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Diskutiere im Thema ADHS und Bipolare Störungen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 88

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Ich habe auch schon gelesen, dass ADHS und die Form einer bipolaren Störung in Kombination auftreten kann... Bei mir wurde vor 7 Jahren eine klare bipolare Störung vermutet... Seit 3 Wochen weiss ich, dass ich laut ADHS-Spezialistin kaum eine solche habe... Sie sagte mir dass das Krankheitsbild von eine bipolaren erkrankung sehr sehr ähnlich ist wie die eines ADHS... Sie würde bei mir eine Bipolare Störung nicht bestätigen...


    Ich weiss nicht genau wie sich eine Psychische Erkrankung entwickeln kann.. Ich weiss nicht ob man mit der Zeit eine Form der bipolaren Störung annehmen könnte...Was ich jedoch aus eigener Erfahrung bestätigen kann ist, dass ein Mensch der unter psychischen Erkrankugngen leidet vorbelastet sein wird, so dass er dieses Erkenntnis dringend berücksichtigen soll und sich hinsichtlich der Belastungen die ihm schaden bewusst wird und diese weit gehend versucht zu reduzieren. Auch wenn dies nicht immer einfach ist in unserer Welt scheint es zumindest für mich als unbedingt notwendig. Reagiert man auf das Warnzeichen einer Krankheit nicht, könnten Folgeschäden in Form von Folgekrankheiten oder wieder kommen oder verschlimmern der eigenen Krankheit die Folge sein...


    Mir wurde seit diesem Aufenthalt richtig klar, dass mich der Gesellschaftliche Trieb des Lebensstiel nicht weiter in diesem Ausmass interessieren darf... Ich muss versuchen mein Leben so zu gestalten, dass ich einerseits gefordert und trotz dem dabei glücklich bin und anderseits mich nicht mehr überfordern darf, auch wenn die Welt da draussen genau das mit ihrem Leistungsdruck provoziert. Es geht nicht um die Zufriedenheit und das perfekte funktionieren der Masse, es geht um etwas, dass wir nur einmal haben in unserem Leben : DIE GESUNDHEIT, ein Wert den wir auf keinen Fall weiter aufs Spiel setzen dürfen. Danke fürs Lesen

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Wahre Worte. Die Welt wartet nur darauf, dich verschlucken zu dürfen. Enthaltsamkeit und ein wenig Stoizismus ist da das erste Mittel der Wahl
    Ich hab mich bei meiner damaligen bipolar-Diagnose immer gefragt, ob es nicht einfach reicht, Antidepressiva zu nehmen, da ich mich bei dem, was meine Psychiaterin manisch genannt hat eigentlich immer sehr gut, also normal gefühlt hab.
    Deswegen wäre ich bei jeder Diagnose immer etwas vorsichtig. Es gibt Menschen, die leben ihre Diagnose besonders stark aus, so dass sie mitunter die Symptome verstärken können, oder sie sich im schlimmsten Fall sogar einbilden.. Ich zumindest würde heute nicht sagen, dass ich bipolar bin, sondern bestenfalls, dass ich unter bipolaren Umständen zu leiden hatte

  3. #13
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 173

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Ich will noch mal was zur Komorbidität von ADHS und bipolaren Störungen schreiben und muss mich an einer Stelle korrigieren und verbessern. Es ist zur Zeit völlig unklar, wie hoch die Komorbiditätsrate von bipolaren Störungen bei ADHS ist. Im Fachbuch ADHD in Adults von R. Barkley heißt es auf Seite 208 ff.:

    The relationship of ADHD in adults to bipolar disorder (BPD) has not been well studied.[...] The relationship of ADHD to BPD in adults is therefore open to some doubt; it is in need of more research before some confidence can be placed in this pattern of comorbidity.
    Auf Deutsch: Die Beziehung von ADHS im Erwachsenenalter zur bipolaren Störung ist nicht sehr gut untersucht. Die Beziehung von ADHS zu bipolaren Störungen bei Erwachsen ist deswegen unklar. Es muss weiter geforscht werden, bevor verlässliche Aussagen zu diesem Störungsmuster getroffen werden können. (Übersetzung sinngemäß)

    Zwischen den beiden Sätzen finde sich einige Angaben zur Prävalenz (Häufigkeit) von bipolaren Störungen bei Erwachsenen, die aber je nach Studie SEHR STARK schwanken (6-27%). Eine bipolare Störung zu erkennen und korrekt zu diagnostizieren ist leider eine sehr komplizierte Sache. Die klassischen Bipolar-I-Störungen mit schweren Manien sind noch relativ einfach zu erkennen aber schon die Bipolar-II-Störung, bei der nur leichte Hypomanien auftreten werden sehr oft als unipolare Depressionen fehldiagnostiziert.

