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Diskutiere im Thema Depersonisation und Derealisierung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 424

    Depersonisation und Derealisierung

    Nachdem mir mein Psychiater bestaetigt hat, dass mit Dissoziationen tatsaechlich verschiedene Persoenlichkeits-Anteile gemeint sind, habe ich endlich Derealisierung und Depersonisation kapiert.

    Derealisierung
    ist ein Zustand, bei dem ich in *einer* Disso bleibe, manchmal hochkonzentriert beim Programmieren, manchmal beim Wegtraeumen beim Fahrradfahren.

    Daraus ins Jetzt, in den Moment aufzutauchen, ist eigentlich keine grosse Sache.
    Wenn ich will.
    Wenn...

    Depersonisation passiert bei mir, wenn die Disso wechselt.

    Wenn mich zum Beispiel jemand etwas fragt, und ich in meiner Disso auf die Erinnerung nicht zugreifen kann, muss ich zum Erinnern in eine andere Disso *wechseln*.

    Und genau dann wird manchmal mein Kurzzeitgedaechnis geloescht, ich verliere den Faden.

    Passiert das hintereinander, z.B. bei Smalltalk, ist das nicht nur anstrengend, ich bin dann manchmal so weit weg, dass ich mich selbst nicht mehr wahrnehme.
    Bin ich geistig schon erschoepft, kann ich nicht mehr einfach so auftauchen, sondern taumele ohne Kontrolle von einer Disso in die naechste.

    Wenn ich dann irgendwann endlich doch auftauche, und schon k.o. bin, habe ich *Panik*, dass das gleich wieder passiert.
    Panik.

    Es dauert manchmal Stunden, bis ich mich davon erholt habe.

    Und das ist keine Reizueberflutung, das passiert, wenn ich ununterbrochen zwischen Dissos hin- und herschalten muss.
    Dazu reicht ein Zweiergespraech vollkommen aus, wenn mein Gespraechspartner oft die Themen wechselt.

    Alles, was ich mir zwischendurch vielleicht merken wollte, ist dann in verschiedenen Dissos abgespeichert!
    Keine Chance, mich daran zu erinnern, ohne fuer jede Einzelheit wieder in die entsprechende Disso umzuschalten.

    Dauerquatschen hilft uebrigens ganz prima, das Depersonalisieren zu verhindern.

    Hier ein kleines Beispiel zum Verdeutlichen, was mich jedes einzelne Mal zum Umschalten zwischen Dissos zwingt:

    Was fuer eine Jacke traegt dein Vater?
    Wo steht der Geschirrspueler im Supermarkt?
    Was stand im letzten Brief, den du geoeffnet hast?
    Wonach riecht es gerade?

    Okay, beim letzten Mal Umschalten war das keine Disso, sondern das Jetzt.
    Wie lange konntest Du im Jetzt bleiben?

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 424

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    Hab mal n Video aus dem vorherigen Beitrag gemacht.

    Das mit dem Dackel war nicht geplant! Man kann hier gut sehen, wie so ein Wechsel zwischen Dissoziationen aussieht, und dass ich mich auch mit grosser Anstrengung nicht daran erinnern konnte, was ich vorher gesagt habe.

    ADHS und Dissoziation, Teil 2: Derealisierung, Depersonalisation


    https://www.youtube.com/watch?v=_PkUsPDHYoM

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 424

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    So.
    Ich komme mir inzwischen ziemlich allein damit vor, aber vielleicht hat ja jemand doch aehnliche Probleme.
    Mir hat der Austausch mit anderen Betroffenen immer sehr geholfen, darum mache ich einfach weiter.

    Dissoziationen sind bei mir nicht statisch.
    Sie sind nicht nur unterschiedlich durchlaessig, sondern ich kann sie "vergroessern", andere Erinnerungen mit hinein integrieren.
    Aber manchmal "rutsche" ich auch dort raus.

    Und ich lerne gerade, Umschalten zwischen Dissos zu verhindern.
    Da gibt es einen klitzekleinen Moment, so dass ich neuerdings sagen kann, "Moment, wir machen das hier erstmal fertig", bevor ich ein neues Thema anfange und darueber nachdenke.
    Das klappt immer besser!

    Und jetzt wird es ganz komisch.
    Ich habe ganz wenige 'Haupt-Dissos".
    Die sind personen-bezogen und ein richtiges kleines Universum, in dem ich ueber ganz viele Sachen reden kann, ohne umzuschalten.

    Auf der ganzen Welt entspannt nichts so sehr, wie darin verweilen zu koennen.

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 424

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    So.
    Inzwischen sind die einzigen Personen, mit denen zum Thema noch ein Austausch stattfindet, mein Psychiater und ein Kumpel, auch mit therapeuthischem Hintergrund.
    Mir wurde nochmal bestaetigt, ich erzaehle hier keinen Bloedsinn.

