Umfrageergebnis anzeigen: Habt ihr (noch) ein gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

Teilnehmer
423. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, zu beiden (Mutter & Vater)

    172 40,66%
  • Nur zu meiner Mutter

    70 16,55%
  • Nur zu meinem Vater

    38 8,98%
  • Nein, zu keinen der Beiden

    143 33,81%
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Diskutiere im Thema Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #91
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Bei mir wie bei Malemaus. Es gibt seit 2003 aber endlich das Gewaktschutzgesetz, wobei man Mumm braucht, es zu beanspruchen. Ich unterstütze diejenigen, die in einer solch verlassenen Situation sind.
    Lg L.

  2. #92
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 64

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Chaoslady schreibt:
    Am 1. Mai hat er einen Herzinfarkt bekommen, das war auf der Kommunion meiner Nichte, auf dem Weg zur Kirche. Ich bin froh, dass ich nicht gekommen bin, sondern auf die Kinder aufgepasst habe. Alle waren total geschockt, sogar meine Mutter. Aber mich hat es total kalt gelassen! Auf jeden Fall hat er jetzt 3 Bypässe bekommen und liegt in der Kölner Uniklinik. Als wir (mein Mann und ich) am Wochenende einfach mal nach Köln gefahren, weil ein Stadtteil "verkaufsoffener Sonntag" hatte, wurde ich abends gefragt, ob wir denn bei meinem Vater vorbei gefahren sind.

    Ja, ich habe auch Angst, dass er stirbt! Und zwar weil er keine Sterbegeldversicherung hat und ich auch einen Teil beim Sarg dazu bezahlen müsste *grummel* Und weil alle erwarten, dass ich auf die Beerdigung komme

    Liebe Grüße,
    Chaoslady
    Ich kenne Dich nicht - und auch die Beispiele, die Du nennst um Deinen Vater als Unmenschen darzustellen, erschließen sich mir nicht.
    Er liegt mit vielen Schmerzen in der Klinik - und um es direkt zu sagen, damit Du aufwachst: wenn er einmal tot ist, tut es Dir vielleicht leid - nur dann ist es zu spät. - Deswegen springe ich in solchen Situationen über meinen Schatten und mache einen Schritt - nach vorn.
    Es ist eigentlich ganz einfach: Du kannst Dir dann immernoch sagen, dass Du der bessere Mensch bist: Der klügere gibt eben nach.

    Zugeständnis: Hingegen nicht zur Beerdigung kommen, das habe ich auch selbst geplant - bei meiner Schwiegeroma
    Aber dabei geht es nicht mehr um die interpersonale Beziehung, sondern um das Leben, wie es danach für alle anderen Beteiligten weitergeht.
    Und auf dieses Leben hat der Verstorbene dann keinen Einfluss mehr. Das ist das, was dann als Befreiungsschlag erlebt werden kann. Und ich verstehe, dass sich dabei manche Menschen freuen. - Nur das sind zwei Paar Schuh'. -
    Ich bin selbst immernoch sehr stolz und froh, mich zu Lebzeiten auch von ungeliebten Menschen verabschiedet zu haben. Manchmal erlebt man in solchen endgültigen Situationen dann auch erstaunliche Überraschungen - positive wie negative. Leid hat es mir nie getan. - Menschlich war es immer.
    Geändert von sylvie ( 7.02.2013 um 13:53 Uhr)

  3. #93
    Simönchen

    Gast

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Ich muss leider sagen, dass ich den Bericht von Chaoslady nur allzugut nachvollziehen kann. Manchmal hat man Eltern, die einem soviel angetan haben, dass man nicht mehr anders kann als sich komplett zu distanzieren.

    Schade zwar, aber es ist so.

