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Diskutiere im Thema Notfallbutton im Forum ADS ADHS Erwachsene: Schweiz
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Für alle speziellen Themen rund um ADS / ADHS bei Erwachsenen in der Schweiz
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 15

    Notfallbutton

    Hallo liebe Schweizer ADHSler

    Im Vorstellungstread hab ich mich ja schon etwas vorgestellt.
    Beim mir geht grad alles Kopf über.. Zum x-ten Mal habe ich mich entschlossen eine Ausbildung abzuschliessen. Hab da auch ein super Angebot bekommen, in der Firma wo ich arbeite. Da ich noch keine Ausbildung habe, kann man nach Art. 32 mit ein paar Jahren Berufserfahrung eine Erwachsenenbildung machen. Das heisst, man holt sich seinen EFZ im abgekürzten Verfahren, also man muss nicht 4 Jahre die Schulbank drücken zum Lehrlingslohn. Die Prüfung jedoch unterscheidet sich nicht von den anderen. man legt die genau gleiche Prüfung ab.
    Soweit so gut, ich hab mich für 2 Jahre büffeln entschieden. Abschluss Sommer 2016.. Toller Job, grosse Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt vorhanden, langweilige Materie, weiss eigentlich schon bei beginn, dass ich nach dem Abschluss was anderes machen will.. schultechnisch haben wir ein sehr hohes Niveau, zumal ich im 3ten Lehrjahr eingestiegen bin..
    Soweit so gut, in der Schule hat eigentlich alles geklappt, hab gute Noten geschrieben, hab den Stoff gepögt.. Dann Frühling letztes Jahr das erwachen, langsam machte sich Überforderung breit.. Man muss dazu sagen, dass ich um keinen Lehrlingsgehalt, oder gekürzten Gehalt (Weil ich mir das einfach nicht leisten kann) zu bekommen, weiterhin 100% gearbeitet habe, zusätzlich habe ich die Stunden-, welche für die Schule investiert wurden, wärend der Arbeitszeit- nachgearbeitet.
    Als es dann etwas hektisch wurde auf der Arbeit und ich wieder oft auf mich alleine schauen musste, hat sich Überforderung breit gemacht..
    Meine Schulnoten purzelten, ich wurde immer wie mehr unglücklich und ich bekam auch Mühe mit dem Verständnis des Schulstoffes von Tag zu Tag wurde es schlimmer.. Bis Tag x.. da ging gar nichts mehr.. beim reinen Gedanken an eine Entscheidung, ob ich nun Salat oder Reis zum Abendessen machen will, flennte ich los.

    Geht es dir gut? - heulen-
    Kannst du bitte.. -heulen-
    Was willst du?.. - heulen-
    was ist los? - erst recht heulen-

    Ich war schon länger unglücklich mit der Stelle.. Nicht weil etwas schlecht war da, flexible Arbeitszeiten, guter Lohn, super Chef.. Jedenfalls nicht massgebend.. Sondern weil ich meiner Meinung nach in meiner Funktion nicht ausreichte. Was ich auch denke dadurch gespürt zu haben, dass mir einige komisch entgegen traten. Ich fühlte mich nie akzeptiert, unwillkommen, toleriert und unwohl da.
    Ich leide an Hypersensibilität.
    Ich bin eine eher introvertierte Person, etwas verschlossen, ausser ich fühle mich wohl um jemanden, dann rede ich wie ein Wasserfall. Bei fremden Personen krieg ich kaum Small-talk zustande. Wenn ich denke zu spüren, dass mich jemand nicht mag, dann ziehe ich mich von dieser Person zurück und rücke dem nicht noch auf die Pelle.
    Naja jedenfalls wurde das dann immer schlimmer, ich wurde immer gebremster, verschlossener, auch den Menschen gegenüber, welche ich schon lange kenne und auch sehr gerne hab, bis eben zu diesem Tag.. Seit da bin ich in Behandlung, hatte 100% Arbeitsunfähigkeit und mittlerweile arbeite ich wieder 40%. Die Ausbildung hab ich abgebrochen und die Stelle gekündigt.. schon wieder.. Und wieder stellt sich die Frage was nun?! Das was man möchte kriegt man nicht. Also wieder eine Stelle antreten, die einem unglücklich macht um in einem Jahr wieder von Vorne anzufangen..

    Hört diese ewige Abwärtsspirale mal auf? Helfen euch eure Medikamente? Was habt ihr gemacht um erfolgreich eine Ausbildung abzuschliessen trotz ADHS?
    Wie geht ihr damit um?
    Ich hab echt Probleme damit.. Bin bald 30 und fast am selben Punkt wie vor 10 Jahren.. Immer wieder lande ich am selben Punkt. Ich lass mich strukturlos durchs Leben schaukeln in der Hoffnung einmal das zu finden was mich erfüllt und glücklich macht.. Gezielt danach zu suchen bringt nix, weil ich vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen kann.. Manchmal wünschte ich mir ich könnte dem allem ein Ende bereiten und ich müsste mich nicht täglich aufs neue aufrappeln um am Abend nichts Aussergewöhliches erreicht zu haben und immer noch nicht zu Wissen wie weiter. Hätt ich denn Mumm und würd ich dabei nicht noch an andere denken, wäre ich wohl schon ganz andere Wege gegangen.
    Ich mag so nicht mehr weiterleben, ich möchte Stop oder Go, aber nicht weiterhin diesen Mindf***!
    Manchmal denke ich das mir eine Selbstfindungsreise gut tun würde, aber ehrlich gesagt denke ich wäre ich wohl auf ewiger Wanderschaft und mein Wald würde sich kaum lichten, es wäre nur einneuer Weg den Problemen aus dem Weg zu gehen.
    Kennt das jemand?

