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Diskutiere im Thema Ist ADS / ADHS eine Krankheit? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #51
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 202

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    ich war jetzt zu faul die einzelnen beiträge zu lesen - bzw. es überfordert mich zur zeit.

    dennoch will ich meine persönliche meinung kund tun.

    ads ist für mich keine krankheit. eine störung ja, aber keine krankheit.

    ads gibt es, seit es säugetiere gibt und ist an sich auch nichts ungewöhnliches.

    als ich vor jahren eine medikinet-studie mitgemacht hatte, fragte ich den psychiater (der ads-forscher ist) ob das stimme, das er ads hat (ich hatte dies von einem patienten gehört)

    er wurde ganz ernst und sagte: " ich will ihnen mal etwas sagen: eine frau ist schwanger, oder ist nicht schwanger - das gibt es. ads haben oder nicht haben, gibt es nicht, denn es kommt immer darauf an, wie viel man davon hat."

    ich muss ihm recht geben.

    warum isz ads gerade jetzt so auffällig?

    ich erkläre es mir in einer ganz einfachen art und weise:

    die gesellschaft hat sich geändert!
    früher war das arbeiten körperlich wesentlich schwerer, aber es war mehr ruhe dabei. es gab lagerhaltung und irgendwann war feierabend.

    heute muss der mensch flexibel sein, es gibt keine lagerhaltung mehr, der stress an der arbeit wird immer schlimmer.

    in punkto freizeit verhält es sich ja ähnlich. früher gab es net so viel möglichkeiten. kaum tv, keine handys, keine computer, kaum elektronik. alles dinge die stressen (wenn auch unbewusst) und uns mit reizen überfluten.

    also ist ads für mich ein gesellschaftliches problem und zwar eins, dass uns krank macht, aber nicht ads selber.


    zitat:
    "Wenn es keine Menschen mit ADS gäbe, würden wir immer noch in Höhlen am Lagerfeuer sitzen" von Dr. Johannes Fuhr (Neurologe, Psychiater und ADS-Forscher)
    zitat ende
    Geändert von Dopaminkille (18.06.2011 um 11:10 Uhr)

  2. #52
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 440

    AW: Ist AD(H)S eine Krankheit?

    Hmm...ADS = Aufmerksamkeits Deficit SYNDROM
    Das sagt doch alles oder?

    Wenn mehrere Symptome, sprich Krankheitszeichen, vorliegen deren Zusammenhang bekannt ist UND man die Entstehung und Entwicklung der Symptome kennt spricht man von einer Krankheit.

    Ein Syndrom hat einheitliche, und in vergleichbaren Fällen, ähnliche Krankheitszeichen (Symptome) aber die Ursache bzw. Entstehung und Entwickelung ist nicht bekannt.

    Wenn wir die Entstehung und Entwicklung von ADS begriffen haben (was noch nicht der Fall ist da es nur Vermutungen gibt)
    dann können wir ADS in ADK umbenennen = Aufmerksamkeits Deficit Krankheit

  3. #53
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Ich fand diese Diskussion mit Christopher Lauer von den Piraten, einem Arzt (AD(H)S-Spezialisten) sowie einem Philosophen, dem ich allerdings nicht zustimmen kann, sehr gut und finde, dass sie viel zu diesem Thema beiträgt.
    Das gleiche Thema gibt es auch bei Umfragen, aber dort ist es wohl nicht öffentlich.
    Den Link habe ich hier aus dem Forum (rechts zum Hören drücken):

    SWR2 Forum: Im Notfall Ritalin



  4. #54
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Da ich dieses Thema gestartet hatte, habe ich mich aufgrund der weiteren Diskussion zur gleichen Frage bei den Umfragen (http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...ankheit-7.html), deren Teilnehmer bisher mehrheitlich beim AD(H)S nicht von einer Krankheit ausgehen, doch noch einmal mit der Definition von Krankheit auseinandergesetzt. Ich muss mich teilweise korrigieren und bin jetzt für mich zu folgendem Schluss gekommen:


    Die Dauerhaftigkeit unterscheidet eine Behinderung von einer Krankheit.
    Darum kann AD(H)S keine Krankheit, sondern allenfalls bei einer starken Ausprägung eine Behinderung sein, da es seit unserer Geburt dauerhaft ein Teil von uns ist, selbst wenn es aufgrund von Behandlungen in seinen Symptomen zeitweilig verändert werden kann.


