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Diskutiere im Thema ADS/ADHS Dissoziation im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #11
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Interessant, ja.

    Vor allem, weil ich Alkohol getrunken habe, um genau das Gegenteil, nämlich eine Dissoziation, zu erreichen... Wenn mir etwas zu anstrengend wurde.

    Ich habe meine Medis ja schon seit 2013, seitdem habe ich zwar noch den Hyperfokus und Probleme in der Wahrnehmung (zuhören bei Nebengeräuschen unmöglich z.B.) aber dieses Wegdriften hat aufgehört.

    Es wurde bei mir bisher erst als Derealisationserleben klassifiziert, später als Dissoziative Störung.

    Interessant: Auf der Arbeit, wo ich aktiv bin und immer meine Aufmerksamkeit gefordert ist, bin ich in den letzten zwei Jahren nie dissoziiert, sondern immer nur privat zu Hause, wenn mir etwas zu viel wurde.

    Kenne es, dass ich dann zu weit gefahren bin weil ich mal wieder so "in meiner Welt" war oder drei Stunden am Bahnhof saß, weil ich nicht bemerkt habe, dass das MEINE Bahn ist, die da alle halbe Stunde gehalten hat.

    Ich hab das aber auch, dass nur starke Schreckmomente oder sehr starke Reize mich zurück holen können.
    Ich soll jetzt mal Riechampullen mit Ammoniak ausprobieren.... Mal sehen, ob es wirkt.

    Bis vor 5 Jahren war mein einziger Weg aus der Dissoziation das SVV. Bin froh, dass ich wenigstens das in den Griff bekommen habe.
    Bisher war ich meistens auf andere angewiesen, die mich dann erschreckt haben.

    Ricky

  2. #12
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 428

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    kommt mir alles sehr bekannt vor.

    Ich habe jetzt unter mph mal angefangen, mir immer meinen Laptop aufgeklappt auf die Terasse zustellen
    und immer wenn mir etwas einfaellt, sofort "wegzuschreiben".
    Dabei fiel mir auf, dass ich morgens, bevor die Wirkung vom MPH einsetzt, etliche dissoziative Fugen habe. Etliche.
    Vieles auf dem bildschirm fand ich spaeter dann ziemlich neu und spannend.. huuui!

    Machmal werde ich von einer Disso in die naechste geworfen.
    Wie ein Gummiboot auf hoher See im Sturm.
    Bin ich k.o, komme ich da nicht raus.
    Morgens. Jeden Morgen. Dauert Stunden, Ritalin, 3 Kaffee dann gehts.

    Versuche, im Jetzt zu bleiben sind dann oft wie an der Kante von einer Felswand zu haengen,
    hoch in das Jetzt gucken und hoeren zu koennen aber dann keine Kraft mehr zu haben.

    Habe ich ein Thema, wo ich bleiben kann, ist das wie Urlaub. Da will ich dann bleiben.
    Wenigstens ein bischen. Lasst mich.

    Nach Werten und Zielen handeln, Selbstwahrnehmung, auch Techniken wie Reframing, klappt doch alles nur bewusst.
    Nach 3,5 Jahren Achtsamkeitstraining, jetzt auch mit MPH kann ich oft nur indirekt beeinflussen, ob ich noch auftauchen kann.

    So als Beipiel, halt in einem ruhigen Raum und nicht in einem vollen Wartezimmer zu warten, damit ich nicht dort in Disso verschwinde,
    aber dann Situation ausgesetzt werde, die Praesenz erfordern...

    So langsam stelle ich einige Strategien der Medizin in Frage, und das rein aus eigenen Beobachtungen heraus.

    Narzissmus halte ich zunehmend fuer eine fuer mich sinnvolle Komensations-Strategie, wichtig fuer Antrieb und Motivation.
    Intrinsisch kann ich da naemlich auf sehr wenig zurueck greifen.
    Die ADHSler, die ich kenne, die funktional sind, kriegen ihre Energie dafuer von aussen.

