Umfrageergebnis anzeigen: Bist Du gläubig?

Teilnehmer
387. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ich habe AD(H)S, nehme kein Methylphenidat und bin gläubig.

    46 11,89%
  • Ich habe AD(H)S, nehme kein Methylphenidat und bin nicht gläubig.

    120 31,01%
  • Ich habe AD(H)S, nehme Methylphenidat und bin nicht gläubig.

    117 30,23%
  • Ich habe AD(H)S, nehme Methylphenidat und war schon vor der Einnahme gläubig.

    63 16,28%
  • Ich habe AD(H)S, nehme Methylphenidat und der Glaube hat sich erst danach entwickelt.

    4 1,03%
  • Ich habe kein AD(H)S, was will ich eigentlich hier?

    1 0,26%
  • Bei mir ist das ganz anders, und zwar:

    36 9,30%
Seite 23 von 34 Erste ... 1819202122232425262728 ... Letzte
Zeige Ergebnis 221 bis 230 von 336

Diskutiere im Thema Religionsimmunität durch AD(H)S? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #221
    Lysander

    Gast

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    Gruppenzugehörigkeit ist oft eine Ersatzhandlung wenn es mit der familiären Zugehörigkeit nicht so gut gepasst hat, kann man bei solchen Gruppen wie Gangs oder politisch extremere ideologiesierte Gruppen gut erkennen. Es heißt ja sogar bei Betroffenen oft: Die >GruppeX<ist meine Familie. Innerhalb dieser Gruppen geht es dann oft auch nicht um Liebe, Geborgenheit, Schutz, den der Betroffene eigentlich mal mehr mal weniger sucht.
    Verstehe ich nicht. Das Bedürfnis einer sozialen Gruppe zugehörig zu sein, ist doch nicht per se eine "Ersatzhandlung". Es handelt sich m.E. um eine Sozialstruktur gleicher oder ähnlicher sozialer Kategorie. Man kann eine Familie als soziale Gruppe auffassen. Jedoch bilden sich Freundschaften doch auch schon in früher Jugend, obwohl (oder sogar weil) eine Familie intakt ist. Weshalb sollte es also "oft" eine "Ersatzhandlung" sein? Eine Familie hat selbst wiederum soziale nach Bindungen nach außen, man könnte sie also als Einheit bzw. Mitglied einer größeren Gruppe auffassen. Nebenbei bemerkt: nicht wenige Mitglieder der RAF kamen aus mittelständischen, sogar intakten Familien. Auch hier hinkt also Deine Verallgemeinerung.

    Jetzt sind alle Menschen nicht perfekt. Unvollkommen, nenn es wie du möchtest Smile. Eltern sind selbst nicht perfekt im Geben von Liebe oder äußere Umstände machen dem Kind das grunderleben liebevoller Gemeinsamkeit schwer. Oder Ereignisse reißen ein zu frühes traumatisierendes Loch in das empfindliche Beziehungsgeflecht zu den Eltern, das vielleicht nicht mehr gekittet werden kann.
    Im Laufe der Zeit verlangt das Kind Liebe von den Eltern, erhält aber oft nicht Liebe sondern ein Ersatzsurrogat. Z.B. Geld, eigenes Zimmer, beste materielle Versorgung, privat Schule, Führerschein, Auto oder sogar andere verletztende Erfahrungen, die dann wiederum verhindern, das ein Kind sich mit seinen Eltern identifizieren kann und die Erfahrungs- und Copingmuster integrieren kann oder auch die Welt wie sie die Eltern vermitteln ablehnen muss, was auch immer es für spalterische Erfahrungsmuster gibt. Fließen hier etwa eigene Erfahrungen ein, die Du wie eine Theorie wirken lässt? Geld, Zimmer, materielle Versorgung gehören erst einmal zur Grundversorgung, abhängig von vorhandenen Ressourcen. Es gibt genügend Menschen, die in einer Gruppe/Familie verbleiben, obwohl sie "verletzende Erfahrungen", ja sogar traumatisierende, machen und sich sehr wohl weiterhin mit den Bezugspersonen identifizieren, weil es sich um ihre bekannte Sozialstruktur handelt. Desweiteren sollte Dir aufgefallen sein, dass viele Kinder, trotz liebevoller Eltern, sich von der Familie abkoppeln. Kinder/Jugendliche in der Pubertät sind manchmal wie Baustellen: jeden Tag eine andere Abfahrt. Schon einmal etwas von Pubertät gehört? Das ist mir viel zu eindimensional, was Du da schreibst, sorry.

