Umfrageergebnis anzeigen: Treue in der Partnerschaft

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  • Ich bin absolut treu

    57 45,97%
  • Ich flirte gerne, mehr auch nicht

    42 33,87%
  • Ich hab schon mal betrogen

    29 23,39%
  • ich war schon untreu, mein Partner weiß das

    11 8,87%
  • Küssen ist okay, alles andere nicht

    0 0%
Multiple-Choice-Umfrage (Mehrere Antworten sind möglich).
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Diskutiere im Thema Treue in der Partnerschaft im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #61
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 408

    AW: Treue in der Partnerschaft

    tasseKaffee schreibt:
    ... manchmal ist es auch so, dass der Partner keine Lust hat, beim anderen Partner zu "entdecken, die Basics zu lernen, es gemeinsam langsam angehen und zu steigern". Nein, da wird erwartet, dass man hier n paar Knöpfe drückt, und da ein bisschen dreht, und schon springt man an wie eine Maschine. Und wenn das dann nicht eintritt, aber man auch nicht darüber reden will was man mag, und das ganze vom einen zur langweiligen Pflichtverantstaltung wird, dann hat der andere Partner auch keinen Bock mehr..
    da hast du recht, aber was kann man von eine beziehung erwarten wenn man nichts lernen und nichts sagen will?
    das ist eben einer der grösste problemen in eine beziehung, wenn es weder kommunikation noch verständnis gibt, dann ist es eigentlich gar keine beziehung, sondern nebeneinander leben...


    tasseKaffee schreibt:
    Vielleicht ist da das Hauptproblem wieder, dass beide Partner nicht zusammen passen. Aber man kann nicht erwarten, wenn zwei unerfahrene Menschen zusammen kommen, dass diese sich intuitiv verstehen. Manches muss offen kommuniziert werden können, beide sollten Wünsche äußern dürfen...
    genau wie du es sagst, man muss miteinander reden dürfen, aber auch wollen, oftmals würde man vielleicht doch zusammen passen, wenn man einander entgegen kommen würde, das ist aber arbeit, und darauf hat nicht jeder lust.
    eigentlich ist sexualität doch irgendwas was teils intuitiv gehen würde, finde ich, aber gerade das wird durch tabus und erziehung verdrängt und beschämt.


    tasseKaffee schreibt:
    Nur glaub ich dass es sich häufig hochschaukelt:
    Person A verlangt, dass Person B auf Knopfdruck funktioniert.
    Person A merkt, dass das nicht klappt, aber will auch keine Anregungen von Person B, reagiert eher lustlos auf Person B.
    Person B verliert die Lust auf Sex, reagiert ebenso lustlos, hofft aber dass mit steigender Übung und wachsender Nähe sich das Ganze noch bessert.
    --> Person A schiebt die Schuld auf Person B "der will ja nicht, der ist Schuld", und sucht sich Person C.
    Person B ist enttäuscht über die Treulosigkeit von Person A, weil Person A statt eine Lösung in der Beziehung zu suchen, die Lösung eher außerhalb sucht.
    Dabei ist Person B mit dem Sexleben auch unzufrieden. Wie soll man Lust auf viel Sex haben, wenn der Sex den man kennt, eher mittelmäßig ist?
    ich bleibe dabei, das es ein grosses kommunikationproblem ist, nicht ein sexuelles.
    deinen beispiel kann man dann an alle facetten des zusammenlebens ausbreiten, man könnte "sex" durch "kochen", "freizeit" oder was auch immer ersetzen.
    es ist auch nicht so, das nur die fremd gehen, die kein "gescheites" sex in der beziehung bekommen, aber das ist ein anderer thema...


    tasseKaffee schreibt:
    Das Szenario kann auch anders ablaufen:
    Und zwar, dass auch Person B fremdgeht, denn sie bekommt in der Beziehung ja auch nicht das, was sie braucht.