    Gibts da eine Balance? Selbstwert okay, aber trotzdem nicht lethargisch?

    Borderline-PS. Soso.
    Zaehlen wir mal zusammen:
    Ich kann oft einfach nicht aussuchen, WORAUF ich mich konzentriere.
    Die Disso-Szenarien wechseln sprungartig und mal haeufig, mal selten.
    Jedesmal ist das mit Desorientierung verbunden, auch beim Auftauchen aus der Disso ist man nur verwirrt - was wo bin ich -
    oder kognitive Dissonanz weil wir wieder irgendwas vergessen, falsch gemacht oder nicht nach unseren Zielen oder Werten gehandelt haben.

    Das ist auf Dauer so anstrengend.
    Und in jeder Sekunde kann meine fragile Welt wieder weg sein und alles geht von vorne los.

    Abrupte Stimmungsschwankungen... soso, Borderline PS.

    Wie war das mit Klasse 2-Trauma? Aber hier besteht keine Hoffnung, dass das je aufhoert.
    Und dann Flashbacks.
    In den unpassendsten Situationen, faellt mir wasweissich ein und ich durchlebe das.
    Dazu reicht schon ein Tonfall.
    Zum Glueck hilft hier wenigstens hier das MPH absolut zuverlaessig, dass ich da sofort auftauchen
    und reframen kann. Alleine dafuer lohnt es sich, das zu nehmen.

    Ich kann auch nur bewusst lernen, oder Sachen, die ich in meine aktuelle Disso integrieren kann.
    Aber abrufen kann ich nur das, was fuer meine aktuelle Disso sinnvoll erscheint.

    Zum Glueck hab ich Freunde, die da genauso ticken.
    Wir unterhalten uns dann durch unsere zwei Dissos hindurch.
    Muss zwar immer sehr abstrakt sein, damit wir beide die Themen in unsere Disso integrieren koennen,
    aber dann bin ich nicht allein.
    Bis zu dem Moment, wo einer von uns das Thema abrupt wechselt, weil wieder die naechste Disso uebernommen hat.

    Scheisse mann, ich will wenigstens einmal, dass das um mich herum ein bischen da bleibt.
    Eine Heimat im Kopf, das waers.

    So, hab ich mich mal ausgekotzt. Scheiss Dissos.
    Den Disso-Kram kann ich aber nicht aendern.
    Wenn ich da den Finger in die Wunde lege und nur darueber nachdenke, fuege ich mir dieses Leid selbst zu.
    Kann ja auch an etwas anderes denken.
    Auch wenn ich mich aus Gewohnheit an dieser Disso festkralle wie ein Ertrinkender.
    Bloss keine neue...

    Doch.
    Ich mach mir jetzt einen Kaffee und gucke auf meinem neuen ODROID C2 mit Kodi Helge Schneiders Abschied. "Lass krachen Helge".

  3. #13
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 428

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Ich beschaeftige mich gerade mit dem Trainig von Neuronalen Netzwerken und kriege dadurch gerade einen neuen Frame.

    Aus dieser Perspektive betrachtet, haetten Dissoziationen beim Menschen eine einzige und sehr sinnvolle Funktion: Sie reduzieren die Anzahl der Dimensionen, mit denen gelernt und vorhergesagt werden muss. Ein Modell mit weniger Dimensionen verbraucht exponentiell weniger Rechenzeit und Arbeitsspeicher.

    Dimensionen sind in diesem Zusammenhang zusaetzliche Datenquellen oder auch richtige Dimensionen, lernt ein neuronales Netz z.B. eine Sinuskurve, ist das zweidimensional, kommt noch Temperatur hinzu, sind das schon drei Dimensionen usw.
    Bei Dimensionen geht es hier also um die Dimensionen eines Vektorraumes in der Mathematik, nicht um raeumliche Dimensionen!