    Danke für eure Feedbacks.

    Grüsse Chaosvögeli
    Geändert von Chaosvögeli ( 8.01.2016 um 18:21 Uhr)

  2. #2
    DaveR

    Gast

    AW: Notfallbutton

    Grüeziwohl

    Chaosvögeli schreibt:
    Hallo liebe Schweizer ADHSler
    hmm....früher war hier Schweiz, also dräng ich mich mal auf.

    Weil:
    Chaosvögeli schreibt:
    Kennt das jemand?
    Na klar, Du beschreibst mein Leben (7Jobs in den letzten 8 Jahren, in den letzten 6 Jahren 5x umgezogen und.....3xBurnout + ausreichend havarierten Beziehungen) folgendes habe ich im einzelnen schon dazugelernt.....

    Chaosvögeli schreibt:
    Hört diese ewige Abwärtsspirale mal auf?
    Darauf muss man einfach hoffen!
    Und wie ewige Abwärtsspirale fühlt es sich ja auch nur auf den Durststrecken an.
    Das Problem ist halt, dass man die guten Zeiten dann oft nur noch wenig erinnert. Genausowenig wie die vielen guten Lösungen,die man schon erarbeitet hat.
    Ich muss mir das aber auch oft oft oft ins Bewusstsein rufen.

    Chaosvögeli schreibt:
    Helfen euch eure Medikamente?
    Ja, in der Tat. Nehm sie noch nicht lang,aber sie sind doch sehr segensreich.(Wobei ich mich frag, was ich tun sollte , wenn ich ohne auskommen müsste.)

    Chaosvögeli schreibt:
    Was habt ihr gemacht um erfolgreich eine Ausbildung abzuschliessen trotz ADHS?
    Gezweifelt, gehofft, GELITTEN bis weit über die Grenzen, die ich für möglich gehalten hätte und davon profitiert,dass irgendwann auch die Umstände mal günstig sind.
    (Das ist übrigens eine echte Erfolgsstrategie)

    Chaosvögeli schreibt:
    Manchmal wünschte ich mir ich könnte dem allem ein Ende bereiten und ich müsste mich nicht täglich aufs neue aufrappeln um am Abend nichts Aussergewöhliches erreicht zu haben und immer noch nicht zu Wissen wie weiter.
    So - nun wirds aber häßlich. Lass das!

    Oder würdet Du das auch mit Deiner besten Freundin machen, wenn sie nicht täglich was Außergewöhnliches erreicht?
    Man, Frau auch, muss zu sich selbst genauso gut sein, wie zu den Menschen,die einem wichtig sind, right? Wegen Fürsorgepflicht!!!

    (Ich stell mir gerade vor, wie in tausenden von Schweizer Familien täglich die Kinder von der Schule nach Hause kommen und die Mutter fragt "Und was hast Du heute außergewöhnliches erreicht?" und eigentlich denkt sie:)


    Aber jetzt mal Spaß beiseite, war das eher ein Ausdruck von Frust, oder geht das darüber hinaus????


    Kannst Du dazu mal was sagen bitte?????

  3. #3
    DaveR

    Gast

    AW: Notfallbutton

    eins noch...
    das Klügste, was ich mal zu dieser Thematik -

    Chaosvögeli schreibt:
    Manchmal denke ich das mir eine Selbstfindungsreise gut tun würde, aber ehrlich gesagt denke ich wäre ich wohl auf ewiger Wanderschaft und mein Wald würde sich kaum lichten, es wäre nur einneuer Weg den Problemen aus dem Weg zu gehen.
    - gehört habe war:

    "Um bei Dir selbst anzukommen musst Du nirgendwo hingehen - Du kannst einfach da sein - da, wo Du gerade bist . "

    Wie findest Du das?
    Geändert von DaveR ( 9.01.2016 um 05:32 Uhr) Grund: Ästhetik

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Notfallbutton

    DaveR schreibt:
    Grüeziwohl



    hmm....früher war hier Schweiz, also dräng ich mich mal auf.

    Keine Sache, natürlich darf auch jeder was dazu sagen. Hab nur gedacht vielleicht wurde wem mit der selben stärke irgendwie geholfen.


    DaveR schreibt:
    Na klar, Du beschreibst mein Leben (7Jobs in den letzten 8 Jahren, in den letzten 6 Jahren 5x umgezogen und.....3xBurnout + ausreichend havarierten Beziehungen) folgendes habe ich im einzelnen schon dazugelernt......

    Ja genau so gings mir auch.. Also geht's noch.. Mein Lebenslauf umfasst bereits zwei Seiten, ohne den Schulteil und Ausbildung. Zu allem Überfluss hab ich nicht einmal die obligatorische Schulzeit richtig abgeschlossen.
    Zum Umzug drängt es mich auch schon wieder, oder eher aufs: ich pack mal meinen Rucksack und bin weg.
    Beziehung, doch die führe ich nun seit stolzen 6 Jahren, wobei ich schon öfters über eine Trennung zu seinem Schutz nachgedacht habe und ich mich auch oft Frage ob sich denn unsere Interessen wirklich vereinen lassen. Weil er ist das puure Gegenteil von mir. Vielleicht klappts genau deswegen.