    Aber nach dem deutschen Sozialrecht gehört zum Begriff Behinderung auch noch, dass die
    Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist, was nicht bei jedem mit einem AD(H)Syndrom der Fall sein muss, auch wenn dieses in bestimmten Situationen, im Vergleich zu denen ohne ein AD(H)S, in unterschiedlich starkem Ausmaß beeinträchtigt.

    Sobald zu dem reinen Vorliegen der Disposition des AD(H)S allerdings noch Komorbiditäten wie Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Abhängigkeiten/Süchte, und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen aufgrund des AD(H)S) hinzukommen, was nicht zwingend der Fall sein muss, dann handelt es sich um Krankheiten. Diese könnten dann aber erfolgreich behandelt und wieder geheilt werden, also müssen nicht von Dauer sein.

    Diesen Satz meines ersten Beitrages muss ich korrigieren:
    „Falls es vorkommen sollte, dass jemand auch unter günstigen Bedingungen einen Leidensdruck hat und von Natur aus (mit nur wenig Kompensationsmöglichkeiten) sehr schwer betroffen sein sollte, dann würde ich in diesem Fall auch sagen, dass es sich bei einem solchen Schweregrad um eine Krankheit handelt. Ich vermute, dass dies allerdings die Ausnahme ist.“
    In diesem Fall handelt es sich dann um eine Behinderung.


    Ich kann mir vorstellen, dass die Übergänge fließend sind, und man möglicherweise bei den 3 bis 5 Prozent von einer (mittelschweren bis schweren) Behinderung sprechen könnte. Dies wird der Personenkreis sein, der bisher meist erforscht wurde, da die anderen Betroffenen eher nicht zu einem Arzt gehen würden und weniger auffallen, auch wenn sie ebenfalls noch die Kriterien des AD(H)S erfüllen, wenn auch abgeschwächter.



    Inzwischen finde ich es eigentlich nicht mehr wichtig, wie man das AD(H)S nun bezeichnet und die verschiedensten Argumente sind inzwischen wohl alle bereits mehrfach ausgetauscht worden.

    Obwohl ich selbst die Frage nach der Erkrankung gestellt hatte, war und ist es für mich eigentlich wichtiger, wie sich das AD(H)S äußern kann, ob es immer ein Nachteil sein und die Lebensqualität beeinträchtigen muss.


    Zufriedenheit und Glück hängen wohl nicht nur von „Normalität“, Gesundheit oder Nicht-Behinderung ab, allerdings von der Abwesenheit einer Depression, welche dann unbedingt mit dem Hintergrundwissen eines diagnostizierten AD(H)S behandelt werden sollte.
    Die Einsicht seiner Beeinträchtigungen ist natürlich wichtig, wie immer, wenn man sich oder anderen schaden könnte und hiermit meine ich nicht nur schwere Schädigungen.

    Natürlich ist es ganz wichtig, dass die Kosten von den Krankenkassen für notwendige Behandlungen übernommen werden (worauf in Beiträgen immer wieder mit Recht hingewiesen wird – zumal andernfalls weitaus mehr Kosten auf das Gesundheitssystem zukämen, weil die Folgeerkrankungen nicht schnell zu behandeln sind und volkswirtschaftlich ebenfalls hohe Belastungen entstehen würden).
    Aber sollten wir aus Angst, dass unser AD(H)S als Modediagnose oder als nicht existent angesehen wird, unsere Vorteile leugnen, die außerdem ohnehin auch anderen auffallen könnten? Das würde uns ebenfalls unglaubwürdig machen.
    Für eine psychische Gesundheit ist es sehr wichtig, dass man sich selbst annehmen kann. Darum sollte man auf keinen Fall nur seine Nachteile sehen. Das AD(H)S wird ohnehin immer ein Teil von uns bleiben und wir müssen das Beste daraus machen.