    Um es noch komplizierter zu machen: Eine Dimension kann alles sein, z.B. wie stark mein Blase drueckt, Helligkeit oder auch wie stark irgendetwas mit Sex, einem Trauma oder irgendeiner Erinnerung assoziiert ist, wirklich alles. Millionen von Dimensionen.

    Sowohl fuer Computer beim Deep Learning als auch fuer Menschen macht es Sinn, bei einem Lern- oder Vorhersage-Vorgang nur fuer diesen Vorgang noetige Datenquellen (Dimensionen) zu beachten und den Rest zu ignorieren.

    Beispielsweise wenn ich lerne, wie man Klavier spielt, muss ich mir zu Bachs Sonett unbedingt meine Handbewegungen und meine durch die Musik erzeugten Emotionen einpraegen, aber nicht unbedingt Details vom Strassenlaerm im Hintergrund. Oder wie sich mein Atem gerade anfuehlt. Oder ob die weissen Tasten aus Elfenbein sind.
    Das waere nicht oekonomisch.

    "Dissoziiert" man also Dimensionen weg, wird das durch das Lernen "erzeugte Netz" keine Verknuepfungen zu den beim Lernen durch die Dissoziation "ausgeblendeten" Dimensionen aufbauen. Tausende, vielleicht auch Milliarden weniger Verknuepfungen.

    Und diese Beschraenkung ist total sinnvoll und effizient. Netze mit weniger Dimensionen brauchen weniger Arbeitsspeicher und Rechenzeit.

    Jetzt nehmen wir weiterhin mal an, unser Hirn waere nichts weiter als so eine Deep Learning Maschine, die aus einer riesigen Anzahl solcher Netze besteht, jedes Netz gleichzeitig eine Dimension darstellt und Netze weiter oben in der Hierarchie Verknuepfungen zwischen "niederen" Netzen aufbauen koennen.

    Unser ADHS-Hirn kann Reize schlechter filtern (jeder Reiz eine Dimension), dadurch blasen wir beim Lernen unsere "Netze" um unnuetze zusaetzliche Dimensionen auf. So entstehen zwar real gelernte, aber nutzlose, unoekonomische Verknuepfungen zu vielen anderen Netzen.

    Fuer einfache Sachverhalte entstehen so sehr komplexe, grosse Netze mit vielen Dimensionen. Die brauchen viel mehr Speicher und Rechenzeit.

    Erinnern wir uns an Gelerntes, werden auch die Ergebnisse all dieser "nutzlosen verknuepften" anderen Netze mitgeliefert.
    Gelockerte Assoziativitaet...

    Versuche ich jetzt, aus einer Dissoziation ins Jetzt, in den Moment aufzutauchen, wechsele ich anders betrachtet sprunghaft die Dimensionen, die ich in meine Wahrnehmung einbeziehe.

    Haben wir jetzt ein ADHS-Hirn mit vielen von diesen unnuetz aufgeblasenen Netzen mit vielen Dimensionen und dann auch noch untereinander unnuetz oft verknuepft, wird dabei die Datenmenge fuer ein Menschenhirn vielleicht manchmal zu gross.
    Zuwenig Arbeitsspeicher und Rechenzeit fuer so viele Dimensionen. Der Ressourcenverbrauch haengt exponentiell von der Anzahl der Dimensionen ab.
    Exponentiell!

    Wenn das zutrifft, koennte Dissoziation selbst eine sinnvolle Kompensations-Strategie darstellen. Wir dissoziieren Dimensionen weg, damit wir ueberhaupt noch klar kommen.

    Noch ein Nachtrag: Das Modell erklaert auch Autismus-Spektrum-Stoerungen. In deren Dissos sind einfach noch weniger Dimensionen als in unseren.

    ...
    Hehe. Mein Modell von ADHS fuer heute;-)
    Geändert von DonBoleta (10.12.2016 um 06:20 Uhr) Grund: hoffentlich ist das verstaendlich...

