Umfrageergebnis anzeigen: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

Teilnehmer
56. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, das würde ich sogar bevorzugen.

    34 60,71%
  • Ja, wenn seine Symptomatik die Therapie nicht stört.

    20 35,71%
  • Nein, das würde mich eher abschrecken.

    1 1,79%
  • Nein, das würde ich auf keinen Fall tun.

    1 1,79%
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Diskutiere im Thema Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Hallo zusammen,
    nachdem mir selbst die Diagnose schon lange klar war, wurde sie mir kürzlich von offizieller Seite bestätigt.
    Soweit, so gut, ich bin derzeit wahnsinnig entlastet und werde Methylphenidat ausprobieren.
    Grundsätzlich bin ich ein offener Mensch, Freunde und Familie wissen auch Bescheid und es ist völlig in Ordnung.

    Nun habe ich im Job die Schwierigkeit, dass ich mich nicht weiter verstellen möchte.
    Ich bin selbst Psychotherapeutin und behandele Kinder mit ADHS - häufig (natürlich nicht immer) mache ich die Erfahrung, dass ich diejenige bin, die hinter vielen kurzsichtigen Fehlzuschreibungen das eigentliche Problem erkennt. Patienten sagen mir, dass sie sich endlich verstanden fühlen und Eltern melden mir zurück, dass ich ihnen immer wieder neue Sichtweisen ermögliche.
    Auf der anderen Seite fällt es mir natürlich nicht ganz leicht, die Stunden zu strukturieren und die Zeit einzuhalten, wobei sich dies auf ein tolerierbares Maß beschränkt. Es passiert auch schon mal, dass ich Dinge vergesse wie noch etwas auszudrucken, einen Termin vereinbaren, nach etwas zu fragen...

    Ich mag es weder, sich als völlig "besonders" und "eingeschränkt" abzugrenzen oder gar abzufeiern, noch möchte ich mich unnötig verstellen. Wenn ich also einer Mutter erkläre, wie ihre Tochter vermutlich die Welt erlebt, und wenn ich mit einem unruhigen und schwer führbaren Jungen besprechen muss, was er gegen seine Ausraster tun kann, dann möchte ich einfach sagen können:

    Ich verstehe das, weil ich selbst ein ADHS habe!
    Und: Das hat mir auch geholfen, weil...

    Richtig schwer wird es für mich, wenn Eltern eine dringend notwendige Medikation verweigern und einen fragen, ob man denn seinem eigenen Kind einfach so Medikamente geben würde?

    Ich habe schon verschiedene Stimmen zu dem Thema gehört bzw. gelesen - wie steht ihr dazu?

    Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat oder hättet ihr Bedenken?

    Was spricht aus eurer Sicht für einen Therapeuten mit ADHS und was dagegen?

    Danke für eure Meinung!

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Ich bin selbst Psychotherapeutin und behandele Kinder mit ADHS - häufig (natürlich nicht immer) mache ich die Erfahrung, dass ich diejenige bin, die hinter vielen kurzsichtigen Fehlzuschreibungen das eigentliche Problem erkennt.
    Aber aufgrund dieses deines subjektiven Erkennens stellst du keine Diagnose, oder? Du kennst doch sicher diesen Spruch "Wer nur einen Hammer zur Verfügung hat, für den sieht alles wie ein Nagel aus" ?


    Zu deiner Frage: Ja, würde ich. Weil ADHS bei einem Therapeuten weder für noch gegen ihn spricht. Genau wie Fußpilz. Oder eine Vorlieber für gegrilltes Huhn.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Danke für deine Antwort, Luzie!

    Deine Rückfrage finde ich ehrlich gesagt etwas grenzüberschreitend, weil du damit indirekt meine Professionalität in Frage stellst!
    Logischerweise ist bei der Berufswahl die Diagnose trotz aller Akzeptanz ein Schlag und man hegt erst mal Selbstzweifel (hätte ich das eher gewusst, mache ich meinen Job denn trotzdem gut, etc.), da ist so eine unbedachte Nachfrage natürlich Öl ins Feuer gießen...

    (So, eine Runde ADHSler unter sich, der eine ist impulsiv, der andere fühlt sich gekränkt, ist ebenfalls impulsiv bzw. ehrlich und damit hat sich das Thema für ihn dann schon erledigt, sprich ich bin dir nicht böse aber musste es loswerden )

    Natürlich stelle ich keine subjektiv gefärbten Diagnosen nach Gutdünken sondern halte mich an die Regeln für eine umfassende Diagnostik wie jeder andere auch, Mensch
    Und natürlich beanspruche ich auch nicht das Vorrecht, alles besser wissen und verstehen zu können, das trifft noch lange nicht immer zu und ist auch ok so.