    Menschen verdrängen hier dann die 'Erfahrung des nicht-geliebt-werdens und verschieben bzw. assoziieren den Vorgang auf einen anderen Spielplatz - Z.B. wird immer wieder etwas verlangt, das Eltern gar nicht geben können oder immer wieder noch mehr Geld verlangt, weil das Kind durch die Ersatzbefriedigung von Liebeswünschen durch Geld selbst gelernt hat, im Materiellen die Liebeszuwendung zu sehen. Es wird manchmal auch nur nach Geld verlangt, weil das Leben verdammt teuer ist. Du tust gerade so, als sei ein Kind immer nur in der Familie unterwegs. Kinder sind auch schon mal in der Schule. Und dort interagieren sie mit anderen Kindern und Lehrern. Was ist mit deren Einfluss?

    Nun geht dieses Erleben weiter: Man lehnt also weil die Eltern einen nicht wirklich geliebt haben, die Eltern irgendwie ab! Sie sind Heuchler, Lügner, falsche Propheten! Sie sagen: Du musst dich liebenswert verhalten und meinen letztlich. Unterwirf dich unserem lieblosen Diktat bzw. versteht das Kind es so. Hier geht so eine Spaltung weiter, sie setzt sich weiter fort und wird zu letztlich zu einer tiefen Sehnsucht nach Gemeinsamkeit, nach Zweisamkeit, nach einem Ankerpunkt mit einem anderen Menschen, weil das Grundbedürfniss nach dem geliebt werden nie hinreichend erfüllt wurde. Ich wiederhole: Die Eltern werden ab einem gewissen Alter fast immer oder sehr oft abgelehnt. Das hat damit zu tun, dass Kinder größer und erwachsen/selbstständig werden. Ich bin der Überzeugung, dass es sich hier um eine Notwendigkeit handelt: das eigene Leben leben wollen. Also sucht man sich eine neue Gruppe oder einen Partner (wobei Gruppe übrigens aus mindestens 3 Personen besteht). Die Sehnsucht nach Gemeinsamkeit entsteht doch nicht aus der mangelnden Zuneigung der Familie. Vielleicht war das bei Dir so? Tut mir ja leid für Dich. Aber auch hier bist Du mir zu eindimensional! Da Dein theoretischer Ausbau windschief ist, werde ich den Rest nicht weiter kommentieren.
    Geändert von Lysander (26.07.2012 um 16:06 Uhr)

  2. #222
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    Wer sich dem Joch einer Sekte unterwirft, (dazu zähle ich auch die Kirchen)
    der wird sich selbst nie erfahren.
    Das Kirchenschiff dümpelt im Sündenpfuhl dahin und die Opfer bleiben auf der Strecke.
    Man kann Menschen nur verklären, wenn sie nicht über sich und die Sache nachdenken,
    blind, und eingeschüchtert den Doktrien folgen. Ich war lange Jahre Ministrant und der Kirche
    und dem Glauben eigentlich nie so recht ergeben.

    Jetzt könnte natürlich einer daherkommen und sagen: "Siehst du, mein Sohn. Hättest du dich an Gott
    festgehalten, dann wäre diese Scheiße in deinem Leben nicht passiert".
    Nun gut. Ich hab an nix festgehalten, war sozusagen 'Haltlos'...
    und doch ist mein Leben jetzt in anderen Bahnen verlaufen...hnnnn.
    Seltsam, das Leben, das Schicksal.
    So ganz recht weiß ich immer noch nicht, wem ich diese wirklich krasse Wende zum Guten zu verdanken habe.
    Natürlich könnte ich jetzt wieder einen wirklich guten Witz reißen...
    abba ehrlich, ehrlich, ich trau mich nicht...so recht...

