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Diskutiere im Thema Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 252

    Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Hallo,

    als ich letztens bei meinem Arzt war fragte er mich was ich denn in meiner Freizeit mit meinen Freunden so unternehme.
    Freizeit hab ich, aber Freunde??? Hab ich nicht! Hatte ich eigentlich auch nie!
    Auf dem Weg nach Hause habe ich dann angefangen drüber nachzudenken und mir ging es richtig schlecht. Und je mehr ich darüber nachdenke muss ich feststellen, dass ich garnicht weiß was Freundschaft ist oder wie man Freunde bekommt.
    Kann man das lernen?
    Vielleicht hat ja jemand einen Rat für mich.

    VG Jazz

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Hast du Hobbies? Besondere Interessen?
    Das wäre schon mal ein erster Schritt. Leute finden, die gleiche Interessen haben. Mit denen man sich unterhalten kann.
    Dann schauen, ob man jemanden sympatisch findet. Ob man sich noch mehr zu sagen hat. Ob man noch mehr Interessen hat.
    Haustiere sind gut, Sport natürlich, irgendwelche Spezialitäten. Sogar ein kochkurs wäre ein Anfang.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Hallo Jazz,

    Den Begriff "Freunde" zu definieren ist echt ne Herausforderung.

    Ich selbst habe/hatte zu große Ansprüche an Freundschaft. Man muss selbst aber auch eine große Menge Toleranz mitbringen, und viel Verständnis, damit eine Freundschaft nicht zerbricht.

    Ich kann nur Freunde tolerieren, die Eigenschaften haben, die ich toll finde und selbst verstehen kann, brauche also ähnliche Interessen und Lebensansichten, die ich mit dieser Person teile.
    Die Person darf ruhig vergesslich oder chaotisch sein, nur gibt es Sachen, die kann ich nicht akzeptieren. Die da wären: Raffgier, absoluter Egoismus, der über ein gesundes Maß weit hinausgeht und Oberflächlichkeit. Mit diesen Menschen werde ich niemals warm.

    Wenn sich dann meine Freundin mal nicht meldet, dann akzeptier ich das. Ausserdem denk ich mir halt, dass sie vielleicht eingeschlafen ist, oder was anderes zu tun hat, wenn ich sie mal nicht erreich. Ich bin nicht mehr sauer. Blöd wäre halt, ich brauch sie extrem dringend, weil sie mir angeboten hat, in die Klinik zu fahren oder sowas...dann wär auch ich für ein paar Minuten sauer auf sie.

    Ich muss mir aber bei all meinen Leuten immer vor Augen halten, dass ich teilweise bestimmt auch nicht immer leicht war, und vor allem manchmal auch unzuverlässig. Wenn ich also mal wieder jemandem was nachtrag, muss ich dran denken, dass ich selbst auch nicht perfekt bin.

    Als Kinder sind noch sehr viele Menschen offen und unverdorben. Die kennen weder Raffgier, noch Egoismus, noch die extreme Oberflächlichkeit. Sie sind sie selber und immer hunderprozentig dabei. Ich hab als Kind viele Freunde gehabt, allerdings immer nur ein paar wenige, so zwei oder drei. Es ist als Kind wesentlich einfacher, Freundschaften zu schließen. Als ADS-Mensch bleibst Du ja zu einem großen Teil ein Kind. Das ist ein Problem. Du bist so angreifbar, weil so naiv. Ich musste meine Konsequenzen aus dieser Naivität ziehen, und meide in Zukunft einige Menschen aus meinem Umfeld. Ich traue meinem Gefühl und der Intuition. Die hast Du sicher selbst. Diese Intuition sagt Dir, ob Dein Gegenüber jetzt ein Freund sein könnte. Komischerweise geht das schon beim ersten Kontakt.

    Falls Dich irgendwas warnt: Lass die Finger davon, ich hab die Erfahrung im Erwachsenenleben schon ungefähr 20 Mal gemacht.

    Die Gedanken um Freundschaft mache ich mir schon sehr lang. Eigentlich seit dem Kindergartenalter. Die Frage, was Freundschaft ist, lässt sich wahrscheinlich nur individuell klären. Es müssen sich halt einfach die richtigen Leute finden. Für uns ADS`ler ist das manchmal vielleicht besonders schwierig.

    Echte Freunde, hab ich schon immer aus ganzem Herzen geliebt. Ich konnte die Einstellung vieler anderer Leute nie verstehen, die so viele Bekannte haben können, ich mein, das könnte ich nicht, soviele Freunde haben. Ich glaube nämlich nicht, dass diese Leute alle Freunde sind. Echte Freunde hast Du nicht viele. Als "Turnbeutelvergesser" tendenziell noch weniger.