    Das beste wäre es, wenn Person A und B sich trennen, denn sie passen ja anscheinend nicht zusammen.
    Nur in den meisten Beziehungen wird der Kopf dann eher in den Sand gesteckt, vor allem wenn sie nicht erst ein paar Wochen alt sind, weil viele dann doch lieber ne beschissene Beziehung haben, als alleine zu sein. Man hat ja auch keine Garantie dass die nächste Beziehung besser wird, und zudem bedeutet eine neue Beziehung auch neue Arbeit. Also resigniert man.
    fast 100%ige zustimmung, denn es könnte auch sein das die beziehung sonst gut funktioniert, nur das sexuelle nicht.
    in dem fall wäre es schade, wenn die zwei sich "nur" wegen den sex trennen würden, und das passiert doch oft...


    tasseKaffee schreibt:
    Und sehr wahrscheinlich beschuldigen sich beide dann Gegenseitig im Bett eine Niete zu sein..
    tatsächlich, aber das ist wieder ein kommunikationsproblem, ich finde es grausam wenn man in eine beziehung von schuld redet, diesselbe energie wäre besser verwendet bei der gemeinsame suche nach eine lösung, oder beim verständnis für die problemen der andere.


    tasseKaffee schreibt:
    Dass Menschen dazu lernen können ist ja nicht aus der Luft gegriffen.
    Dass Menschen sich komplett ändern dagegen schon.
    Häufig erwarten zwei Menschen voneinander gegenseitig, dass sie sich ändern.
    Warum? Weil Menschen häufig zu individuell sind um in allen Punkten zueinander zu passen..
    diesmal doch 100%ige zustimmung...
    ich hatte fast 9 jahre lang einen partner, dem ich im laufe der zeit mit meinem ausgeflipptsein auf die nerven gegangen bin, wobei genau das war, was er an mich mochte, am anfang.
    und ich bin so bescheuert gewesen, mich so zurückzuziehen das am ende nichts mehr von mir da war, nichts was er oder ich an mir hätten mögen können.
    das ist einfach nur verdammt falsch, aber es spielten viele anderen faktoren mit, mein ADS, abhängigkeiten und vor allem doch wieder grosse kommunikationsproblemen.

    man muss sich selbst bleiben, aber man passt sich automatisch an, und das ist nicht falsch, der mensch ist doch so weit gekommen wegen seine anpassungsfähigkeit.
    man sollte nicht erwarten das der andere sich ändert, eine beziehung bedeutet aber auch das man sich entgegen kommt, das man voneinander lernt, und lernt miteinander umzugehen, änderung durch lernen ist das beste was einem passieren kann, man wird nicht (nur) anders, man wird besser...
    wenn das falsch wäre, würden wir alle noch an bäume rumturnen, anstatt jetzt vorm pc zu sitzen, oder?


    tasseKaffee schreibt:
    Ohne dem Gefühl von Verbundenheit ists aber auch eher eine Zweckbeziehung als eine Liebesbeziehung, es braucht ja schon ein paar Reize damit sich überhaupt Gefühle füreinander einstellen.
    Leider sind diese Reize auch allzu häufig blos Projektion: man erwarten von jemandem, dass er sich auf eine gewisse Weise verhält. Aber die Verliebtheit und das GEfühl von Verbundenheit macht gleichzeitig so blind dass man nichtmal merkt, dass er eigentlich ein ganz anderer ist.
    Deswegen zerbrechen die meisten Beziehungen so nach spätestens 2 Jahren, wenn der große Gefühlsschub und das Kribbeln weg ist.
    Die, die dann noch zusammen bleiben sind entweder "der Jackpot", oder bleiben es aus Gewohnheit/Angst vor Veränderungen/keine Lust aufs Singlesein.
    ich gebe dir recht, was die verliebtheit betrifft, bis dahin ist es einfach, es geht von alleine, nach der verliebtsein-phase gibt es aber auch eine dritte möglichkeit, ausser jackpot (extreeeem selten) und zweckbeziehung (leider viel zu häufig).
    wenn man wieder klar sehen kann, und man meint das der andere es wert ist, dann kann man sich lieben, was nicht von alleine passiert, liebe ist harte arbeit, aber ich kenne kein anderen job, der sooooo wahnsinnig gut entlohnt wird.
    Geändert von Exxio ( 2.04.2013 um 22:05 Uhr) Grund: ...zu doof für die edit-funktion...

  2. #62
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Treue in der Partnerschaft

    Uiuiui da hab ich aber ein Thema angezettelt :peace:

  3. #63
    salamander

    Gast

    AW: Treue in der Partnerschaft

    Holla die Waldfee, jetzt geht's aber ab.

