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  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Aktivität und Ruhe

    Strafe ist scheisse.

    Wenn Dich die Kasse einmal "bestraft" hat, subsumiert sie dein Gehrin unter dem Begriff "negativ".

    Du wirst dann nie wieder was in des Ding einzahlen wollen. Schon allein aus dem Grund, dass es nicht wieder weniger werden wird.

    Dein Gedankengang ist aber trotzdem ein gutes Beispiel, wie das ADS-Gehirn versucht, sich um negative Dinge herum zu strukturieren.

    Negative Dinge brennen sich im Gehrin ein, bleiben mithin haften, verschwinden nicht wieder, oder in dr Fachsprach: werden nicht vergessen.

    So weit so gut, wenn da nicht Funktion Nummer zwei wäre: Das ADS-Gehrin ist nämlich darauf programmiert, negative Dinge zu vermeiden.

    Die gleichzeitig strafende und belohnende Kasse ist also eine typische ADS-Schnapsidee.

    Und funktioniert in etwa so gut, wie gleichzeitig belohnende und strafende Eltern.

    Dieses von den Eltern verinnerlichte Strafregiment übernimmt der unbehandelte Erwachsenen-ADSler dann allerdings sein ganzes Leben lang.

    Aus dem Teufelskreis, der notwendigerweise irgendwann mal ins Irrenhaus führt, ist allerdings nur schwer auszubrechen, weil der ADSler die Erfahrung gemacht hat: Wenn überhaupt etwas funktioniert, dann nur unter Druck.

    Drohende drakonische Strafen von aussen können diesen Druck genauso gut aufbauen, wie Strafen, die man über sich selbst verhängt, indem man beispielsweise bei strahlendem Sonnenschein in der Bude bleibt, weil man unbedingt noch etwas erledigten muss, dann aber am Abend feststellt, dass es doch nicht erledigt wurde, dass man also genauso gut raus hätte gehen können.

    Dass der ADSler durch positive und zwar unmittelbar erfolgende Belohungen besser funktioniert, ist zunächst schwer einzusehen, wenn man das ganze Leben nur funktioniert hat, indem man unter Strafandrohung in fremden, aufgezwungenen Strukturen gelebt und gearbeitet hat.

    Das Freiheit gut ist, klingt für den ADSler unlogisch, weil er Freiheit mit "Unstrukturiertheit" assoziiert. Und was unstruktriert ist, ist nicht gut, sondern erzeugt Angst, nicht ein bisschen Angst, sondern Todesangst, Existenzangst.

    Bis man das ADS-Subjekt vom Kopf auf die Füsse gestellt hat dauert es eine Weile.

    Weil die falschen Lernerfahrungen auf genau die gleiche Weise rückwärts gehend wieder "verlernt" werden müssen.

    Wenn man mehr und mehr man selber wird, klappt des immer besser.

    Einfach ist es nicht, weil man immer wieder in die ADS-Falle tappt, in eine Lerngestörten-Falle also.

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 1.031

    AW: Aktivität und Ruhe

    *schmeiß mich weg vor lachen* Das war ein gelungener Beitrag von Dir, EIS! Ich musste allerdings über meine ADHS- Typik lachen.... oh mein Gott.... Außerdem gefällt mir Deine Art Dich auszudrücken. Du schreibst etwas anspruchsvoll, aber dennoch lässt sich Dein text gut lesen. Ist jedenfalls mal sehr gut und informativ, dafür DANKE!
    Und gleichzeitig muss ich Dir Recht geben, was die Bestrafungen und das ADS Gehirn angeht. DAS IST WIRKLICH SO, und darum musste ich auch grad so herzlich lachen... ja, Du hast mich ertappt!

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