Umfrageergebnis anzeigen: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

Teilnehmer
56. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, das würde ich sogar bevorzugen.

    34 60,71%
  • Ja, wenn seine Symptomatik die Therapie nicht stört.

    20 35,71%
  • Nein, das würde mich eher abschrecken.

    1 1,79%
  • Nein, das würde ich auf keinen Fall tun.

    1 1,79%
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Diskutiere im Thema Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Da sind die Erfahrungen ja höchst unterschiedlich:
    Wenn mein Therapeut impulsiv oder unruhig gewesen wäre oder auch vergesslich hätte ich das Weite gesucht.
    Er hatte seine Symptome aber immer im Griff,war teilweise überkorrekt und ich konnte eine Menge Selbststeuerungstechniken von ihm lernen.

  2. #22
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Persephone schreibt:
    Das finde ich sehr richtig. mein Psychiater hat mir gegenüber auch erst nach 6 Monaten beiläufig erwähnt, dass er selbst ADHS hat und er hat es nie als Argument für irgendwas verwendet. Das fand ich angenehm. In der klassischen Psychotherapie und vor allem in der Psychoanalyse soll der Therapeut ja so wenig wie möglich von sich Preis geben, um vollständig für den Patienten da zu sein. Teilweise geht das so weit, dass keine Bilder in der Praxis aufgehängt werden, weil selbst die etwas über die Persönlichkeit verraten könnten. Der Therapeut ist halt kein Kumpel sondern eine professionelle Hilfe. Dabei ist Distanz wichtig.
    Man mag von Psychoanalyse halten, was man will und diese Maßnahmen mögen etwas extrem scheinen, aber grundsätzlich finde ich den Gedanken nicht verkehrt.
    Für mich gehört zur Professionalität nicht zwingend Distanz. Im Gegenteil. Ich selber habe zu "meinen" Jugendlichen keine große Distanz. Für mich ist aber wichtig, dass die Beziehung zwischen den Jugendlichen und mir einseitig ist. D.h. sie erzählen mir von ihren Problemen, ich ihnen aber nicht von meinen. Sie erzählen mir von ihrem Tag, ich ihnen aber nicht von meinem. Da gibt es natürlich immer Ausnahmen. Die Kinder kennen z.B. auch meine Lieblingsfarbe, weil ich das ganz gerne nutze, um beim Malen ins Gespräch zu kommen.
    Neulich haben einige Kinder einen Ausflug gemacht, an einen Ort, den ich auch kenne. Das habe ich dann auch erzählt und auch, was mir da am Besten gefallen hat. So sind wir dann ins Gespräch gekommen.

    Ein asperger autistisches Kind hat mir vor einer Weile erzählt, dass seine Lehrer nicht glauben, dass es mal Abitur machen wird. Der größte Wunsch des Kindes ist es zu studieren. Und rein intellektuell könnte es das auch. Bei mir war es damals ähnlich und ich habe dann überlegt, ob ich dem Kind von mir selber erzähle. Das habe ich dann aber gelassen, weil ich dabei die Gefahr gesehen habe, dass ich mich selber zu sehr in den Mittelpunkt stelle und dass ich dem Kind mit meiner eigenen Geschichte quasi den Weg zur Lösung seines ganz eigenen Problems vorgebe und es damit daran hindere eine eigene Lösung zu finden. Das Kind hat dann auch fast ganz alleine einen Weg für sich gefunden, auf den ich so nie gekommen wäre. Und ich habe "nur" ein paar Fragen gestellt und das Problem eingekreist. Und dann das Selbstvertrauen des Kindes gestärkt.