    Wobei ich da vorsichtig einwerfen möchte, verliebt sein und beziehung sind schon mal zwei paar stiefel...

    während der phase verliebt sein, lernt man sich erstmal kennen, ist im hpye, hormonüberschuß, ausnahme-
    zustand und begeisterung ohne ende, beziehung wirds erst da, wo die verliebtheit endlich mal aufhört, und der
    klare verstand sich wieder melden darf.

    das halt ich für den ersten knackpunkt.

    in der zeit der anfangsverliebtheit flutscht der sex meistens wie eine eins. gibts wenig zu "bemängeln" und "bekritteln",
    ganz, ganz viel rosa wolken, positive aufregung und erregungszustände.

    das hält aber auf dauer kein mensch aus. sorry, stellt euch mal vor, ihr seit euer leben lang nur in dem zustand,
    ich möcht das ganz ehrlich gesagt nicht.

    was ich jetzt sage, ist mal wieder extrem provozierend, der kick bei den fremdgängern der einen oder anderen art,
    ist aber oft der aufregungszustand aus der anfangs-verliebtheit der gesucht wird. mit einer sexuellen aussen-
    verbindung geht's da wieder hin wie im fahrstuhl. kopf drücken, ab in die höchsten höhen, danach heim zu
    muttern oder vatern. sorry, kann das momentan nur so formulieren. steicheleinheiten holen, dasein dürfen,
    mit allen nebenwirkungen...

    also worum geht's jetzt eigentlich? den sex mit kick, um den man sich nicht kümmern braucht, den gibt's mit
    sexuell unbekannten "partnern" frei haus, sozusagen gratis. in einer festen beziehung gibt's derartiges nicht
    gratis und nicht frei haus. da zeigen sich auch die langweiligen, uninteressanten facetten eines anderen menschen,
    aber die hat er ja nicht nur. am anfang war da auch der selbe kick.

    scheint mehr eine kunst des hinsehen, wahrnehmens, fühlens, zulassen und auszuprobieren seins, sich den geilen
    sex vom anfang zu bewahren, verändern, auszubauen, was auch immer. womit wir wieder bei dem ding, mit dem
    einlassen und zulassen wären, damit ich was halten kann, was mir gefällt und gut tu, muß ich mich dafür auch
    einsetzen. Was ich als gegeben hinnehme, verliert irgendwann seinen reiz, wenn ich mich darum nicht kümmer
    um so mehr. wo soll da der kick her kommen, wenn alles von selber gehen muß.

    ich finde das ingesamt ein gewaltiges paket und da spielen alle aspekte des lebens rein. auch man selber bleiben,
    wenn's dem anderen grad mal nicht so in den kram paßt. muß man aushalten können als partner und umgekehrt
    auch zugestehen. zweimal 50 % die zusammen was "erreichen" wollen.

    und was jemand jetzt ablehnt, in was er sich aber mal verliebt hat, das ist auch so eine sache. wo ich das wieder
    gelesen habe, kann ich grad nicht erinnern, aber die these scheint mir sehr viel zu haben. in was wir uns im an-
    deren verlieben sind wesensanteile unserer selbst, die wir uns nicht eingestehen/zugestehen.

    das mal weiterzuspinnen find ich extrem interessant, denn ich glaub, nichts ist so schwierig einem anderen zuzu-
    gestehen, als das was man sich selbst nicht zugesteht. das würde auch einen teil der faszination erklären, die in
    diesen wesenanteilen liegen, der anziehungskraft. die später zur sprengkraft mutieren können, nicht weil sie es
    als solches in sich haben, sondern weil da einer ein problem mit sich hat, das auf den partner umverlagert wird.

    sala

  4. #64
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Treue in der Partnerschaft

    Kleine Erfahrung aus einem Paar-Seminar für reifere Beziehungen:

    "So, jetzt kommt mal was schönes:
    Erinnern sie sich an die Zeit zurück, als sie noch frisch ineinander Verliebt waren.

    Und dann rufen sie sich ins Gedächtnis zurück, was es damals war, was sie am meisten an ihrem Partenr fasziniert hat.
    Da wird ihnen eine Menge einfallen, nehmen sie die wichtigsten, und schreiben die jetzt auf."

    Die Teilnehmer haben beim schreiben alle ein breites, glückseliges Lächeln im Gesciht.

    Am besten mal schnell selber ausprobieren.

    - - - Aktualisiert - - -

    Ich bin grad ein bisschen gemein, und lass kurze Pause, damit man auch kurz drüber nachdenken kann, bevor es weitergeht ....

    - - - Aktualisiert - - -

  5. #65
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Treue in der Partnerschaft

    ja ich mache mit...wie geht weiter IonTichy

  6. #66
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Treue in der Partnerschaft

    So, fertig geschrieben ?