    LG --hirnbeiß--

  3. #223
    Lysander

    Gast

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    "1 Timothy 2:11-12
    "11 A womanshould learn in quietness and full submission. 12 I do not permit a woman to teach or to assume authority over a man; she must be quiet."


    In der Christenversammlung galt dies. Die Ausführungen von Paulus beziehen sich nicht auf das miteinander Leben, sondern auf die Lehre in der Christenversammlung. Frauen sollen nicht belehren.

    So führe ich auch meine Beziehung

    Das ist ein falsches Verständniss des Textes.

    "Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst"; Epheser 5:28"


    In den Reihen der frühen Christen waren sehr viele Frauen Diakone. (Röm. 16,1). Ich meine mich zu erinnern, dass Plinius so um 100 n.Chr. weibliche Diakone erwähnte, die frühchristliche Rituale leiteten. Der gute Paulus hatte ein gewisses Problem mit Frauen.
    LG Lysander
    Geändert von Lysander (26.07.2012 um 16:58 Uhr)

  4. #224
    Lysander

    Gast

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    Was ich damit sagen will: Paulus von Tarsus war zwar ein "Urchrist", aber er war in weiten Teilen auch dem alten mosaischen Gesetz zugetan. Aus dieser Tradition heraus war er gegen lehrende Frauen in den frühchristlichen Gemeinden. Das macht es aber nicht richtiger :-)

  5. #225
    Lysander

    Gast

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    Ich fände einen Gott recht faul. Er ruhte nicht am siebten Tag, wenn eher seit dem 7. Tag. Allerdings funktioniert das Universum ja auch ohne ihn ganz gut, weil es einfach da ist. Ach ja... ich muss wohl mit 16 meinen ersten MPH-Schub bekommen haben, als ich aufhörte an einen Schöpfer zu glauben. Ich komme aus einer nicht-gläubigen Familie und war der einzige Kirchgänger. Ich weiß nur leider nicht wie ich damals an das Rezept gekommen bin. Ich habe diesen Thread so mal überflogen und musste wirklich lachen.
    Da wird von Toleranz geredet, obwohl es eher um Akzeptanz gehen sollte. Wissenschaftliches Dogma? Auch lustig, denn die moderne Wissenschaft wurde zuerst zu Zeiten Galileo Galilei begründet. Und die Kirchendogmatiker wollten noch nicht einmal durch sein Teleskop auf die Jupitermonde sehen. Dumme Sache, die Monde kreisten um den Planeten, aber das wollten sie nicht sehen.

    Glaubt doch, wenn Ihr glauben wollt. Glaubt nicht, wenn Ihr es nicht wollt. Ich finde diesen Thread einfach nur befremdend. Glaubt doch, was Ihr wollt.

    Ich glaube an den Großen Gulp!

  6. #226
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 202

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    Lysander schreibt:
    Ich habe diesen Thread so mal überflogen und musste wirklich lachen.
    Da wird von Toleranz geredet, obwohl es eher um Akzeptanz gehen sollte. Wissenschaftliches Dogma? Auch lustig, denn die moderne Wissenschaft wurde zuerst zu Zeiten Galileo Galilei begründet. Und die Kirchendogmatiker wollten noch nicht einmal durch sein Teleskop auf die Jupitermonde sehen. Dumme Sache, die Monde kreisten um den Planeten, aber das wollten sie nicht sehen.

    Glaubt doch, wenn Ihr glauben wollt. Glaubt nicht, wenn Ihr es nicht wollt. Ich finde diesen Thread einfach nur befremdend. Glaubt doch, was Ihr wollt.
    Das glaube ich gerne

    Aber mal im Ernst: ich sehe es ähnlich. Jede(r) soll doch das glaube und machen, was er oder sie mag. Meine Zeilen waren auch eher als provokante, mit Humor gedachte Aussage gemeint, mit dem Hinweis auf gewisse Paradoxien und das ohne Anspruch auf historische Genauigkeit, wenn es so etwas überhaupt gibt.