  4. #14
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 223

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Hallo DonBoleta,

    ja, das scheint mir alles sehr schlüssig zu sein. Ich bin neugierig, was die Fachwelt dazu zu sagen hätte.

    Für mich wäre es auf jeden Fall auch endlich eine Erklärung dafür, dass sich auch in den entlegensten Winkeln meines Hirns gefühlt Milliarden von unnützen Informationen befinden, die im Sekundentakt gegen meinen Willen in meinem "Denkprozess" auftauchen. Ich habe mich immer schon gefragt, welchen Sinn es haben soll, sich diesen ganzen Mist zu merken, und warum ich durchgehend damit belästigt werde.

    Vielen Dank übrigens dafür, dass du - neben anderen - uns hier an deinen Erkenntnissen zum Thema Dissoziation teilhaben lässt. Ich habe mir dein Video schon ein paar mal angesehen - am Anfang habe ich gar nix kapiert, mit der Zeit immer mehr und inzwischen fast alles. Und ja, es ist mir dadurch inzwischen schon zweimal gelungen, mich bewusst auf ein kurzes Gespräch zu konzentrieren, von dem ich dadurch wirklich alles mitbekommen habe.

    Einen Autopiloten kann schließlich nur der abschalten, der weiß, dass er da ist.

    Ich bin gespannt auf deine weiteren "Forschungen".

    Beste Grüße

    Addy

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 428

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Ach die Fachwelt wird gar nichts dazu sagen, die kriegen das hier gar nicht mit. Die Theorie ist auch ganz sicher fehlerbehaftet.
    Ist auch egal, es geht darum, dass ich - endlich - ein Modell habe, aus dem heraus ich fuer mich Kompensations-Strategien entwickeln kann.

    Aber was ich heute mitgekriegt habe, es gibt da ein paar "Probleme", ueber die ich sehr ungern nachdenke. Nicht, weil sie mit irgendeinem Trauma verknuepft sind, sondern weil sie sofort eine Lawine im Kopf lostreten.
    Einfach, weil ploetzlich *ganz viele* Aspekte ins Spiel kommen. Soviel, dass mir regelrecht schwindelig wird.
    Das laesst damit erklaeren.

    Weniger Dimensionen erlauben tiefere Netze. Erklaert die seltenen Inselbegabungen bei Autismus-SS.

    Ich kriege auch mit, dass ich mich am liebsten so unterhalte, dass nach und nach ganz langsam neue Dimensionen dazu kommen, abrupte Themenwechsel sind der Horror.
    Total plausibel.

    Waere interessant, ob wir auf diese Weise auch einfacher lernen koennen.

    Es erklaert auch, warum wir nach einer Weile oft neue Hobbies, Berufe, Partner brauchen. Wenn unsere Netze dimensional so aufgeblasen sind, dass nichts mehr geht.
    Immer wenn wir damit gar nicht mehr umgehen koennen, schmeissen wir alles hin und fangen irgendwo nochmal ganz von vorne an.

    Wichtig ist dann, ein Thema zu finden, das in unserem Kopf nicht oder wenig verknuepft ist. Damit wir komplett neue Dissoziationen aufbauen koennen.
    Mit moeglichst wenigen Dimensionen.

    Mal ehrlich, am besten entspannen laesst sich doch hoch-konzentriert bei einer einzigen, ganz komplizierten Sache, und nichts anderes existiert mehr, oder?
    Vollkommen plausibel.

