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Diskutiere im Thema Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    Hallo JustUs,

    ich habe meinen Angehörigen die Diagnose mit allem drum u. dran u. der Medi-Einnahme schonungslos mitgeteilt- und es hat sie noch nichtmals interessiert!
    Ich würde mich damit nur wieder in den Vordergrund drängen
    Und schwierig und unpassend war und bin ich für sie natürlich trotzdem.

    Ich habe den Kontakt bis auf 2 Personen komplett abgebrochen. Minimieren ist aber wahrscheinlich die bessere Lösung...
    Ich hab bloß beschlossen dass ich mich für meinen "Seelenfrieden" möglichst mit Menschen umgebe, die mir guttun sofern das irgendwie möglich ist.

    Der Gedanke, der mir kam, wieso teilst du ihnen die Diagnose nicht mit, dann ist vllt. "Ruhe im Karton"?!
    Und: du hast ja Stabilität durch deine eigene Famiilie, oder? Das ist doch auch sehr tröstlich?

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 355

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    hallo justus

    hm ich finde es traurig, das du dich so klein machst, das bist du doch gar nicht du hast adhs deshalb bist du aber kein schlechter mensch eben anders und das muss deine umwelt und auch deine familie akzeptieren.

    ich würde es noch mal bei deinen eltern ansprechen ich meine deine diagnos deine jetzige situation, es wird sicherlich etwas dauern bis das verarbeitet ist ,könnte jedoch meiner meinung nach doch dazu führen
    das sie dich etwas besser verstehen zurzeit wissen sie ja auch nicht was mit dir los ist.

    sollte dann immer noch nur vorwürfe kommen würde ich mir dies verbieten ansonsten eben den kontakt minimieren, allerdings die möglichkeit indem du offen über deine adhs redest würde ich nochmals nutzen.

    ich sag immer wer mich dann immer noch nicht verstehen will oder wenigstens ein bisschen auf mich zugehen kann, braucht mich auch nicht.

    lg chaoskater

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 148

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    Erinnerungen an die Vergangenheit sind immer mehr oder weniger stark verzerrt, und zwar in Richtung so genannter "Schemata" (=Schablonen, Stereotype). Es ist erstaunlich, wie wenig Menschen wirklich an Details erinnern können, obwohl sie sich einbilden, dies zu tun***. Es ist gut möglich, dass die Erinnerungen deiner Mutter von einem "ADHS-Schema" verzerrt werden. Sie denkt daher möglicherweise wirklich, dass das alles genau so war.

    Gruß,
    Scarlatti

    *** Es gibt da ne Menge Forschungsarbeiten zur Verlässlichkeit von Zeugen in der Psychologie. Beispielsweise bekommt man schon hochgradig verzerrte Aussagen, wenn man in der Frage:"Mit welcher Geschwindigkeit XXX das Auto auf den LKW" das XXX durch jeweils "prallte", "stieß", "krachte", "berührte" usw. ersetzt. Oder bei der Frage "Wie war das Wetter am 21.09.2001 in deinem Wohnort" sagen viele Menschen in Deutschland, es habe die Sonne geschienen, was nicht stimmt (verzerrt durch die Fernsehbilder). Das menschliche Gedächtnis ist nichts für Details gemacht.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 247

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    Ich danke euch allen für eure Worte!!
    Hat mir sehr geholfen das zu lesen!

    ich mag meine Eltern sehr, auch wenn wir oft eine sehr schwierige Beziehung zueinander haben.

    ch weißm dass es auch für meine Mutter ein Kampf war mit mir.
    Aber wie ihr schon richtig bemerkt habt, kann ichs für sie nicht wieder gut machen!
    sie muss es selber verarbeiten.
    Vielleicht will sie einfach von mir hören, dass sie recht hatte und ich ADHS habe.

    Keine Ahnung.
    Ist ja auch nicht so, dass wir uns nicht mehr verstehen.
    Wir sitzen so zusammen und alles ist schön und dann kommt es halt plötzlich.
    Irgendwo zwischendrin.
    Und dann denke ich nach und es belastet mich.