    Tritt ein ADHS zusammen mit Depressionen auf, sollte immer auch sorgfältig abgeklärt werden, ob sich dahinter nicht evtl. eine bipolare Störung verbirgt. Das wird leider im klinischen Alltag viel zu wenig beachtet. Mir ist dabei aufgefallen, dass diese selbsternannten ADHS-Spezialisten gerne das ADHS überbewerten und die affektive Störung durch ADHS relativieren. Genau anders machen es die "Spezialisten" für affektive Störungen. Die sehen die Dramatik einer schweren Depression oder Manie und sehen in der Diagnose und Behandlung eines evtl. vorhandenen ADHS keine große Priorität, wenn sie denn überhaupt an diese Diagnose "glauben".

    Etwas verlässlicher sind zum Glück die Zahlen, wenn die Angelegenheit aus der Perspektive der bipolaren Störung betrachtet wird. Da finden sich konstant Angaben von 20-23,1% in der Literatur. Es ist aber unklar, wie in diesen Studien die bipolare Störung definiert war. Das Spektrum der bipolaren Störung unterliegt aufgrund aktueller Forschungen ständigen Schwankungen und wird tendenziell immer mehr erweitert, insbesondere auf Kosten der Schizophrenie und sogenannten unipolaren Depression. Wahrscheinlich wird man irgendwann darauf kommen, die Trennung von unipolaren und bipolaren Störungen aufzuheben. Die aktuelle Grundlagenforschung in der Neurobiologie deutet das an, es ist aber noch nicht abzusehen, wann das passieren wird.

    Wird von einem Arzt der Verdacht geäußert, dass eine bipolare Störung vorliegt, würde ich das immer sehr ernst nehmen und mich sorgfältig über die Symptome einer bipolaren Störung informieren. Die bipolare Störung ist eine sehr schwere Erkrankung, die massive Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann. Keine andere psychische Erkrankung hat so hohe Suizidraten wie die bipolare Störung. Unbedingt immer ernst nehmen!

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Aber wenn ich das richtig sehe, dann ist der Hauptaspekt der bipolaren Störung doch vor allem der zeitliche, nicht?
    Könnte mir vielleicht nochmal jemand den Unterschied auf biochemischer Ebene erklären?
    Klar könnte ich selbst nachgucken, aber das ist so mindestens genauso produktiv
    Ich hab so ein bisschen das Gefühl, die klassische bipolare Störung, d.h. zumindest der Typus, bei dem sich die Phasen nach langer Zeit erst abwechseln, ist einigermaßen einfach zu erkennen, sobald man in Behandlung ist. Schwerer scheint es zu sein, wenn es zu einem sogenannten "Rapid-Cycling" kommt, wobei ich da schon fast das Gefühl hab, das dieser Aspekt selbst zu wenig von dem ersten Typ differenziert wird. Für mich ist es doch schon etwas extrem anderes, wenn jemand etwa 3 Phasen in einem Jahr durchmacht oder aber möglicherweise innerhalb von einem Tag. (Wobei das klassische Rapidcycling ja gar nicht so rapide ist, oder? Eher ein paar Tage)
    Bei diesem ersten Typus frage ich mich z.b. inwiefern da überhaupt Hirnstoffwechselstörungen in Frage kommen können und wenn ja, welche? Ich würde es doch ziemlich beeindruckend finden, wenn in Abständen von halben Jahren Vorgänge passieren würden, die ohne Interaktion mit der Aussenwelt von statten gingen. So eine Art innere bipolare Uhr. (Am naheliegensten wären hierbei natürlich vor allem die Jahreszeiten...oder natürlich noch bestimmte Phasen, die etwa beruflicher Art sein können, aber: naja..)
    Bei ADHS hingegen gibt es ja eigentlich garkeine wirklichen Schwankungen im Gehirn selbst, sondern einen Zustand, bei dem der Betroffene in Interaktion mit der Aussenwelt den Eindruck erweckt, als sei er enorm wankelmütig etc, wobei er ja in Wirklichkeit meist relativ gleich reagieren würde, nur eben so befemdlich, dass man ihn als besonders unberechenbar einstuft.
    Meinungen?
    Geändert von Sgrhn (27.02.2011 um 19:54 Uhr)

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 88

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    hhhm zum Rapid-Cycling kann ich auch nicht viel sagen, aber es scheint eine nicht all zu oft vorkommende Form zu sein.. Zum ADHS : Ich leide sehr stark an ADHS und diese Bipolar-ähnliche Erscheinung fasse ich etwas anders auf... Ich habe sehr wohl das gefühl, dass mein Hirn umschaltet von gut auf depressiv... Aber bei mir währe diese Schwankungen von Hypomanie zu Depression zu werten, also keine eigentliche Manie ( kein ganz Hoch). Wie ich aus zuverlässlicher Quelle (Meinem ADHS Spezialist) entnehmen kann, ist der einzig wirkliche Unterschied von der Klassischen Bipolaren Störung zu der ADHS-"Stimmungsschwankung", dass Bipolare Störungen (von Manie oder Hypomanie zu depressiven Fase) ohne Auslöser, also plötzlich ohne Grund/Auslöser autritt, ADHS-"Stimmungsschwankungen" jedoch immer einen Auslöser haben.