    Im professionellen Kontext ist es für mich sehr wichtig, dass alles, was ich sage und mache, eine Wirkung auf die Kinder hat. Und dessen muss ich mir bewusst sein. Ich darf da nicht impulsiv sein und einfach drauf los plappern. Sondern ich überlege mir vorher ganz genau, was ich warum erzähle und mache.
    Auch die Organisation muss gut sein und ich muss genau wissen, was ich wann machen möchte. Das fällt mir zwar sehr schwer, aber die Kinder dürfen diese Probleme nie mitbekommen. Ich darf nicht zu spät kommen. Darf nichts vergessen. Und ich muss alles fristgerecht einreichen. Ich nutze dazu Listen und ich habe einige andere Tools, die ich nutze und die Kollegen so nicht nutzen. Die Kinder wissen das und sie schauen auch, ob die wichtigen Sachen auf meiner Liste sind. Das habe ich ihnen gesagt, dass wir da gemeinsam schauen, ob wir nichts vergessen haben. Genauso habe ich immer einen Ablaufplan für die Stunde, den ich zu Beginn mit den Kids bespreche und wenn wir einen Punkt erledigt haben, dann streiche ich ihn durch. Da dürfen die Kids auch draufschauen und sie dürfen auch selber was durchstreichen, wenn sie wollen.
    Meine Gruppenstunden laufen anders ab als die meiner Kollegen. Aber nicht schlechter, aber auch nicht besser.

    Im Umgang mit den Eltern hätte ich Angst, dass man an meiner Kompetenz zweifelt, wenn ich von meiner eigenen ADHS erzähle. Zuviel Offenheit kann sich da ganz schnell mal gegen einen wenden. Diese Erfahrung habe ich in einem anderen Job leider machen müssen. Schon daher bin ich sehr vorsichtig, wem ich von meiner ADHS erzähle.

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Danke für eure vielen Argumente, die zwar zum Teil frustrierend für mich sind, aber meine Perspektive erweitern.
    Ich will zwei Beispiele nennen, wo ich persönliche Bezüge herstelle(n würde), da dies wohl das missverständlichste Thema ist.

    1. Wenn es um Sortieren und Ordnung geht, zeige ich den Kindern immer, nach welcher Systematik ich die Akten sortiert habe, damit ich eine Akte in kurzer Zeit finde.
    2. Zur Reizfilterstörung, die einige ADHSler haben, kann ich natürlich zu einzelnen Hilfsmitteln persönlich etwas sagen.

    Ich finde, es ist ein großer Unterschied, welches der Themen ich mit persönlichem Bezug aufgreife. Wenn der Kopf nicht so gut Ordnung schaffen kann, braucht man gute Strategien. Wenn er es nicht schafft, Sinneseindrücke nach unterschiedlicher Wichtigkeit zu verarbeiten, muss man schon außen sortieren oder abschirmen.

    Beides hat für mich eine völlig andere Qualität als zum Beispiel das Thema Emotionsregulation. Hier geht es darum, dass das Gehirn auf Dauer etwas anders arbeitet und man das ausgleichen kann. Das ist nicht heilbar und für mich auch keine psychische Störung im engeren Sinne.

    Mir haben die Ideen gefallen, es ggf. nebenher unaufgeregt zu erwähnen und in erster Linie darauf zu gucken, dass die Kinder sich verstanden und angenommen fühlen, egal ob man es nun ausspricht oder nicht. Danke hierfür :-)

  4. #24
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nichts dazu sagen, aber meine Kinder betreffend gibt es Erlebnisse,
    die mich klar dahin gehend beeinflusst haben, einen Therapeuten mit ADHS zu bevorzugen.
    Das heißt aber nicht, dass ich blindes Vertrauen in Menschen (seien es nun Therapeuten oder Ärzte) habe, die selbst betroffen sind,
    sondern es geht mir nur darum, dass ein hohes Maß an Verständnis von vorne herein da ist,
    dazu kommt, dass die leider immer noch verbreiteten Vorurteile bei selbst Betroffenen nicht so zum tragen kommen.
    Professionalität setze ich voraus.