    Aber ist schon scheisse, so ganz allein mit diesem Thema zu sein, nicht mal meine auch betroffene Freundin versteht wovon ich rede.

    Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich will so selten wie moeglich depersonalisieren und moeglichst gar nicht, wenn ich k.o. bin.
    Mein Psychiater meinte gestern, das sei in meinem Hirn zwar morphologisch so angelegt, aber das Hirn ist flexibel und es besteht die Chance, dass ich das langfristig lerne.
    Und das will ich versuchen.

    Ab sofort gilt eine Regel: Vermeiden, zu haeufig die Disso zu wechseln.
    Um das zu erreichen habe ich bislang diese Liste erstellt.

    - Penible soziale und Reiz-Hyghiene bei Rebound.

    - Wenn die dissoziativen Fugen zu haeufig werden, Stille und Laptop. Passiert auch meist nur bei Rebound.

    - Kein TV, keine Werbung. ( Naja, Filme und Serien auf dem Kodi gucke ich schon.)

    - Keine Autofahrten bei Rebound, Fahrten, wenn moeglich im Dunklen (gilt nicht fuer unbekannte Orte, da triggert nichts Disso-Wechsel) und ohne von Beifahrer vollgequatscht zu werden.

    - Anzahl der Einkaufsbesuche auf das Noetigste reduzieren, keine Entscheidungen erst dort faellen muessen (unglaublich, wie oft ich dazu die Disso wechseln muss)

    - Soziale Kontakte so gestalten, dass sie moeglichst nicht mehr als 2 weitere Personen umfassen und nicht laenger als 2, maximal 3 Stunden am Tag sind.

    - Immer rechtzeitig abhauen.

    - Und so traurig das ist, wenn meine Freundin depersonalisiert, muss ich mich auch zurueck ziehen, es ist nur eine Zeitfrage, bis es mich ueberanstrengt. Es bricht mir das Herz, aber ich muss zuallerst mich schuetzen. Einzige Ausnahme ist, ich kann ihr Gesellschaft leisten, wenn sie in ihrer Not Sachen guckt, die ich auch schon auswendig kenne.

    Das alles mag vielleicht uebertrieben wirken, aber ich glaube dass meine bisherige Strategie, die Intensitaet der Reize hochzudrehen (Partys, neue Leute, Adrenalin-Hobbies), einfach nur selbstzerstoererisch ist.
    Ab einem gewissen Adrenalin-Pegel konnte ich wieder heraus aus der Depersonalisation oder verhindern, hinein zu gleiten. Wusste ja nicht, was los war.

    Dieses jahrelange Achtsamkeits-Training kann doch nicht dazu gedient haben, am Ende hilflos zuzugucken, wie man jeden Tag dann doch wegen Ueberanstrengung in einen Zustand abgleitet, aus dem man nicht mehr herauskommt und der so unertraeglich ist, dass ich ihn nur betaeubt ertrage.

    Wer immer diesen Weg bereits beschritten hat, ich waere dankbar fuer einen Austausch.

  5. #5
    Wohnt hier

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    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 1.801

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    hallo

    ich finde es spannden deine Beiträge zu lesen.

    Ehrlich gesagt, habe ich mir da noch nicht so viele Gedanken zu dem Thema gemacht.
    Zur Zeit versuche ich einen, für mich guten Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung hin zu bekommen.

    Disso`s, wie du sie beschreibst, habe ich auch ab und zu am Tag, empfinde sie aber nicht wirklich belastend.

    bist und hyper- oder hypo aktiv?

    bis dann Elwirrwarr
    Geändert von Elwirrwarr ( 8.02.2017 um 19:37 Uhr)

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

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    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 424

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    Ich empfinde Dissos nicht belastend. Wie auch, ich bin quasi immer dissoziiert.
    Belastend sind nur die Depersonalisationen und auch nur, wenn ich k.o. bin und mich da nicht mehr einfach so herausholen kann.

    Und die Frage, ob ich hyper oder hypo bin, finde ich in diesem Zusammenhang ausgesprochen spannend:

    Diagnostiziert bin ich hyper.
    Wenn ich da aber mit dem jetzigen Wissen genauer hinschaue, bin ich nur depersonalisiert hyper.

    Ist Hyper gleichzusetzen mit depersonalisieren?

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

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    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 478

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    Lieber DonBoleta,

    auch ich möchte Dir mal eine Rückmeldung geben. Ich lese Deine Beiträge fast immer und sie regen mich immer zum nachdenken an. Vor allem Deine Ausführungen zu den Dissos haben bei mir einiges ausgelöst, vor allem Aha-Effekte. Die Folge waren außerdem der Austausch mit meinem Therapeuten.