    Fein.
    Jetzt nehmen sie ein neues Blatt, es gibt eine neue Aufgabe.. Überlegen sie sich, was sie inzwischen an ihrem Partner am meisten nervt.






    Na, was kommt raus ?
    Als erstes: betretene Gesichter.
    Noch bevor die anfangen zu schreiben, wissen die schon:
    Es sind im wesentlichen die selben Eigenschaften, die auf dem ersten Zettel stehen.

    Das ist eine ganz allgemeine Erfahrung. Um die kommt man in langjährigen Beziehungen nicht herum.
    Daher:
    Den "Jackpot" gibt es nicht.
    Den "optimalen" Partner auch nicht.

    Wohl aber möglicherweise den "richtigen".
    Möglicherweise ist es der, den man grad hat, obwohl er nervt.
    Einen besseren gibts nämlich nicht wirklich. Nur welche, an denen andere Sachen stören.

    Eine Erkenntnis, die aber bei den allermeisten ausbleibt, und die ich recht entscheidend finde für einen langfristigen Erfolg einer Beziehung:
    Das Problem / die Probleme, die mir mit dem Partner am meisten zu schaffen machen, sind nicht seine Baustelle.
    Das ist meistens eher meine.

    - - - Aktualisiert - - -

    Okay, ist insofern übertrieben, als es wirklcih sein kann, dass es nicht mehr geht.
    Ich will da nicht schön reden, dass man da auf deubel komm raus zusammenbleibt.

    Bevor jetzt ein shitstorm gegen mich ausbricht, v.a. von wirklich derb verletzten Menschen, die mit einem Partner eine privathölle erlebt haben:

    Man darf auf jeden Fall von einem Partner erwarten, dass er das ebenso handhabt.
    d.h. dann auch,dass auch von seiner Seite nicht ständig Schuldzuweisungen kommen, "ich könnt viel glücklicher sein, wenn Du nicht wärst", etc.
    Damit es klappt, müssen immer zwei mitspielen.
    Wenn das nicht geht - ist das immer ein Problem.
    Und zwar ein Problem mit demjenigen, der nicht "Mitarbeitet".

  7. #67
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 408

    AW: Treue in der Partnerschaft

    salamander schreibt:
    Ich finde, dass das Element Freundschaft ein wesentlicher Bestandteil einer gut funktionierenden
    Beziehung ist. Für mich hat es damit zu tun, dass egal ob Beziehung oder nicht, jeder sich selbst
    gehört. Für mich auch wieder etwas das mit Verantwortung zu tun hat, keine die aufgebürdet vom
    aussen ist, sondern eine die ich übernehme. Sowohl für mich als auch für den anderen. Es geht
    darum mir selbst gerecht zu werden, der Person die ich bin, und der Beziehung die ich leben möchte.

    Deshalb finde ich die Definition von Lebensgefährte am passgenauesten, jedoch nicht im Sinne
    von Lebensabschnittsgefährten... Es bedeutet für mich einander durchs Leben zu begleiten, den/die
    andern so sein zu lassen wie sie/er ist. Dafür braucht's in meinen Augen die Freundschaft, weil die
    es leichter macht einen Schritt zurück treten läßt und sich gegenseitig die Freiheit zu lassen. Als
    Teil des Ganzen.
    wenn ich es richtig verstehe sehe ich es ähnlich, ich denke mit freundschaft meinst du derselbe wie ich mit vertrauen, verständnis usw.
    ...nur das mit den lebens- oder -abschnittsgefährten ist so eine sache...
    natürlich will ich, und mache alles mögliche dafür, das der "abschnitt" wegfällt, es wäre aber zu viel verlangt, vom anfang an die beziehung als ewig zu betrachten.
    es kann zu viel passieren, man hat nie ausgelernt, auch nicht über den partner, man kann auch nach jahre an den punkt kommen, wo es keinen sinn mehr hat.
    in dem fall wäre es dann nicht treue, sondern sturheit, wenn man unbedingt weiter machen will.


    salamander schreibt:
    Ich glaub nicht, dass es Menschen gibt, die in allem übereinstimmen. Kann mir das auch nicht vorstellen,
    und halt das für langweilig, weil da nichts Neues entstehen kann. Damit etwas halten kann, wie auch
    immer eine Verbindung aussieht, braucht es diese Entwicklungsspielräume und vor allem die Freiheit,
    Dinge alleine zu tun, sich auszuleben, eigene Erfahrungen zu machen, eigens zu haben und zu erhalten.
    Eben Luft bekommen. Das ist gar nicht so einfach für viele, sich das zuzugestehen. Ich halte das sogar
    für viele für schwieriger, als sexuelle Freiheit zuzugestehen.