    DaveR schreibt:
    Darauf muss man einfach hoffen!
    Und wie ewige Abwärtsspirale fühlt es sich ja auch nur auf den Durststrecken an.
    Das Problem ist halt, dass man die guten Zeiten dann oft nur noch wenig erinnert. Genausowenig wie die vielen guten Lösungen,die man schon erarbeitet hat.
    Ich muss mir das aber auch oft oft oft ins Bewusstsein rufen.
    Das Problem ist halt, dass meine Durststrecke jetzt schon länger geht und alles rundum mit aufsaugt. Das ist frustrierend.

    DaveR schreibt:
    Ja, in der Tat. Nehm sie noch nicht lang,aber sie sind doch sehr segensreich.(Wobei ich mich frag, was ich tun sollte , wenn ich ohne auskommen müsste.)

    Wie wirken sie denn bei dir? was hat sich geändert? Also stopft man die Dinger ein Lebenlang in sich rein? Welche nimmst du?

    DaveR schreibt:
    Gezweifelt, gehofft, GELITTEN bis weit über die Grenzen, die ich für möglich gehalten hätte und davon profitiert,dass irgendwann auch die Umstände mal günstig sind.
    (Das ist übrigens eine echte Erfolgsstrategie)

    Das Problem ist ich werde das Jahr 30.. Also muss ich auf einen echt netten chef-, der voll viel Verständnis mitbringt, mir einen dicken Lohn bezahlt, -mir eine Chance gibt, obwohl in meinem Lebenslauf steht, das ich sprunghaft bin wie ein Frosch. und das alles bitte in einem Beruf der mich interessiert. Privatwirtschaftlich gesehen, sagt da jeder Nope..


    DaveR schreibt:
    So - nun wirds aber häßlich. Lass das!

    Oder würdet Du das auch mit Deiner besten Freundin machen, wenn sie nicht täglich was Außergewöhnliches erreicht?
    Man, Frau auch, muss zu sich selbst genauso gut sein, wie zu den Menschen,die einem wichtig sind, right? Wegen Fürsorgepflicht!!!

    (Ich stell mir gerade vor, wie in tausenden von Schweizer Familien täglich die Kinder von der Schule nach Hause kommen und die Mutter fragt "Und was hast Du heute außergewöhnliches erreicht?" und eigentlich denkt sie:)


    Natürlich würde ich das meiner besten Freundin niemals sagen. Ich bin nur so zu mir.. Ich erwarte von mir selber Spitzenleistungen. Ich erwarte das ich funktioniere, was erreiche und mal mit stolz darauf blicken kann. Zumal schon nur, weil ich in der Schule schon mächtig Probleme hatte und immer alle sagten dass niemals was aus mir wird.. Heute arbeite ich zwar, ich lebe nicht von RAV oder SOZ. Aber eine Grundbildung habe ich nicht, immer wenn ich meine Stelle kündige geht der Spiessrutenlauf in der Jobsuche von vorne los.

    Aber jetzt mal Spaß beiseite, war das eher ein Ausdruck von Frust, oder geht das darüber hinaus????
    Kannst Du dazu mal was sagen bitte?????
    Ich weis, entschuldige. Ne leider geht das schon über Frust hinaus.. Wie ich ja schon angekündigt habe, hat sich zu meinem ADS eine dicke Depression gesellt. Und immer wenn ich denke, dass die Menschen wo ich liebe, enttäuscht von mir sind, oder dass ich Ihre Erwartungen nicht erfüllen kann, dann wünschte ich mir einfach das ich Stop drücken könnte. Weil ich dann denke, dass ich halt nicht nur mir damit schade, sondern auch andere mit ins Verderben hinein ziehe, welche auch von mir abhängig sind. So wie Mietkosten, die ich nicht mehr tragen kann, falls ich keinen Job finde bis ende dieses Monats. Oder eine Reise, von der man geträumt hat und man schon wieder nicht realisieren kann, weils bei mir einfach nicht läuft. Die Nähe, welche ich nicht bieten kann, weil ich damit schlecht umgehen kann. und und und..
    Ich denke mir dann halt immer, dass die Leute ohne mich besser dran sind, weil es ihnen nicht Möglich sein kann, an meiner Seite glücklich zu werden, weil ich nunmal bin, wie ich bin.. Ich werde nie so sein, wie sie es sind.
    Geändert von Chaosvögeli ( 9.01.2016 um 10:58 Uhr)

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Notfallbutton

    DaveR schreibt:
    "Um bei Dir selbst anzukommen musst Du nirgendwo hingehen - Du kannst einfach da sein - da, wo Du gerade bist . "

    Wie findest Du das?
    Finde ich gut. Nur da wo ich gerade bin, wächst der Wald ziemlich dicht..

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.692

    AW: Notfallbutton

    chaosvögeli....
    es berührt mich
    was du schreibst
    und wie du schreibst.

    und hat auch den ein
    oder anderen wiedererkennungswert.

    was ich dich fragen möchte,
    hast du eine therapeutische begleitung?
    Verhaltenstherapie, psychotherapie o.ä.?
    bist du irgendwie fachärztlich eingebunden?
    also adhs spezifisch?
    ist eine mediaktion angedacht?
    oder willst du das eher nicht?
    seit wann hast du deine diagnose?


    als ad(h)s´lerIn etwas beruflich
    (und manchmal auch generell),
    anzugehen was man nicht mag,
    oder was null bis minimal interessiert,
    oder nicht antickt,
    ist in der regel oder sehr oft für einen selber
    eher unproduktiv.
    das nicht immer alles total interessant ist,
    ist klar, aber wenn es grundsätzlich nicht
    das ist, was man möchte wird es nicht leicht.
    die motivation lässt sich dann eher kaum blicken.

    was würdest du denn am liebsten machen?
    reisen und auf wanderschaft gehen
    unterwegs sein...schreibst du.
    ist es eher etwas um quasi zu flüchten
    oder ist das etwas,
    was du dir jobmäßig vorstellen kannst?

    magst/kannst du besser alleine arbeiten
    und ein team im rücken haben oder
    magst du es täglich in einem team zu arbeiten,

    lieber drinnen im büro z.B.
    oder eher draussen, unterwegs?
    mit menschen?
    oder tieren?
    in der natur?

    hilft es dir,
    wenn du einen äußeren rahmen hast
    der dich strukturiert oder
    kannst du dich selber ganz gut strukturieren?