    Grüßle, Lisa

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Freunde sind Menschen bei denen man das Gefühl hat dass man sich öffnen darf...
    bei denen man sich wohl fühlt und umgekehrt.
    Selbstlosigkeit. Dem Anderen gut tun. Und glz sich selbst.
    Gemeinsam lachen. Gemeinsam weinen.
    Auf der selben Schiene fahren. ;-)

    Ich selbst lasse nur sehr wenige Menschen an mich heran, ich habe selbst nur 2 Freunde.
    Wobei: Für mich nicht nur, weil es tiefe Freundschaft ist mit allem Pi Pa Po.
    Sozusagen auch lebensrettende Sofortmassnahmen in jeder Not.
    Quid pro quo...

    Einfach so.

    So ist das bei mir.

    Leider, muss ich sagen, "wehre" ich auch viele Menschen ab.
    Mir sind eben lieber, wenige tiefe Freundschaften als viele oberflächliche.
    Mein allerbester Freund ist ein Goldstück.
    Und meine allerbeste Freundin ebenso.
    Wobei es aufgrund der geschlechtlichen Situation jeweils eine andere Qualität der rein platonischen Freundschaft ist.


    Ich kann dir nur raten, es zu versuchen. Manchmal wird man enttäuscht, aber wenn es klappt, ist echte Freundschaft etwas ganz tolles!

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Hallo Jazz,
    während ich noch schrieb, sind inzwischen schon drei weitere Beiträge geschrieben worden. Ich lese die erst später, sonst bin ich wieder zu langsam.
    Es ist sehr schwer, eine Freundschaft zu erklären.
    Für mich ist zunächst eine Grundvoraussetzung für eine Freundschaft, dass die gleiche Wellenlänge vorhanden ist und dass man Vertrauen zueinander hat.

    In meinem Fall kommen dafür wohl nur Menschen infrage, die auch ein AD(H)S haben.

    Ich möchte von einer Freundin oder einem Freund verstanden werden und sie oder ihn auch verstehen.
    Man braucht außerdem viel Zeit füreinander, damit sich ein Vertrauen überhaupt erst einmal aufbauen kann und dass man dann im Notfall auch für andere da ist.

    Als ich noch sehr jung war, hatte ich viele oberflächliche Freundschaften, also eigentlich eher Bekannte als Freunde.
    Durch eine schwere Krankheit habe ich dann erst gemerkt, dass diese Bekannten nur an der lustigen Seite von mir interessiert waren. Damals habe ich begriffen, dass es besser ist, nur eine ehrliche Freundschaft zu haben, als viele oberflächliche Bekannte.
    Mit diesem hohen Anspruch ist es aber schwer, den richtigen Menschen zu finden.

    Ich hatte sehr großes Glück und fand vor 36 Jahren meine Freundin während des Studiums.
    Wir stellten in einer Arbeitsgruppe sofort fest, dass wir seelenverwandt waren und haben uns in all den Jahren nie richtig gestritten, weil wir immer sehr viel Rücksicht auf einander genommen haben.
    Toleranz und Verständnis sind extrem wichtig. Daher kritisieren wir uns nur liebevoll und loben uns sehr viel. Am schönsten ist, dass wir sehr viel miteinander lachen und uns immer gegenseitig helfen.
    Trotzdem haben wir seit Jahren nach weiteren Freund(innen) gesucht. Das wäre eine große Bereicherung. Eifersucht unter Freundinnen kennen wir nicht. Gerade wenn man älter wird, wäre es schön, wenn man doch noch ein oder zwei weitere Freundinnen hätte.
    Leider sind wir immer wieder enttäuscht worden, denn diejenigen, mit denen wir anfänglich gerne befreundet waren, benahmen sich leider oft egoistisch und waren nicht zum gegenseitigen Nehmen und Geben in der Lage.
    Jetzt sind wir immer noch am Suchen und haben auch noch nicht herausgefunden, wie man (neue) Freundschaften findet.
    Es ist uns bewusst, was für ein Glück wir hatten, und dass so eine Freundschaft keineswegs selbstverständlich ist.
    Wenn wir doch auch so ein Glück mit unseren Männern gehabt hätten. Aber das ist jetzt wohl unverschämt. Man kann nicht alles haben.
    Übrigens, mein Partner hat keine Freunde, aber dafür eine große Familie, die habe ich nicht.
    Ich denke, es ist wichtig mindestens einen Menschen, mit dem man sich versteht, zu kennen, wie der Partner, ein Familienangehöriger oder eine Freundin.
    Jetzt habe ich wieder einen Roman geschrieben und helfen konnte ich Dir mit meinem Text vielleicht auch nicht.
    Wenn ich meine Freundin nicht hätte, dann würde ich vielleicht in eine Selbsthilfegruppe oder in die Volkshochschule gehen, um auf Gleichgesinnte zu treffen. Zumindest könnte man dann vielleicht gemeinsam einem Hobby nachgehen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Hi Jazz,

    Jetzt macht dich nicht deswegen fertig.
    Vielleicht überbewertest du den Begriff Freundschaft.
    Ich sehe meine beste Freundin teilweise sehr selten, weil ich beruflich viel unterwegs bin und sie 2 kleine Kinder hat und recht weit weg von mir wohnt.
    Ausserdem bin ich am liebsten zu Hause, wenn ich dann mal frei hab und ich telefoniere auch nicht sehr gern.
    Freundschaft hat nichts mit der Häufigkeit des Kontakts zu tun, es ist einfach ein angenehmes Gefühl, wenn man sich trifft und austauscht.