    Ich hab schon solche Sachen von ihr ab und an gehört, bevor ich selber von adhs wusste.
    Da hat sie immer gesagt ich hätte das.
    aber da wollte ich noch nichts von wissen.
    Da hab ich ihr dann immer gesag, sie soll sich nicht beschweren, weil es auch schlimmer hätte kommen können.
    Ich hab keine Drogen genommen, keinen alk getrunken, hab mein Abi gemacht (ok nicht ohne doppelte Schuljahre, abe rich habs gemacht), ich hab kein mädchen geschwängert, bin nie delinquent gewesen...ich meine,..das hätte selbst ohne adhs anders laufen können.

    jetzt hab ich ne ausbildung abgeschlossen, hab einen festen job und heirate.
    ich meine spießige rgehts kaum...was will man als mama mehr.

    vielleicht wird ihr ja jetzt erst klar, dass auch sie es geschafft hat mich ins leben zu entlassen und ist einfach erleichtert und versucht es auf zu arbeiten.

    sie hatte früher glaub schon immer angst, was mal aus mir werden soll.
    mein psychologe meinte mal zu mir, ob ich mir nicht vorstellen kann, dass sie sich sorgen macht, ob ich überhaupt alleine (über)lebensfähig bin.
    damals war ich noch im vollen chaos meines lebens gefangen.

    ich weiß nicht, vielleicht ist es auch echt der krasse wandel, der sie dazu veranlasst so viel nach zu haken und auf den tisch zu bringen.
    vor drei jahren sah es bei mir zu hause noch aus wie aufm schlachtfeld und heute erzähl ich ihr imme rwenn wir telephonieren, dass ich noch haushalt machen muss...

    so gesehen muss das für se befremdlich sein.
    zumal wenn sie nichts von der diagnose und den medis weiß.
    kurz nachdem ich die medis bekommen habe bin ich dann ja auch aus gezogen.
    hab ein jahr welche gehabt, dann 10 monate keine mehr, dann wieder welche und gleich drauf war ich dann auch weg.
    alles nicht so einfach.

    und nachdem ich mal wieder eine medpause hatte von drei monaten bin ich grade mal wieder etwas empfindlich und nachdenklich und am hadern mit mir und der welt und vor allem mit adhs..

    ich drücke euch alle mit einem dicken danke!!

    justus

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 137

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    Hi Justus,

    ich denke mittl-bis längerfristig bleibt dir nur die Flucht nach Vorne: Du musst deinen Eltern den Wind aus den Segeln nehmen.

    Wenn es das nächste Mal eskaliert sagst du etwas wie:
    "Ja, ich weiß, dass ich es auch als Kind sicher nicht immer leicht gemacht habe. Ihr habt euch trotzdem immer wunderbar um mich gekümmert und dafür bin ich euch sehr dankbar! Und es würde mich freuen, wenn ihr mich auch weiterhin so unterstützt, wie ihr es damals getan habt."
    (Beachte: keine eigene Herabstufung wie "ich war ein schwieriges Kind" etc.; außerdem nur ein indirekter, aber eigentlich deutlicher, Hinweis, dass du ihr derzeitiges Verhalten missbilligst)

    Danach könntest du eventuell auch auf ADHS zu sprechen kommen ("Ich weiß jetzt auch, woran das liegt - ihr habt es vielleicht schon vermutet: Ich habe ADHS. ...") oder konkrete Hinweise und Forderungen, wie sie dich unterstützen können.

    Viele Grüße
    Dragolo

  6. #16
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    Hallo Justus,


    ich würde den Weg meines inneren Herzen folgen. Ich habe auch eine schwere Entscheindung im Bezug auf meine Eltern getroffen, doch ich bin zufrieden mit dieser Entscheidung.
    Ich denke die AD(H)S-Diagnostik ist ein Erklärung für ein Verhalten, doch keine Entschuldigung.
    Warum soll ich die Fehler von früher heute wieder gut machen? Fehler sind dazu das um aus ihnen zu lernen.
    Die Frage ist doch, wer hat was womit zu verarbeiten? Was ändert sich oder soll sich dann verändern? Worum geht es im eigentlichen, um das Verständnisbild des anderen oder
    um mein Verständnis gegenüber meiner Direktperson? Für wem hat die Diagnostik Vor- oder Nachteile?
    Um für mich selber eine Klarheit zu erhalten,würde ich einen Pro und Contra liste machen und das Ergebnis abwägen, ob ein dafür oder gegen.

    liebe grüße elfenkind

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    Lieber JustUs,
    bei mir ist das ganz oft ganz ähnlich und auch ich fühle mich damit immer total in die Enge getrieben. Es heißt dann oft: "Wer hätte jemals gedacht, dass gerade du jemals ein normales Leben führen würdest, wo gerade du doch eine solche Katastrophe als Kind warst..."