    Ich muss aber auch zugeben, dass ich oftmals lange brauche, um alles zu verstehen was Du schreibst. Auch kann ich manche Deiner Texte und vor allem die Filme nur in mir "kopfgerechten" Stücken lesen und gucken. Depersonisation und Derealisierung musste ich sogar erst mal googeln. Das soll aber keine Kritik sein, versteh mich da nicht falsch.

    Ich bewundere Dich dafür, wie klar Du diese Dinge bei Dir beobachten und auch noch artikulieren kannst. Mir fällt beides leider extrem schwer.

    Deine Liste finde ich in sofern spannend, da ich einiges davon, aber wohl eher unbewusst, schon lange so umsetze, obwohl mein Therapeut mir immer wieder sagt, dass das in Bezug auf meine Angsterkrankung eigentlich eher kontraproduktiv und/oder Vermeidung ist.

    Ich übe mich auf Anraten meines T. auch schon seit einiger Zeit in Achtsamkeit. Anfangs habe ich das überhaupt nicht hinbekommen, habe bei den "einfachsten" Übungen sogar Panikattacken bekommen. Dank der Übungen ( so glaube ich zumindest) merke ich nun immer öfter, wenn es mir zu viel wird und kann dann auch mal stop sagen, was aber leider nicht immer mit Verständnis, sondern eher mit befremdlichen Blicken belohnt wird. Auch stelle ich zunehmend fest, wie arg mein Kurzeitgedächtnis hinkt und wie schwer mir das Folgen an Unterhaltungen fällt. Das ist dann nicht gerade förderlich, um mein Selbstwertgefühl zu steigern. Oftmals mache ich mich selbst dann runter. Daher sehe ich diese "neue (W)ach(t)samkeit momenatn als Fluch und Segen. Denn sie ist ja nur der erste Schritt auf dem Weg von Veränderungen. Geht Dir das auch so?

    Bei dem "Dauerquatschen" musste ich vehement nicken, dann das ist auch eine meiner "Waffen". Dank Dir habe ich jetzt verstanden, warum ich das tue. Ich kann zum Beispiel an keiner Kasse stehen oder im Bus fahren ohne mit irgendwem zu quatschen. Da ist es mir dann auch völlig egal ob unbekannt oder nicht.

    Liebe Grüße Lady

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 767

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    Hochinteressant. Das erklärt einiges bei mir.

    Ja, mir hilft auch das Innehalten und mal nein sagen. Beispiel: Jemand steht neben mir und gibt mir Anweisungen. Dann fragt die Person, was gestern am Telefon gemeldet wurde. Ich kann das 1. erst beantworten, wenn ich die Anweisungen aufgeschrieben habe und 2. wenn die Person weg geht und 3. wenn 2-3 Minuten Luftleere war. Dann kann ich Wort für Wort das Telefongespräch wieder zurückholen.

    Bin inzwischen auch schon besser damit, das jemandem zu sagen. Für heute Nachmittag muss ich zum 2. x eine bestimmte Arbeit machen. Da wurde ich gut eingeführt. Nun möchte ich das heute alleine schaffen. Also habe ich ganz klar gesagt (wenn einem ADSler mit Helfer-Willen das auch enorm schwer fällt), dass ich alleine im Zimmer sein möchte. Dass ich aber gerne ins Nebenzimmer komme, falls ich Hilfe brauche. Solche harten Ansagen fallen mir immer noch schwer, sind aber unumgänglich. Denn ich kann nicht wirklich gut denken, wenn sie neben mir steht und mir immer sofort "hilft".

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

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    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 424

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    Hallo LadyCuckooo,

    danke, manchmal tut es soo gut, zu merken, dass man nicht allein mit seinen Problemen ist.

    LadyCuckooo schreibt:
    Ich muss aber auch zugeben, dass ich oftmals lange brauche, um alles zu verstehen was Du schreibst. Auch kann ich manche Deiner Texte und vor allem die Filme nur in mir "kopfgerechten" Stücken lesen und gucken.
    Das hoere ich leider oft und von allen Seiten.
    Habe schon oft versucht, die ganzen Fachwörter wegzulassen, aber verliere dann beim Umschreiben immer wieder den Faden.
    Verdammte Zwickmuehle, zum Erklären muß man die Perspektive wechseln und das bedeutet viele viele Disso-Wechsel...

    LadyCuckooo schreibt:
    Ich übe mich auf Anraten meines T. auch schon seit einiger Zeit in Achtsamkeit. Anfangs habe ich das überhaupt nicht hinbekommen, habe bei den "einfachsten" Übungen sogar Panikattacken bekommen.
    Sehr interessant. Bei mir gingen auch nach 1,5 Jahren Therapie unerklaerliche Panikattacken los, immer auf dem Weg ins Grossraumbuero...