    Es spielt eine große Rolle, wie der Facharzt den Schweregrad des Syndroms oder der Behinderung einschätzt und welche Komorbiditäten bzw. zusätzlichen Erkrankungen er feststellt.
    So wird (zumindest theoretisch) auch bei der Anerkennung einer Schwerbehinderung vorgegangen. Die gibt es übrigens erst ab einer bestimmten Ausprägung des AD(H)S und nicht automatisch deshalb, weil die Diagnose gestellt wurde, wobei es hier meist auch bei einer schweren Ausprägung eines erheblichen Aufwandes bedarf, bis man die Anerkennung einer Schwerbehinderung erhält.
    Oft wird aber erfahrungsgemäß nicht einmal stark Gehbehinderten beim ersten Anlauf eine Schwerbehinderung bescheinigt. Doch das ist ein anderes Problem und hat nichts mit den eigentlichen Vorschriften, sondern mit der restriktiven Auslegung der Vorschriften von den Gutachtern etwas zu tun.
    Außerdem gibt es leider immer noch zu wenige Ärzte, die sich mit dem AD(H)S gut genug auskennen. Darüber hinaus wird leider für die Diagnosestellung zu wenig bezahlt.


    Es ist sehr wichtig, dass genau beschrieben wird, in welchen Bereichen und wie intensiv sich die Beeinträchtigungen auswirken, da dies individuell sehr verschieden sein kann.

    Die unterschiedlichen Einstellungen, die hier im Forum deutlich werden, liegen vermutlich daran, dass alles (die reine Disposition, eine eventuelle stärkere Behinderung und (oder) verschiedene hinzugekommene Komorbiditäten) miteinander vermischt und manchmal dann das Ganze als „das AD(H)S“ angesehen wird. Die verschiedenen Schweregrade werden ebenfalls oft nicht berücksichtigt.
    Vielleicht wäre es besser, wenn jeder nur schreiben würde, wie sich das AD(H)S bei ihm auswirkt und ob noch Komorbiditäten hinzugekommen sind.
    Wer zum Beispiel auch an einer Depression leidet, der ist vermutlich aufgrund seines AD(H)S krank geworden, aber er war es nicht von Anfang an.
    Wenn dagegen beispielsweise bei jemandem nur die reine Disposition mit einer schwachen Ausprägung vorkommt, dann wird er sich nicht krank, noch nicht einmal behindert fühlen und es auch nicht sein (manche AD(H)S-Forscher rechnen offenbar schwächere Formen ohnehin nicht zur Diagnose, wie vermutlich auch Russel A. Barkley, der immer wieder sehr auf die Impulsivität eingeht und keine Vorteile durch das AD(H)S sieht - wobei ich der Meinung bin, dass die Impulsivität nicht immer im Vordergrund stehen muss und die Aufmerksamkeitsschwankungen manchmal weitaus stärker ausgeprägt sein können. Besonders die weniger Betroffenen oder diejenigen, die auch Vorteile bei sich feststellen, können sich möglicherweise eher mit den Theorien von Thom Hartmann identifizieren).

    Dies beantwortet jetzt vielleicht auch die Frage, warum es einigen so schwer fällt zuzugeben, dass sie krank sind - warum sollten sie das tun, wenn es nicht so ist? Wer sich hier angemeldet hat, verdrängt die Diagnose ohnehin nicht.

    Manche spüren wohl dazu noch instinktiv, dass nicht das AD(H)S ihre Krankheit ist, sondern dass die Leiden, die aufgrund des AD(H)S vielleicht hinzugekommen sind, Krankheiten sind.

    Bei einem sehr stark ausgeprägten AD(H)S müsste man dann ohnehin eher sagen, dass man behindert ist.

    Die Definition ist aber nicht so wichtig.
    Hauptsache, es kann uns bei Bedarf geholfen werden, und unsere Probleme werden nicht als Modediagnose angesehen, denn sie haben einen genetischen Ursprung, was Forschungsergebnisse bereits belegen.
    Geändert von Celine ( 5.05.2012 um 18:40 Uhr) Grund: Wort vergessen

  5. #55
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Ich wollte den zuvor hier stehenden Hinweis löschen, der sich auf den vorherigen Text bezog, aber bei "Umfragen" stehen sollte.