    Mit meinem Sohn hatte ich mehrere Versuche einen Therapeuten zu finden, die alle gescheitert sind, weil keiner auch nur ansatzweise seine Probleme verstanden hat.
    Letztendlich haben wir mit Medikation und selbst erarbeiteten Strategien mehr erreicht.
    Meine Tochter hat jetzt einen Kinder-und Jugendpsychiater von dem ich nicht weiß ob er betroffen ist, aber jedesmal,
    wenn ich ihn sehe, bzw. sie zu einem Termin begleite, denke ich: "der ist ein lupenreiner ADHSler"
    Und es ist der Beste, den wir seit Diagnosestellung hatten (und das waren einige )

  5. #25
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 564

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Hallo Waterlily und alle anderen,

    ich bin noch ganz neu hier, beim Stöbern auf dieses Thema gestoßen (habe noch nicht den ganzen thread gelesen, hole ich nach), der mich wirklich umhaut - positiv gesprochen - deshalb mische ich mich mal ein:

    Erstmal: Ich bin ehrlich froh über das Umfrageergebnis! Es bestätigt einerseits meine Vorstellung (auch ich hätte als Betroffene überhaupt kein Problem mit einem Therapeuten, der selbst ADHS hat, im Gegenteil, sofern er sich für die Therapie gut auf die Reihe kriegt und für die Patienten gut ist). Gleichzeitig ist das aus beruflicher Perspektive eine Erleichterung für mich, auch dass es andere gibt, die ebenfalls in so einer Zwittersituation sind: Therapeut und selbst betroffen.

    Was du schreibst, waterlily, kann ich sehr gut nachempfinden. Ich bin zuversichtlich, dass deine jungen Patienten und deren Eltern bei dir sehr gut aufgehoben sind, genau richtig (egal ob sie wissen, warum). Mit größter Wahrscheinlich tut es ihnen gerade gut, dass ihre Therapeutin nicht jederzeit absolut perfekt ist und trotzdem super mit ihnen arbeitet und versteht, was Sache ist. Modelllernen ;-)

    Ich hab die Diagnose seit gut einem Jahr, nach langer Suche, warum ich immer noch so kämpfe. Vier Lebensjahrzehnte, dachte ich zuvor immer, sollten eigentlich reichen, um sein Leben halbwegs in den Griff zu bekommen und nicht immer wieder auf die gleichen Schwierigkeiten zu stoßen... Mir hilft sie, zu verstehen, warum ich so ticke und ich kann seither (etwas) gelassener umgehen mit zu einfachen Ratschlägen und der immer wiederkehrenden Unterstellung, bestimmte Schwierigkeiten seien ein reines Willens-Problem. Ich kann mich wertschätzender betrachten, davor war das durch einen nicht unerheblichen Leistungsanspruch, an dem ich immer wieder scheiterte, schwierig. Insgesamt komme ich besser klar, auch mithilfe von MPH (wobei ich trotzdem immer wieder an meine Grenzen stoße).

    Ich bin Psychotherapeutin in Ausbildung, arbeite mit erwachsenen Patienten. Die Arbeit macht mir unglaublich Spaß, ich glaube, ich kann ihnen mit Fachwissen und Erfahrung vielfach das geben, was sie brauchen. Auch hier: ADHS hinter Angststörung, Depression etc. vermutet, eben weil diese so nicht typisch war, dafür einige andere Symptome und Beschreibungen mich aufhören ließen, Diagnostik betrieben und meist richtig gelegen. Über die Therapie an sich kriege ich von meinen Pat. immer wieder positive Rückmeldung. Ich glaube, es hilft, dass ich Einfühlung und Flexibilität ganz gut drauf habe, sicher nicht untypisch für ADHSler ;-)

    Trotzdem packen mich immer wieder die Zweifel daran, ob ich gut bin als Therapeut. Wer weiß, ob mein nicht immer zu verbergendes bzw. zu zähmendes Chaos (Zeitmanagement, Unterlagen nicht in jedem Fall zuverlässig parat, ...) die Patienten heimlich nicht doch nervt oder ich wegen Mangel an Überblick wichtige Sachen vergesse, kurz nicht verlässlich genug bin.

    Und dann, ob ich den Spagat auf die Dauer schaffe: als Mutter, Partnerin und für mich selbst wäre ich ja auch noch ganz gerne da. Wenn ich z.B. zwei Drittel meiner Jogging-Strecke brauche, bis ich die Arbeit mal aus dem Kopf kriege, weil wieder mehrere Anträge geschrieben werden müssen, davor schon mit Ehemann gestritten, zu unentspannt, zu unentscheiden, was von dem Vielen jetzt zuerst dran ist...