    Chaosvögeli schreibt:
    Und immer wenn ich denke, dass die Menschen wo ich liebe, enttäuscht von mir sind, oder dass ich Ihre Erwartungen nicht erfüllen kann, dann wünschte ich mir einfach das ich Stop drücken könnte. Weil ich dann denke, dass ich halt nicht nur mir damit schade, sondern auch andere mit ins Verderben hinein ziehe, welche auch von mir abhängig sind. So wie Mietkosten, die ich nicht mehr tragen kann, falls ich keinen Job finde bis ende dieses Monats. Oder eine Reise, von der man geträumt hat und man schon wieder nicht realisieren kann, weils bei mir einfach nicht läuft. Die Nähe, welche ich nicht bieten kann, weil ich damit schlecht umgehen kann. und und und..
    Ich denke mir dann halt immer, dass die Leute ohne mich besser dran sind, weil es ihnen nicht Möglich sein kann, an meiner Seite glücklich zu werden, weil ich nunmal bin, wie ich bin.. Ich werde nie so sein, wie sie es sind.
    jeder ist erstmal selber für sich verantwortlich,
    d.h. du brauchst nicht zu entscheiden,
    wem du "zur last fällst" und da schaden abwenden zu müssen.
    wobei ich nicht weiß, wer von dir abhängig ist...
    (hast du kinder?).

    kannst du dir hilfe organisieren, bei der zahlung der miete?
    käme vielleicht in frage in eine (ad(h)s spezifische klinik zu gehen,
    um dich wieder etwas aufzupäppeln und um angehen zu können,
    was dir schwierigkeiten bereitet?


    was kannst du gut?
    was macht dich aus?
    wo sind deine stärken?
    was magst du an dir?
    was mögen andere gerne an dir?


    ich bin erst mit 40 diagnostiziert worden
    und kann dir sagen....
    mit dem wissen darum,
    also um mein ad(hhh)s
    und dem wie es sich bei mir
    ausgewirkt hat und auswirkt,
    verhaltenstherapie und medikation...
    ist es stetig bergauf gegangen.
    vieles ist für mich erklärbar
    und neu händelbar geworden,
    und vieles kann ich nun
    auch akzeptieren und manchmal
    auch nutzen...

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: Notfallbutton

    Chaosvögeli schreibt:
    Das Problem ist ich werde das Jahr 30.. Also muss ich auf einen echt netten chef-, der voll viel Verständnis mitbringt, mir einen dicken Lohn bezahlt, -mir eine Chance gibt, obwohl in meinem Lebenslauf steht, das ich sprunghaft bin wie ein Frosch. und das alles bitte in einem Beruf der mich interessiert. Privatwirtschaftlich gesehen, sagt da jeder Nope..




    Ich weis, entschuldige. Ne leider geht das schon über Frust hinaus.. Wie ich ja schon angekündigt habe, hat sich zu meinem ADS eine dicke Depression gesellt. Und immer wenn ich denke, dass die Menschen wo ich liebe, enttäuscht von mir sind, oder dass ich Ihre Erwartungen nicht erfüllen kann, dann wünschte ich mir einfach das ich Stop drücken könnte. Weil ich dann denke, dass ich halt nicht nur mir damit schade, sondern auch andere mit ins Verderben hinein ziehe, welche auch von mir abhängig sind. So wie Mietkosten, die ich nicht mehr tragen kann, falls ich keinen Job finde bis ende dieses Monats. Oder eine Reise, von der man geträumt hat und man schon wieder nicht realisieren kann, weils bei mir einfach nicht läuft. Die Nähe, welche ich nicht bieten kann, weil ich damit schlecht umgehen kann. und und und..
    Ich denke mir dann halt immer, dass die Leute ohne mich besser dran sind, weil es ihnen nicht Möglich sein kann, an meiner Seite glücklich zu werden, weil ich nunmal bin, wie ich bin.. Ich werde nie so sein, wie sie es sind.
    Nein, wärst du eine Person, die mir (sehr) nahe steht, dann wäre ich nicht unbedingt an erster Stelle enttäuscht, weil du meine (!) Erwartungen nicht erfüllst, sonder ich wäre besorgt um dich und vielleicht traurig, weil ich dir nicht oder nicht so helfen kann, wie du es momentan brauchen kannst. Du bist schliesslich nicht da um in erster Linie meine (!) Erwartungen zu erfüllen, sondern ich möchte dann, dass es dir gut geht, damit wir im besten Fall gemeinsam davon profitieren können. Und bitte was ist eine Reise gegen deine Gesundheit oder existenzielle Probleme? Dann wartet die Reise eben noch ... Vorfreude kann auch schön sein und Balkonien auch, denn Urlaub kann auch daheim schön sein und muss nicht mal viel kosten.


