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Diskutiere im Thema Diagnose-Verfahren in der Schweiz im Forum ADS ADHS Erwachsene: Schweiz
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  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.177

    Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Hier im Forum lese ich oft, nach welchen Kriterien und mit welch grossem Aufwand in Deutschland eine AD(H)S diagnostiziert wird.

    Alex weist auch immer wieder auf die Kriterien hin, welche für eine Diagnose ausnahmslos alle erfüllt sein müssen. (Alle sind m.E. gar nicht immer möglich).

    Bei mir wurde mit relativ kleinem Aufwand schnell ein mittelschweres ADHS von einer auf ADHS spezialisierten, erfahrenen Psychiaterin attestiert.

    Auf meine Frage, weshalb sie nicht weitere Abklärungen mache, meinte sie, das wäre reine "Geldmacherei". Der Fall sei bei mir so klar, dass dies nicht nötig sei.

    Nun interessiert mich, wie Ihr in der Schweiz abgeklärt wurdet.

    Ist das Dagnose-Verfahren hier weniger aufwändig als in anderen Ländern?

    Ist das abgekürzte Verfahren bei "klaren Fällen" wirklich üblich?

    Gibt es auch in der Schweiz Standard-Verfahren / -Tests?

    Vielen Dank für Euer Feedback

    Carla

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Hallo Carla

    Ich hatte den Eindruck, dass die ADHS Abklärung keine grosse Sache war (ging etwa 2 bis 3 Wochen). Einerseits bestand die Diagnose darin, dass man verschiedene Fragebögen ausfüllen musste (Fragen zu Verhalten von frühester Kindheit bis zum Erwachsenen nach DSM IV ADHS Diagnosekriterien). Darüber hinaus sind wir im Rahmen von 3 bis 4 Stunden meinen "Lebenslauf" durchgegangen bzw. ich habe erzählt und verschiedene Fragen beantwortet (also auch wieder von frühester Kindheit bis zum Erwachsenenalter). Basierend auf diesen zwei Dingen wurde die Diagnose gestellt...übrigens wie bei dir auch eine mittelschwere ADHS.

    Lieber Gruss,
    Micaela

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.171

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Salü zäme

    Hier in der Schweiz läuft es ganz anders als in Deutschland.
    In der Regel wird die Diagnose von Psychiatern durchgeführt oder von Psychologen, die bei Psychiatern angesgestellt sind oder delegiert arbeiten.
    Inzwischen gibt es einige ADHS-Spezialsprechstunden in grösseren Kliniken (z.B. Aarau, Zürich, Basel) wo Abklärungen durchgeführt werden.

    Zur Diagnosestellung in der Schweiz gehören min. die Anamnese (Lebensgeschichte), der Fragebogen, und eine Blutuntersuchung (z.B. Schilddrüsenwerte), die in der Regel an den Hausarzt delegiert wird.

    Oft wird auch noch das sogenannte Wender-Reimer-Interview angewendet, mit dem man die einzelnen Bereiche der ADHS besser einschätzen kann.

    Erfahrene Ärzte können daran bereits sagen ob eine ADHS vorhanden ist. Das geht in der Regel in 3-4 Sitzungen à 1 Stunde. Wenn nötig werden noch weitere Untersuchungen angeordnet, z.B. Intelligenztest, EEG, Konzentrationstest und andere.
    Das gilt in erster Linie der Differenzialdiagnose.

    Ich versuche mal den Bericht einer Fachgruppe hier einzufügen.

    empfehlungenadhserwachsenenalterschweiz1.pdf

    Liebe Grüsse
    Pucki

  4. #4
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.111

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Ich wurde an zwei verschiedenen Orten abgeklärt. In der ersten Klinik, gab man mir die Fragebögen und machte das Interview nach Wender. Zum Schluss gab es noch einen Test zum Arbeitstempo und Aufmerksamkeit. Nach der Auswertung waren sie sich nicht ganz sicher. Eine Aufmerksamkeitsstörung liege wohl vor, aber ob diese auf AD(H)S zurückzuführen sei, könne man nicht genau sagen .
    Ein paar Monate später liess ich mir den ganzen Kram geben und ging zu einer erfahrenen Psychiaterin. Da ich nun in der Zwischenzeit den eindeutigen Bericht der Kinderpsychiaterin von meiner Mom hatte, war das Thema Kindheit "bearbeitet". Danach folgten umfangreiche Tests in verschiedenen Sparten. Sprache, Zahlen, Arbeitstempo, Aufmerksamkeit u.s.w. Alles im Allem nochmals 2 stunden Tests.

