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Diskutiere im Thema Kann man sich Depressionen einbilden? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 142

    Kann man sich Depressionen einbilden?

    Kann man sich Depressionen einbilden, nur weil man zu faul ist zu arbeiten?
    Mir ging es bis gestern gut, gestern habe ich den Termin bekommen zum Amtsarzt zu gehen ob die Pension weiter bekomme, und seit dem geht es mir schlecht.
    Kann es sein das ich nur zu faul zu arbeiten bin?
    Manchesmal denke ich mir ich bilde mir überhaupt die Krankheit nur ein, ist das normal?
    Bin ich nur zu faul?
    hatte heute Nacht nur Alpträume vom sterben und von gestorbenen Menschen und das ich am friedhof gehen muß, im Traum war gestern mein Vater gestorben, ( er ist aber leider schon 11 Jahre tod)
    Bilde ich mir alles nur ein weil ich faul bin?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 41
    hallo

    NEIN. Das kann nicht sein. Aber dass dich der AA Termin völlig durcheinanderbringt oder in ein depressives Loch fallen lässt, verstehe ich sofort. Solche "wichtigen" Termine sind für mich immer Verbunden mit Ungewissheit, Scham, der Erfahrung nicht verstanden zu werden und dem "vorAugengeführtwerden" der eigenen Abhängigkeit. Ich weiss dann echt nicht mehr, was ich noch denken soll. Bringt mich auch durcheinander, inkl. schräger Träumerei. Ich handle das dann mit viel Geduld, so gut es geht.

    Die Gefühlswelt wird * bei ADSler wohl sehr geprägt von aktuellen Ereignissen. Wenn man darüber nachdenkt auch irrational, aber heftig.

    nick

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 16
    Ein entschiedenes Nein, allein die Tatsache, das du denkst du könntest faul sein und dir deswegen Sorgen machst, ist in meinen Augen ein Beweis, dass du es nicht bist.
    Faule Leute machen sich in der Regel keine Sorgen das sie faul sind.

    Ich hab im Moment auch wieder einen starken depressiven Schub, und in manchen Momenten stelle ich mir auch die Frage ob ich einfach nur zu faul bin, mein Leben und meinen Beruf auf die Reihe zu kriegen.

    Lass dich von solchen Gedanken nicht runterziehen........ du bist ganz sicher nicht zu faul!!!
    Vermutlich würdest du wie ich alles dafür geben, "normal" arbeiten zu können.

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft für den Termin.

    LG Emerenzia

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633
    Sehr schwieriges Thema.

    Eigentlich kann man sich eine Depression nicht einbilden. Das sagt der gesunde Menschenverstand.

    Es sei denn man geht als (unentdeckter) ADSler zu einem Psychiater oder einem Psychotherapeuten. Und klagt darüber, dass man schwer depressiv ist. Da kann dann recht schnell rauskommen, dass man gar nicht depressiv ist.

    Wie des funktioniert, ist mir bis heute unbegreiflich geblieben. Aber es geht. Und das Erlebnis lässt sich gar beliebig wiederholen.

    Irgendwann glaubt man sogar selber dran, dass man nur ein Sozialschmarotzer ist. Und eben nicht depressiv.

    Deswegen rate ich prinzipiell zur Vorsicht. Und zum (nicht vorhandenen) Selbstvertrauen. Wer sich mehr mit dem Gedanken beschäftigt, wie schön es wäre, nicht mehr zu sein, als einfach nur zu sein. Der darf ruhig auch depressiv sein. Ganz unabhängig davon, was die Familie sagt oder die Fachleute meinen.


    Das Schlimmste ist das Ausgeliefertsein. Wenn man sich also nach Wochen, Monaten, manchmal Jahren des Dahinvegetierens, dazu aufrafft, mal wieder einen Weißkittel aufzusuchen, womöglich noch nicht mal einen x-beliebigen Feld-Wald-und-Wiesen-Weisskittel, sondern irgend so einen Oberspezialisten, und der dann sagt: Sie sind gar nicht depressiv. Das macht Dich sprachlos. Ich schwöre: Mir ist dazu nix eingefallen. Es war, als hätte ich meine Zunge verschluckt, ich dachte, es kann nicht möglich sein, es kann nicht sein. Ich bin total verstummt, bis heute eigentlich. Mittlerweile kann ich es mir natürlich sehr genau erklären (völlige Ahnungslosigkeit bezügl. ADS), aber glauben tue ich es immer noch nicht. Es ist real, es ist passiert (auch nicht zum ersten Mal). Aber ich glaube es nicht. Ich halte es immer noch für unmöglich.

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Kann man sich Depressionen einbilden?

    Hey,
    mir ging es ähnlich

    Ich war bei einem Psychiater, der null Ahnung von AD(H)S hatte..

    Nach 3 Sitzungen meinte dieser zu mir, dass ich mir nur mal einen Job suchen solle..
    Da ich ja gesund bin. Und mir nur, ein paar positive Erlebnisse fehlen würden.

    Da war ich auch ziemlich am Boden... Vor allem weil, ich Hilfe erwartet hatte und mir dieser genau das Gegenteil gab. Indem er, alles was ich habe angezweifelt hat. Und mich als Hypochonder hinstellte.

    Ich habe diesen Psychiater, dann nicht wieder aufgesucht...

    Vor allem fragt man sich dann, wie man weitermachen soll, wenn dieser Zustand "gesund" ist. Was das Arbeitsamt macht, wenn man ja so "gesund" ist und trotzdem nicht arbeiten kann...

