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Diskutiere im Thema Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Hallo ihr

    Ich weiß nicht, ob diese Themen hier nicht schon hundertmal durchgekaut wurden, ich hoffe nicht.

    Nun ja...wie gesagt, habe ich starke Schwierigkeiten mit Wortfindungsstörungen. Und zwar nicht nur manchmal, sondern jeden Tag in jedem 2. Satz (gut, das mag übertrieben sein). Also sehr oft halt. Und das nicht nur bei Fremdwörtern, sondern auch bei völlig normalen Wörtern.

    Auch habe ich das Problem, dass bei mir im Kopf ähnlich klingende Worte, Worte mit gleichen Anfangsbuchstaben oder Worte, die sich in ihrer Funktion ähneln irgendwie alle in einer Schublade gespeichert sind...zB meine ich den ,,Schieber" (den man vorschieben kann, wenn man die Tür offen halten will) und sage ,,Regler". Naja, meistens sage ich das dann nicht, sondern suche ewig nach dem richtigen Wort.
    Wenn ich so reden würde, wie ich es denke...puh, das wär lustig.

    Oder ich werde verarscht, weil ich den ersten Halbsatz noch nicht zu Ende geredet habe und den zweiten schon anfange und sich dann die Worte total vermischen.


    Naja, mich stört das sehr, dass ich so schlimme Wortfindungsstörungen habe, ich mache ständig Pausen im Reden und stammel vor mich hin...das fühlt sich so unendlich langsam an, weil das, was im Kopf schon zu Ende gedacht ist, noch für den anderen übersetzt werden muss. Meine Gedanken sind viel schneller als das, was ich rede. Und sie sind auch nicht in Worten gedacht, sondern in Bildern, Assoziationen.

    Ich habe schon lange nicht mehr versucht, längere ,,Vorträge" zu halten, weil ich eh nicht von vorn bis hinten durchkomme. Ich kommuniziere durch 1 bis 3 Sätze am Stück, selten länger. Ich verheddere mich immer in meinen Ausführungen. Und ich trau mich einfach nicht länger...

    So Dinge beschreiben wie physikalische Prozesse oder so kann ich auch nicht, selbst, wenn ich es verstanden hab.

    Ich ,,befehle" auch sehr oft und benenne das, was ich brauche, weil mir die Erklärung, warum ich es brauche, zu lange dauert und ich mich darin verheddere...so in der Art ,,mach dies zuerst und dann jenes und dann das da" - weil ich weiß, wie man zum Ziel kommt, aber den Weg nicht beschreiben kann. Oder ich sag einfach nur ,,gib mir mal das da", weil ich weiß, was ich damit tun will und der andere will dann ne Beschreibung wozu und wieso, aber das dauert viel länger als ,,einfach zu machen".

    Wenn mich zB einer fragt, wie ich darauf komme, dass ich ADS habe, dann wüsste ich nicht, wo ich anfangen sollte und würde dann, obwohl ich ,,in mir" 50 Gründe dafür habe, höchstens 2 davon rauskriegen...ich komm mir manchmal so hilflos vor...ich weiß etwas, aber ich bekomm es nicht auf den Bildschirm.

    Oder ich fange an, eine Sache zu erklären und merke nach 2 Sätzen, dass ich diese Sache mit einer anderen verwechselt habe und die andere Sache erkläre. Oder ich merke, dass ich eine Sache nur bis zu einer bestimmten Stelle verstanden habe und mir fehlt dann der Schluss, die Konklusio und dann hat das Erklären gar keinen Sinn mehr. Oder ich weiß, dass eine Sache auf eine andere genau passt und wenn ich dann den Mund aufmache, krieg ich nicht rübergebracht, was da passt oder es hat von vornherein nicht gepasst.

    Naja, ich bin auch sehr bekannt für meinen trockenen Humor (Ein-Wort-Kommentare oder Ein-Satz-Kommentare), aber ich würde gerne mal etwas erklären können, ohne mich zu verhaspeln. Ich komm mir dabei nämlich recht dumm vor.

    Wer mag sich mit mir über solche Mätzchen austauschen?

  2. #2
    Sunshine

    Gast

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Hallo Chamaeleon,

    also ich würde das nicht als Mätzchen bezeichnen, sondern das ist eine ernsthafte Sache, aber ich nehme an, damit fühlst Du dich besser, wenn Du es so ausdrückst. Ich habe mir jetzt deinen Beitrag mal durchgelesen und kann mir sehr gut vorstellen wie hilflos Du dir vorkommst.