    Da ich es nicht schaffte, habe ich den Text in diese Erklärung umgewandelt.
    Geändert von Celine ( 6.05.2012 um 16:20 Uhr)

  6. #56
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Ich finde, daß ADHS was hat. Wenn man in München ins P1 geht und sagt, daß man die Krätze hat..(mal ehrlich, da wird man doch gemieden)
    und wenn man irgendwas an den Geschlechtsteilen hat, dann hat man doch eh verschissen.
    Und wer diskutiert den schon gerne im Fernsehen über so etwas? Da kommt doch dann etwas so exotisches wie ADHS (weil Mangel an Fachwissen) einem doch
    geradezu entgegen. Und mal ehrlich, wenn manche von uns auch leiden und den Scheiß am liebsten an die Wand werfen würden,- die Medien sind doch noch lange nicht satt.
    Das ist wie mit einer stadtbekannten Hure, die mit Politikern abgelichtet wird und keiner deren Namen kennt... einfach der Reiz des Unbekannten.
    Was diese Hure wirklich anstellt ist gar nicht so wichtig, solange man nicht ihren Namen kennt. Sie existiert als Hilfsmittel (und Ablenkung) der eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen
    derer, die die ganze Geschichte gerne durchschauen würden und nicht in der Lage dazu sind, weil sie zu sehr vom Ruch der Exotik abgelenkt werden.
    Krankheit oder nicht. Ich finde das sollte jeder für sich ausmachen dürfen.
    Und für mich ist das scheißegal.

    LG --hirnbeiß--

  7. #57
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Hallo, Ihr habt schöne Gedanken....ihr könnt doch nicht verkehrt oder verdreht sein! ...anders als ein Herr Barkley.... dazu später

    Seit es Kultur gibt, gibt es Syteme, religiöse und politische und weltanschauliche. Jedes System ist mehr oder weniger bindend, ist authoritär bis faschistisch. Das System bietet dem Einzelnen Schutz, Orientierung und Halt, im idealen Fall sogar Sinn!

    In jedem System gibt es Menschen, die sich diesem nicht uneingeschränkt unterordnen können oder wollen bzw dürfen. Die "Reife" eines Systems bemesse ich daran, wie es mit diesem in Opposition befindlichen Teil seines Kollektives umgeht. Der Idealfall wäre sicher zu fragen, warum sich jemand in Opposition befindet, was ihn motiviert und treibt. Daran, an dieser Indikation könnte man Evolution innerhalb eines meist doch eher statischen Systems möglich machen.....Erich Fromm: Erich Fromm über den angepaßten Menschen - YouTube

    Meist aber kämpft das System authistisch und ängstlich um sein Überleben, kämpft gegen die "Bedrohung". Unsere Schulmedizin ist eine schöne Metapher für menschliche Systeme! Da ist ein Symptom, ein Schmerz.....Ursache egal, den auslösenden Umstand und das zugrundeliegende Fehlverhalten ignoriere ich - schließlich muss ich funktionieren - Ich muss es weg kriegen, wenn es sein muss, mit einem chemischen Bombenteppich. Am Schluss geht natürlich gar nichts mehr und der Patient ist tot....aber die Pharmaindustrie hat sich dumm und dämlich verdient...

    Schönes Beispiel! Geld! ein menschliches System, ein quasireligiöses "Wert(e)" *hahah köstlich* System. Da sind Zinsen, viele Zinsen, die wachsen wie der Krebs, die vermehren sich exponential. Dem kann man nicht begegnen, sie werden den Wirt, bzw. Gläubiger töten. Wir stellen natürlich nicht das Zins- oder Geldsystem in Frage, wir rennen wie die Lemminge der Idee hinterher, dass wir durch ewiges ebenfalls exponetielles wirtschaftswachstum der Zinslast Herr würden.

    In der Sowietunion hat man Querköpfe überigens für geisteskrank erklärt und in die Psychiatrie verbracht, denn wer die hohe Brilianz und absolute Wahrheit hinter Marx und Lenin nicht erkennt, der ist krank - logisch, oder! Der ist krank!

    Heute sind wir doch etwas freier eine Niesche zu finden. Egal ob einer in einer schlagenden Verbindung oder bei den Jungliberalen sein Glück und seinen Hafen findet oder ob er lieber Buddhist oder Esoteriker sein will, findet er doch seine Auffangwelt innerhalb der "freien" Gesellschaft.

    Das Problem ist leider nur, dass sie gar nicht frei ist, sie tut nur so, was sie umso gefährlicher macht, da man es ihr nicht gleich ansieht! Sie ist über weite Strecken ein System aus Zwängen und Abhängigkeiten. Wer Barkley liest, versteht das zynische und blöde, eben was diese sich ausschließlich über Leistung, Anpassung und Ratio definierende Gesellschaft ausmacht! Sie folgt blind und wütend einer ideologischen Masche, an der immer mehr Leute "kranken". Ich mein jetzt nicht uns allein in unserer ADHS-Niesche(alle 4 Minuten ein Suizidversuch + Dunkelziffer) . Will dieser Barkley allenernstes, dass ich im Vertrieb oder im Marketing oder beim Militär arbeite...Was liegt dem Typen denn für ein Zynismus zu Grunde - Leute an der Tür belästigen, mit Psychoterror beaufschlagen oder gar mit Bomben - als ein Leben von Sinn?