  6. #16
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 807

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    DonBoleta schreibt:

    Haben wir jetzt ein ADHS-Hirn mit vielen von diesen unnuetz aufgeblasenen Netzen mit vielen Dimensionen und dann auch noch untereinander unnuetz oft verknuepft, wird dabei die Datenmenge fuer ein Menschenhirn vielleicht manchmal zu gross.
    Zuwenig Arbeitsspeicher und Rechenzeit fuer so viele Dimensionen. Der Ressourcenverbrauch haengt exponentiell von der Anzahl der Dimensionen ab.
    Manchmal erkläre ich in Gedanken jmd., wie es für mich mit ADS ist: Man stelle sich vor, ein riesiges, komplexes Raumschiff manövrieren zu müssen, mit unglaublich vielen Knöpfen und Hebeln und Schaltern. Dieses Raumschiff ist zu vielerlei fantastischer Dinge fähig, aber der Pilot (ich) wurde einfach ohne Ausbildung beordert (bei meiner Geburt^^), dieses Raumschiff zu fliegen und er versucht seitdem, herauszufinden, welcher Knopf zu welchen Auswirkungen führt und wie man sie in der richtigen Reihenfolge drücken muss, um etwas bestimmtes zu erreichen. Den Überblick zu behalten ist dabei sehr schwierig und deshalb fliegt man auch andauernd gegen Kometen usw...und vlt. schaltet der Pilot ab und zu auf Autopilot, um sich wenigstens mal kurz ausruhen zu können, weil es wirklich sehr anstrengend ist, immer diese ganzen Knöpfe und Hebel und Schalter zu koordinieren.
    Andere Leute kriegen dagegen nur ein Auto für ihren Lebensweg und kriegen es dementsprechend einfacher hin, sich durch den Verkehr zu manövrieren.

    Alleine diesen Text zu schreiben, bedeutet für mich schon einen immensen Aufwand, die ganzen unnütz aufgeblasenen Dimensionen einzudämmen und nicht von allem ein bisschen zu schreiben, aber nicht auf´s Wesentliche zu kommen. Also ja, zu große Datenmenge! Das "Bildnis" mit dem Raumschiff fiel mir (assoziativ, versteht sich^^) zu deinem Text ein und beschreibt vielleicht eine ähnliche Grundidee wie dein Bild von den Dimensionen.

  7. #17
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 648

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Na ja. Die Theorie, dass Autismus bzw. ADHS sich auch bzw besser über struktruelle Dissoziation erklären lassen, hatten wir ja schon über den zuvor geposteten Link lang und breit diskutiert. Für mich kam die Beschäftigung über Emoflex bzw. die dahinter stehenden Theorien der neuronalen Vernetzung, Synästhesie und Dissoziation von Johannes Drischel. Es gibt sicher viele Wege zu dieser Erkenntnis, Alles schön und gut, aber auf der universitären Seite fehlt die Fähigkeit und damit auch Bereitschaft in diesen mehrdimensionalen Aspekten zu denken.

    Wir hatten mal Prof. Emerich (emeritierter Chef der MH Hannover) und auch Tebertz von Elst auf das Thema angesprochen. Aber bisher ist es beim Ansprechen geblieben.

    Wer weiss, in 5 bis 10 Jahren oder später.....

  8. #18
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 428

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Das , was ich meine, hat rein gar nichts mit struktureller Dissoziation zu tun.
    Nochmal, alles auf ein paar Zeilen zusammengefasst:
    ---
    Begriffsklaerung: Alles ist eine Dimension, Laustaerke, Helligkeit, wie sehr uns etwas an Helge Schneider erinnert, wie sehr etwas mit XYZ zu tun hat.

    Grund-Annahme: Alle Menschen muessen Gelerntes in Netzen mit moeglichst *wenig* Dimensionen speichern.

    Problem bei ADHS: Reizfilter sorgt beim Lernen dauernd fuer unnuetze, zusaetzliche Dimensionen, die mitgelernt werden.

    Daher haben bei ADHS die Netze zu viele Dimensionen (und bei Autismus-SS zu wenige).

    Jede Vorhersage kostet Zeit, daher ist es sinnvoll, beim Nachdenken=Vorhersagen moeglichst wenig Ergenisse duchsimulieren zu muessen.

    Wir kriegen durch die vielen sinnlos mitgelernten Dimensionen aber endlos viele sinnlose Ergebnisse mitgeliefert.

