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Diskutiere im Thema Keine sozialen Kontakte im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #121
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Keine sozialen Kontakte

    Ich habe mir in den letzten Tagen von einigen Personen anhören müssen, dass ich mich selbst nicht genügend respektiere und deshalb auch von anderen Personen nicht respektiert werde. Es ist nicht so, dass ich mir alles gefallen lasse. Es gibt durchaus Grenzen, die ich konsequent einhalte. Ich würde mich niemals von einem Mann mit Kraftausdrücken beschimpfen oder gar schlagen lassen. Fremdgehen und Unehrlichkeit geht für mich auch nicht. Aber ich bin in einem anderen Umfeld aufgewachsen als die meisten anderen Leute. Vorwürfe, Rechtfertigungen und Szenen waren bei mir zu Hause ganz normal. Natürlich verhalte ich mich nicht so gegenüber Menschen, die das auch nicht machen.

    Aber gerade der besagte junge Mann hat mir gegenüber schon mehrere Gefühlsausbrüche gezeigt. Er ist mehrmals in der Öffentlichkeit eifersüchtig geworden, hat mir Vorwürfe gemacht und von mir Erklärungen verlangt. Ich hatte Verständnis, weil er unerfahren und unsicher ist... und weil ich das Verhalten aus meiner Familie kenne. Ich dachte mir wir würden gut zusammen passen, weil ich bei ihm nicht perfekt sein müsse und er mir einen Ausrutscher ebenso verzeihen würde wie ich ihm. Doch als ich die kurze Erklärung von ihm wollte, habe ich sie zwar bekommen und noch ein paar weitere liebe Mails, und dann war auf einmal Sense.

    Einige Freunde meinen jetzt, ich hätte ihm sein Verhalten trotz seiner Unsicherheit niemals durchgehen lassen und damals selbst ein wenig auf Distanz gehen sollen. Dann hätte er mir mehr Respekt entgegen gebracht, und es wäre vielleicht was aus uns geworden. Dass ich die Aufmerksamkeit von Männern genieße, ist wohl für viele ein Problem. Damit werde ich mich in Zukunft garantiert mehr zurückhalten. Aber ihr wisst ja, als ADHS-ler hat man sich nicht immer unter Kontrolle...

  2. #122
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Keine sozialen Kontakte

    Ich verstehe Dich bezüglich des jungen Mannes nun besser. Danke für die Ergänzungen.

    Ich finde nicht, das Du Dich damit zurückhalten sollst, wenn Du darüber reden möchtest.

    Freundschaften und Partnerschaften gehören ja genauso zum Leben wie alles andere.

    Ich hab da kein Problem. .)

    Aber wie gesagt, die Klärung des warum kann nur ein Gespräch mit ihm Dir bringen.


  3. #123
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Keine sozialen Kontakte

    Dieser Mann und ich waren niemals echte Freunde, nur gute Bekannte. Er hat noch nie eine platonische Freundschaft mit einer Frau geführt. Ich habe schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass Männer, die sich gewisse Verhaltensweisen herausnehmen (Eifersucht, Kritik, Vorwürfe, usw.) mir nicht dieselben Rechte eingeräumt haben. Daran sind auch die meisten meiner Beziehungen gescheitert. Die Männer haben sich vieles erlaubt, aber wehe ich habe das auch getan... dann waren sie beleidigt und haben sich von mir getrennt bzw. mir eine Abfuhr gegeben, wenn wir noch in der Kennenlernphase waren.

  4. #124
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Keine sozialen Kontakte

    Von diesen Thema fühle ich mich auch stark angesprochen. Zwar habe ich noch soziale Kontakte, aber sehr große Probleme diese zu pflegen bzw. neue Kontakte herzustellen und zwar an dem Punkt, wo man aus einer eher flüchtigen Bekanntschaft eine Freundschaft macht.

    Und ich habe große Angst, in Zukunft irgendwann zu vereinsamen oder zumindestens keine intimere Freundschaften/Beziehungen zu finden, die man z.B. den Schlüssel anvertrauen kann oder die einem in rechtliche Sachen vertritt, wenn man es selber nicht kann wie z.B. bewußtlos durch Verkehrsunfall. Ja, das wären Sachen, die von der Familie übernommen werden sollten.. aber ich bin Einzelkind, der Kontakt zu meine Cousinen bestand nie groß und eine eigene Familie zu gründen ist so gut wie erledigt für mich - denn ich hatte noch nie einen Freund und die Zeit, in der ich noch Kinder bekommen könnte, ist schon fast vorbei... Also kann das bei mir nur noch über gute Freundschaften abgedeckt werden, die ich aber nicht schaffe, aufzubauen..


