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Diskutiere im Thema Behörden-Willkür? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Schweiz
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  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    Behörden-Willkür?

    wollte mal nachfragen....

    verschiedene berichte, lassen mich etwas aufhorchen.
    frage, ist adhs und die problematik, die sich dahinter verbirgt bei den
    behörden bekannt? sehe ich es falsch, oder ist hier vieles aus gesellschaftlichem
    aspekt und menschlich, falsch gelaufen?

    Punk Jörg Perreten bei Das Supertalent - das Supertalent 2011-Video

    statt den wirklichen grund für die schulprobleme zu erkennen, wurde die erziehung der mutter in
    frage gestellt und ihm eine beziehung zur mutter verwehrt.


    ********

    Die Behörden nahmen ihr alle vier Söhne weg: Stille Nacht, traurige Nacht - Basel - Schweiz - News - Blick.ch

    und hier das gleiche, ohne die hintergründe zu kennen: ist den kindern wirklich geholfen?
    wieso steht man nicht der mutter bei, damit den kindern nicht die mutter genommen wird?

    wie seht ihr das?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Behörden-Willkür?

    Hallo Smile,

    ich finde deine Frage extrem gut und genau so schwierig zu beantworten.

    Ich habe Gott sei Dank, in letzter Zeit auch gute Erfahrungen mit Behörden machen dürfen. Ansonten muss ich leider zu geben, daß vieles was ich mit Behörde und Eltern erlebt habe, an reine Willkür erinnert.

    Aber wann, frage ich mich, sehen wir die ganzen Hintergründe wenn uns jemand was erzählt? Haben wir nicht selbst auch gleich ein fertiges Bild in unseren Köpfen und verstehen dann alles was dannach gesagt wird unter dem Aspekt des eigenen Kopfkinos vielleicht anders?

    Ich für mich, ergreife die Chance und versuche den Eltern zu helfen, in dem ich ihnen in erster Linie einmal zeige was sie schon alles geschafft haben und toll machen, sehr vieles erledigt sich dann von alleine.

    Gruß Artgerecht

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Behörden-Willkür?

    @artgerecht
    danke für deine antwort.

    ich bin kein fachmann, ich weiss auch nicht unter welchen kriterien "man" sich
    entschliesst die kinder fremd - zu - plazieren.

    nur, ich bin der meinung, dass ein gezwungener beziehungsbruch zum liebenden elternteil (auch wenn überfordert)
    einen sehr grossen schaden an einer kinderseele anrichtet. ja, ich frage mich durch welche brille gesehen und entschieden wird.
    ist eine entwurzelung der richtige weg - und vorallem wann - wird nach paragraphen oder nach empathie entschieden?

    und ja, ich frage mich, ob die menschen die über solche schicksale entscheiden und bestimmen
    auch wirklich geschult sind - vorallem, können sie vorurteilslos entscheiden? sehen sie wirklich die wirkliche problematik?

    klar, ich mache es mir etwas leicht - im nachhinein zu urteilen ist immer einfach - bei jedem "fall" eine bestandesaufnahme und
    den standpunkt neu zu bestimmen ist sicherlich nicht in allen fällen leicht.

    ich weiss nicht ob man in deutschland über die schicksale der verdingkinder, die sich hier in der schweiz zugetragen
    haben (bis in die 80er !!) gehört hat. (alle unter dem deckmantel - der "gut-bürgerlichen-religiösen" - menschen)

    gruss

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Behörden-Willkür?

    @smile,

    ich denke das es aufgrund von finanziellen Engpässen in den Behörden, viel zu wenig Personal und Schulung gibt. Immer wieder erlebe ich aber auch, daß es einzelne Beamte gibt, die aufgrund ihrer Art imstande sind, trotzdem den Eltern Wertschätzung und Kompetenz entgegen zu bringen.

    Aus diesem Grund ist es mir die Selbsthilfe bei ADHS so wichtig. Natürlich ist es auch hier wichtig das eine gewisse Kompetenz nicht fehlen darf. Ich empfinde es als einen guten Weg, die Eltern in ihrem Selbstwert zu stärken und mit ihnen solche Beamten Termine zu planen. Nicht selten ist es die mangelnde Kommunikationskompetenz, die einfach bei einem selbstbetroffenen Elternteil, aufgrund der emotionalen Belastung, schnell mal fehlt. (Äh, ich spreche da aus Erfahrung.)

    Manchmal werden Eltern aber auch richtiggehend überrant und können sich kaum wehren. So wird schon in Kindergarten und Grundschule das Gefühl vermittelt - Seid froh das wir euer Kind überhaupt nehmen, so schwierig wie das ist. Hat man dann keine Adäquate Alternative parat, da keine Zeit zum suchen und informieren, ist das Kind ganz schnell in den Brunnen gefallen.

    Ich finde diese Diskussion sehr interessant und freue mich auf den nächsten Schlagabtausch.


  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 180

    AW: Behörden-Willkür?

    Ich hab gerade tolle Erfahrungen gemacht (vorsicht, Ironie) mit den Behörden.

    Ganz ehrlich? Ohne Rechtsanwältin glaube ich, hätte ich im Internet Foren über Brandbeschleuniger durchforstet und wäre nicht hier ... Es wird noch allzu oft als "Ausrede" dargelegt, wenn ein Kind oder ein Erwachsener ADS hat ... es ist bequem, sich auf Vorurteile zu verlassen, ansonsten müsste man ja noch etwas lernen ...

    Sorry, aber ich hab mich noch immer extrem genervt. Damit die Leute ihren Job machen muss ich zuerst einmal ein paar hundert einer Anwältin geben, und die haben ein paar hunderter für ihren Anwalt aufgeworfen, wobei es ja meine Steuern sind, ich bin doppelt bestraft.

    Aber immerhin läuft es jetzt in die richtige Richtung ...

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 190

    AW: Behörden-Willkür?

    @A_Dee

    Danke das du das mit der Ironie dazu geschrieben hast. :-) Ich stolpere immer bei einem Satz der ein "toll" zu Beginn hat und dann etwas negatives folgt.

    Schön das es wenigstens mit dem Anwalt an der Seite jetzt richtig läuft. Dann war das Geld wenigstens nicht umsonst ausgegeben. Ich erlebe viele Eltern, denen es schon hilft wenn man mit ihnen die "richtigen Fragen" vorbereiten.

    Oft erreicht man über das Fragen nämlich doch, das jemand mit Vorurteil sich zumindest im Nachhinein hinsetzt und nochmal nachdenkt.
    Beispiel: Die Schule will bei dem 3. Klässler (extrem Hypie - sehr schlau) unbedingt einen Aspi Test machen. Erste Frage die die Mutter für sich selbst abklärt: Dürfen die mich zwingen? NEIN.
    2. Frage an die Schule: Was würde sich innerhalb der Schule ändern wenn er ein Apsi wäre? Würde er andere Therapien bekommen? Müsste er z.Bsp. auf eine andere Schule? NEIN
    3. Frage an die Schule: Warum will man das dann machen? Großes Schulterzucken. Das naheliegende wäre dann nämlich zu vermuten, das es aus finanziellen Gründen (Der Schule) sein soll und das wird die Schule nicht sagen, weil es ethisch nicht vertretbar ist. #Es wurde nicht mal mehr im nächsten Bericht erwähnt!

    Also nur mut zu einer guten Vorbereitung auf solche Termine.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 217

    AW: Behörden-Willkür?

    Ich möchte zu dem Thema ein paar Überlegungen loswerden.

    1.) Bei Medienberichten über Einzelschicksale bin ich immer ein wenig skeptisch, gerade bei Medien, die nicht gerade für ausgewogene Berichterstattung bekannt sind. Meist wird nur eine Sicht der Dinge dargestellt, und die andere Seite bleibt ausgeblendet. (Manchmal möchte die andere Seite nicht das eigene Leben in den Medien breittreten und äussert sich deshalb nicht den Medien gegenüber!) Behörden stehen auch unter Schweigepflicht und dürfen sich nicht zur Sache äussern. Deshalb wird meist die "Bürgerseite" einseitig (zu) positiv dargestellt. Gewisse Medien leben davon, einseitig Stimmung für oder gegen einzelne Personen zu machen. Tränendrüse sells, gerade vor Weihnachten.

    2.) Ich denke, es muss sehr viel passieren, bis eine Behörde Eltern ihre Kinder wegnimmt. Es mag Einzelfälle geben, in denen unverhältnismässig gehandelt wird. Aber ist das wirklich immer der Fall?

    3.) Wenn es Probleme in der Familie gibt, ist es Aufgabe der Eltern, an sich zu arbeiten. In schweren Fällen ist das nur in einer Therapie möglich. Sind die Eltern dazu bereit, ihren Kindern zuliebe? Oder fühlen sie sich wohl in ihrer Opferrolle, weil ja die bösen Behörden an allem schuld sind? Was allerdings auf Behördenseite voraussetzt, dass Hilfsangebote gemacht werden bzw. die Chance gegeben wird, dass Eltern sich in Therapie begeben. Es sei denn, das Kindeswohl ist so akut bedroht, dass eine sofortige Trennung unumgänglich ist.

    4.) Kinder werden wohl fast immer unter der Trennung von den Eltern leiden. Kinder sind loyal ihren Eltern gegenüber, egal wie sehr sie unter den Verhältnissen leiden. Trotzdem gibt es Fälle, in denen eine Trennung des Kindes vom Elternteil besser ist und dem Kind sehr viel Leid ersparen kann.

    5.) Eltern können Liebe zu ihren Kindern empfinden, aber trotzdem ihnen gegenüber ein sehr destruktives Verhalten an den Tag legen.