    Das kostet exponentiell mehr Zeit und wir haben nur ~100 Mio Neuronen. Das ist keine grosse Zahl fuer eine Exponentialfunktion!

    Darum dissoziieren wir, sowohl beim Lernen als auch beim Vorhersagen, sonst landen wir in einer endlosen Gedankenschleife.

    Um die Dimensionen zu reduzieren.

    Und das waere in diesem Fall total sinnvoll.
    ---
    Dass wir auch grosse Probleme mit struktureller Dissoziation haben, als Folge all der Traumata, die wir durch dieses Defizit erleiden, keine Frage.
    Aber dabei waere ja eher die Angst vor den Erinnerungen selbst, Flashbacks, Vermeidungsverhalten fuer jeden assoziierten Gedanken der Grund fuer die Disso.

    Das was ich meine ist eine tatsaechliche Ueberforderung unseres Gehirns fuer eine ganz konkrete Art von logischen Problemen:

    Man koennte daraus ableiten, dass wir grosse Probleme mit der Art von Gedankengang haben, wenn darin Dimensionen vorkommen, die wir bereits *zu oft* bei anderen Dingen mitgelernt haben.
    Nicht wegen Traumata, sondern, weil ploetzlich der Kopf voller Assoziations-Muell ist.
    Und wir quasi in einer endlosen Gedankenschleife landen.

    Also fuer mich habe ich gerade einen richtigen Aha-Moment.

    Vielleicht koennten wir uns ganz gezielt ein Umgebungen schaffen, in dem wir fuer unterschiedliche Taetigkeiten gezielt *alle* Reize anders gestalten?

    Das Umfeld ueberall so gestalten, dass darin rein gar nichts an andere Taetigkeiten erinnert?

    Jetzt weiss ich auch, warum es sinnvoll ist, beim Aufraeumen den Raum nicht verlassen soll...

    Man koennte daraus auch ableiten, dass wir Aufgaben, in denen ganz viele Dimensionen vorkommen besser loesen koennen, als Normale.
    Vorausgesetzt, diese Dimensionen sind alle neu fuer uns.
    Wir muessen uns doch sowieso andauernd durch riesige Gedankenberge wuehlen...
    Geändert von DonBoleta (12.12.2016 um 21:00 Uhr) Grund: mir fiel nochwas ein...

  9. #19
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 223

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Hallo!

    Ich hatte schon die ganze Zeit das Problem, den Unterschied dieser beiden Arten von Dissoziation zu begreifen bzw. fragte mich, warum derselbe Begriff für zwei verschiedene Dinge gewählt wurde.

    Zum Thema: Würde das bedeuten, dass ich beim Abdriften einfach die Dimensionen des "Hier und Jetzt" ausblende, weil sie zu viel sind?

    Grüße, Addy

  10. #20
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 428

    AW: ADS/ADHS Dissoziation

    Addy Haller schreibt:
    Hallo!

    Ich hatte schon die ganze Zeit das Problem, den Unterschied dieser beiden Arten von Dissoziation zu begreifen bzw. fragte mich, warum derselbe Begriff für zwei verschiedene Dinge gewählt wurde.

    Zum Thema: Würde das bedeuten, dass ich beim Abdriften einfach die Dimensionen des "Hier und Jetzt" ausblende, weil sie zu viel sind?
    Ja. Nach der These nicht nur das "Hier und Jetzt", sondern auch Erinnerungen.
    Jede Erinnerung stellt ja selbst eine Dimension dar.

    Ich glaube nach und nach, dass der psychiatrische Fokus auf "Reize" nur einen kleinen Teil des tatsaechlichen Problems erfasst.
    Die Dissoziationen sind vielleicht fuer uns die einzige Moeglichkeit, zu funktionieren.

    Traumabedingte Dissoziationen sind bei uns ganz sicher auch ein grosses Thema, aber eher als Folge.

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