    Ich weiß, dass es zu Wortfindungsstörungen kommen kann, wenn bei jemandem Areale in der Großhirnrinde geschädigt sind, die für die Sprache zuständig sind (meistens ist es die linke), aber ich weiß nicht, ob das bei dir der Fall ist. Dafür gibt es aber eine Therapien, wie Sprachtherapie oder Musiktherapie. Hast Du denn einen guten Arzt, mit dem Du das Thema mal besprechen kannst?

    Richtige Wortfindungsstörungen habe ich nicht, aber bei mir ist es manchmal so, dass ich mit meinen Gedanken schon viel weiter bin, wie mit dem sprechen, also das ich etwas erzähle, aber mitten in einem Satz, fange ich plötzlich mit was anderem an, denke also schneller als ich rede. Mir selber ist das nie aufgefallen, aber es wurde mir gesagt Wenn ich in so einem Redefluss bin, dann merke ich das selber nicht, aber Leute die mich kennen, die wissen das und sagen dann stopp.

    Wie ist es denn mit dem schreiben, also wenn Du etwas aufschreibst oder wie diesen Beitrag hier im Forum, geht das flüssig oder brauchst Du lange dafür? Ich weiß, dass ich dir jetzt nicht so wirklich helfen konnte, aber ich hoffe, das ich dich ein wenig aufmuntern konnte, dass Du hier nicht allein bist.




    Liebe Grüße
    Sunshine

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Sunshine schreibt:
    Ich weiß, dass es zu Wortfindungsstörungen kommen kann, wenn bei jemandem Areale in der Großhirnrinde geschädigt sind, die für die Sprache zuständig sind (meistens ist es die linke), aber ich weiß nicht, ob das bei dir der Fall ist. Dafür gibt es aber eine Therapien, wie Sprachtherapie oder Musiktherapie. Hast Du denn einen guten Arzt, mit dem Du das Thema mal besprechen kannst?
    Also, wenn schon, dann ist bei mir nicht nur die Großhirnrinde gestört.
    Ich kann im Grunde genommen auch sehr gut mit Sprache umgehen (schreibe Gedichte und Geschichten seit der 1. Klasse), zumindest schriftlich, aber mündlich ist da irgendwas...verhakt, blockiert. Als gäbe es Schwierigkeiten in der Übersetzung zwischen Denken und Sprechen. Vielleicht hab ich das in meinem vorherigen Beitrag zu heftig formuliert, dass es zu der Annahme kam, ich habe eine geschädigte Großhirnrinde.

    Richtige Wortfindungsstörungen habe ich nicht, aber bei mir ist es manchmal so, dass ich mit meinen Gedanken schon viel weiter bin, wie mit dem sprechen, also das ich etwas erzähle, aber mitten in einem Satz, fange ich plötzlich mit was anderem an, denke also schneller als ich rede.
    Ich weiß nicht, ab wann man ,,richtige" Wortfindungsstörungen hat, wahrscheinlich hab ich auch keine ,,pathologischen", aber sie fallen mir selbst so sehr auf, dass ich sie als störend empfinde. Das, was du beschreibst, kenne ich auch (ich glaube, wir meinten das gleiche, hatte es mit ,,Halbsätzen" beschrieben). Vielleicht schau ich mal nach, was man denn unter richtigen Wortfindungsstörungen meint.

    Wie ist es denn mit dem schreiben, also wenn Du etwas aufschreibst oder wie diesen Beitrag hier im Forum, geht das flüssig oder brauchst Du lange dafür?
    Hm, ich kann mich wie gesagt schriftlich sehr viel besser als mündlich verständigen, ich kann aber nicht sagen, ob ich an Beiträgen besonders lange sitze...es fällt mir auf jeden Fall leichter, den roten Faden zu behalten und die Zeit, die ich zum Ausformulieren habe (die ich bei mündlichen Konversationen oft nicht habe) macht es mir sehr viel leichter, mich so auszudrücken, dass man mich versteht.

    Danke für deine Antwort

  4. #4
    Sunshine

    Gast

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Hallo Chamaeleon,

    Du ich glaube, wir meinten wirklich das gleiche Weil das kommt mir doch sehr bekannt vor mit dem sprechen, dass ich mich dann mitten in einem Satz verliere und plötzlich einen Gedankensprung gemacht habe und was anderes erzähle, was zwar schon zum Thema gehört, aber weiter gedacht war, als mir mein Gegenüber folgen konnte

    Jetzt hat mich das auch mal interessiert wie das Wort "Wortfindungsstörung" definiert wird, kann ja sein, dass ich da was falsches in meinem Kopf abgespeichert habe..was ich meinte nennt man Aphasie, da ist nämlich das Hauptsymptom Wortfindungsstörungen, aber das trifft ja auf dich nicht zu. So, jetzt haben wir das Missverständnis beseitigt.