    Simönchen

  4. #94
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 64

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Ja, ich wollte auch nur einen Denkanstoss geben, denn wenn es einmal zu spät ist, kann man es nicht mehr ändern.
    Ich habe alles, was meine Eltern gemacht haben, immer nur geschluckt - und kümmere mich nun trotzdem um sie.
    Ihr seid's wahrscheinlich stärker/ autonomer oder - und das gebe ich auch zu bedenken - rücksichtsloser. Denn "Auge um Auge" Oder "wie du mir, so ich dirt" kann man in in der Philosophie als praktischer Ethiker leider nicht vertreten. Auch mit Kant geht's nicht

  5. #95
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 929

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Weisst Du sylvie...Was ich erlebt habe, hatte ich ja schon erwähnt....als ich endlich wieder kontakt zur Familie (vater, geschwister) aufnahm....wollte mein Vater mich der lüge bezichtigen....ich sei eine querulantin....hätte er damals eher eingegriffen...hätte ich jetzt nicht solche probleme....aber nur weil er alt ist...zu sagen...ja papa...alles vergeben und vergessen...mir geht es gut...ich geh über meine grenzen...ich verzeihe dir....wo er mich so immer noch behandelt????
    Nein!!!!
    Man sollte der hand die einen schlägt nicht auch noch hinterherkriechen, wenn sie wieder droht!!! meine meinung
    Und ich bin weder stärker, noch autonomer, noch rücksichtsloser...nein ich habe gelernt zu überleben und nur auf mich zu zählen......
    deine meinung in allen ehren...aber akzeptiere bitte auch, das es manchmal nicht anders geht!

  6. #96
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 64

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Natürlich kann ich das akzeptieren.

    Für mich klingt das, was Du schreibst, auch eher so, als wollte Dein Vater Dich nicht so sehr bezichtigen, eine Querulantin zu sein [auch wenn das eine Ebene des Gesprächs sein mag], sondern vorallem so, als würde er vorallem die Schuld für Dein Leben bei sich selbst suchen. Weitergedacht könnte er Dir das immer implizit vorwerfen weil es ihm das Leben schwer macht [stell' Dir mal vor, Du würdest Dir selbst solche Vorwürfe machen, dann nimmt man sich selbst als gescheiteret wahr .. ] Und dann hat man als Mensch wohl Schwierigkeiten mit dem Nettsein. Aber das wäre nur meine Interpretation aus dem einen Satz, den Du hier geschrieben hast. Nimm's also nicht für allzu bare Münze.

    Ich wollte ja, wie gesagt, es nur noch einmal von einer anderen Seite beleuchten, a n r e g e n - und hier passt der Spiegel... immer schön selbst reinschauen. Ich und Du. Wobei ich finde, dass der Smilie viel zu viel motzt. Es geht ja eigentlich um Selbsterkenntnis in der Tiefe des Spiegels und die Idee, dass Konflikte häufig auf zwei Seiten beruhen.

    Und natürlich muss man generell muss man selbst für sich entscheiden. - Wäre ja auch schade, wenn es nicht so wäre. Das ist doch gerade das Handlungsprinzip von Autonomie Mit Autonomer meinte ich auch eher handlungsbereiter, handlungsentschlossener.

    Ich bin derart egoistisch, dass ich mir am Ende immer sagen können möchte: Ick' hab' mir nix' vorzuwerfen, ich bin der bessere Mensch. DER ANDERE ist das Problem (Ob das ethisch ok ist, sei mal dahingestellt - es ist allenfalls arrogant. Aber damit habe ich nun genug Negatives über mich selbst gesagt, gell ) Alles Gute mit Deiner Entscheidung!
    Geändert von sylvie ( 7.02.2013 um 20:37 Uhr)

  7. #97
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Meine Mutter war nicht diagnostiziert, hat Benzo, schlafm, schnerztab + wie Gummibearle gegessen, ohne selbst verstAdnis, selbsrechtfertig, und immer devaluirend - so....