    Irgendwie bekommt da keiner so richtig mir, wie sehr einen das verletzt, vorallendingen deswegen, weil damals totsicher alles schön geredet wurde. Das rede ich mir auch nicht ein, das war so. Aber es war definitiv zu anstrengend, mir Grenzen zu setzen, deswegen war der Weg des geringsten Widerstandes auch der gangbarste.

    Ich glaube, Du hast vollkommen recht: Es findet da ganz viel Aufarbeitung statt und ist bestimmt nicht böse gemeint. Weil derjenige Dein Elternteil ist, übertritt er Grenzen, die er bei einem Fremden niemals überschreiten würde...und meint es womöglich auch noch als Kompliment?! So ist das jedenfalls bei mir. Meine Mutter ist dermaßen erleichtert, dass sie gar nicht anders kann, als sich "so" Luft zu machen...und manchmal glaube ich sogar, dass das alles eigentlich gar nicht viel mit uns als Kindern zutun hat, sondern damit, dass die Eltern auch irgendwie einen neuen Lebensabschnitt beginnen, wenn sie sehen, dass man tatsächlich, ganz unverhofft ein "vollwertiger Mensch" geworden ist...

    Eine Antwort hab ich leider auch nicht parat, aber ich würde Dir evtl. raten, es mal mit ein paar Zeilen zu versuchen. Schreib mal munter drauf los, vielleicht auch an jemand Fremden...und nicht direkt, wenn Du verstehst, was ich meine.

    Grüße!
    Etosha

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 247

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    nun ja...ich weiß noch nicht was tun, aber es geht mir besser!
    ich denke irgendwann wenn die nächsten solchen momente kommen werd ichs sagen.
    meistens macht sie das halt wenn noch andere leute dabei sind, da ist es mir dann auch zu blöd.
    ich hab schon ein paar mal sowas fallen lassen wie:
    " in der familie bin nicht nur ich so, hier haben doch alle ADHS" oder so.
    aber ich glaube das nehmen die nicht so ernst.

    das wird der gleiche unterschied sein, den es auch für mich gemacht hat.
    es sind eben zwei dinge, ob man sich in einer krankheit erkennt, oder ob man eine gesicherte diagnose hat.

    die richtige zeit wird kommen.

    und wenn das adhs dann gegen mich verwendet wird muss ich eben endlich mal lernen grenzen zu setzen.

    ich meine hey...ich werd denen einfach sowas sagen wie:
    jetzt habt ihr so viel energie inverstiert mich spüren zu lassen, dass ihr mich liebt.
    wenn ihr so weiter macht war das rückwirkend noch umsonst.

    wer will das schon.

    danke euch allen!

    justus

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    @ Justus

    Also, mit den Alten, das übliche Gelaber, so schlimm waren die doch gar nicht, jenes Horn, in das auch Maggy eifrig stösst, darf man getrost als emotionale Überlebenslüge bezeichnen.

    Kein kleiner Mensch kann überleben, ohne sich mit seinen Eltern zu identifizieren, und seien es offensichtliche Quäler, das Kind wird trotzdem Schutz bei ihnen suchen.

    Für das Kind sind die Eltern notwendigerweise die starken Figuren.

    Sehr schön hast Du das mit der Pubertät beschrieben, wo man rausfindet, dass die Alten auch nur mit Wasser kochen, ja schlimmer noch, dass die Verbote und Gebote, die sie aufstellen, massiv geprägt sind aus ihrer eigenen Kindheit.

    Das heisst als Kinder mussten sie normal sein. Und funktionieren. Fertig aus. Das wollen sie für Dich jetzt auch. Verständlich ist es schon, sie haben einfach die Erfahrung gemacht, dass es schlecht ist, aus der Reihe zu tanzen, und das wollen sie ihrem Nachwuchs begreiflicherweise ersparen.

    Dass auf diese Weise nur ein verängstigtes, neurotisches, geducktes, arsch-kriecherisches Individuum herauskommen kann, sehen sie vielfach gar nicht. Im Gegenteil, sie wünschen sich zwar nicht, dass ihr Nachwuchs aus geduckten Arsch-Kriechern besteht, akzeptieren das aber für sich und den anderen schon, weil der geduckte Arsch-Kriecher nunmal der Prototyp des gesellschaftlich anerkannten Menschen ist.

