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Diskutiere im Thema Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 72
    Forum-Beiträge: 9

    Frage Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    Hallo,

    mein ADS verschlimmert sich kontinuierlich - zumindest im Bereich Aufmerksamkeit und Impulssteuerung. Das sieht so aus, dass ich seit ungefähr 15 Jahren (seit 6 bin ich diagnostiziert) immer häufiger einen Gedanken oder eine Handlungsabsicht aus dem Kopf verlor, wenn eine wie auch immer geartete Störung / Ablenkung auf mich einwirkte.

    Was früher nur manchmal, dann häufiger und schließlich sehr häufig war, ist inzwischen mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen die Regel: Die kleinste Ablenkung (das kann das Klingeln des Telefons in der NACHBARWOHNUNG sein) reicht aus, um nicht mehr zu wissen, was ich grade dachte, gesagt habe oder tun wollte. Und in 9 von 10 Fällen ist es unwiederbringlich verloren.

    Natürlich stoße ich auf die ein oder andere Absicht oder den ein oder anderen Gedanken in anderem Zusammenhang wieder, und wenn ich Glück habe, ohne abgelenkt zu werden. Aber es bleibt dem Zufall überlassen, ob das passiert.

    Das zeigt sich auch bei Träumen. Konnte ich früher jeden noch so banalen Traum morgens einigermaßen erinnern, so muss er jetzt schon was ganz Besonderes sein, damit ich ihn überhaupt (sehr bruchstückhaft) in den Wachzustand hinüber retten kann.

    Und ich muss ihn SOFORT auf ein eigens dafür neben dem Bett liegendes Diktaphon sprechen, sonst ist er wieder weg. Das erst nach dem allmorgendlichen Gang auf die Toilette zu tun, wäre fatal: Es wäre nichts zu Erinnerndes mehr vorhanden.

    Der deutsche Titel "Zwanghaft zerstreut" des wundervollen Buches "Driven to Distraction" von Hallowell und Ratey (m.E. Pflichtlektüre für jeden ADSler!) ist auf jeden Fall griffiger, als es eine wörtliche Übersetzung des amerikanischen Titels gewesen wäre.

    Aber ich finde, dass die deutschen Wörter "zwanghaft" und "zerstreut" dieses Gefühl des "In die Ablenkung GETRIEBEN Seins" nicht wiedergeben, von ihrem negativen Beigeschmack im deutschen Sprachgebrauch ganz abgesehen.

    Denn genau so erlebe ich meinen Alltag, als ein unwiderstehlich Getriebensein in die Ablenkung. Ich kann nichts (mehr) dagegen tun.

    Selbstverständlich hatte ich auch sehr früh Angst vor Demenz und ließ mich in regelmäßigen Abständen untersuchen. "Natürlich" gab es nie einen morphologischen Befund im MRT, "nur" die Aufmerksamkeit war bei jeder neuerlichen neuropsychologischen Testung immer weniger geworden. Wen wundert's...

    Die gleiche Verschlechterung erlebe ich bei der Impulssteuerung. Ich war als Kind jähzornig, habe diesen Jähzorn aber im Laufe meines Lebens gut zu beherrschen gelernt. Seit drei Jahren fühle ich mich jedoch wieder dreijährig auf diesem Gebiet.

    Das ist sehr beängstigend, weil mein Jähzorn auch vor teuren Gerätschaften (Notebook) nicht halt macht. So hat ein Faustschlag auf die Tastatur nicht nur diese sehr beschädigt, auch der Inhalt der darunter liegenden Festplatte war verloren - es sei denn, ich wäre 1.500,- € (!!) für die Datenwiederherstellung auszugeben bereit gewesen.

    Das war der bisher teuerste "Anfall", Kleineres, glücklicherweise mit geringem finanziellen Aufwand Ersetzbares, fällt meiner Raserei mindestens einmal pro Woche zum Opfer.

    Was ich dabei so schlimm finde: Ich kann mich nicht bremsen, bevor das Ding, das meinen (Jäh)Zorn provoziert hat, nicht kaputt ist. Erst dann geht's mir wieder "gut". Stimmt natürlich nicht - mir geht's danach beschissen!

    MPheni hilft, die Jähzorns-Attacken zu mäßigen resp. zu vermeiden. Was die Ablenkbarkeit anbelangt, hilft es nicht bis wenig.

    Aber leider vertrage ich es immer schlechter, Schlaf- und Miktionsstörungen machen mir bei hoher Dosierung, die inzwischen notwendig ist / wäre, schwer zu schaffen.

    Wer von Euch kennt das in dieser krassen Form? Es wäre schon schön, eine(n) LeidensgenossIn zu finden, damit ich mich nicht mehr so alleine damit fühlen muss... Beim Suchen innerhalb des Forums habe ich niemanden gefunden.

    In gemäßigter Form (Jähzorn) bzw. oft, aber eben nicht immer (Ablenkungsanfälligkeit) kennt das sicher jede(r) von Euch. Aber so heftig?