    Wenn ich gut drauf bin, schaffe ich es, das meiste auf die Ausbildungssituaiton zu schieben (Wer die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten kennt, weiß um den mindestens phasenweisen Horror. Wenn es nach meinem Ausbildungsinstitut geht, sollte ich eher Buchhalter und Verwaltungsexperte sein, aber meine Doku im Verwaltungsprogramm ist lückenhaft, ich traktiere meine Patienten höchstens mit der Hälfte der vorgesehenen Fragebögen, und hoffe immer, dass es weiter keiner merkt / bemängelt / mich dewegen aus der Ausbildung schmeißt...) Die Anträge zu schreiben ist immer noch der Wahnsinn. Diesbezüglich liegen meine Nerven regelmäßig blank, es "rettet" mich nur, zu hören, dass es vielen Ausbildungskollegen ähnlich geht, von denen wahrscheinlich nicht alle ADHS haben.

    Aufs Privatleben gehe ich hier und jetzt nicht ein, das würde den Rahmen sprengen, einiges war wohl eh schon off topic ;-)

    Ich freue mich auf den Austausch hier!

    Liebe Grüße in die Runde!
    Geändert von alice_s ( 6.06.2016 um 16:07 Uhr) Grund: Ergänzung

  6. #26
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 564

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Hallo nochmal,

    jetzt doch noch ein paar Anmerkungen:

    Grundsätzlich denke ich auch, dass es gewisse Grenzen gibt: Wenn ein Therapeut/Arzt Termine verbummelt, sich ohne fremde Hilfe gar nicht organisieren kann, sich im Patientenkontakt nicht regulieren kann, über eigene Probleme redet etc. --> das geht m.E. gar nicht, schon gar nicht, wenn das mit der "Begründung" ADHS vom Patienten geduldet / verstanden werden soll! Für alle die solche Erfahrungen gemacht haben, tut es mir aufrichtig leid!

    Zur Frage an sich ist schon viel gesagt, mir persönlich wäre von einem selbst betroffenen, aber professionell agierenden Therapeuten ein dezenter Hinweis, nach einiger Zeit und bei guter Vertrauensbasis, passend, wenn auch nicht notwendig. Es gibt genügend andere Wege, zu zeigen, dass man Bestimmtes nachvollziehen kann.

    Zudem macht es sicher einen großen Unterschied, mit wem man es zu tun hat: Kinder, Jugendliche (die man ja automatisch "im Doppelpack" mit den Eltern hat, was es sicher nicht immer einfacher macht), oder Erwachsene. Und selbst diese unterscheiden sich sehr; ich könnte mir einige vorstellen, bei denen so eine persönliche Bezugnahme (mit den entsprechenden Begriffen) sinnvoll sein könnte, andere, bei denen es nicht denkbar ist. Für den einen kann das rückversichernd wirken, für den anderen verunsichernd.

    In manchen Fällen finde ich eine wohlüberlegte self-disclosure gut. Ich fand es, etwas anderer Zusammenhang natürlich, offen und durchaus nicht ohne Modellwirkung, als einer meiner Supervisoren erwähnt hat, dass er selbst einmal eine depressive Episode hatte (bezogen auf negativ verzerrte Sichtweise und Erfahrungen mit Medikation, wo es bei einem meiner Patienten Schwierigkeiten gab).

    Bei all dem ist es wichtig zu vermitteln, dass ADHS vielgestaltig ist und man nicht grundsätzliche Ableitungen machen kann. Ebenso ist es bei allen anderen psychischen Störungen aber auch.

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 144

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Hallo Waterlily,

    ich finde es toll und mutig und es spricht aus meiner Sicht sehr für Dich, dass Du das hier öffentlich machst und
    Deine Fragen stellst. Therapeuten sind selbst auch nur Menschen!!!

    Gerade vor kurzem habe ich zum Thema ADHS eine Sendung gesehen, wo ein Psychotherapeut in eigener Praxis
    interviewt wurde...er selbst hat es auch, ging auf seine Schwächen ein, war ganz locker und das half den Patienten
    ungemein.