    Kurz, diese Alten sind in einem Zwiespalt.

    Nochmal zusammengefasst: Über die Jahre sind sie selbst zu duckmäuserischen Arsch-Kriechern geworden, haben festgestellt, dass dies durchaus Vorteile bringt, und dass man auf diese Weise zu Eigenheim, beruflichen Erfolg und gesellschaftlichen Ansehen durchaus gelangen kann, selbst bei schwierigsten Ausgangsvoraussetzungen...

    Jetzt beginnt der Zwiespalt der Generation der Alten. Auf der einen Seite wollen sie durchaus, dass ihr Nachwuchs ein ebenso großer und erfolgreicher, duckmäuserischer Arsch-Kriecher wird, wie sie selbst, weil sie die Vorteile dieser Lebenseinstellung ja auf der Hand liegen haben. Zum anderen wünschen sie sich für ihren Nachwuchs aber gerade, dass er kein so duckmäuserisches Arsch-Kriecher-********* wird wie sie, sondern im Gegenteil nach seiner eigenen Facon selig werden soll, kurz gesagt, es besser oder irgendwie freier, einfacher haben soll wie sie...

    Daraus speist sich der widersprüchliche Erziehungsstil. Zum einen soll der Nachwuchs ein duckmäuserisches Arsch-Kriecher-Gebräu werden, um seine feste Position in der Gesellschaft zu erreichen. Zum anderen weiss man in der Elterngeneration, dass dieses Schuften um jeden Preis und immer nur für andere und dieser ganze kriechende Lebensgang im allgemeinen ja gar nicht gut sein kann...

    Ein Dachschaden kommt aber selten allein.

    D. h. je stärker der Sprössling der Familie von ADHS betroffen ist, desto stärker ist auch die Familie davon betroffen, d.h. desto mehr wird man in seiner Definition auf Normalität pochen. Anstatt bei Familienzusammenkünften der Wahrheit auf die Spur zu gehen, kommt es immer wieder zu der völlig grotesken Situation, dass jeder Familienangehörige den anderen für übergeschnappt, sich selbst aber für völlig normal hält.

    Kurz gesagt, diese Leute (Eltern, Großeltern, Tanten, Onkels, Verwandte 1. Grades also) sind natürlich zum Grossteil selbst alle übergeschnappt.

    Nur tritt jetzt das erstaunliche Phänomen auf, dem ich immer wieder verblüfft bis fassungslos gegenüberstehe, je übergeschnappter der Familienangehörige ist, für desto normaler hält er sich. Je "verrückter" er ist, für desto militanter hält er sich für normal. Ich kenne Leute, die nach wie vor erschreckend normal, aber eben doch auch schon im Irrenhaus eingessesen sind, die das zwanzig Jahre nach ihrem Aufenthalt immer noch als Sebastian-Kneipp-Kur definieren, nur um nicht aus ihrem Rahmen der absoluten Normalität zu fallen, den sie sich zu ihrem Lebens-Rahmen nun einmal bestimmt haben.
    Der nächste versichert beispielsweise beim Familienfest, bereits seit Jahren absoluter Antialkoholiker zu sein, währenddessen er auf allen vieren zum Scheißhaus robbt, um abzukotzen, während der andere gerade absolut glaubhaft versichert, dass er Leute mit ungesundem Ernährungstil überhaupt nicht verstehen könne, währenddessen er sich gerade Mayonnaisse aufs Marmeladenbrötchen schmiert... und so weiter und so fort...

    Jeder Depp in diesem Forum weiss doch, dass die Unterdrückung der Abweichung zu einer noch größeren Abweichung, wenn nicht überhaupt erst zur Abweichung führt, sonst hätte er sich doch gar nicht erst angemeldet. Diese Leute aber scheinen geradezu Meister darin, diese Erkenntnis abzuwehren... Ich will, ganz ehrlich gesagt, auch gar nicht mehr wissen zu welchem Preis. Umsonst jedenfalls gibt`s die alleinselig- und glücklichmachende Normalität nämlich nicht, des steht mal fest...