  5. #5
    Gesperrt (Mehrfachaccount)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Prof. Eich von der PUK sei sehr gut. Das musst Du selber wissen. Eine 2. Diagnose kann helfen....

    Bei mir ist der Fall seit der Kindheit klar. ADS/H tritt meist auch genetisch in der Verwandschaft auf.

    Man muss die Diagnose ernst nehmen. Doch es ist kein Weltuntergang. Ein ADS/H-Lerntyp muss lernen damit umzugehen und dann ist alles möglich!
    Wenn man nichts macht, ja dann können andere Störungen folgen...

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.177

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Vielen Dank für Eure Feedbacks!

    Anscheinend wird das ganze Verfahren bei uns etwas weniger streng gehandhabt.

    Eigentlich gibt es auch für mich keine Zweifel an der Diagnose. Aber ganz alles passt trotzdem nicht. Vermutlich ist das normal. Aber ich frage mich, ob (auch noch) etwas anderes mit mir nicht stimmt.

    Was mir Mühe macht ist, dass der Fall für meine Ärztin erledigt ist, d.h. sie schreibt mir nur noch die Rezepte für das MPH. Trotz den Medis geht es mir nicht wirklich gut.

    Einiges läuft deutlich besser dank MPH, aber immer öfter bin ich deprimiert, scheitere an Kleinigkeiten oder meinen Ansprüchen an mich selbst, habe Ängste, Selbstzweifel, kann mich nicht organisieren, hab das Gefühl, ich sei zu nichts mehr fähig, dauernd grundlos überfordert. Eine Abwärtsspirale, trotz MPH.

    Ich weiss nicht, ob meine unerklärlichen körperlichen Beschwerden und Schmerzen durch die Psyche ausgelöst werden oder ob umgekehrt diese meine Psyche runter ziehen.

    Zu dieser Ärztin möchte ich nicht mehr. 1. stimmt es von der Chemie her nicht und 2. ist mir der Weg zu Weit.

    Ich weiss nicht, ob ich einen anderen Arzt aufsuchen soll, oder einen ADHS-Coach, oder wie ich sonst aus dem Sumpf raus kommen soll. Oder noch einmal eine Abklärung?

    Hier wird ja immer wieder auf die dringend notwendige VT nebst den Medis hingewiesen. Die paar Sitzungen bei der Ärztin mit ihren Tipps kann man nicht wirklich als VT bezeichnen.

  7. #7


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.171

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Liebe Carla

    Ich möchte dir raten unbedingt eine neue Fachperson zu suchen.

    Ich weiss nicht, ob meine unerklärlichen körperlichen Beschwerden und Schmerzen durch die Psyche ausgelöst werden oder ob umgekehrt diese meine Psyche runter ziehen.
    Das habe ich auch erlebt. Und Ursachen war bei mir dass ich in einer Erschöpfungsdepression gerutscht bin.
    Am Anfang hat mir da das Gespräch mit meiner Ärztin (Psychiaterin) sehr geholfen.

    Denn es ist nicht ungewöhnlich,dass neue Symptome auftreten, wenn man mit der ADHS-Behandlung anfängt.
    Manchmal mutet man sich zu viel zu, da es mit dem mph plötzlich allles ringer geht.

    In welcher Region bist du zu Hause? (Kannst mir das auch per PN schreiben)

    Ich kenne ein paar gute Adressen.

    Oder du fragst bei adhs20+ nach.

    So wie du das beschreibst, kommt wohl erst mal nur ein Arzt/eine Ärztin in Frage. Ein Coaching hilft besser, wenn man bereits gut eingestellt is, bzw. keine sonstigen (gesundheitlichen) Probleme vorhanden sind.

    Liebe Grüsse
    Pucki

  8. #8
    Gesperrt (Mehrfachaccount)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Liebe Leute

    Ich spreche aus jahrelanger Erfahrung.

    Zu der Fachperson, welche die Einstellung mit Medis macht, muss man absolutes Vertrauen haben. Ansonsten bringt es nicht.

    Ich nehme seit Jahren Ritalin. Meine Aerztin war Dr. D. Zürich, Delegation L. Paula und nun PD S. in Delegation L. Paula. PD S. UZH ist der Guru bezüglich Medikamente in Zürich. Es ist eine Praxigemeinschaft. Dr. D. ist selber Mutter von ADS/H Kinder. Beide Aerzte kann ich empfehlen im Raum Zürich. Ansonsten ist man bei IG-20plus Frau A. sehr gut bedient.