    Mir persönlich widerstrebt das unkritische, nicht-hinterfragte Übernehmen von Allgemeingültigkeiten, einfach nur um des Wesens-Willen. Und vor allem Deuterei, die gerade so ausgelegt wird, wie es einem passt.

    Das ist meine Meinung.

    P.S.: Wissenschaft als Dogma zu bezeichnen halte ich für unangemessen. In der Wissenschaft gibt es nämlich keine Allgemeingültigkeiten; es gibt nur Thesen, die modfiziert, geändert, verworfen werden und jede neue Erkenntnis stellt einen Erkenntniszuwachs dar, der gerne angenommen wird. Das nennt man Entwicklung. Resultierend aus Neugier. Und davon profitiere ich meistens gerne.

  7. #227
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 93

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    Mein Ausgangsposting
    Lysanders Kommentar
    Meine Antwort

    Lysander schreibt:
    Gruppenzugehörigkeit ist oft eine Ersatzhandlung wenn es mit der familiären Zugehörigkeit nicht so gut gepasst hat, kann man bei solchen Gruppen wie Gangs oder politisch extremere ideologiesierte Gruppen gut erkennen. Es heißt ja sogar bei Betroffenen oft: Die >GruppeX<ist meine Familie. Innerhalb dieser Gruppen geht es dann oft auch nicht um Liebe, Geborgenheit, Schutz, den der Betroffene eigentlich mal mehr mal weniger sucht.
    Verstehe ich nicht. Das Bedürfnis einer sozialen Gruppe zugehörig zu sein, ist doch nicht per se eine "Ersatzhandlung". Es handelt sich m.E. um eine Sozialstruktur gleicher oder ähnlicher sozialer Kategorie. Man kann eine Familie als soziale Gruppe auffassen. Jedoch bilden sich Freundschaften doch auch schon in früher Jugend, obwohl (oder sogar weil) eine Familie intakt ist. Weshalb sollte es also "oft" eine "Ersatzhandlung" sein? Eine Familie hat selbst wiederum soziale nach Bindungen nach außen, man könnte sie also als Einheit bzw. Mitglied einer größeren Gruppe auffassen. Nebenbei bemerkt: nicht wenige Mitglieder der RAF kamen aus mittelständischen, sogar intakten Familien. Auch hier hinkt also Deine Verallgemeinerung.
    Es geht hier um die grundlegenden sehr abstrakten psychischen Ordnungskonzepte eines Menschen, die prägend auf seinen Charakter wirken können. Es geht hier nicht um das gegenseitige Aufwiegen oder vergleichen. Fakt ist in der Bindungstheroie, das Kinder eine funktionierende Bindung brauchen. Idealerweise ist das erst einmal die Mutter(rolle) durch die Mutter.

    Lysander schreibt:
    Jetzt sind alle Menschen nicht perfekt. Unvollkommen, nenn es wie du möchtest Smile. Eltern sind selbst nicht perfekt im Geben von Liebe oder äußere Umstände machen dem Kind das grunderleben liebevoller Gemeinsamkeit schwer. Oder Ereignisse reißen ein zu frühes traumatisierendes Loch in das empfindliche Beziehungsgeflecht zu den Eltern, das vielleicht nicht mehr gekittet werden kann.
    Im Laufe der Zeit verlangt das Kind Liebe von den Eltern, erhält aber oft nicht Liebe sondern ein Ersatzsurrogat. Z.B. Geld, eigenes Zimmer, beste materielle Versorgung, privat Schule, Führerschein, Auto oder sogar andere verletztende Erfahrungen, die dann wiederum verhindern, das ein Kind sich mit seinen Eltern identifizieren kann und die Erfahrungs- und Copingmuster integrieren kann oder auch die Welt wie sie die Eltern vermitteln ablehnen muss, was auch immer es für spalterische Erfahrungsmuster gibt.
    Fließen hier etwa eigene Erfahrungen ein, die Du wie eine Theorie wirken lässt? Geld, Zimmer, materielle Versorgung gehören erst einmal zur Grundversorgung, abhängig von vorhandenen Ressourcen. Es gibt genügend Menschen, die in einer Gruppe/Familie verbleiben, obwohl sie "verletzende Erfahrungen", ja sogar traumatisierende, machen und sich sehr wohl weiterhin mit den Bezugspersonen identifizieren, weil es sich um ihre bekannte Sozialstruktur handelt. Desweiteren sollte Dir aufgefallen sein, dass viele Kinder, trotz liebevoller Eltern, sich von der Familie abkoppeln. Kinder/Jugendliche in der Pubertät sind manchmal wie Baustellen: jeden Tag eine andere Abfahrt. Schon einmal etwas von Pubertät gehört? Das ist mir viel zu eindimensional, was Du da schreibst, sorry.

