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Diskutiere im Thema verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen?? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Moin. Also ich nehme jetzt seit ca 8 Monaten MPH gegen meine ADHS. Außerdem leide ich an Zwängen und diversen Tics, die ich aber schon immer hatte.
    Jetzt ist es so, das am Anfang der Medikation alles super lief. Konnte mich besser konzentrieren, besser Arbeiten, meine Beziehung verbesserte sich, und mein Reizdarmsyndrom fand endlich ein Ende.
    Seit mehreren Wochen ist es jetzt so, das ich viel wacher, oder Aufmerksamer dafür bin, wie meine Mitmenschen auf mich reagieren. Anscheinend bin ich so lustig, das die Leute sogar schon Videos von mir machen wenn sie denken ich merke das nicht. egal wo ich hin gehe, die Leute sind belustigt. Dachte zuerst ich bilde mir das ein. Habe dann mal Arbeitskollegen darauf angespitzt doch mal darauf zu achten. und ich hatte recht. mittlerweile ist es so das ich schon gar nicht mehr aus dem Haus gehen mag weil der Tag ein einziger Spießrutenlauf ist.
    Habe dann aufgehört MPH zu nehmen weil ich dachte das es daher kommt, oder ich jetzt endgültig durchknalle.
    Jetzt die eigentliche Frage: Verstärt MPH solche Psychosen und Depressionen oder ist das alles nur eine Nebenwirkung von meinem bisherigen Leben das mir jetzt erst bewusst wird wo ich endlich mal durch das MPH eine Birne in meinem Kopf angeht und mir solche Sachen auffallen?

    (und ja ich weiß. ich soll zu meinem Psych gehen und das mit dem abklären.)

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 365

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Ich denke, dass es in erster Linie letzteres ist - dass dir die Sachen jetzt erst richtig bewusst werden. Und das kann wiederum zusätzlich depressiv machen.

    Ich würde mal versuchen herauszufinden, was genau die Leute an dir lustig finden. Bist du vielleicht übermäßig aktiv? Das könnte an einer Überdosierung liegen.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 767

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Ich glaube beides könnte zutreffen.

    Ich habe schon öfter gehört das Betroffene erschrocken reagieren weil sie auf einmal viel besser wahrnehmen "wie sie sind" und wie andere darauf reagieren. Aber ich habe auch gehört das MPH sich auch negativ auf die Psyche auswirken kann. Ich selbst reagiere darauf ja auch zwiespältig, ich habe positive und negative Auswirkungen und weiss daher das die Reaktionen sehr individuell sein können.

    Was mich traurig macht ist das du positive Wirkungen hast und dann wegen der Reaktionen von Fremden darauf verzichtest.
    Ich kann mir vorstellen das es Dir unglaublich peinlich ist negativ wahrgenommen zu werden, ich denke das ist etwas was du unbedingt mit einem Psychologen besprechen solltest. Für mich wirkt das wie ein geringer Selbstwert und dann kann das zu einer negativen Kettenreaktion führen. Du setzt dich unter Druck und dieser Druck führt dann zu einer Verstärkung der Symptome.
    Ich kenne das von mir, ich habe schon immer Sprachprobleme und es gab Zeiten da hat es mich das so unter Druck gesetzt das ich mich kaum traute Brötchen kaufen zu gehen. Weil ich fürchtete mal wieder nicht verstanden zu werden und dieser Druck führte dann dazu das ich kaum sprechen konnte...
    Inzwischen gehe ich besser damit um. Es passiert immer wieder mal, aber ich habe davor nicht mehr so viel Angst und daher passiert es seltener. Für mich hat das damit zu tun das ich mir (zumindest dabei) erlaube nicht so ganz perfekt sein zu dürfen...

    Ich kann mir auch vorstellen das andere Menschen sich freuen wenn sie gefilmt werden, jedenfalls sieht man sehr viel im Netz was mir peinlich wäre, was aber von den Leuten selbst eingestellt wird. Damit will ich nicht sagen das du zu empfindlich bist, ich möchte Dir jedoch zeigen das man das auch anders empfinden kann.
    Das ist eben auch eine Frage der Selbstwahrnehmung und des Selbstwerts. Und ich fürchte der ist bei Dir in keinem guten Zustand. Mein Rat wäre da etwas zu tun...

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 166

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Ich glaube schon, dass MPH Depressionen verstärken kann. Theoretisch kommst du durch das MPH besser in deinen Verstand und kannst dich somit auch leicht mal in deinen Gedanken verlieren. Wenn man sich in seinen Gedanken verliert, dann ist man für die Umwelt nicht mehr richtig da. Folglich kann es durchaus sein, dass MPH Depresionen verstärkt, ist aber auch abhängig von deinem momentanen Umfeld, der Neurotransmitterkonzentration im Gehirn, der aktuellen Wetterlage und damit der aktuellen Stimmungslage.

