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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    Sich über AD(H)S identifizieren

    Hallo,

    wie ich in meiner Vorstellung geschrieben habe, setze ich mir mit ADHS im Vergleich zu anderen "Störungsbildern" auseinander. Bei Betroffenen von "Borderline" zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass sehr oft mit eintreffen der (Verdachts-)Diagnose resigniert wird/sich selber aufgegeben. "Finster" in die Zukunft geschaut, obwohl es sehr wohl "andere Wege" geben kann. (Es wird sehr oft von "Entgültigkeit" gesprochen - ohne Hoffnung auf Besserung, auch wenn es durchaus Wege geben kann.) Auch hier gibt es natürlich "Ausnahmen" an Reaktionen!!!

    Bei euch merke ich, dass ihr durch die Diagnose erst richtig "aufgeht".. das heißt Wege findet, wie ihr in dem Leben besser zurecht kommt. Auch, wenn es zeitweise "Einbrüche" gibt im Leben.

    Ist das nur "der erste Eindruck" oder könnt ihr diese Aussage (also euch als Eingenverdacht/Diagnostizierte Person) bestätigen?

    Lieben Gruß...
    winni

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Sich über AD(H)S identifizieren

    Hey,

    offen gesagt kann man Borderline nicht mit ADS "vergleichen". Nicht mal das Verhalten der Betroffenen bei Erhalt der Diagnose. Das sind zwei grundverschiedene Arten - vor allem im Umfang und in der Konsequenz. Vor einigen Jahren war ich mit einem Borderliner liiert und wenn man wirklich den Vergleich wagen will, dann müßte man Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Das Borderliner anders reagieren überrascht mich an dieser Stelle überhaupt nicht.

    Was ADS betrifft, so hat man oft eine Vorgeschichte. Ein Leben das gespickt ist mit diversen seltsamen Lebensumständen die man sich nicht erklären kann. So kommt man früher oder später zu dem Ergebnis, dass entweder die Welt bekloppt ist oder man selbst. In der Regel endet es bei letzterem Ergebnis.

    Also ist man natürlich dankbar und in teilen sogar glücklich, dass es dafür eine "medizinische" Erklärung gibt und das alles gar nicht sooooo schlimm ist wie man es sich vorher ausgemalt hat. Jedenfalls in meinem Fall war das so. Es gibt plötzlich für sovieles eine Antwort, eine Lösung und vor allem - tadaaa man ist damit nicht allein auf der Welt.
    Unsere - falsch MEINE Probleme sind teilweise so sehr schambehaftet, dass es mir unglaublich gut tut, dass ich darüber mit anderen Betroffenen reden kann.

    ABER..

    Wenn du schon den Vergleich mit Borderline ansprichst: Schau doch mal in ein Borderline-Forum. Meine Erfahrung ist da ähnlich wie deine. Ich habe dort auch eher die Betroffenen wahrgenommen die sich aufgegeben haben, solche die sich hinter ihrer Diagnose "versteckt" haben und vor allem - ihr Verhalten damit entschuldigt haben. Nun darf man an dieser Stelle natürlich nicht vergessen, dass Borderline ein ganz anderes Kaliber an psychischer Krankheit ist UND ich damals als "Angehörige" in so einem Forum unterwegs war.

    Diese Erfahrung mache ich in diesem Forum nicht. Ja, hier wird auch gejammert (dazu gehöre ich auch ), aber hier sucht man vor allem nach Lösungen. Das ist wirklich toll und bringt einen (mich!!) langfristig wirklich voran.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Sich über AD(H)S identifizieren

    @winona

    ADHS/ADS ist mit Borderline in Verbindung zu bringen , zumindest soweit ich weiß, weil ADHS´ler mitunter ein erhötes Risiko haben an Borderline zu erkranken, sowie Suchterkrankungen und an anderen Psychischenstörungen, was ich im übrigen auch an mir selbst festgestellt habe.

    ABER so etwas kann man durchaus in Büchern bzw auch im Internet nachlesen und zur Not einen Arzt befragen wenn man denn wirklich ein soo reges Interesse an diesen Dingen hat, wie du dass zu haben scheinst.
    Zudem sind solche Berichte und Bücher aus der Sicht eines Arztes geschrieben, also im Normalfall, meistens zumindest Objektiv, obwohl auch sowas wie auch bei jedem anderen Menschen, Ansichts- und einstellungssache ist.
    Hier bekommst du überwiegend Meinungen und Erfahrungen von Betroffenen und dass ist nochmal ein anderes paar Schuhe, auch wenn es, um einen Gesamteindruck zu bekommen auf jeden Fall hilfreich ist.