    Das ist alles andere als eindimensional. Deine Einwände gehören selbstverständlich zum Modell dazu. Es ist ein grober Abriss, der vor allem die Verschiebung von Grundbedürfnissen in Richtung Ersatzhandlung herausarbeiten wollte.

    Gehe bitte davon aus, das meine Aussagen gut durchdacht sind. Die Verkürzungen entstehen aus der Kürze meines Vortrages und es war schwierig es zusammenzufassen. Das das jetzt nicht so leicht verständlich ist, kann ich nachvollziehen.


    Lysander schreibt:
    Menschen verdrängen hier dann die 'Erfahrung des nicht-geliebt-werdens und verschieben bzw. assoziieren den Vorgang auf einen anderen Spielplatz - Z.B. wird immer wieder etwas verlangt, das Eltern gar nicht geben können oder immer wieder noch mehr Geld verlangt, weil das Kind durch die Ersatzbefriedigung von Liebeswünschen durch Geld selbst gelernt hat, im Materiellen die Liebeszuwendung zu sehen. Es wird manchmal auch nur nach Geld verlangt, weil das Leben verdammt teuer ist. Du tust gerade so, als sei ein Kind immer nur in der Familie unterwegs. Kinder sind auch schon mal in der Schule. Und dort interagieren sie mit anderen Kindern und Lehrern. Was ist mit deren Einfluss?
    Es geht mir um einen modellhaften Abriss, der primär den Haupteinflussfaktor Familie einbezieht. Natürlich gibt es viele Einflüsse sonst, sie sind aber gegenüber der Familie weitestgehend sekundär, wenn man von einem klassischen Familienbild mit funktionierender Struktur ausgeht. Der Einfluss von Peer-Group und anderen Teilen der Gesellschaft steigt in dem Maße, wie es Eltern nicht gelingt, eine solide Beziehungsbasis zu realisieren und Kinder zu reifen Personen heranwachsen zu lassen, die bereits frühzeitig ausreichend Entscheidungsfähig sind.

    Lysander schreibt:
    Nun geht dieses Erleben weiter: Man lehnt also weil die Eltern einen nicht wirklich geliebt haben, die Eltern irgendwie ab! Sie sind Heuchler, Lügner, falsche Propheten! Sie sagen: Du musst dich liebenswert verhalten und meinen letztlich. Unterwirf dich unserem lieblosen Diktat bzw. versteht das Kind es so. Hier geht so eine Spaltung weiter, sie setzt sich weiter fort und wird zu letztlich zu einer tiefen Sehnsucht nach Gemeinsamkeit, nach Zweisamkeit, nach einem Ankerpunkt mit einem anderen Menschen, weil das Grundbedürfniss nach dem geliebt werden nie hinreichend erfüllt wurde.Ich wiederhole: Die Eltern werden ab einem gewissen Alter fast immer oder sehr oft abgelehnt. Das hat damit zu tun, dass Kinder größer und erwachsen/selbstständig werden. Ich bin der Überzeugung, dass es sich hier um eine Notwendigkeit handelt: das eigene Leben leben wollen. Also sucht man sich eine neue Gruppe oder einen Partner (wobei Gruppe übrigens aus mindestens 3 Personen besteht). Die Sehnsucht nach Gemeinsamkeit entsteht doch nicht aus der mangelnden Zuneigung der Familie. Vielleicht war das bei Dir so? Tut mir ja leid für Dich. Aber auch hier bist Du mir zu eindimensional! Da Dein theoretischer Ausbau windschief ist, werde ich den Rest nicht weiter kommentieren.
    Die Einwürfe sind allesamt berechtigt, aber für diesen Abriss hier nicht von hoher so hoher Relevanz. Es geht um eine ganz bestimmte Grundhaltung eines Menschen, die ganz besonders stark durch den von mir geschilderten Rahmen manifest wird. Das es alternative Entwicklungen gibt, andere Einflüsse, das das das eigentlich alles Superkomplex ist, das ist mir doch klar Lysander.