    Ich wage ausserdem jetzt mal eine sehr gewagte These ...
    Tausche mal das Wort Depression mit Verzweiflung aus. Für mich hörst du dich nämlich sehr verzweifelt an und das hat durchaus seine Berechtigung, wenn du so zurück schaust und deine momentane Situation betrachtest - das ist unheimlich viel, was da auf dich (allein?) einstürmt. Da würden die Wellen wohl so über so ziemlich jeden zusammen schlagen ... Das man da nicht weiss, wie es weitergehen soll und denkt, die Situation wäre ausweglos und absolut verfahren, ist nicht unüblich. Aus diesem Wust sieht man so schnell oft keine Alternativen, weil ja die Wellen die Sicht nicht klar sein lassen. Das Ganze ist m. E. recht AD(H)D-typisch, aber keine typische Depression, denn du hast wirkliche Gründe so verzweifelt zu sein! Dennoch gibt es hoffentlich einen Ausweg.

    Als erstes wäre zu klären, ob die Miete und die Nebenkosten irgendwie getragen werden können in der Schweiz. Da habe ich leider überhaupt keine Ahnung von, ob es irgendwelche (Bei)Hilfen geben kann, die man beantragen könnte.

    Das nächte wäre dann dringend deine Gesundheitsfürsorge! Du trägst dich ja offenbar schon mit den Gedanken "Medikamente", auch wenn dich vielleicht noch der Gedanke "lebenslang" davon abhält, aber keiner sagt, dass du lebenslang Medikamente einnehmen musst, wenn du es nicht willst. Erst einmal wäre es ein Versuch, ob und was es bei dir bewirkt, da ist ja jeder Jeck ein bisschen anders - auch in der Wirkung der jeweiligen Medikamente. In der Einstellungszeit sollte man die Medikamente allerdings wirklich durch nehmen, damit die Resultate auch zuverlässig(er) sind. Manchmal ist auch ein Wechsel der Medikamente nötig, wenn es nicht oder nicht den gewünschten Erfolg bringt - das kann passieren. Nach der Einstellungszeit kannst du dann neu entscheiden, ob du damit weiter machen möchtest ... Dann bist du aber um einige Erfahrungen reicher, ob und was Medikamente DIR bringen können und kannst objektiver entscheiden.

    Dazu kommt, dass man MPH (Das ist der eine Wirkstoff.) jederzeit wieder absetzen kann, du bist da also nicht dran gebunden, wenn du nicht willst. Mit Strattera (Ich glaube, das ist das Medikament, was in der Schweiz oft zuerst verschrieben wird.) ist es ein bisschen anders, weil das ein- und ausgeschlichen werden muss. Aber auch das ist im Vergleich nur eine relativ kurze Zeit, die du da gebunden bist. (Ich selbst nehme übrigens Strattera und muss sagen, ich bin wirklich sehr positiv überrascht, auch wenn es eben keine Wunderpille ist, die AD(H)S völlig verschwinden lässt, so bringt es mir doch einiges. Aber ich will dich nicht überreden, ich will dir nur zu bedenken geben!)

    Zusätzlich zu den Medikamenten kann man - wenn der Bedarf da ist - eine Therapie machen. (Ich weiss nicht, ob man das in der Schweiz vielleicht sogar muss. Was die schweizer Verhältnisse betrifft, bin ich nicht so wirklich firm, Entschuldigung.) Die ist dann u.a. dafür da, dass man mit sich und seinem Anteil an AD(H)S (weil man besteht ja nicht nur aus AD(H)S!) besser zurecht kommt. Man kann zumindest in Deutschland auch Ergotherapie oder Coaching in Anspruch nehmen, aber leider ist das nicht immer einfach zu bekommen oder man muss es z. T. auch selbst bezahlen. Ich denke aber, in der Schweiz wird es durchaus Ähnliches geben. Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten, wobei nicht alle wirklich (gut) erforscht sind oder Erfolg versprechen. Manche schwören z. B. auf Nahrungsumstellung usw., aber da jeder für sich selbst verantwortlich ist und es verschiedene Wege zum Ziel gibt, muss man vielleicht auch wirklich einiges ausprobieren ... - Wobei ich nicht sage, dass man grundsätzlich alles ausprobieren muss.


    Was ich dir aber sagen kann, dass ist, dass du nun Wissen sammeln kannst und das ist durchaus gut! Auch hier das Forum ist eine sehr gute Quelle an Tipps und Ratschlägen, die zum grossen Teil schon AD(H)S-erprobt sind und das ist gut so, denn was bei AD(H)Slern hilft, könnte auch dir helfen, was aber bei Nichtbetroffenen hilft, ist eben kein Garant dafür, dass es auch dir hilft, das hast du vermutlich schon mitbekommen. AD(H)Sler benötigen manchmal auch eine etwas "unkonventionelle Möglichkeit" zur Problemlösung. Daneben gibt es eine Menge Bücher, die je nach momentanem Wissensdurst und Aufklärungsbedarf auch weiterhelfen können. Die Zusammenhänge zu erkennnen, zu wissen, wie AD(H)S (auch bei einem selbst) funktioniert, was vielleicht eher schwierig möglich ist, wofür es aber eben auch Wege gibt, die vielleicht abseits liegen von dem, was man so eher sonst so in der konventionellen Welt gehört hat ... Das ist m. E. wichtig - frei nach: Wissen ist Macht!


    Sorry, das ist jetzt doch etwas länger geworden ...
    Nimm einfach, was dir helfen könnte und verwerfe ggf. den Rest.