  8. #8
    Ist hier zuhause

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    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Behörden-Willkür?

    @morgenröte

    danke, das stimmt. muss wohl eingestehen, dass ich etwas vorschnell durch meine kritikuntauglichkeit (:-)) und skepsis
    gegenüber zeigefinger-besserwisser und autoritäten doch zu sehr emozional reagiert habe.

    ich frage mich einfach - ob adhs bei den zu entscheidenden behörden auch wirklich verstanden wird.
    ich glaube, dass wir oft andere wege, andere strategien, andere lösungshilfe benötigen.
    die ganze thematik hier im forum... - wir ticken anders - aber nicht schlechter :-)

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Behörden-Willkür?

    @artgerecht

    es braucht mehr back-round wissen für all die kinder die durch das schulsysthem gehen.
    in einem buch von remo largo wurde beschrieben warum man sich für das studienfach
    pädagoge entscheidet.... die ausschlagkräftigsten kriterien bei den studierenden waren.... urlaub, kürzeres studium,
    vereinbarkeit mit familie.... :-/ - kritisiert wurde im buch, dass wohl sehr viel wert auf fachwissen gesetzt und das praktische
    psychologische, kinderentwicklung u.s.w. vernachlässigt wird.

    wir orientieren uns immer mehr einer norm, und in dieser immer kleiner werdenden "klassifizierung" passen mehr
    als 20% der kinder nicht mehr rein.... da stimmt doch etwas nicht? lernt man fürs leben oder für die schule?

    na gut, was wir adhsler auch aus macht, wir sind es gewoht zu kämpfen - und wenn man die kunst beherrscht
    sich durchzusetzen ohne im kampf zu ziehen - werden wir uns auch für unsere kinder einsetzen können. :-)

    nur so ein beispiel: junge 10 jahre, hb / adhs - hat zu seinem glück eine kompetente lp zur seite bekommen - so
    dass er das ritalin nur noch vormittags braucht - sie nimmt ihn, so wie er ist / stillt auch seinen wissenshunger
    - merkt sie, dass er fast "platzt" DARF er mal ums schulhaus springen
    - solche "wissenden" lehrkräfte braucht es noch mehr!

    und schön, dass du dich für all diese kinder einsetzt!

    oppsala.... bin etwas vom thema abgeweicht.....
    und wenn alles schief läuft.... behörden nicht verstehen.... eltern durch falsche muster, unverständnis und schuldzuweisungen in
    abwehrhaltung geraten - ja, dann ist niemandem geholfen und die kinder, die das recht hätten, als eigenständige persönlichkeit
    akzeptiert zu werden - fallen.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Behörden-Willkür?

    Ich frage mich einfach wie gut sind die hilfsangebote? Ich lebe im aufgeklärten zûrich wo millionen in alle möglichen präventionen usw gesteckt wirt.

    Ich habe keine kinder, aber ich habe schon zwei mal hilfsangebote angenommen und war ehrlich geschockt.

    Nach einem missbrauch im alter von 19 jahren rief ich weinend bei der opferhilfe an. Die psychologin wimmelte nich kurzangebunden ab. Eine woche später sagte sie einer freundin von mir, die sich deswegen erkundigte, sie hätte halt kopfweh gehabt

    Und vor etwa 5 jahren vor der. Adhs diagnose waren wir verschuldet. Mein freund und ich verdienten an sich nicht sooo schlecht. Aber uns war alles entglitten. Wir hatten ein riesen chaos in den papieren und brauchten hilfe. Also habe ich mich an die schuldenberatungsstelle der stadt.gewandt. beim ersten tel sagten sie, ich müsse alle einnahmen und ausgaben zusammenstellen. Dies versuchte ich in grosser mühe. Als ich nochmals anrief sagte die frau schnippisch: haben sie ein auto? Ich sagte ja, aber das habe ich geschenkt bekommen und mein vater bezahlt den unterhalt. Die frau sagte: ja also.... Trotzdem. Ein auto geht nicht! Da bleiben immer noch die.bussen fůr schnelles fahren. Ich fahre nicht schnell und hatte erst einmal eine busse. " das glaube ich ihnen nicht!".. ich war echt verzweifelt und bat sie mir zu helfen. Sie meinte, ich solle erst mal das auto verkaufen und mich dann wieder melden. Den tränen nahe bat ich sie mir doch bitte trotzdem einen termin zu geben. Ich sagte ich habe adhs und brauche wirklich hilfe bei den finanzen und einen schuldenplan. ( geld war an sich ja vorhanden).
    Sie erklärte mir dann, dass ich mich mit adhs sicher nicht um meine finanzen kůmmern solle. Das könne ich mit ads ja gar nicht. Das solle doch mein freund übernehmen.
    Peng. Vorbei. Hilfe verweigert!


    Von dem tag an habe ich meine steuern noch weniger gerne bezahlt

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