf Dauer zu Haltungsschäden führt.
    Das ist eine zusätzliche und nicht die eigentliche Krankheit.
    Finde ich ein tolles Beispiel. Als selbst 'knochenveränderte' Patientin kann ich von solchen Folgeproblemen/-Krankheiten ein Lied singen, was da alles im Schlepptau hinterher kommen kann.

    Auch beim Adhs wäre ich ohne erheblichen Leidensdruck/Beeinträchtigungen nicht zum Arzt gegangen und hätte keine Diagnose bekommen und keine gebraucht. Obwohl sämtliche Folgeprobleme waren für mich bis zur Diagnose überhaupt nicht als Folgen erkennbar gewesen sind, hatten schon die 'direkteren' Symptome gereicht um dringend nach der Ursache suchen zu wollen. Mit ein Grund warum mein eigenes Adhs für mich unter Krankheit eingeordnet ist.

    Dass es - bei mir selbst - nicht ausschließlich unter Krankheit läuft, ist eher Zufall. Vielleicht wäre ich im Neandertal damit nicht krank sondern mit super Voraussetzungen ausgestattet gewesen. Da es heute mit dem Überleben und generell Leben anders läuft, habe ich davon nicht viel. Zu wissen dass das was ich heute als massive Symptomatik empfinde, vielleicht irgendwann mal Talente gewesen sein könnten, hilft mir auch nicht weiter, ändert meine Einstellung nicht von 'krank' zu 'gesund'. Die Beeinträchtigungen sind ja davon unberührt vorhanden. Was mich - vielleicht oder vielleicht auch nicht - vor Säbelzahntigern retten könnte, bringt mir heutzutage negative Folgen aller Schwerergrade.

    Es ist für mich eben nur - anders als alle anderen bei mir vorhandenen Erkrankungen - nicht ausschließlich Beeinträchtigung für mich, sondern hat auch einige Symptome die sich bei mir als Gegenteil ausgewirkt haben. Deshalb mag ich meine innere Adhs-Schublade nicht zumachen, nicht davon ausgehen das Adhs generell bei jedem Krankheit sein muss. Zumal ich selbst ohne je entsprechende Bücher gelesen zu haben, hartnäckige Zweifel behalte ob der Ursprung bereits 'krankhaft' gewesen ist, also auch evolutionär total ungewollt und ausschließlich beeinträchtigend.

    So lange diese Gedanken/Zweifel in mir herumschwirren, mag ich möglichen Zusammenhänge zwischen Krankheitsbegriff und stärke der Symptome/Folgeprobleme noch nicht endgültig einordnen. Was bei geringerer Stärke meine Beeinträchtigungen milder gestaltet hätte, das hätte evtl. auch das was ich als Vorteile sehe schwächer ausgeprägt sein lassen, vielleicht soviel schwächer, dass sie nicht zum Tragen gekommen wären.

    Scheint so eins von den Themen zu sein, bei dem ich nie genug Antworten finden werde, um mein eigenes Bild davon 'rund' zu bekommen.

    Was den ganzen Rest angeht,(also außerhalb meines eigenen Hirns und eigener Schublade und 'mich-selbst-einordnen'....) nicke ich zum vorigen Beitrag. Folgeerkrankungen, Komorbiditäten, Wechselwirkungen finde ich ein super wichtiges und ernstes Thema, gerade bei Adhs, finde ich jedenfalls.

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