  8. #98
    Simönchen

    Gast

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    sylvie schreibt:
    Ich bin derart egoistisch, dass ich mir am Ende immer sagen können möchte: Ick' hab' mir nix' vorzuwerfen, ich bin der bessere Mensch. DER ANDERE ist das Problem (Ob das ethisch ok ist, sei mal dahingestellt - es ist allenfalls arrogant. Aber damit habe ich nun genug Negatives über mich selbst gesagt, gell ) Alles Gute mit Deiner Entscheidung!
    Wenn es wirklich so ist, hat das meiner Meinung nach nichts mit Egoismus zu tun bzw. vielleicht eventuell und überhaupt mit GESUNDEM Egoismus. Man muss nicht immer die Schuld bei sich suchen. Grade das ist doch ein extrem großes Problem - sich selbst ständig die Schuld für die Fehler, und zwar die DEFINITIVEN Fehler des anderen zu geben oder sie bei sich zu suchen. Man muss lernen, die belastenden Faktoren, so blöde es klingt (aber es ist möglich, und durch die Gestalttherapie habe ich genau das gelernt) objektiv zu sehen, beide Seiten von außen zu betrachten. Dass dies Übung, vielleicht sogar jahrelanger Übung und Therapie und Selbstreflexion bedarf, ist mir ganz klar.

    Mit Arroganz hat das nix zu tun. Ich musste das schmerzlich erfahren und lernen. Und hab' es geschafft.

    Simönchen

  9. #99
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Liebe Freunde,
    höre ich in diesem Kontext "Kant" oder "Auge um Auge" oder praktische Philosophie, so sehe ich wieder, wie sehr wir uns an der Frage ethisch reiben. Lasst uns das fruchtbar machen!

    Mir persönlich halfen Moralinfaustformeln wenig. Sie haben eher viel angerichtet. Auf 2 auch hier genannte tückische, m.E. irreführender u. mitunter gefährliche Trostmechanismen möchte ich eingehen. Das verstehe ich hier weniger als Antwort auf vorhergehende Artikel, die eher ein Anlass sind, sondern eher so, dass ich aus meiner Erfahrung schreibe. Dann (2.) möchte ich kurz etwas zum Thema ADHS und Ethik sagen; 3. zu häuslicher Gewalt u. dem Gewaltschutzgesetz und 4. die Hoffnung aussprechen, dass wir unserer Liebesfähigkeit so entfalten können, wie sie in uns ist.


    1. Schutzmechanismen u. Gegenanmaßung werden eine biographische Falle
    Schutzmechanismen wie sich als "besserer Mensch" zu fühlen halte ich für anmaßend. Es ist besser, wenn auch schwerer, die Geschichte des Aggressors zu anzunehmen, die ihn zu dem gemacht hat, der er nun mal ist. Das ist nicht leicht. Trotzdem ist der Aggressor weder schlechter noch besser, sondern Person wie Du u. ich, mit Stärken u Schwächen.
    Bitte mein "anmaßend" nicht moralisch lesen, denn es ist viel schlimmer: Schützen wir uns mit Verhaltensweisen wie GegenAnmaßung - , während wir Opfer werden, dann werden wir selbst schrittweise zum bloßen Komplementärsymptom des Aggressors! Unsere Verhaltensweisen sind am Ende das passgenaue Gegenstück zur Aggression von solchen Unterdrückern, was sich z.B. dann in Beziehungsmustern immer wieder spiegeln wird - sprich der Wahl der Freundin, des Freundes u. wer einen lieben wird! Es gibt einige, für die ist das Ok, ich will das aber bewusster mitgestalten.


    "Der Klügere gibt nach" ist ebenso anmaßend u. kann ein gefährliches Trostwort sein. Ich finde es unklug, sich einzureden, man wäre der Klügere, während sich die Gewalttäter notorisch mit Gewaltmitteln durchsetzen. Sofern ich die Welt für mich u andere verantwortlich u. friedlich mitgestalten will, dann kann ich diese Gestaltung nicht den Gewalttätern überlassen. Wäre es so, dann würde mich ein eingeredetes Selbstgefühl von eigener Klugheit eher depressiv machen, aber nicht stärken, die deprimierende Lage so zu ändern, dass beide Seiten wieder mehr lieben können. Außerdem: Die Klugheit ist kein Wert an sich oder Selbstzweck, sondern ein Mittel zu mehr Frieden, Hoffnung, Gerechtigkeit, Liebe etc.