    LadyCuckooo schreibt:
    Dank der Übungen ( so glaube ich zumindest) merke ich nun immer öfter, wenn es mir zu viel wird und kann dann auch mal stop sagen, was aber leider nicht immer mit Verständnis, sondern eher mit befremdlichen Blicken belohnt wird.
    Das zu lernen scheint echt zu dauern, ich sehe mich da auch noch ganz am Anfang.
    Und diese (W)ach(t)samkeit ist schwer, gerade wenn es darauf ankommt!
    Das Zeitfenster zum Reagieren ist bei mir so kurz, es ist zum Verzweifeln.

    Wenn das Verständnis vom Gegenüber fehlt, kann man manchmal einfach nichts machen. Viele Menschen ohne unsere Probleme würden sich selbst nie erlauben, Stop zu sagen, leiden aber selbst darunter. Diesen Konflikt spüren sie umso deutlicher, wenn sie sehen, dass Anderen sich das trauen.

    LadyCuckooo schreibt:
    Auch stelle ich zunehmend fest, wie arg mein Kurzeitgedächtnis hinkt und wie schwer mir das Folgen an Unterhaltungen fällt. Das ist dann nicht gerade förderlich, um mein Selbstwertgefühl zu steigern. Oftmals mache ich mich selbst dann runter. Daher sehe ich diese "neue (W)ach(t)samkeit momenatn als Fluch und Segen. Denn sie ist ja nur der erste Schritt auf dem Weg von Veränderungen. Geht Dir das auch so?
    Ja, ich überlege fast jeden Tag, ob das jetzt ein Finger-In-Die-Wunde-legen ist, oder am Ende eine Verbesserung kommt.
    Das mit dem Selbstwert hatte die ACT-Therapie schon prima hochgepäppelt, allein dafür hat sich sich gelohnt.

    LadyCuckooo schreibt:
    Bei dem "Dauerquatschen" musste ich vehement nicken, dann das ist auch eine meiner "Waffen". Dank Dir habe ich jetzt verstanden, warum ich das tue. Ich kann zum Beispiel an keiner Kasse stehen oder im Bus fahren ohne mit irgendwem zu quatschen. Da ist es mir dann auch völlig egal ob unbekannt oder nicht
    Au ja, eine Supermarkt-Kasse ist für mich auch der schlimmst mögliche Super-Gau (wenn man sowieso schon ko ist und auch noch durch den Stadtverkehr muss;-). Inzwischen klappt es aber immer besser, mich gut vorzubereiten und dann einzukaufen, wenn es leer ist.
    Das Dauerquatschen hat bei mir mit Ritalin aufgehört.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 424

    AW: Depersonisation und Derealisierung

    Hi Selenia,

    Selenia schreibt:
    Beispiel: Jemand steht neben mir und gibt mir Anweisungen. Dann fragt die Person, was gestern am Telefon gemeldet wurde. Ich kann das 1. erst beantworten, wenn ich die Anweisungen aufgeschrieben habe und 2. wenn die Person weg geht und 3. wenn 2-3 Minuten Luftleere war. Dann kann ich Wort für Wort das Telefongespräch wieder zurückholen.
    Lass mich raten: Als ob man sich eine Aufnahme nochmal anhören muss?
    Bei mir ist das so, ich "höre" mir das hinterher im Kopf richtig nochmal an.
    Wie eine Ton-Aufnahme.

    Selenia schreibt:
    Bin inzwischen auch schon besser damit, das jemandem zu sagen. Für heute Nachmittag muss ich zum 2. x eine bestimmte Arbeit machen. Da wurde ich gut eingeführt. Nun möchte ich das heute alleine schaffen. Also habe ich ganz klar gesagt (wenn einem ADSler mit Helfer-Willen das auch enorm schwer fällt), dass ich alleine im Zimmer sein möchte. Dass ich aber gerne ins Nebenzimmer komme, falls ich Hilfe brauche. Solche harten Ansagen fallen mir immer noch schwer, sind aber unumgänglich. Denn ich kann nicht wirklich gut denken, wenn sie neben mir steht und mir immer sofort "hilft".
    Mit anderen zusammen zu arbeiten, fällt mir auch total schwer, schon immer.
    Ich habe mir immer ein eigenes Büro gewünscht, konnte das aber nie umsetzen. Es ging gut, solange alle schweigend programmiert haben und gar nicht mehr, als die Telefoniererei mehr wurde.
    Dieser ganze Zwischenmenschliche Kram ist so anstrengend.

Seite 1 von 2 12 Letzte
Thema: Depersonisation und Derealisierung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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