    Was ich für mich festgestellt hab ist, dass mich mehr als 1 Person auf einmal sehr überfordern
    .
    Deswegen fühle ich mich in Gruppen oft unwohl - ich hab das Gefühl, dass der Lärm um mich
    herum immer lauter wird und ich klink mich irgendwann aus dem Gespräch vollig aus.
    .
    Dann kreist in meinem Kopf alles darum irgendwo einen Faden zu finden und ich frage mich, ob wohl jemand mitbekommt, dass ich nicht zuhöre und dass das unhöflich ist und bla bla.

    Dann fällt ein Stichwort zu dem mir ein passendes Thema (welches keinen Augenblick des Aufschubs duldet) ein und ich unterbreche sehr sicher jemand in seinem Redefluss, weil ich nicht mal mitbekommten hab, dass diese Person spricht.

    Wieso sind dir die Freundschaften plötzlich wichtig? Weil dein Arzt meint, du solltest welche haben, oder weil du tatsächlich das Gefühl hast jemanden zu brauchen?
    Hast du jemenden in der Familie mit dem du dich gut verstehst?

    lg bunny

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Liebe Jazz,

    ich habe viele Bekanntschaften und Freundschaften durch. Gute und schlechte.

    Mittlerweile bin ich wählerischer.

    Freunde FINDEST Du, die kann man nicht suchen.

    Für mich ist ein potentieller Freund jemand, der mich kennenlernt wie ich bin: Offen, aufgedreht, total albern, schwermütig usw.
    Wenn derjenige das alles ungebremst aushält und dann noch unüberlegte Dinge über meine Lippen schwappen und er sich weiter gerne mit mir unterhält. Dann werde ich ihn fragen, ob er sich mit mir verabredet.

    Wenn ich bei einer Person die ich kennelerne das Gefühl habe, der kommt als Freund in frage, versuche ich mich langsam immer weniger angestrengt zusammenzureißen, zu benehmen oder geflegt auszudrücken ( also mehr von meinem wahren Selbst zu zeigen).
    Ich erzähle Stück für Stück von mir ( z. B., dass ich einen überfahrenen Igel gesehen habe und fast geheult habe oder das ich generell nicht bügle, weil mir das zu anstrengend ist oder dass ich gestern ohne Geldbörse einkaufen gefahren bin oder ich mache einen echt versauten Witz) und schaue wie derjenige reagiert und was er dann so preisgibt.

    Das zeigt mir welche Ansichten der andere hat und ob er auch eigene Anekdoten raushaut.
    Wenn der dann nicht weiter reagiert oder mitlacht, miterzählt, lass ich es einfach wieder und kann einfach zur Tagesordnung übergehen.

    LG sychotante

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: Freundschaften: Was ist das? Wie macht man das?

    Hey Sychotante, :-)

    Das mit den plattgefahrenen Igeln, dem Bügeln und der Geldbörse, das erzähl ich auch ab- und an. Die meisten Leute reagieren da aber selten schockiert drauf, meistens lachen sie und einige denken sich bestimmt: (so ein Trottel). aber, was soll ich machen?. Ich bin vielleicht in den Augen vieler anderer ein Trottel, doch warum sich immer verstellen?.

    Kann da so einige Schwanks erzählen, die ich mir aber nie lange merken kann....(warum auch?), womit ich meine Kollegen geschockt oder zum Lachen gebracht habe. So ein paar haben sich allerdings eingebrannt.

    Z.B, als mir eine weismachen wollte, es sei schädlich, dass ich in der Schwangerschaft Fingernägel beissen würde. Sie hat damit argumentiert, dass es bei einer hübschen Frau doch einfach scheisse aussehen würde. Daraufhin hab ich geantwortet: Zum Glück bin ich net so hübsch...da sind mal wieder allen die Augen rausgefallen. Meine Freundin kennt vieles von sich selbst. Wir lachen da oft stundenlang über diese Schwanks, die uns so im Leben passieren....

    Aber ich kann Jazz und auch Celine supergut verstehen, noch jemand, der so ähnlich denkt, das wär schon nicht schlecht. Und wenn das nun mal ein Wunsch von uns ist?. Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.

    Aber jetzt mal am Rande: Bügeln ist doch echt scheisse, oder? Ich kenn wirklich keine blödere Arbeit als Bügeln. Ich koch sogar gern, ist ein Hobby von mir (Feinschmecker in so paar Dingen, kaum einer kocht so, dass es mir schmecken würde, ausser Mama natürlich), das Aufräumen, na ja!. Aber Bügeln?. Ich wär für die massenhafte, günstige Herstellung von absolut bügelfreien Materialien. Und Leinen?. Um den Stoff mach ich nen großen Bogen, weil selbst gebügelt sieht Leinen noch verkrüppelt aus.

    Das musste jetzt mal raus

    Scheiss-Bügeln

    Lisa

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