    Wie Think Hypies schon geschrieben hat ist die Umgangsweise mit einer Diangnose NATÜRLICH von Krankheit zu Krankheit unterschiedlich. Es gibt Menschen die an einer Krebsdiagnose verzweifeln und wieder andere werden bis zu letzt nicht aufgeben und kämpfen.
    Dass ist aber denke ich stark Charakter abhängig und hat sicher auch noch andere Einflüsse.
    Zudem mag es hier viele Leute geben die sich mit Ihrer Diagnose erleichtert fühlen , mir geht es ähnlich , eben wie Think Hypies auch dass schon erleutert hat, aber es gibt wie bei allem auch eine Dunkelziffer nicht jeder ADHS´ler ist hier angemeldet und auch nicht jeder kann so einfach mit seiner Diagnose umgehen, zumal es ja auch Fälle gibt , um auch Borderline wieder mit einzubeziehen, in denen Borderline UND ADHS Diagnostiziert wird.

    Zudem gibt es was ADHS/ADS angeht auch sehr viel Begleiterkrankugen die einem dass Leben durchaus zur Hölle machen können.

    Sowas ist nicht wie ein gebrochenes Bein, wenns durch ist, ist es durch.
    Man kann es also schlicht und ergreifend nicht verallgemeinern, weil viel zu viele Faktoren eine Rolle spielen.


    Da könnte ich jetzt zwar noch Stundenlang drüber schreiben aber ich lass es.
    Dass ist ganz allein meine Ansicht, und Meinung.


    LG laepche

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: Sich über AD(H)S identifizieren

    Ich würd auch nochmal hinzufügen, dass es wohl um einiges einfacher ist, "mit" ADHS "aufzugehen" als mit einer Borderline-Störung
    Ich liebe ja ausserdem diese Gruppenbildung, die sich in den verschiedenen Foren herauskristallisiert hat. Erinnert mich immer ein bisschen an meinen Lieblingsroman Zauberberg.
    Man kann ja scheinbar fast von der Gesellschaft der ADHSler, der Autisten, der Boderliner, der Bipolaren sprechen. Das finde ich irgendwie superspannend und faszinierend.

    Aber letztlich ist das Bild bezüglich "ADHSlern" auf jedenfall etwas positiver als das von "Boderlinern". ADHS ist ja fast schon so eine Art neues Leitbild in der Gesellschaft (ich übertreibe, zurecht), wohingegen Borderliner in der Regel als größtenteils negativ aufgefasst werden. Borderliner gelten als kühl, unberechenbar aber selbst extrem berechnend. Ausserdem bringt man mit ihnen immer irgendwas asoziales (im wahrsten Sinne) in Verbindung.

    Ich selbst kann auch nur sagen, dass ich froh bin, so eine Diagnose nicht zu haben. Es wäre für mich fast so eine Art Fluch und ich glaube, dass es anderen auch so gehen würde/so geht.
    Allerdings will ich nochmal insistieren, dass das nicht meine Meinung über Borderliner ist

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Sich über AD(H)S identifizieren

    Also erstmal an Sgrhn, ADHS ist in keinster Weise positiv besetzt.
    AD(H)S wird eher als Modediagnose und als ausgedachte Krankheit der Ärzte und Pharmaindustrien die damit eine vermeintlich schlechte Erziehung erklären wollen und zudem auch noch Geld damit machen.
    Nein, also positiv ist es nunmal nicht.

    Borderline wird von den Medien immer mit SvV und der gleichen Gleichgesetzt, nur logisch dass dann die Betroffnen die solche Diagnose erhalten Angst haben oder sich gar aufgeben.
    Auch bei Borderline ist Depression eine häufige Komorbität.
    Die Depression kann sogar Verhältnissmäßig stärker sein, als bei anderen, weil Borderliner ja sehr extrem ihre Emotionen erleben.
    Natürlich haben sie dann Angst auch in eine Depression zu geraten.
    Und das aufgeben kann auch erklären, dass man meint jetzt ist es aus und ich kann nie normal leben.
    Borderline kann man wie ADHS ja auch nicht heilen, es ist einfach da und fertig.
    Nur was etwas Absurt ist: Die Betroffnen hatten ja vor der Diagnose auch Borderline nur wussten sie es nicht.
    ADHSler können sich natürlich auch viel besser selber annehmen als Borderliner.
    Also wir akzeptieren uns quasi auch mit der Krankheit.
    Borderliner können sich meist ja so schon nicht annehmen und wenn jetzt noch ne (unheilbare) Krankheit dazu kommt, machen sie sich wieder Selbstvorwürfe.
    Sie sehen es als Strafe, dass sie so Blöd oder was auch immer sind.

    Aber das kann natürlich von Fall zu Fall anders sein.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: Sich über AD(H)S identifizieren

    Naja, das mit dem Bild einer Krankheit/Symptomatik ist natürlich zu einem bestimmten Grad subjektiv. Kann sein, dass du ADHS eher so negativ besetzt wahrgenommen hast. Hat natürlich auch ein bisschen was mit dem Selbstbild zutun. Ich für meinen Teil würde behaupten, dass das gesellschaftliche Paradigma stark in Richtung Authentizität geht (auch wenn mit dem Begriff viel Schindluder getrieben wurde). Und da passen ADHSler schon ganz gut rein. Also "in keinster Weise positiv" find ich da schon etwas übertrieben.

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