Umfrageergebnis anzeigen: AD(H)S und Depression , was war zuerst

Teilnehmer
36. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Warst Du in der Schule ein Chaot und erst später Depressiv?

    15 41,67%
  • Kommt Dir Deine Depression zuerst in Erinnerung?

    9 25,00%
  • Hast Du beides in etwa zur gleichen Zeit bemerkt

    3 8,33%
  • Haben es Lehrer oder Eltern zuerst bemerkt?

    1 2,78%
  • Kam die Depression mit zunehmendem Alter?

    21 58,33%
Multiple-Choice-Umfrage (Mehrere Antworten sind möglich).
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 10

Diskutiere im Thema Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Fragen an depressive ADSler:

    Vielen Dank für Euere Beteiligung.
    Für ein wenig persönliche Geschichten reicht der Platz auch noch.

    Viele Grüße,
    Georg A.
    Geändert von Georg A. ( 8.03.2016 um 14:05 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 275

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    uff, da tu ich mich echt schwer das zu beantworten, denn "Depression" bzw. was wir landläufig darunter verstehen ist so vielfältig in der Erscheinung. Das was die medizinisch klassische Depression im Sinne einer idR episodischen Stimmungsminderung in den Abstufungen leicht, mittelgradig oder schwer ist, dass dürfte auf die wenigsten im Forum zutreffen auch wenn sich dies öfter mal in der Diagnosebiografie findet. Diese Depression ist gekennzeichnet von einer konstanten mind. 2 Wochen dauernden (andauernden und überdauernden) gedrückten Stimmung mit einer Verminderung von Antrieb und Aktivität und einer Beeinträchtigung sich zu freuen sowie geringem Interesse an dem was um einen herum geschieht und weiteren diagnostischen Kriterien. Das trifft bei ADHS'lern in den seltensten Fällen so auf. Ich sehe bei uns eher das Thema eine depressiver Verstimmung und dies meist spontan kommend und gehend. Heute so morgen oder nachher so. Beerwerth beschreibt die Unterscheidung sehr schön.

    Für mich wären die depressiven Phänomene
    die Selbstzweifel und das sich nicht gut genug fühlen,
    das Gefühl des Alleinseins
    der schnelle Switch zwischen mit Zielen unterwegs sein und sich z.B. schon wieder im Forum zu verlieren und das daily life zu vergessen weil ich für andere wieder Gutes tun will, statt für mich
    das Gefühl der unerledigten Aufgaben und was es bewirkt
    Pessimismus im Hinblick auf die Zukunft und Grübeln
    fehlende Hoffnung in dieser Stimmungslage

    also eher eine Dysphorie im Sinne einer Misstimmung, die aber auch schnell wechseln kann.

    Doch das wäre nun meine Interpretation.
    Was genau wäre für Dich den Depression oder welches Erscheinungsbild verstehst Du darunter, damit die Umfrage zumindest irgendwie eine einigermaßen konsistente Beantwortungslinie ermöglicht?

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Wapi schreibt:
    Was genau wäre für Dich den Depression oder welches Erscheinungsbild verstehst Du darunter, damit die Umfrage zumindest irgendwie eine einigermaßen konsistente Beantwortungslinie ermöglicht?
    Das kann man ganz einfach bei Wikipedia erfahren:
    Wikipedia schreibt:
    Die Depression (von lateinisch deprimere „niederdrücken“) ist eine psychische Störung. Ihre Zeichen sind negative Stimmungen und Gedanken sowie Verlust von Freude, Lustempfinden, Interesse, Antrieb, Selbstwertgefühl, Leistungsfähigkeit und Einfühlungsvermögen. Diese Symptome, die bei gesunden Menschen zeitweise auftreten, sind bei Depression schwerwiegender.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Depression

    Eine Depression kann lange Jahre anhalten und endet oft tödlich.


    Dazu das passende Gemälde von Van Gogh:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	260px-Vincent_Willem_van_Gogh_002.jpg
Hits:	143
Größe:	26,7 KB
ID:	21493

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Irgendwie kann ich nicht abstimmen. Meine Kreuze werden nicht anerkannt. (Lehrer und Eltern zuerst bemerkt (hauptsächlich Ärzte), und Depression kam mit zunehmendem Alter, weiss ich nicht, aber sie wurde schlimmer und ausgeprägter)

    Ich habe die ganz typischen "lehrbuchmäßigen" schweren rezidivierenden Depressionen, seit ich AD´s nehme "nur" noch mittlere. Was zuerst da war, ADHS oder Depression kann ich nicht sagen, beide Symptomkomplexe habe ich schon ewig und seit der Kindheit.