    Hier geht es vor allem um das Erlernen von 'Unterwerfung oder Rebellion. Was befördert eher den Rebell und was den Unterworfenen zu tage?

    Darum ging es mir, weil das ein erhebliches Licht auf das eigene Verhalten gegenüber Autorität bedeutet.

    Windschief ist hier nix, nur unzureichend kommuniziert durch fehlende "Fachspracheinigung" und Begriffsdefinition. Weiterhin bin ich "nur" Autodidakt in der Psychologie. Meine ADHS führt zu Problemen die vielen Inhalte richtig zu kommunizieren, weil ich mich überschlage und nicht richtig systematisch Abrufen kann. Das Posting hat da einige Schwächen. Aber es ist auch nur ein Posting, kein Vortrag für ein Fachpublikum (dürfte mir auch schwer fallen...
    )

    MFG

    ______________________________ _______________

    In den Reihen der frühen Christen waren sehr viele Frauen Diakone. (Röm. 16,1). Ich meine mich zu erinnern, dass Plinius so um 100 n.Chr. weibliche Diakone erwähnte, die frühchristliche Rituale leiteten. Der gute Paulus hatte ein gewisses Problem mit Frauen.
    LG Lysander
    Das ist so zumindest nicht in der Bibel festgehalten. Jeder Christ ist ein Diener. Das Diakonat wie es heute als kirchliches Amt verstanden wird, hat mit dem Wort "Diener" und der Bedeutung des Satzes nicht viel gemeinsam.
    Davon abgesehen ist es müßig das im Detail zu diskutieren, wenn man nicht die gesamte Bibel heranzieht und Paulus als Schreiber des Wortes Gottes betrachtet.
    Hätte Paulus wirklich ein Problem mit Frauen, würde er dann eine Frau für ihre gute Arbeit loben und überhaupt mit ihr zusammen arbeiten?

    Was ich damit sagen will: Paulus von Tarsus war zwar ein "Urchrist", aber er war in weiten Teilen auch dem alten mosaischen Gesetz zugetan. Aus dieser Tradition heraus war er gegen lehrende Frauen in den frühchristlichen Gemeinden. Das macht es aber nicht richtiger :-)
    Das ist falsch. Paulus war zwar Jude und ursprünglich ein Pharisäer, daraus machte er ja kein Geheimnis. Aber seinen Status als Jude hat er insofern aufgegeben und ist Christ geworden, da das mosaische Gesetz sich mit dem Tode Jesu Christi aufgelöst und keine bindende Verpflichtung mehr für Paulus bzw. die Juden allgemein hatte. Dieser Diskrepanz ist es zu 'Schulden das Paulus als er nach Jerusalem zurückkehrte verhaftet und angeklagt wurde. Dank der römischen Besatzung konnten die damaligen Juden ihn allerdings nicht einfach hinrichten.

    Der Standpunkt den die Bibel vermittelt und Paulus aufgreift ist ein anderer. Die Frau wurde für den Mann geschaffen. Der Mann ist das Haupt der Frau, was ihn aber nicht zu ihrem Beherrscher macht. Der Mann ist genauso dem Christus untertan, wie die Frau dem Mann. Paulus bezieht ich genau darauf in Korinther 11:3 Derselbe Gedanke wird deutlich aus Epheser 5:21-25, wobei hier der Mann verpflichtet wird, die Frau zu lieben wie Christus die seine Versammlung liebt. Kann es eine höhere Pflicht geben?
    Nur weil sich kaum daran gehalten wurde und oft nicht wird, heißt das nicht, das die Regeln der Bibel falsch wären. Sie wurden oft falsch ausgelegt. Das machten ja schon die Juden, wieso sollten die Kirchen heute besser sein?