    2. ADHS-Erlebnisweisen und Lebenslagen heute in den ersten Dialog mit Ethik bringen
    Das Krankheitsbild ADHS ist erst seit kurzem anerkannt. Das ist eine Chance, auf der wir aufbauen können. Nun kann es losgehen!
    Die Bibel, erst recht nicht das AT, auch Kant gehen nicht vom heutigen Wissenstand aus, nicht bei der Schöpfungsgeschichte, nicht kosmologisch, erst recht nicht bei ADHS. Die Chance gibt es erst jetzt durch den wissenschaftlichen Fortschritt, der ein mehr an Heilung für alle betroffenen Seiten ermöglicht. Erst jetzt (nicht schon bei Kant!) - können wir auf wissenschaftlichem Boden ADHS-typische Erlebnisweisen und Lebenslagen auch der praktischen Familienethik vorlegen und sie danach befragen! Kant wusste viel, aber wir könnten sicherlich den einmalig-ahnungslosen Gesichtsausdruck des Königsbergers abgreifen, wenn wir ihn mit ADHS konfrontieren würden. Er wäre sicher schon für den guten WIKIPEDIA-Artikel dankbar. Mir kommt es darauf an, dass wir uns nicht zum Opfer älterer Moralpropaganda machen, die nicht in den Kontext ADHS hineingesprochen wurde! Das ist die Aufgabe unserer Generation, die vorher nicht angegangen wurde. So sollten wir auch Kant neu lesen. Jetzt ist die Frage dran.