    Und ja, danke für die Anregung, ich habe die goldene Mitte als Antwort vergessen, kann ich glaub ich nicht mehr ergänzen, oder? Dann müssen sich alle entscheiden

  4. #4
    Gesperrt (Mehrfachaccount)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Ich selbst musste schon häufig zu Psychologen und Psychiatern in meiner Vergangenheit... Verstanden hat mich von denen nie jemand!
    Ich persönlich finde das es sich gut anfühlt, wenn man eine Fachperson an seiner Seite hat, die genau weiß von was man spricht, mit was man zu kämpfen hat usw..
    allerdings würde ich jetzt kein großes Ding daraus machen
    ich würde das schon zugeben, weil meiner meinung nach die Vertrauensbasis zwischen dir und deinem ADS Patienten
    schonmal verstärkt wird wenn sie wissen sie haben jemanden der sie wirklich versteht,
    Eltern können immer nur vermuten wie es den Kindern geht, wirklich verstehen können die das aber nicht und genauso ist es mit Fachpersonen..
    ich vertraue eher jemandem der weis wie es ist, als jemandem der es eben nicht weis und "keine ahnung" hat..
    aber wie schon gesagt an die große Glocke hängen würde ich es trotzdem nicht..
    da musst du dann einfach wissen wann es richtig ist es erwähnen...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Danke Trommelline, genau so meine ich es auch. Wenn es passt und ich denke, dass es das Vertrauensverhältnis stärkt, würde ich es ganz unaufgeregt sagen wollen.
    Zum Glück hat man als ADHSler ja eine gute Intuition, wo es passen würde ;-)

  6. #6
    Gesperrt (Mehrfachaccount)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Das wirst du schon machen

  7. #7
    Pepperpence

    Gast

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Mir ist es nicht wichtig.

    Ich habe enorme Hilfe von "Normalos" erfahren, die keinerlei Fachkenntnisse von ADHS und dessen Eigenheiten hatten und war zum Beispiel von meiner Ergotherapeutin (bekennende ADHSlerin) eher enttäuscht.

    Es kommt meiner Meinung nach auf andere Dinge an. Selbst ADHS zu haben macht einen nicht zwingend zum besseren und verständnisvolleren Therapeuten für ADHSler.

    Anfangs kam ich mit meiner Ergotherapeutin z.B unheimlich gut zurecht. Das war toll. Aber genau dieser nahe, fast private Umgang wurde irgendwann zum Problem.

    Gegen Ende meiner Ergotherapie heiß es von Mitklienten dann oftmals sogar: "Du musst bedenken, dass sie ja auch ADHS hat und mit ihren Symptomen kämpft. Ausserdem durchlebt sie gerade eine Trennung."
    Selbst hinterher als ich mich mit einem ehemaligen Klienten von ihr unterhielt, kam der Einwand dass ich ja mit bedenken müsse dass sie eben auch ADHS hat.

    Da tue ich mich dann schon schwer, wenn ich als Klient oder Patient die Symptome und Schwierigkeiten meiner Therapeuten abfedern und/oder mich um ihr Seelenheil sorgen soll und deshalb meine Kritik für mich behalte.
    Ich möchte nicht die Schwierigkeiten meiner Therapeuten mitbedenken müssen. Das mag egoistisch klingen, aber ich finde soweit sollte sich ein Therapeut schon im Griff haben, sonst ist es vielleicht der falsche Beruf.

    Das mag ein Extremfall gewesen sein, aber grundsätzlich sehe ich schon in der Abgrenzung eine Schwierigkeit, die der Therapeut im Auge behalten sollte, wenn er selbst ADHS hat.

    Heißt aber nicht, dass ich Therapeuten mit ADHS ablehne. Nur muss eben mehr passen als nur die gemeinsame Diagnose.
    Geändert von Pepperpence ( 5.06.2016 um 06:31 Uhr)

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Also man hat jetzt nicht umsonst Peer-Berater eingeführt, die Menschen, die selbst erkrankt sind, verstehen es besser.
    Auch die Ex-User in Suchtbereich sind einfach die Besten, weil man sie sogut wie nie hinter Licht führen kann.