    Davon abgesehen heißt das aber nicht, das Frauen eine unterwürfige Stellung hätten, im Gegenteil. Es gab schon im mosaischen Gesetz viele Regeln und Gesetze, die wir heute als Frauenrechte bezeichnen würden. Ausserdem gab es Prophetinnen und Richterinnen und in vielen Fällen wurden Frauen Vorrechte eingeräumt.

    Naja, wie auch immer.

    MFG
    Geändert von Sinnstifter (26.07.2012 um 21:07 Uhr)

  8. #228
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    nur kurz mal zwischendurch..... betrf. autoritätsproblem... auch wenn es mir niemand glaubt...
    .... ich bin wirklich gerne aussen vor.... ich hatte keine probleme im sozialen gefühge in schule, job u.s.w.

    ich behaupte mal was:

    du sollst nicht töten - ehre deinen nächsten wie dich selbst.

    wenn xy dies so auswendig lernt - sich fügt.... dem kann z.b. eine andere "macht" z.b. regierung dazu bringen
    in den krieg zu ziehen und "das land zu verteidigen" - es sind die gleichen menschen.

    was ist human? und ich glaube den "knacks" habe ich bekommen als ich vom kind sein in die erwachsenenwelt
    geblickt habe.... als ich mal schaute was so in der geschichte passierte - warum die menschen sich immer wieder
    in die gleiche scheisse reiten - wie verlogen die welt doch war/ist?

    bin ich schon erwachsen?

  9. #229
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    Ja, du bist schon erwachsen, denke ich.
    Weißt du, mit Gott stirbts sich einfach leichter.
    Seltsam nur, daß Geschichtlich festgelegt ist, daß die Soldaten die wußten,
    daß sie sterben müssen, stets nach der Mutter gerufen haben, wenn die verbrannten Eingeweide
    im Feld verteilt waren.
    Du sollst nicht töten...

    --hirnbeiß--

  10. #230
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 93

    AW: Religionsimmunität durch AD(H)S?

    hirnbeiß schreibt:
    Ja, du bist schon erwachsen, denke ich.
    Weißt du, mit Gott stirbts sich einfach leichter.
    Seltsam nur, daß Geschichtlich festgelegt ist, daß die Soldaten die wußten,
    daß sie sterben müssen, stets nach der Mutter gerufen haben, wenn die verbrannten Eingeweide
    im Feld verteilt waren.
    Du sollst nicht töten...

    --hirnbeiß--

    Vielleicht ist es im Moment maximal fehlender Geborgenheit für viele notwendig nach der größten Quelle von Geborgenheit zu suchen, die man kennt.

    Für die einen ist es die Mutter, für den anderen der Vater, für einen weiteren könnte es ein Freund sein oder die Ehefrau.

    Für aufrichtig religiöse Menschen ist es vielleicht viel häufiger die Bindung an Gott. In den Psalmen bringt u.a. König David das sehr oft deutlich zum Ausdruck. Er wurde lange Zeit verfolgt vom vorhergenden König Saul, musste fliehen und versteckte sich jahrelang in der Wildniss, anderen Stätten. Musste sich immer wieder auf Gott verlassen und verarbeitete viele dieser beklemmenden Eindrücke unter Inspiration in den Psalmen. Auch später hatte er als König viele Probleme. Nun ja, viele dieser Psalmen sind einfach nur schön und man bedauert es sehr das man sie nicht im sprachlichen Original lesen kann. Egal wie gut die Übersetzung ist, Gesang, Melodie und so kann man beim lesen nicht mehr reproduzieren.

    MFG

Ähnliche Themen

  1. Durch und durch "durch"
    Von Becky84 im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 26.08.2011, 04:43
  2. Schlafstörungen usw. durch MPH
    Von FrauMaus im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 17.10.2010, 12:59
  3. Persönlichkeitsveränderung durch Medikamente?
    Von emmiyz im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 29.01.2010, 11:58
  4. Besserung durch Nahrungsumstellung?
    Von Alice im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 7.01.2010, 08:00

Stichworte

Thema: Religionsimmunität durch AD(H)S? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum