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Diskutiere im Thema Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe im Forum ADS ADHS Erwachsene: Schweiz
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 140

    Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    In einer seltsamen Allianz von Linken und Rechten gegen Zentrum-Rechts fordert der Kantonsrat Zürich von der Kantonsregierung Aufklärung über die Anzahl ADHS Kinder im Kanton und deren Behandlung.
    Gemeint ist die Abgabe von Ritalin.
    Das Ziel ist erklärtermassen eine Einschränkung.
    Die Initianten monieren, offenbar nicht ganz zu unrecht, dass Ärzte zum Teil mit Ritalin schnell zur Hand sind.
    Fatal ist allerdings das Klima das geschaffen wird.
    Die Leser-Kommentare zum unten gelinkten NZZ - Artikel passen dann auch gut auf die Humorseite dieses Forums.

    Solche politischen Aktionen sind wesentlich heikler als ein dummer Artikel in einer Supermarkt Zeitung.

    Zwei genannten Rätinnen habe ich schon einmal per mail einen Kommentar zugestellt.
    Ich habe auch, im Bezug auf Erschwerung einer gängigen, in Fachkreisen unumstrittenen Therapie, auf das in der Schweizerischen Bundesverfassung verankerte Diskriminierungsverbot aufmerksam gemacht.

    Die email Adressen der Kantonsräte / innen finden sich in deren Internetauftritten.

    Gegen vorschnelle Abgabe von Ritalin - NZZ.ch, 15.01.2013

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 806

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Dumm, einfach nur dumm, und eine Verschwendung von Steuergeldern. Aber die unsäglichen, penetranten Medienkampagnen scheinen Erfolg zu haben, denn woher wollen die Politiker sonst ihre "Bedenken" haben?

    Ich habe nichts dagegen, dass die Abgabe kontrolliert wird, und bin eigentlich auch der Meinung, dass nur spezialisierte Fachärzte MPH verschreiben dürfen. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass diese Massnahme bereits beschlossen und umgesetzt ist ... oder habe ich da etwas grundverkehrt verstanden?

  3. #3
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Ich habe es gelesen. Es scheint mich gut gemeint, aber ist es schon nicht genug kontrolliert? Klar, wenn Kindern ohne medis gedeihen könne wäre toll, aber es scheint mich wieder einseitig: wenn es stört dass tabletten gegeben werden, wer schaut auch dass alle kindern individuel gefördert werden und dass lehrer dann auch wissen wie mit "schwierige" kindern umzugehen?

    Mit schulen habe ich wenig zu tun, aber genug um zu spüren dass dort der gleiche druck gemacht wird als anderswo in der gesellschaft...

    lg

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Hallo zusammen

    Interessanter Beitrag, das mit dem Postulat wusste ich nicht. Ich habe den Artikel soeben gelesen. Ich kann zwar nicht beurteilen, inwiefern die Statistiken stimmten bzw. inwiefern wirklich mehr Ritalin als früher abgegeben wird und ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Was mich aber zunehmend stört ist diese Ritalin Debatte welche in den Medien geführt wird und sich etwa auf dem Niveau "die Kinder werden mit Ritalin ruhig gestelllt" bewegt. Ich stelle fest das viele Leute, die sich nicht mit ADHS auskennen, auf diesen Zug aufspringen im Sinne von "Medikmante sind doch keine Lösung" etc. - vor allem wenn man bedenkt das diese Leute so ziemlich gar keine Ahnung davon haben wie es sich täglich anfühlt mit einer mittelschweren bis schweren ADHS zu leben. Es kann je nach Fall (ist individuell zu beurteilen) durchaus Sinn machen, über einen gewissen Zeitraum im Leben die Unterstützung von Medikamenten in Anspruch zu nehmen.