    Es ist in der Tat sehr sehr schwierig eine Bipolare Störung klar zu erkennen, vorallem kann man sie in den meisten fällen nicht sofort sondern erst nach Jahren deutlicher erkennen. Die Klassische Form von Bipolaren Störungen (Mani-Depression) scheint mir die schlimmste Art, da diese "Stimmungsschwankungen" unkontrolliert und plötzlich in extremer Hoch-Tief-Form passieren, so dass man z.B jederzeit und ohne Grund aus einer unnatürlich sehr positiven Situation und oder Gefühl (Manie), einfach so und ohne Anlass in die tiefe Depression fallen kann. Dieser Wechsel (der auch wieder sehr unregelmässig abhängig vom Patienten selber auftritt) verursacht ein schweres Leiden, dass sehr stark an der Lebenslust und natürlich Lebensqualität nagt.



    Man forscht immer noch intensiv in dieser Sache um noch besser helfen zu können. Soviel ich weiss gibt es nicht nur die klaren Arten der Bipolaren Störung sondern eben auch Mischkrankheiten in denen die Bipolare Störung in geringer oder erhöter Form ein Teil des ganzen sein kann. In solchen Fällen scheint eine diagnose besonders schwer...



    Ich möchte deutlich darauf hinweisen, dass ich kein Arzt oder sonst eine Fachperson bin und mein Wissen einerseits aus Erfahrungen und andereseits aus Texten besteht... Für die Richtigkeit meiner Texte in diesem Forum kann ich deshalb NICHT garantieren. Ich hoffe trotzdem, dass ich euch weiter helfen konnte.
    Geändert von Steve_one (27.02.2011 um 17:08 Uhr)

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Nichts wirklich neues, aber die Wissenschaft beschäftigt sich auch damit:

    ADHS: Gemeinsamkeiten mit bipolaren Störungen

    OSLO (ple). Beim Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) gibt es offenbar Überlappungen zu bipolaren Störungen. Wie aus Daten der Norwegian Research Biobank hervorgeht, betrifft dies vor allem rasche Stimmungsschwankungen.
    Ärzte Zeitung, 02.03.2011


    Hier noch der Link zur Seite aus Norwegen:

    ADHD in Norway: Basic and translational studies

    Lg
    Erika

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 11

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Also bei mir wurde eine zusätzliche bipolare Störung nicht eindeutig diagnostiziert, jedoch deutet vieles darauf hin (Diagnose in der weiteren Familie, starke Stimmungsschwankungen, aber eher Typ II).

    Wegen diesen relativ starken Stimmungsschwankungen habe ich deshalb auch Lamotrigin verschrieben bekommen. Bin überraschenderweise mittlerweile sehr zufrieden damit und meine Stimmung hat sich wesentlich stabilisiert. Jedoch ist es anfangs sehr mühsam, da wegen möglichen Nebenwirkungen in sehr kleinen Schritten aufdosiert werden muss und die Wirkung deshalb erst nach ungefähr einem Monat eintritt.

    Ob jetzt die Ursache in einer zusätzlichen bipoleren Störung (genetisch bedingt oder auch durch unbehandelter ADS enstanden) liegt oder ob es ein ausgeprägtes Symptom von ADS ist, weiß ich nicht. Jedenfalls helfen mir die Medis dafür sehr.

    lg Schwendi

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Ich hatte Lithium jetzt gerade abgesetzt, allerdings liegen hier noch Tabletten rum. Ich überlege, sie einfach mal wieder nehmen, um zu sehen wie ich darauf reagiere.. Vermutlich aber in Absprache

    Was ich vor allem kompliziert finde, ist eine Abgrenzung von ADHS und "Ultra-Ultra Rapid Cycling"
    Werd mich da nochmal schlau machen ...

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 419

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    @Steve_one: Hab nochmal drüber nachgedacht, und klar, ich muss dir natürlich recht geben. Natürlich ist es ein großer Unterschied, dass es bei der bipolaren Störung (bei jedem Typus) um ne Stimmungsschwankung geht. Das ist schon etwas wirklich anderes und meiner Meinung nach um einiges dramatischer als ADHS (zumindest aus einer bestimmten Perspektive..)

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 61

    AW: ADHS und Bipolare Störungen

    Meine Großmutter ist diagnostiziert Manisch-Depressiv (später dann Bipolar) und sie scheint in unserer Familie die genetische Quelle der Schwierigkeiten zu sein, ihre Kinder sind beide Hyperaktiv und 2 ihrer Enkel haben bereits eine ADHS Diagnose und ich bin auch auf dem Wege dahin. Möglicherweise handelt es sich dabei auch um diesen Zusammenhang.

    Auf jeden Fall kann ich mir gut vorstellen, dass die Hirnstoffwechselstörung des Noradrenalinhaushalts (möglicherweise die Grundlage beider Erkrankungen, siehe Bipolare Störung) eben beide Erkrankungen begünstigt und andere Faktoren dann die Entscheidung bringen, ob eine von beiden den Menschen beeinflusst.

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