    Die Links-und-Rechts-daneben-Variante ist nicht mein Ding, in den meisten Fällen leidet da einer
    der beiden. In den seltesten Fällen findet es der Klasse, der gerade am leiden ist...
    Um leiden kann es bei dem "Ding" aber nicht gehen, eher darum dass es einem miteinander gut geht
    und gut tut. Was ich finde, viel mit Freiräumen zu tun hat, und mit Mut. Freiraum heißt auch immer,
    dass da eine dritte Komponente mit ins Spiel kommt, die möglicherweise eine
    Sprengkraft entwickelt, die auseinander reißen kann, oder zumindest in die Nähe dessen bringt.
    Links-und-Rechts... ist ein gewisser Thrill der suggeriert, ich kann mit wem ich will aber ich weiß
    wo ich hin gehöre. Wie sieht's denn da wechselseitig, da frag ich mich immer, wenn diese Geschichten
    erzählt werden. Wirklich alles so in Butter, auf beiden Seiten?
    tatsächlich ist es gar nicht so einfach.
    ich nehme meine drei wichtigen, offenen beziehungen, zwei ex und die aktuelle, als beispiel.

    ex n.1, ziemlich offene sexualität, wir haben uns die geschichten gegenseitig erzählt, darüber geredet und gelacht, wir hatten auch dreier und kleine orgien zusammen...

    ex n.2, er hatte ziemliche problemen mit selbstwert und so, war deswegen ziemlich possessiv und der sex mit ihm war ziemlich krampfhaft, wir hatten eine zweitwochenendbeziehung, jeder hatte seine bettgeschichten, aber am anfang hatte er problemen mit meinen, wusste aber selbst das es eher mit seinen besitzanspruch zu tun hatte, er kam dann doch damit zurecht, wir ezählten uns viele der geschichten, er wollte daraus lernen.

    mein jetziger mann hat ziemliche problemen mit sexualität und offenheit, wir haben sehr wenig sex, aber jeder seine bettgeschichten, ich zwar mehr, aber für meine verhältnisse trotzdem sehr wenige, wir hatten ein paar dreier zusammen, wir erzählen uns zwar wenn wir was mit jemand anderem hatten, aber ohne details.
    am ende reden wir ohne problemen über sexualität allgemein, aber nie über seine, er weiss das er problemen damit hat, er ist aber noch nicht bereit darüber zu reden, ich lasse ihm die zeit, er lässt mir die freiheit.

    mein fazit, wenn man sich vertraut muss es kein grosses problem sein...
    vielleicht habe ich nur glück gehabt, männer zu finden die das auch verstehen, ich kann das nicht als allgemeingültige lösung nehmen, aber das sind meine erfahrungen.

    salamander schreibt:
    Wenn die Freiheit oberstes Gebot ist, wechselseitig, dann bin ich gezwungen, den anderen immer wieder
    zu lassen und er mich. Damit müssen sich beide aber auch immer wieder neu aufeinander einstellen,
    und kennenlernen, durch das was sie getrennt voneinander erlebt, bwz. welche Erfahrungen sie ge-
    macht sie haben. Das geht über die Sexualität weit hinaus. ERforfert sich miteinander zu beschäftigen,
    und auseinander zu setzen. DAs verlangt - finde ich - mehr voneinander als damit klar zu kommen,
    dass links-und-rechts im steten wechsel oder hin und wieder statt finden.
    ich finde es gut, wenn beide eigene erfahrungen machen, ich habe eine zeit lang mit mein erster ex zusammen gelebt und gearbeitet, 24 stunden am tag diesselbe erfahrungen, wir hatten irgendwann kein gesprächsthema mehr, und wir gingen uns gegenseitig auf die nerven.
    das leben ist veränderung, das macht es erst interessant...