    Für mich sind die Depressionen die mit seeeeeehr viel Abstand schlimmere Krankheit von beiden. ADHS schränkt mich ein, teils auch stark, aber die Depressionen verursachen zusätzlich zu ihren Einschränkungen noch unsägliches Leid bei mir. Was Morphium bei schlimmsten Schmerzen ist, ist für mich in einem Rezidiv die sedierende Medikation in der Psychiatrie. Für mich ist es ein Segen, für andere ein Unding der bösen Psychiater die einen nur ruhig stellen wollen. Ja, wollen sie, und sollen sie auch. Das ich dann die Wand anstarre oder kaum ein Wort rausbringe ist nun wahrlich mein geringstes Problem. Ich glaube das verdeutlicht, warum ich mit ADHS wirklich besser leben kann als mit meinen Depressionen.

    Ich würde alles drauf verwetten, das meine Depris nicht vom ADHS-Leben kommen, da ich eine andere Art der Depression habe, wie z.B. Wapi beschreibt, und in meiner Familie auch mehrere schwerst Depressive sind, mit Suizidversuchen und Suiziden. Ich habe die sog. endogene Depression.

    Ich nehme und brauche eine tägliche Kombination aus Antidepressiva, für mich persönlich die beste und tollste und grossartigste Errungenschaft der Medizin, ich nehme sie äusserst ungern und schraube auch viel zu oft die Dosis nach unten, aber jedes Mal, wenn ich dann wieder das böse Erwachen habe, weiss ich wofür ich sie nehme. Mir haben sie wirklich das Leben gerettet, und tun es auch immer noch tagtäglich.

    Die ADHS-Medikation hat mir merklich mehr Lebensqualität dazugegeben, die auch wichtig ist, aber sie ist für mich nicht existenziell.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 275

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Georg A. schreibt:
    Das kann man ganz einfach bei Wikipedia erfahren: Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Depression

    Eine Depression kann lange Jahre anhalten und endet oft tödlich.
    Dazu das passende Gemälde von Van Gogh:
    Gut, wenn Du die klassische Depression, die sich in F31-F33 wiederfindet, als komorbide Diagnose meinst, dann bin ich von Deinen Fragen nicht betroffen.

    Die Disthymia aus F34 oder somatische larvierte Erscheinungen und situative Verstimmungen unter denen ich ggf. Erfahrungen sehen könnte, laß ich zur Klarheit der Beantwortung Deiner Fragen dann außen vor.

  6. #6
    Celestis

    Gast

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Ein Interessantes aber Triggerhaftes Thema für mich.

    Als ADHSler habe ich des öfteren Depressionen und sie kommen immer schleichend.
    Bin nicht nur vergesslich, schlimmer ist eher, dass ich zu schnell abgelenkt bin und
    daher Fehler mache, die auch teuer werden können. Roller - PC - Elektronik...ect
    Deprigefahr....

    Mit 28 dann bekam ich die ersten ADs im AMEOS, die mir aber nicht wirklich geholfen
    haben, da sie nur das Leid unterdrücken aber nicht das Problem bekämpften.
    ..........Ärzte brachten auch nicht viel........

    creatrice schreibt:
    Depression kam mit zunehmendem Alter, weiss ich nicht, aber sie wurde schlimmer und ausgeprägter)

    Ist bei mir auch so. Je älter ich werde, um so schlimmer werden die Depressionen, die zum Glück nur Phasenweise sind.

    Mein persönliches Fazit ist: Das so einige AD(H)Sler unter Depressionen leiden und auch anfällig darauf sind.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Ich habe schon während meiner Studienzeit (2003-2009, freie Kunst) depressive Episoden gehabt, die ich aber damals nicht als solche gewertet habe (da hatte ich auch noch keine ADHS-Diagnose)... ich hab immer gedacht, "ich muss mich mehr anstrengen, zusammenreißen... ich muss da durch" - und irgendwie hab ich mich dann immer selbst aus dem "Loch" gezogen".
    Bis es die unregelmäßig wiederkehrenden Depri-Löcher immer schlimmer wurden, ich mich beim Job im Bastelladen (der mich stark unterfordert und dadurch wieder überfordert hat) immer wieder weinend in der hintersten Ladenecke wiederfand und tierisch Angst hatte, dass mein Chef und meine Kolleginnen das mitkriegen...
    Das war der Punkt an dem ich eingesehen habe, dass das nicht normal ist und habe mich auf die Suche nach einem Grund, einer Ursache, gemacht.
    Da ist mir dann ADHS begegnet und ich hab mir - als es mir nach einem Monat der Arbeitsunfähigkeit und damit einhergehendem Jobverlust - besser ging, die Hacken wundgelaufen um einen Arzt zu finden, der ne Diagnostik macht.
    Mit Diagnose und Medikinet geht's mir "stabiler" - die rezidivierende Depression kommt und geht trotzdem (wie der Name schon sagt, haha).
    Ich war letzten Herbst 6 Wochen in Bad Bramstedt, da hat man mir AD vorgeschlagen, inzwischen denke ich, ich hätte mich vielleicht (trotz meiner Angst vor Nebenwirkungen) doch auf Fluoxetin einlassen sollen.