    Bei mir jedenfalls ist es so, dass nur mein Mann weiss das ich 1) ADHS habe und 2) Medikinet nehme und eine Therapie mache. Ich werde das garantiert nie nach Aussen kommunizieren, nur im allerengsten Kreis - und auch dort nur bei den Leuten bei denen ich weiss, dass sie Verständnis dafür aufbringen könnten. Die NZZ Leserkommentare haben mich in meiner Meinung gerade nochmals bestätigt:-))

    Liebe Grüsse
    Micaela

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 140

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Hallo Micaela
    Nachfolgend der Wortlaut des Postulats: am meisten Freude habe ich am Begriff: unüberprüfte Alltagstheorien.
    Der Auftrag an die Regierung ist auch interessant, weil er per se nicht erfüllbar ist.
    Entweder ist das böse Absicht oder pure Gedankenlosigkeit.
    Dass du dich in solch einem Klima schützt, kann ich gut verstehen. Aber vergiss bitte nicht, dass wir in der
    CH Bundesverfassung ein Diskriminierungsverbot haben. Und das ist ein bischen mehr als nur "Alltagstheoretisch".

    Herzlich Adenium

    KR-Nr.111/2011

    Der Regierungsrat hat aufgrund des Postulats KR-Nr. 202/2006 bei der ZHAW einen Bericht
    «Interventionen bei psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen» in Auftrag ge-
    geben. Die Studie, welche das Ergebnis dieses Auftrags ist, zeigt Aspekte derjenigen
    Krankheiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf, die üblicherweise mit Psychopharma-
    ka behandelt werden. Sie analysiert zudem die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirt-
    schaftlichkeit der Psychopharmakabehandlungen bei den drei häufigsten für eine Psycho-
    pharmakotherapie indizierten psychischen Krankheiten des Kindes- und Jugendalters.
    Auf das im Postulat KR-Nr. 202/2006 verlangte Monitoring wurde aus Kostengründen ver-
    zichtet. Es bleibt laut ZHAW-Studie deshalb offen, wie psychische Probleme von Kindern
    und Jugendlichen in der Praxis behandelt werden. Die Forschenden schlagen zwar kein
    Monitoring, aber eine andere sinnvolle Nachfolgestudie vor, die exemplarisch am Beispiel
    des Aufmerksamkeitsdefizit – Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) aufzeigen soll, wie die Ver-
    breitung dieser psychischen Störungen unter Kindern und Jugendlichen im Kanton Zürich ist
    (Zeitverlauf / Entscheidungsprozess der Eltern für die Inanspruchnahme der professionellen
    Hilfe und der Art der Intervention / Bedeutung des sozialen Umfeldes, insbesondere der
    Schule, für die Wahl bestimmter Interventionen).

    Es gibt wenige aktuelle und publizierte oder wenigstens zugängliche Daten zur Häufigkeit
    psychischer Störungen unter Kinder und Jugendlichen und den damit verbundenen Inter-
    ventionen. Zudem fehlen unabhängige Untersuchungen, welche die (langfristige) Zunahme
    von Wohlbefinden bei den Betroffenen nach Interventionen überprüfen und belegen. Es
    existieren jedoch vieleunüberprüfte Alltagstheorien und Hypothesen. So besteht der Ver-
    dacht, dass die Zunahme von Psychopharmaka-Abgaben mit der Unfähigkeit der Schule zu
    tun habe, bewegungsfreudigen Knaben (und manchmal auch Mädchen) das nötige Umfeld
    zu bieten, und sie deshalb mit Psychopharmaka ruhig gestellt würden. Eine weitere Alltags-
    theorie ist die Idee, dass das Marketing und die Verkaufslust von Pharmafirmen Ärzte und
    Ärztinnen zur vorschnellen Abgabe von Psychopharmaka motiviere, ohne dass eine genaue
    Problemanalyse vorgenommen werde und nichtmedizinische Massnahmen ausreichend ge-
    prüft würden.
    Es ist die Aufgabe des Kantons Zürich, solche gravierende Vorwürfe ernst zu nehmen, sie
    zu widerlegen oder entsprechende Risikominimierungen vorzunehmen.

  6. #6
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Hallo Ademium,

    Diese text oben scheint mich seriös. Etwas überprüfen zu wollen finde ich immer gut... So kommt man auch zu wahrheit.