    salamander schreibt:
    Zum guten Sex, gehört doch auch sich einlassen können. Zumindest für mich. Für die schnelle Nummer
    mal zwischendurch, für irgendjemand der mich gerade reizt, braucht man das aber wieder nicht. Da
    passiert einfach nur was, da ist jemand der anders riecht, schmeckt, ist, ein kurzer Abstecher, in ein
    anderes Leben, danach zurück nach Hause. Was ich jetzt sage ist sehr provozierend, das ist ja wie
    bei Mami-und-Papi, da geht jemand immer wieder zurück zu den beiden, und wird wieder aufgenommen...
    das ist wahrscheinlich oft der fall, muss aber nicht...
    ich finde es klingt ein bisschen nach "ich hab' was falsches gemacht, ich hoffe mutti nimmt mich wieder an", das muss aber wirklich nicht der fall sein.
    ich habe lieber ein paar bekannte, oder sogar mal freunde, die ich ab und zu, nur oder hauptsächlich zum sex, treffe, als nur one-hour-stands mit unbekannten, und wenn, will ich derjenige auch ein bisschen kennenlernen, ich muss ihn auch als mensch irgendwie ein bisschen mögen, hab' nichts übrig für nur mechanischem sex, davon habe ich mehr als genug in meinen jungen jahren gehabt.
    aber doch, der mann den ich liebe ist doch mein zuhause, nur da habe ich sicherheit und geborgenheit.

    ich kann trotzdem nicht leugnen das sexbeziehungen neben der partnerschaft problematisch sein können.
    ich weiss was ich will, aber nicht immer was der andere denkt.
    ich hatte mal jahrelang einen sexbuddy, der ein sehr guter freund geworden ist.
    er hatte auch eine langjährige zweitwochenend-offene beziehung, die beiden erzählten sich eigentlich alles, wir sind auch mal zusammen weg gegangen, und es war kein problem.
    tja, irgendwann fing er an seinen freund alle seine geschichten zu erzählen, ausser die mit mir, ich wusste aber nicht davon, er hatte sich in mich verknallt, und fast hätte er seinen freund für mich verlassen, obwohl er genau wusste das ich auf keinen fall mehr mit ihm zugelassen hätte...

    traurig, aber er war nicht der erste und nicht der letzte, von den ich hören musste das er sich mehr geliebt mit mir fühlte, obwohl es für mich nur sex war, als mit seinem partner.
    ich weiss nicht, eigentlich müsste ich mich geehrt fühlen, und eigentlich ist es genau was ich will, es ist doch für mich das schönste, wenn ich jemandem was gutes tun kann, aber es macht mich traurig, wenn ich denke wie manche beziehungen funktionieren...
    ich muss echt ein alien sein...


    salamander schreibt:
    Zu den Beziehungen die kurz nach der Ehe scheitern, oft sind die Bahnen doch vorher schon dahin
    gelenkt worden. Mit diesem besitzen des anderen. Besitzen meint für mich eine feste Vorstellung
    davon zu haben, wie der andere ist, sein soll, um mit ihm zusammen zu sein. Wo sind da die Freiheit
    und gelebtes Leben? Nicht nach Schema F, heiraten, haus, kinder, baum... etc.pp. Flitzen wird da
    hurtig zum naheliegendsten Gedanken, denn das ist Knast, gefangen gesetzt werden, nicht Beziehung.

    Vielleicht ist mein Ansatz zu philosophisch/psychologisch. Die offenen Beziehungen, wo es dazu ge-
    hört, dass oft was nebenher läuft, ich halte das für Flucht und Angst vorm einlassen, und auch
    für eine Sicherheitsnetz. Der Mensch ist "frei", geht hier hin und dahin, schaut sich um, könnt da
    nicht noch..., huia da geht was, was dort nicht geht... huia, da muß ich keinen Weg suchen, da gehts
    ja ganz von selber... ich kann immer noch.... ich bin für andere auch begehrenswert, und, und, und...
    ja, wahrscheinlich ist es meistens leider so, das man sich keine mühe in der beziehung gibt, und lieber ersatzbefriedigung sucht, weil es einfacher ist, es muss aber nichtimmer so sein...
    ich sage es pseudophilosophisch und seeeehr provokativ...
    es muss nicht flucht oder angst sein, sex heisst doch "liebe machen", und ich sehe es tatsächlich so, liebe ist das einzige, was sich vermehrt, wenn es geteilt wird, liebe ist vielfältig, es gibt nicht DIE liebe, es gibt nächstenliebe, mutterliebe, liebe in der beziehung, und in keiner dieser fälle wird die liebe für einen weniger, weil ein anderer es auch bekommt, wieso muss dann NUR das "liebe machen" mit anderen verwerflich sein?
    jaaa, natürlich klingt das nach 68er und flowerpower, es muss aber deswegen nicht falsch sein.