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Notfallbutton

    Hallo Samasu
    Danke für deine Antwort.

    Sumasu schreibt:
    was ich dich fragen möchte,
    hast du eine therapeutische begleitung?
    Verhaltenstherapie, psychotherapie o.ä.?
    bist du irgendwie fachärztlich eingebunden?
    also adhs spezifisch?
    ist eine mediaktion angedacht?
    oder willst du das eher nicht?
    seit wann hast du deine diagnose?
    Ich bin, als der Tag x mit Burnout kam zum Arzt, welcher mich ans Spital weitergeleitet hat. Dort bin ich in therapeutischer Begleitung. Ich geh da jetzt 1-2 mal pro Monat hin und erzähle etwas. Aber das ist nur eine Übergangsstation. Ich hab mich nun in einer auf ADHS spezialisierte Praxis angemeldet. Das erste kurze Gespräch mit einem Arzt hatte ich vorgestern. Am 1. Februar beginnt dann die Therapie. Zurzeit nehme ich Cipralex, ein Antidepressivum. Ich habe mich lange gegen Medikamente gestreubt.
    Es hilft etwas, aber wirkliche Fortschritte mache ich nicht. Es hat zwar in der ersten Zeit etwas geholfen und mich aus dem tiefsten Loch geholt, aber mittendrin ist es dann irgendwie stehen geblieben.

    Also die Diagnose habe ich mit 18 Jahren erhalten. Das war auch mehr Zufall, weil meine Ärztin verhindert war, hat man mich bei Ihrem Mann untergebracht. Dem ist dan mein Verhalten aufgefallen und hat mich an einen Spezialisten überwiesen. Dort bekam ich nach ein paar Tests das Ergebnis für ein starkes ADHS. Ich hab dann Concerta verschrieben bekommen, weil ich kein Ritalin wollte. Damals sagte man aber noch, dass sich das im Erwachsenenalter verwächst. Als ich mir dann mal die den Beipackzettel zu Gemüte geführt hatte, hab ich die Medikation und Therapie abgebrochen. Viele aus meinem Umfeld haben auch immer gesagt das dieses ADHS nur Mist ist und dass man eine Erklärung sucht für Kinder die einfach nicht sputen wollen.

    Ich muss dazu wohl noch etwas ausholen. Also ich war schon als Kind eher auffällig. Sehr launisch und agressive. Ich hab immer eher schlecht Anhang gefunden und da hab ich andere Kinder gemoppt wie zB. Nadeln in den Kopf gesteckt und so n zeug.. Einfach weil mich die Reaktion interessierte. Hätt es irgendwo einen roten Knopf gehabt, auf dem "Nicht drücken" steht, hätt ich bestimmt den ganzen tag drauf rum gedrückt. Weil die anderen mich ja eh nicht mochten, hab ich dann auf Angst gespielt, weil wenn die Angst vor mir hatten, dann haben die die Finger von mir gelassen und die andern fanden das cool. Aber egal..
    Nun ja ich hab zusehends Probleme in der Schule bekommen. dadurch das ich eher aufmüpfig war und eine schlechte Konzentration hatte, hatte ich schlechte Noten und die Lehrer haben mich nicht gemocht.
    Aber das Thema ADS kam nie auf. Irgendwann hatte man auch keine Angst mehr vor mir und das Mobbing wurde immer schlimmer. also hab ich damit angefangen die Schule zu meiden. In der 8 Klasse wurde ich dann der Schule verwiesen, meine Mutter (alleinerziehend, meine Eltern haben sich Scheiden lassen und mein Vater hats nicht interessiert) hat das Sorgerecht dem Staat überlassen und so kam ich in ein Kinderheim. Dort habe ich gegen alles und jeden rebeliert, weil die mir meine Freiheit genommen haben und mir immer gesagt haben ich sei schwierig und man könne mit mir nicht arbeiten. Ich habe mich allein gelassen gefühlt und war nur noch wütend auf alle. Da hab ich mich auch immer mehr zurück gezogen und Probleme mit Drogen bekommen. Aber in der Welt ging es mir gut, ich hatte viele Freunde.. naja..
    So kam eines zum andern, die Probleme wurden nicht weniger, es spitzte sich zu.. egal, andere Geschichte, Ich verliere mich im Detail . jedenfalls kam mitten drin die Diagnose, welche ich beiseite gestellt habe, dann mit 20 kam der Turn, hab mich von den Drogen gelöst und versuche seither mein Leben auf die Beine zu kriegen. Im Gegensatz zu vorher ist es eine Massive Verbesserung, aber wirklich gut ist es bis heute nicht. Hab dann auch nie wieder in der zeit einen Therapeuten aufgesucht.
    Auch bin ich von eher aggressiv zu introvertiert und verschlossen über gegangen. Was mich nicht symphytischer zu machen scheint. Jedenfalls nicht bei allen.



