Umfrageergebnis anzeigen: Wie habt ihr eure Diagnose aufgenommen?

Teilnehmer
105. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ich war gut gestimmt, endlich zu wissen was los ist.

    74 70,48%
  • Es hat mich niedergeworfen, es war schwierig zu akzeptieren

    17 16,19%
  • Weder noch, ich habe es nüchtern aufgenommen.

    14 13,33%
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Diskutiere im Thema Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 61

    Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Durch einen anderen Thread bin ich auf die Frage aufmerksam geworden: Was hat die Diagnose in euch bewirkt? Seid ihr eher positiv gestimmt gewesen, endlich zu wissen, was mit euch nicht stimmt? Oder eher bedrückt, weil es eine unheilbare Krankheit ist?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Hallo Wolf
    Erleichtert - ich bin nicht dumm, sonst hätte ich vieles gar nicht geschafft und die adhs so lange "überspielen" können.

    für mich ist adhs keine krankheit doch aber ein speziell-sein einfach anders
    und dadurch sind wir doch auch alle ein stückweit exklusiv.

    mit allen schwierigkeiten, die die adhs mit sich bringt - ich möchte gar nicht "normal" funktionieren
    ohne überheblich zu sein, mir wäre das leben als "normal"-denker einfach zu langweilig (stumpf, den täglichen trott nachgehen, uninteressiert, isoliert)

    auch wenn das impulsive, emozionale, karussell fährt, und mich mal runterzieht, macht es das lebend spannend.

    wie viel ärmer wäre die welt, ohne die Querdenker, Hinterfrager, Risikoeingehende, Lösungsorientierte Konfliktsuchende,
    Ideenreiche Kreative, Weltverbesserer?

    gruss

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Hmm, ich hatte neutral reagiert, weil ich damals nicht sah, dass allein durch ADHS alle meine Probleme erklärt seien. Für mich gab es einfach zuviel nichterklärbare Kommunikationsprobleme im zwischenmenschlichen Bereich, die durch den Begriff "Asperger" besser erklärbar sind. Ich stellte fest, dass ich massive Probleme mit der Empathie habe, wo ich erfahren habe, dass die meisten ADHS´ler das nicht in dem Ausmaß haben. AS und ADHS schließen sich ja nicht gegenseitig aus, auch wenn die Diagnoserichtlinien momentan noch etwas anderes behaupten. Im Aspergerforum haben viele auch ADHS. Auch habe ich Probleme mit Sarkasmus, Ironie und bin leider überhaupt nicht kreativ, sondern habe ein riesiges Gedächtnis und repliziere einmal Gelerntes gerne immer wieder, kann auch schlecht Transferleistungen erbringen, was ich in der Schule auch immer wieder gemerkt habe. Unordentlich sah meine Schultasche eigentlich auch nie aus, dafür war und ist mein Zimmer aber häufiger ein "kreatives Chaos", aber ich finde darin alles wieder, weil ich genau weiß, wo ich etwas hingetan habe und oftmals die Dinge auch immer an denselben Platz lege. In diesem Forum gibt es auch einige Beiträge, deren Inhalt ich geistig nicht erfassen kann, weil dort mit Sarkasmus und Ironie gearbeitet wird, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass das einfache Umdrehen aller Aussagen auch nicht zum besseren Verständnis beiträgt, da offensichtlich nicht alle Aussagen "umzudrehen" sind... Im Aspergerforum kann ich fast alle Beiträge kognitiv erfassen, auch wenn ich nicht immer mit dem Verfasser einer Meinung sein muß.

    Warum mir bislang in meiner Erwachsenenzeit (in der frühen Kindheit hattte ich mal eine Autismusdiagnose) noch niemand die Diagnose AS gab, liegt daran, dass ich Mimik und Gestik für den Normalgebrauch sehr gut beherrsche, und zwar "fließend", weil ich eben auch sehr viel Übung und Lernerfahrung habe. Auf Kinderbildern, -filmen von mir sieht das allerdings anders aus, meine Eltern bezeichnen mich immer wieder gerne als "hölzern".

    Es ist aber auch nicht so wichtig, ob ich die oder eine andere Diagnose habe, denn es ist viel wichtiger, dass man weiß, wo man seine Probleme hat und man jemanden findet, der einen bei der Aufarbeitung und Aufklärung von Problemen bzw.Erarbeiten von Methoden im zwischenmenschlichen Umgang hilft, der dabei auch berücksichtigt, dass ich geistig sehr fit bin. Es ist schwer, so jemanden zu finden, und ich glaube, bei Autismustherapien werde ich so jemanden auch nicht finden, denn die sind scheinbar eher darauf gepolt, davon auszugehen, dass Autisten geistig nicht so rege sind. Mir helfen auch so Aufklärungsbücher wie "Spiele der Erwachsenen", wo ich einiges nochmal gelernt habe, leider habe ich da wieder Probleme mit der Generalisierung bzw. Anwendbarkeit der dort getroffenen Aussagen.

    Grüße
    Hermine

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 355

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    also ich war auch froh endlcihzu wissen was iegentlich mit mir los ist und nicht mehr im trüben zu fischen.
    lg
    chaoskater

  5. #5
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Es ist schon eine kleine Achterbahnfahrt, wenn man seine Diagnose bekommt.
    Bei mir war es erst einmal die Traurigkeit, die sich breit gemacht hat.
    Dann kam die Wut, die durch die Gleichgültigkeit abgelöst wurde.
    Dann die Erkenntnis, daß man doch nicht so ist, wie der Rest der Welt
    und das alles auch noch dokumentiert.

    Naja. Jetzt kann man endlich auch "Nägel mit Köpfen" machen
    und sein Chaos ein bisschen mehr von außen betrachten.

    Was nun wird, das hängt von mir und meiner Auffassung ab.
    Was sich groß ändert und ändern läßt, das wird sich zeigen.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 372

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Ich hatte mich über die Diagnose gefreut und wäre enttäuscht gewesen, wenn sie nicht gestellt worden wäre.
    Das lag daran, dass ich mir schon vor dem Arztbesuch sicher war, dass diese Diagnose auf mich zutrifft.

    Dadurch konnte ich mir erklären, warum ich bereits schon in der Grundschule schlechte Leistungen erbracht hatte und später im Studium, welches meinen Interessen entsprach, keine Probleme mehr hatte.
    Außerdem machte ich mir nicht mehr solche Sorgen über meine Zerstreutheit.
    Alzheimer oder sonstige Hirnerkrankungen wären schließlich wesentlich schlimmer gewesen.

    Wie hirnbeiß schreibt, konnte auch ich dadurch mein Chaos ein bisschen mehr von außen betrachten und allein dadurch schon vieles verbessern.

    So weiche ich zwar von der Norm ab, aber mit AD(H)S befindet man sich schließlich auch in guter Gesellschaft mit Menschen, die Großartiges erreicht haben, obwohl (weil?) sie an einem AD(H)S "litten".
    Es könnte wesentlich Schlimmeres geben.

  7. #7
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.576

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Extrem erleichtert!!!

    Hab´mich so oft unglücklich mit mir gefühlt und mich dafür geschämt, wenn ich im Überschwang mal wieder die Stimmung irgendwo (gegen mich) habe kippen lassen, mit `nem (wie ich meistens auch später noch fand) vollkommen "harmlosen" (selbst wenn es sich manchmal um "schwarzen" Humor handelte) und niemals verletzend gemeinten Scherz, der ganz einfach
    J E T Z T I N D I E S E M M O M E N T raus MUSSTE, weil er einfach nur durch dieses MOMENTUM zu eben jener "Perle" der geistreichen Konversation, als die ich ihn empfand, werden konnte...

    und den ich mir aber eben doch oft geschenkt hätte, wenn ich mir, B E V O R die Worte meinen Mund verließen, auch nur eine Zehntelsekunde Zeit gelassen hätte, darüber nachzudenken, W I E man diese Doppel- und Dreideutigkeiten auch noch ANDERS würde auffassen können...

    Und bis heute bin ich mir nicht sicher, ob ich all die peinlichen Momente der herunterklappenden Mundwinkel und plötzlich einfrierenden Augen durch den gewagten Scherz an sich verursacht habe, oder durch die, eine Zehntelsekunde NACHDEM der Scherz dann DRAUßEN war einsetzende, schlagartige BEWUSSTHEIT über die Bandbreite der Interpretationsmöglichkeiten meiner Absichten...

    und meine dann ebenso schlagartig auftretende Angst davor, eben genau S O falsch verstanden zu werden wie nun von mir befürchtet...und meine D A R A U F H I N natürlich -allen krampfhaften Bemühungen darum weiterhin UNBEFANGEN zu WIRKEN zum Trotz- veränderte ( verdächtige!) Körpersprache...

    Diese Situationen habe ich noch und noch erlebt - und ich war - ganz im Ernst jetzt- schon des Öfteren dazu entschlossen, meinen Geist einzusperren, meinen Mund zuzunähen, meine Spontaneität

    UND meinen Humor zu opfern - einfach nur, um dazugehören zu können in Frieden.

    Ich konnte nie begreifen, warum ich bei aller Klugheit (die ich mir hiermit natürlich sehr unbescheiden selbst attestiere) nie in der Lage gewesen bin, mit solchen Situationen spielerischer und gleichzeitig verantwortungsbewußter (mir UND anderen gegenüber) umzugehen.

    Und die befreiende Antwort auf z.B. dieses Problem (nur eines von vielen), hat mir meine AD(H)S-Diagnose (und meine Auseinandersetzung mit dem Thema AD(H)S) gegeben.

    Das ändert nun zwar erstmal noch rein gar nichts am eigentlichen Problem - aber ich fühle mich trotzdem so, als sei ein Riesenteil der von mir bis dato als solche empfundenen S C H U L D an meinem vielfachen "Versagen" von mir genommen.

    Würde ich jemandem, der farbenblind ist, böse dafür sein, daß er Rot und Grün nicht auseinanderhalten kann?
    Geändert von Spätzünder ( 3.06.2011 um 17:39 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Ich bekam die Diagnose als Kind. Ich denke das muss man fast etwas gesondert sehen...

    Für mich war es die Hölle.

    Ich wollte dazu gehören und auf einemal wurde ich auch noch als unnormal abgestempelt.

    Aufeinmal wurde nicht mehr ich als Individuum gesehen, sondern mehr das was ich sein sollte - und wenn ich das nicht war, war adhs schuld und wenn ich gewünschte ergebisse brachte, lag es am ritalin.

    na ja, grad keine lust das wieder aufzurollen. da kommt aber viel wut hoch. vorallem auf meine familie.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    die gesicherte diagnose kommt morgen freu !! will essicher wissen wer die schwächen kennt kann dran arbeiten grüsse hurts

  10. #10
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Wie habt ihr auf eure Diagnose reagiert?

    Ja Spätzünder. Diese Wortspielereien. Man meint es ja nicht so, wie es das Gegenüber dann oft auffasst.
    Die Diagnose kann einem schon weiterhelfen und abmildern.
    Man muß halt stetig an sich arbeiten und die "Hintergründe" im Kopf behalten.
    Ich wollte immer und will immer noch ein besserer Mensch werden.
    Diese Verletzungen, die man anderen durch seine "Spontaneität" zufügt,
    können im nach hinein gesehen schon grausam sein.
    Aber es fehlt bei diesen Aktionen halt auch oft der Vorsatz.
    Eben dadurch, dass man unbedacht handelt, eben spontan.

    Sperr deinen Geist nicht ein, näh deinen Mund nicht zu.

    Das Gute an dieser Sache ist ja auch, dass die jenigen die es auch verdient haben,
    manchmal eben ihr verdientes Fett abkriegen...
    weil sich sonst keiner etwas sagen traut.

    LG --hirnbeiß--
    Geändert von hirnbeiß (23.06.2011 um 10:36 Uhr)

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