    Ich selbst mache gerade meine Heilpraktikerausbildung und möchte mich, wenn ich das hoffentlich schaffe, in eigener
    Praxis auf dem Land selbstständig machen.

    in wenigen Tagen werde ich meine Diagnose erhalten...schon lange denke ich mir, dass ich ADS habe. Ich habe
    mir überlegt, es gibt so wenig Hilfe für uns. Ich möchte Erwachsenen mit ADS helfen und werde dann auch ganz offen
    damit umgehen. Das ist für die Arbeit mit Patienten sehr wichtig....und gerade ADS´ler sind doch meist hoch emotional
    und das baut ganz viel Nähe auf...glaube ich.

    Ich wünsche Dir viel Glück Waterlily, so hätte ich mich eigentlich auch nennen können...ich liebe es im Wasser zu sein, Liebe Grüße Landleben

  8. #28
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 98

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    Waterlily schreibt:
    Hallo zusammen,
    nachdem mir selbst die Diagnose schon lange klar war, wurde sie mir kürzlich von offizieller Seite bestätigt.
    Soweit, so gut, ich bin derzeit wahnsinnig entlastet und werde Methylphenidat ausprobieren.
    Grundsätzlich bin ich ein offener Mensch, Freunde und Familie wissen auch Bescheid und es ist völlig in Ordnung.

    Nun habe ich im Job die Schwierigkeit, dass ich mich nicht weiter verstellen möchte.
    Ich bin selbst Psychotherapeutin und behandele Kinder mit ADHS - häufig (natürlich nicht immer) mache ich die Erfahrung, dass ich diejenige bin, die hinter vielen kurzsichtigen Fehlzuschreibungen das eigentliche Problem erkennt. Patienten sagen mir, dass sie sich endlich verstanden fühlen und Eltern melden mir zurück, dass ich ihnen immer wieder neue Sichtweisen ermögliche.
    Auf der anderen Seite fällt es mir natürlich nicht ganz leicht, die Stunden zu strukturieren und die Zeit einzuhalten, wobei sich dies auf ein tolerierbares Maß beschränkt. Es passiert auch schon mal, dass ich Dinge vergesse wie noch etwas auszudrucken, einen Termin vereinbaren, nach etwas zu fragen...

    Ich mag es weder, sich als völlig "besonders" und "eingeschränkt" abzugrenzen oder gar abzufeiern, noch möchte ich mich unnötig verstellen. Wenn ich also einer Mutter erkläre, wie ihre Tochter vermutlich die Welt erlebt, und wenn ich mit einem unruhigen und schwer führbaren Jungen besprechen muss, was er gegen seine Ausraster tun kann, dann möchte ich einfach sagen können:

    Ich verstehe das, weil ich selbst ein ADHS habe!
    Und: Das hat mir auch geholfen, weil...

    Richtig schwer wird es für mich, wenn Eltern eine dringend notwendige Medikation verweigern und einen fragen, ob man denn seinem eigenen Kind einfach so Medikamente geben würde?

    Ich habe schon verschiedene Stimmen zu dem Thema gehört bzw. gelesen - wie steht ihr dazu?

    Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat oder hättet ihr Bedenken?

    Was spricht aus eurer Sicht für einen Therapeuten mit ADHS und was dagegen?

    Danke für eure Meinung!
    Hallo, ich denke, daß mein Neurologe nur zu gut weiß, wie ich empfinde. Und ich bin dankbar dafür.
    So wie ich ihn erlebe, ist er allerdings mit sich, seinem Leben, seinen Fähigkeiten so weit als möglich im Reinen.
    Ich selbst arbeite mit straffällig gewordenen Menschen, die häufig eine ähnliche Diagnose haben.
    Kokettieren, prahlen oder verbrüdern wäre kontraproduktiv.

    Gesendet von meinem GT-I9301I mit Tapatalk

  9. #29
    multikomplex

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 260

    AW: Würdet ihr zu einem Psychotherapeuten gehen, der selbst ein ADHS hat?

    ..sogar besonders gern

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