    auch die suche nach bestätigung muss nicht falsch oder krankhaft sein, man sucht sich der job aus, den man gut machen kann, die freunden die einen mögen, usw.
    dementsprechend finde ich nichts schlimmes daran, wenn man ausserhalb einer vertrauensvollen, ehrlich gemeinten beziehung sich und anderen was gutes tut, wie anderweitig in tausende arten, so auch durch sex.

    salamander schreibt:
    aber was da bedient und betüttelt wird, sollte - aber so sehe ich das, und hat keinen allgemein gültigen
    Anspruch(!) aus einem selbst heraus kommen, ohne dass man andere dazu braucht.

    Das halte ich für echte Freiheit und Unabhänigkeit, sie ist die ganze Zeit vorhanden, in der Beziehung
    und im Leben. Damit umgehen zu lernen, halte ich für sehr viel schwieriger, denn es bedeutet, der andere
    bleibt immer Herr seiner selbst. Darum finde ich geht es auch in Beziehungen. Das ist ein Apsekt für
    den es die Freundschaft unbedingt braucht, denn sie macht mehr draus, als wenn es reine Liebes-
    beziehung ist. Ideal finde ich darum, wenn beides zusammen vorhanden ist. Damit gibt's Reisen der
    Helden mit Wendepunkten die gemeinsam gemeistert werden können, damit wieder was Neues
    Miteinander entstehen kann. Geht über das Sexuelle hinaus. Aber der Sex ist für eine Beziehung
    genauso wichtig.
    natürlich, als allererstes muss man mit sich in reinen sein, sonst nimmt alles andere die falsche kurve.

    meinst du mit "reine liebesbeziehung" etwa eine nur sexuelle beziehung?
    da komme ich durcheinander mit den begriffen, denn für mich ist eine liebesbeziehung ohne freundschaft nicht möglich, freundschaft ist voraussetzung...


    mannmannmann, ist es wieder ein roman geworden, ich hoffe ich hab' nicht zuviel durcheinander geschrieben...

  8. #68
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Treue in der Partnerschaft

    Ich finde Sex und Liebe sind zwei verschiedene Sachen, auch wenn sie sich miteinander vermischen.
    Ich find "Liebe machen" ist genau so ein ausdruck wie "DVD gucken", blos eine Umschreibung für Sex haben, weil es manchen zu peinlich ist das offen so zu sagen.

    Generell sehe ich da mindestens 3 Ebenen:
    Liebe
    Verliebtheit/Verknallt
    Sex

    Ich würd eigentlich die "Freundschaft", wenn sie keine eigene Ebene sein soll, eher zur "Liebe" packen als zu den anderen beiden Ebenen.

    Manche können Sex und Liebe gut trennen, andere nicht. (Wer es nicht trennen kann kann Sex meist auch erst dann richtig genießen, wenn er verliebt ist bzw liebt.
    Und um Sex zu haben muss man niemanden lieben, nichtmal befreundet sein. Aber er ist halt auf dauer langweilig, wenn die anderen beiden Ebenen nicht dazu kommen.
    Das macht man n paar mal, schon wirds langweilig und jemand neues muss her. Sex kann man wie Essen oder Trinken vergleichen: ein Körperliches Bedürfnis das befriedigt werden will. Und manchmal reicht es, wenn es satt macht bzw den Durst stillt. Für "richtigen Genuss" braucht es aber manchmal mehr.

    Vielleicht ist das auch der Hauptpunkt hier: wer Sex und Liebe trennen kann, pocht nicht auf körperliche Treue. Wer es nicht trennen kann, der kann es sich häufig nichtmal vorstellen dass man das überhaupt trennen kann. (Und seit ich Sex und Liebe trenne macht mir der Sex kaum noch richtig Spaß, ist halt nur körperliche Befriedigung, so als wenn man ne trockene Scheibe Brot isst wenn man Hunger hat. Nicht lecker, aber macht satt.)

