Hallo und guten Morgen,

seit vielen Jahren "litt" ich unter meinen immer heftiger werdenden Randsymptomen der ADS. In meiner Kindheit gab es angeblich noch nicht so etwas wie ADS. Es kam gerade auf, dass diese Probleme eine Störung sein könnten und ich die haben könnte. Ritalin oder sonst etwas gab es da so noch nicht.

Dementsprechend schrecklich war dann auch mein Leidensweg! Ich denke, dass ich auch aufgrund der Reaktionen meines Umfeldes als Kindergartenkind und Grundschülerin schon depressiv war und sehr an mir und meiner Person gezweifelt habe. Meine Mutter kam aufgrund ihrer eigenen ADS und ihrer schwierigen Persönlichkeit nicht mit mir zurecht. Unser Verhältnis begann immer mehr zu schwanken und heute ist unser Verhältnis geprägt von Misstrauen, Abwehr und Ablehnung ihrerseits. Ich mag sie so wie sie sich entwickelt hat auch nicht sehr, denn sie hat zwei sehr wechselhafte Gesichter, das zugenwandte und das sehr abwertende. Das hält mich innerlich gottseidank nun auf Abstand zu ihr.

Viele Jahre lang bin ich mit der regiden und ablehnenden Erziehung konfrontiert gewesen und das Motto hieß "wenn Du Dich endlich mal benehmen würdest, dann kämen wir auch alle mit Dir klar". Also verleugnete ich meine Stimmungsschwankungen, Depressionen und Selbstzweifel und versuchte mich immer mehr anzupassen. In erster Linie leide ich bis heute unter dieser Selbstverleugnung, weil ich mich sehr früh aufgeben musste, um geliebt und anerkannt zu werden.

Dieser Selbstverlust hat bei mir zu den vielen Symptomauswüchsen meiner erwachsenen Gegenwart geführt, nicht meine ADS- grundpersönlichkeit war je das Problem. ICh finde die eigentlich sehr liebenswert und gar nicht schädlich. Natürlich sind diese ADSzüge auch für die Umgebung durchaus gewöhnungsbedürftig, weil es sehr exotisch und egozentrisch wirkt, aber in der Regel ist man dann auch nicht aggressiv und auch seltend negativ impulsiv, weil man ja einfach sein kreatives ADSlein ausleben kann.

ICh nehme mittlerweile ungefähr 30 mg Ritalin um den Alltag im Beruf zu überstehen und abends Venlafaxin um meine Probleme mit der jahrelangen Unterdrückung meiner sehr blumigen Persönlichkeit aufzuarbeiten.

Das Ritalin alleine hat mich wahnsinnig erschöpft, und habe es auch bei der ständig zunehmenden Burnout- situation in mir vermehrt genommen. Das hat die Erschöpfungsspirale eher beschleunigt, als verringert. Als ich dann wieder eine Aufbauspritze bekommen habe, stellte ich eine extrem rasche Erholung in mir fest, die Burnoutsymptome waren plötzlich wie weggeblasen. Also habe ich mir gedacht, muss es an etwas anderem liegen und habe es nun doch mit meinem schon seit langem im Schrank liegenden AD probiert. Und siehe da, es klappt. Mir geht es nun richtig gut und die Burnout -symptome sind nach wie vor wie weggeblasen. Ich fühle mich besser und achte besser auf mich und auf Erholungspausen.

Die Kombination aus beiden Medis ist optimal. Eines alleine geht nicht, also merke ich, welche Symptome zu welcher Störung gehören. Das konnte ich früher nicht unterscheiden, weil ich keine Erfahrung mit mir und dieser Störung hatte.Die Randymptome sind sehr vielfältig und haben mich jahrelang wahnsinnig gequält. Ich bin so unendlich dankbar, dass mein Arzt mir so entgegengekommen ist und mit mir diesen Findungsweg "ohne Vorwürfe" gegangen ist.

Immer wieder einen kleinen Schritt weiter auf meinem Weg an die Sonne.

Liebe Grüße an Euch!