    Sollte eine(r) Tipps haben, wie man das "handlen" kann, ohne ab und zu in völlige Verzweiflung zu verfallen, würde ich mich freuen.

    Danke im Voraus

    WW

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    hallo ... hier adsstranger ... jeder kennt das mal...hin und wieder man vergisst was ... man regt sich auf...schlimm nur wenn es zerstörerische ausmaße an nimmt in welcher form auch immer...zerstörung ...selbstzerstörung...oder... arpatie. bei mir ist das problem ein problemchen geworden aber noch vorhanden...glaube vieles ist einstellungs sache ...auf bald adstranger

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    mein ADS verschlimmert sich kontinuierlich - zumindest im Bereich Aufmerksamkeit und Impulssteuerung. Das sieht so aus, dass ich seit ungefähr 15 Jahren (seit 6 bin ich diagnostiziert) immer häufiger einen Gedanken oder eine Handlungsabsicht aus dem Kopf verlor, wenn eine wie auch immer geartete Störung / Ablenkung auf mich einwirkte.

    Was früher nur manchmal, dann häufiger und schließlich sehr häufig war, ist inzwischen mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen die Regel: Die kleinste Ablenkung (das kann das Klingeln des Telefons in der NACHBARWOHNUNG sein) reicht aus, um nicht mehr zu wissen, was ich grade dachte, gesagt habe oder tun wollte. Und in 9 von 10 Fällen ist es unwiederbringlich verloren.

    Natürlich stoße ich auf die ein oder andere Absicht oder den ein oder anderen Gedanken in anderem Zusammenhang wieder, und wenn ich Glück habe, ohne abgelenkt zu werden. Aber es bleibt dem Zufall überlassen, ob das passiert.

    Hallo,
    ich gehöre auch zu den Menschen, die mit dieser Problematik zu kämpfen haben und das obwohl ich nicht mal die Hälfte deines Lebensalter erreicht habe. Welche Folgen das hat, lässt sich leicht ausmalen. Angefangen in der Schule wo man sich an der aktiven Teilnahme am Unterricht fernhält, weil es zu peinlichen Situation führt, wenn man sich meldet und nicht mehr weiß, was man sagen wollte bis hin zu alltäglichen Gesprächen mit mehreren Personen, wo die Reizfilterschwäche einen zu einer passiv wirkenden Person verstummen lässt. Seit fast zwei Jahren versuche ich mir Hilfe bei Ärzten einzuholen- ohne Erfolg.
    Ich fühle mich wie jemand mit einem amputierten Bein, dem keine Krücken oder ein Rollstuhl angeboten wird. Bestenfalls bekomm ich den Arm vergibst...

    Was sagt denn der ADS-Spezialist zu dem du gehst? Medikation hat keine Verbesserung gebracht?

    Gruß
    vakuum

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    Hi,

    auch ich kenne die getrieben, zerstreut sein, hatte aber bislang noch nichts mit Jähzorn zu tun.
    Was mich belastet ist die Tatsache, dass man immer wieder in das gleiche Fettnäpfchen auf die gleiche Art reintapt.
    Für mich ist dies unerträglich und so langsam weiß auch nicht wie lange ich das meiner Bezieheung zu meiner Frau anlasten kann.
    Das Gefühl ständig etwas falsch zu machen, etwas zu vergessen und dabei den Menschen zu verletzten den man über alles liebt, verstärkt dieses getrieben sein.
    Ich fühle mich oft wie wie ein Fisch im Aquarium, der immer wieder gegen die Scheibe schwimmt, weil er seine eigenen Grenzen nicht rechtzeitig erkennt. Meine derzeitige Situation zerreißt ich innerlich dermassen, dass ich kaum schlafen können werde, wie bislang auch nicht konnte. Ich kann meinem Schatz in so vielen Dingen mittels der Spontanität, der Fähigkeit querzudenken helfen, aber ich weiß ebenso, dass sie meine Zerstreutheit, der daraus resutierenden Unzuverläßigkeit so sehr weh tue, dass ich es sicherlich verstehen würde, wenn sie den Weg nicht mehr mit mir weitergeht, egal wie groß die Liebe ist.
    Es wird dann sicherlich den Punkt geben, an dem sie auch nur an sich selbst denken muß. Abstrakt betrachtet würde ich das verstehen, das es mein Herz zerreissen würde ist aber genauso klar.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    Hallo,
    hier bin ich wohl richtig!!
    auch bei mir reicht die wirklich kleinste Ablenkung um nicht mehr zu wissen was ich gerade dachte oder machen wollte. Seit meine Fibromyalgie so richtig durchgebrochen ist(2009) hat sich das total gesteigert. Meine Diagnose ADS hab ich erst vor ein paar Wochen erhalten. Bin gespannt was die Medis bringen die ich demnächst bekommen soll/darf.
    Bin schon in der Grundschule ohne Tasche angekommen, so ganz neu ist das also nicht

  6. #6
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    Hallo Jungs ,

    ich habe im Laufe der Jahre festgestellt, dass Veränderungen (besonders die unabwendbaren) bei mir zur "Verschlechterung" führen. Wenn ich mich den Lebensbedingungen ausgeliefert fühle, dann gerate ich in eine Art inneren Stress (hausgemacht??) und bin schnell verwirrt... vergesslich, fahrig, hypernervös etc.
    Die Veränderung muss nicht zwangsläufig mit mehr Aufgaben oder mehr Arbeit zutun haben... im Gegenteil. Es reicht einfach nur, dass es plötzlich ganz anders ist, als zuvor.