    PS: Die Symptome, die Wapi im oberen Post beschreibt, kenne ich alle nur zu gut.. bei mir führen sie allerdings oft dazu, dass ich mich dann über sorgenvolle, negative Gedankenspiralen tief ins Depriloch kreisel...

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Jahrelang war ich "nur" oder vorallem depressiv, gepaart mit Essstörungen... dass weder die Medikamente noch die Therapie anschlugen war egal... die ADS-Diagnose kam erst mit 31ig und war zumindest endlich eine Erklärung für alles. Sie kam direkt nach einem Arztwechsel ( nach 8 Jahren). Vorher war ich zweimal kurz stationär, einmal wegen einer Überdosis und das zweite Mal freiwillig. Ich konnte so ohne Perspektive auf Besserung nicht weitermachen. Als Alien auf einem fremden Planeten, als Versager der trotz "bestem Arzt" plus "besten Medikamenten" NICHT aus der Depression rauskam... der neue Arzt war meine Rettung, wenn auch der Kampf weitergeht...

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Vielen Dank für Eure Antworten,
    über meinen Zustand brauche ich nicht extra noch einzugehen, hier, "creatrice" hat es schon gesagt:
    creatrice schreibt:
    Ich habe die sog. endogene Depression.
    Ich nehme und brauche eine tägliche Kombination aus Antidepressiva, für mich persönlich die beste und tollste und grossartigste Errungenschaft der Medizin, ich nehme sie äusserst ungern und schraube auch viel zu oft die Dosis nach unten, aber jedes Mal, wenn ich dann wieder das böse Erwachen habe, weiss ich wofür ich sie nehme. Mir haben sie wirklich das Leben gerettet, und tun es auch immer noch tagtäglich.
    Die ADHS-Medikation hat mir merklich mehr Lebensqualität dazugegeben, die auch wichtig ist, aber sie ist für mich nicht existenziell.
    Danke creatrice, genau das trage ich auch durch die Gegend, endogene Depression, und das auch: *Mir haben sie wirklich das Leben gerettet, und tun es auch immer noch tagtäglich*.
    Ich war tatsächlich nahe dran, und was ich meinem Schöpfer sagen würde, wenn ich wirklich vor Ihm stünde, hatte ich mir auch schon überlegt, und es war keine Entschuldigung sondern eine Anklage. Heute denke ich aber ganz anders, und auch so wie Du: "Antidepressiva, für mich persönlich die beste und tollste und grossartigste Errungenschaft der Medizin."

    Ja, und Aushalten und Durchhalten...

  10. #10
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Fragen über Depression kombiniert mit AD(H)S

    Wenn ich das hier so lese finde ich mich vor allem in den Berichten von vanibunny und sasl wieder.Ich habe die ADS Diagnose seit Okt.'15,nachdem ich quasi ein halbes Jahr bei meinem Neurologen darum "gebettelt" hatte mich zu testen(sehr ländlich hier, Wartezeiten bis zu einem 3/4 Jahr in den städtischen Ambulanzen).In der Zeit Elontril "ausprobiert", Antrieb super,Nebenwirkungen Katastrophe.

    Seit 15 Jahren oder länger rez.Depressionen,denke ua auch ads bedingt.Zudem begleiten mich .chron.Schmerzen,Angststörung ,Schilddrüsenunterfunktion.
    Ehrlich gesagt hab ich die Nase voll.Es reicht mir total mit den ganzen Diagnosen und Medikamenten.Und jetzt schon wieder so ein Moment in dem mein Körper-Psyche mir signalisiert " Pause"!Ich hadere gerade extrem mit meiner Situation, das war schon mal besser..:-/

    Seit dem ich das Medikenet adult retard (7:30 10mg,12:30h 5 mg) nehme bin ich foccussierter,klarer,entscheid ungsfreudiger und irgendwie nicht mehr so super empfindlich,habe aber heftige Rebounds (ca ab 18h,hohes Aggressionspotential,weinerlic h,).

    Insgesamt würde ich behaupten bin ich im Verlauf des letzten halben Jahres wieder latent depressiv geworden,meiner Meinung nach durch Klassiker des unbehandelten ADS wie Chaos,Desorganisation,Vergessl ichkeit und daraus folgend Selbstabwertung und Verstärkung der Ängste. Eigentlich hätte ich da wieder beginnen sollen mit dem Citalopram,habe es aber nicht sehen wollen sondern die Hoffnung auf das Medikenet gesetzt. Was ja auch funktioniert, aber die Depri eben nicht behandelt.
    Deshalb habe ich jetzt wieder damit begonnen Citalopram zu nehmen,aus Angst vor wiederkehrender heftigster Depression.da will ich nie wieder sein.

    Also mein Fazit:unbehandeltes ADS in Kindheit kann Depri,Ängste entstehen lassen.Ich versuche jetzt den Weg (Medikenet+Citalopram+VTherapi e+Neurofeedback+Sport+Ernähru ng+Meditation)zu gehen,immer Kopf hoch und weiter gehts.
    LG

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