    Laut PD S. ist eine Mediabgabe ohne Therapie nicht erlaubt von Gesetzeswegen!!!!!!

    Lieber den Arzt wechseln, sich sicher sein und dann muss die Medikation konstant bleiben. Es ist unklug mit den Dosierungen und Medikamenten rumzuspielen. Das kostet Zeit und auch Geld!!!
    Coaching bei privaten Anbieter ist sehr teuer. Ich würde Coaching beim Artzt in Delegation verlangen. Man kann dann immer noch zusätzliche Angebote über IG-20plus besuchen oder ein Coaching über IG-20plus besuchen.

    Es gibt viele Gurus, welche Coaching anbieten und auch labile Leute ausnützen können. Darum würde ich über die normale Schulmedizin gehen und dann über vertraute Kanäle wie IG-20plus oder Vertrauenspersonen Zusatzangebote aufsuchen.

    Es gibt leider auch Leute, welche die Situation ausnützen!!!!!!!!!!!!

    LG

    Marco
    Geändert von Alex ( 5.11.2013 um 10:01 Uhr) Grund: Nachnamen gekürzt (Persönlichkeitsrechte)

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 230

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Bei mir wurde ADHS vor acht Jahren diagnostiziert, von einem Psychiater. Mittels Fragebögen und mehreren Tests.

    Mir wurde damals auch gesagt, dass die Therapie Pflicht sei, um MPH verschrieben zu bekommen, wegen dem Betäubungsmittelgesetz.
    Hatte seither drei verschiedene Therapeuten (es dauerte, bis ich einen fand, bei dem die Chemie stimmte) und mir wurde von jedem Einzelnen gesagt, dass die Therapie Pflicht sei.
    Hat sich das geändert? Aber auch wenn es nicht Pflicht wäre, finde ich eine Therapie sehr sinnvoll. Es hat auch den Vorteil, dass es von der Krankenkasse übernommen wird.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.177

    AW: Diagnose-Verfahren in der Schweiz

    Danke Pucki, Wuscheli und Liberty!

    Ich denke auch, dass eine Therapie dringend nötig wäre. Wegen meinen dauernden Schmerzen werde ich von einem Arzt zum anderen geschickt, und keiner findet heraus, woran es liegen könnte (einziger gemeinsamer Nenner: Viel zu hoher Muskeltonus, zu viel Spannung, zu viel Sport, zu viel Stress... Sie alle wollen mich in die Ferien schicken, 3-4 Wochen am Strand liegen soll ich. Ha, ich als Hyperaktive, da würde ich ja durchdrehen . Abgesehen davon sind die Probleme nicht belastungsabhängig, d.h. sie verschlimmern sich auch in sportfreien Zeiten). Und mit Entspannen habe ich nun mal Mühe.

    Die Psychiaterin meinte, es könne durchaus vom ADHS her kommen, weil ich dauernd "unter Strom" bin. Sie empfahl immer wieder Qi Gong, Tai Chi und Atemtherapie, aber mit dem kann ich mich schon gar nicht entspannen. Sonst hat sie sich darauf beschränkt - wie erwähnt - mich mit MPH zu versorgen. Meine Physiotherapeutin versucht regelmässig verzweifelt, meine harten Muskeln und entzündeten Sehnen zu lösen und zu beruhigen.

    Irgendwie stinkt es mir dermassen, schon wieder einen Arzt zu suchen, weil ich Angst habe, dass der/die das Ganze wieder nur einseitig anschaut (entweder ADHS oder körperliche Beschwerden), oder dass die Chemie wieder nicht stimmt. Ich bin dankbar für Eure Tipps und werde das mal angehen ((Pucki, ich schreib Dir eine PN wegen der genauen Region und Wuscheli, Zürich wäre nicht schlecht, ich google mal nach Deinen Vorschlägen).

    Ich weiss auch nicht, ob ein neuer Psychiater wieder bei Adam und Eva beginnen wird, sprich eine neue Abklärung, oder ob er von den bestehenden Unterlagen, die ich ihm überweisen lassen werde, ausgeht. Nun bin ich schon mal beruhigt, dass in der Schweiz weniger intensive Diagnose-Verfahren nicht unüblich sind.

    Manchmal bin ich mir eben nicht sicher, ob es nicht auch in Richtung Depression oder Asperger oder sonst etwas geht. Jedenfalls fühle ich mich von der Ärztin mit der Diagnose, den Medis und meinen Problemen ziemlich allein gelassen.

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