    Okay, viele von uns sind wirklich kaputt, mich eingeschlossen und wir schreien! Helft uns, sagt uns wer wir sind, gebt uns einen Namen! Gebt uns einen Hafen. Das ist menschlich, wir haben Angst, sind oft einsam, frustriert und zerissen und wir sehnen uns nach Geborgenheit und Wärme....

    ...aber meine Würde wäre einfach beleidigt, wenn ich mich bei einem ADHS Forscher, konservativsten Wissen(schaft)sverständnisses demütig unter den Rockzipfel verkröche. Ich hab mir schon soviele Namen geben lassen, von Faulpelz über Schlaumeier bis Depressiver,, Persönlichkeitsgestörter, Angstgestörter, ja sogar Süchtiger(die Suchtkeule ist eine schwere Waffe)...

    Jetzt hab ich also den Namen ADHS und ich hab Dank diesen Namens auch hier ins Forum gefunden, aber es ist nur ein Wort und Worte kommen und gehen....ich kann gut damit leben, brauch es aber nicht wirklich, mit dem Namen Depression hätt ich auch ein Auskommen gehabt

    Das dieser Name ADHS durch das System als Störung oder Krankheit bewertet ist, das allerdings stößt mir auf. Syndrom ist schon besser!

    Meinen Platz im Leben zu finden und auch herauszufinden wer ich wirklich bin, unabhängig von dem Namen ADHS, der Niesche, das obliegt mir, nur mir. Sicher wäre es bequem sich von einer Religion oder einer Idiologie sagen zu lassen, was gut und schlecht ist, was richtig oder falsch und sicher wäre es bequem mir von einem Therapeuten erklären zu lassen, wer ich bin und von einem Wissenschaftler was ist! Dann hätte des Tag Struktur, dann wär ich in einer angepassten aufgeräumten Hängematte in einem Vertriebsjob sicher, würde wählen gehen, würde zur Bank gehen, würde Nachrichten sehen und wenn mein Fussballverein gewinnt freue ich mich...

    Gott sei Dank ist es nie so weit gekommen! Gott sei Dank hat mich mein Syndrom vor dem Schlimmsten an vermeintlichen Werten, an vermeintlichen Wahrheiten, an vermeintlichen Sinnprothesen verschont. Ja ich bin leer, einsam, zerrissen und verloren! Ja, ich habe Angst! Aber ich weiß es! Ich bin am Leben und ich suche, ich lerne!

    Schönen Sonntag

  8. #58
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 199

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    @Maj.Derrick:


    Ein absoluter Knaller-Beitrag!

    Meine Hochachtung und (ehrlichen) Dank dafür!


    Genau solche Beiträge sind es, zu denen ich mit meinem nächtlichen 'Ausbruch' (s. u.!) 'aufrufen' wollte. Leider nicht im 'passenden' Themenbereich ... aber Dein Beitrag ist so komplex und aussagekräftig - der brauch eigentlich keine 'Zuordnung' ...

    Knalljacke schreibt:
    Ick bin auf dem Weg zur 'Mecker-Ecke' ganz offensichtlich falsch abgebogen und mein Navi hat sich gerade aufgeraucht ...

    Seit gefühlten 3 Aeonen 'quäle' ick mich auf der Suche nach sinnvollen, anregenden, hilfreichen Beiträgen durch die teilweise recht zähen und anstrengenden Posts im 'Hochbegabten-Bereich' ... das ist so verdammt ermüdend!

    Und was ist der Lohn? Außer Kokettiererei i. V. m. 'vielleicht ...' - 'kann schon sein ...' - 'beinahe ...' - 'der Freund meiner Schwester deren Hund ...' usw. '... ist hochbegabt!' und ähnlichen Beiträgen habe ich nix finden können, was mir außer 'Schmerzen' irgendwas gebracht hätte.

    Vielleicht liegts an mir - sind meine Erwartungen / Ansprüche zu hoch? Kann sein ...