    3. Notwehr, Schutz vor Gewalt, Bergpredigt und Liebesgebot
    In meiner Erfahrung wurde vor lauter "die andere Backe hinhalten" (dem ich mich nicht entziehen konnte) die Frage immer wichtiger, ab wann die Fähigkeit zu adäquater Gegengewalt i.S. der Köperverteidigung legitim ist. Philosophisch spricht hier Franz Suarez gut (Jesuitenscholastik, 16. Jh.) zum Thema Staatsgewalt, Legitimität, Gehorsam u. christlichem Widerstandsrecht - ein Geheimtipp (dessen Texte Kant ziemlich gut kannte!)
    Wenn z.B. ein biologischer Vater sein Gewaltpotential grundsätzlich einsetzt, wenn er keine Öffentlichkeit vermutet. Wenn die Lüge Standardmittel ist, um Aggression vorher oder im Nachhinein zu rechtfertigen. Wenn vermeintliche Sachfragen vorgeschoben werden, damit jemand im trauten Heim die Aggressionen abbaut, die er öffentlich nicht abbauen kann. Dann ist es meine Aufgabe, mich wirksam genug zu schützen, damit ich nicht kaputt gehe.
    Als ich gemerkt habe, dass es unweigerlich zu völlig legitimem Widerstand – Selbstverteidigung – kommen muss, fand ich es besser zu gehen, bevor Gegengewalt herausgefordert wird. Gehen die Eltern nicht nur in Worten auch tatsächlich Schritte, sich mit ihrer Gewalttätigkeit auseinanderzusetzen, wird mein Vertrauen wachsen können und ich kann wieder langsam auf sie zugehen.
    Haben sie keine Einsicht in ihre Gewalttätigkeit gegenüber mir durch verdrängende Verhaltensweisen wie "Aussitzen", Rationalisieren oder gehen gar wieder in den (rhetorischen oder tätlichen) Angriff über – ist es aus meiner Erfahrung besser, Distanz sicherzustellen. Die braucht es, damit ich überhaupt wieder Gedanken fassen kann, um den ganz kleinen, normalen Alltag zu bewältigen.
    Sich nach der Bergpredigt zu richten ist dann gut, wenn Du genug Kraft hast, dem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen. Sagt man Schwächeren oder gar Menschen in Opferrollen, sie sollen die andere Backe hinhalten, dann ist das nicht Gottes Wort, sondern sie werden dann zu Opfern einer (mehr oder weniger bewussten!) sadistischen Dominanzstrategie gemacht! Das ist ein besonders fieser u häufiger Missbrauch von Religion, der zu Unterdrückung führt und nicht zu mehr Entfaltungsraum, der hilft mehr zu lieben! Das ist das Kriterium! Jesus will in der Bergpredigt nicht, dass Schwache schwächer werden, sondern dass Gleichstarke die Gewaltspirale beenden, damit es weniger Opfer gibt!
    Sofern wir und der Aggressor gleichstark sind, können wir diesen Schmerz (wenn nötig auch die Verachtung!) ertragen und wir werden es erst dann als gut erkennen, wenn es sich auch tatsächlich(!) als fruchtbar erwiesen hat. Sofern Zahlen hier zur Veranschaulichung Sinn machen, sehe ich im Ratschlag "den Nächsten lieben wie sich selbst" als eine Verhältnisbestimmung an: 50% Eigenliebe zu 50% Nächstenliebe. So ist es auch kein "gesunder Egoismus", sondern tatsächliche Nächstenliebe, die ich ruhigen Gewissens auch so nenne, auch weil man es an den Früchten erkennen wird, die dann auch nicht ausbleiben.
    Die Beurteilung, ab wann man sich verteidigen oder gar das Gewaltschutzgesetz in Anspruch nimmt, sollte objektiviert werden: wenn z.B. die Nachbarn kennen, was abläuft, diese z.B. den Hausherrn eben auch als "despotischen Psychopathen" wahrnehmen u. das bezeugen können - empfehle ich zur Wahrung des christlichen Friedens die Distanz, die 2003 im Gewaltschutzgesetz bedächtig ausgelotet wurde! Das Gesetz war überfällig u. die Kenntnis könnte konstruktiv helfen, je häufiger man sich als "der bessere Mensch" fühlen oder als der "Klügere" fühlen muss. Egal ob man es in Anspruch nimmt oder nicht. (http://www.gewaltschutzgesetz.de/)
    In so einer Distanz kann die Seele nach u. nach auch wieder die Kraft zur Zuwendung gegenüber den Eltern finden. Diese Kraft aus freiem Willen zu lieben gibt es je weniger, je prävalenter die Frage ist, sich körperlich wie seelisch zu schützen. Umgekehrt gibt es wenig schöneres, als wenn man merkt, aus dieser Distanz wieder aus ehrlicher Liebe heraus (ungeheuchelt!) eine Weihnachtskarte schreiben zu können.

    4. Wie können wir unsere Liebesfähigkeit entfalten?
    Ich glaube, unsere ADHSler Generation kann wie keine vorher in Freude ernten, was wir in Tränen gesät haben. Nicht indem wir uns abhärmen, sondern in dem durch die schmerzhaften Episoden unseres Leben bewusst und in der Zuversicht durchgehen, dass wir nun in D die Debatte so führen können, dass wir uns immer mehr als liebende Menschen zeigen und einbringen können. In uns ist viel von solcher (nicht unbedingt otto-normal-bürgerlicher!) Liebe, von der wir leicht geben können, weil sie die ewigen Quelle in uns berührt, die uns durchströmen will. Wie sieht diese Liebe in uns aus?

    Euch derweil alles Gute, einen schönen Freitag u. ein schönes Wochenende

    Freundlich grüßt
    Euer
    L.
    Geändert von Loyola ( 8.02.2013 um 15:17 Uhr)

  10. #100
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Habt ihr ein (noch) gutes Verhältnis zu Euren Eltern?

    Donnerkiesel, Loyola. Das war unser verfrühtes Wort zum Sonntag!
    Guter Text!

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