    Jo, Justus, ich weiss jetzt nicht, ob dich mein Gelaber da weitergebracht hat. Aber Du musst auf alle Fälle einen Weg finden mit Deinen Erzeugern Deinen Frieden zu schliessen.

    Sonst trägst Du das immer mit Dir rum, als eine Art Ballastsack auf Deinem Rücken. Da kann Dir auch kein Medikament, keine noch so gute therapeutische Begleitung und keine noch so verständnisvolle Partnerin dabei weiterhelfen.

    Das bleibt eine primäre Sache zwischen Dir und Deinen Eltern.


  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Mit Erinnerungen von Angehörigen konfrontiert

    Tja, ein endlos unersättliches Thema,

    Maggy, Du hast es meiner Meinung nach sehr gut erklärt und auch ich habe viele Jahre immer wieder das Buch "Zwanghaft zerstreut" als Richtungslektüre für den Weg aus aus dem Ping Pong-spiel "wer der Schuldige und der Gestörtere ist" heraus genutzt. Ich sehe es bei uns in der Familie so, dass gerade diejenigen, die die heftigsten Verurteilungen gegen die in ihren Augen "Nichtfunktionierer" in die Welt posaunen, auch die sind, die meist selber nicht im Reinen mit sich leben und ihre eigenen Probleme auf den lieben Störenfried, z.B. dem ADS-menschen abzuladen gewöhnt sind. Wenn der ADS-ler plötzlich seine bisherige Rolle durch die sehr einschneidende Veränderung (Therapie und Medikamente und daraus eine neue und gesündere Wahrnehmeung entwickelt und auch noch zufrieden ist) verlässt, gerät die alte Ordnung innerhalb der Familie mächtig ins Wanken...nun müssen alle Familienmitglieder eine neue Position finden. Das geschieht meist unbewusst und z.B Deine Eltern erinnern sich vermehrt an die schlimme Zeit und was Euch allen entgangen ist und auch zur gegenseitigen Entfremdung geführt hat, nämlich die ewigen Dramen und gegenseitigen Schuldzuweisungen. Bis sich alle in der Familie neu positionieren und neue Wege miteinander gehen können, brauchts viele Jahre Geduld, auch Deinerseits, auch mit den Eltern und Geschwistern..anders und verständnisvoller umzugehen, es sind die eingefahrenen Muster und Vorstellungen voneinander, die es allen schwer macht, etwas Neues miteinander zu beginnen, auch wenn sie unter Umständen demütigend und grausam erschienen, hatte alles seine Ordnung und man musste sein Verhalten und LEben nicht in Frage stellen.

    So, ich übe mich unter Anwendung all meiner Hilfsvehikel und ständig wachsener Erkenntnisse über mich und meinen sozialen Umgang in immer größerer Geduld und sehe meine Familie, nicht mehr als diejenigen, die mich doch endlich nach langer überwundener Krankheit in die offenen Arme zu nehmen hat, sondern habe nach vielen Jahren des inneren Kampfes, gegen "meine" Erwartungen und Vorstellungen, ihre Not und auch ihr Sosein als ihre Baustelle erkannt und lasse jedem, so weit es mir möglich ist, ihre Ansichten und Prozesse. Auch wenn sie immer wieder die alte Person in mir suchen wollen und mich das provoziert und wehtut, kann ich es mittlerweile nutzen, um deren Empfinden sogar zu bestätigen und ihre Not dahinter zu erkennen. Disskutieren oder Rechtferigen bringt nur böses Blut und schadet allen. Und das will ich nicht.

    Seit 10 Jahren bin ich nun auf dem neuen Kurs und seit 3 Jahren hat es erst so richtig "Klick" gemacht. Das heißt, die Erkenntnis, dass ADHS oder sonstwelche "Störungen" immer auch auf den Zustand des gesamten Familiengeflechtes hinweist. So wie es Eiselein schon beschrieben hat. Sich zu bedauern oder die anderen als die Bösen festzuhalten, bringt keinen Fortschritt und keine Heilung für die Familie. Das heißt für mich, dass ich eine Menge dazu beitragen kann, dass es mir und auch der Familie immer besser gehen kann. Die Erfahrung mache ich jeden Tag aufs Neue, auch wenn es ein für mich sehr schwerer Selbsterkenntnisprozess ist wohl auch bleiben wird.

    Liebe Grüße
    Rosenmädchen

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