    Liebe Grüße
    Sunshine

  5. #5
    Immer eingeloggt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 464

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Hallo,
    so einiges kenne ich auch von mir:

    Chamaeleon schreibt:
    Auch habe ich das Problem, dass bei mir im Kopf ähnlich klingende Worte, Worte mit gleichen Anfangsbuchstaben oder Worte, die sich in ihrer Funktion ähneln irgendwie alle in einer Schublade gespeichert sind...zB meine ich den ,,Schieber" (den man vorschieben kann, wenn man die Tür offen halten will) und sage ,,Regler".
    Da habe ich mir bei mir auch schon gedacht, dass ich irgendwie ähnliche Wörter/Begriffe zu nahe nebeneinander abgespeichert habe und in der Schnelle gerne mal daneben greife.

    Ich habe schon lange nicht mehr versucht, längere ,,Vorträge" zu halten, weil ich eh nicht von vorn bis hinten durchkomme. Ich kommuniziere durch 1 bis 3 Sätze am Stück, selten länger. Ich verheddere mich immer in meinen Ausführungen. Und ich trau mich einfach nicht länger...
    Mit dem Verheddern, dass kenne ich auch irgendwie. Mir ist schon oft passiert (bei dem telefonieren mit einer Bekannten) dass ich einen Satz nicht mehr richtig zu beenden wusste, weil da für mich irgendwelche Füllwörter reingehörten, die einen Satz zu einem verständlichen, wohlgeformten deutschen Satz erst machen würden oder so.

    Beispiele kann ich ja mal bringen, wenn es mir mal wieder passiert. Momentan habe ich nur ein Beipiel parat, welches mir irgendwie peinlich war obwohl es natürlich gar nicht so schlimm ist. Wortfindungstörungen habe ich auch schon als Wortneuschöpfungen erfahren:
    Existenzpanik. Ich wollte erzählen, dass jemand versuchte mir eine Existenzangst einzureden und mich damit in Panik versetzen wollte/versetzte. Zusammengefasst, auf die Schnelle, kam dabei halt das Wort 'Existenzpanik' heraus. Was darum noch als Satz vorhanden war, weiss ich jetzt allerdings nicht mehr, so klar und ausführlich wie der von mir im nachhinein rekonstruierte Ursprungssatz, war es auf jeden Fall nicht.

    Ich nenne es auch Wortfindungsstörungen und denke nicht, dass es behandlungswürdig wäre. Es kommt meiner Meinung nach aus dem zu schnellen Findenwollen eines Wortes oder im zweiten Beispiel, aus dem zu schnellen Darstellenwollen eines Sachverhaltes zustande.

    Gruß
    Smaragdina

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Das kenne ich auch zu gut. Ich fange einen Satz an und mitten drin hänge ich...mein Mann kennt das schon.

    Entweder fällt mir das Wort nicht ein oder ich habe irgendeinen Reiz von außen aufgefangen, der mich ablenkt und ich nicht mehr die Kurve bekomme
    oder ich bin im Kopf schon wieder weiter als mein Mund hinterher kommt.

    Ich erwische mich auch manchmal beim Schreiben dabei, das ich ein anderes Wort aufschreibe als ich denke, dass kann man aber dann nachlesen, beim Reden halt nicht. Ist echt peinlich, wenn man die Leute nicht so gut kennt und man dann so einen halben Satz reinschmeisst. Versuche schon, mir meinen Satz im Kopf zurecht zulegen, aber das gelingt auch nicht immer.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 628

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    dito. kann ich auch alles nur bestätigen........bei mir ist auch so......meine kids sind da noch besser drinn.........ich muß immerlachen, wenn sie aufsätze in der schule schreiben......der lehrer versteht sie nicht...ich schon....weil ich ja weiß wie sie denken und schreiben........da kommen die lustigensten sachen raus............und man bringt immer menschen dadurch zum lachen.......

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Hallo Chamaeleon,

    was Du da beschreibst trifft zum größten Teil auch auf mich zu.
    Das dauert immer so lange, bis ich alle "Schubladen" in meinem Kopf durchwühlt habe, um das richtige Wort zu finden.
    Mir ist es sogar schon passiert, dass ich nur das englische, nicht aber das deutsche Wort für irgendetwas gefunden habe.