    Auch ich leide unter hochgradiger Aggression. Ich habe das Gefühl, dass sie eine Folge von dem gefühlten Kontrollverlust/Ausgeliefert-sein ist.
    Man wehrt sich damit so zu sagen wenigstens gegen den Kleinsch..ß, der einem auch noch den Hals an schwellen lässt.

    wollowosch, gab es bei dir so eine Veränderung (zB. der Wechsel in den Ruhestand oä.)?

    Also ich sehe das in zwischen so, wenn ich die Aggression schon raus lassen muss (weil ich nicht dagegen ankomme) dann doch bitte an leblosen Objekten. Dass das nicht optimal ist, ist ja klar... aber wie so oft, ist das, das kleinere Übel.

    L.G.
    happypill

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 72
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    happypill schreibt:
    wollowosch, gab es bei dir so eine Veränderung (zB. der Wechsel in den Ruhestand oä.)?
    Der Ruhestand war die Folge dieser Störungen, nicht der Auslöser. Ich hatte das ungeheure Glück, einen Chef zu haben, der mich über das 65. Lebensjahr hinaus weiterbeschäftigt hätte. Aber ich sah mich meinem durchaus anstrengenden und anspruchsvollen Job wegen der beschriebenen Gedächtnislücken nicht mehr gewachsen und ging, solange nur ich das merkte und nicht die Kunden.

    happypill schreibt:
    Also ich sehe das in zwischen so, wenn ich die Aggression schon raus lassen muss (weil ich nicht dagegen ankomme) dann doch bitte an leblosen Objekten. Dass das nicht optimal ist, ist ja klar... aber wie so oft, ist das, das kleinere Übel.
    Woher ich eine nicht enden wollende Geduld mit meinen Mitmenschen hernehme, während ich mit "leblosen Objekten" zum "Mörder" werden kann, ist mir und allen, die mich kennen / lieben ein Rätsel...

    Servus

    WW

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 72
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    vakuum schreibt:
    Was sagt denn der ADS-Spezialist zu dem du gehst? Medikation hat keine Verbesserung gebracht?
    Meine ADS-Spezialistin sagt, dass alle Menschen im Alter mehr oder weniger heftige "ADS-Symptomatik" entwickeln. Wer schon vorm Altwerden damit geschlagen war, umso mehr.

    MPheni hat Verbesserung gebracht, vor allem bei der Impulssteuerung. Aber ich vertrag's immer schlechter.

    Mein Threat war wohl zu lang und Du hast nicht bis zu dem Absatz durchgehalten, wo ich das erwähnte?! Werde mich bessern und kürzer fassen.

    WW

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    wollowosch schreibt:
    Werde mich bessern und kürzer fassen.
    Nein, bitte mach das nicht, Wollowosch.
    Wenn ich deine Zeilen lese habe ich das Gefühl, sie werden mir vorgelesen.
    Was mir sehr gut tut.
    Leider bin ich momentan...etwas sprachlos. Die Worte kommen nicht.
    Aber eine Menge Gefühle.
    Wenn ich sie wieder gefunden habe, Kontakt zu mir habe, mehr im Fliessen bin
    (Ich gehe jetzt einfach mal naiverweise davon aus, das dieser Zustand wieder
    eintreten wird), melde ich mich. Gewiß.

    Kraftlose, aber sehr empathische Grüße nach München
    Etosha

  10. #10
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Gespenstische Vergesslichkeit und erschreckender Jähzorn

    Das mit dem Ruhestand war ja nur eine Idee, nichts weiter....

    Das die zwanghafte Zerstreutheit mit zu nehmendem Alter nicht besser wird, das befürchte ich schon lange, dh. ich habe das Gefühl, dass es jetzt schon so ist...

    Aber ich glaube nach wie vor, aggressives Verhalten kommt von einem Vorausgegangenen Gefühl von Machtlosigkeit/Wehrlosigkeit.... und wenn es nur die Machtlosigkeit im Bezug auf das Selbst/Ich ist.
    Daher denke ich, wenn man irgendwie dahin käme, das Ruder wieder in der Hand zu haben... hätte sich das Aggressionsproblem erledigt bzw. es würde wenigstens kleiner...

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