    Wegen diskriminierung: es freut mich dass es so was in der CH hat... Ein thema wo ich nicht unsensibel bin.

    lg

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 140

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Liebe mj71

    Fragt sich ob es eine Wahrheit gibt, und wenn, ob die Leute diese wirklich wissen wollen - oder nur ihre Vorurteile bestätigt haben wollen?
    (bewegungsfreudige Knaben...)
    30 Jahre MPH einsatz bei Kindern und Jugendlichen weltweit dürften eine grosse Datenspur hinterlassen haben. Die Behauptung man kenne nicht die " langfristige Zunahme von Wohlbefinden nach Interventionen" gemeint ist Ritalin, dürfte entsprechend falsch sein.
    Ich wette wer sucht der findet die entsprechenden Studien. Aber die sind dann bestimmt von den falschen Leuten gemacht oder finanziert und werden abgelehnt.

    Ich bin da sehr Misstrauisch. Politiker sollen sich aus solchen Themen raushalten. Es ist das Feld der Medizin. In Sachen Brillen und Kontaktlinsen interessiert sich politisch niemand - zu recht.

    Im übrigen sparen genau diese Politiker im Schulbereich gnadenlos. Auf Kosten und zu Lasten der Kinder und der Lehrerinnen und Lehrer.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 12

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Hallo Adenium

    Danke für den Hinweis bezüglich "Aber vergiss bitte nicht, dass wir in der CH Bundesverfassung ein Diskriminierungsverbot haben. Und das ist ein bischen mehr als nur "Alltagstheoretisch"." Da hast du vollkommen recht.

    Bei mir geht es mehr darum, dass ich keine Lust haben mich vor gewissen Leuten zu rechtfertigen warum ich zum Beispiel Medikamente nehme. Es ist also mehr eine Unlust etwas zu erklären, bei dem ich teilweise den Eindruck habe, dass es nicht-betroffene schwer verstehen. Eine andere Befürchtung von mir wäre, dass so etwas an einer Arbeitsstelle rauskommt. In vielen Firmen ist es heute z.B. so das man nach einem Burn-out stigmatisiert wird (also es wird eine geringe Belastbarkeit attestiert). Das werden die wenigsten Leuteso direkt sagen, aber in den Köpfen vieler Leute ist es halt drin ("Leistungsgesellschaft"). Ich behaupte einfach wenn Leute im Job von meiner ADHS wüssten, könnte es irgendwann bei irgendeiner Arbeitsstelle zum Nachteil werden. Also auch dort wirds nie jemand erfahren.

    Viele Grüsse
    Micaela

  9. #9
    Chaoprinzessin

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    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    Hallo Micaela,

    Ich merke bei mich seit einige zeit dass ich kein lust habe mich zu erklären. Entweder verstehen menschen rasch dass ich einiges nicht kann, oder eben oft nicht...

    ich habe viele stelle verloren... Weil ich vieles nicht konnte und es hat nicht gepasst... Nischenarbeitplätzen sind so dünn gesät...

    Also, Diskriminierung in diese leistunggessellschaft spüre ich wohl immer wieder. Da hatte ich mal eine gute beispiel gefunden, und wer noch auf diese internetseite schaut findet sicher noch andere besipielen... Jagdszenen in den Niederungen - Hälfte / Moitié

    Hat zwar nicht direkt mit ADS zu tun, aber diese junge mann könnte doch auch noch ADS haben...

    lg

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
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    AW: Kantonsrat Zürich Postulat gegen vorschnelle Ritalinabgabe

    mj71, micaela

    Ihr habt beide recht!
    Es hat keinen Sinn das Private laut rauszuhängen.

    Ich wollte nur sagen, vergesst nicht, dass in der Bundesverfassung steht, dass niemand aufgrund von xxxxxxxxxxxx diskriminiert werden darf.

    Jeder Bahnperron in der Schweiz wurde angehoben. Ebener Einstieg, Rollstuhlgängig. Bei allen Fussgängerstreifen wurde die Stufe abgetragen.
    In den Bahnhöfen gibt es die weissen Rippen am Boden für die Sehbehinderten.
    Neue Bankomaten sind mit Audioanschlüssen ausgerüstet und so weiter.

    Ein bischen idealistisch sein, wenn auch im Stillen, dürfen wir schon?

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