    Unter Familie und Freunden rede ich meistens so, wie es mir gerade in den Sinn kommt, was zu sehr lustigen Sätzen (z.B.: 'Die Butter müssen geschmelzen werden...')
    und Wortkreationen (es gibt so viele Beispiele, aber jetzt fällt mir kein einziges ein) führt.
    Das Problem im privaten Bereich mit Humor zu nehmen hilft mir, ein wenig besser damit klar zu kommen, denn dann bin ich wenigstens dort nicht so angespannt.
    Die sagen dann: "Schmeiß mir die Worte einfach hin, ich sortiere mir das schon."

    Anders sieht es mit meinem Humor in der Schule aus. Zurzeit lerne ich dafür, meinen Berufsabschluss nachzuholen. Wenn ich dann plötzlich etwas gefragt werde, muss ich leider oft sagen:
    "Kann ich nicht erklären..." oder von mir kommt erstmal "Ääääähhhhmmmmm...... ." und dann fragt der Dozent schon jemand anders.
    Das ist dann extrem ärgerlich, weil ich die Antworten meistens weiß, sie nur nicht so schnell in meinem wirren Kopf finde.
    Und je mehr ich mich gehetzt, bzw. unter Druck gesetzt fühle, desto länger brauche ich für die Wortfindung.

    Das macht mich nicht nur traurig und wütend, sondern teilweise sogar depressiv, weil es einfach sehr, sehr häufig passiert
    und mir den Alltag sehr schwer und anstrengend macht.


    Beim Arzt ist das auch total schlimm. Ich möchte so gut wie es geht beschreiben, was ich habe und lege mir das vorher im Kopf zurecht.
    Da Ärzte meist wenig Zeit haben, fühle ich mich aber von vornherein gehetzt und vergesse die Hälfte. Das nervt total, weil ich immer
    befürchte, dass dieses Vergessen auch mal zu einer Fehldiagnose führen könnte.

    Mehr fällt mir im Moment nicht ein...

  9. #9
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    Träumerle schreibt:
    Mir ist es sogar schon passiert, dass ich nur das englische, nicht aber das deutsche Wort für irgendetwas gefunden habe.
    Hihi...kenn ich. Manchmal sag ich das dann auch. Zumindest bei Freunden.

    Unter Familie und Freunden rede ich meistens so, wie es mir gerade in den Sinn kommt, was zu sehr lustigen Sätzen (z.B.: 'Die Butter müssen geschmelzen werden...')
    und Wortkreationen (es gibt so viele Beispiele, aber jetzt fällt mir kein einziges ein) führt.
    Das Problem im privaten Bereich mit Humor zu nehmen hilft mir, ein wenig besser damit klar zu kommen, denn dann bin ich wenigstens dort nicht so angespannt.
    Die sagen dann: "Schmeiß mir die Worte einfach hin, ich sortiere mir das schon."
    Hm. Auf der einen Seite versuche ich auch bei Freunden und Familie noch, das richtige Wort, den richtigen Satz zu finden, auf der anderen Seite übertreibe ich es ins Komische, wenn ich merke, ich hab mal wieder Blödsinn geredet. Das hilft auch ganz gut...ich hab das bei Schauspielschülern beobachtet: Wenn die sich verhaspelt haben, haben die das mit Grimassen und Wiederholungen des Verhaspelten ins Komische gezogen.

    Oder nehmen wir Helge Schneider...der macht auch sowas. Wenn der Blödsinn redet, dann mit Überzeugung und extra Betonung auf dem, was gerade überhaupt nicht passt. Er lässt auch einfach die Worte raus, die gerade ins Gehirn kommen.

    Anders sieht es mit meinem Humor in der Schule aus. Zurzeit lerne ich dafür, meinen Berufsabschluss nachzuholen. Wenn ich dann plötzlich etwas gefragt werde, muss ich leider oft sagen:
    "Kann ich nicht erklären..." oder von mir kommt erstmal "Ääääähhhhmmmmm...... ." und dann fragt der Dozent schon jemand anders.
    Das ist dann extrem ärgerlich, weil ich die Antworten meistens weiß, sie nur nicht so schnell in meinem wirren Kopf finde.
    Und je mehr ich mich gehetzt, bzw. unter Druck gesetzt fühle, desto länger brauche ich für die Wortfindung.
    Ich erinner mich an meine Schulzeit und erkenne mich so sehr wieder in dem, was du schreibst...unter Stress funktioniert bei mir mit der Wortfindung nichts. Ich hatte auch schon Black Outs, zB bei meiner mündlichen Abiprüfung (4 Punkte = 4-) und auch später im Studium. Das ist ein sehr seltsames Gefühl. Da ist dann einfach alles weg und der Mensch gegenüber stellt Fragen in einer anderen Sprache, ich hab dann nicht mal mehr verstanden, was der gerade gefragt hat, obwohl ich es gehört hatte und auch akustisch verstanden. Furchtbar, sowas. Inzwischen kann ich mit solchen Situationen besser umgehen, hab mir mentale Tricks zugelegt. Ist auch gut so, denn bald habe ich mündliche Diplomprüfung...bibber.