    Was mir auch auffällt ist, dass MPH zwanghaftes Verhalten bzw. Zwangsgedanken verstärken.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 296

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Bei mir kommen nun auch Themen näher an mich ran, die mich auch mal emotionaler ergreiffen und depressiver machen. Das hat aber für mich den Vorteil das ich in der Therapie besser an meine Themen rankomme, bin da gut begleitet. Das Depressive spüre ich dann oft stark im Rebound und kann es dann aber als "Nebenwirkung" besser einschätzen und akzeptieren. Ist natürlich nicht immer lustig :-(

    rückmeldung meiner Mitmenschen vor allem Arbeitskollegen nehme ich auch neu wahr und durch das MPH und der Auseinandersetzung mit ADHS wird mir an der einen oder anderen Stelle klar wo ich zu viel Unruhe ins System gebracht habe. Das was ich immer irgendwie als ungutes Bauchgefühl hatte, also das ich da an der ein oder anderen Stelle auf der Arbeit was nicht ok war, kann ich nun endlich erkennen und benennen. Das ist zwar bitter aber gibt mir nun auch die Chance an der ein oder anderen Stelle was zu ändern.

    und so sehr mich das MPH auch runterfährt ich nicht mehr so vieles mit "lustigen" Kommentaren kommentiere, bzw. ich weniger dies Impulse dadurch unterdrücken muss knallt mir dann doch noch nach 49 gefilterten Sprüchen der 50te raus und die Leute liegen dann unterm Tisch. Also irgendwie bin ich dann einfach so ob ich will oder nicht ;-)

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 231

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Schließe mich weitestgehend den Vorrednern an

    Ich möchte aber darauf hinweisen, dass Stimulanzien (Amphetamine und Methylphenidat) nachgesagt wird, in sehr seltenen Fällen das Auslösen einer akuten Psychose mitzubegünstigen.

    Das kann u.a. mit Gedanken wie "wo ich auch hinkomme, alle machen sich aufeinmal über mich lustig", beginnen. Also wenn du seit einiger tatsächlich das Gefühl hast, dein Umfeld verhält sich irgendwie merkwürdig, alle lachen auf einmal über dich, du dieses Gefühl so noch nicht von dir kennst und deine Freunde dir auch noch versuchen einzureden, dass das überhaupt nicht so sei, dann solltest du auch in Erwägung ziehen, darüber möglicherweise eher mit deinem Psychiater als mit deinem Psychologen zu sprechen....

    Es tut mir leid, wenn ich damit jetzt gerade für viel Panik sorge - halte sogar meine These zum Glück für recht unwahrscheinlich...

    Aber du hattest eine Frage gestellt und gebe eine mögliche ( zum Glück aber sehr unwahrscheinliche) Antwort aus meiner wohl gerade selber etwas pessimistischen Sichtweise...

    Viele Grüße

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    An eine Überdosierung habe ich auch schon gedacht. Habe dann nochmal mit Medikinet 10mg unretardiert angefangen, wie der Arzt es mir erklärt hatte, Morgens 5mg, Mittags 5 mg zu nehmen. Dann 10 mg Morgens, 5 Mittags......u.s.w. Habe dann festgestellt das 20 mg über den Tag verteilt auch reichen.
    Hat aber nur wenig an der Situation geändert.

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Hi. Geb dir da Recht Howard. Hatte ich ja auch schon drüber nachgedacht, ob ich mich da nicht in etwas verrenne. Hab öfters schon darüber nachgedacht ob das nicht schon immer so war und bin zu dem Schluss gekommen, das es wirklich schon mein ganzes Leben so ging, es mir aber nie es mir aber nie so stark aufgefallen war, oder ich es einfach nur verdrängt habe. Deswegen habe ich ja jetzt mal eine Zeitlang aufgehört MPH zu nehmen.
    Aber hast Recht. Durch das Medikament fällt mir das mehr auf als ohne, und wenn man mal darauf Aufmerksam geworden ist, sucht man förmlich nach den Reaktionen.
    Geändert von Mettbrötchen ( 3.12.2017 um 12:09 Uhr)

  9. #9
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

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    Forum-Beiträge: 13

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    @ Denker 23.
    Das mit dem Selbstwert habe ich auch schon festgestellt. Aber wie soll man das auch haben wenn man von den meisten nicht für "voll" genommen wird. Ich werde von manchen meiner Arbeitskollegen wegen meiner kreativen Arbeitsweise schon geschätzt. Die meisten sehen aber in mir den durchgeknallten, zerstreuten Rene und trauen mir deswegen auch nicht viel zu. Find das schade. Hatte auch schon mal daran gedacht eine Verhaltenstherapie oder so zu machen.

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 767

    AW: verstärkt MPH sozialphobie und Depressionen??

    Ich werde von manchen meiner Arbeitskollegen wegen meiner kreativen Arbeitsweise schon geschätzt.
    Das ist doch schön. Es ist auch nicht realistisch das man von allen Kollegen gemocht wird und das ist auch nicht schlimm. (Aber wir ticken oft so das wir gerne "Liebkind" sein würden.) Es gibt überall Menschen die man weniger mag, ist völlig normal.


    Hatte auch schon mal daran gedacht eine Verhaltenstherapie oder so zu machen.
    Ich glaube mit einem passenden Therapeuten kann man davon profitieren.
    Wir (ADHS-Betroffene) sind nicht gut darin uns realistisch einzuschätzen und können damit auch nicht so gut umgehen. Da ist es bestimmt hilfreich wenn man einen "professionellen Spiegel" in Form eines Therapeuten hat. Ist meine Erfahrung, mit hat das schon ein ganzes Stück geholfen, aber es löst natürlich auch nicht alle Probleme.

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