    Wo sind denn jetzt die echten, erfahrenen und hilfsbereiten (oder hilfsbedürftigen) "Null-Komma-Null-Null-Null-Null-Acht-Prozenter"? Laßt doch mal 'einen kucken' und meißelt einen jepfefferten Beitrag zurecht, das den ganzen (selbsternannten) IQ- / HB-'Spezialisten' (und mir bitte auch!) die Kinnlade mit lautem Krachen auf's Parkett und weiter bis in die Tiefgarage knallt!


    Der Mod (und auch jeder andere, der sich angesprochen fühlt) darf mich dafür gerne rügen ... das war's wert!


    Danke & jute Nacht! .... Abgang.

  9. #59
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Eure Gedankengänge sind sehr bereichernd und sprechen mir zum großen Teil aus der Seele.

    Zu meinem Beitrag vom 5.5. möchte ich noch etwas ergänzen:

    Obwohl ich geschrieben hatte, dass AD(H)S keine Krankheit, sondern allenfalls eine Behinderung sein kann (nicht muss!), finde ich es sehr schlimm, wenn ich im Forum von einigen lese, dass sie in einer Behindertenwerkstatt arbeiten müssen. Da werden sie mit Sicherheit extrem unterfordert sein.

    Gerade bei langweiligen Tätigkeiten driftet unsere Aufmerksamkeit immer wieder in andere Richtungen ab und bei für uns spannenden Arbeiten wachsen wir manchmal weit über uns hinaus. Vielleicht landen sogar Hochintelligente (auf jeden Fall aber normal intelligente oder zumindest in Teilbereichen sehr begabte Menschen) mit einem AD(H)S in einer Behindertenwerkstatt.

    Vor vielen Jahren hatte ich einmal so eine Werkstatt besichtigt und dort hochintelligente Menschen gesprochen, die an einer Psychose erkrankt waren. Sie mussten dort zusammen mit anderen, deren Intelligenz schwer gemindert war, Schrauben sortieren. Ich war total schockiert. Da habe ich mich gefragt, wer die schlimmere Behinderung oder Erkrankung hatte – die Beschäftigten in der Werkstatt oder derjenige, der diese Hochbegabten auf diesen Platz vermittelt hatte. Ob es heute noch so etwas Schreckliches gibt, das ist mir allerdings nicht bekannt, aber ich befürchte es.
    Später dachte ich oft, dass ich extremes Glück hatte, ein Studium abschließen zu können und dass ich einen Beruf ergreifen konnte, der absolut meinen Interessen entsprochen hat. Andernfalls hätte ich ebenfalls in einer Behindertenwerkstatt landen können, weil ich für die meisten Tätigkeiten viel zu zerstreut gewesen bin.

    Allein aufgrund des AD(H)S sollten wir dem Arbeitsmarkt doch nicht so oft verloren gehen, auch wenn die Arbeitsbedingungen, besonders bei stärker Betroffenen, AD(H)S-gerecht sein müssten. Es sollten uns im Falle von Arbeitslosigkeit geeignete Stellen angeboten werden, in denen wir unsere Begabungen voll nutzen können. Dann würden wir oft hervorragende Leistungen erbringen können.

    Bei einigen wären das zum Beispiel besonders die Bereiche, wo sie die Möglichkeit hätten, immer wieder neue Ideen zu entwickeln.
    Grundsätzlich haben aber nicht nur wir mit unserem AD(H)S Probleme. Wir sollten daher alle mit unseren Mitmenschen mehr Toleranz üben, uns meiner Meinung nach alle mehr auf unsere Stärken konzentrieren, uns gegenseitig weniger kritisieren, dafür mehr loben und einander helfen.

    Muss immer jeder alles können oder wäre es nicht besser, dass man vorwiegend die Aufgaben nach den Fähigkeiten verteilt – auch in der Familie? Dann gäbe es vermutlich weniger Stress, mehr Freude bei dem, was man tut und letztendlich vielleicht auch weniger Erkrankungen und Überlastungszustände.
    Geändert von Celine ( 6.05.2012 um 19:04 Uhr)

  10. #60
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 165

    AW: Ist ADS / ADHS eine Krankheit?

    Liebe Celine,

    schon Dein Themen - Start - Beitrag war eine Wohltat.

    Dein Schluß (?) - Beitrag ist ein Segen.


    Vielen, vielen Dank dafür!


    Muriel

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