    Wenn die Chemie stimmt, wird es mir es nicht stören, wenn der Therapeut ADHS (oder auch andere psych. Problem) hat, vorausgesetzt natürlich, dass er oder sie es unter Kontrolle hat

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 463

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Ich denke, wenn sie ihr ADHS selbst gut im Griff haben sind Personen mit ADHS ideal um andere zu behandeln. Was nicht geht, wäre eine Person, die selbst total unstrukturiert, unzuverlässig und "all over the place" ist. Da würd ich nach einer Sitzung den Raum verlassen. Aber das ist ja höchst unwahrscheinlich wenn man schon das Studium, das einen dazu qualifiziert, gepackt hat.

    Ich hatte zwar keinen Therapeuten aber einen Psychiater mit ADHS und der war super.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Waterlily schreibt:
    Ich verstehe das, weil ich selbst ein ADHS habe!
    Und: Das hat mir auch geholfen, weil...
    Ich persönlich finde diese Art der Argumentation im professionellen Kontext grenzwertig, weil man sich dabei auf einer sehr persönlichen Ebene befindet.
    Mir ist es gerade in meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr wichtig, dass ich den Kids das Gefühl vermittele, dass ich sie verstehe ohne dass ich sage, dass ich sie verstehe. Denn es ist eigentlich eher egal, ob ich glaube, die Kinder zu verstehen. Wichtiger ist es, was die Kinder denken. Und wenn sie glauben, dass ich sie verstehe, dann ist das die halbe Miete. Aber dazu gehört es meiner Meinung nach, dass ich den Kinder eher zeige, dass ich sie verstehe und das nicht so direkt sagen muss.

    Und gerade bei ADHS habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass das, was mir hilft, anderen ADHSlern nicht auch helfen muss. Das ist einfach ein sehr individuelles und komplexes Thema.
    Und nur weil ich selber ADHS habe, heißt das noch lange nicht, dass ich andere ADHSler besser verstehe. Menschen sind einfach völlig unterschiedlich. Auf mich persönlich macht deine Argumentation einen unprofessionellen Eindruck und mich würde es abschrecken. Mich würde dabei aber nicht die Tatsache abschrecken, dass du selber ADHS hast, sondern die Art und Weise wie du das in die Therapie einbringst.


    Richtig schwer wird es für mich, wenn Eltern eine dringend notwendige Medikation verweigern und einen fragen, ob man denn seinem eigenen Kind einfach so Medikamente geben würde?
    Die Eltern ziehen dich mit dieser Frage aus deiner professionellen Rolle in eine Eltern-Rolle. Ich persönlich würde mich darauf nicht einlassen und diese Frage so gar nicht beantworten. In der Situation bist du Therapeutin und keine Mutter. Deine Sicht ist daher zwangsläufig eine andere. Und diese professionelle Sicht ist sehr wichtig. Die Eltern haben die Aufgabe, die Eltern-Sicht zu vertreten. Und ihr solltet gemeinsam versuchen, die unterschiedlichen Sichtweisen ausreichend zu berücksichtigen.

    Mir ist es egal, ob mein Arzt oder der Therapeut ADHS hat oder nicht. Wichtig ist für mich, wie mit einer eigenen psychischen Erkankung umgegangen wird.
    Wenn ich als Betreuerin mit meiner Jugendgruppe zu tun habe, dann bin ich dort in meiner Profi-Rolle und dort stehen die Kinder im Mittelpunkt und nicht meine Probleme. Ich überlege mir auch immer sehr genau, was ich von mir erzähle und was nicht. Bei einer Gruppensupervision hat es mir sehr geholfen, dass wir diese Thematik angesprochen haben. Dort meinte die Supervisorin, dass wir uns vorher genau überlegen sollen, was unsere Worte und Aussagen bei den Kindern auslösen können und inwiefern sie zur aktuellen Problematik förderlich sind. Und inwieweit es dem Kind hilft oder eher nicht hilft.

    Wenn ich privat mit einem ADHSler zu tun habe, dann bin ich nicht in meiner Profi-Rolle und erzähle dort natürlich auch von mir und meinen Problemen und Lösungen. Im privaten Bereich lästere ich z.B. auch mit einer Freundin über deren Therapeutin oder über meinen Arzt. Das würde ich im professionellen Bereich nie machen. Aber privat bin ich privat und als Profi bin ich Profi.

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