    Sumasu schreibt:
    was würdest du denn am liebsten machen?
    reisen und auf wanderschaft gehen
    unterwegs sein...schreibst du.
    ist es eher etwas um quasi zu flüchten
    oder ist das etwas,
    was du dir jobmäßig vorstellen kannst?

    magst/kannst du besser alleine arbeiten
    und ein team im rücken haben oder
    magst du es täglich in einem team zu arbeiten,

    lieber drinnen im büro z.B.
    oder eher draussen, unterwegs?
    mit menschen?
    oder tieren?
    in der natur?

    hilft es dir,
    wenn du einen äußeren rahmen hast
    der dich strukturiert oder
    kannst du dich selber ganz gut strukturieren?
    Am liebste würde ich was kreatives machen, was handwerkliches. Ich mag Holz zum Beispiel gerne, ich nähe auch. Ich zeichne gerne und ich mag es zu schreiben und zu lesen. Ich war immer schon sehr in Bewegung, in der ganzen zeit bin ich oft umgezogen, auch ins Ausland, immer auf der Suche nach dem was mich erfüllt. Aber nie fündig geworden. Ich bin gerne unterwegs, ich mag die Abwechslung welche das mit sich bringt. Bin auch etwas spirituell angehaucht und mag die kleinen Dinge im Leben.
    Jobmässig kann ich mir sowas durchaus vorstellen. Ich mag es alleine zu arbeiten, aber ich mag es auch Leute um mich zu haben. Es kommt immer gerade auf die Tätigkeit drauf an. Ich mag es mich über kreative Dinge mit andern auszutauschen, mit jemandem etwas zu entwickeln, muss ich aber etwas machen, was meine Konzentration benötigt, dann bin ich lieber alleine. Ab und zu brauche ich es mal allein zu sein. Zu viel trouble wird mir auf Dauer zu stressig, dann brauche ich ruhe.



    Sumasu schreibt:
    jeder ist erstmal selber für sich verantwortlich,
    d.h. du brauchst nicht zu entscheiden,
    wem du "zur last fällst" und da schaden abwenden zu müssen.
    wobei ich nicht weiß, wer von dir abhängig ist...
    (hast du kinder?)
    Ja das weis ich grundsätzlich. das sagen mir die leute auch immer, das ich damit aufhören soll, ihnen die Entscheidung abzunehmen. Ich bin Hypersensibel, sobald sich die Stimmung von jemandem in irgendeiner Form ändern, nehme ich das auf wie ein Schwamm.. Ich gehe dann automatisch auf denjenigen ein und versuche es ihm irgendwie recht zu machen.
    Nein ich habe keine Kinder. Erlich gesagt weis ich auch nicht ob ich jemals welche haben werde. ich mag zwar Kinder, aber ich bin selbst so unorganisiert, dass ich Angst hätte das irgendwo zu vergessen oder dem allem nicht gerecht werden könnte. Ich möchte nicht die selben fehler machen, wie meine Eltern. Wenn ich mal Mutter bin, dann möchte ich eine gute Mutter sein. Ich denke das merkt auch mein Partner, nach 6 jahren Beziehung, wäre Familie ja mal ein Thema.. Aber ich bin so impulsiv und unverlässlich das dieses Thema für ihn zurzeit kein Thema ist.
    Abhängig von mir ist eigentlich nur mein Partner. Kann ich die Miete nicht mehr bezahlen, muss der alles alleine übernehmen.


    Sumasu schreibt:
    kannst du dir hilfe organisieren, bei der zahlung der miete?
    käme vielleicht in frage in eine (ad(h)s spezifische klinik zu gehen,
    um dich wieder etwas aufzupäppeln und um angehen zu können,
    was dir schwierigkeiten bereitet?
    Eben mein Partner kann die Zahlungen übernehmen, jedoch möchte ich das auf keinen Fall.. Ich möchte nicht der finanzielle Balast an seinem Bein sein. Zudem ist es auch nicht so dass er jetzt endlos Geld zur Verfügung hat. Darum nein.
    In eine Klinik möchte ich nicht. Ich denke nicht dass das hilfreich ist.


    Sumasu schreibt:
    was kannst du gut?
    was macht dich aus?
    wo sind deine stärken?
    was magst du an dir?
    was mögen andere gerne an dir?
    Was kann ich gut? hmm.. Ich kann gut zuhören, jedoch bin ich dann in Sachen Ratschläge sehr Sachlich. Merke ich aber das jemand Hilfe braucht, die er nicht bekommt, dann setze ich alles in Bewegung um dem zu helfen..
    Ich bin kreative, sehr flexibel, Weltoffen, nicht belastet durch Vorurteile, habe eine gute intuition bei Dingen, bereits eine grosse Lebenserfahrung, weis was ich nicht mag, bin sehr tolerant..
    Was mag ich an mir? Ja da fängt es an.. eigentlich nicht sonderlich viel. mein Selbstwert hat einen ganz tiefen Wert. Auch stelle ich andere immer vor mich. Ich kann mir auch sehr schlecht vorstellen warum mich jemand mag.


    Sumasu schreibt:
    ich bin erst mit 40 diagnostiziert worden
    und kann dir sagen....
    mit dem wissen darum,
    also um mein ad(hhh)s
    und dem wie es sich bei mir
    ausgewirkt hat und auswirkt,
    verhaltenstherapie und medikation...
    ist es stetig bergauf gegangen.
    vieles ist für mich erklärbar
    und neu händelbar geworden,
    und vieles kann ich nun
    auch akzeptieren und manchmal
    auch nutzen...
    Nun ich hoffe mit der ADS-präzisen Therapie wird das bei mir auch besser. Fakt ist, so wie es jetzt ist, kann es nicht weiter gehen. Ich mache mich und andere unglücklich.

  9. #9
    DaveR

    Gast

    AW: Notfallbutton

    So,wiestrukturierich das jetzt?
    ok mir fällt was ein:

    1. zu diesem seltsam-Thema:

    Ich meinte nicht,was würdest Du Deiner Freundin erzählen, sondern was würdest Du ihr raten?