    Ich erinner mich auch daran, dass es teilweise sehr lange gedauert hat, bis ich mich gemeldet hab, weil ich mir das im Kopf erst sortieren musste...und wenn der Lehrer dann zu lange gewartet hat mit drannehmen, war die sortierte Antwort wieder weg und ich musste irres Zeug daherbrabbeln. Eine Bewertung über meine mündliche Beteiligung hab ich mal in Deutsch bekommen...die so ähnlich lautete: Inhaltlich meist super, aber manchmal etwas ,,verquast" (an schlechten Tagen).

    Das macht mich nicht nur traurig und wütend, sondern teilweise sogar depressiv, weil es einfach sehr, sehr häufig passiert
    und mir den Alltag sehr schwer und anstrengend macht.
    Ja...mich auch...
    Aber ich mag es, wenn ich es ,,zelebrieren" darf - zB in einer freundschaftlichen Runde, wo es alle lustig finden. Irgendwann kam mal auf, ich hätte gesagt: Fehler im Gehirn. Und ab da wurde das immer dann gebraucht, wenn jemand sich vertan hatte...oh, tschuldigung, hatte nen Fehler im Gehirn. Also, hat auch was positives: Wenn jemand für Insider verantwortlich war, dann ich.

    Beim Arzt ist das auch total schlimm. Ich möchte so gut wie es geht beschreiben, was ich habe und lege mir das vorher im Kopf zurecht.
    Da Ärzte meist wenig Zeit haben, fühle ich mich aber von vornherein gehetzt und vergesse die Hälfte. Das nervt total, weil ich immer
    befürchte, dass dieses Vergessen auch mal zu einer Fehldiagnose führen könnte.
    Ich hatte das auch, aber inzwischen schreib ich mir meine Symptome und anderes Wichtiges auf. Ich fing das an, als ich Pfeiffersches Drüsenfieber hatte und noch weniger klar im Kopf war als sowieso und dann beim Arzt saß und nichts herausbekam...beim nächsten Arzt (keiner wusste, was ich habe, diese...*grummel*) brachte ich dann alles auf dem Zettel mit und der bestätigte mir dann auch, dass es Pfeiffersches war. Also, schreib es das nächste mal einfach auf, auch, wenn es seltsam rüberkommt. Mein Arzt damals hatte vollstes Verständnis dafür, man ist ja manchmal geistig auch nicht auf der Höhe, wenn man krank ist.
    Du musst dich ja nicht lang und breit erklären, sondern nur so etwas sagen wie...ich hab mir das aufgeschrieben, sonst komm ich immer durcheinander...oder so etwas in der Art.

    lg
    Geändert von Chamaeleon (10.03.2011 um 13:37 Uhr)

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 70

    AW: Wortfindungsstörungen und andere Mätzchen

    ach, wie gut sich das anhört - sorry - dass Ihr das Problem auch habt... Ich denke da schon ab und zu mal an die Krankheit mit A - Ihr wisst, da wo man alles vergisst...

    Was mir dabei schon mal helfen kann - ich geb das gleich zu, nach Möglichkeit, bevor ich ins Stottern oder ins Schwitzen komme...

    ich sag dann z. B. nu hab ich den Faden verloren - wo war ich gleich nochmal? Das gibt mir zum Einen Zeit, mich zu sortieren, und zum Andern kann mir mein Gesprächspartner weiterhelfen...

    Oder ich sag: ach, ich hab gerade wieder Wortfindungsschwierigkeiten... . Und dann erklär ich, wohin ich will.

    Wie gesagt, das bringt einem vor allem mal aus der "ichmussjetztgleichundsofo rt" - Situation. Das hilft nach meinen Erfahrungen oft weiter. Das ist ein "sich selbst zurücknehmen" und "von vorne anfangen" - und die Gesprächspartner wissen, was lost ist.... Hab eigentlich noch selten erlebt, dass da jemand kein Verständnis hatte. Und wenn dann doch einer einfach weiterredet und ungeduldig ist, wissen zumindest die anderen, dass der ziemlich unhöflich ist... Und man selbst kommt nicht so ins Schwitzen!

    Probiers doch mal aus... Mir hats unendlich Erleichterung gebracht, seit ich ganz bewusst so auf meine "HIrnumwege" reagiere. Das kleine blackout verschwindet dann ganz oft ganz schnell wieder...
    Geändert von ChaosQueenie (10.03.2011 um 14:04 Uhr)

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