  9. #69
    salamander

    Gast

    AW: Treue in der Partnerschaft

    Provokante Frage an die Runde:

    was macht ihr, wenn ihr sex und liebe zu einem werden lassen könnt?
    wenn euch das so im vollen und ganzen passiert?

    wobei ich persönlich auch finde, so saublöd das jetzt auch klingen mag, etwas hat's auch mit
    den jahren an gelebtem leben zu tun. gemachten erfahrungen. was hab ich schon ausprobiert,
    was hat mir gefallen, was nicht. aussortieren über die jahre.

    mit 30 schon von einem lebensgefährten zu reden, halt ich für gewagt, da ist noch soviel möglich,
    aber später dreht sich dann was, und dann wird die sache mit den lebens-abschnitts-gefährten,
    irgendwie langweilig. die herausforderung liegt dann an anderer stelle, den schwups rüber zu den
    lebensgefährten zu schaffen. bedeutet natürlich, dass beide das als herausforderung betrachten.

    es gibt nicht DEN richtigen, aber es gibt einen richtigen. hab ich vorhin auch schon in einem bei-
    trag gelesen. meint für mich, problem, hemmnisse und hindernisse gibt es mit jedem menschen,
    liegt für mich in der natur der sache, also wenn ich die tatsache an sich nicht verändern kann,
    kann ich meinen umgang mit dieser tatsache verändern.

    ab da spielen die, ich sag mal gesamtkomponenten ein große rolle. sex ist eine von ihnen, aber
    nicht alles, wenn's aber sexuelle überhaupt nicht paßt, dann wird die schoße ohnehin nichts. reine
    freundschaft, geht in einer mann-frau-beziehung nicht, dafür ist der sex zu wichtig.

    den satz sex und liebe trennen, ich weiß nicht wie oft ich den in meinem leben schon leute habe
    sagen hören, und genauso sind sie irgendwann damit an die wand gefahren, männer wie frauen,
    also kann der so ganz nicht stimmen. es gibt da noch eine komponente, die wird übersehen, bzw.
    diese erfahrung ist noch nicht gemacht, also kann sie nicht miteinbezogen werden.

    so lang sex und liebe getrennt leben werden können, ist es für den, der das kann doch prima. aber
    frau/mann kann auch in situationen geraten, wo ebenen genau das nicht mehr funktioniert. das ist
    das spiel, das dann so einige aus der umlaufbahn schießen kann.

    von daher ich stelle das nicht abrede, ich hatte auch solche erfahrungen, aber ich habe auch andere,
    und da kann man urplötzlich ganz schön blöd in die weltgeschichte schauen. das macht auch whum,
    aber auf eine ganz andere.

    ich find das soll jeder für sich halten, wie es paßt, schön wäre in solchen fällen, wenn die lebens-, er-
    lebens- und gefühlswelten der beteiligten zusammen passen. ist das der fall ist es doch prima.

    lg
    sala

  10. #70
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 408

    AW: Treue in der Partnerschaft

    salamander schreibt:
    Frage: Glaubst Du daß, das wirklich so ist?

    Ich hab noch kein "Mehr-Fach-Gestirn" kennen gelernt, wo das für alle der Beteiligten so gewesen wäre. Und viele, wo Zwei oder Drei davon, gar nichts davon wußten. Ich hab da meine Zweifel.

    LG
    Sala

    PS Mach da keinen Mann/Frau Unterschied. Unterm Strich, ist es für alle das Gleiche
    ich kenne ein paar leute, die versuchen dreier-beziehungen zu führen, oder halt zwei beziehungen gleichzeitig, und tatsächlich keine davon scheint gut zu funktionieren, ich würde es auch nicht wollen.

    aber ich kenne mehrere leute die, so wie ich, neben der eigentliche beziehung ein oder mehrere "friends with benefits" haben, und meistens funktioniert es doch.
    natürlich nicht immer, es ist eben ein kompliziertes thema, und jeder ist anders.

    ich hoffe das was ich über "liebe" geschrieben habe nicht missverstanden wird, ich werde meine buddies nie so lieben wie ich meinen mann liebe, aber die sind mir auch nicht egal, es sind keine sexobjekte, sondern eben freunde, oder gute bekannten, das ist auch eine art von liebe.
    die bezeichnung sexbeziehung, die ich selbst verwende, ist vielleicht auch irreführend, ich sage es so, auch wenn es etwas... roh? klingt, mit den einen freund kann ich gut reden, mit den anderen gehe ich tanzen, mit den anderen steige ich ins bett...
    ich wiederhole mich, ich weiss, aber ok, man kann sich halt auf verschiedene ebenen gut verstehen, sich gerne haben, spass miteinander haben, intim sein usw, das sex nur für die eine beziehung reserviert sein soll halte ich hauptsächlich für eine gesellschaftliche konvention, die eher auf religion und erziehung basiert.

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