    Ich habe nun einen gefunden, der zwar auch kein AD(H)S Spezialist ist, mich jedoch nicht als Simulant hinstellt und sich wirklich um meine Sorgen und Probleme kümmert(Das ist übrigens der erste der sich meiner Meinung nach, "mal endlich" wirklich gedanken über das macht, was man mit Ihm bespricht).

    Meine Krankenkasse sagte zu mir auch, dass ich mich nicht gleich beim ersten Psychiater festlegen müsse, da ich mehrere ausprobieren kann. Um dann einen passenden zu finden.

    LG
    Geändert von happyOneFriend (14.04.2009 um 15:13 Uhr)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Kann man sich Depressionen einbilden?

    @ Eisi

    Du sprichst mir aus der Seele...

    Genau Dasselbe ist mir auch passiert --> 2 Mal nach einander.
    Ich hätte wirklich dringend Hilfe gebraucht und wurde als Hypochonder abgestempelt oder es wurde mir gar gesagt, dass ich keine Therapie bräuchte...

    Allerdings ist mir bei einer Reportage, die ich über ADHS gesehen habe ein Licht aufgegangen.
    Ein bekannter ADS-Arzt erklärte dort, dass es einen Unterschied bei den Depressionen von Normalen Menschen und ADSlern gibt. Nämlich, dass normale Menschen eine innere Leere haben und ADSler genau sagen könne n was sie fühlen...

    Und genau das scheint für mich der springende Punkt zu sein.
    Denn meine 1. Psychologin meinte, dass sie bei mir keine Depression sieht sondern nur Wut, Ärger und Unruhe. Und der 2. meinte, dass ich keine Depression hätte weil ich keine innere Leere hab.

    Und anstatt einem zu helfen machen es die Psychs (die meist nicht den geringsten Schimmer von ADS haben) durch solche Sachen nur noch schlimmer. Sie verschlimmern den desolaten Zustand, in dem man sich befindet, nur noch.

    Das ist wie bei Syssiphus... Man macht und tut und der Stein, den man versucht ins Rollen zu bringen wird von oben (Psych) mit einem heftigen tritt immer wieder nach unten befördert.

    Dann gibt man es irgendwann auf da sie einen nicht verstehen und erst nehmen (wollen). Und scheitert letztenendes aber an den den anderen Stellen (Amt - Arbeitsplatz - Studium) da man ja nach den Psychos nicht krank ist. Sich das nur einbildet, faul ist oder was weiß ich, was die denken...
    Das raubt einem die ohnehin schon sehr angegriffenen Nerven...

    Damit ist ein seeehhhrrr langer Krankheitsverlauf doch vorprogrammiert...

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 169

    AW: Kann man sich Depressionen einbilden?

    joo, genau das ist das Problem, ich konnte auch beschreiben wo es zwickt aber nicht beschreiben wie es zwickt!! Die innere Leere die eigetnlich keine Leere ist!! Total verzwickt das ganze!! Ich hoffe nur das mich der neue Psychologe irgendwie helfen kann, dieser nichtvorhandene Abgrund macht mir extrem zu schaffen. Ich lenk mich gerade ab, steh alle 30min in der Werkstatt und mach irgendwas, hauptsache nicht dran deken das in der Rübe (Kopf) irgendwas verschoben ist. Ich bin Momentan in einem Zustand, wo irgendwie nix geht, belastungen bringen mich schnell an meine Grenzen!! Das war bis vor 2 Monaten eigentlich noch ganz anderst!! Das das dann so schnell einen nach unten zieht, is irgendwie heftig.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Kann man sich Depressionen einbilden?

    Kann man sich Depressionen einbilden?
    Gute Frage

    ich würde sagen: ja.


    Dass einem irgend etwas fehlt das kann man sich sicher nicht einbilden aber es gibt eben auch noch andere Krankheiten und Störungen die dann keine Depression sind.Angst kann einen zum Beispiel so hemmen dass man wirklich nichts mehr auf de Reihe bekommt,Burn-Out geht auch in so eine Richtung und bei Neurosen ist es auch ift so dass man zwar etwas machen will aber das trotzdem nicht geht weil die Psyche dem dann wegen Sachen die man verdrängt hat einen Riegel vorschiebt weil sich das was man da vor hat mit dem Verdrängten nicht vereinbaren lässt.
    Persönlichkeitsstörungen gibt es auch einige die einem unbewusst so einen Riegel vorschieben können wenn man dann in eine Lebenskrise kommt.
    Med. hat das alles erst einmal nichts oder nicht viel mit einer Depression zu tun macht aber genau so mit der zeit einen Leidensdruck und man fühlt sich dann auch ohne med. Depression beschissen.

    "Kann man sich Depressionen einbilden" würde ich also sagen man kann sich sicher nicht einbilden dass mit einem irgend was nicht stimmt und dass man sich beschissen fühlt aber ob das dann eine Depression im med. Sinn ist ist dann noch einmal etwas anderes und da liegen dann sowohl der Patient wie auch der Arzt oft mit der Diagnose daneben.Der Patient wahrscheinlich viel öfters noch, als der Arzt weil ihm zum einen das Hintergrundwissen fehlt zum anderen sich solche Sachen aus dem eigenen Blickwinkel oft nicht einschätzen lassen weil das was man da tatsächlich an Krankheit oder Störung hat eine richtige Einschätzung von sich selbst verhindern kann.



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