    Wenn sie erzählt: nichts außergewöhnliches erreicht, Schwierigkeiten mit der Miete, Urlaubsreise geplatzt......würdest Du ihr dann sagen, dass sie da mal drüber nachdenken sollte alles zu beenden, oder würdest Du ihr sagen,dass das alles verdammt lächerliche Gründe dafür wären?

    Vielleicht solltest Du dieThematik mal bei Deiner Beartungsstelle thematisieren.

    Wichtig ist, und hat mir auch schon ein- oder zweimal geholfen, wirklich sofort und offen mit jemandem drüber zu sprechen, wenn man merkt, dass solche Gedanken akuter werden könnten. Normalerweise bekommt man aber auch Angst und spätestens dass ist ein Zeichen um es jemandem (der es aushalten kann und Rat weiß) zu erzählen.


    2. Die Suche nach dem großen Glück.....

    in unseren Breitengraden hat man mitunter das "Glück", dass man nicht ständig um die eigene Existenz ringen muss und sich deshalb die Frage stellen kann, was einen denn so richtig glücklich machen würde. Was für ein Fluch....

    Jemand, der hart kämpfen muss, den freut es, wenn alles einigermaßen läuft. Dann is er glücklich, es läuft ja, es muss ja nicht perfekt sein, hauptsache es läuft.

    Hierzulande freut man sich nicht daran, dass man den Kopf gut über Wasser halten kann, sondern sucht nach dem Perfekten und Besten aus 1000 Möglichkeiten. Weder weiß man,was man will noch was man soll. Daraus hat sich dann die Coaching-Branche entwicklet,dieden Leuten durch die tausend tollen Sachen helfen soll.

    Was kannst Du? was willst Du? mach es größer! stell es Dir noch schöner vor -sei am Schluss total enttäuscht und wundere Dich warum!!!

    Ich würde empfehlen, orientiere Dich nicht daran, was Dich OBERSUPERTAMTAMTAM glücklich machen soll.

    Schau Dein Leben an und frag Dich:

    was ist jetzt wichtig für mich?

    was hat bisher gut funktioniert?

    was nicht?

    haben manche Sachen bis zu einem bestimmten Punkt gut funktioniert und dann habe ich es übertrieben?

    werden sie in Zukunft gut funktionieren,wenn ich unterhalb der Belastungsgrenze bleibe?

    wie kann ich das durch mein Verhalten beeinflußen?

    wie kann ich es - erstmal - ein kleines bißchen besser machen?

    freu Dich wenn es gelingt

    Als Beispiel:

    Die Frage nach der Selbstfindungsreise....(wo immer Du bist is gerade Wald,den nimmst Du ja mit weil es Dein Wald ist)

    steht der Frage nach der Mietzahlung doch irgendwie entgegen, oder?

    Was ist also wichtig?
    (Dein Freund macht das,aber es wäre gut für Dein Selbstwertgefühl, wenn Du es selber könntest,oder?)

    Könntest Du vorübergehend einen Job finden, der weder Dein Traumjob noch Deine Berufung ist,aber helfen würde Deinen Lebensunterhalt zu finanzieren?

    Dann könntest Du weiter sehen in aller Ruhe. Wie würde sich das anfühlen?




    3. Die Suche nach dem großen Glück.....

    hindert die Leute auch daran, ihr "nur" normales Glück dreist zu übersehen.

    Du schreibst von Deiner langjährigen Beziehung, Dein Freund hilft Dir mit der Kohle anstatt auszuflippen, offensichtlich hast Du eine Wohnung....

    alles sehr sehr schön,oder? Ich kenne durchaus Menschen,die haben das alles nicht.

    Wenn man mal so darüber denkt,....ist Glück vielleicht nicht eher eineFrage dessen,waswirgelernt haben zu erkennen?
    Geändert von DaveR ( 9.01.2016 um 16:31 Uhr)

  10. #10
    DaveR

    Gast

    AW: Notfallbutton

    4. das eigentliche Glück

    vielleicht kommst Du einem glücklichen Leben viel näher wenn Du folgende Fragen VERKNÜPFST:


    was brauche ich / was wünsche ich mir WIRKLICH?

    was brauche ich dafür alles nicht?


    Die Menschen im allgemeinen - und besonders - ADHS´ler kommen dann in Schwierigkeiten, wenn es an einer ausreichend-haltgebenden Grundstruktur fehlt.

    Dann muss man alles "mit Kraft" schaffen.

    Das hält man aber nicht lange durch (auch wenn das Werbefernsehen das Gegenteil behauptet) ergo -> Burnout, Verzweiflung etc.


    Es scheint deshalb sehr sinnvoll, sich den Alltag so leicht wie möglich zu gestalten.

    Dann kannst Du -mit der Kraft, die Du Dir gespart hast -tatsächlich was anfangen.

    Vielleicht könnte das ein Ziel sein?

    Auch wenn das heißt, dass Du die ganz großen Ansprüche ans Leben erstmal in den Keller stellst und stattdessen lernst, Geduld mit Dir zu haben.......

    (jetzt bist Du fast 30 und findest Dich unglaublich alt, in 10 Jahren wirst Du fast 40 sein und Dir denken "man, war ich vor 10 Jahren noch jung", in 20 Jahren hast Du es entweder durchschaut oder denkst Dir "....man wie jung war ich mit fast 40")


    Wenn Du Dir die Zeit läßt, die Du brauchst,dann brauchst Du nur die Zeit die Du dafür brauchst.

    Wenn Du Dich hetzt dauert es länger.

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