    Gerade bei Freundschaften schliessen kommt mir folgendes in den Weg : meine eigenen negativen Bewertungen, die ich den anderen unterstelle, wie sie über mich denken könnten. Und die mich blockieren, weil ich dann auf das reagiere, was ich denke und nicht auf das, wie die Leute wirklich handeln.. Bzw. bin ich mir diesen Ablauf schon bewußt und versuche meinen negativen Einstellungen/Unterstellungen entgegen zu steuern und bin dadurch dann komplett blockiert und kann überhaupt nicht flexibel reagieren. Zum Beispiel auf witzige Bemerkung reagieren oder Bemerkungen, wo ich Fragen anschliessen könnte zu einen Thema, das mich interessieren würde. Je aufgeregter ich in dieser Situation geht, umso schlimmer ist es.

    Dann wurde mir erst jetzt so in letzter Zeit richtig klar, dass ich dann auch mit falschen Erwartungen Beziehungen entgegen blicke. Zum Beispiel meine Erwartung, dass man sich nur mit guten Freunden trifft... Damit setze ich mir die Hürde hoch, eine flüchtige oder noch junge Bekanntschaft um ein Treffen zu fragen - denn eine Verneinung des Treffens würde ich irgendwie als Ablehnung der Freundschaft zu mir entfinden. Was dann dazu führt, dass ich lieber garnicht frage, um ja keine Ablehnung zu bekommen.

    Zu den falschen Erwartungen gehört dann auch eine Art Schwarz-weiß-Denken - entweder der ander mag mich und ist mein Freund oder er mag mich nicht und ist kein Freund (und dann will ich auch nichts groß weiter mit ihm zu tun haben).

    Dann kann eine Beziehung unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen wie z.b. sich ausheulen, den neusten Tratsch austauschen , angeregte und/tiefsinnige Fachgespräche führen, über Hobbies/Interessen austauschen, Sachen unternehmen oder einfach nur die Alltagseindrücke loswerden. Im Ideallfall bekommt man das in einer Person - also beste(r) Freund(in) mit der/den man über alles reden und alles unternehmen kann.
    Aber das ist nur Ausnahme, in der Regel wird man die einzelne Bedürfnisse mit unterschiedliche Personen abdecken müssen. Also mit Freundin A kann man über alles reden, Freundin B ist zwar keine gute Zuhörerin, aber interessiert sich für die gleichen Filme im Kino usw..
    Und mein Fehler war (oder letztendlich 'ist' noch, weil diese Erwartung ziemlich hartnäckig in meinem Unterbewußten lauert), dass ich erwarte, dass ich alle Bedürfnisse mit einer bzw. ein paar wenigen Freundschaften abdecken kann und enttäuscht bin, wenn das nicht der Fall ist.

    Ein weitere Problem bei Beziehungen ist bestimmt bei mir, dass ich immer noch das Gefühl habe, mein wahres Ich verstecken zu müssen und deshalb mich ständig zurück halte und andere mich bestimmt für total langweillig halten müssen.. Oder ich mich durch diese Hemmung einfach nur doof verhalte... keine vernünftigen Sätze herausbekomme oder anders reagiere, als ich mir vorgenommen habe (also wenn mich jemand um ein Treffen fragt, dann ist meine erste spontante Reaktion, dass abzulehnen, weil Treffen für mich Stress bedeutet... aber nicht, weil ich denjenigen nicht sehen möchte oder mich das Treffen an sich nicht interessiert)


    Weiterin habe ich auch Probleme damit, Beziehungen zu pflegen:
    Erstmal generell meine Antriebslosigkeit, Probleme die Wohnung zu verlassen (geht zwar, ich würde kein Termine ausfallen lassne, aber jedes Treffen löst deswegen erstmal Unlust aus, auch wenn es Sachen sind die mir zu 100% Spaß machen) oder auch einfach bei Leuten anrufen (wenn sie mich anrufen ist das kein Problem, da kann ich dann wie ein Wasserfall reden).

    Aber dann kommt hinzu, dass ich nicht weiß, was ich erzählen soll. Denn ich habe kaum was positives zu berichten - ewig studiert, nichts nebenbei gemacht - keine Hobbies, keine Beziehungen, kein Nebenjob, keine Reisen usw., wovon ich 'gut' erzählen könnte. Und nun arbeitslos.. das ist auch keine Neuerung, die man groß erzählen möchte..

    Natürlich habe ich schon was (positives/produktives) in dieser Zeit gemacht - mich aktiv mit meinen Problemen auseinander gesetzt. Aber weil ich von diesen Problemen sowieso nie erzählt habe, kann ich dann auch nicht davon erzählen, dass ich da Fortschritte gemacht habe.. Bzw. kann ich das nur einem kleinen Teilm meiner sozialen Kontakte erzählen.
    Geändert von Rina Oka (26.05.2012 um 19:22 Uhr) Grund: ein paar wirre Stellen im Text korrigiert

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